{"id":23133,"date":"2018-06-21T00:01:35","date_gmt":"2018-06-20T23:01:35","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=23133"},"modified":"2018-07-24T10:58:22","modified_gmt":"2018-07-24T09:58:22","slug":"kippt-donald-trump-das-geschaeftsmodell-dleistungsbilanz-protektionismus-transferunion-und-populisten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=23133","title":{"rendered":"Kippt Donald Trump das &#8222;Gesch\u00e4ftsmodell Deutschland&#8220;? <br><font size=3; color=grey>Leistungsbilanz, Protektionismus, Transferunion und Populisten<\/font>"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><em>&#8222;So now we will also impose import tariffs. <\/em><em>This is basically a stupid process, the fact that we have to do this. But we have to do it. We will now impose tariffs on motorcycles, Harley Davidson, on blue jeans, Levis, on Bourbon. We can also do stupid. We also have to be this stupid.&#8220;<\/em> (Jean-Claude Juncker)<\/p><\/blockquote>\n<p>Deutschland ist gegenw\u00e4rtig wirtschaftlich sehr erfolgreich. Unternehmen suchen h\u00e4nderingend nach Arbeitskr\u00e4ften der meisten Qualifikationen. Die EZB ist verzweifelt, weil die Inflation einfach nicht richtig steigen will. Substantiell h\u00f6here (Real)L\u00f6hne beteiligen die Arbeitnehmer am Aufschwung. An der im internationalen Vergleich relativ geringen Ungleichheit der verf\u00fcgbaren Einkommen m\u00e4kelt nur noch das DIW. Seit Mitte der 00er Jahre geht es aufw\u00e4rts. Weder die Finanz- noch die Euro-Krise konnten bisher den Trend brechen. Das ist im internationalen Vergleich einmalig. Einen wichtigen Impuls f\u00fcr diese positive Entwicklung setzt der industrielle Sektor. Er ist auf den Weltm\u00e4rkten sehr erfolgreich, schafft gut bezahlte Arbeitspl\u00e4tze, ist ausgesprochen innovativ, treibt das wirtschaftliche Wachstum und ist eine wichtige Quelle des Wohlstandes f\u00fcr alle. Damit k\u00f6nnte es aber bald ein Ende haben. Der Aufschwung ist ein Boom auf Messers Schneide. \u00dcber allem schwebt das Damoklesschwert des strukturellen Wandels. Deutschland hinkt strukturell erheblich hinterher. Schon der &#8222;Fl\u00fcgelschlag eines Schmetterlings&#8220; k\u00f6nnte chaotische Zust\u00e4nde im Strukturwandel ausl\u00f6sen. Weltweite protektionistische Tendenzen sind vielleicht der Anlass. Donald Trump k\u00f6nnte das &#8222;Gesch\u00e4ftsmodell D&#8220; kippen. Das h\u00e4tte weitrechende Konsequenzen f\u00fcr die deutsche wirtschaftliche Entwicklung.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Pfeiler des &#8222;Gesch\u00e4ftsmodells D&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Das deutsche Gesch\u00e4ftsmodell ist eine Erfolgsgeschichte. Es trug mit dazu bei, dass dem industriellen Sektor hierzulande der Niedergang anderer reicher L\u00e4nder erspart blieb, zumindest bisher (<a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=21381\">hier<\/a>). Nach den ehernen Gesetzen des Strukturwandels steht Deutschland die weniger sch\u00f6ne Seite des Prozesses der \u201esch\u00f6pferischen Zerst\u00f6rung\u201c erst noch bevor. Der Automobilbau ist eine Schl\u00fcsselbranche. Er macht fast 15 % der Wertsch\u00f6pfung des Verarbeitenden Gewerbes aus und besch\u00e4ftigt 11 % der Arbeitnehmer. Der weiter schwelende Dieselskandal und h\u00f6here amerikanische Z\u00f6lle auf Autos, mit den Donald Trump immer wieder droht, k\u00f6nnten den Abw\u00e4rtsprozess ausl\u00f6sen. Damit w\u00fcrde auch der \u00c4rger \u00fcber die \u00dcbersch\u00fcsse in der deutschen Leistungsbilanz verrauchen. Der weltweite Erfolg des deutschen industriellen Sektors und (wachsende) \u00dcbersch\u00fcsse in der Leistungsbilanz gehen seit langem Hand in Hand. Sektorstrukturen und Leistungsbilanzen sind zwei Seiten ein und derselben Medaille (<a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=7809\">hier<\/a>). L\u00e4nder mit einem starken Industrieanteil sind meist auch L\u00e4nder mit \u00dcbersch\u00fcssen in der Leistungsbilanz. Dagegen weisen L\u00e4nder mit einem schwachen industriellen Sektor oft Defizite in der Leistungsbilanz auf. Die \u201emagische\u201c Schwelle scheint bei 15 % Industrieanteil zu liegen.<\/p>\n<p>Der Erfolg des industriellen Sektors hat viele V\u00e4ter. Ein dynamisches Unternehmertum ist ein wichtiger Anker. Deutschland hat eine relativ erfolgreiche Unternehmensstruktur. Mittelst\u00e4ndische und gro\u00dfe Unternehmen sind gut gemischt. Mit der dualen Ausbildung wird eine breite Basis f\u00fcr eine gute berufliche Ausbildung gelegt. Das ist neben den Investitionen in den MINT-F\u00e4chern eine wichtige Voraussetzung f\u00fcr qualifizierte Arbeitnehmer. Aber auch die Forschungsstruktur ist intakt. Mit den Universit\u00e4ten, privaten und staatlichen Forschungseinrichtungen und einem regional breit gef\u00e4cherten Netz von Fachhochschulen wird eine wichtige Grundlage gelegt. In Deutschland hat sich im Laufe der Jahrzehnte eine Vielzahl von wettbewerbsf\u00e4higen Clustern entwickelt. Nicht die staatliche Industriepolitik war der entscheidende Impulsgeber. Es waren vor allem private Unternehmen, die auf diesem Feld aktiv waren. Das Problem der Anma\u00dfung von Wissen wurde so minimiert. Viele \u201ehidden champions\u201c sind das Ergebnis dieses erfolgreichen institutionellen Arrangements. Aber auch die Tarifpartner tragen ihren Teil zum Erfolg bei. Vor allem eigent\u00fcmerorientierte Mittelst\u00e4ndler haben f\u00fcr eine st\u00e4rkere Verbetrieblichung der Lohn- und Tarifpolitik gek\u00e4mpft. Betriebliche B\u00fcndnisse f\u00fcr Arbeit pr\u00e4gen den Sektor, in mittelst\u00e4ndischen Unternehmen mehr als in Gro\u00dfbetrieben. Flexibilit\u00e4t und Innovation sind das Ergebnis.<\/p>\n<p>Erfolgreich kann der industrielle Sektor allerdings nur sein, wenn die G\u00fcter- und Faktorm\u00e4rkte international offen sind. Das gilt europa- und weltweit. Daf\u00fcr haben in den vergangenen Jahrzehnten der europ\u00e4ische Binnenmarkt und die Globalisierung gesorgt. Das hat nicht nur dem Handel mit G\u00fctern gut getan. Es hat auch geholfen, die Produktion selbst mittelst\u00e4ndischer Unternehmen weltweit zu strukturieren. Die Globalisierung ist nicht mehr nur ein Handel mit G\u00fctern. Sie umfasst die Produktion von Produkten in fernen L\u00e4ndern. Das erfordert internationale Kapitalstr\u00f6me. Es werden aber immer \u00f6fter auch Teile der Wertsch\u00f6pfungskette internationalisiert. \u00c2\u00a0Das erh\u00f6ht die Effizienz der Produktion, macht aber den Produktionsprozess anf\u00e4lliger gegen St\u00f6rungen, auch protektionistische. Den deutschen Unternehmen hat auch der Euro geholfen. Mit der EWU wurden die Kosten der Kurssicherung sozialisiert, zumindest im Handel und Kapitalverkehr in der EWU. Im internationalen Gesch\u00e4ft mit Drittl\u00e4ndern hat die unkonventionelle Geldpolitik der EZB geholfen. Sie sorgte mit daf\u00fcr, dass der Euro aus deutscher Sicht zeitweise gegen\u00fcber anderen W\u00e4hrungen unterbewertet war. Die Fu\u00dfkranken in der EWU dr\u00fcckten den Wert des Euro. Davon haben vor allem deutsche Unternehmen des industriellen Sektors profitiert. Martin Wolf, der Herausgeber der FT, sprach von \u201estrukturellem Merkantilismus\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Wackelt das \u201eGesch\u00e4ftsmodell D\u201c?<\/strong><\/p>\n<p>Der gro\u00dfe industrielle Sektor macht Deutschland verwundbar. Mittel- und l\u00e4ngerfristig kann er dem strukturellen Wandel nicht entkommen. Der industrielle Sektor wird schrumpfen. Wenn alles gut l\u00e4uft, ist der Strukturwandel aber beherrschbar. Der Verlust an Arbeitspl\u00e4tzen im Industriesektor wird mehr als aufgewogen durch neue Arbeitspl\u00e4tze im Dienstleistungssektor. Allerdings entsteht auf den Arbeitsm\u00e4rkten ein Mismatch-Problem. Von der aktiven Arbeitsmarktpolitik ist dabei nicht viel Hilfe zu erwarten. Dagegen hilft bei einem allm\u00e4hlichen Wandel vor allem der Generationenwechsel. Wirklich schwierig wird es allerdings, wenn der Strukturwandel relativ abrupt erfolgt. Daf\u00fcr spricht leider einiges. Ein Grund sind die hohen \u00dcbersch\u00fcsse in der deutschen Leistungsbilanz, die auch aus einem starken industriellen Sektor heraus entstehen. Der \u00c4rger der internationalen Handelspartner, allen voran der USA aber auch europ\u00e4ischer Defizit-L\u00e4nder, \u00fcber diese Entwicklung ist schon gegenw\u00e4rtig betr\u00e4chtlich. Sollte der amerikanische Pr\u00e4sident tats\u00e4chlich ernst machen und auch Z\u00f6lle auf den Import deutscher Autos erheben, kann es weltweit zum protektionistischen Dammbruch kommen. Der w\u00e4re bei einem Handelskrieg unausweichlich. Darunter w\u00fcrde vor allem der deutsche Industriesektor leiden. Mit der deutschen wirtschaftlichen St\u00e4rke w\u00e4re es dann relativ schnell vorbei.<\/p>\n<p>Eine andere Gefahrenquelle f\u00fcr das deutsche Modell lauert in der k\u00fcnftigen Entwicklung der EWU. Die Geldpolitik der EZB ist seit der Euro-Krise nominell extrem expansiv. Das war bei Ausbruch der Krise wohl unvermeidlich, um den Euro zu retten. Nach der Krise ging diese Politik aber unvermindert weiter. Begr\u00fcndet wurde sie von der EZB mit der Angst vor einer nahenden Deflation in der EWU. Dieses Argument war vorgeschoben. Tats\u00e4chlich ging es vor allem darum, die internationale Wettbewerbsf\u00e4higkeit europ\u00e4ischer Unternehmen auf den Weltm\u00e4rkten zu verbessern. Mit der expansiven Geldpolitik verringerte sich der Au\u00dfenwert des Euro wieder. Von diesen w\u00e4hrungspolitischen Vorteilen profitierten vor allem deutsche Unternehmen des industriellen Sektors. Das ist auch ein Grund f\u00fcr die wachsenden \u00dcbersch\u00fcsse in der deutschen Leistungsbilanz. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung in Europa ist es h\u00f6chste Zeit, geldpolitisch umzukehren. Zinserh\u00f6hungen der EZB sind eine Frage der Zeit. Die k\u00fcnstlichen W\u00e4hrungs- und Preisvorteile werden verschwinden. Darunter wird der industrielle Sektor hierzulande mehr leiden als anderswo. Einen wirklichen Nackenschlag erhielte der deutsche Industriesektor allerdings, wenn die EWU zerbrechen w\u00fcrde. Die Aufwertungseffekte einer \u201eharten\u201c Kern-EWU oder der neuen DM w\u00e4ren erheblich. Sie w\u00fcrden den strukturellen Transformationsprozess stark beschleunigen.<\/p>\n<p>Dem deutschen industriellen Sektor droht nicht nur Ungemach von au\u00dfen. Die Politik hierzulande tut einiges, die internationale Wettbewerbsf\u00e4higkeit der deutschen Unternehmen zu besch\u00e4digen. Eine erste Gefahr kommt von einem expandierenden Sozialstaat. In den Systemen der sozialen Sicherung wird das Versicherungselement zur\u00fcckgedr\u00e4ngt, die Umverteilungskomponente gewinnt an Gewicht. Die Rente mit 63 und die M\u00fctterrente sind nur die Spitze des umverteilungspolitischen Eisberges. Unter der sich weiter \u00f6ffnenden Steuer- und Abgabenschere leidet die internationale Wettbewerbsf\u00e4higkeit. Das ist aber noch nicht alles. Sozialpolitisch motivierte regulierende Eingriffe in die Arbeitsm\u00e4rkte sind Legion. Vor allem die Mindestl\u00f6hne sind ein Problem. Das gilt f\u00fcr tarifliche, gesetzliche und soziale. Problematisch ist aber auch das Gesetz zur Tarifeinheit. Es nimmt dem industriellen Sektor einen wichtigen komparativen Vorteil in einer Welt wachsender unternehmerischer und beruflicher Heterogenit\u00e4ten. Die Politik plant weitere standort- und wettbewerbsfeindliche Aktivit\u00e4ten. Die Atomindustrie hat sie schon vertrieben, die Gentechnik wurde aus Deutschland verbannt, die Chemieindustrie wird madig gemacht, die IT-Technologie ist f\u00fcr viele Teufelszeug. In der Umweltpolitik folgt sie dem um sich greifenden \u201eHass auf die Verbrenner\u201c. Das bekommt der Automobilindustrie nicht gut.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Deutschland in der industriellen Falle<\/strong><\/p>\n<p>Die Angst um den wichtigen industriellen Sektor pr\u00e4gt die deutsche Politik welt- und europaweit. International offene M\u00e4rkte sind f\u00fcr Deutschland lebenswichtig. Nur dann kann der Industriesektor seine St\u00e4rken ausspielen. Ein Handelskrieg w\u00fcrde vor allem Deutschland sehr schaden. Es wird deshalb in der EU darauf hinwirken, auf die zollpolitischen Nadelstiche von Donald Trump verhalten zu reagieren. Einen eskalierenden Handelskrieg der EU mit den USA wird Deutschland auf alle F\u00e4lle zu verhindern suchen. Das gilt selbst dann, wenn die USA tats\u00e4chlich Z\u00f6lle auf europ\u00e4ische Autos erheben sollte. Die deutschen Autobauer werden ihren Einfluss geltend machen, dass die EU den USA entgegenkommt und die europ\u00e4ischen Z\u00f6lle auf amerikanische Autos dem niedrigeren Zollniveau der USA ann\u00e4hert. Vor allem die deutschen Autobauer glauben sich, trotz Dieselskandal, wettbewerbsf\u00e4hig genug, mit den amerikanischen Hersteller in Europa locker mithalten zu k\u00f6nnen. Es d\u00fcrfte allerdings nicht ganz einfach sein, alle EU-L\u00e4nder auf eine gemeinsame Linie zu bringen. Italienische und franz\u00f6sische Autobauer sind eher skeptisch, was ihre Wettbewerbsst\u00e4rke gegen amerikanische Hersteller angeht. Es ist trotzdem unwahrscheinlich, dass die EU handelspolitisch ernsthaft auf eine \u201eTit for Tat\u201c-Strategie setzt. Eher ist mit einer Abr\u00fcstung in der Zollpolitik zu rechnen. \u00d6konomisch w\u00e4re das sinnvoll (<a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=23110\">hier<\/a>).<\/p>\n<p>Die Schwierigkeiten sind damit f\u00fcr Deutschland nicht zu Ende. L\u00e4sst sich die EU auf eine solche handelspolitische Abr\u00fcstungsstrategie ein, werden vor allem die S\u00fcdl\u00e4nder daf\u00fcr eine Gegenleistung verlangen. Frankreich hat schon einmal verlauten lassen, dass es mehr deutsche \u201eSolidarit\u00e4t\u201c einfordere. Worin diese Solidarit\u00e4t besteht liegt auf der Hand: Die Europapolitik soll den im letzten Herbst ge\u00e4u\u00dferten europapolitischen Vorschl\u00e4gen von Emmanuel Macron folgen. Und die neue italienische Regierung w\u00fcnscht \u201eflexiblere\u201c Fiskalregeln und einen sp\u00fcrbaren Schuldenschnitt der EZB. Damit stehen wieder die Punkte einer Weiterentwicklung der EWU auf der Agenda, die Angela Merkel in ihrer Antwort auf Emmanuel Macron bisher verbal nur widerwillig anpackt: Ein europ\u00e4ischer Finanzminister, ein gro\u00dfes EWU-Budget, \u201eflexiblere\u201c fiskalische Regeln, eine europ\u00e4ische Einlagensicherung, die Emission gemeinsamer Anleihen (Eurobonds) und eine europaweite Arbeitslosenversicherung. Der Preis, den Deutschland f\u00fcr weltweit offene M\u00e4rkte zahlen muss, w\u00e4re das Zugest\u00e4ndnis zu weiteren Schritten in eine europ\u00e4ische Haftungsunion. Es w\u00e4re ein Treppenwitz der Weltgeschichte, wenn es Donald Trump mit seinen handelspolitischen Dummheiten gelingen w\u00fcrde, den Weg der EWU zu einer Wirtschaftsregierung zu ebnen, weil Deutschland den notwendigen strukturellen Wandel verpasst hat.<\/p>\n<p>Weitere Schritte in eine Transferunion sind f\u00fcr Deutschland riskant. Es mag sein, dass man damit die Populisten des S\u00fcdens befriedet. Die Hoffnung ist, dass sie sich ihren Widerstand gegen die EWU mit deutschem Geld abkaufen lassen. Das verringert allerdings die hausgemachten Probleme in diesen L\u00e4ndern nicht. Das Gegenteil d\u00fcrfte der Fall sein. Die Anreize steigen, mit dem staatlichen Schlendrian fortzufahren. Das tut aber der langfristigen Stabilit\u00e4t der EWU nicht gut. Mit dem Weg in eine europ\u00e4ische Transferunion verschafft man sich allerdings in der EWU nicht einmal kurzfristig eine Atempause. Was die Populisten im S\u00fcden m\u00f6glicherweise in Schach h\u00e4lt, ist Wasser auf die M\u00fchlen der Populisten im Norden. Weitere Schritte in die europ\u00e4ische Haftungsunion sto\u00dfen auf den erbittern Widerstand rechtspopulistischer Parteien, wie der AfD in Deutschland, den Rechtspopulisten in den Niederlanden und den starken Rechtsparteien in Skandinavien. Sie werden ihren europafeindlichen Kurs noch h\u00e4rter am politischen Wind fahren. Es spricht vieles daf\u00fcr, dass sie damit bei Wahlen weiter erfolgreich sein werden. Die deutsche Politik w\u00fcrde sich mit einem solchen Man\u00f6ver &#8211; noch mehr Geld f\u00fcr Europa gegen handelspolitische Abr\u00fcstung der EU &#8211; nicht einmal kurzfristig Luft verschaffen. Deutschland k\u00e4me vom handelspolitischen Regen in die (rechts)populistische Traufe.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Mit seiner handelspolitischen Obsession man\u00f6vriert Donald Trump vor allem Deutschland in eine verzwickte Lage. Riskiert er einen Handelskrieg, kommt der deutsche industrielle Sektor, eine Schl\u00fcsselbranche hierzulande, unter die R\u00e4der. Deutschland wird deshalb alles tun, die europ\u00e4ischen Partner von einem eskalierenden konfrontativen handelspolitischen Kurs gegen die USA abzubringen. Das kann nur gelingen, wenn es eine Gegenleistung anbietet. Nach der europapolitischen Initiative von Emmanuel Macron wird das die Zustimmung zu einer \u201eneuen\u201c E(W)U sein. Den Weg f\u00fcr eine europ\u00e4ische Wirtschaftsregierung zu ebnen, ist allerdings riskant. Mit einer weiter ausgebauten Transferunion kann man vielleicht die Populisten des S\u00fcdens bes\u00e4nftigen und sie ein St\u00fcck weit von ihrem europafeindlichen Kurs abbringen. Allerdings st\u00e4rkt man mit einer solchen Strategie die Populisten im Norden der EU. Die W\u00e4hler werden deren Europafeindlichkeit noch mehr als bisher schon honorieren. Es scheint als habe Deutschland nur die Wahl zwischen Pest (Protektionismus) und Cholera (Populismus). Wenn es schlecht l\u00e4uft, bekommt es beides. Das schadet der wirtschaftlichen Entwicklung und untergr\u00e4bt die politische Stabilit\u00e4t. Auf Deutschland und Europa kommen so oder so schwere Zeiten zu.<\/p>\n<p><strong>Blog-Beitr\u00e4ge zum Thema:<\/strong><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=21381\">Der Anfang vom Ende? <span style=\"color: grey; font-size: medium;\">Strukturwandel, Leistungsbilanzen und Automobile<\/span><\/a><\/p>\n<p>Hans-Joachim Hass: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=18174\">Digitalisierung \u2013 Folgen f\u00fcr das \u201eGesch\u00e4ftsmodell D\u201c<\/a><\/p>\n<p><span class=\"byline\"><span class=\"author vcard\">Matthias Kullas und Bert van Roosebeke: <\/span><\/span><a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=10320\">Das \u201eGesch\u00e4ftsmodell Deutschland\u201c in der Kritik<\/a><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=8912\">Steht das \u201cGesch\u00e4ftsmodell Deutschland\u201c\u009d auf der Kippe? <\/a><span style=\"color: grey; font-size: medium;\">Euro-Rettungsschirme sind \u201cstruktureller Merkantilismus\u201c\u009d<br \/>\n<\/span><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;So now we will also impose import tariffs. This is basically a stupid process, the fact that we have to do this. But we have &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=23133\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eKippt Donald Trump das &#8222;Gesch\u00e4ftsmodell Deutschland&#8220;? <br \/><font size=3; color=grey>Leistungsbilanz, Protektionismus, Transferunion und Populisten<\/font>\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n<p><!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on wp_trim_excerpt --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on wp_trim_excerpt --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on wp_trim_excerpt --><\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":23137,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2451,1200,2170,2416,31,2245,2364,1506],"tags":[556,795,2251,797],"class_list":["post-23133","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-amerikanisches","category-freihandlerisches","category-handelspolitisches","category-industriepolitisches","category-politisches","category-populistisches","category-protektionistisches","category-weltwirtschaftliches","tag-berthold","tag-deutschland","tag-donald-trump","tag-geschaftsmodell-deutschland"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Kippt Donald Trump das &quot;Gesch\u00e4ftsmodell Deutschland&quot;? 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