{"id":20807,"date":"2017-05-11T00:01:05","date_gmt":"2017-05-10T23:01:05","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=20807"},"modified":"2025-05-04T08:06:55","modified_gmt":"2025-05-04T07:06:55","slug":"der-klassenkampf-ist-abgesagtgewerkschaften-im-umbruch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=20807","title":{"rendered":"Der Klassenkampf ist abgesagt!? <br\/><font size=3; color=grey>Gewerkschaften im Umbruch<\/font>"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><em>&#8222;Ist der Fl\u00e4chentarifvertrag am Ende? Leider nein. Aber es w\u00e4re zum Abbau der hohen Arbeitslosigkeit w\u00fcnschenswert, wenn der fl\u00e4chendeckende Lohntarif an sein Ende gebracht w\u00fcrde. Was eine Gesch\u00e4ftsleitung und ein geheim gew\u00e4hlter Betriebsrat miteinander verabreden k\u00f6nnen und wollen, das n\u00fctzt beiden gleicherma\u00dfen. Doch das geltende Gesetz verbietet ihnen in weitgehendem Ma\u00dfe betriebliche Vereinbarungen und zwingt sie stattdessen unter die gemeinsame Fuchtel der Funktion\u00e4re des Arbeitgeberverbandes und der Gewerkschaft. Beide sind vom einzelnen Betrieb weit entfernt. Beide k\u00e4mpfen um Prestige und Macht &#8211; und um die Erhaltung ihrer umfangreichen hauptamtlichen B\u00fcrokratie.\u201c<\/em>(Helmut Schmidt, 2001)<\/p><\/blockquote>\n<p>Am 1. Mai sieht man, wie es Gewerkschaften geht. Der Tag der Arbeit war einst ihr h\u00f6chster Feiertag. In einem Meer roter Fahnen feierten Gewerkschafter das j\u00e4hrliche Hochamt der Arbeiterbewegung. Aufrufe zur Revolution gab es zwar eher selten, klassenk\u00e4mpferische T\u00f6ne allerdings schon. Gewerkschaften waren eine Macht. Sie trieben die Politik oft vor sich her. Heute ist es eine eher m\u00fcde Veranstaltung. Immer weniger Arbeitnehmer haben Lust, sich gewerkschaftlich zu organisieren. Nur noch ein harter Kern nimmt an den Feiern zum 1. Mai teil, immer noch mit roten Fahnen. Die Gewerkschaften sind nur noch ein Schatten fr\u00fcherer Tage. Ihre lohn- und tarifpolitische Schlagkraft ist geschrumpft. Die Tarifvertr\u00e4ge gelten f\u00fcr immer weniger Arbeitnehmer und Unternehmer. Stark sind sie nur noch im \u00f6ffentlichen Sektor. Ihr Einfluss auf die Politik ist gesunken. Immer \u00f6fter sind sie auf die (Not-)Hilfe der Politik angewiesen. Gewerkschaften werden zum Sozialfall. Hierzulande greift ihnen Andrea Nahles, die gewerkschaftliche Bundesarbeitsministerin, tatkr\u00e4ftig unter die Arme. Das hat einen Preis: Die Tarifautonomie wird immer st\u00e4rker politisiert.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Gewerkschaften \u2013 Gibt\u2019s die (noch)?<\/strong><\/p>\n<p>Homogene Gruppen k\u00f6nnen ihre Interessen besser durchsetzen als einzelne Personen. Das gilt auch f\u00fcr Arbeitnehmer. Kein Wunder, dass sie sich seit langem gewerkschaftlich organisieren. Mit dieser Macht gelang es ihnen in der Vergangenheit immer wieder, ihren Interessen nicht nur auf den Arbeitsm\u00e4rkten, sondern auch im Bereich des Sozialen besser Geh\u00f6r zu verschaffen. Damit ist es aber seit Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts vorbei. Seither zerfallen ihre Macht und ihr politischer Einfluss. Der gewerkschaftliche Organisationsgrad geht \u00fcberall in den wohlhabenden L\u00e4ndern zur\u00fcck. In manchen Staaten, wie etwa den USA oder auch in Frankreich, sind schon weniger als 10 % der Erwerbst\u00e4tigen gewerkschaftlich organisiert. Ein Ende ist nicht in Sicht. Auch in Deutschland hat der Organisationsgrad die Schwelle von 20 % unterschritten. Einzig skandinavische L\u00e4nder koppeln sich vom allgemeinen Trend ab. Dort ging der Organisationsgrad zwar auch zur\u00fcck. Er ist aber trotzdem signifikant h\u00f6her als anderswo. Offensichtlich spielt das spezifische institutionelle Arrangement von freiwilliger Arbeitslosenversicherung und Gewerkschaften eine Rolle (<a href=\"http:\/\/www.z-sozialreform.de\/ccm\/cms-service\/stream\/asset\/2006-03_Clasen_Viebrock_Volltext.pdf?asset_id=164004\">hier<\/a>).<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/gewerk1.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/gewerk1.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\"><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Strukturwandel und Heterogenit\u00e4t steuern den Sinkflug der Gewerkschaften. Globalisierung und technischer Fortschritt treiben. Das Herz der Gewerkschaften schl\u00e4gt im industriellen Sektor mit relativ gro\u00dfen (mitbestimmten) Unternehmen. Mit der De-Industrialisierung geriet es aus dem Takt. Vor allem die m\u00e4nnliche Klientel der Gewerkschaften im Industriesektor ist die Leidtragende. Sie tr\u00e4gt die Hauptlast des strukturellen Wandels und verl\u00e4sst in Scharen die Gewerkschaften. Zwar w\u00e4chst der Dienstleistungssektor. Dort werden massenhaft Arbeitspl\u00e4tze vor allem in kleineren Unternehmen geschaffen. Davon profitieren prim\u00e4r Frauen. Die lassen sich aber nur schwer gewerkschaftlich organisieren. Und noch etwas setzt den Gewerkschaften zu. Der strukturelle Wandel nagt an der Solidarit\u00e4t der Arbeitnehmer. Die wirtschaftliche Heterogenit\u00e4t nimmt zu. Zum einen streut die Ertragslage der Unternehmen st\u00e4rker. Zum anderen steigt die Nachfrage nach qualifizierter Arbeit; mittlere und einfache Arbeit verliert. Die Interessen der Arbeitnehmer werden heterogener. Damit sinken die individuellen Anreize, einer Einheitsgewerkschaft beizutreten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Der \u201ealte\u201c Klassenkampf ist tot<\/strong><\/p>\n<p>Gewerkschaften vertreten die Interessen der Arbeitnehmer. Sie haben sich den Kampf gegen das Kapital auf die Fahnen geschrieben. Das schien ihnen bis zu den \u00d6lpreis-Krisen ganz gut zu gelingen. Die funktionelle Verteilung der Einkommen auf Arbeit und Kapital ver\u00e4nderte sich kaum. Die Lohnquote, der Anteil der Einkommen der Arbeit am Sozialprodukt, variierte nicht sehr stark. Das schlug sich auch in den Makro-Modellen der \u00d6konomen nieder. Dort wurde \u00fcber Jahrzehnte angenommen, dass Arbeit ein bisschen weniger als 2\/3 des Kuchens bekommt, Kapital etwas mehr als 1\/3. Das f\u00e4rbte auch auf die personelle Verteilung der Einkommen ab. Sie entwickelte sich eher gleichm\u00e4\u00dfig. Das Arbeitseinkommen war lange Zeit die prim\u00e4re Einkommensquelle der Arbeitnehmer. Sp\u00e4testens seit Mitte der 70er Jahre ist aber alles anders. Die Lohnquote geht zur\u00fcck. Es gibt zwar zyklische \u201eAuf und Abs\u201c. Der Trend zeigt aber eindeutig nach unten. Am aktuellen Rand geht es zwar konjunkturbedingt wieder leicht bergauf. Es spricht gegenw\u00e4rtig allerdings wenig daf\u00fcr, dass die Finanzkrise diesen Trend gebrochen hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/gewerk2.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/gewerk2.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\"><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Lohnquote und Organisationsgrad zeigen beide seit Anfang der 80er Jahre nach unten. Auf den ersten Blick spricht einiges daf\u00fcr, dass es schw\u00e4cheren Gewerkschaften nicht mehr gelingt, den Anteil der Arbeitseinkommen zu stabilisieren. Diese Vermutung trifft aber nicht zu. Ein signifikanter positiver Zusammenhang besteht nicht. Es sind eher dritte Faktoren, die beide Gr\u00f6\u00dfen, Lohnquote und Organisationsgrad, treiben. Die aussichtsreichsten Kandidaten, die sinkende Lohnquote zu erkl\u00e4ren, sind Globalisierung und technischer Fortschritt. Das hat der IWF im j\u00fcngsten \u201eWorld Economic Outlook\u201c noch einmal best\u00e4tigt (<a href=\"http:\/\/www.imf.org\/en\/Publications\/WEO\/Issues\/2017\/04\/04\/world-economic-outlook-april-2017#Chapter%203\">hier<\/a>). Er schlie\u00dft als weiteren Faktor eine wachsende Vermachtung der Absatzm\u00e4rkte einzelner Sektoren nicht aus. Weltweit offenere M\u00e4rkte und ein spezifischer technischer Fortschritt (\u201eskill biased\u201c) ver\u00e4ndern nicht nur die Einkommen zwischen Arbeit und Kapital. Sie verteilen auch die Einkommen in der Gruppe der Arbeitnehmer um. Dabei schneiden Arbeitnehmer mit mittleren Qualifikationen besonders schlecht ab. Vor allem in dieser Gruppe rekrutieren aber die Gewerkschaften ihre industrielle Klientel.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Es lebe der \u201eneue\u201c Klassenkampf<\/strong><\/p>\n<p>Weltweit offenere M\u00e4rkte und ein \u201eskill biased\u201c technologischer Wandel meinen es nicht gut mit den Gewerkschaften. Ihr Organisationsgrad erodiert, die Lohnquote sinkt. Der \u201ealte\u201c Klassenkampf gegen das Kapital scheint verloren. Und es kommt f\u00fcr sie noch schlimmer. Globalisierung und technischer Fortschritt machen die Welt wirtschaftlich heterogener. Damit kommt auch das \u00fcberkommene institutionelle Arrangement auf den Arbeitsm\u00e4rkten auf den Pr\u00fcfstand. Die einzelnen Branchen entwickeln sich wirtschaftlich unterschiedlich. Der Trend zu einer st\u00e4rker dezentralen Lohn- und Tarifpolitik verst\u00e4rkt sich. Das erste Opfer sind die Fl\u00e4chentarife, die viel zu viel \u00fcber einen Kamm scheren. Sie werden zwar immer \u00f6fter ge\u00f6ffnet und von betrieblichen B\u00fcndnissen f\u00fcr Arbeit verdr\u00e4ngt. Im Organisationsinteresse der Tarifpartner ist das aber nicht. Kein Wunder, dass sie sich dagegen wehren. Die Nachfrage nach dezentralen institutionellen Arrangements nimmt dennoch weiter zu. Gewerkschaften und Arbeitgeberverb\u00e4nde geraten in die Defensive. Betriebsr\u00e4te und Unternehmensleitungen gewinnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/gewerk3.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/gewerk3.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\"><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Das zweite Opfer ist die Tarifeinheit. Technischer Fortschritt und Globalisierung krempeln die Struktur der Arbeitsnachfrage um. Vor allem qualifizierte Arbeitnehmer sind gefragt. Der technische Fortschritt spielt ihnen in die Karten. Sind sie in betrieblichen \u201eSchl\u00fcsselpositionen\u201c, erzielen sie hohe \u201ewindfall profits\u201c. Es verwundert deshalb nicht, dass sie ein gr\u00f6\u00dferes St\u00fcck des Kuchens haben wollen. Solidarit\u00e4t mit weniger am Markt nachgefragten, oft geringer qualifizierten Arbeitnehmern wird nicht sehr gro\u00df geschrieben. Der interne Verteilungskampf unter den Arbeitnehmern wird h\u00e4rter. St\u00e4rker gefragte Arbeitnehmer wollen die lohn- und tarifpolitische Quersubventionierung durch Fl\u00e4chentarife und betriebliche B\u00fcndnisse f\u00fcr Arbeit ein f\u00fcr alle Mal beenden. Die Anreize der begehrten \u201eSpezialisten\u201c sind gro\u00df, die Interessen in die eigene Hand zu nehmen und berufsst\u00e4ndische Gewerkschaften zu gr\u00fcnden (<a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=16753\">hier<\/a>). \u00c4rzte, Fluglotsen, Piloten und Lokf\u00fchrer z\u00e4hlen zu den Kriegsgewinnlern der wachsenden wirtschaftlichen Heterogenit\u00e4t. Der \u201eneue\u201c Klassenkampf zwischen Arbeitnehmern ist Realit\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Sind Gewerkschaften ein Sozialfall?<\/strong><\/p>\n<p>Die Gewerkschaften sind nicht zu beneiden. Mitglieder laufen ihnen in Scharen weg. Ein Ende ist nicht absehbar. Das schw\u00e4cht sie. Ihr einstmals \u201estarker\u201c Arm reicht nicht mehr so weit, alle R\u00e4der stillstehen zu lassen. Der Abdeckungsgrad der Tarifvertr\u00e4ge geht zur\u00fcck. \u00dcberall entstehen lohn- und tarifpolitisch wei\u00dfe Flecken. Der \u201ealte\u201c Klassenkampf gegen das Kapital ist verloren. Zumindest l\u00e4sst er sich nicht mit den traditionellen lohn- und tarifpolitischen Instrumenten und verhandlungspolitisch archaischen Ritualen gewinnen. Die Lohnquote sinkt weiter. Schlimmer noch, unter gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmern ist ein \u201eneuer\u201c Klassenkampf ausgebrochen. St\u00e4rker gefragte Arbeitnehmer k\u00fcndigen ihre Solidarit\u00e4t mit den Anderen auf. Mit berufsst\u00e4ndischen Spartengewerkschaften fordern sie die Einheitsgewerkschaften heraus. Diese tun sich schwer im institutionellen Wettbewerb mit den Newcomern. Der verfallende Organisationsgrad zwingt sie, sich zu Gro\u00dfgewerkschaften zusammen zu schlie\u00dfen. Nur so glauben sie, \u00fcberleben zu k\u00f6nnen. Mit ihrem Markenzeichen einer \u201esolidarischen\u201c Lohn- und Tarifpolitik k\u00f6nnen sie aber die heterogeneren Interessen einzelner Berufe nicht mehr ad\u00e4quat vertreten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/gewerk4.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/gewerk4.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\"><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Diese Probleme sind nicht auf die Gewerkschaften begrenzt. Sie treffen auch ihren siamesischen Zwilling, die Arbeitgeberverb\u00e4nde. Auch Unternehmen sind immer seltener tarifgebunden. Es verwundert deshalb nicht, dass beide Tarifpartner oft Hand in Hand die Politik um Hilfe bitten. Und die Politik ist gewillt, diese Hilfe zu gew\u00e4hren. Mit der Einf\u00fchrung gesetzlicher Mindestl\u00f6hne sollen lohn- und tarifpolitische wei\u00dfe Flecken getilgt werden. Das gilt auch f\u00fcr die Erleichterungen, die installiert wurden, um Tarifvertr\u00e4ge leichter allgemeinverbindlich zu erkl\u00e4ren (<a href=\"https:\/\/pixeloekonom.de\/2017\/05\/09\/gesetz-zur-achwachung-der-tarifautonomie\/\">hier<\/a>). Mit dem Arbeitnehmer-Entsendegesetz sollen Mindeststandards f\u00fcr Arbeitsbedingungen in besonders gef\u00e4hrdeten Branchen fixiert werden, die die Tarifpartner nicht durchsetzen k\u00f6nnen. Bei der Zeitarbeit k\u00f6nnen tarifgebundene Unternehmen von der Dauer der gesetzlich vorgesehenen zeitlichen Befristung abweichen. Das soll Anreize f\u00fcr Unternehmen schaffen, Mitglied im Arbeitgeberverband zu bleiben oder zu werden. Die Hilfe der Politik soll organisatorische Schw\u00e4chen der Tarifpartner kaschieren und lohn- und tarifpolitische wei\u00dfe Flecken tilgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Gewerkschaften sind fast \u00fcberall nur noch ein Schatten fr\u00fcherer Jahre. Seit Anfang der 80er Jahre bricht ihnen die organisatorische Basis weg. Daf\u00fcr sorgen struktureller Wandel und wirtschaftliche Heterogenit\u00e4t. Globalisierung und technischer Fortschritt treiben beide Entwicklungen. Den \u201ealten\u201c Klassenkampf mit dem Kapital haben die Gewerkschaften l\u00e4ngst verloren. Die Lohnquote ist weiter im Sinkflug. Heterogene Interessen der Arbeitnehmer l\u00f6sen einen \u201eneuen\u201c Klassenkampf aus. Betriebliche B\u00fcndnisse f\u00fcr Arbeit erodieren den traditionellen Fl\u00e4chentarif. Es entstehen immer \u00f6fter lohn- und tarifpolitisch wei\u00dfe Flecken. Neue Sparten- fordern alte Einheitsgewerkschaften heraus. Der institutionelle Wettbewerb ist in vollem Gang. Klar ist: \u00c4ndern sich die realen Verh\u00e4ltnisse, muss sich das institutionelle Arrangement anpassen. Die Gewerkschaften wollen das nicht hinnehmen. Der Staat soll ihnen (und den Arbeitgeberverb\u00e4nden) helfen, den institutionellen Wettbewerb zu z\u00e4hmen. Es wird ihnen nicht gelingen, \u00f6konomische Gesetze auszuhebeln. Auf der Strecke wird allerdings die Tarifautonomie bleiben.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg03.met.vgwort.de\/na\/60cae227889047beb2834c43e5bce0dc\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\"><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Ist der Fl\u00e4chentarifvertrag am Ende? Leider nein. 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