{"id":20069,"date":"2016-12-06T00:01:45","date_gmt":"2016-12-05T23:01:45","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=20069"},"modified":"2017-05-31T03:14:20","modified_gmt":"2017-05-31T02:14:20","slug":"blogdialogder-mensch-muss-auch-im-zeitalter-der-industrie-4-0-im-mittelpunkt-stehender-unternehmer-manfred-wittenstein-im-gespraech","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=20069","title":{"rendered":"<font size=3; color=grey>BlogDialog<\/font><br\/>\u201eDer Mensch muss auch im Zeitalter der Industrie 4.0 im Mittelpunkt stehen\u201c<br\/><font size=3; color=grey>Der Unternehmer Manfred Wittenstein im Gespr\u00e4ch<\/font>"},"content":{"rendered":"<p><em>Herr<\/em><em> Dr.<\/em> <em>Wittenstein,<\/em> <em>wie w\u00fcrden Sie die vierte industrielle Revolution in Worte packen?<\/em><\/p>\n<p><strong>Manfred<\/strong> <strong>Wittenstein:<\/strong> Die Definition von Industrie 4.0 ist sehr lebendig, da sie sich im Laufe der Zeit ver\u00e4ndert. Dabei wird h\u00e4ufig vieles in einen Topf geworfen: Digitalisierung, Internet der Dinge, Virtualit\u00e4t. Da muss man aufpassen. Industrie 4.0 bedient sich zwar der Digitalisierung und der Vernetzung als Werkzeuge, ist aber im Kern auf industrielle Wertsch\u00f6pfung ausgerichtet. Letztlich geht es darum, reale und virtuelle Welt innerhalb, aber auch zwischen Firmen und Kunden miteinander zu verschmelzen \u2013 und zwar entlang der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette. Somit ver\u00e4ndern sich Gesch\u00e4ftsmodelle.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><em>Das klingt gar nicht so revolution\u00e4r.<\/em><\/p>\n<p><strong>Manfred<\/strong> <strong>Wittenstein:<\/strong> Industrie 4.0 ist tats\u00e4chlich nicht schlagartig aufgetreten. Sie ist vielmehr ein schleichender, techno-\u00f6konomischer Prozess. Digitalisierte CNC-Maschinen gibt es bei uns schon seit 40 Jahren. Die Entwicklungen in der letzten Zeit beschleunigen den Prozess allerdings enorm und er\u00f6ffnen unerwartete Chancen. Der revolution\u00e4re Charakter ist die synchron-echtzeitf\u00e4hige Interaktivit\u00e4t zwischen Menschen und ihren Werkzeugen f\u00fcr die Wertsch\u00f6pfung. Daher wird Industrie 4.0 auch unsere Arbeitswelt so stark ver\u00e4ndern wie jede andere industrielle Revolution vorher.<\/p>\n<p><em>Welche<\/em> <em>gesicherten<\/em> <em>Grundprinzipien<\/em> <em>stehen<\/em> <em>hinter<\/em> <em>Indus<\/em><em>trie<\/em> <em>4.0?<\/em><\/p>\n<p><strong>Manfred<\/strong> <strong>Wittenstein:<\/strong> Da gibt es leider noch nicht allzu viele, die auch wissenschaftlich fundiert sind. Es f\u00e4ngt ja schon bei den Begrifflichkeiten an, unter denen sich viele etwas anderes vorstellen. Wir k\u00f6nnen zwar die meisten Abl\u00e4ufe beschreiben, wissen aber noch nicht wirklich, welche allgemein verwendbaren Zusammenh\u00e4nge dahinterstecken. Erst wenn wir das herausgefunden haben, werden Umset- zungsstrategien rasant an Fahrt gewinnen. Nehmen Sie als Analogie das Wetter. Wir merken zwar seit jeher, wann die Sonne scheint und wann es regnet. Doch welche klimatischen Grundprinzipien daf\u00fcr verantwortlich sind, bedurfte langj\u00e4hriger Forschungsarbeit und ist bis heute noch nicht bis ins letzte Detail durchleuchtet. Dennoch k\u00f6nnen wir beim Wetter schon ziemlich exakte Prognosen abgeben. Bei Industrie 4.0 sind wir noch nicht soweit.<\/p>\n<p><em>Ist<\/em> <em>die<\/em> <em>Unsicherheit<\/em> <em>deshalb<\/em> <em>so gro\u00df?<\/em><\/p>\n<p><strong>Manfred<\/strong> <strong>Wittenstein:<\/strong> Ja, auch weil oftmals Bodenhaftung und Tiefe fehlen. Gleichzeitig ist das Thema unglaublich breit. Es gibt kein rezeptartiges Vorgehen, auch wenn sich \u00fcber gute Leitf\u00e4den einige Einstiegskorridore finden lassen. Man muss das Rad nicht an jeder Stelle neu erfinden, sondern sollte vielmehr bestehende Allianzen nutzen. Wichtig ist, dass man sich in der Unternehmensf\u00fchrung rechtzeitig mit solchen Fragen geistig auseinandersetzt. Die bew\u00e4hrten Produktionsprozesse m\u00fcssen dabei in den meisten F\u00e4llen gar nicht abrupt aufgegeben werden. Industrie 4.0 l\u00e4sst sich vielmehr behutsam an zahlreichen Stellen integrieren \u2013 beispielsweise in der Logistik, bei der Beschaffung, der Wartung von Maschinen, der Produktionsplanung bis hin zur Synchronisation kompletter Produktionsprozesse und den After-Sales-Dienstleistungen.<\/p>\n<p><em>K\u00f6nnen<\/em> <em>Sie<\/em> <em>uns<\/em> <em>ein<\/em> <em>Beispiel<\/em> <em>nennen?<\/em><\/p>\n<p><strong>Manfred<\/strong> <strong>Wittenstein:<\/strong> Anschauliche Beispiele gibt es in der Intralogistik zuhauf. Sie ist weniger komplex als eine industrielle Wertsch\u00f6pfung. Dort hat die intelligente Vernetzung durch den Barcode schon sehr fr\u00fch Einzug gehalten \u2013 genau wie durch immer g\u00fcnstigere Leseger\u00e4te zur Erfassung von Daten und deren intelligenten Aufbereitung durch Algorithmen. In der Intralogistik sind die deutschen Unternehmen f\u00fchrend, nicht zuletzt dank der Digitalisierung.<\/p>\n<p><em>Der<\/em> <em>Endkunde<\/em> <em>d\u00fcrfte<\/em> <em>in<\/em> <em>diesem<\/em> <em>Zusammenhang<\/em> <em>an<\/em> <em>Ama<\/em><em>zon und Zalando denken.<\/em><\/p>\n<p><strong>Manfred<\/strong> <strong>Wittenstein:<\/strong> Auch deren Gesch\u00e4ftsmodelle funktionieren nur deshalb so gut, weil die Logistikprozesse heute digital abgebildet werden k\u00f6nnen. Die Wettbewerbsvorteile sind Schnelligkeit und Pr\u00e4zision der Vorhersage. Weil am Produkt ein Sensor aufgetragen ist, kann jeder Schritt zudem genauestens nachvollzogen werden. Mit einem Barcodeleser k\u00f6nnen die Daten bequem ausgewertet werden. Via Tracking lassen sich dann die einzelnen Versandschritte exakt nachvollziehen. Dank der Vernetzung von realem und virtuellem System k\u00f6nnen die Logistikprozesse also digital abgebildet und gesteuert werden.<\/p>\n<p><em>Weil<\/em> <em>auch<\/em> <em>die<\/em> <em>Paketdienstleister<\/em> <em>angebunden<\/em> <em>sind.<\/em><\/p>\n<p><strong>Manfred<\/strong> <strong>Wittenstein:<\/strong> Ja, durch die Verbindung mit Dienstleistern wie DHL oder UPS lassen sich komplette Warenstr\u00f6me \u00fcberblicken. Der Kunde bestellt etwas \u2013 und Amazon oder Zalando k\u00f6nnen zuverl\u00e4ssig Auskunft dar\u00fcber geben, wann die Bestellung beim Kunden eintrifft. Darauf kann er sich entsprechend einstellen. Die Smartphones taten das ihre, um jederzeit auf dem Laufenden zu sein.<\/p>\n<p><em>Worin<\/em> <em>liegt<\/em> <em>hier<\/em> <em>das<\/em> <em>neue<\/em> <em>Gesch\u00e4ftsmodell<\/em> <em>begr\u00fcndet?<\/em><\/p>\n<p><strong>Manfred<\/strong> <strong>Wittenstein:<\/strong> Es liegt darin begr\u00fcndet, dass der Online-H\u00e4ndler dem Kunden den Anlieferungszeitpunkt exakt voraussagen und die Logistikkette permanent \u00fcberpr\u00fcfen kann. Wenn ein LKW ausf\u00e4llt, merkt er es rechtzeitig und kann reagieren. Im Hintergrund laufen Algorithmen, die sogar die Zustellzeit recht genau prognostizieren k\u00f6nnen. Und wenn dem Kunden das Produkt nicht passt, schickt er das Paket einfach wieder zur\u00fcck. Der Online-H\u00e4ndler macht es ihm eben so bequem wie m\u00f6glich. Auch das ist Teil des Gesch\u00e4ftsmodells. Nun kann man sogar noch einen Schritt weitergehen und verschiedene Daten \u00fcber einen Kunden zusammentragen. So lassen sich seine Vorlieben herausfinden und dann die entsprechenden Produkte zur Auswahl stellen \u2013 und zwar genau dann, wenn er gerade online ist. Im ersten Schritt wurde die Wertsch\u00f6pfungskette nach vorne gesteuert, im zweiten Schritt dann eben r\u00fcckw\u00e4rts.<\/p>\n<p><em>Das<\/em> <em>gab<\/em> <em>es<\/em> <em>fr\u00fcher<\/em> <em>auch<\/em> <em>schon.<\/em><\/p>\n<p><strong>Manfred<\/strong> <strong>Wittenstein:<\/strong> Aber eben nicht in dieser digitalen Geschwindigkeit mit der Beherrschung einer Unmenge von Daten. Fr\u00fcher hat sich der Einzelh\u00e4ndler bei seinem Zulieferer telefonisch gemeldet, wenn beispielsweise der Absatz von Cola-Flaschen aufgrund von regionalen Partys sprunghaft angestiegen ist. Dieser hat wiederum seinen Gro\u00dfh\u00e4ndler informiert \u2013 und dann ging diese Kette weiter bis zum Hersteller und dessen Zulieferern. Jeder hat seine eigene Hochrechnung aufgemacht. Ein steter Fluss kam nie in Gang. Stattdessen hat sich das Wertsch\u00f6pfungssystem unkontrolliert aufgeschaukelt \u2013 mit vielen negativen Folgen f\u00fcr die Beteiligten. Wenn dann der Absatz bei den Endkunden schlagartig wieder zur\u00fcckgegangen ist, blieb \u2013 etwas \u00fcbertrieben ausgedr\u00fcckt \u2013 ein Berg an Cola-Flaschen zur\u00fcck, weil die R\u00fcckmeldung mit Zeitverz\u00f6gerung passiert ist.<\/p>\n<p><em>Heute<\/em> <em>kann<\/em> <em>die<\/em> <em>R\u00fcckkopplung<\/em> <em>aufgrund<\/em> <em>der<\/em> <em>Sensoren<\/em> <em>an den Produkten und den datenverarbeitenden Ger\u00e4ten in Echtzeit erfolgen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Manfred<\/strong> <strong>Wittenstein:<\/strong> So ist es. Das, was der Kunde will, wird optimal konfiguriert und dann sofort in die Wertsch\u00f6pfungskette eingespeist. Der Glasbl\u00e4ser, der leere Cola-Flaschen an den Hersteller liefert, wei\u00df sofort nach der Gro\u00dfbestellung des Endkunden, dass er mehr Glas produzieren muss. Dadurch k\u00f6nnen Prozessketten verk\u00fcrzt werden. Die abnehmenden Totzeiten f\u00fchren zu schnelleren Prozessen. Doch diese muss man beherrschen k\u00f6nnen, indem man das gesamte Gesch\u00e4ftsmodell im Blick beh\u00e4lt. Damit das Gesamtsystem nicht stehen bleibt, sollte man die durchg\u00e4ngigen Prozessketten ohne Latenzzeiten optimieren. In jedem Fall w\u00fcrde uns ohne Intralogistik 4.0 ein wichtiger Baustein f\u00fcr Industrie 4.0 fehlen.<\/p>\n<p><em>Also sollte man digitalisieren, was das Zeug h\u00e4lt.<\/em><\/p>\n<p><strong>Manfred<\/strong> <strong>Wittenstein:<\/strong> Moment. Man darf nicht vergessen, dass auch ohne Digitalisierung schnellere Abl\u00e4ufe m\u00f6glich sind. Man sollte digitale Prozesse nur dort einsetzen, wo sie n\u00f6tig sind \u2013 zumal wir h\u00e4ufig in komplexen Systemen nicht die Wechselwirkungen durchschauen. Die IT-Welt behauptet zwar: Nur mit ihr ist alles m\u00f6glich. Das stimmt aber nicht. Die IT-Welt schmei\u00dft uns oft angebliche Diamanten hin und l\u00e4sst sich feiern. Dabei sind es bisweilen nur Glasperlen. Deswegen ist es wichtig, immer wieder etwas Wasser in den Wein zu sch\u00fctten. Bei aller Euphorie ist die kritische Begleitung wichtig. In jedem Fall darf der Mensch zu keinem Zeitpunkt ausgeblendet werden; stattdessen muss er weiterhin im Mittelpunkt stehen.<\/p>\n<p><em>K\u00f6nnen<\/em> <em>Sie<\/em> <em>uns<\/em> <em>ein<\/em> <em>Beispiel<\/em> <em>aus<\/em> <em>der<\/em> <em>Firma<\/em> <em>WITTENSTEIN<\/em> <em>nennen?<\/em><\/p>\n<p><strong>Manfred<\/strong> <strong>Wittenstein:<\/strong> Den Active Stick. Der Grundgedanke ist, dass jeder Pilot zu jedem Zeitpunkt die F\u00fchrung eines Flugzeuges \u00fcbernehmen kann. Fr\u00fcher hat der Pilot \u00fcber den Steuerungskn\u00fcppel elektrische Signale ausgel\u00f6st, welche die Au\u00dfenfl\u00e4chen am Flugzeug mechanisch gesteuert haben. Mit unserem aktiven Steuerkn\u00fcppel wurde dieser Vorgang erstmals elektromechanisch gel\u00f6st.<\/p>\n<p><em>Was<\/em> <em>bedeutet<\/em> <em>das?<\/em><\/p>\n<p><strong>Manfred<\/strong> <strong>Wittenstein:<\/strong> Zun\u00e4chst hat sich der Pilot einem Draht-Datenaustausch zwischen zwei Steuerkn\u00fcppeln bedient, um seine Signale elektrisch weiterzugeben. Im n\u00e4chsten Schritt wurden diese Dr\u00e4hte durch Federn ersetzt, \u00fcber die der Pilot dann seine R\u00fcckmeldung bekommen hat. Doch die einzelnen Wirkungskan\u00e4le musste er alle im Kopf haben, was aufgrund der gro\u00dfen Zahl praktisch unm\u00f6glich war. Au\u00dferdem ist die R\u00fcckkopplung verz\u00f6gert erfolgt.<\/p>\n<p><em>Was<\/em> <em>haben<\/em> <em>Sie<\/em> <em>dann<\/em> <em>gemacht?<\/em><\/p>\n<p><strong>Manfred<\/strong> <strong>Wittenstein:<\/strong> Wir haben in diesen Steuerungs- kn\u00fcppel ein elektromechanisches Antriebssystem eingebaut, das solche Kr\u00e4fte aufbringt. Wenn ich dieses mit einem aerodynamischen Modell verbinde, bin ich in der Lage, dem Piloten in seinem Steuerungskn\u00fcppel die korrekten Reaktionskr\u00e4fte bereitzustellen. Da man nun keine Feder mehr braucht, konnte der gro\u00dfe zu einem kleineren Kasten gemacht werden. Dadurch spart man sich weiteren Platz und Gewicht. Die Herangehensweise ist bis zu diesem Punkt noch relativ traditionell. Denn bislang sind nur die Prozesse f\u00fcr den Piloten optimiert worden; er bekommt pr\u00e4zisere Daten bereitgestellt.<\/p>\n<p><em>Und jetzt kommt sicher der Auftritt einer Industrie 4.0-L\u00f6sung.<\/em><\/p>\n<p><strong>Manfred<\/strong> <strong>Wittenstein:<\/strong> Genau. Der n\u00e4chste Sprung ist, die reale mit der virtuellen Welt zu verbinden. Dann lassen sich verl\u00e4ssliche Prognosen abgeben. Der Pilot bekommt von \u201eau\u00dfen\u201c ein Signal und kann entsprechend reagieren. Das funktioniert wie eine digitale R\u00fcckkopplung. Das kann man mit einem rein mechanischen System nicht darstellen. Dank der Digitalisierung habe ich erstmals die M\u00f6glichkeit, vorauszuschauen und dem Piloten eine schnelle und stetige R\u00fcckmeldung zu geben. Das hat das Flugverhalten enorm zum Positiven ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p><em>Der<\/em> <em>Pilot<\/em> <em>und<\/em> <em>die<\/em> <em>Fluggesellschaften<\/em> <em>d\u00fcrften<\/em> <em>von<\/em> <em>dieser<\/em> <em>L\u00f6sung sehr angetan sein. Doch wie bekommt man bei der Industrie 4.0 die eigenen Mitarbeiter mit ins Boot?<\/em><\/p>\n<p><strong>Manfred<\/strong> <strong>Wittenstein:<\/strong> Letztlich braucht man eine Idee und muss die Betroffenen zu Beteiligten machen. Dann f\u00e4llt es leichter, solche Dinge zu \u00fcberwinden. Jeder Unternehmer und Mitarbeiter will am Ende des Tages wissen: Was bedeutet Industrie 4.0 konkret f\u00fcr mich?<\/p>\n<p><em>Und<\/em> <em>was<\/em> <em>bedeutet<\/em> <em>es konkret?<\/em><\/p>\n<p><strong>Manfred<\/strong> <strong>Wittenstein:<\/strong> Man muss sich dar\u00fcber im Klaren werden, dass Industrie 4.0 die kompletten Unternehmens- prozesse betrifft. Sie ver\u00e4ndert tiefgreifend Arbeitsbeziehungen und die Arbeitsmethodik, F\u00fchrungsverh\u00e4ltnisse und die Unternehmensorganisation. Schlie\u00dflich entstehen v\u00f6llig neue Gesch\u00e4ftsmodelle. Industrie 4.0 bedeutet mehr Flexibilit\u00e4t und Kreativit\u00e4t, aber weniger Routine. Man braucht mehr Weitblick und Zusammenarbeit, aber weniger Engstirnigkeit.\u00c2\u00a0 Und schlie\u00dflich ist\u00c2\u00a0 mehr delegierte Verantwortung und Entscheidung am Ort des unmittelbaren Wertsch\u00f6pfungsprozesses notwendig. In jedem Fall muss Industrie 4.0 zur Chefsache und Teil der Unternehmensstrategie werden.<\/p>\n<p><em>Google ist ein Vorreiter in puncto Digitalisierung: W\u00fcrden Sie dem zustimmen?<\/em><\/p>\n<p><strong>Manfred<\/strong> <strong>Wittenstein:<\/strong> Ja, aber definitiv nicht im Kontext von Industrie 4.0. Diese unterscheidet sich deutlich von der Digitalisierung in der Software- oder Konsumg\u00fcterbranche. Google handelt mit pers\u00f6nlichen Daten, eine industrielle Wertsch\u00f6pfung habe ich dort noch nicht gesehen. Denn die Welt der Wertsch\u00f6pfung ist komplizierter, als es vielleicht auf den ersten Blick erscheinen mag. Da geht es um eine Vielzahl von unterschiedlichen F\u00e4higkeiten und Technologien, die man miteinander kombinieren muss. In Europa haben wir an dieser Stelle hervorragende Bedingungen. Deshalb brauchen wir uns nicht einsch\u00fcchtern lassen.<\/p>\n<p><em>Wie<\/em> <em>wird<\/em> <em>man<\/em> <em>den<\/em> <em>dunklen<\/em> <em>M\u00e4chten<\/em> <em>im Internet letztlich Herr?<\/em><\/p>\n<p><strong>Manfred<\/strong> <strong>Wittenstein:<\/strong> Jede Umbruchsituation sp\u00fclt gewisse Monopolisten hervor, die einfach schneller sind und oft auch von externen Faktoren profitieren. Das gibt es heute, das gab es aber auch schon fr\u00fcher, etwa die US-amerikanische Standard Oil Company. Sie war seinerzeit das gr\u00f6\u00dfte Erd\u00f6lraffinerie-Unternehmen der Welt. Im Jahr 1911 wurde es h\u00f6chstrichterlich vom Staat zerschlagen. Dieser Vorgang war letztlich der Beginn des Kartellwesens, der bis heute die Entstehung von Monopolisten verhindern soll. Davon abgesehen gibt es in einer freien Wirtschaft wirksame Marktkr\u00e4fte, die in der Regel f\u00fcr einen gesunden Wettbewerb sorgen. Vergleichen Sie einfach mal die 500 gr\u00f6\u00dften Unternehmen von vor 30 Jahren mit denen von heute. Da gibt es weniger \u00dcberschneidungen, als man vielleicht denkt. In einer Marktwirtschaft kann es genauso schnell wie es nach oben gegangen ist, auch wieder abw\u00e4rts gehen.<\/p>\n<p><em>Doch Google hat sich bereits eine Marktstellung gesichert, an die auf absehbare Zeit wohl niemand rankommt?<\/em><\/p>\n<p><strong>Manfred<\/strong> <strong>Wittenstein:<\/strong> Abwarten, das hat man bei manch anderem Unternehmen auch schon gedacht. Gegen die Positionierung von Google gibt es zudem extreme Widerst\u00e4nde \u2013 in der Gesellschaft, aber auch von Seiten der Politik. Das Unternehmen bedient in erster Linie Informationsbed\u00fcrfnisse und will unser Handeln beeinflussen. Die Industrie erzeugt dagegen trotz Digitalisierung am Ende des Tages immer noch ein reales Produkt, auf das wir uns verlassen m\u00fcssen, von dem m\u00f6glicherweise unser Leben abh\u00e4ngt. In jedem Fall aber unsere Arbeitspl\u00e4tze und unser Wohlstand. Es bietet also etwas wesentlich Substanzielleres. Wir sollten uns da nicht ins Bockshorn jagen lassen.<\/p>\n<p><em>Inwiefern?<\/em><\/p>\n<p><strong>Manfred<\/strong> <strong>Wittenstein:<\/strong> Vielen Internetfirmen f\u00fchle ich mich ausgeliefert. Ich wei\u00df nicht, was sie im Hinterzimmer mit meinen Daten machen. \u00dcber das Internet l\u00e4sst sich viel schwieriger Vertrauen aufbauen. Viele glauben menschliche Kommunikation auf digitalen Austausch reduzieren zu k\u00f6nnen. Das ist ein Irrglaube. Wir brauchen menschliche Kommunikation \u2013 vor allem auch, um Industrie 4.0-L\u00f6sungen erfolgreich umzusetzen. Dabei darf man auch die bestehenden Pfadabh\u00e4ngigkeiten nicht au\u00dfer Acht lassen.<\/p>\n<p><em>Was<\/em> <em>ist<\/em> <em>die<\/em> <em>Konsequenz<\/em> <em>daraus?<\/em><\/p>\n<p><strong>Manfred<\/strong> <strong>Wittenstein: <\/strong>Gerade in einer un\u00fcbersichtlichen, neu zu ordnenden Welt muss immer wieder Vertrauen gebildet werden. Ich muss das Gef\u00fchl entwickeln, wer auf meiner Seite ist und wer zu dem steht, was er sagt. Das ist auch die Chance f\u00fcr kleine Familienunternehmen. Ein angestellter Manager bei einem Gro\u00dfkonzern, der mir etwas verspricht, kann n\u00e4chstes Jahr schon weg vom Fenster sein. Die Zusage eines Familienunternehmers kann dagegen ein Maximum an Verl\u00e4sslichkeit bieten. Wir m\u00fcssen Signale der Sicherheit empfangen \u2013 gerade wegen der Digitalisierung. Wir haben nicht die F\u00e4higkeit, andere Menschen \u00fcber das Internet zu beurteilen. Wir k\u00f6nnen dar\u00fcber sicherlich die ersten Schritte t\u00e4tigen, aber wenn es darum geht, wichtige Entscheidungen zu f\u00e4llen, sollte man einander gegen\u00fcbersitzen.<\/p>\n<p><em>Viele<\/em> <em>Unternehmen<\/em> <em>haben<\/em> <em>Bedenken, dass die Datensicherheit bei Industrie 4.0 nicht gew\u00e4hrleistet ist. Sind diese \u00c4ngste berechtigt?<\/em><\/p>\n<p><strong>Manfred<\/strong> <strong>Wittenstein:<\/strong> In gewisser Weise schon. Man darf nicht vergessen, dass die ganze Software-Industrie noch in den Kinderschuhen steckt. Ein normaler Mensch w\u00fcrde sich im wirklichen Leben nicht so verhalten, wie er es trotz Vernetzung tut. Wenn heute Flugzeuge so konstruiert w\u00fcrden wie Software auf den Weg gebracht wird, w\u00fcrde sich niemand mehr ins Flugzeug setzen. Das sagen jedenfalls Experten. Nach dem Motto: In 70 Prozent der F\u00e4lle passiert schon nichts. Auch \u00fcber Hardware wie Chips lassen sich Daten herauslesen, manipulieren und wieder einschleusen. \u00dcber einen Cyber-Angriff k\u00f6nnen aus einem Unternehmen viele Daten herausgeholt werden.<\/p>\n<p><em>Ist<\/em> <em>das<\/em> <em>nicht<\/em> <em>beunruhigend?<\/em><\/p>\n<p><strong>Manfred<\/strong> <strong>Wittenstein:<\/strong> Hundertprozentige Sicherheit kann es nun mal im digitalen Zeitalter nicht geben. Sie gab es im \u00dcbrigen in der gesamten Menschheitsgeschichte nicht. Man sollte sich stets vor Augen halten, dass oft nicht das IT-System oder die Maschine als solches das gr\u00f6\u00dfte Risiko sind, sondern immer noch der Faktor Mensch. Manchmal sind wir ein St\u00fcck weit naiv. Wir lassen uns von der sch\u00f6nen Welt der IT bezirzen \u2013 und in die Irre f\u00fchren. Dabei sind wir nicht in der Lage, die Prozesse zu durchschauen. Wir verf\u00fcgen nicht \u00fcber die digitale Souver\u00e4nit\u00e4t. Deshalb m\u00fcssen wir vorsichtig sein.<\/p>\n<p><em>Inwiefern?<\/em><\/p>\n<p><strong>Manfred<\/strong> <strong>Wittenstein:<\/strong> Mit zunehmendem Vernetzungsgrad wird es immer gef\u00e4hrlicher. Man darf nicht alles autonom ablaufen lassen und das ganze System \u00fcbers Internet mit der Au\u00dfenwelt in Verbindung setzen. Denn das Internet kann zum Einfallstor werden. Erst muss man kompetent sein, um souver\u00e4n zu werden. Das gilt gerade f\u00fcr die mittelst\u00e4ndische Industrie. Aber der Mittelst\u00e4ndler kann auf gute Studien zur\u00fcckgreifen und ist nicht alleine. Er darf nur in der Euphorie nicht die falschen Wege einschlagen. Jede Technologie ist am Anfang unsicher. Man sollte sich mit ihr mit Augenma\u00df auseinandersetzen. Und wenn man Sicherheit neu definiert, findet man auch L\u00f6sungen.<\/p>\n<p><em>Was<\/em> <em>sollte<\/em> <em>den<\/em> <em>Unternehmen<\/em> <em>noch<\/em> <em>Mut machen?<\/em><\/p>\n<p><strong>Manfred<\/strong> <strong>Wittenstein:<\/strong> Wem es gelingt, sich auf die neuen Bedingungen einzustellen, dem er\u00f6ffnet sich eine Welt voller Chancen. Wenn wir Dinge miteinander vernetzen, dann entstehen M\u00f6glichkeiten. Das Entscheidende ist, dass man dann f\u00fcr sein Gesch\u00e4ftsmodell das Richtige heraussucht, um seinen Pfad weiterzugehen. Daf\u00fcr gibt es Hilfestellungen und Beispiele. Mut machen sollte auch, dass Partner und Allianzen nur darauf warten, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Diese kurzen Wege wie in Europa haben die Amerikaner nicht \u2013 genauso wenig wie so viele innovative Branchen auf so engem Raum. Diese wertvollen Cluster-Effekte, die auf r\u00e4umliche N\u00e4he abzielen, sind auch im Bereich von Industrie 4.0 sehr stark, auch wenn sie etwas in Vergessenheit geraten sind.<\/p>\n<p><em>Wie<\/em> <em>h\u00e4ngt<\/em> <em>ein<\/em> <em>Cluster<\/em> <em>mit<\/em> <em>Industrie<\/em> <em>4.0<\/em> <em>zusammen?<\/em><\/p>\n<p><strong>Manfred<\/strong> <strong>Wittenstein:<\/strong> Was in Zentraleuropa an industrieller Wertsch\u00f6pfungskompetenz konzentriert ist, sucht seinesgleichen. Gerade wir haben hier in der Vergangenheit hohe Anpassungsf\u00e4higkeit bewiesen. Gleichzeitig steigen die Kommunikationskosten \u00fcber die Entfernung erstaunlicherweise sehr stark an. Das merkt man, wenn man sich mal mit konkreten Beispielen auseinandersetzt. Da steigt der Aufwand exponentiell \u2013 gerade, wenn es ins Ausland geht. Die Vorteile r\u00e4umlicher N\u00e4he sind immens \u2013 vorausgesetzt die Unternehmen sind offen f\u00fcr Kooperationen. Man muss sich neue Allianzen im jeweiligen speziellen Problemfeld suchen und seine M\u00f6glichkeiten nutzen. Lassen wir uns also die Butter nicht vom Brot nehmen; sind wir vielmehr selbstbewusst und gehen weiterhin in kritischer Offenheit unseren Weg.<\/p>\n<p><em>Der<\/em> <em>Industrie<\/em> <em>4.0 eilt der Ruf des Arbeitsplatzzerst\u00f6rers voraus.<\/em><\/p>\n<p><strong>Manfred<\/strong> <strong>Wittenstein:<\/strong> Auch in der Vergangenheit gab es stets \u00c4ngste, wenn bei industriellen Revolutionen neue Technologien eingef\u00fchrt worden sind \u2013 und nie haben sie sich in der Form bewahrheitet. Diejenigen, die sich auf die neuen Technologien eingelassen haben, erlebten keinen arbeitsplatzsparenden technischen Fortschritt. Strukturelle Anpassungen sind nat\u00fcrlich notwendig. Aber nie ist aus Arbeitnehmersicht das gro\u00dfe Desaster eingetreten. Schon in den 1980er Jahren ist die Idee einer mannlosen Fabrik aufgekommen, die nur von Computern gesteuert wird. Es gibt sie aus gutem Grund bis heute nicht \u2013 und es wird sie auch k\u00fcnftig nicht geben. Hochqualifizierte Mitarbeiter braucht es in jedem Fall weiterhin. Aber auch auf weniger stark spezialisierte Arbeitskr\u00e4fte warten k\u00fcnftig teils neue Aufgaben.<\/p>\n<p><em>Wie<\/em> <em>k\u00f6nnen sich die Besch\u00e4ftigten auf das digitale Zeitalter einstellen?<\/em><\/p>\n<p><strong>Manfred<\/strong> <strong>Wittenstein:<\/strong> Sie m\u00fcssen unbedingt digitale Souver\u00e4nit\u00e4t erlangen. Das kann nicht zu Lasten eines Einzelnen gehen, sondern ist eine gesellschaftliche Aufgabe. Dazu brauchen wir eine innovative Bildungslandschaft. Es m\u00fcssen digitale Lernformen in Schulen und Hochschulen Einzug halten. Qualifikationsprofile ver\u00e4ndern und verschieben sich. Da sind die Gesellschaft und die Unternehmen gefordert, dass diese Qualifikationen auch geschult und angepasst werden. Man darf nicht mit ungesch\u00e4rften Werkzeugen in dieser neuen Welt herumstochern. Stattdessen muss man m\u00f6glichst fr\u00fchzeitig die Qualifikationsprofile entsprechend anpassen, um digitale Souver\u00e4nit\u00e4t zu erlangen.<\/p>\n<p><em>Welchen<\/em> <em>Beitrag<\/em> <em>kann die Politik leisten, um das Land noch st\u00e4rker auf die vierte industrielle Revolution vorzubereiten?<\/em><\/p>\n<p><strong>Manfred <\/strong><strong>Wittenstein:\u00c2\u00a0<\/strong>Ein wichtiger Bereich ist in jedem Fall die Bildung. Dazu z\u00e4hlt nicht zuletzt auch die duale Ausbildung. Bei uns in Baden-W\u00fcrttemberg gibt es viele interessante Modelle zwischen Hochschulen und Unternehmen, auch was neue Berufsbilder angeht. Im gesamten Land muss hier aber noch viel passieren. Die Politik hat sich schon recht fr\u00fch Kooperationen gegen\u00fcber offen gezeigt und sie auch tatkr\u00e4ftig mitgetragen. Ein Vorzeigebeispiel ist die Plattform Industrie 4.0, bei der die Politik von Anfang an in angemessener Weise beteiligt war und ihre Rolle als Gestalter rechtlich-institutioneller Rahmenbedingungen wahrnimmt. Wo es sicher noch viel Nachholbedarf \u2013 insbesondere auch von staatlicher Seite gibt \u2013 ist beim Ausbau der digitalen Infrastruktur in der Breite und der Rechtssicherheit im Internet.<\/p>\n<p><em>Auf<\/em> <em>welche<\/em> <em>Weise<\/em> <em>kann<\/em> <em>der<\/em> <em>Technologietransfer<\/em> <em>von<\/em> <em>der<\/em> <em>Wissenschaft<\/em> <em>in<\/em> <em>die<\/em> <em>Wirtschaft<\/em> <em>gelingen?<\/em><\/p>\n<p><strong>Manfred<\/strong> <strong>Wittenstein:<\/strong> Wir haben eine sehr dichte Landschaft an Universit\u00e4ten, Forschungsinstituten\u00c2\u00a0 und Wissenszentren, mit denen vor allem die forschungsstarken Unternehmen eng zusammenarbeiten sollte. Es ist auch wichtig, dass es Start-ups und Spin-offs gibt, die industrielle Innovationen verfolgen und eben nicht nur Internet-Dienstleistungen. Dort winkt zwar m\u00f6glicherweise das schnellere Geld, aber nachhaltiger sind meist industrielle Start-ups. Halten Sie sich das Bild vom \u00d6ltanker und den Schnellbooten vor Augen. Wenn die Start-up-Szene, also die kleinen Boote, nicht vorhanden ist, k\u00f6nnen die gro\u00dfen Konzerne, also die \u00d6ltanker, schnell in die falsche Richtung abdriften \u2013 mit verheerenden Folgen f\u00fcr eine Volkswirtschaft. Mittelst\u00e4ndisch gepr\u00e4gte Unternehmen sind in der Regel auch sehr wendig und daher auch unabdingbar, was Innovation angeht. In jedem Fall steht uns eine spannende Zeit bevor.<\/p>\n<p>Das Gespr\u00e4ch f\u00fchrte <a href=\"http:\/\/www.reden-rieger.de\/\">J\u00f6rg Rieger<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Hinweis<\/strong>: Das komplette Interview mit Dr. Manfred Wittenstein k\u00f6nnen Sie in der <a href=\"http:\/\/elibrary.vahlen.de\/10.15358\/0340-1650-2016-11\/wist-wirtschaftswissenschaftliches-studium-jahrgang-45-2016-heft-11\">November-Ausgabe 2016<\/a> der Fachzeitschrift WiSt nachlesen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"\"http:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/7f1e95a9cd1c4a38bf8e75d99c6e2cb8\"\" width=\"\"1\"\" height=\"\"1\"\" alt=\"\"\"><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herr Dr. Wittenstein, wie w\u00fcrden Sie die vierte industrielle Revolution in Worte packen? 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