{"id":19541,"date":"2016-07-29T05:48:51","date_gmt":"2016-07-29T04:48:51","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=19541"},"modified":"2016-07-29T05:48:51","modified_gmt":"2016-07-29T04:48:51","slug":"die-populistische-kraft-der-maschinen-rationalitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=19541","title":{"rendered":"Die populistische Kraft der Maschinen-Rationalit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>Im Jahre 1959 ver\u00f6ffentlichte der amerikanische Politikwissenschaftler Seymour Martin Lipset seine vielbeachtete Modernisierungshypothese. Ihr zufolge ist die \u201eModernisierung\u201c von Wirtschaft und Gesellschaft eine unverzichtbare Grundlage f\u00fcr eine stabile Demokratie. Vor allem bedarf die Demokratie eines gewissen aufgekl\u00e4rten Bildungsstandes unter den W\u00e4hlern. Seit 1959 sind nun bald sechs Jahrzehnte vergangen, innerhalb derer das formale Bildungsniveau der Menschen in den etablierten Demokratien stetig gestiegen ist. In der Konsequenz aber feiern merkw\u00fcrdige Figuren wie Donald Trump, Nigel Farage, Marine Le Pen, Jaros\u00c5\u201aaw Kaczy\u00c5\u201eski oder Frauke Petry rasante politische Aufstiege und erreichen gut zweistellige Wahlergebnisse. Wie ist das m\u00f6glich?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>In der \u00f6konomischen Theorie ist es beliebt, hierf\u00fcr \u201erationale Ignoranz\u201c verantwortlich zu machen, wohinter die Tatsache steckt, dass eine einzelne W\u00e4hlerstimme so unbedeutend f\u00fcr das Wahlergebnis ist, dass es sich ein W\u00e4hler leisten kann, irgendeinen Unsinn zu w\u00e4hlen, wenn ihm danach ist, ohne ernsthaften Schaden anzurichten. So wahr das grunds\u00e4tzlich ist, so bleiben doch viele Fragen unbeantwortet. Eine davon ist, warum ein W\u00e4hler so etwas wissentlich \u00fcberhaupt tun sollte, selbst wenn er damit h\u00f6chstwahrscheinlich keinen Schaden anrichten wird.<\/p>\n<p>Bleiben wir aus diesen Gr\u00fcnden einmal dabei, das ein W\u00e4hler, vorsichtig ausgedr\u00fcckt, das w\u00e4hlt, wovon er \u00fcberzeugt ist. Dann m\u00fcssten W\u00e4hler, die einen Populisten w\u00e4hlen, von diesem Populisten ebenfalls \u00fcberzeugt sein. Wenn das aber so ist, dann bleibt zu kl\u00e4ren, wie W\u00e4hler zunehmend auf Populisten hereinfallen k\u00f6nnen, w\u00e4hrend der Grad an gesellschaftlicher Aufkl\u00e4rung, S\u00e4kularisierung und Rationalit\u00e4t nach allem, was wir zur Messung solcher Eigenschaften zur Verf\u00fcgung haben, stetig steigt. K\u00f6nnte es gar sein, dass die Attraktivit\u00e4t von Populisten nicht trotz, sondern gerade wegen der zunehmenden Rationalit\u00e4t im Denken steigt?<\/p>\n<p>In dem k\u00fcrzlich erschienenen Buch \u201eEngineers of Jihad\u201c setzen sich die beiden Politikwissenschaftler Diego Gambetta und Steffen Hertog mit der Beobachtung auseinander, dass die Berufsgruppe der Ingenieure einen \u00fcberproportional gro\u00dfer Anteil an den aktiven islamistischer Terroristen bildet. Dieser Befund bleibt in allen Variationen der Daten signifikant und auff\u00e4llig hoch. Wie ein Puzzle setzen Gabbetta und Hertog \u00e4hnliche Befunde zu einem Gesamtbild zusammen und finden unter anderem, dass auch in der gewaltt\u00e4tigen rechtsextremen Szene in ganz \u00e4hnlicher Weise die Ingenieure \u00fcberrepr\u00e4sentiert sind und es auch in der Vergangenheit waren. Zwar ist zumindest in der j\u00fcngeren Geschichte der Bildungsstand rechtsextremer Gewaltt\u00e4tiger insgesamt im Vergleich mit den Dschihadisten und den gewaltt\u00e4tigen Linksextremen relativ klein. Aber das \u00e4ndert nichts daran, dass der Anteil an Ingenieuren auch in gewaltbereiten rechtsextremen Kreisen signifikant h\u00f6her ist als in der Gesamtbev\u00f6lkerung und dass die Differenz ein erstaunlich gleiches Ausma\u00df hat wie in der Dschihadistenszene.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte nun meinen, dass dies ein nachfragebedingtes Ph\u00e4nomen sei, weil terroristische Gruppen gern technisch begabte Personen anwerben k\u00f6nnten. Dass dies aber keine gute Erkl\u00e4rung ist, zeigen die Autoren ebenfalls mit Hilfe ihrer Daten. Daher scheint eine bestimmte Kritik am westlich-liberalen Gesellschaftsbild ausgerechnet f\u00fcr Personen attraktiv zu sein, welchen man zu Recht ein besonderes Ma\u00df an analytischer Sch\u00e4rfe, an S\u00e4kularismus und an Rationalit\u00e4t zuordnet. Interessant ist aber, dass eine auf den ersten Blick ganz \u00e4hnlich gepr\u00e4gte Gruppe alle diese Befunde nicht aufweist: Nicht anwendungsorientierte Naturwissenschaftler n\u00e4mlich, allen voran Physiker.<\/p>\n<p>Gambetta und Hertog f\u00fchren diese Beobachtungen auf pers\u00f6nliche Eigenschaften zur\u00fcck. Weist eine Person diese Eigenschaften auf, dann erh\u00f6ht dies die Wahrscheinlichkeit, dass sie ein Ingenieurstudium oder das einer anderen angewandten technischen Wissenschaft aufnimmt. Die gleiche pers\u00f6nliche Eigenschaft erh\u00f6ht aber auch \u2013 wenngleich in geringerem Ma\u00dfe \u2013 die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Tr\u00e4ger irgendwann einmal unsere westlich-liberale Welt infrage stellt. Nat\u00fcrlich wird nicht jeder gleich zum manifesten Kritiker der liberalen Demokratien. Eine noch kleinere Anzahl dieser Personen wird in extremistische Kreise abgleiten und dort am Ende gar zur Gewalt greifen. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass dies geschieht, ist eben f\u00fcr solche Personengruppen etwas h\u00f6her, und das reicht, um die von den Autoren pr\u00e4sentierten Beobachtungen zu erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Unter den Eigenschaften, auf die es hier ankommt, geh\u00f6ren nach Gambetta und Hertog vor allem diese: eine tiefe Abneigung gegen\u00fcber jeder Art von Unbestimmtheit und Kontrollverlust auf der einen Seite und eine Neigung zu in sich abgeschlossenen Erkl\u00e4rungsmustern auf der anderen Seite. In der Tat kann als Ingenieur nur bestehen, wer die Disziplin hat, komplexe Industrieprodukte wie ein Atomkraftwerk oder ein Verkehrsflugzeug in der Gesamtheit seiner sprichw\u00f6rtlich Tausende ineinandergreifende Einzelteile zu jedem Zeitpunkt unter Kontrolle zu halten, und wer es f\u00fcr fahrl\u00e4ssig h\u00e4lt, nicht auch dem kleinsten Detail die jeweils n\u00f6tige Aufmerksamkeit zu widmen. Denn nur in dem jederzeit kontrollierten Zusammenspiel aller dieser Bauteile kann das Ganze gelingen. Es war ein Ingenieur, dessen Beobachtung wir das ber\u00fchmte Gesetz von Murphy verdanken, wonach alles tats\u00e4chlich schief geht, was auch nur mit der kleinsten Wahrscheinlichkeit schief gehen k\u00f6nnte. Statistisch gesehen war Murphy\u2019s Gesetz nat\u00fcrlich falsch, denn was mit einer kleinen Wahrscheinlichkeit schief geht, das geht in der Realit\u00e4t auch nur selten schief. Allerdings: Auch bei der kleinsten Wahrscheinlichkeit eines Fehlers wird in komplexen Maschinen praktisch immer irgendein Fehler in irgendeinem Bauteil des gro\u00dfen Ganzen auftreten, wenn nur die Zahl der Bauteile gro\u00df genug ist. Daher gilt: Wer die Nachsicht gegen\u00fcber geringen Fehlerwahrscheinlichkeiten in kleinen Details zur handlungsleitenden Einsicht erhebt und wer das geschlossene Ganze der Funktionsweise aller Details nicht mit gr\u00f6\u00dfter Detailversessenheit im Blick zu halten bereit ist, der wird als Ingenieur kaum Karriere machen.<\/p>\n<p>Zugleich gilt aber auch: Wer sich mit der Kontroll-Orientierung der Maschinen-Rationalit\u00e4t an Einsichten \u00fcber die Funktionsweise einer Gesellschaft heranwagt, der begibt sich auf Abwege. Denn Gesellschaften sind keine Gebilde, die nach Art einer Maschine in einer in sich geschlossenen Logik dann und nur dann funktionieren, wenn man \u00fcber jedes Detail in genauestens dokumentierten Verfahren die Kontrolle beh\u00e4lt. Gesellschaften k\u00f6nnen dies schon deshalb nicht sein, weil ihre Bauteile einen eigenen Willen haben, und sie k\u00f6nnen es erst Recht nicht sein, wenn wir diesem Willen bewusst Raum geben, ihnen also Freiheit gew\u00e4hren. Wenn wir das aber tun, dann geschehen im Ergebnis Dinge, die niemand vorhergesehen und oft genug auch niemand gewollt hat und die wir doch geschehen lassen m\u00fcssen, wenn wir dem freien Willen der gesellschaftlichen \u201eBauteile\u201c Raum geben wollen. Dann geht die Logik der Maschine verloren und mit ihr die F\u00e4higkeit des Gebildes, einem vorab definierten Zweck zu dienen. Das kann man solange aushalten, wie man die tats\u00e4chlichen Ergebnisse, die dieses Gebilde erzeugt, zu akzeptieren bereit ist. Aber wann immer daran Zweifel aufkommen, geraten zwei unvereinbare Welten miteinander in Konflikt, und zwar so:<\/p>\n<ul>\n<li>Erstens: Wer den Anspruch an eine Gesellschaft erhebt, wie eine rational konstruierte Maschine zu funktionieren, der wird es nur schwer akzeptieren k\u00f6nnen, dass man Dinge geschehen l\u00e4sst, die niemand im Ergebnis gewollt hat, \u201enur\u201c weil die \u2013 im Grunde doch jederzeit \u00e4nderbaren \u2013 prozeduralen Regeln dieser Gesellschaft es verbieten, einem \u201eBauteil\u201c der freien Gesellschaft eine genau definierte Funktion zuzuweisen. Wenn es beispielsweise rechtsstaatlich geboten ist, einen verurteilten und potenziell immer noch nicht sicher ungef\u00e4hrlichen Sexualt\u00e4ter nach Verb\u00fc\u00dfung seiner Haft in die Freiheit zu entlassen, so k\u00e4me das der Weisung gleich, in einen Airbus ein nachweislich in gef\u00e4hrlicher Weise defektes Bauteil zu installieren. Wenn so etwas in einem Airbus aber unvern\u00fcnftig ist, dann kann es in einer Gesellschaft nicht vern\u00fcnftig sein, wo doch beides in unmittelbar vergleichbarer Weise Leben kosten kann. Das jedenfalls folgt aus der Maschinen-Rationalit\u00e4t der Gesellschaft.<\/li>\n<li>Zweitens: Wer die Gesellschaft wie eine rational konstruierte Maschine begreift, der kann sich im Prinzip nicht einmal vorstellen, dass es von niemandem gew\u00fcnschte Ergebnisse der Gesellschaftsmaschine \u00fcberhaupt nur geben kann. Wenn es der Sinn einer Maschine ist, einen Zustand A herbeizuf\u00fchren, dann wird man die Maschine so bauen, dass sie den Zustand A produziert. Umgekehrt folgt daraus: Produziert eine Maschine den Zustand B, dann kann das kein Zufall sein. Vielmehr muss jemand sie bewusst so konstruiert haben, dass sie B herstellt und nicht A. Nachweise daf\u00fcr finden sich immer, und sie beginnen gern mit der Einleitung: Ich glaube nicht an Verschw\u00f6rungstheorien, aber\u2026<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Akzeptanz von Ungewissheit und Ergebnisoffenheit ist einerseits konstituierend f\u00fcr eine freie und offene Gesellschaft. Darauf haben in jeweils \u00e4hnlicher Weise bereits vor Jahrzehnten die Sozialphilosophen Karl Popper und Friedrich von Hayek immer wieder hingewiesen. Aber zugleich bleibt diese Einsicht schwer zu ertragen, wenn man in einer bestimmten Weise rational denkt \u2013 in der Weise n\u00e4mlich, in der anwendungsorientierte Ingenieure denken, nicht jedoch Naturwissenschaftler, weil bei diesen das Motiv zur Dienstbarmachung physikalischer, chemischer oder biologischer Gesetze nicht im Vordergrund steht. Steht es aber im Vordergrund, dann wird es schwer zu akzeptieren, dass man den Dingen scheinbar sinnloserweise ihren Lauf l\u00e4sst, ohne sie in einen ordnenden Zusammenhang zu stellen, der alles auf ein vern\u00fcnftiges Ziel hin ausrichtet. Und ganz analog dazu ist die Einsicht schwer zu verstehen, dass hinter den tats\u00e4chlichen Ergebnissen gesellschaftlicher Interaktion nicht doch und notwendigerweise eine regulierende Hand stecken muss, die \u2013 gegebenenfalls im Hintergrund \u2013 die Kontrolle aus\u00fcbt. Wer sich mit dieser Orientierung des Dankens in einen \u00fcbersteigerten Unwillen gegen\u00fcber tats\u00e4chlichen oder vermeintlichen Missst\u00e4nden verbei\u00dft, der kann zur leichten Beute extremistischer Zirkel werden. Aber soweit muss man gar nicht gehen, um zum Gefahrenpotenzial einer offenen Gesellschaft zu werden. Allein ein sich ausbreitender latenter Eindruck, dass sich tats\u00e4chliche oder vermeintliche Missst\u00e4nde weniger der Ergebnisoffenheit einer freien Gesellschaft als vielmehr der mangelnden gesellschaftlichen Ingenieurskunst der formal Verantwortlichen in Verbindung mit der Ingenieurskunst verdeckt arbeitender Zirkel verdanken, stellt eine latente Gefahr dar \u2013 und wom\u00f6glich w\u00e4chst diese Gefahr gerade in der modernen Gesellschaft.<\/p>\n<p>Unsere moderne Welt bietet uns L\u00f6sungen f\u00fcr alles und jedes an, und das meiste davon sind gro\u00dfartige Errungenschaften. Wir beherrschen heute komplexeste Technik, wir leben l\u00e4nger und besser, wir heilen Krankheiten, die \u00fcber Jahrtausende ganz selbstverst\u00e4ndlich unser Ende bedeutet h\u00e4tten. Zugleich aber sinkt unsere Fehlertoleranz in allen diesen Dingen, weil bestimmte tragische Fehler in unserer modernen Gesellschaften einfach nicht mehr passieren m\u00fcssen und daher auch nicht mehr passieren d\u00fcrfen. Passieren sie dennoch, so wollen wir gerade deshalb nicht an Zufall glauben, weil sie rein technisch gesehen l\u00e4ngst nicht mehr n\u00f6tig gewesen w\u00e4ren.<\/p>\n<p>An eine gesellschaftlich immer noch ergebnisoffene und damit scheinbar irrationale Welt den Anspruch perfektionierter Ingenieurskunst anzulegen, ist zwar im Kern verfehlt, aber aus einem bestimmten Rationalit\u00e4tsbegriff heraus naheliegend. Die Diskrepanz zwischen der perfektionierten Ingenieurskunst, welche alle Bauteile den zuvor definierten Zielen rational zuordnet, auf der einen Seite und dem ergebnisoffenen Chaos der Gesellschaft auf der anderen Seite w\u00e4chst mit zunehmender technischer Perfektionierung, weil das Chaos immer ein konstituierendes Merkmal freier Gesellschaften bleiben wird. Wenn der Grund f\u00fcr diese wachsende Diskrepanz aber nicht erkannt wird oder nicht akzeptiert werden will, dann steigt mit dem Anwachsen der Dikrepanz fast schon naturgem\u00e4\u00df die Nachfrage nach Politikern, die vorgeben, es den Ingenieuren gleichtun zu k\u00f6nnen. Die Zutaten dazu haben sie alle: Jeder von ihnen verweist auf die dunklen M\u00e4chte, welche im Schatten der \u00f6ffentlichen Kontrolle die gesellschaftliche Maschine manipulieren, auf dass diese das von ihnen gew\u00fcnschte Ergebnis zulasten der Allgemeinheit produziere. Und jeder von ihnen geht mit den gesellschaftlichen Konstruktionspl\u00e4nen hausieren, mit denen sie jenes Ergebnis herzustellen versprechen, das der Allgemeinheit dient \u2013 wenn man sie nur w\u00e4hlt. Schlie\u00dflich kann jeder von ihnen die Hinterm\u00e4nner benennen, derentwegen die falsch konstruierten Maschinen statt der ohne weiteres m\u00f6glichen korrekt konstruierten Maschinen laufen und die uns f\u00e4lschlicherweise weis machen wollen, dass es letztere nicht geben k\u00f6nne \u2013 wegen der Rechtsstaatlichkeit, wegen der Globalisierung, wegen internationaler Vertr\u00e4ge oder schlicht wegen bestimmter Verfahrensvorschriften, die sich immer wieder gern als absurdes Theater vorf\u00fchren lassen.<\/p>\n<p>Populisten bieten uns L\u00f6sungen f\u00fcr gesellschaftliche Herausforderungen an, die unter Einhaltung solcher Restriktionen nicht zu haben sind. Sie fragen uns, warum wir diese Restriktionen akzeptieren sollen, wo sie doch erstens von Menschenhand gemacht sind und damit abgeschafft werden k\u00f6nnen und wo sie zweitens den guten gesellschaftlichen Ergebnissen im Wege stehen. Und schlie\u00dflich versichern sie uns, dass die Existenz dieser Restriktionen in Wahrheit nur einen Grund haben: Weil sie Teil einer Maschine sind, die anderen Zielen dient als denen der Allgemeinheit. Grund genug, sich davon zu verabschieden.<\/p>\n<p>Dass die idealen L\u00f6sungen aller Probleme in der Regel aber auch dann nicht zu haben sein werden, wenn wir die Restriktionen einer freiheitlichen und rechtstaatlichen Gesellschaft missachten, steht auf einem anderen Blatt \u2013 das man freilich nicht gern liest. Wenn aber die Maschinen-Rationalit\u00e4t bei zunehmender technischer Perfektion Ma\u00dfstab gesellschaftlichen Handelns wird, dann treibt dies immer mehr W\u00e4hler in die Hand von Populisten, ohne dass diese W\u00e4hler irrational sein m\u00fcssen. Im Gegenteil k\u00f6nnte es sein, dass uns die technische Rationalit\u00e4t mit ihren \u00fcberzeugenden Erfolgen in eine fehlerhafte Analogie und damit in die Irre f\u00fchrt.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Jahre 1959 ver\u00f6ffentlichte der amerikanische Politikwissenschaftler Seymour Martin Lipset seine vielbeachtete Modernisierungshypothese. Ihr zufolge ist die \u201eModernisierung\u201c von Wirtschaft und Gesellschaft eine unverzichtbare Grundlage &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=19541\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eDie populistische Kraft der Maschinen-Rationalit\u00e4t\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n<p><!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on wp_trim_excerpt --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on wp_trim_excerpt --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on wp_trim_excerpt --><\/p>\n","protected":false},"author":22,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1227,31,2245],"tags":[192,2246,2105,762,1400],"class_list":["post-19541","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-demokratisches","category-politisches","category-populistisches","tag-demokratie","tag-ingenieure","tag-populismus","tag-rationalitat","tag-waehler"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Die populistische Kraft der Maschinen-Rationalit\u00e4t - Wirtschaftliche Freiheit<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=19541\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Die populistische Kraft der Maschinen-Rationalit\u00e4t - Wirtschaftliche Freiheit\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Im Jahre 1959 ver\u00f6ffentlichte der amerikanische Politikwissenschaftler Seymour Martin Lipset seine vielbeachtete Modernisierungshypothese. Ihr zufolge ist die \u201eModernisierung\u201c von Wirtschaft und Gesellschaft eine unverzichtbare Grundlage &hellip; \u201eDie populistische Kraft der Maschinen-Rationalit\u00e4t\u201c weiterlesen\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=19541\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Wirtschaftliche Freiheit\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2016-07-29T04:48:51+00:00\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"Thomas Apolte\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Verfasst von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"Thomas Apolte\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"11\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"Article\",\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=19541#article\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=19541\"},\"author\":{\"name\":\"Thomas Apolte\",\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#\/schema\/person\/3b36691204a293818fa3afb1ea0ce724\"},\"headline\":\"Die populistische Kraft der Maschinen-Rationalit\u00e4t\",\"datePublished\":\"2016-07-29T04:48:51+00:00\",\"mainEntityOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=19541\"},\"wordCount\":2165,\"commentCount\":2,\"keywords\":[\"Demokratie\",\"Ingenieure\",\"Populismus\",\"Rationalit\u00e4t\",\"W\u00e4hler\"],\"articleSection\":[\"Demokratisches\",\"Politisches\",\"Populistisches\"],\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"CommentAction\",\"name\":\"Comment\",\"target\":[\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=19541#respond\"]}]},{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=19541\",\"url\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=19541\",\"name\":\"Die populistische Kraft der Maschinen-Rationalit\u00e4t - Wirtschaftliche Freiheit\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#website\"},\"datePublished\":\"2016-07-29T04:48:51+00:00\",\"author\":{\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#\/schema\/person\/3b36691204a293818fa3afb1ea0ce724\"},\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=19541#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=19541\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=19541#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Die populistische Kraft der Maschinen-Rationalit\u00e4t\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#website\",\"url\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/\",\"name\":\"Wirtschaftliche Freiheit\",\"description\":\"Das ordnungspolitische Journal\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Person\",\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#\/schema\/person\/3b36691204a293818fa3afb1ea0ce724\",\"name\":\"Thomas Apolte\",\"image\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/thomas_apolte.jpg\",\"url\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/thomas_apolte.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/thomas_apolte.jpg\",\"caption\":\"Thomas Apolte\"},\"description\":\"Westf\u00e4lische Wilhelms-Universit\u00e4t M\u00fcnster\",\"url\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?author=22\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Die populistische Kraft der Maschinen-Rationalit\u00e4t - Wirtschaftliche Freiheit","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=19541","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Die populistische Kraft der Maschinen-Rationalit\u00e4t - Wirtschaftliche Freiheit","og_description":"Im Jahre 1959 ver\u00f6ffentlichte der amerikanische Politikwissenschaftler Seymour Martin Lipset seine vielbeachtete Modernisierungshypothese. Ihr zufolge ist die \u201eModernisierung\u201c von Wirtschaft und Gesellschaft eine unverzichtbare Grundlage &hellip; \u201eDie populistische Kraft der Maschinen-Rationalit\u00e4t\u201c weiterlesen","og_url":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=19541","og_site_name":"Wirtschaftliche Freiheit","article_published_time":"2016-07-29T04:48:51+00:00","author":"Thomas Apolte","twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Verfasst von":"Thomas Apolte","Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"11\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"Article","@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=19541#article","isPartOf":{"@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=19541"},"author":{"name":"Thomas Apolte","@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#\/schema\/person\/3b36691204a293818fa3afb1ea0ce724"},"headline":"Die populistische Kraft der Maschinen-Rationalit\u00e4t","datePublished":"2016-07-29T04:48:51+00:00","mainEntityOfPage":{"@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=19541"},"wordCount":2165,"commentCount":2,"keywords":["Demokratie","Ingenieure","Populismus","Rationalit\u00e4t","W\u00e4hler"],"articleSection":["Demokratisches","Politisches","Populistisches"],"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"CommentAction","name":"Comment","target":["https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=19541#respond"]}]},{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=19541","url":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=19541","name":"Die populistische Kraft der Maschinen-Rationalit\u00e4t - Wirtschaftliche Freiheit","isPartOf":{"@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#website"},"datePublished":"2016-07-29T04:48:51+00:00","author":{"@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#\/schema\/person\/3b36691204a293818fa3afb1ea0ce724"},"breadcrumb":{"@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=19541#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=19541"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=19541#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Die populistische Kraft der Maschinen-Rationalit\u00e4t"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#website","url":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/","name":"Wirtschaftliche Freiheit","description":"Das ordnungspolitische Journal","potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#\/schema\/person\/3b36691204a293818fa3afb1ea0ce724","name":"Thomas Apolte","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/thomas_apolte.jpg","url":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/thomas_apolte.jpg","contentUrl":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/thomas_apolte.jpg","caption":"Thomas Apolte"},"description":"Westf\u00e4lische Wilhelms-Universit\u00e4t M\u00fcnster","url":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?author=22"}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19541","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/22"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=19541"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19541\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":19542,"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19541\/revisions\/19542"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=19541"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=19541"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=19541"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}