{"id":20032,"date":"2016-11-08T05:08:30","date_gmt":"2016-11-08T04:08:30","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=20032"},"modified":"2019-05-04T17:56:10","modified_gmt":"2019-05-04T16:56:10","slug":"die-marktwirtschaftinkonsistentes-modell-oder-wichtigste-quelle-des-wohlstands","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=20032","title":{"rendered":"Die Marktwirtschaft<br\/><font size=3; color=grey>Inkonsistentes Modell oder wichtigste Quelle des Wohlstands?<\/font>"},"content":{"rendered":"<p>Marktwirtschaftliche Prozesse stehen seit der Finanz- und Wirtschaftskrise unter einem Dauerbeschuss von rechter und linker Seite. Das Vertrauen in den Selbstorganisationsmechanismus \u201eMarkt\u201c wird damit mehr und mehr ausgeh\u00f6hlt. Untergangsszenarien gewinnen an Popularit\u00e4t und verleihen dem Staat die Legitimation zu beinahe beliebigen Eingriffen in den Prozess des Wirtschaftens. Dabei wird zumeist \u00fcbersehen, auf welch d\u00fcnnem Eis die Marktkritik steht und wie widerspr\u00fcchlich die vorgebrachten Argumente zum Teil zueinander stehen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Einige Beispiele: Larry Summers (2015) propagiert die These der s\u00e4kularen Stagnation, der zufolge Sparen und Investieren nur bei einem negativen Zinssatz (\u201er&lt;0 \u201c) zum Ausgleich gebracht werden k\u00f6nnen. Da der Zins jedoch eine Untergrenze von null aufweist, \u00fcbertrifft das Sparen die Investitionen und die Wirtschaft muss stagnieren. Was wird ben\u00f6tigt? Eine Erh\u00f6hung der Staatsausgaben. W\u00e4hrend Summers einen negativen Zins als Ausgang f\u00fcr seinen Ansatz w\u00e4hlt, basiert die popul\u00e4re These Pikettys auf der gegens\u00e4tzlichen Annahme eines zu hohen positiven Zinssatzes. Wenn dieser gr\u00f6\u00dfer als das Wirtschaftswachstum ausf\u00e4llt (\u201er&gt;g&gt;0 \u201c), wovon Piketty (2014) ausgeht, wachsen die Einkommen aus Kapitalverm\u00f6gen stets st\u00e4rker als der Rest der Wirtschaft. Es folgt das verteilungspolitische Desaster, in dem nur wenige Reiche den L\u00f6wenanteil der Einkommen an sich rei\u00dfen. Folglich sei es notwendig, h\u00f6here Steuern zu erheben, um eine wesentlich aktivere Umverteilungspolitik betreiben zu k\u00f6nnen. Dass Preise Lenkungsfunktionen aufweisen, die f\u00fcr die Anpassungsflexibilit\u00e4t der Volkswirtschaft unerl\u00e4sslich sind, aber durch Steuern verzerrt werden, wird von Piketty nicht weiter betrachtet.<\/p>\n<p>TTIP und CETA sind Beispiele daf\u00fcr, dass Marktkritiker freie Marktprozesse, hier: den freieren Au\u00dfenhandel, als reines Bereicherungsinstrument f\u00fcr Gro\u00dfkonzerne betrachten. Dass die \u00d6ffnung der M\u00e4rkte f\u00fcr ausl\u00e4ndische Anbieter die Wettbewerbsintensit\u00e4t auf den G\u00fcterm\u00e4rkten erh\u00f6ht, wird dabei \u00fcbersehen. Die wichtigsten Zentralbanken der Welt betreiben seit l\u00e4ngerem eine extreme Niedrigzinspolitik. Basierend auf neukeynesianischen Modellen gehen sie davon aus, dass dies notwendig sei, um einen Nachfrageeinbruch zu verhindern. Interessant hieran ist, dass die neukeynesiansichen Modelle KURZFRISTIGE Konjunkturschwankungen zum Gegenstand haben, die Niedrigzinspolitik aber schon seit sieben Jahren betrieben wird. Das ist ein Zeitraum, der in \u00f6konomischen Modellen keineswegs mehr als kurzfristig angesehen werden kann. Die Hauptwirkung einer solchen langfristigen Strategie d\u00fcrfte darin bestehen, den Staaten den Schuldendienst zu erleichtern, sodass sie sich nicht hinreichend an die gegebenen Knappheiten anpassen m\u00fcssen. Gleicherma\u00dfen werden Unternehmen am Leben erhalten, die bei normalem Zinsniveau nicht \u00fcberleben k\u00f6nnten. Damit wird die Wirtschaftsstruktur zementiert und die wichtigste Eigenschaft des marktwirtschaftlichen Systems, die permanente Anpassung an eine sich st\u00e4ndig \u00e4ndernde Umwelt, stark beeintr\u00e4chtigt. Die Folge ist Stagnation, wie das Beispiel Japans zeigt.<\/p>\n<p>Auch die Stimmen, die f\u00fcr das Euroland \u201ewachstumsf\u00f6rdernde Ma\u00dfnahmen\u201c zur Bew\u00e4ltigung der Schuldenkrise fordern \u2013 gemeint ist eine expansive Fiskalpolitik mit h\u00f6herer staatlicher Neuverschuldung \u2013 werden immer lauter. Sie werden sich vermutlich auch in absehbarer Zeit durchsetzen. Dass eine expansive Fiskalpolitik in den g\u00e4ngigen Modellen allenfalls zu einer kurzfristigen Belebung der Konjunktur f\u00fchrt, wird dabei ausgeblendet. Dass damit die Schuldenkrise \u00fcberwunden werden k\u00f6nnte, wie suggeriert wird, ist sehr unwahrscheinlich.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich hat sich Deutschland mit gro\u00dfer Begeisterung in das Mindestlohnexperiment geworfen. Auch hier wird die Lenkungsfunktion der Preise ausgehebelt, das Grundprinzip marktwirtschaftlicher Prozesse wird ausgeh\u00f6hlt. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis dies zu einer Schlie\u00dfung des Arbeitsmarktes f\u00fcr gering qualifizierte Arbeitnehmer f\u00fchren wird. Wollte man hingegen tats\u00e4chlich Armutsbek\u00e4mpfung \u2013 etwa bei alleinerziehenden M\u00fcttern und V\u00e4tern \u2013 betreiben, h\u00e4tte man auf weit bessere, zielgenauere\u00c2\u00a0 Instrumente zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen. Als Beispiel seien hier Kombil\u00f6hne oder die negative Einkommensteuer angef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Aus all dem wird deutlich, dass das Vertrauen der Eliten in Medien und Politik und damit auch das Vertrauen der B\u00fcrger in Marktprozesse weitgehend erodiert ist. Deshalb sollen im Folgenden einige Anhaltspunkte daf\u00fcr in Erinnerung gerufen werden, dass offene, freie Marktprozesse die Quelle unseres Wohlstands bilden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Institutionen und Wohlstand<\/strong><\/p>\n<p>Die Institutionen\u00f6konomik vertritt den Standpunkt, dass es insbesondere die formalen und informellen Regeln der Gesellschaft \u2013 also ihre Institutionen \u2013 sind, die zu Wachstum und Wohlstand f\u00fchren. Geoffrey Hodgson (2015) widmet sich der Frage, welche Kombination von Institutionen die historisch einmalige Bl\u00fcte der westlichen Welt ausgel\u00f6st hat. Sein zentrales Ergebnis lautet: Es sind (a) Rechtssysteme, die individuelle Eigentumsrechte und Freiheiten sch\u00fctzen, (b) der weitverbreitete Austausch von Waren \u00fcber M\u00e4rkte unter Verwendung von Geld als Zahlungsmittel, (c) Privateigentum an den Produktionsmitteln durch Unternehmen, die zum Zweck der Gewinnerzielung ihren Output verkaufen, (d) die Trennung des Produktionsstandorts vom privaten Wohnsitz, (e) weitverbreitete Lohnarbeit und Besch\u00e4ftigungsvertr\u00e4ge sowie (f) ein entwickeltes Finanzsystem mit Banken, die Kredite vergeben, Eigentum als Schuldenabsicherung verwenden und Kredite weiterverkaufen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Im Folgenden sollen f\u00fcr diese Sicht einige empirische Anhaltspunkte geliefert werden. Dazu verwende ich Daten des kanadischen Fraser-Instituts (Gwartney et al. 2015; <a href=\"http:\/\/www.freetheworld.com\/datasets_efw.html\">hier<\/a>; <a href=\"http:\/\/www.efwdata.com\/\">hier<\/a>), die aus verschiedenen Quellen (z.B. Weltbank, IMF, UNO, World Economic Forum) zusammengestellt wurden. Die Besonderheit des Datensatzes besteht darin, dass er versucht, Indices f\u00fcr Institutionen zu entwickeln. Die Indices sind grunds\u00e4tzlich so definiert, dass h\u00f6here Indexwerte ein gr\u00f6\u00dferes Ma\u00df an pers\u00f6nlicher oder wirtschaftlicher Freiheit bzw. ein geringeres Ma\u00df an staatlicher Einflussnahme kennzeichnen. Hier ein Beispiel f\u00fcr den Subindex \u201eSchutz der Eigentumsrechte\u201c: Dieser wurde dem <em>Global Competitive Report<\/em> des World Economic Forum entnommen und wird aus den Antworten aus einer Umfrage gewonnen. Die konkrete Frage lautet in diesem Fall: \u201eEigentumsrechte, inklusive solche \u00fcber finanzielle Verm\u00f6gensobjekte, sind schlecht definiert und nicht durch das Gesetz gesch\u00fctzt (= 1) oder sie sind klar definiert und gut gesch\u00fctzt (= 7).\u201c Die Befragten k\u00f6nnen also einen Wert auf einer Skala von eins bis sieben angeben. Die Antworten wurden f\u00fcr den Index des Fraser-Instituts auf eine Skala von 0 bis 10 reskaliert, und zwar \u00fcber die Formel [latex] Index_{neu} = \\frac{Index_{alt} &#8211; 1}{6}\\cdot 10 [\/latex] .<\/p>\n<p>Als Ma\u00dfstab f\u00fcr den Wohlstand wird das reale Pro-Kopf-Einkommmen (in Preisen von 2011 und Kaufkraftparit\u00e4ten) der verschiedenen L\u00e4nder und Jahre verwendet.<\/p>\n<p>Beginnen wir mit dem Gesamtindex f\u00fcr wirtschaftliche Freiheit, der aus einer Reihe von Subindices berechnet wird. Die Subindices \u201eGr\u00f6\u00dfe des Staatssktors\u201c, \u201eRechtssystem und Eigetumsrechte\u201c, \u201eStabiles Geldsystem\u201c (\u201eSound Money\u201c), \u201eFreiheit zum Au\u00dfenhandel\u201c und \u201eRegulierung\u201c werden wiederum aus Unterindices gewonnen, die zu jedem Bereich vier bis 15 verschiedene Aspekte zu erfassen versuchen.<\/p>\n<p>Da im Folgenden davon ausgegangen wird, dass Institutionen vorrangig langfristig wirken, ist es nur bedingt sinnvoll, den aktuellen Freiheitsindex mit dem aktuellen Pro-Kopf-Einkommen zu vergleichen. Um die langfristige Wirkung zu erhalten, nehme ich f\u00fcr die institutionellen Indexvariablen jeweils den Mittelwert des Indexes f\u00fcr alle verf\u00fcgbaren Jahre seit 1990. Auf diese Weise erhalten diese Jahre ein gewisses Gewicht und es kann ber\u00fccksichtigt werden, wie lange ein Land schon \u00fcber ein bestimmtes Niveau an Institutionenqualit\u00e4t verf\u00fcgt.<\/p>\n<p>Abbildung 1 zeigt den graphischen Zusammenhang zwischen diesem langfristigen Gesamtindex der wirtschaftlichen Freiheit und dem Pro-Kopf-Einkommen in den unterschiedlichen erfassten L\u00e4ndern. Die roten Dreiecke stellen dabei die \u00d6ll\u00e4nder dar, deren Ressourcenreichtum sie zu einem Sonderfall macht, weshalb ich sie hier und im Folgenden entweder kennzeichne oder aus der Darstellung ausschlie\u00dfe. Die blauen Punkte stellen Nicht-\u00d6ll\u00e4nder dar. Die Abbildung legt nahe, dass ein sehr geringer Index von weniger als 6 im Allgemeinen zu bitterer Armut f\u00fchrt, anschlie\u00dfend ein Ansteigen des Freiheitsindexes aber eine sp\u00fcrbare Erh\u00f6hung des Einkommens bewirkt. Wirtschaftliche Freiheit, d.h. das Wagnis, die Wirtschaft durch einen Prozess der spontanen Ordnung mit Hilfe von offenen M\u00e4rkten zu ordnen, erzeugt Wohlstand.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/freiheitsindex1.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/freiheitsindex1.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Um dieses Ergebnis weiter zu verdeutlichen, werden im Folgenden diverse institutionelle Indices der reichsten L\u00e4nder (ohne \u00d6ll\u00e4nder) mit denen der \u00e4rmsten Nationen (Kriterium: Pro-Kopf-Einkommen im Jahr 2013) verglichen. Abbildung 2 zeigt erneut den Gesamtindex der wirtschaftlichen Freiheit (\u201eFreiheit (langfr.)\u201c) sowie die Subindices f\u00fcr die Sicherheit der Eigentumsrechte und die Freiheit des Au\u00dfenhandels. Dar\u00fcber hinaus finden sich drei horizontale Linien, die die Mittelwerte dieser Indices \u00fcber alle L\u00e4nder des gesamten Datensatzes darstellen. Wie man leicht erkennt, weisen alle reichen L\u00e4nder f\u00fcr alle Indices einen h\u00f6heren Wert auf als im globalen Durchschnitt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/freiheitsindex2.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/freiheitsindex2.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/freiheitsindex3.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/freiheitsindex3.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Abbildung 3 zeigt die gleichen Indices f\u00fcr die \u00e4rmsten erfassten L\u00e4nder. Mit der Ausnahme von Gambia f\u00e4llt der Gesamtindex f\u00fcr alle armen L\u00e4nder geringer aus als im globalen Durchschnitt. Gleiches gilt f\u00fcr die Au\u00dfenhandelsfreiheit. Bez\u00fcglich der sicheren Eigentumsrechte stellt Ruanda eine zweite Ausnahme dar. Dennoch wird deutlich: es kann ein erheblicher Unterschied der institutionellen Grundlagen zwischen armen und reichen Nationen konstatiert werden. Wieder gilt: Wirtschaftliche Freiheit steht im Einklang mit gesellschaftlichem Wohlstand.<\/p>\n<p>Abbildung 4 stellt drei weitere Indices f\u00fcr wirtschaftliche Freiheit dar: Regulierung, stabiles Geldsystem und die Gr\u00f6\u00dfe des Staatssektors. Es sei daran erinnert, dass h\u00f6here Indexwerte hier jeweils mit gr\u00f6\u00dferer Freiheit verbunden sind. Mit anderen Worten: Liegt weniger Regulierung oder ein kleinerer Staatssektor vor, dann steigt der Index.<\/p>\n<p>Offensichtlich weisen alle reichen Nationen ein \u00fcberdurchschnittlich stabiles Geldsystem und eine \u00fcberdurchschnittliche \u201eFreiheit von Regulierung\u201c (also geringere Regulierung) auf. Dies steht erneut im Einklang mit der Ausgangsthese, dass wirtschaftliche Freiheit, d.h. das Vertrauen auf Marktprozesse zu Wohlstand f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Dies gilt offenbar nicht so ganz f\u00fcr die Gr\u00f6\u00dfe des Staatssektors. Die meisten der reichen L\u00e4nder haben geringe Indexwerte f\u00fcr den Staatssektor, d.h. der Staatssektor nimmt einen relativ gro\u00dfen Teil der Wirtschaft ein. Eine geringe Staatsgr\u00f6\u00dfe an sich wirkt nicht wohlstandsf\u00f6rdernd. Vergleicht man den Staatssektorindex f\u00fcr die reichen Nationen mit dem f\u00fcr die armen L\u00e4nder (Abbildung 5), so stellt man \u00fcberrascht fest, dass auch Letztere einen \u00fcberdurchschnittlichen gro\u00dfen Staatssektor aufweisen. Dies legt nahe, dass die Qualit\u00e4t des Staatssektors weniger von seiner Gr\u00f6\u00dfe als von anderen, hier nicht erfassten Kriterien abh\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Die \u00e4rmsten Nationen (Abbildung 5) weisen unterdurchschnittliche Indexwerte f\u00fcr ein stabiles Geldsystem (zwei Ausnahmen) und Regulierung (vier Ausnahmen) auf. Im Gro\u00dfen und Ganzen best\u00e4tigt dies erneut die zentrale These dieses Beitrags.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/freiheitsindex4.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/freiheitsindex4.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/freiheitsindex5.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/freiheitsindex5.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Eine weitere interessante Frage ist, inwieweit die Freiheit der Marktprozesse nicht nur das Niveau, sondern auch das Wachstum der Volkswirtschaften beeinflusst. Zu diesem Zweck wurden die absolute Ver\u00e4nderung des Gesamtindexes f\u00fcr die wirtschaftliche Freiheit zwischen 1990 und 2013 (\u00ce\u201c F) und das Wachstum \u00fcber denselben Zeitraum (W(PK-Y)) erfasst. Au\u00dferdem wurden die Nationen in zwei H\u00e4lften eingeteilt: die obere H\u00e4lfte der im Jahr 1990 reicheren L\u00e4nder (Top50<sub>1990<\/sub>)und die verbleibende H\u00e4lfte der Nationen, die mit einem geringeren Pro-Kopf-Einkommen begonnen haben (Low50<sub>1990<\/sub>).<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/institutionen.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/institutionen.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Tabelle 1 zeigt das Wachstum der verschiedenen Gruppen von Nationen. Dabei wird deutlich, dass diejenigen L\u00e4nder, die ihren Freiheitsindex st\u00e4rker erh\u00f6ht haben (\u00ce\u201c hoch) als die anderen, st\u00e4rker wachsen. Dieser Unterschied f\u00e4llt bei den im Jahr 1990 reicheren L\u00e4ndern geringer aus. Dies kann nicht \u00fcberraschen, da die \u00e4rmeren L\u00e4nder einen gr\u00f6\u00dferen Spielraum f\u00fcr \u201eCatch-up-Wachstum\u201c, also Wachstum zum Aufholen gegen\u00fcber den reicheren L\u00e4ndern, haben. Bemerkenswert ist jedoch, dass das Wachstum der \u00e4rmeren L\u00e4nder, die ihre Freiheit st\u00e4rker erh\u00f6ht haben mehr als doppelt so hoch ausf\u00e4llt als bei den \u00e4rmeren L\u00e4ndern, die dies nicht vorgenommen haben. Dabei muss allerdings angef\u00fcgt werden, dass ein sp\u00fcrbarer Teil dieses letzten Effektes auf der Entwicklung von China basiert, das seit 1990 die wirtschaftliche Freiheit sp\u00fcrbar erh\u00f6ht hat und ein beeindruckendes Wachstum realisieren konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Wirtschaftliche Freiheit und das Verteilungsproblem<\/strong><\/p>\n<p>Ein wesentlicher Bestandteil der Kritik an marktwirtschaftlichen Systemen besteht in der behaupteten ungerechten Einkommensverteilung. Implizit wird unterstellt andere Wirtschaftssysteme seien gerechter, nat\u00fcrlich ohne zu sagen welche und nach welchen Kriterien. Vielleicht hilft es ja, wenn man sich die Einkommensverteilungen unterschiedlicher, existierender Volkswirtschaften anschaut und untersucht, in welchen die Ungleichverteilung gr\u00f6\u00dfer ausf\u00e4llt. Das am h\u00e4ufigsten verwendete Kriterium ist der Gini-Koeffizient. Dieser nimmt Werte zwischen 0 und 100 an, wobei die null f\u00fcr eine v\u00f6llige Gleichverteilung aller Einkommen steht und die 100 einen Zustand beschreibt, in dem eine Person das gesamte Einkommen der Volkswirtschaft erh\u00e4lt, w\u00e4hrend die anderen nichts erhalten.<\/p>\n<p>Ein anderes Ungleichverteilungsma\u00df ist der Einkommensanteil der \u00e4rmsten 10% in der Bev\u00f6lkerung. Tabelle 1 ordnet die Nationen nach der H\u00f6he ihres (langfristig gemittelten) Freiheitsindexes. Das Top-Quartil beinhaltet die 25% der L\u00e4nder, die die h\u00f6chsten Gesamtindices aufweisen. Quartil 3 enth\u00e4lt die 25% der L\u00e4nder, die den n\u00e4chsthohen Gesamtindex haben, Quartil 2 die folgenden 25% und Quartil 1 die L\u00e4nder mit dem niedrigsten Index. In den Spalten werden f\u00fcr diese Quartile die Quartilsmittelwerte des Freiheitindexes, des Gini-Koffizienten, des Einkommensanteils der unteren 10 Prozent sowie des Pro-Kopf-Einkommens angegeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/wirtschaftlichefreiheit.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/wirtschaftlichefreiheit.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Tabelle 2 zeigt, dass das obere Quartil hoher Freiheitsindices den geringsten durchschnittlichen Gini-Koeffizienten und den h\u00f6chsten Einkommensanteil des \u00e4rmsten Dezils der Bev\u00f6lkerung aufweist. Die Ungleichverteilung von Nationen mit hoher wirtschaftlicher Freiheit f\u00e4llt entsprechend kleiner aus als die in den anderen L\u00e4ndern. Offene M\u00e4rkte und weitgehend freier Wettbewerb f\u00fchren somit nicht zu gr\u00f6\u00dferer Ungleichverteilung als andere real existierende Wirtschaftssysteme.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die lauter werdende Fundamentalkritik an marktwirtschaftlichen Systemen, die immer mehr Anh\u00e4nger zu gewinnen scheint, l\u00e4sst sich zumindest mit den hier pr\u00e4sentierten Daten kaum vereinbaren. Ganz im Gegenteil: Weitgehend freier Wettbewerb in m\u00f6glichst offenen M\u00e4rkten und ein Rechtssystem, das individuelle Eigentums-, Handels- und Freiheitsrechte sch\u00fctzt, induzieren ein hohes Niveau materiellen Wohlstands, Wirtschaftswachstum und eine geringere Ungleichverteilung als andere Wirtschaftssysteme. Es w\u00e4re sch\u00f6n, wenn sich die Politiker aller Parteien dieses Umstandes ein wenig h\u00e4ufiger erinnern w\u00fcrden, als es in den letzten Jahren den Anschein hat.<\/p>\n<p><strong>Literatur <\/strong><\/p>\n<p>Gwartney, James, Robert Lawson und Joshua Hall (2015): Economic Freedom Dataset, in: <em>Economic Freedom of the World: 2015 Annual Report<\/em>, Fraser Institute, 2015,\u00c2\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.freetheworld.com\/datasets_efw.html\">http:\/\/www.freetheworld.com\/datasets_efw.html<\/a>.<\/p>\n<p>Hodgson, Geoffrey Martin (2015): <em>Conceptualizing capitalism: Institutions, evolution, future<\/em>, University of Chicago Press: Chicago, Ill. u.a.O.<\/p>\n<p>Piketty, Thomas (2014): <em>Das Kapital im 21. <\/em><em>Jahrhundert, <\/em>4. Aufl., Beck: M\u00fcnchen.<\/p>\n<p>Summers, Lawrence H. (2015): Have we entered an age of secular stagnation?, <em>IMF economic review<\/em>, 63 (1): 277\u2013280.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Marktwirtschaftliche Prozesse stehen seit der Finanz- und Wirtschaftskrise unter einem Dauerbeschuss von rechter und linker Seite. 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