{"id":19577,"date":"2016-08-13T06:32:52","date_gmt":"2016-08-13T05:32:52","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=19577"},"modified":"2025-03-30T15:43:26","modified_gmt":"2025-03-30T14:43:26","slug":"populisten-und-globalisierungverlierer-politik-und-mobilitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=19577","title":{"rendered":"Populisten und Globalisierung<br\/><font size=3; color=grey>Strukturelle Verlierer, grottige Politiker und mobile Arbeitnehmer<\/font>"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><em>\u201eWenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windm\u00fchlen.\u201c<\/em> (Chinesisches Sprichwort)<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Globalisierung steht in der Kritik, wieder einmal. Gegner machen sie f\u00fcr fast alle \u00dcbel dieser Welt verantwortlich. Das S\u00fcndenregister sei lang: Wachsende Armut, steigende Arbeitslosigkeit, stagnierender Wohlstand, massive Ungleichheit, plutokratische Demokratien und unf\u00e4hige Politiker. Das alles und noch viel mehr gehe auf das Konto weltweit offener G\u00fcter- und Faktorm\u00e4rkte. Der Traum vom \u201eEnde der Geschichte\u201c (Francis Fukuyama) scheint ausgetr\u00e4umt. Tats\u00e4chlich droht der Globalisierung politisches Ungemach. Vielleicht hatte Mark Twain doch recht als er anmerkte, Geschichte wiederhole sich zwar nicht, aber sie reime sich. Populistische Tendenzen ruinierten schon die 1. Globalisierung im letzten Jahrhundert. Sie legten die Saat f\u00fcr Intervention und Protektionismus. Die beiden Weltkriege zerst\u00f6rten nicht nur offene M\u00e4rkte. Auch heute haben populistische Parteien \u00fcberall wieder Oberwasser. Sie agitieren von links und rechts gegen offene M\u00e4rkte und die Wutb\u00fcrger bekunden Sympathie. Die Doha-Runde tritt seit Jahren auf der Stelle. Der Kampf gegen TTIP ist ein Massenph\u00e4nomen. Die Ur-Angst vor dem Fremden der Fremden gebiert Initiativen gegen Zuwanderung. Droht ein Ende der 2. Globalisierung?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Strukturelle Verlierer<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Eines muss man den Gegnern offener M\u00e4rkte lassen. Sie haben es geschafft, die Globalisierung zum S\u00fcndenbock f\u00fcr Fehlentwicklungen zu stilisieren. Vieles was wirtschaftlich schiefl\u00e4uft, wird offenen M\u00e4rkten angelastet. Das erstaunt. Schlie\u00dflich ist sich die zerstrittene Zunft der \u00d6konomen seit langem \u00fcber eines einig: Weltweit offene M\u00e4rkte stellen alle beteiligten L\u00e4nder besser. Weltweiter Handel und internationale Migration erh\u00f6hen den Wohlstand aller Nationen. Tats\u00e4chlich hat es die Globalisierung geschafft, die externe Konvergenz zu beschleunigen (<a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=15366\">hier<\/a>). Die weltweite Ungleichheit des Wohlstandes ist gesunken. Es gibt aber auch ein Unbehagen an der Globalisierung. Offene M\u00e4rkte produzieren in den L\u00e4ndern nicht nur Gewinner. Der durch die Globalisierung beschleunigte strukturelle Wandel schafft auch Verlierer. Und noch etwas provoziert Kritik. Weltweit offene M\u00e4rkte erh\u00f6hen die Ungleichheit in den L\u00e4ndern. Die Einkommen verteilen sich ungleicher. Externe Konvergenz und interne Divergenz sind zwei Seiten derselben Medaille. Schlie\u00dflich beschneidet die Globalisierung die nationale Souver\u00e4nit\u00e4t. Das gilt nicht nur \u00f6konomisch, es trifft auch f\u00fcr politische Entscheidungen zu. Einige Kritiker vermuten ein \u201erace-to-the-bottom\u201c bei Sozial- und Umweltstandards. Andere spekulieren, dass die Demokratie ausgeh\u00f6hlt wird.<\/p>\n<p>Die Globalisierung ist ein wirksames Medikament gegen wirtschaftliche Stagnation. Sie ist aber nicht frei von Risiken und Nebenwirkungen. Der Prozess der sch\u00f6pferischen Zerst\u00f6rung des strukturellen Wandels erh\u00f6ht die Anforderungen an nationale Arbeitsm\u00e4rkte. Die Ungleichheit der Einkommen erfordert effizientere Instrumente des Nationalstaates, Armut zu verringern und Chancengleichheit zu erh\u00f6hen. Weltweit offenere M\u00e4rkte kleben an die nationalen Sozial- und Umweltstandards sichtbare Preisschilder. Sie zeigen an, h\u00f6here Standards sind nicht umsonst. Die realen \u201eWelten des Kapitalismus\u201c zeigen aber, nationale Souver\u00e4nit\u00e4t ist weiter m\u00f6glich. Diese Risiken und Nebenwirkungen k\u00f6nnen allerdings nicht erkl\u00e4ren, weshalb populistische Umtriebe zugenommen haben. Der Prozess der De-Industrialisierung l\u00e4uft schon lange. Viele L\u00e4nder haben das Schlimmste schon hinter sich. Deutschland ist eine Ausnahme (<a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=8912\">hier<\/a>). Auch die Welle wachsender (Markt-)Ungleichheit hat ihren Scheitelpunkt \u00fcberschritten. In kontinentalen und nordischen L\u00e4ndern hat staatliche Umverteilung der Ungleichheit von Anfang an die Spitze genommen. Schlie\u00dflich zeigen neuere empirische Untersuchungen (<a href=\"http:\/\/voxeu.org\/article\/rise-trade-and-social-protection\">hier<\/a>), dass weltweit offene (G\u00fcter-)M\u00e4rkte bei sozialen Standards ein \u201erace-to-the-top\u201c ausgel\u00f6st haben. Der akut wachsende Populismus kann kaum durch diese Risiken und Nebenwirkungen der Globalisierung erkl\u00e4rt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Grottenschlechte Politik<\/strong><\/p>\n<p>Die W\u00e4hler begehren auf, vor allem in Europa, aber auch in den USA. Es sind nicht mehr nur die unteren Einkommensschichten, die sich politisch von den traditionellen Parteien abwenden. Wutb\u00fcrger suchen in Scharen eine neue politische Heimat. Dazu z\u00e4hlen immer \u00f6fter auch W\u00e4hler aus der Mittelschicht. Tektonische Verwerfungen krempeln die politische Landschaft um. Eine wachsende Zahl von W\u00e4hlern entscheidet sich f\u00fcr Populisten am \u00e4u\u00dferst linken und rechten Rand des Parteienspektrums. Diese Parteien sind mehr als Eintagsfliegen. Trotz ihrer ideologischen Unterschiede eint sie eines: Sie pflegen ihre abgrundtiefe Abneigung gegen offene M\u00e4rkte. Ein Grund f\u00fcr dieses Misstrauen in die M\u00e4rkte ist die wachsende Angst vor der Zukunft. Getrieben wird sie von einem seit l\u00e4ngerem r\u00fcckl\u00e4ufigen wirtschaftlichen Wachstum. Breite Schichten der Bev\u00f6lkerung bangen um die eigene bessere Zukunft und die ihrer Kinder. Ursache ist allerdings nicht die Globalisierung. Der wichtigste Treiber des Wachstums, die Produktivit\u00e4t, lahmt seit l\u00e4ngerem (<a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=18968\">hier<\/a>). Die Rate des technischen Fortschritts schw\u00e4cht sich ab. Das ist die \u201eneue Normalit\u00e4t\u201c. Die Gr\u00fcnde liegen noch weitgehend im Dunkeln. Weltweit offene M\u00e4rkte sind allerdings nicht die B\u00f6sewichte, ganz im Gegenteil. Mehr Wettbewerb macht der Innovation eher Beine.<\/p>\n<p>Eine breite Mehrheit der Bev\u00f6lkerung ist der Meinung, dass es die M\u00e4rkte nicht k\u00f6nnen und die Politik es richten muss. Sie sollte, gest\u00fctzt auf die Expertise von Experten, das wirtschaftliche Wachstum wieder auf Vordermann bringen. Diese Erwartung erhielt mit der Finanz- und Euro-Krise einen schweren D\u00e4mpfer. Die Finanzkrise hat das Vertrauen in Experten des \u00f6konomischen Mainstreams ersch\u00fcttert. Der Chicago-\u00d6konom Luigi Zingales hat es auf den Punkt gebracht (<a href=\"http:\/\/review.chicagobooth.edu\/magazine\/fall-2015\/does-finance-benefit-society\">hier<\/a>). Die Wissenschaft habe in der Vergangenheit viel zu oft die gesamte Finanzbranche verteidigt. \u00dcber die sch\u00e4dlichen Praktiken sei h\u00e4ufig hinweggesehen worden. Die Euro-Krise hat aber auch die Glaubw\u00fcrdigkeit politischer Institutionen besch\u00e4digt. Regeln gelten in der EU nichts. Es gilt das gebrochene Wort. Die Politik hat die vereinbarten Regeln der EWU souver\u00e4n au\u00dfer Kraft gesetzt. Verschuldungsregeln werden missachtet, eine Haftungsgemeinschaft wurde installiert. Eine enthemmte EZB beschreitet den Weg der monet\u00e4ren Staatsfinanzierung. Auch in der Fl\u00fcchtlingskrise waren die vereinbarten Regeln von Dublin und Schengen das Papier nicht wert, auf das sie geschrieben wurden (<a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=18819\">hier<\/a>). Die Politik war nicht in der Lage, tragf\u00e4hige L\u00f6sungen zu finden. Lasten wurden in die T\u00fcrkei \u201eoutgesourced\u201c, Solidarit\u00e4t ist in der EU ein Fremdwort. So zerst\u00f6rt man das Vertrauen in die Politik. Populistische Parteien gewinnen, weil gesellschaftliche Eliten an Vertrauen verloren haben. Mit Globalisierung hat das wenig zu tun.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Internationale Mobilit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>Auch wenn grottenschlechte Politik die populistische Bewegung treibt, sind offene M\u00e4rkte noch nicht aus dem Schneider. Eine zentrale Rolle spielen international mobile Faktoren. Mobiles Kapital und mobile Arbeit haben schon immer Widerstand bei breiten Schichten der Bev\u00f6lkerung ausgel\u00f6st. Die vielen Finanzkrisen wurden zwar meist durch reale Fehlentwicklungen aufs Gleis gesetzt. International mobiles Kapital z\u00fcndete aber oft den Funken, der die Krise gez\u00fcndet hat. Es ist \u00d6konomen nicht unbekannt, dass mobiles Kapital finanzielle Instabilit\u00e4ten verst\u00e4rken kann. Davon zeugt das altbekannte w\u00e4hrungspolitische Trilemma (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Trilemma_des_Wechselkursregimes\">hier<\/a>). Die Finanzkrise hat die Abneigung in der Bev\u00f6lkerung gegen internationale Kapitalstr\u00f6me weiter verst\u00e4rkt. Gegenw\u00e4rtig steht allerdings vor allem die international mobile Arbeit im Zentrum der Kritik populistischer Parteien. Gro\u00dfe Migrationsstr\u00f6me nach Europa haben in den letzten Jahren das Fass zum \u00dcberlaufen gebracht. In vielen Einwanderungsl\u00e4ndern geht die Angst um, dass die massenhafte Zuwanderung den Interessen der Einheimischen schadet. Die Inl\u00e4nder sind nicht nur in Sorge um ihre Arbeitspl\u00e4tze. Sie f\u00fcrchten auch, dass sie finanziell belastet werden, wenn Migranten in ihre demographisch gebeutelten, unterfinanzierten Systeme der Sozialen Sicherung einwandern.<\/p>\n<p>Das \u00f6konomische Urteil \u00fcber Migration ist eindeutig: Es erh\u00f6ht den Wohlstand aller beteiligten L\u00e4nder. Aber wie bei internationalem Handel gibt es auch in diesem Falle in den L\u00e4ndern nicht nur Gewinner. Einige verlieren auch, zumindest in der kurzen Frist. Einwanderer konkurrieren wegen fehlender Sprachkenntnisse und nationaler Qualifikationen eher mit den bereits im Land lebenden Migranten. Lohn- und Besch\u00e4ftigungseffekte fallen f\u00fcr Einheimische marginal aus. Das gilt selbst meist dann, wenn Migranten eine Besch\u00e4ftigung finden (<a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=19443\">hier<\/a>). Es trifft umso mehr zu, wenn ausl\u00e4ndische Arbeitnehmer in den Sozialstaat zuwandern. Der eigentliche Auftrieb f\u00fcr populistische Parteien kommt aber nicht aus diesen \u00f6konomischen Effekten der Zuwanderung. Migration st\u00f6\u00dft in der Bev\u00f6lkerung oft auch deshalb auf Widerstand, weil nicht nur Produktionsfaktoren einwandern, sondern fremde Menschen ins Land kommen. Mit ihnen w\u00e4chst die Vielfalt an Kulturen, Traditionen und Verhalten. Es ist aus der soziologischen Forschung bekannt, dass das gegenseitige Vertrauen (Sozialkapital) in einer Gesellschaft abnimmt, wenn die ethnische und kulturelle Diversit\u00e4t ansteigt und zeitgleich ein Austausch zwischen den einzelnen Gruppen faktisch nicht existiert. Die Einheimischen bef\u00fcrchten den Verlust einer vermeintlichen bzw. gef\u00fchlten nationalen Identit\u00e4t. Das gilt weltweit. Feindseligkeiten gedeihen. Die Zuwanderer werden zu S\u00fcndenb\u00f6cken f\u00fcr alle m\u00f6glichen gesellschaftlichen und politischen Fehlentwicklungen. Der Widerstand gegen Zuwanderung nimmt zu. Die Angst vor dem Verlust der eigenen Identit\u00e4t ist der Humus, auf dem populistische Parteien gedeihen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Soziale Marktwirtschaft<\/strong><\/p>\n<p>Eine Welt abgeschotteter M\u00e4rkte ist unfrei, arm und feindselig. Weltweit offenere M\u00e4rkte sind unerl\u00e4sslich, protektionistische Tendenzen sch\u00e4dlich. Die Politik sollte alles tun, den ins Stocken geratenen Prozess der Globalisierung wieder in Gang zu bringen. Multilaterale L\u00f6sungen sind regionalen und mega-regionalen Vereinbarungen vorzuziehen. Ein Abschluss der Doha-Runde w\u00e4re eindeutig der beste Schritt auf dem Weg zu weltweit offeneren M\u00e4rkten. Mega-Regionals, wie TTP, TTIP oder CETA, sind ein zweischneidiges Schwert. Freihandelsabkommen zwischen reichen L\u00e4ndern oder L\u00e4ndergruppen bringen den Beteiligten zweifellos Vorteile. Sie behindern aber den Abschluss multilateraler Abkommen. Diese sind aber notwendig, damit auch weniger entwickelte L\u00e4nder in den Genuss offener M\u00e4rkte kommen. \u00c4rmere L\u00e4nder st\u00e4rker in die internationale Arbeitsteilung einzubinden, w\u00e4re aber dringend notwendig. Ein h\u00f6herer Wohlstand, mehr Freiheit und nachhaltiger Frieden w\u00fcrde ihnen gut tun. Aber auch die reichen L\u00e4nder w\u00fcrden profitieren. Nicht nur Handelsgewinne w\u00fcrden zu Buche schlagen. Auch die Fluchtursachen k\u00f6nnten verringert werden. Die punktuell massenhafte Einwanderung in reiche L\u00e4nder w\u00fcrde entsch\u00e4rft. Populistischen Parteien w\u00fcrde ein wichtiges Thema entzogen.<\/p>\n<p>Es kann aber nicht nur darum gehen, effiziente Regeln f\u00fcr weltweit offene M\u00e4rkte zu vereinbaren. Man muss sie auch einhalten. Das gilt nicht nur weltweit, es trifft auch f\u00fcr regionale Integrationsr\u00e4ume, wie die EU zu. Nur wenn sich die Politik in der EU wieder regeltreu verh\u00e4lt, l\u00e4sst sich populistischen Parteien das Wasser abgraben. Viel Hoffnung habe ich allerdings bei der miserablen Qualit\u00e4t der europ\u00e4ischen Politik nicht. Und noch etwas ist unerl\u00e4sslich. Den Verlierern im Prozess der Globalisierung muss wirksam geholfen werden. Dabei geht es zun\u00e4chst einmal darum, Menschen in akuten Notlagen materiell zu unterst\u00fctzen. Ein anreizkompatibler Kampf gegen Armut ist unerl\u00e4sslich (<a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=13302\">hier<\/a>). Viel wichtiger ist allerdings, die Menschen in die Lage zu versetzen, sich selbst zu helfen. Das ist am ehesten m\u00f6glich, wenn es gelingt, die soziale Mobilit\u00e4t zu erh\u00f6hen. Verst\u00e4rkte Investitionen in Humankapital sind das &#8222;A und O&#8220;. Dazu ist dreierlei notwendig: Stabile Familien, bessere Schulen und flexiblere Arbeitsm\u00e4rkte (<a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=17994\">hier<\/a>). Es scheint als h\u00e4tten die nordischen L\u00e4nder diese Aufgabe besser gel\u00f6st als andere. Sie kombinieren mehr wirtschaftliche Freiheit (offenere G\u00fcter- und Faktorm\u00e4rkte) mit einem Sozialstaat, der weniger direkt als vielmehr indirekt \u00fcber Investitionen in Humankapital umverteilt. Das ist effizienter und gerechter. Vielleicht ist das die moderne Form der sozialen Marktwirtschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Um weltweit offene M\u00e4rkte ist es nicht gut bestellt. Der Prozess der Globalisierung stockt seit einiger Zeit. Die Feinde offener M\u00e4rkte haben Oberwasser. Risiken werden \u00fcberbetont, Chancen kleingeredet. Populistische Parteien auf der linken und rechten Seite des politischen Spektrums haben m\u00e4chtig Zulauf. Das alles tut weder der \u00d6konomie noch der Demokratie gut. Interventionismus und Protektionismus sind wieder hoff\u00e4hig. Internationaler Handel wird behindert, mobiles Kapital steuerlich diskriminiert, Arbeit an L\u00e4ndergrenzen aufgehalten. Die Politik stellt sich d\u00e4mlich an, vor allem in der EU. Dort gelten Vereinbarungen wenig. Regeln werden ohne viel Federlesens gebrochen. Die eigentlichen Probleme werden nicht gel\u00f6st. Sie werden als \u201eSchwarzer Peter\u201c weiter gegeben und an runden Tischen auf die lange Bank geschoben. Das alles zerst\u00f6rt das Vertrauen in traditionelle Parteien. Noch ist aber die 2. Globalisierung nicht Geschichte. Sie f\u00e4ngt zuhause an. Wettbewerbliche G\u00fcter- und Dienstleistungsm\u00e4rkte, flexiblere Arbeitsm\u00e4rkte und funktionierende Kapitalm\u00e4rkte w\u00e4ren das Gebot der Stunde. Umfassende Strukturreformen und solide Haushalte w\u00e4ren die Mittel. Davon ist allerdings nirgends viel zu sehen, vor allem in Europa nicht. Das sind keine guten Aussichten f\u00fcr Europa und die Globalisierung.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg03.met.vgwort.de\/na\/137853c374ea4987b6efcdae15ec8a5c\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windm\u00fchlen.\u201c (Chinesisches Sprichwort) Die Globalisierung steht in der Kritik, wieder einmal. 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