{"id":21222,"date":"2017-07-28T00:01:10","date_gmt":"2017-07-27T23:01:10","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=21222"},"modified":"2017-07-27T16:26:31","modified_gmt":"2017-07-27T15:26:31","slug":"weiter-gehts-eu-kapitalmarktunion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=21222","title":{"rendered":"Weiter geht\u2019s: EU-Kapitalmarktunion"},"content":{"rendered":"<p>In ihrem Reflexionspapier zur Vertiefung der Wirtschafts- und W\u00e4hrungsunion, das am 31. Mai 2017 erschienen ist und die Inhalte des Wei\u00dfbuchs zur Zukunft Europas konkretisieren soll, betont die Europ\u00e4ische Kommission, was bis 2019 zwecks Fortschritten hin zu einer Europ\u00e4ischen Finanzunion zu geschehen hat. So soll nicht nur eine Einigung \u00fcber die Eind\u00e4mmung von Risiken der Banken durch eine europ\u00e4ische Strategie f\u00fcr notleidende Kredite gefunden werden, sondern zus\u00e4tzlich gilt es die beiden noch ausstehenden Komponenten der Bankenunion in trockene T\u00fccher zu bringen. Dies sind die gemeinsame fiskalische Letztsicherung f\u00fcr den einheitlichen Abwicklungsfonds und ein EU-Einlagenversicherungssystem, bekannt unter dem K\u00fcrzel EDIS. Dazu kommt die Umsetzung der Initiativen der Kapitalmarktunion.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Kapitalmarktunion: Weg zur kapitalmarktbasierten Unternehmensfinanzierung<\/strong><\/p>\n<p>Diese sei von zentraler Bedeutung, damit f\u00fcr Haushalte und Unternehmen weitere innovative, nachhaltige und diversifizierte Finanzierungsquellen zur Verf\u00fcgung gestellt werden k\u00f6nnen. Als Beispiele werden ein erweiterter Zugang zu Risikokapital und zu Beteiligungskapital sowie eine Abkehr von der Schuldenfinanzierung genannt. Es soll \u201eein wahrhaft integriertes Finanzierungsumfeld\u201c geschaffen werden, \u201ebei dem die Abh\u00e4ngigkeit von Bankenfinanzierungen geringer ist\u201c als bisher (Reflexionspapier, S. 21). Die Bedeutung der Kapitalm\u00e4rkte bei der Finanzierung von Unternehmen, vor allem jener von kleiner und mittlerer Gr\u00f6\u00dfe sowie bei der Finanzierung von Infrastrukturprojekten soll intensiviert werden. Die nationalen Kapitalm\u00e4rkte sollen \u00fcber die nationalen Grenzen hinweg integriert und das Finanzsystem widerstandsf\u00e4higer gegen\u00fcber Krisen gemacht werden. Im Kern steht also die F\u00f6rderung einer kapitalmarktbasierten Finanzierung.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Ihre Wurzeln: Verbesserte Kapitalversorgung der Realwirtschaft\u00c2\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p>Bereits am 30. September 2015 hatte die Europ\u00e4ische Kommission einen Aktionsplan mit 33 Einzelma\u00dfnahmen vorgestellt, die bis 2019 umgesetzt sein sollen. Die erkl\u00e4rte Zielsetzung besteht in einer Aufwertung des Standortes f\u00fcr Unternehmen in der Europ\u00e4ischen Union sowie der St\u00e4rkung der Wachstumskr\u00e4fte ohne zus\u00e4tzliche Risiken f\u00fcr die Finanzstabilit\u00e4t hervorzurufen. Eine verbesserte Kapitalversorgung der Realwirtschaft sowie die gesamtwirtschaftliche Stabilisierung sollen vor allem \u2013 aber nicht nur \u2013 \u00fcber eine verbesserte KMU-Finanzierung erreicht werden. Inzwischen fand auf der Basis eines Konsultationspapiers ein Mid term-Review statt, der die erzielten Entwicklungen beurteilte sowie die ausstehenden Ma\u00dfnahmen priorisierte und erg\u00e4nzte. Bis Ende 2017 soll ein zeitlich und inhaltlich konkretisierter Ma\u00dfnahmenplan vorgelegt werden. Die Kommission zeichnet dabei ein sehr optimistisches Bild, sind doch bereits zwei Drittel der urspr\u00fcnglich geplanten Ma\u00dfnahmen umgesetzt. Dabei zeigt sich einmal mehr, dass die Europ\u00e4ische Kommission die relevanten Unterschiede in den Mitgliedsstaaten kaum beachtet. Vor allem wird weitgehend ignoriert, dass die EU-Mitgliedstaaten ihre eigenen Finanztraditionen, Unternehmensstrukturen sowie Finanzierungsbed\u00fcrfnisse und -strukturen haben. Die zahlreichen Bekundungen, dass es sich bei den vorgeschlagenen kapitalmarktbasierten Instrumenten vor allem um komplement\u00e4re handeln w\u00fcrde, sind geeignet, eine gewisse Skepsis hervorzurufen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Unterschiedliche Finanzierungsstrukturen und \u2013kulturen<\/strong><\/p>\n<p>W\u00fcrde man streng theoretisch argumentieren, w\u00fcrden \u00e4hnliche Unternehmen unabh\u00e4ngig von ihrem Standort \u00e4hnliche Finanzierungen w\u00e4hlen. Doch die Realit\u00e4t der Unternehmensfinanzierung weicht auch in den EU-Mitgliedsstaaten deutlich davon ab. So sind sektorale und regionale Marktunvollkommenheiten, Pfadabh\u00e4ngigkeiten und Traditionen, institutionelle Strukturen wie die Bankenstrukturen und deren Entstehung zu ber\u00fccksichtigen. Die Determinanten der Unternehmensfinanzierung stammen nicht nur von den Unternehmens- und Markmerkmalen, sondern sind eben auch in Strukturen, formellen und informellen Institutionen begr\u00fcndet. Bereits Unterschiede in den Unternehmensmerkmalen wie der Bonit\u00e4t, Unternehmensgr\u00f6\u00dfe, Finanzierungspr\u00e4ferenzen, nicht-preisliche Faktoren wie Erfahrungen etc. sowie in den Finanzierungsvolumina sowie konjunkturellen Faktoren als Marktmerkmale k\u00f6nnen vor\u00fcbergehend oder auch auf Dauer nationale Eigenheiten in den Finanzierungsstrukturen bewirken. Nicht \u00fcberraschend festigen sich langfristig wirksame Unterschiede in den Finanzierungsstrukturen und \u2013kulturen durch institutionelle Gegebenheiten. Solche sind die oftmals historisch bedingte Struktur des Bankenmarktes, die Qualit\u00e4t der Finanzintermediation, die z.B. durch die Verf\u00fcgbarkeit von Finanzierungsarten sowie von Kreditsubstituten zum Ausdruck kommt, F\u00f6rderstrukturen und die steuerliche Behandlung der Unternehmensfinanzierung. Zahlreiche weitere Faktoren k\u00f6nnen genannt werden. Da in der Kapitalmarktunion der Angleichung der KMU-Finanzierung gro\u00dfes Gewicht beigemessen wird, hat auch die Bedeutung des Mittelstandes insgesamt sowie der Gr\u00fcndungsszene in den Mitgliedsstaaten und deren Determinanten hohe Relevanz. Noch abstrakt bleibend kann vermutet werden, dass die genannten Faktoren in der Unternehmens- und Bankenwelt der Europ\u00e4ischen Union nicht vernachl\u00e4ssigt werden d\u00fcrfen. Lassen sich die vermuteten Unterschiede auch empirisch feststellen?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Divergenzen im Zugang zu KMU-Krediten<\/strong><\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische Union argumentiert in ihrer Begr\u00fcndung f\u00fcr die Notwendigkeit einer Kapitalmarktunion, dass sich der Zugang von KMU zu Bankkrediten im Zusammenhang mit der Finanzmarktkrise verschlechtert h\u00e4tte. Wird Abbildung 1 betrachtet, stellt sich heraus, dass gem. Auskunft der Unternehmensvertreter die Ablehnung von Kreditantr\u00e4gen sowie die nur teilweise Bewilligung von Krediten stark unterschiedlich ausgepr\u00e4gt ist. Der Kreditzugang ist in S\u00fcdeuropa und hier vor allem in den ehemaligen oder aktuellen Krisenstaaten schwierig, w\u00e4hrend vor allem in Deutschland und \u00d6sterreich, aber auch in zahlreichen anderen Mitgliedsstaaten keinesfalls ein struktureller Kreditengpass festzustellen ist. Die hohe Ablehnungsquote in den Niederlanden konnte auf Nachfrage weder von Experten in den Niederlanden noch in der Europ\u00e4ischen Kommission erkl\u00e4rt werden. Die Europ\u00e4ische Kommission will mit der Kapitalmarktunion die KMU weniger abh\u00e4ngig von der Bankenfinanzierung machen und vernachl\u00e4ssigt dabei beharrlich, dass in manchen Mitgliedsstaaten Hausbankbeziehungen eine lange Tradition haben, was sich zum Abbau von Informationsasymmetrien bew\u00e4hrt hat. Zus\u00e4tzlich haben sich mittelstandsaffine Genossenschaftsbanken und Sparkassen gro\u00dfe Expertise in der Mittelstandsfinanzierung erworben. Dass sie unterschiedliche Marktanteile in den einzelnen Staaten mit entsprechenden Konsequenzen in der Kreditversorgung aufweisen, zeigt Abbildung 2.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/bank1.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/bank1.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/bank2.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/bank2.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Divergenzen bei Kreditmargen und Kreditkosten<\/strong><\/p>\n<p>Zahlreiche weitere Unterschiede lassen sich feststellen. So k\u00f6nnen die Banken In den europ\u00e4ischen L\u00e4ndern unterschiedliche Margen im Kreditgesch\u00e4ft erzielen (zwischen 0,5 und 3,5%). In Ost- und S\u00fcdeuropa spiegeln die h\u00f6heren Margen vor allem Risikopr\u00e4mien. Auch die Kreditkosten f\u00fcr die Unternehmen unterscheiden sich und sind insbesondere f\u00fcr die s\u00fcdlichen und osteurop\u00e4ischen L\u00e4nder hoch. So weist Luxembourg im Durschnitt 1,5% aus, Estland 3%, Zypern 4%. Deutliche Divergenzen zeigen sich auch in den finanziellen Verbindlichkeiten der Unternehmen sowie ihren Verschuldungsst\u00e4nden. Schlie\u00dflich zeigt Abbildung 3 mitgliedslandspezifische Finanzierungsstrukturen der Unternehmen, insbesondere bei der Aufteilung in Eigenkapital und Kredite.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/bank3.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/bank3.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Relevanz und Nutzung von Finanzierungsarten<\/strong><\/p>\n<p>Werden KMU-Befragungsdaten aus den Eurol\u00e4ndern (SAFE: Survey on the Access to Finance of Enterprises, European Commission\/European Central Bank Survey) herangezogen, setzt sich das divergente Bild der Finanzierungsstrukturen von mittelst\u00e4ndischen Unternehmen fort. Gefragt wird sowohl nach der Relevanz als auch nach der Nutzung einzelner Finanzierungsarten. Insgesamt zeigt Abbildung 4 in den Eurol\u00e4ndern eine hohe Bedeutung der Relevanz von Kreditlinien, Bankkrediten und Leasing, w\u00e4hrend Schuldverschreibungen als kaum relevant eingesch\u00e4tzt werden. Im Detail zeigen sich dann aber gro\u00dfe Abweichungen f\u00fcr die einzelnen Finanzierungsarten zwischen den L\u00e4ndern, sowohl was die Einsch\u00e4tzung der Relevanz als auch die Nutzung betrifft. Bankkredite haben in allen L\u00e4ndern hohe Relevanz, werden aber vor allem in Frankreich, Belgien, Spanien und Italien auch priorit\u00e4r genutzt (Abbildung 5). Kreditlinien und \u00dcberziehungskredite sind das Instrument, dessen Bedeutung am h\u00f6chsten eingesch\u00e4tzt wird. Es wird auch am st\u00e4rksten genutzt, an der Spitze stehen Irland und Finnland, an letzter Stelle Griechenland. Handelskredite werden in den deutschsprachigen L\u00e4ndern und den Niederlanden nur wenig genutzt, sehr stark hingegen in Irland und Gro\u00dfbritannien sowie in den Krisenl\u00e4ndern der Eurozone. Nur geringe Relevanz f\u00fcr KMU haben in den meisten Eurol\u00e4ndern Schuldverschreibungen, wohingegen ihre starke Nutzung in Griechenland darauf hindeutet, dass sie als Substitut zum Bankenzugang verwendet werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/bank4.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/bank4.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/bank5.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/bank5.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Rangfolge der Finanzierungsarten<\/strong><\/p>\n<p>Hohe Relevanz haben Leasing und Factoring in Finnland, Deutschland, Portugal, Frankreich, Irland und \u00d6sterreich, genutzt werden sie vor allem In Finnland, Deutschland, Frankreich, \u00d6sterreich und Gro\u00dfbritannien. Relativ geringe Relevanz wird ihnen mit Ausnahme von Portugal in den s\u00fcdeurop\u00e4ischen Mitgliedsstaaten zugeschrieben, wo diese Instrumente auch kaum genutzt werden. Bei der Eigenkapitalfinanzierung stellt sich allgemein heraus, dass die Einsch\u00e4tzung der Relevanz die tats\u00e4chliche Nutzung deutlich \u00fcbersteigt. Es kristallisieren sich drei Gruppen heraus. Eine hohe Relevanz zeigt sich f\u00fcr Finnland, Griechenland und Niederlande. Eine mittlere Auspr\u00e4gung weisen Gro\u00dfbritannien, Irland, Frankreich, Belgien, Deutschland sowie \u00d6sterreich auf, w\u00e4hrend Spanien, Portugal, Italien und die Slowakei die Schlussgruppe bilden. Die Innenfinanzierung \u00fcber einbehaltene Gewinne nutzen vor allen Irland und Gro\u00dfbritannien, w\u00e4hrend Belgien, die Niederlande und auch Griechenland wenig Gebrauch davon machen. Zusammenfassend l\u00e4sst sich aus Abbildung 6 eine Rangfolge der Einsch\u00e4tzung der Relevanz der verf\u00fcgbaren Finanzierungsarten ablesen. Es zeigt sich, dass kein klares Muster festzustellen ist und Unterschiede in der Reihung der Finanzierungsarten und der f\u00fcr diese Finanzierungsarten angegebenen Relevanz ins Auge springen. Dies gilt, obwohl Bankkredite und Kreditlinien in den meisten L\u00e4ndern f\u00fcr KMU sehr relevant sind und Schuldverschreibungen eine nur geringe Bedeutung aufweisen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/bank6.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/bank6.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Was folgt daraus?<\/strong><\/p>\n<p>Dass erhebliche Unterschiede in den Finanzierungsstrukturen der KMU in den einzelnen Staaten ebenso wie erhebliche Abweichungen im Zugang zu Finanzierungen bestehen, sollte bei den Ambitionen nicht vernachl\u00e4ssigt werden, mit denen derzeit die Kapitalmarktunion vorangetrieben wird. Einheitliche europ\u00e4ische Regulierungen der Unternehmensfinanzierung, die die gewachsenen Strukturen nicht ber\u00fccksichtigen, k\u00f6nnen zu Finanzierungsbr\u00fcchen f\u00fcr die Unternehmen f\u00fchren. Dies sollte nicht nur bei der Bankenregulierung deutlich mehr beachtet werden als bisher, sondern auch bei der Konstruktion einer Kapitalmarktunion, die eine deutlichen Pr\u00e4ferenz f\u00fcr die Kapitalmarktfinanzierung statt des bew\u00e4hrten \u201eRelationship Banking\u201c in zahlreichen EU-Mitgliedsstaaten aufweist. Einmal mehr sollte beachtet werden, dass nur eine behutsame Angleichung von institutionellen Strukturen auch zu einer Konvergenz von Finanzierungsmustern f\u00fchren wird. Ist eine solche \u00fcberhaupt notwendig und wenn ja, weshalb? Auch bei der Finanzierung der mittelst\u00e4ndischen Unternehmen sollte dem Institutionenwettbewerb Raum gelassen werden und sollte nicht die Ungeduld zur Vereinheitlichung die Fehler der Vergangenheit wiederholen lassen.<\/p>\n<p><strong>Literatur:<\/strong><\/p>\n<p>Europ\u00e4ische Kommission: Reflexionspapier zur Vertiefung der Wirtschafts- und W\u00e4hrungsunion, 31. Mai 2017, Br\u00fcssel, <a href=\"http:\/\/bdi.eu\/media\/topics\/global_issues\/downloads\/Reflection_Paper_EMU_DE.pdf\">http:\/\/bdi.eu\/media\/topics\/global_issues\/downloads\/Reflection_Paper_EMU_DE.pdf<\/a><\/p>\n<p>Europ\u00e4ische Kommission (2017): Weissbuch zur Zukunft Europas. Die EU der 27 im Jahr 2025 \u2013 \u00dcberlegungen und Szenarien, COM(2017)2025, 1. M\u00e4rz 2017, Br\u00fcssel, <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/transparency\/regdoc\/rep\/1\/2017\/DE\/COM-2017-2025-F1-DE-MAIN-PART-1.PDF\">https:\/\/ec.europa.eu\/transparency\/regdoc\/rep\/1\/2017\/DE\/COM-2017-2025-F1-DE-MAIN-PART-1.PDF<\/a><\/p>\n<p>European Commission (2015): Communication from the Commission to the European Parliament, the Council, the European Economic and Social Committee and the Committee of the regions. Action Plan on Building a Capital Markets Union, COM(2015) 468 final, 30. September 2015, Br\u00fcssel, <a href=\"http:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/EN\/TXT\/?uri=CELEX%3A52015DC0468\">http:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/EN\/TXT\/?uri=CELEX%3A52015DC0468<\/a><\/p>\n<p>European Commission (2017): Communication from the Commission to the European Parliament, the Council, the European Economic and Social Committee and the Committee of the regions on the Mid-Term Review of the Capital Markets Union Action Plan, COM(2017) 292 final, 8. Juni 2017, Br\u00fcssel, <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/info\/sites\/info\/files\/communication-cmu-mid-term-review-june2017_en.pdf\">https:\/\/ec.europa.eu\/info\/sites\/info\/files\/communication-cmu-mid-term-review-june2017_en.pdf<\/a><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In ihrem Reflexionspapier zur Vertiefung der Wirtschafts- und W\u00e4hrungsunion, das am 31. 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