{"id":20639,"date":"2017-03-28T00:01:46","date_gmt":"2017-03-27T23:01:46","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=20639"},"modified":"2017-03-27T15:17:02","modified_gmt":"2017-03-27T14:17:02","slug":"gastbeitragverhaltensoekonomische-politikberatung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=20639","title":{"rendered":"<font size=3; color=grey>Gastbeitrag<\/font><br\/>Verhaltens\u00f6konomische Politikberatung"},"content":{"rendered":"<p>Was kann die Verhaltens\u00f6konomik f\u00fcr die wirtschaftswissenschaftliche Politikberatung leisten? Mit dem spektakul\u00e4ren Erfolg des sogenannten \u201eLibert\u00e4ren Paternalismus\u201c und seiner vieldiskutierten \u201eNudge\u201c-Agenda gewinnt diese Frage immer mehr an Bedeutung. W\u00e4hrend unter \u00d6konomen im deutschen Sprachraum die <a href=\"http:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1111\/kykl.12106\/abstract\">Skepsis<\/a> zu \u00fcberwiegen scheint, ist der Eindruck nicht von der Hand zu weisen, dass verhaltens\u00f6konomisch informierte Politikberatung &#8211; Stichwort \u201eBehavioral public policy\u201c \u2013 im angels\u00e4chsischen Raum rasch <a href=\"https:\/\/www.aeaweb.org\/articles?id=10.1257\/aer.p20151108\">an Einfluss gewinnt<\/a>. Zwei <a href=\"https:\/\/www.cambridge.org\/core\/journals\/behavioural-public-policy\">spezialisierte<\/a> <a href=\"https:\/\/jbep.sdsu.edu\/ojs\/index.php\/Behavioral\">Journals<\/a> sind im vergangenen Jahr gegr\u00fcndet worden. Und in einer ganzen Reihe von L\u00e4ndern beraten inzwischen \u201eNudge Units\u201c die Regierungen, und internationale Organisationen wie zuletzt die <a href=\"http:\/\/www.keepeek.com\/Digital-Asset-Management\/oecd\/governance\/behavioural-insights-and-public-policy_9789264270480-en#.WMqQtlXhCpo\">OECD<\/a> schlie\u00dfen sich dem Trend an.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Interessant an dieser neuen globalen Entwicklung ist, dass sie trotz der vielen Schlagzeilen erstaunlich wenig erforscht ist. Das gilt z.B. f\u00fcr ihre <a href=\"https:\/\/www.cambridge.org\/core\/journals\/journal-of-institutional-economics\/article\/div-classtitleexploring-the-behavioural-political-economy-of-nudgingdiv\/17C12F1AA7C349DB21ABDCE30AB8E433\">polit\u00f6konomischen Hintergr\u00fcnde<\/a>. Wenig Aufmerksamkeit findet aber auch das Problem, dass verhaltens\u00f6konomische Politik, so wie sie derzeit weitgehend diskutiert und praktiziert wird, in konzeptioneller Hinsicht durchaus auf t\u00f6nernen F\u00fc\u00dfen steht. Es lohnt sich, dies n\u00e4her zu beleuchten, da man dadurch einiges \u00fcber die Natur und die inneren Widerspr\u00fcche des aktuellen Gro\u00dfprojekts lernt, \u00d6konomik und Psychologie einander (wieder)anzun\u00e4hern.<\/p>\n<p>Beginnen wir mit einem besonders frappanten Widerspruch: W\u00e4hrend Verhaltens\u00f6konomen in unz\u00e4hligen Studien \u00fcberzeugend nachweisen, dass reale Menschen in ihrem Handeln systematisch vom Rationalit\u00e4tsstandard des Homo Oeconomicus abweichen, halten sie in normativer Hinsicht an eben jenem Standard fest! Abweichungen vom Rationalwahlmodell interpretieren sie folglich als (korrekturbed\u00fcrftige) \u201eFehler\u201c. Der Raum f\u00fcr notwendige Politikinterventionen wird damit praktisch grenzenlos, alles auf Basis der Idee: Reale Menschen verhalten sich regelm\u00e4\u00dfig nicht wie ein Homo Oeconomicus, <em>aber sie sollten es tun<\/em>.<\/p>\n<p>Das ist offenkundig schizophren. Ein realistischerweise kaum je erreichbarer Ma\u00dfstab taugt nicht als Kriterium, um Handlungen realer Menschen zu bewerten. Schon die r\u00f6mischen Rechtsgelehrten wussten, dass <a href=\"http:\/\/universal_lexikon.deacademic.com\/129972\/ultra_posse_nemo_obligatur\">Sollen<\/a> K\u00f6nnen impliziert. Davon abgesehen liegt ein Denkfehler vor, wenn die eigentlich \u2013 f\u00fcr die neoklassische Mikro\u00f6konomik \u2013 <em>konstitutive<\/em> Norm \u201eRationalit\u00e4t\u201c (verstanden als perfekte Konsistenz) zur <em>pr\u00e4skriptiven<\/em> Norm <a href=\"https:\/\/papers.ssrn.com\/sol3\/papers.cfm?abstract_id=2927443\">umgedeutet wird<\/a>. Dagegen spricht nicht zuletzt die Tatsache, dass es kaum Evidenz daf\u00fcr gibt, dass perfekt konsistentes Handeln die pers\u00f6nliche <a href=\"http:\/\/pubman.mpdl.mpg.de\/pubman\/item\/escidoc:2099538\/component\/escidoc:2099537\/NB_As-if_2010.pdf\">Wohlfahrt erh\u00f6ht<\/a>.<\/p>\n<p>Der Homo Oeconomicus taugt folglich nicht als normatives Rollenmodell. Was aber w\u00e4re die Alternative? Verhaltens\u00f6konomen sollten Konzepte wie \u201eRationalit\u00e4t\u201c und \u201eBias\u201c zun\u00e4chst einmal von Wertungen (rational = gut; biased = schlecht) befreien und als das begreifen, was sie letztlich sind: Analytische Instrumente, um menschliches Handeln im wirtschaftlichen Kontext zu verstehen. In einem zweiten Schritt sollten sie akzeptieren, dass \u00f6konomische Politikberatung sich sinnvollerweise zuerst an die B\u00fcrger selbst \u2013 als Prinzipale der Politik \u2013 richten sollte, nicht an Technokraten in irgendwelchen Ministerien.<\/p>\n<p>In einem dritten Schritt er\u00f6ffnet sich verhaltens\u00f6konomischen \u201eB\u00fcrgerberatern\u201c die M\u00f6glichkeit, ganz pragmatisch ein bestimmtes gesellschaftliches Ziel zu unterstellen \u2013 etwa: Umweltschutz f\u00f6rdern \u2013 und dann alternative Instrumente komparativ auf ihre Eignung hin abzuklopfen, dieses Ziel zu erreichen (hier also z.B.: traditionelle Anreizregulierung vs. <a href=\"http:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0921800916301860\">Gr\u00fcne Nudges<\/a>).<\/p>\n<p>War\u2019s das? L\u00f6st sich das Problem verhaltens\u00f6konomisch informierter Politikberatung also zwanglos im Pragmatismus auf? Keineswegs. Verhaltens\u00f6konomische Politikberatung bedarf \u2013 in einem vierten Schritt \u2013 der normativen Analyse. \u201eNormative Analyse\u201c sei hier verstanden als ethisch informierte Kl\u00e4rung von Bewertungsma\u00dfst\u00e4ben wie etwa \u201eWohlfahrt\u201c. Der Vergleich alternativer Politikinstrumente muss die mit ihnen verbundenen <em>Wohlfahrtseffekte<\/em> ber\u00fccksichtigen, und der Begriff \u201eWohlfahrt\u201c ist leider nicht selbsterkl\u00e4rend. Insbesondere in unserem verhaltens\u00f6konomischen Kontext wird es heikel: Wenn individuelle Pr\u00e4ferenzen regelm\u00e4\u00dfig variabel und inkonsistent sind, l\u00e4sst sich der traditionelle Wohlfahrtsbegriff der Neoklassik (Wohlfahrt als Grad der Befriedigung gegebener konsistenter Pr\u00e4ferenzen) nicht mehr koh\u00e4rent anwenden! Dem Problem begegnet Chetty (2015) z.B., indem er stillschweigend auf den objektiven Wohlfahrtsbegriff der \u00f6konomischen Happinessforschung zur\u00fcckgreift, was nat\u00fcrlich keineswegs unkontrovers ist und jedenfalls eine Wertung einf\u00fchrt, die besser offenzulegen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich \u00f6ffnet sich an dieser Stelle ein fruchtbares Forschungsfeld, das im deutschen Sprachraum indes noch weitgehend brachliegt: Wie kann und wie soll man Wohlfahrt in einer verhaltens\u00f6konomischen Welt definieren und messen? Robert Sugden hat dazu schon <a href=\"https:\/\/www.aeaweb.org\/articles?id=10.1257\/0002828042002714\">2004<\/a> einen Vorschlag gemacht, der auf ein freiheitliches \u201eopportunity\u201c-Kriterium hinausl\u00e4uft, insofern also eher ein allgemeines \u201eVorteilskriterium\u201c zu sein beansprucht. Sugden zufolge liegt den \u201emeisten\u201c Individuen daran, jedwede Pr\u00e4ferenz, die sie in zuk\u00fcnftigen Perioden ausbilden werden, weitestm\u00f6glich befriedigen zu k\u00f6nnen, solange Dritte dadurch nicht zu Schaden kommen. Diese quasi-aristokratische Vorstellung (\u201eNever explain, never complain\u201c) setzt ein ger\u00fcttelt Ma\u00df an Vertrauen in die eigene Urteilsbildung und damit einhergehend die pauschale Ablehnung jedweder Selbstbindung voraus, die \u00fcber mental durchgesetzte Vors\u00e4tze hinausgeht. Sie impliziert zudem, dass paternalistische Interventionen in die Pr\u00e4ferenzbildung, wie sie die Libert\u00e4ren Paternalisten vorschlagen, abzulehnen sind. Insofern m\u00fcndet sie zwanglos in libert\u00e4ren Politikempfehlungen. So weit, so gut (Sugden zu lesen ist im \u00fcbrigen stets ein Gewinn, selbst wenn man seine Politikimplikationen nicht teilt.)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.cambridge.org\/core\/journals\/economics-and-philosophy\/article\/div-classtitleopportunity-and-preference-learningdiv\/8A0EEBEF8EFD80C541C7230D0882F79C\">Die Crux<\/a> liegt nach meinem Verst\u00e4ndnis in der Frage, wie reale Individuen plausiblerweise mit der Erwartung umgehen, dass sich ihre eigenen Pr\u00e4ferenzen im Zeitablauf \u00e4ndern oder, anders gewendet, dass sie <em>neue Pr\u00e4ferenzen lernen werden<\/em>. Die damit verbundenen \u2013 vermutlich trial-and-error-basierten \u2013 Lernprozesse sind hochkomplex und ihre Analyse f\u00fcr \u00d6konomen traditionell Sperrgebiet (<a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/PL00003851\">Ausnahmen<\/a> best\u00e4tigen die Regel). Das Nachdenken dar\u00fcber f\u00fchrt aber zu der Einsicht, dass psychologisch informierte Interventionen wie z.B. Nudges durchaus problematische Nebenwirkungen haben k\u00f6nnen. Wohlgemerkt: Es geht nicht darum, Lernprozesse zu bewerten, indem man vermeintlich \u201eauthentische\u201c von \u201eproblematischen\u201c oder \u201ek\u00fcnstlichen\u201c Pr\u00e4ferenzen abzugrenzen versucht \u2013 derlei w\u00e4re sinnlos, wie wir sp\u00e4testens <a href=\"https:\/\/mises.org\/library\/non-sequitur-dependence-effect\">seit 1961 wissen<\/a>. Es geht nicht um Ergebnisse: Vielleicht sollten wir die konkreten Pr\u00e4ferenzinhalte, die wir z.B. als Konsumenten tagt\u00e4glich ausleben, ohnehin etwas weniger wichtig nehmen. Jerome Rothenberg hat es 1962 auf den Punkt zu bringen versucht: \u201eMaybe these tastes\u2026are not really \u201c\u02dcowned\u2019 but only \u201c\u02dcloaned\u2019 tastes anyway, passed on from one person to another. What really can belong to the self and be accurately known is the <em>experience of making and taking responsibility for choices, whether right or wrong<\/em>, and seeking to know by this continuing dialogue across the permeable boundary of the self what if anything is worth preserving. It is possible that this quest, given any reasonable degree of responsiveness in the outside world, is what consumers want more than being given what they are told they really want.\u201c\u009d (Rothenberg 1962: 282f., Hervorhebung hinzugef\u00fcgt). Es geht also um den Prozess selbst. Grunds\u00e4tzlicher: Es geht darum, die Voraussetzungen daf\u00fcr in den Blick zu nehmen, dass so etwas wie als eigenst\u00e4ndig erfahrene Pr\u00e4ferenzbildung \u00fcberhaupt stattfinden kann.<\/p>\n<p>Grob verk\u00fcrzt: Um \u00fcberhaupt in der Lage zu sein, Pr\u00e4ferenzen auszubilden und neue Pr\u00e4ferenzen zu lernen bedarf es einer pers\u00f6nlichen <em>Identit\u00e4t<\/em>. Erst sie erlaubt es dem Individuum, prinzipiengeleitet Standpunkte zu entwickeln, von denen aus es auf neue Handlungsbedingungen selbstbestimmt reagieren kann. Man kann es sich nat\u00fcrlich leicht machen und Identit\u00e4t als exogen gegeben unterstellen, wie es die neoklassische \u00d6konomik zu tun pflegt. Wenn aber die Identit\u00e4t eines Individuums in seinen Pr\u00e4ferenzen (sprich: seiner Nutzenfunktion) liegt und diese Pr\u00e4ferenzen regelm\u00e4\u00dfig unvollst\u00e4ndig sind, dann bietet es sich an, Identit\u00e4tsbildung selbst zu thematisieren. Dann aber f\u00e4llt der Blick auf eine der existentiellen Herausforderungen, mit denen jeder Mensch von Geburt an konfrontiert ist: Er muss <em>etwas aus sich zu machen<\/em>. James Buchanan, Vordenker der Public Choice School, hat in einem leider zu wenig beachteten <a href=\"https:\/\/www.mercatus.org\/system\/files\/Buchanan-%20Natural%20and%20Artifactual%20Man.pdf\">Aufsatz<\/a> 1979 darauf hingewiesen, dass das \u201eetwas aus sich zu machen\u201c untrennbar an die Voraussetzung gekn\u00fcpft ist, selbst aktiv Entscheidungen zu treffen. Diese Idee ist erst k\u00fcrzlich von der Harvard-Philosophin Christine Korsgaard <a href=\"https:\/\/global.oup.com\/academic\/product\/self-constitution-9780199552801?cc=us&amp;lang=en&amp;\">weiterentwickelt<\/a> worden.<\/p>\n<p>Genau diese Neigung, selbst aktiv Entscheidungen zu treffen und insofern als souver\u00e4ner Konsument aufzutreten, wird nun aber von den neuen psychologisch informierten Interventionen systematisch decouragiert, jedenfalls insoweit sie als Nudges das Individuum davon entlasten, eigenst\u00e4ndig mentalen Aufwand zu betreiben. Zwei Beispiele (die \u00fcbrigens staatliche wie kommerzielle Verhaltenslenkung betreffen \u2013 auch privater Machtmissbrauch ist ein Problem): Ein vieldiskutierter Nudge besteht darin, die individuelle Teilnahme an betrieblichen Rentensparpl\u00e4nen zu stimulieren, indem die Standardeinstellung \u2013 der \u201eDefault\u201c \u2013 so modifiziert wird, dass der Arbeitnehmer automatisch teilnimmt, es sei denn, er erkl\u00e4rt aktiv seine Nichtteilnahme. Empirische Studien belegen, wie effektiv solch ein \u201eStupser\u201c ist, wenn es darum geht, individuelle Sparquoten zu steigern. Zugleich aber verleitet er dazu, jedweden mentalen Aufwand, den man zuvor leisten musste, um die eigene Altersversorgung sicherzustellen, an die Entscheidungsarchitektur (die Menge aller situativen Faktoren, die eine Entscheidung beeinflussen) zu delegieren.<\/p>\n<p>Ein zweites, nicht weniger prominentes Beispiel, betrifft die F\u00f6rderung vermeintlich gesunder Ern\u00e4hrung: Man kann Cafeteria-G\u00e4ste dazu bringen, \u00f6fter zum Obst als zum Schokoriegel zu greifen, indem das Obst in den Vitrinen eher auf Augenh\u00f6he und in Kassenn\u00e4he platziert wird und die Schokoriegel eher im Abseits. Neben den vieldiskutierten Einw\u00e4nden gegen die mit einem solchen Nudge verbundene Bevormundung und \u201eManipulation\u201c sollte nicht \u00fcbersehen werden, dass auch hier systematisch Anreize gesetzt werden, sich lenken zu lassen statt selbst\u00e4ndig eine aktive Entscheidung zu treffen. Das hei\u00dft: Systematisch wird die Voraussetzung eigenst\u00e4ndiger Identit\u00e4tsbildung unterminiert, inklusive des individuellen Respekts vor der je eigenen <a href=\"http:\/\/www.nybooks.com\/articles\/2014\/10\/09\/cass-sunstein-its-all-your-own-good\/\">Urteilskraft<\/a>, so unvollkommen diese von einer externen Warte aus gesehen auch immer sein mag. Das mag im Einzelfall trivial sein. Aber wenn der gegenw\u00e4rtige Trend zu allgegenw\u00e4rtigen digital gest\u00fctzten \u201ebehavioral interventions\u201c anh\u00e4lt, wird es zum Problem.<\/p>\n<p>Es stimmt nat\u00fcrlich: In einem als zunehmend komplex wahrgenommenen sozialen Umfeld m\u00fcssen wir jede Menge allt\u00e4glicher Entscheidungen an Dritte delegieren, um unsere knappen mentalen Ressourcen \u00fcberhaupt zu so etwas wie selbst\u00e4ndigem Handeln einsetzen zu k\u00f6nnen. Das ist ein vielbem\u00fchtes Argument der Libert\u00e4ren Paternalisten. Aber derlei hat eben auch eine zu wenig beachtete Kehrseite: Wenn der gegenw\u00e4rtige Trend anh\u00e4lt, sich schon aus reiner Bequemlichkeit in allen m\u00f6glichen Lebensbereichen von unsichtbaren Stupsern \u2013 etwa in Gestalt smarter Algorithmen \u2013 leiten zu lassen statt selbst aktiv t\u00e4tig zu werden, dann entstehen Wohlfahrtsverluste der oben skizzierten Art, auf die die B\u00fcrger als Prinzipale der Politik hingewiesen werden sollten.<\/p>\n<p><strong>Literatur:<\/strong><\/p>\n<p>Chetty, R. (2015), Behavioral Economics and Public Policy: A pragmatic perspective. <em>American Economic Review, Papers &amp; Proceedings<\/em> 105: 1-33.<\/p>\n<p>Rothenberg, J. (1962), Consumers\u201c\u02dc sovereignty revisited and the hospitability of freedom of choice. <em>American Economic Review, Papers &amp; Proceedings<\/em> 52: 269-283.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was kann die Verhaltens\u00f6konomik f\u00fcr die wirtschaftswissenschaftliche Politikberatung leisten? Mit dem spektakul\u00e4ren Erfolg des sogenannten \u201eLibert\u00e4ren Paternalismus\u201c und seiner vieldiskutierten \u201eNudge\u201c-Agenda gewinnt diese Frage immer &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=20639\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201e<font size=3; color=grey>Gastbeitrag<\/font><br \/>Verhaltens\u00f6konomische Politikberatung\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n<p><!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on wp_trim_excerpt --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on wp_trim_excerpt --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on wp_trim_excerpt --><\/p>\n","protected":false},"author":46,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2050,40],"tags":[1424,2150],"class_list":["post-20639","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-verhaltensoekonomisches","category-wissenschaftstheoretisches","tag-politikberatung","tag-verhaltensoekonomie"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>GastbeitragVerhaltens\u00f6konomische Politikberatung - Wirtschaftliche Freiheit<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=20639\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"GastbeitragVerhaltens\u00f6konomische Politikberatung - Wirtschaftliche Freiheit\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Was kann die Verhaltens\u00f6konomik f\u00fcr die wirtschaftswissenschaftliche Politikberatung leisten? Mit dem spektakul\u00e4ren Erfolg des sogenannten \u201eLibert\u00e4ren Paternalismus\u201c und seiner vieldiskutierten \u201eNudge\u201c-Agenda gewinnt diese Frage immer &hellip; \u201eGastbeitragVerhaltens\u00f6konomische Politikberatung\u201c weiterlesen\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=20639\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Wirtschaftliche Freiheit\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2017-03-27T23:01:46+00:00\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"Christian Schubert\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Verfasst von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"Christian Schubert\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"9\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"Article\",\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=20639#article\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=20639\"},\"author\":{\"name\":\"Christian Schubert\",\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#\/schema\/person\/fc78dfd7e22df066cd4112d6db10fb72\"},\"headline\":\"Gastbeitrag Verhaltens\u00f6konomische Politikberatung\",\"datePublished\":\"2017-03-27T23:01:46+00:00\",\"mainEntityOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=20639\"},\"wordCount\":1718,\"commentCount\":1,\"keywords\":[\"Politikberatung\",\"Verhaltens\u00f6konomie\"],\"articleSection\":[\"Verhaltens\u00f6konomisches\",\"Wissenschaftstheoretisches\"],\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"CommentAction\",\"name\":\"Comment\",\"target\":[\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=20639#respond\"]}]},{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=20639\",\"url\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=20639\",\"name\":\"Gastbeitrag Verhaltens\u00f6konomische Politikberatung - Wirtschaftliche Freiheit\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#website\"},\"datePublished\":\"2017-03-27T23:01:46+00:00\",\"author\":{\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#\/schema\/person\/fc78dfd7e22df066cd4112d6db10fb72\"},\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=20639#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=20639\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=20639#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"GastbeitragVerhaltens\u00f6konomische Politikberatung\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#website\",\"url\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/\",\"name\":\"Wirtschaftliche Freiheit\",\"description\":\"Das ordnungspolitische Journal\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Person\",\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#\/schema\/person\/fc78dfd7e22df066cd4112d6db10fb72\",\"name\":\"Christian Schubert\",\"image\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/christian_schubert.jpg\",\"url\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/christian_schubert.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/christian_schubert.jpg\",\"caption\":\"Christian Schubert\"},\"description\":\"Universit\u00e4t Kassel\",\"url\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?author=46\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"GastbeitragVerhaltens\u00f6konomische Politikberatung - Wirtschaftliche Freiheit","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=20639","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"GastbeitragVerhaltens\u00f6konomische Politikberatung - Wirtschaftliche Freiheit","og_description":"Was kann die Verhaltens\u00f6konomik f\u00fcr die wirtschaftswissenschaftliche Politikberatung leisten? Mit dem spektakul\u00e4ren Erfolg des sogenannten \u201eLibert\u00e4ren Paternalismus\u201c und seiner vieldiskutierten \u201eNudge\u201c-Agenda gewinnt diese Frage immer &hellip; \u201eGastbeitragVerhaltens\u00f6konomische Politikberatung\u201c weiterlesen","og_url":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=20639","og_site_name":"Wirtschaftliche Freiheit","article_published_time":"2017-03-27T23:01:46+00:00","author":"Christian Schubert","twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Verfasst von":"Christian Schubert","Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"9\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"Article","@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=20639#article","isPartOf":{"@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=20639"},"author":{"name":"Christian Schubert","@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#\/schema\/person\/fc78dfd7e22df066cd4112d6db10fb72"},"headline":"Gastbeitrag Verhaltens\u00f6konomische Politikberatung","datePublished":"2017-03-27T23:01:46+00:00","mainEntityOfPage":{"@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=20639"},"wordCount":1718,"commentCount":1,"keywords":["Politikberatung","Verhaltens\u00f6konomie"],"articleSection":["Verhaltens\u00f6konomisches","Wissenschaftstheoretisches"],"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"CommentAction","name":"Comment","target":["https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=20639#respond"]}]},{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=20639","url":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=20639","name":"Gastbeitrag Verhaltens\u00f6konomische Politikberatung - Wirtschaftliche Freiheit","isPartOf":{"@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#website"},"datePublished":"2017-03-27T23:01:46+00:00","author":{"@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#\/schema\/person\/fc78dfd7e22df066cd4112d6db10fb72"},"breadcrumb":{"@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=20639#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=20639"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=20639#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"GastbeitragVerhaltens\u00f6konomische Politikberatung"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#website","url":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/","name":"Wirtschaftliche Freiheit","description":"Das ordnungspolitische Journal","potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#\/schema\/person\/fc78dfd7e22df066cd4112d6db10fb72","name":"Christian Schubert","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/christian_schubert.jpg","url":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/christian_schubert.jpg","contentUrl":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/christian_schubert.jpg","caption":"Christian Schubert"},"description":"Universit\u00e4t Kassel","url":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?author=46"}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20639","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/46"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=20639"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20639\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20654,"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20639\/revisions\/20654"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=20639"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=20639"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=20639"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}