{"id":23494,"date":"2018-08-19T06:53:45","date_gmt":"2018-08-19T05:53:45","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=23494"},"modified":"2018-08-22T13:44:43","modified_gmt":"2018-08-22T12:44:43","slug":"die-werte-der-wirtschaft-14-konsequenzen-von-statuskaempfen-um-positionsgueter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=23494","title":{"rendered":"<font size=3; color=grey>Die Werte der Wirtschaft (14) <\/font><br\/>Konsequenzen von Statusk\u00e4mpfen um Positionsg\u00fcter"},"content":{"rendered":"<p>Warum wird heute so viel \u00fcber Umverteilung diskutiert? Warum w\u00e4chst die Kluft zwischen Arm und Reich? Warum wird in armen Bev\u00f6lkerungsschichten nicht mehr an das Versprechen geglaubt: Wer mehr leistet, bringt es im Leben weiter?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Antwort darauf d\u00fcrfte zumindest zum Teil darin begr\u00fcndet liegen, dass auch \u00e4rmere Menschen heutzutage prim\u00e4r nicht mehr nach materiellen G\u00fctern streben, sondern nach Statusgewinn in der Gesellschaft. Das obige Versprechen klingt auch hierf\u00fcr verlockend, kann aber zu unangenehmen Trugschl\u00fcssen f\u00fchren. Denn wenn es beinhalten sollte, dass man es bei entsprechender Leistung weiterbringen werde im Leben als andere, so muss sich dieses Versprechen nicht unbedingt erf\u00fcllen. Leistung f\u00fchrt nicht automatisch zu h\u00f6herem Status und damit zu mehr Lebenszufriedenheit. Wenn aufgrund dieses Versprechens n\u00e4mlich alle gleicherma\u00dfen mehr leisten, passiert mit Blick auf den individuellen Status: gar nichts.<\/p>\n<p>F\u00fcr jeden Statusgewinn gibt es n\u00e4mlich bei anderen Personen immer entsprechende Statuseinbu\u00dfen. Solange es hierbei nur um relative Positionen in einer Gesellschaft geht, mag eine solche Verschiebung von Status ein Nullsummenspiel darstellen: Wo Statusgewinne bei den einen entstehen, kommt es zu Statusverlusten bei den anderen. Doch wenn Statusk\u00e4mpfe Auswirkungen durch die Nachfrage nach Positionsg\u00fctern auf dem G\u00fctermarkt haben, so kann es \u00a0auch zu Ineffizienzen kommen. Diese lassen aus dem vermeintlichen Nullsummenspiel dann ein Negativsummenspiel werden. Das individuelle Statusstreben kann dann sogar alle schlechter stellen.<\/p>\n<p>Vor allem die Nutzung sogenannter Positionsg\u00fcter zur Abbildung von Status ist f\u00fcr die Gesellschaft problematisch, da die Positionsg\u00fcter ja nur ein Proxy sind f\u00fcr den Wunsch nach Anerkennung. Sie werden daher eigentlich zu stark nachgefragt, was allokative und distributive Verzerrungen mit sich bringt. Um dies n\u00e4her zu erl\u00e4utern, wird im Folgenden besseren Verst\u00e4ndnis zuerst die Theorie der Positionsg\u00fcter in K\u00fcrze dargestellt (vgl. Hirsch, 1980).<\/p>\n<p>Positionsg\u00fcter sind G\u00fcter, die deshalb nachgefragt werden, weil ihr Kauf einen bestimmten Status in der Gesellschaft kennzeichnet. Wer das Positionsgut inne hat, zeigt, dass er sich dieses leisten kann. Das Angebot an Positionsg\u00fctern ist dadurch gekennzeichnet, dass es vergleichsweise starr ist. Es w\u00e4chst nicht mit, wenn es zu einem positiven Wirtschaftswachstum kommt. Dies f\u00fchrt bei vielen Positionsg\u00fctern zu absoluter physischer Knappheit. Beispiele f\u00fcr solche Knappheit sind die Verf\u00fcgbarkeit von Boden oder von nat\u00fcrlichen Ressourcen. Es kommt aber mitunter auch zu gesellschaftlicher Knappheit, die sich entweder daraus ergeben kann, dass die Knappheit selbst unmittelbar die Befriedigung ausl\u00f6st (wie zum Beispiel beim Besitz seltener Kunstwerke), oder die daraus entsteht, dass Engp\u00e4sse durch den vermehrten Konsum des Gutes auftauchen und sich st\u00f6rend auf eben diesen Konsum auswirken (Hirsch, 1980, S. 41ff.). Die Einsamkeit beim Wandern in sch\u00f6ner Landschaft ist ein gutes Beispiel hierf\u00fcr. In diesem Fall wird die individuelle Zufriedenheit, die sich aus der Nutzung eines Gutes ergibt, davon beeinflusst, in welchem Ausma\u00df andere dieses Gut konsumieren.<\/p>\n<p>Der heute viel zu wenig beachtete britische \u00d6konom Fred Hirsch (1980, S. 58ff.) beschreibt <strong>drei unterschiedliche Prozesse (Auktion, Andrang und Siebung)<\/strong>, wie die Nachfrage nach Positionsg\u00fctern gesteuert werden kann. Daraus l\u00e4sst sich dann herleiten, zu welchen gesellschaftlichen Problemen diese Prozesse jeweils f\u00fchren.<\/p>\n<p>Der erste Prozess der Nachfragesteuerung ist eine Art der <strong>Auktion<\/strong>, bei welcher der Preis \u00fcber die Vergabe des Positionsgutes entscheidet. Angelehnt an Hirsch l\u00e4sst sich hier als Beispiel ein Feriendomizil am Strand heranziehen: War es bei geringem Einkommen der Menschen vor einigen Jahrhunderten noch vergleichsweise wertlos, da niemand Zeit f\u00fcr Urlaub hatte, ist es heute von erheblichem Wert. Mit zunehmendem Wohlstand werden solche Feriendomizile begehrter. War bei niedrigem Wohlstand der Bev\u00f6lkerung der Grundst\u00fcckswert eines solchen Feriendomizils kaum h\u00f6her als der landwirtschaftliche Nutzwert, so ist bei hohem Wohlstand, wenn viele sich solch ein Feriendomizil leisten wollen, der Grundst\u00fcckswert relativ zum Preis anderer G\u00fcter wesentlich h\u00f6her, so dass wiederum nur wenige Personen sich ein solches Grundst\u00fcck mit Feriendomizil leisten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Villa am Strand ist zum Statussignal geworden. Ihr Preis ist \u00fcberproportional zu den anderen Preisen angestiegen. Ist sie hinreichend knapp, so wird beim Verkauf des Feriendomizils der Verk\u00e4ufer zum Monopolisten, der \u00fcber eine Auktion die Nachfrage des H\u00f6chstbietenden f\u00fcr ein Unikat absch\u00f6pfen kann.<\/p>\n<p>Wer bereits fr\u00fch eine gro\u00dfe Menge des Positionsgutes erwerben kann, profitiert deshalb langfristig vom Preisanstieg des Gutes. Um im Beispiel des oben bereits angef\u00fchrten Feriendomizils zu bleiben, wird derjenige zunehmend reicher, der bereits fr\u00fch dieses Domizil gekauft hat, als es noch relativ g\u00fcnstig war. Wollen mit allgemein zunehmendem Wohlstand immer mehr Menschen ein solches in seinem Angebot begrenztes Feriendomizil erwerben, gewinnt das Feriendomizil an Wert und verschafft demjenigen, der zu Beginn einen geringen Startvorteil hatte, einen relativ immer gr\u00f6\u00dferen Vorteil. Dies ist jedoch nicht nur ein Statusvorteil, sondern wird auch zunehmend zu einem finanziellen Vorteil. Das Verm\u00f6gen des fr\u00fchen Feriendomizilk\u00e4ufers wird durch die Wertsteigerung des Feriendomizils wachsen, ohne dass er daf\u00fcr etwas unternehmen muss. Dies zementiert nat\u00fcrlich Einkommens- und Verm\u00f6gensunterschiede und unterh\u00f6hlt langfristig die Umsetzung von Chancengerechtigkeit.<\/p>\n<p>F\u00fcr eine Marktwirtschaft ist diese Distributionswirkung \u00e4u\u00dferst problematisch, denn eine Zementierung bestehender Verh\u00e4ltnisse nimmt dem notwendigen \u201espirit of competition\u201c, der Akzeptanz von Wettbewerbsprozessen, den Wind aus den Segeln. Die einen, die fr\u00fch ein Positionsgut billig erwerben konnten, profitieren ohne jegliche Leistung von seiner Wertsteigerung. Die anderen, die sich anfangs kein Positionsgut leisten konnten, \u00fcberbieten sich in ihren Leistungen, k\u00f6nnen aber mitunter die Preissteigerungen des Positionsgutes trotzdem nicht durch Mehrleistung kompensieren und gehen daher leer aus.<\/p>\n<p>Der zweite Prozess der Nachfragesteuerung nach Positionsg\u00fctern ist ein \u00fcberm\u00e4\u00dfiger<strong> Andrang<\/strong> nach dem entsprechenden Gut, ohne dass ein Preisanstieg den Andrang reguliert. Dies f\u00fchrt zu einer Entwertung des Gutes in seiner Eigenschaft als Positionsgut (Hirsch, 1980, S. 64ff.). Hierf\u00fcr ist ein kostspieliger Urlaub am vergleichsweise menschenleeren Traumstrand ein gutes Beispiel. Am Traumstrand sucht man Ruhe und Zuflucht vor den Nachteilen des heimischen Arbeitsstresses; gleichzeitig ist man unter sich, da Angeh\u00f6rige niedriger Statusgruppen sich den Urlaub am Traumstrand nicht leisten k\u00f6nnen. Doch stetes Einkommenswachstum und damit eine Zunahme des Tourismus zum Traumstrand ver\u00e4ndern den Charakter des Traumstrandes und berauben ihn seiner Vorteile. Dies f\u00fchrt dazu, dass neue Traumstr\u00e4nde gesucht und touristisch aufbereitet werden, die mit weiterer Expansion des Tourismus wiederum ihre Vorteile verlieren. Ein \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Nachfragedruck nach solchen G\u00fctern f\u00fchrt damit unweigerlich entweder zur Qualit\u00e4tsverschlechterung durch \u00fcberm\u00e4\u00dfige Nutzung oder zu protektionistischen Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>Statusk\u00e4mpfe k\u00f6nnen in einem solchen Szenario zu Ressourcenverschwendung f\u00fchren (Hirsch, 1980, S. 64ff.). Die steigende Nachfrage nach einem Urlaub am Traumstrand f\u00fchrt nicht nur zu einer Qualit\u00e4tsverschlechterung des Traumstrandes an sich. Es kommt zudem zu einer Entwertung des Strandes in seiner Funktion als Positionsgut und infolge dessen zur Suche nach einem neuen Traumstrand, der wohlm\u00f6glich ferner als der vorherige Strand liegt, auf jeden Fall aber teurer ist als jener. Der Effekt l\u00e4sst sich vergleichen mit einer Menschenansammlung, in der einige Personen sich auf die Zehenspitzen stellen, um besser sehen zu k\u00f6nnen. Sie wenden Ressourcen auf, um einen individuellen Vorteil (das Positionsgut) zu erlangen. Wenden dann alle diese Ressourcen auf und stellen sich auf die Zehen, sieht niemand besser, aber alle m\u00fcssen sich zus\u00e4tzlich anstrengen, um auf Zehen zu stehen. Die bessere Position verliert ihren Wert. Mithin werden zus\u00e4tzlich Ressourcen aufgewendet, ohne dass diese irgendjemandem einen h\u00f6heren Nutzen erbringen.<\/p>\n<p>Es gibt keinen Gewinner aus dieser Art des Positionsg\u00fcterwettbewerbs \u2013 das Nullsummenspiel wird hier in der Tat zum Negativsummenspiel. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn ein Allmendegut zum Positionsgut wird. Die Eigenschaft der Nichtausschlie\u00dfbarkeit von Allmendeg\u00fctern sorgt f\u00fcr eine \u00fcberm\u00e4\u00dfige Nutzung, die durch die steigende Wertsch\u00e4tzung des Gutes als Positionsgut noch weiter anw\u00e4chst. Der negative externe Effekt, der von der Nachfrage nach einer besseren Position auf die anderen Mitglieder der Gesellschaft ausge\u00fcbt wird, verbraucht Ressourcen, die an anderer Stelle fehlen. Die Nachfrage nach Positionsg\u00fctern sorgt hier f\u00fcr Ressourcenverschwendung.<\/p>\n<p>Als dritten Prozess der Nachfragesteuerung nennt Hirsch (1980, S. 70ff.) die <strong>Siebung<\/strong>. Bestes Beispiel hierf\u00fcr ist der Kampf um F\u00fchrungspositionen im Unternehmen. Die Organisation unserer Arbeitsabl\u00e4ufe ist hierarchisch aufgebaut, wobei Vorgesetzte auf jeder Ebene \u00fcblicherweise mehrere ihnen unterstellte Mitarbeiter beauftragen und kontrollieren. Hieraus ergibt sich eine pyramidenf\u00f6rmige Organisation der Arbeitsprozesse. Ein Arbeitsplatz an der Spitze der Pyramide w\u00fcrde aus Gr\u00fcnden der gesellschaftlichen Anerkennung und des damit verbundenen Status einem Arbeitsplatz an der Basis selbst dann vorgezogen, wenn die Entlohnung (und die zu erbringende Anstrengung) auf beiden Arbeitspl\u00e4tzen gleich hoch w\u00e4re. Eine solche F\u00fchrungsposition ist aufgrund der gesellschaftlichen Anerkennung ein typisches Positionsgut.<\/p>\n<p>Weder eine Expansion der Wirtschaft durch Wachstum, eine zunehmende Kapitalakkumulation noch eine steigende Bildung und damit mehr verf\u00fcgbares Humankapital sorgen daf\u00fcr, dass diese Art des Positionsgutes in ihrem Angebot reichlicher vorhanden sein wird. Mit zunehmendem Einkommensniveau und Bildungsniveau werden F\u00fchrungspositionen als m\u00f6gliche Arbeitspl\u00e4tze von den Besch\u00e4ftigten st\u00e4rker nachgefragt. Da sich F\u00fchrungspositionen nicht am Markt kaufen lassen, scheidet der Preis als Regulierungsinstrument aus. Um den Zugang nach solchen Positionsg\u00fctern zu erschweren, bietet es sich zum einen an, sie durch eine geringere relative Verg\u00fctung der F\u00fchrungskr\u00e4fte unattraktiver zu machen (was einem Preisanstieg im Falle eines Verkaufes einer F\u00fchrungsposition gleich kommt), oder aber, den Prozess der Siebung durch den Einbau zus\u00e4tzlicher Filter l\u00e4nger und schwieriger zu gestalten.<\/p>\n<p>Auch im dritten Prozess der Nachfragesteuerung, sind die gesamtwirtschaftlichen Folgen des individuellen Zieles, ein Positionsgut zu erlangen, negativ (Hirsch, 1980, S. 75ff.). Im Prozess der Siebung kommt es zu einem Ph\u00e4nomen, dass \u00d6konomen als Rattenrennen bezeichnen. Entscheidend gepr\u00e4gt wurde die Analyse des Rattenrennens als ineffizientes Wettbewerbsergebnis und damit als Marktversagen durch Akerlof (1976, S. 603ff.). Zur Veranschaulichung der Auswirkungen sei das Beispiel des Rattenrennens genauer erl\u00e4utert:<\/p>\n<p>Mehrere Ratten starten ein Wettrennen. Im Ziel wartet als Belohnung f\u00fcr eine vordere Platzierung ein St\u00fcck K\u00e4se. Der K\u00e4se wird geteilt. Die erste Ratte erh\u00e4lt die eine H\u00e4lfte, die zweite Ratte ein Viertel, die dritte ein Achtel des K\u00e4sest\u00fccks. Nach diesem Verfahren wird das letzte Achtel an die Ratten auf den weiteren R\u00e4ngen verteilt, so dass jeweils die N\u00e4chstplatzierte wieder eine H\u00e4lfte des verbliebenen K\u00e4ses erh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Zwei Einfl\u00fcsse m\u00f6gen den Ausgang des Wettrennens bestimmen: Erster Einfluss ist das individuelle Talent der Ratte. Es ist eine unver\u00e4nderliche Eigenschaft. Zweiter Einfluss ist die Bereitschaft, sich im Kampf um den K\u00e4se anzustrengen. Dieser Einfluss kann von der Ratte ver\u00e4ndert werden. Um im Wettrennen gut abzuschneiden, werden sich aber alle Ratten anstrengen. Die Gr\u00f6\u00dfe des K\u00e4sest\u00fccks w\u00e4chst jedoch nicht mit den Anstrengungen der Ratten an. K\u00e4se dient in diesem Beispiel als ein typisches Positionsgut.<\/p>\n<p>Die Siegerratte wird nun maximal so viel Anstrengung aufbringen, wie ihr der halbe K\u00e4se als Siegpreis wert ist. Aber auch die anderen werden sich entsprechend anstrengen, in ihren Erwartungen jedoch entt\u00e4uscht werden. Ihre Anstrengungen werden nicht belohnt. Theoretisch \u2013 wenn die individuellen Talente unterschiedlich sind, alle Ratten sich jedoch maximal anstrengen \u2013 ist die Verteilung der K\u00e4sest\u00fccke die gleiche, wie wenn alle Ratten sich gar nicht anstrengen, sondern zum Ziel spazieren w\u00fcrden. Nur das angeborene Talent entscheidet letztlich bei gleicher Anstrengung \u00fcber die Platzierungen. Die einzelne Ratte geht jedoch davon aus, dass ihr die Investition in das Positionsgut K\u00e4se eine bessere Position und damit mehr K\u00e4se einbringt \u2013 wenn jedoch alle in die Erlangung dieses Positionsgut gleicherma\u00dfen investieren, ist eine Positionsverbesserung nicht m\u00f6glich. Selbst, wenn eine Ratte dieses Spiel durchschaut, ist sie jedoch zur Investition gezwungen, da sie ansonsten \u2013 wenn alle anderen investieren \u2013 hinter diese zur\u00fcckf\u00e4llt und ihre bisherige Position (und damit auch K\u00e4seanteile) verliert.<\/p>\n<p>Das Ergebnis von Statusk\u00e4mpfen im marktwirtschaftlichen Prozess f\u00fchrt zu derselben systematischen Verzerrung der Signale, die dem einzelnen Entscheider f\u00fcr seine Wahlm\u00f6glichkeiten gesendet werden. Der ausgelobte Preis der vorderen Position verleitet zu \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Anstrengungen oder Investitionen, ohne dass er deshalb auch erreicht wird. Nach Akerlof (1976) stellt dies ein Marktversagen dar. Neben \u00fcbertrieben hohen Anstrengungen und \u00dcberinvestitionen ist es auch m\u00f6glich, dass einzelne Teilnehmer des Rattenrennens sich entmutigen lassen und den Wettbewerb um Status und Positionsg\u00fcter komplett meiden (Rauscher, 1993). In einer menschlichen Gesellschaft wird dies daf\u00fcr sorgen, dass zunehmend mehr Menschen den Wettbewerbsprozess kritisch sehen.<\/p>\n<p>In einer Demokratie, wo Mehrheitsentscheidungen die staatlichen Regeln bestimmen und damit auch die Eingriffe in die Wettbewerbswirtschaft festlegen, kann dies f\u00fcr die Zukunft der Marktwirtschaft langfristig ein riesiges Dilemma ausl\u00f6sen. Denn der Wunsch nach Status d\u00fcrfte in einer materiell immer reicher werdenden Gesellschaft noch deutlich zunehmen. Und mit ihm auch die Entt\u00e4uschung \u00fcber Wettbewerbsprozesse, in denen Leistung nicht mit Statusgewinnen entlohnt werden.<\/p>\n<h2>Quellen:<\/h2>\n<p>Akerlof, G. (1976): The Economics of Caste and of the Rat Race and Other Woeful Tales, The Quarterly Journal of Economics, Vol. 90, No. 4, S. 599-617.<\/p>\n<p>Hirsch, F. (1980): Die sozialen Grenzen des Wachstums, Cambridge.<\/p>\n<p>Rauscher, M. (1993): Demand for Social Status and the Dynamics of Consumer Behavior, Journal of Socio-Economics, Vol. 22, S. 105-113.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum wird heute so viel \u00fcber Umverteilung diskutiert? Warum w\u00e4chst die Kluft zwischen Arm und Reich? 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