{"id":19957,"date":"2016-11-01T00:01:16","date_gmt":"2016-10-31T23:01:16","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=19957"},"modified":"2023-01-24T13:55:23","modified_gmt":"2023-01-24T12:55:23","slug":"migration-wohlstand-und-verteilungwie-veraendern-sich-loehne-und-beschaeftigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=19957","title":{"rendered":"Migration, Wohlstand und Verteilung <br\/><font size=3; color=grey>Wie ver\u00e4ndern sich L\u00f6hne und Besch\u00e4ftigung?<\/font>"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><em>&#8222;Immigration produziert stets Gewinner und Verlierer.&#8220;<\/em> (George Borjas)<\/p><\/blockquote>\n<p>Gegenw\u00e4rtig verbreitet die Globalisierung medial wieder Angst und Schrecken. Es sind nicht mehr nur linke und rechte Spinner, die von einem marktfeindlichen Virus befallen sind. Immer \u00f6fter entwickeln sich auch weite Teile der Mittelschicht zu Wutb\u00fcrgern gegen die M\u00e4rkte. Weltweit offene M\u00e4rkte werden zum Feindbild. Eine weitere \u00d6ffnung der M\u00e4rkte st\u00f6\u00dft auf erbitterten Widerstand. Anti-CETA und Anti-TTIP sind die Zeichen an der Wand. Arbeitspl\u00e4tze seien in Gefahr, Einkommen st\u00fcnden auf der Kippe, Sozial- und Umweltstandards w\u00fcrden abgebaut. Kurzum: Die europ\u00e4ische Lesart der westlichen Zivilisation stehe auf dem Spiel. Zu allem \u00dcbel str\u00f6men nun auch noch massenhaft Fl\u00fcchtlinge aus aller Welt nach Europa. Die Angst vor dem Fremden hat europaweit wieder Konjunktur. Sie macht sich an Vermutungen fest, dass die L\u00f6hne sinken w\u00fcrden, die Arbeitslosigkeit steigen und das europ\u00e4ische Sozialstaatsmodell zerst\u00f6rt w\u00fcrde. Diese Entwicklung ist brandgef\u00e4hrlich, ist sie doch der Humus f\u00fcr populistische Parteien von links und rechts. Die n\u00fcchterne Frage ist deshalb: Wie wirkt sich Zuwanderung tats\u00e4chlich auf den inl\u00e4ndischen Wohlstand aus?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Migration ist nicht gleich Migration<\/strong><\/p>\n<p>In der kontroversen Diskussion um Zuwanderung geraten zwei Arten von Immigration oft durcheinander. Seit \u00fcber einem Jahr steht die Immigration aus humanit\u00e4ren Gr\u00fcnden im Mittelpunkt. Eine wachsende Zahl von Menschen f\u00fcrchten um ihr Leib und Leben. Grausame B\u00fcrgerkriege und Verletzungen der Menschenrechte sind die treibenden Kr\u00e4fte hinter dieser Entwicklung. Das gilt nicht nur f\u00fcr L\u00e4nder des Nahen und Mittleren Ostens, es trifft auch f\u00fcr viele L\u00e4nder in Afrika zu. Die internationale Menschenrechtskonvention und nationale Asylgesetze regeln, wie mit diesen Fl\u00fcchtlingen umzugehen ist. Eine Obergrenze kann es f\u00fcr sie nicht geben, auch nicht in der EU. Es sollte allerdings eine Reihenfolge der europ\u00e4ischen Hilfe eingehalten werden: Ursachenbek\u00e4mpfung, Unterst\u00fctzung der Binnenwanderung, Hilfe f\u00fcr die Aufnahme in sicheren (Nachbar-)Drittl\u00e4ndern. Das reicht aber nicht. Die EU muss Asylberechtigte aufnehmen. Dabei kann es allerdings nicht so laufen wie bisher. Einige wenige schultern die Lasten, die meisten dr\u00fccken sich (<a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=19688\">hier<\/a>). Die EU muss einen Weg finden, die Lasten fairer aufteilen. Das Prinzip ist klar: \u201eGeld oder Quote\u201c.<\/p>\n<p>Es gibt aber auch einen Strom von Migranten, die aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden ihre L\u00e4nder verlassen. Die einen treibt die schiere wirtschaftliche Not. Anhaltend hohe Arbeitslosigkeit und grassierende Armut geben ihnen wenig Hoffnung. Andere emigrieren, weil sie auf ein besseres Leben hoffen. Sie wollen ihren Lebensstandard und den ihrer Familien verbessern. Weltweit offenere M\u00e4rkte haben zwar den Prozess der wirtschaftlichen Konvergenz beschleunigt. Die \u00f6konomischen Unterschiede sind trotz Globalisierung aber weiter betr\u00e4chtlich. Empirische Untersuchungen zeigen, weltweit offene Arbeitsm\u00e4rkte sind die wichtigsten Treiber des Wohlstandes (<a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=19443\">hier<\/a>). Weit abgeschlagen folgen offene G\u00fcter- und als Schlusslicht offene Kapitalm\u00e4rkte. Trotz des hohen Gewinnes an Wohlstand ist die Immigration weltweit umstritten. Die einen pl\u00e4dieren f\u00fcr weltweit offene Grenzen. Nur so k\u00f6nne es gelingen, den Wohlstand weltweit signifikant zu steigern. Die anderen setzen auf kontrollierte Zuwanderung. Sie sehen die L\u00e4nder als Clubs. Nur die Immigranten sollen aufgenommen werden, die sich mit den Regeln der Clubs identifizieren. Die Entscheidung \u00fcber den Weg liegt bei den L\u00e4ndern.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Das Ideal: Niemand verliert<\/strong><\/p>\n<p>Die \u00f6konomische Theorie ist eindeutig: Zuwanderung von Arbeit erh\u00f6ht den Wohlstand im Gastland. Der Grund liegt auf der Hand. Mit der Immigration erh\u00f6ht sich das Arbeitsangebot im Inland. Bei unver\u00e4ndertem Bestand anderer Faktoren (Kapital, Immobilien, Infrastruktur etc.) k\u00f6nnen mehr G\u00fcter und Dienste produziert werden. Der Wohlstand erh\u00f6ht sich (Fl\u00e4che <em>ABA<sub>1<\/sub>A<sub>o<\/sub><\/em>). Allerdings gibt es Gewinner und Verlierer. Mit dem h\u00f6heren Angebot an Arbeit kommt es zu einem Druck auf die L\u00f6hne nach unten. Inl\u00e4ndische Arbeit verliert durch die Zuwanderung. Auf der Seite der Gewinner stehen alle inl\u00e4ndischen, kurzfristig fixen Faktoren, vor allem Realkapital und Immobilien (Fl\u00e4che <em>(l\/p)<sub>o<\/sub>AB(l\/p)<sub>1<\/sub><\/em>). Es wird von inl\u00e4ndischer Arbeit zu diesen Faktoren umverteilt. Die Rendite des Kapitals steigt, die Preise f\u00fcr Immobilien erh\u00f6hen sich. Allerdings kann es zu \u201e\u00dcberf\u00fcllungs-Effekten\u201c (Infrastruktur, Umwelt) kommen. Die Hauptgewinner sind allerdings die zugewanderten ausl\u00e4ndischen Arbeitnehmer (Fl\u00e4che <em>CBA<sub>1<\/sub>A<sub>o<\/sub><\/em>). Summa summarum erh\u00f6ht sich der Wohlstand f\u00fcr Inl\u00e4nder um die \u201eZuwanderungs-Rente\u201c (Fl\u00e4che <em>ABC<\/em>).<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/migration1.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/migration1.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\"><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Das ist aber noch nicht das Ende der Geschichte. Die wirtschaftlichen Akteure im Einwanderungsland reagieren auf die Zuwanderung von Arbeit. Mit der Immigration wird Arbeit relativ zu den anderen Faktoren (Kapital, Immobilien etc.) reichlicher. Es kommt zu einer Umverteilung zugunsten dieser Faktoren und zu Lasten der Arbeit. Die Anreize steigen, in Realkapital und Immobilien zu investieren. Jeder Arbeitsplatz wird mit mehr von ihnen ausgestattet. Arbeit wird produktiver. Die Arbeitsnachfragekurve verschiebt sich nach rechts. Bei einer Produktionsfunktion mit konstanten Skalenertr\u00e4gen kommt dieser Prozess l\u00e4ngerfristig erst zum Stillstand, wenn wieder die alten Preisrelationen erreicht sind. Das ist in Punkt D der Fall. Dort wird der \u201ealte\u201c Reallohn erreicht. Inl\u00e4ndische Arbeit hat ihre alte Einkommensposition erreicht. Die Zuwanderung produziert keine Verlierer, zumindest nicht langfristig. Hauptgewinner sind die Zuwanderer (Fl\u00e4che <em>A<sub>o<\/sub>A<sub>1<\/sub>DA<\/em>). Gewinner sind auch alle anderen inl\u00e4ndischen Faktoren. Ihr Gewinn entspricht der Fl\u00e4che oberhalb des Reallohnes<em> (l\/p)<sub>o<\/sub><\/em> zwischen alter und neuer Arbeitsnachfragekurve.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Die Realit\u00e4t: Einfache Arbeit verliert<\/strong><\/p>\n<p>Die reale Welt ist komplexer. Einwandernde Arbeit ist heterogen. Die Qualifikation der Zuwanderer reicht von sehr einfach bis hoch qualifiziert. Eines gilt aber immer: Egal wer in Arbeit zuwandert, das inl\u00e4ndische Sozialprodukt steigt. Der Widerstand ist gro\u00df, wenn gering qualifizierte Arbeit einwandert. Mit dem gr\u00f6\u00dferen Angebot an Arbeit geraten die L\u00f6hne f\u00fcr einfache Arbeit unter Druck. Das Einkommen inl\u00e4ndischer Geringqualifizierter sinkt, zumindest in der kurzen Frist. Dieses Ergebnis wird auch langfristig nicht voll kompensiert. Mit der Zuwanderung wird zwar von einfacher Arbeit zu Kapital und besser qualifizierter Arbeit umverteilt. Das erh\u00f6ht auch die Anreize, mit inl\u00e4ndischem oder ausl\u00e4ndischem Kapital verst\u00e4rkt in Realkapital und Humankapital zu investieren. Das hilft der Produktivit\u00e4t einfacher Arbeit allerdings nur bedingt. Qualifiziertere Arbeit und Realkapital substituieren oft einfache Arbeit. Das schw\u00e4cht den positiven Effekt und nagt an der Nachfrage nach gering qualifizierter Arbeit. Die Kurve der Nachfrage nach einfacher Arbeit verschiebt sich zwar nach rechts. Allerdings ist der Effekt eher bescheiden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/migration2.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/migration2.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\"><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Ganz so schlecht, wie es auf den ersten Blick aussieht, ist die Lage f\u00fcr einfache Arbeit allerdings nicht. Sie reagiert auf die Zuwanderung (<a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=19443\">hier<\/a>). Damit hat sie Erfolg, wenn die Immigranten m\u00f6glichst wenig in Konkurrenz zu den Einheimischen treten. Eine erste Strategie besteht darin, auf besser bezahlte Jobs auszuweichen. Oft erledigen Zuwanderer die Arbeiten, die Einheimische nicht machen wollen. Dabei nutzen sie den komparativen Vorteil der eigenen Sprache. In einer zweiten Reaktion investieren einheimische Geringqualifizierte erst unter dem Druck der Zuwanderer verst\u00e4rkt in Humankapital. Das mildert den Druck auf ihre L\u00f6hne. Beide Strategien haben allerdings nicht immer Erfolg. Zuwanderer werden nicht immer Komplemente f\u00fcr Einheimische. Aber auch dann kommt \u201eeingeborene\u201c einfache Arbeit oft mit einem blauen Auge davon. Die \u201eneue\u201c Generation von Zuwanderern verdr\u00e4ngt die \u201ealte\u201c Generation von Immigranten. Alles in allem verschiebt sich die Arbeitsnachfragekurve langfristig nach rechts. Allerdings wird meist nicht mehr der alte Reallohn vor der Zuwanderung erreicht. Einfache Arbeit verliert.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Der Weg: Die Mischung macht&#8217;s<\/strong><\/p>\n<p>Der Widerstand gegen die Zuwanderung qualifizierter Arbeit ist \u00fcberall wesentlich weniger ausgepr\u00e4gt. Mit (hoch) qualifizierter Arbeit kommt ein wichtiger Treiber f\u00fcr wirtschaftliches Wachstum ins Land. Die \u201eFacharbeiter-L\u00fccke\u201c kann verringert, das Innovationspotential vergr\u00f6\u00dfert werden. Der Wohlstand steigt. Kurzfristig \u00fcbt der Zustrom von Humankapital einen Druck auf die L\u00f6hne qualifizierter Arbeit im Inland aus. Es wird von einheimischer qualifizierter Arbeit zu Realkapital umverteilt. Damit steigen l\u00e4ngerfristig die Anreize, verst\u00e4rkt in Kapital zu investieren. In der Realit\u00e4t besteht ein ausgepr\u00e4gter komplement\u00e4rer Zusammenhang zwischen Kapital und F\u00e4higkeiten. Die Arbeitsnachfragekurve f\u00fcr qualifizierte Arbeit verschiebt sich nach rechts. Der kurzfristige R\u00fcckgang der L\u00f6hne einheimischer Hochqualifizierter wird wieder wettgemacht. Ob er vollst\u00e4ndig kompensiert (Pkt. D) oder sogar \u00fcberkompensiert (Pkt. E) wird, h\u00e4ngt davon ab, wie ausgepr\u00e4gt die Kapital-F\u00e4higkeiten-Komplementarit\u00e4t ausf\u00e4llt. Es spricht empirisch vieles daf\u00fcr, dass die einheimische qualifizierte Arbeit durch Zuwanderung zumindest nicht verliert.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/migration3.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/migration3.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\"><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Eine Vielzahl empirischer Untersuchungen zeigt zweierlei: Der Einfluss der Zuwanderung auf L\u00f6hne und Besch\u00e4ftigung aller Einheimischen ist meist eher gering. Ein kurzfristig eher negativer Effekt auf die L\u00f6hne wird l\u00e4ngerfristig (10 Jahre) durch Anpassungen im Einwanderungsland wieder ausgeglichen. Einzelne Gruppen von Arbeitnehmern werden allerdings unterschiedlich getroffen. Einfache Arbeit z\u00e4hlt eher zu den Verlierern, wenn weniger Qualifizierte, qualifizierte Arbeit gewinnt meist, wenn Qualifizierte zuwandern. Das gilt f\u00fcr L\u00f6hne und Besch\u00e4ftigung (<a href=\"https:\/\/www.nap.edu\/catalog\/23550\/the-economic-and-fiscal-consequences-of-immigration\">hier<\/a>). Die neuralgischen Aspekte liegen auf drei Ebenen: Politische Ma\u00dfnahmen zum Schutz einfacher Arbeit vor Zuwanderung versch\u00e4rfen deren Probleme. Vielf\u00e4ltige Regulierungen auf G\u00fcter- und Kapitalm\u00e4rkten hemmen die Anpassung \u00fcber Investitionen in Real- und Humankapital an die Zuwanderung. Schlie\u00dflich verst\u00e4rken geringere Barrieren bei der Einwanderung hochqualifizierter Arbeit die positiven Komplementarit\u00e4ten zwischen qualifizierter und einfacher Arbeit. Wichtig ist bei der Zuwanderung somit auch der Mix von qualifizierter und einfacher Arbeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Gut gemeint ist nicht gut<\/strong><\/p>\n<p>Die massenhaften Fl\u00fcchtlingsstr\u00f6me produzieren Widerst\u00e4nde in reichen L\u00e4ndern. Vor allem einfache Arbeit bangt um ihre Einkommen, weil die L\u00f6hne sinken oder sie ihre Arbeitspl\u00e4tze verliert. Die Politik versucht diesen Gruppen, mit denen es die Globalisierung grunds\u00e4tzlich nicht gerade gut meint, Schutz zu bieten. Damit will sie auch verhindern, dass populistische Parteien versuchen, Honig zu saugen. Ein in breiten Schichten der Bev\u00f6lkerung popul\u00e4res Mittel sind gesetzliche Mindestl\u00f6hne, ein anderes versch\u00e4rfte Regeln des K\u00fcndigungsschutzes. Beide wirken kontraproduktiv. Mit der Einf\u00fchrung von Mindestl\u00f6hnen verzichtet ein Land auf steigenden Wohlstand durch Zuwanderung. Wandert einfache Arbeit zu, bleibt f\u00fcr die Einheimischen zun\u00e4chst alles beim Alten (Pkt. A). Die L\u00f6hne \u00e4ndern sich nicht, die Besch\u00e4ftigung bleibt unver\u00e4ndert, eine Umverteilung zu ihren Lasten und zugunsten kurzfristig fixer Faktoren (Kapital, Immobilien etc.) findet nicht statt. Ein Land lebt unter seinen M\u00f6glichkeiten, wenn es bei Immigration auf den regulatorischen Weg setzt. Die Wohlfahrtsgewinne bleiben trotz Zuwanderung aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/migration4.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/migration4.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\"><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Ein Zuwanderungsland, das sich auf diesen interventionistischen Irrweg begibt, zahlt einen hohen Preis. Mit gesetzlichen Mindestl\u00f6hnen verwehrt es vor allem gering qualifizierten Einwanderern eine regul\u00e4re Besch\u00e4ftigung und die Aussicht auf Qualifizierung. Eine hohe Arbeitslosigkeit (<em>A<sub>o<\/sub>A<sub>1<\/sub><\/em>) unter Immigranten ist die zwangsl\u00e4ufige Folge. Sie schaffen keinen Wohlstand, sondern wandern schnurstracks in den Sozialstaat. Damit stellen sich zwar die Zuwanderer materiell besser als in ihren Heimatl\u00e4ndern. Die Lasten m\u00fcssen allerdings von Einheimischen getragen werden. F\u00fcr sie entsteht ein Wohlstandsverlust durch Zuwanderung. Es wird von Einheimischen an Zuwanderer umverteilt. Sind die Zuwanderer erst einmal Leistungsempf\u00e4nger des Sozialstaates, ist ihr arbeitsmarktpolitisches Schicksal meist besiegelt. Sie geraten in die Falle des sozialen Mindestlohnes (Sozialhilfe, Arbeitslosengeld II). Aus ihr gibt es meist kein Entkommen (<a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=18791\">hier<\/a>). Sie sind f\u00fcr den Arbeitsmarkt verloren. Ohne wirksame Integration in den Arbeitsm\u00e4rkt w\u00e4chst aber die Gefahr von Sozialstaatsdynastien und Parallelgesellschaften. Mit den Lasten der Zuwanderung kann sich die Arbeitsnachfragekurve nach links verschieben. Das h\u00e4ngt davon ab, wie die Lasten finanziert werden. Dann k\u00f6nnen auch Einheimische arbeitslos werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Weltweite Migration ist eine starke Wohlstandsmaschine. Sie funktioniert aber nur, wenn die Wanderung den nationalen Unterschieden im Wohlstand folgt. Dann profitieren Zu- und Abwanderungsl\u00e4nder. Der Motor ist ein selektiver Prozess der \u201esch\u00f6pferischen Zerst\u00f6rung\u201c. Alte Strukturen werden geschliffen, neue entstehen, oft allerdings zeitlich verz\u00f6gert. Mit der Zuwanderung steigt der inl\u00e4ndische Wohlstand. Allerdings gibt es Gewinner und Verlierer, zumindest kurzfristig. Vor allem einfache Arbeit steht erst einmal auf der Verliererseite. Allerdings passen sich die L\u00e4nder an die neuen wirtschaftlichen Gegebenheiten an, die durch Migration entstehen. Vor allem Investitionen in Real- und Humankapital treiben diesen Prozess. Aber auch nach einer Dekade sind die kurzfristigen Verluste meist noch nicht vollst\u00e4ndig ausgeglichen. Das liegt auch daran, dass G\u00fcter- und Faktorm\u00e4rkte oft nicht gut funktionieren. Staatliche Eingriffe behindern. Ernsthafte Probleme entstehen, wenn die Zuwanderung in die sozialstaatliche Hilfe erfolgt. Wettbewerbliche Arbeitsm\u00e4rkte und anreizkompatible Sozialstaaten sind unverzichtbar, damit dies nicht passiert und die Zuwanderung in mehr \u201eWohlstand f\u00fcr Alle\u201c transformiert wird.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg03.met.vgwort.de\/na\/5f703a244d3a4dc9871859975d4de58d\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\"><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Immigration produziert stets Gewinner und Verlierer.&#8220; (George Borjas) Gegenw\u00e4rtig verbreitet die Globalisierung medial wieder Angst und Schrecken. 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