{"id":24923,"date":"2019-03-29T16:32:57","date_gmt":"2019-03-29T15:32:57","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=24923"},"modified":"2021-05-01T09:47:25","modified_gmt":"2021-05-01T08:47:25","slug":"meilensteine-auf-dem-weg-zum-brexitdieser-beitrag-stellt-stets-aktualisierte-informationen-zu-den-neuesten-entwicklungen-bereit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=24923","title":{"rendered":"Meilensteine auf dem Weg zum Brexit <br\/><font size=3; color=red>Aktualisierte Version. Stand: 6. Februar 2020, 8.00 Uhr<\/font>"},"content":{"rendered":"<p><strong>Informationen zur Entwicklung des britischen Pfundes, des britischen Aktienindexes und der Zusammensetzung des britischen Unterhauses befinden sich am Ende des Beitrags.<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Samstag, 01. Februar 2020<\/span><\/p>\n<p><strong>00.00 Uhr: Das Vereinigte K\u00f6nigreich ist endg\u00fcltig aus der EU ausgetreten<\/strong><\/p>\n<p>Als erstes Land hat das UK die Europ\u00e4ische Union verlassen. Es vollzog um Mitternacht Br\u00fcsseler Zeit (23.00 Uhr Ortszeit) den Brexit und trat damit nach 47 Jahren Zugeh\u00f6rigkeit aus der EU aus. In einer \u00dcbergangsphase bis zum Jahresende 2020 sollen nun die k\u00fcnftigen Beziehungen zwischen der EU und Gro\u00dfbritannien ausgehandelt werden.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Mittwoch, 29. Januar 2020<\/span><\/p>\n<p><strong>19.00 Uhr: EU-Parlament stimmt f\u00fcr Brexit-Vertrag<\/strong><\/p>\n<p>Das EU-Parlament in Br\u00fcssel nimmt das Austritts-Abkommen zwischen der EU und dem UK mit gro\u00dfer Mehrheit an. F\u00fcr die Vereinbarung stimmten 621 Abgeordnete, 49 stimmten dagegen, w\u00e4hrend sich 13 Parlamentarier enthielten.<\/p>\n<p>Nun m\u00fcssen nur noch die verbleibenden 27 EU-Mitgliedstaaten das Abkommen ratifizieren, was allerdings nur noch als Formsache gilt.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Montag, 27. Januar 2020<\/span><\/p>\n<p><strong>14.00 Uhr: Johnson tritt in Trumps Fu\u00dfstapfen \u2026<\/strong><\/p>\n<p>Wenige Tage vor dem EU-Austritt Gro\u00dfbritanniens bereitet die britische Regierung offenbar schon erste Schachz\u00fcge f\u00fcr die k\u00fcnftigen Handelsgespr\u00e4che mit anderen L\u00e4ndern vor. So droht Johnson mit Z\u00f6llen von bis zu zehn Prozent auf deutsche Autos und bis zu 30 Prozent auf bestimmte franz\u00f6sische K\u00e4sesorten. Diese \u00dcberlegungen deuten darauf hin, dass Premierminister Boris Johnson in die Fu\u00dfstapfen von Donald Trump zu treten gedenkt, und Druck aus\u00fcben will. Ziel der Zoll-Drohungen ist wohl, die Verhandlungen zu beschleunigen und in eine von Gro\u00dfbritannien gew\u00fcnschte Richtung zu lenken. Mit der EU wollen die Briten einen \u2013 orientiert am CETA-Abkommen mit Kannada \u2013 komplett zoll- und quotenfreien Handel aushandeln, bei dem sie sich aber selbst nicht an alle Regeln halten m\u00fcssen, die in der EU gelten.<\/p>\n<p>Auch die Entscheidung, welche Nationen bei den Handelsgespr\u00e4chen Priorit\u00e4t besitzen werden, d\u00fcrfte der EU nicht gefallen. Einem Bericht der Times zufolge sollen die USA, Japan, Australien und Neuseeland den Vortritt haben \u2013 erst dann will sich Johnson den Verhandlungen mit der EU widmen.<\/p>\n<p>Vieles deutet also darauf hin, dass Boris Johnson (indirekt) doch noch mit einem No-deal-Brexit am Ende dieses Jahres droht. Der k\u00e4me dann zustande, wenn bis zum 31.12.2020 weder ein Handelsvertrag mit der EU vorliegt, noch die \u00dcbergangsfrist verl\u00e4ngert wurde. Dabei sind es wohl weniger die von Johnson angedrohten Z\u00f6lle, die sich zudem im Rahmen der WTO-Regelungen bewegen, sondern vielmehr die dann notwendig werdenden Kontrollen an der Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland, die man (bisher) unter allen Umst\u00e4nden \u2013 insbesondere von Seiten den Republik Irland \u2013 vermeiden wollte.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Freitag, 24. Januar 2020<\/span><\/p>\n<p><strong>19.30 Uhr: Boris Johnson unterzeichnet das Brexit-Abkommen\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Damit steht einem Austritt des UK aus der EU am 31.01.2020, 24.00 Uhr, wohl kaum noch etwas im Wege.<\/p>\n<p><strong>14.00 Uhr: EU-Vertreter unterzeichnen Brexit-Abkommen<\/strong><\/p>\n<p>EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen und Ratspr\u00e4sident Charles Michel haben das Austrittsabkommen mit Gro\u00dfbritannien unterzeichnet. Die abschlie\u00dfende Ratifizierung durch das Europ\u00e4ische Parlament ist f\u00fcr den 29. Januar vorgesehen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Donnerstag, 23. Januar 2020<\/span><\/p>\n<p><strong>20.00 Uhr: K\u00f6nigin Elizabeth II. hat das Brexit-Gesetz unterschrieben<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Mittwoch, 22. Januar 2020<\/span><\/p>\n<p><strong>20.00 Uhr: Britisches Parlament ratifiziert Brexit-Abkommen <\/strong><\/p>\n<p>Das britische Parlament hat das Gesetz zur Ratifizierung des Brexit-Abkommens verabschiedet. Nach dem Unterhaus passierte der Gesetzesentwurf am Mittwoch auch das Oberhaus. Mehrere \u00c4nderungen, die vom Oberhaus an dem Gesetzentwurf vorgenommen wurden, hatten die Abgeordneten im Unterhaus zuvor wieder r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht. Das Oberhaus willigte letztlich in den Entwurf des Unterhauses ein. Auf den folgenden Seiten finden sich Einzelheiten zu den Abstimmungen im Unter- (<a href=\"https:\/\/hansard.parliament.uk\/Commons\/2020-01-22\/division\/B2DD2E6A-1254-4839-BD56-FBED3BAB2EB2\/EuropeanUnion(WithdrawalAgreement)Bill?outputType=Names]\">hier<\/a>) und Oberhaus (<a href=\"https:\/\/hansard.parliament.uk\/Lords\/2020-01-21\/division\/3F43AA4F-54E1-469A-B1E1-17556C2393D5\/EuropeanUnion(WithdrawalAgreement)Bill?outputType=Names\">hier<\/a>).<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Sonntag, 19. Januar 2020<\/span><\/p>\n<p><strong>20.00 Uhr: Johnson will Zuwanderung schnellstm\u00f6glich begrenzen \u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Nach Zeitungsberichten plant der britische Premierminister Boris Johnson Beschr\u00e4nkungen f\u00fcr gering qualifizierte Einwanderer. Die neuen Regelungen sollen bereits einen Tag nach dem Ende der Brexit-\u00dcbergangsphase Ende Dezember 2020 in Kraft treten.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Freitag, 17. Januar 2020<\/span><\/p>\n<p><strong>12.00 Uhr: Britische Parlamentarier verlassen das Europaparlament <\/strong><\/p>\n<p>Die 73 britischen Abgeordneten im Stra\u00dfburger Europaparlament werden Ende Januar an der letzten Plenarsitzung vor dem Brexit teilnehmen, um anschlie\u00dfend das Europaparlament zu verlassen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Dienstag, 14. Januar 2020<\/span><\/p>\n<p><strong>18.00 Uhr:\u00a0Johnson verweigert neues Referendum \u00fcber Unabh\u00e4ngigkeit Schottlands\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p>Der britische Premierminister Boris Johnson hat die Forderung nach einem zweiten Referendum \u00fcber die Unabh\u00e4ngigkeit Schottlands von Gro\u00dfbritannien (erneut) zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Donnerstag, 09. Januar 2020<\/span><\/p>\n<p><strong>18.00 Uhr: Britisches Unterhaus billigt Brexit-Gesetz abschlie\u00dfend<\/strong><\/p>\n<p>Das britische Unterhaus hat das Gesetz zur Ratifizierung des Brexit-Abkommens mit einer klaren Mehrheit von 330 zu 231 Stimmen verabschiedet. Zu Einzelheiten der Abstimmung siehe hier. Die Ratifizierung des Austrittsabkommens ist die Voraussetzung f\u00fcr den Austritt Gro\u00dfbritanniens aus der Europ\u00e4ischen Union am 31. Januar dieses Jahres. Bevor das Gesetz in Kraft treten kann, muss es allerdings noch durch das Oberhaus best\u00e4tigt werden. Nur wenn dort noch einmal substantielle Ver\u00e4nderungen vorgenommen w\u00fcrden, w\u00e4re eine erneute Zustimmung durch das Unterhaus erforderlich. Da damit allerdings nicht gerechnet wird, scheint das Austrittsdatum 31. Januar 2020 festzustehen.<\/p>\n<p>Der Gespr\u00e4chsstart f\u00fcr die Verhandlungen \u00fcber die k\u00fcnftigen (handelspolitischen) Beziehungen zwischen dem UK und der EU soll dann \u2013 gem\u00e4\u00df dem Verhandlungsf\u00fchrer der EU, Barnier \u2013 Ende Februar oder Anfang M\u00e4rz sein.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Mittwoch, 08. Januar 2020<\/span><\/p>\n<p><strong>18.00 Uhr:\u00a0Johnson spricht sich definitiv gegen eine Verl\u00e4ngerung der Brexit-\u00dcbergangsphase aus<\/strong><\/p>\n<p>Trotz des Dr\u00e4ngens von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und EU-Chefunterh\u00e4ndler Barnier, die \u00dcbergangsphase bis zum endg\u00fcltigen Austritt des UK aus der EU \u00fcber den 31. Dezember 2020 hinaus zu verl\u00e4ngern, hat Boris Johnson erneut seine Ablehnung gegen\u00fcber einem solchen Aufschub deutlich gemacht.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Freitag, 20. Dezember 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>16.00 Uhr: <\/strong><strong>Unterhaus stimmt dem Brexit-Gesetz zu <\/strong><\/p>\n<p>Der Weg f\u00fcr den britischen EU-Austritt Ende Januar ist (endlich) frei. Das Unterhaus billigte in erster Lesung \u2013 nach mehreren vergeblichen Versuchen in den zur\u00fcckliegenden Monaten \u2013 mehrheitlich den von Boris Johnson mit Br\u00fcssel ausgehandelten Austrittsvertrag. 358 Abgeordnete stimmten daf\u00fcr, 234 dagegen. [Einzelheiten zur Debatte und zur Abstimmung findet man unter: <a href=\"https:\/\/hansard.parliament.uk\/Commons\/2019-12-20\/division\/0AAC8F45-3878-40EC-98F6-8663D4666BBF\/EuropeanUnion(WithdrawalAgreement)Bill?outputType=Names\">https:\/\/hansard.parliament.uk\/Commons\/2019-12-20\/division\/0AAC8F45-3878-40EC-98F6-8663D4666BBF\/EuropeanUnion(WithdrawalAgreement)Bill?outputType=Names<\/a>]. Damit hat eine gro\u00dfe Mehrheit der konservativen Abgeordneten, die \u00fcber 365 der 650 Sitze im Unterhaus verf\u00fcgen, f\u00fcr den Austrittsvertrag gestimmt. Die Schlussabstimmung ist f\u00fcr Anfang Januar geplant. Damit steht zwar der Termin f\u00fcr den formalen Austritt des UK aus der EU mit dem 31. Januar 2020 so gut wie fest, aber wohl noch nicht der Termin des faktischen Austritts.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Mittwoch, 18. Dezember 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>18.00 Uhr: Johnson nutzt Wahlsieg, um Brexit voranzutreiben \u2026<\/strong><\/p>\n<p>Der Eintrag vom 14. Dezember hat bereits die Problematik der \u00dcbergangsfrist deutlich gemacht. W\u00e4hrend man allerdings vor der Wahl beabsichtigte, den Premierminister per Gesetz zu zwingen, die \u00dcbergangsfrist vorzeitig bis Ende 2022 zu verl\u00e4ngern, scheint Boris Johnson nun den Spie\u00df umdrehen zu wollen. Denn eine neu hinzugef\u00fcgte Passage im Ratifizierungsgesetz soll genau das Gegenteil bewirken \u2013 n\u00e4mlich eine Verl\u00e4ngerung der \u00dcbergangsfrist \u00fcber Ende 2020 hinaus auszuschlie\u00dfen. Dieser Schritt w\u00fcrde allerdings die Gefahr eines EU-Austritts ohne Anschlussabkommen und damit die Einf\u00fchrung von Handelshindernissen deutlich erh\u00f6hen. Einem Bericht der &#8222;Times&#8220; zufolge sollen aus dem Gesetzentwurf ferner Bekenntnisse zur Einhaltung von EU-Standards gestrichen werden. Dieser Forderung misst die EU jedoch erhebliche Bedeutung zu. So sagte etwa EU-Ratspr\u00e4sident Charles Michel j\u00fcngst, der EU sei ein &#8222;Level Playing Field&#8220; besonders wichtig \u2013 also gleiche Wettbewerbsbedingungen auf beiden Seiten ohne Umwelt-, Sozial- oder Steuerdumping. Schon am Freitag sollen die neu gew\u00e4hlten britischen Abgeordneten \u00fcber das Ratifizierungsgesetz f\u00fcr Johnsons EU-Austrittsabkommen abstimmen. Damit w\u00e4ren die Zeichen eindeutig auf Konfrontation gestellt.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Samstag, 14. Dezember 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>08.00 Uhr: Nach dem Wahlsieg bleibt die Unsicherheit<\/strong><\/p>\n<p>Nach dem \u00fcberzeugenden Sieg von Boris Johnson und seiner Konservativen Partei bei den Parlamentswahlen scheint auf den ersten Blick alles klar zu sein in Sachen Brexit! Mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit wird nun das UK (sp\u00e4testens) zum 31. Januar 2020 die EU formal verlassen. Damit ist aber der gesamte Prozess noch lange nicht abgeschlossen:<\/p>\n<p>Mit einem Austritt des UK am 31. Januar 2020 w\u00fcrde zun\u00e4chst einmal die \u00dcbergangsphase bis Ende 2020 beginnen, w\u00e4hrend der ein Handelsabkommen zwischen dem UK und der EU ausgehandelt werden soll. W\u00e4hrend dieser Zeit bleibt das UK weiterhin Mitglied der EU, ohne allerdings ein Mitspracherecht bei (neuen) Entscheidungen zu haben. Die neue Unsicherheit resultiert nun daraus, dass durch den Wegfall des Backstops im neuen Austrittsabkommen ohne ein bis zum 31. 12. 2020 abgeschlossenes formales Handelsabkommen erneut ein No-Deal-Brexit drohen k\u00f6nnte. Da n\u00e4mlich kaum damit zu rechnen ist, dass bis zu diesem Zeitpunkt ein Handelsabkommen vorliegt oder dessen baldiger Abschluss abzusehen ist, k\u00f6nnte nur eine Verl\u00e4ngerung der \u00dcbergangsfrist einen ungeregelten Brexit (erneut) verhindern. Eine solche Verl\u00e4ngerung, die um zwei Jahre bis Ende 2022 grunds\u00e4tzlich m\u00f6glich w\u00e4re, muss allerdings nach dem neuen Austrittsabkommen bereits am 30.6.2020 beantragt werden \u2013 und zwar allein auf Initiative der britischen Regierung. Eine bereits geplante Initiative (siehe Tweet unten), analog zum Benn Act den regierenden Premierminister bereits fr\u00fchzeitig per Gesetz zu verpflichten, vor dem 30.6.2020 eine Verl\u00e4ngerung der \u00dcbergangsfrist bis Ende 2022 zu beantragen, hat wohl unter den jetzigen Mehrheitsverh\u00e4ltnissen keine Chance mehr, im Parlament angenommen zu werden. F\u00fcr den amtierenden Premierminister Boris Johnson h\u00e4tte eine solche Verl\u00e4ngerung allerdings den entscheidenden Nachteil, dass das UK w\u00e4hrend dieser Zeit Mitglied der Zollunion und des Binnenmarktes bliebe und damit (noch) keine Handelsabkommen mit Drittl\u00e4ndern abschlie\u00dfen k\u00f6nnte und auch kein Mitspracherecht mehr in der EU bes\u00e4\u00dfe!<\/p>\n<p>Mit dem aktuellen Wahlergebnis hat sich damit zwar die Unsicherheit bez\u00fcglich des formalen Austritts aus der EU reduziert, geblieben ist allerdings die Unsicherheit dar\u00fcber, wann der tats\u00e4chliche Austritt erfolgt und wie die entsprechenden Rahmenbedingungen aussehen.<\/p>\n<p>Mit dem Wahlsieg Johnsons droht aber erneut auch ein Auseinanderfallen des UK. Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon will n\u00e4mlich bereits in der n\u00e4chsten Woche den rechtlichen Prozess f\u00fcr ein neues Unabh\u00e4ngigkeitsreferendum in Gang setzen. Da Schottland beim Brexit-Referendum mehrheitlich f\u00fcr einen Verbleib in der EU gestimmt hat, will man den nun drohenden Brexit nicht mittragen. Premierminister Boris Johnson hat einem neuen Unabh\u00e4ngigkeitsreferendum in Schottland allerdings bereits eine klare Absage erteilt. Aus seiner Sicht muss das Ergebnis der Abstimmung von 2014, bei dem man sich f\u00fcr einen Verbleib im UK aussprach, respektiert werden.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Freitag, 13. Dezember 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>08.00 Uhr: Boris Johnson und seine Konservative Partei erringen \u00fcberzeugenden Wahlsieg<\/strong><\/p>\n<p>Die gestrige Wahl zum britischen Unterhaus hat Boris Johnson und seiner Konservativen Partei die absolute Mehrheit beschert (siehe nachstehende Abbildung). Die erforderliche Zahl von 326 Sitzen f\u00fcr die absolute Mehrheit wurde mit den erreichten 364 Sitzen deutlich \u00fcberschritten. Mit einer solch komfortablen Mehrheit sollte es Boris Johnson nun gelingen, seine Brexitpl\u00e4ne \u2013 vielleicht schon bis zum 31. Januar 2020 \u2013 umzusetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/233.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/233.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Freitag, 01. November 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>08.00 Uhr: Konservative Partei liegt 17 Prozentpunkte vor Labour<\/strong><\/p>\n<p>Der nachfolgend aufgef\u00fchrten Umfrage zufolge hat die Konservative Partei von Boris Johnson in j\u00fcngster Zeit erheblich an Beliebtheit gewonnen und wird wohl mit deutlichem Abstand als st\u00e4rkste Partei aus der am 12. Dezember stattfindenden Wahl hervorgehen. Es muss gleichwohl bef\u00fcrchtet werden, dass wieder keine der gro\u00dfen Parteien eine absolute Mehrheit der Mandate erringt. Doch anders als die Labour Partei hat die Konservative Partei wohl auch keine Aussicht darauf, als Minderheitsregierung von einer anderen Partei unterst\u00fctzt zu werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/225.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/225.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Weitere Umfrageergebnisse findet man <a href=\"https:\/\/www.standard.co.uk\/news\/politics\/uk-election-polls-boris-johnson-soars-into-17point-opinion-poll-lead-ahead-of-jeremy-corbyn-a4275276.html\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>Einen \u00dcberblick \u00fcber die Positionen der britischen Parteien im Wahlkampf findet man zum Beispiel an dieser <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/grossbritannien-was-wollen-die-parteien-im-wahlkampf-a-1294121.html\">Stelle<\/a>.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Donnerstag, 31. Oktober 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>18.00 Uhr: Handelsabkommen mit den USA zum Scheitern verurteilt?<\/strong><\/p>\n<p>Das UK hofft darauf, durch ein Freihandelsabkommen mit den Vereinigten Staaten den transatlantischen Warenaustausch zu erh\u00f6hen. Dies soll \u2013 wenigstens zum Teil \u2013 den Wegfall europ\u00e4ischer Absatzm\u00e4rkte durch den geplanten EU-Austritt kompensieren. Nun hat allerdings der amerikanische Pr\u00e4sident Donald Trump den vom britischen Premierminister Boris Johnson nachverhandelten Brexit-Deal scharf kritisiert. Sollte der Brexit zu den Bedingungen des vorliegenden Austrittsabkommens vollzogen werden, w\u00fcrden die Verhandlungen \u00fcber ein Handelsabkommen scheitern, sagt Donald Trump.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Dienstag, 29. Oktober 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>22.00 Uhr: Britisches Parlament stimmt f\u00fcr Neuwahlen am 12. Dezember<\/strong><\/p>\n<p>Das britische Parlament stimmt mit gro\u00dfer Mehrheit dem von Boris Johnson eingebrachten Gesetz zu vorgezogenen Neuwahlen am 12. Dezember 2020 zu. 438 Ja-Stimmen standen nur 20 Nein-Stimmen gegen\u00fcber. Das Oberhaus muss zwar dem Gesetz noch zustimmen, doch das gilt in diesem Fall als Formalie.<\/p>\n<p>Einzelheiten zur Abstimmung finden sich <a href=\"https:\/\/hansard.parliament.uk\/Commons\/2019-10-29\/division\/0D0B7BF8-B60B-41E9-BF12-1460D6A17855\/EarlyParliamentaryGeneralElectionBill?outputType=Names\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>Boris Johnson erhofft sich von der Neuwahl, dass sich der andauernde Streit um den Brexit(-Termin) l\u00f6sen l\u00e4sst. Die Konservative Partei wird dabei mit dem von ihm ausgehandelten Austrittsvertrag in den Wahlkampf ziehen, w\u00e4hrend sich bei der Labour-Partei gegenw\u00e4rtig noch keine eindeutige\u00a0 Brexit-Haltung abzeichnet.<\/p>\n<p><strong>08.00 Uhr: Johnson will heute erneut \u00fcber Neuwahl abstimmen lassen<\/strong><\/p>\n<p>Der britische Premierminister Boris Johnson will heute ein Gesetz f\u00fcr eine vorgezogene Neuwahl am 12. Dezember zur Abstimmung im Parlament stellen. Auf diese Weise will er die eigentlich f\u00fcr eine vorgezogene Parlamentswahl notwendige Zustimmung von zwei Dritteln aller Abgeordneten \u2013 die gestern nicht zustande gekommen ist \u2013 umgehen.<\/p>\n<p>Der nachfolgend aufgef\u00fchrten Umfrage zufolge k\u00f6nnte die Konservative Partei von Boris Johnson zumindest als st\u00e4rkste Partei aus einer solchen Wahl hervorgehen. Es w\u00fcrde aber wohl auch danach ausgesprochen schwer fallen, eine mehrheitsf\u00e4hige Regierung zu bilden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/221.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/221.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Montag, 28. Oktober 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>20.00 Uhr: Johnson scheitert mit Antrag auf Neuwahl<\/strong><\/p>\n<p>Das britische Unterhaus entscheidet gegen eine Neuwahl im Dezember. Johnson h\u00e4tte f\u00fcr seinen Antrag eine Zweidrittelmehrheit gebraucht. Es haben allerdings nur \u00a0299 Abgeordnete \u2013 und damit 135 Abgeordnete zu wenig \u2013 f\u00fcr die Neuwahl gestimmt. Einzelheiten zur Abstimmung finden sich <a href=\"https:\/\/hansard.parliament.uk\/Commons\/2019-10-28\/division\/F2A983C4-95DF-450B-A16D-E2AAC7197B31\/EarlyParliamentaryGeneralElection?outputType=Names\">hier.<\/a><\/p>\n<p><strong>19.00 Uhr: Johnson stimmt Fristverl\u00e4ngerung zu<\/strong><\/p>\n<p>Der britische Premierminister Boris Johnson hat der von der Europ\u00e4ischen Union angebotenen Verschiebung des Brexit auf den 31. Januar zugestimmt. In dem Brief an den EU-Ratspr\u00e4sidenten Donald Tusk bittet der britische Regierungschef die Staatengemeinschaft nach eigenen Angaben auch, eine weitere Brexit-Verschiebung auszuschlie\u00dfen. Er f\u00fcrchte, das Unterhaus werde nie einem Brexit-Vertrag zustimmen, wenn es die Gelegenheit zu einer neuerlichen Verschiebung bekomme. Ein Sprecher der EU best\u00e4tigte den Eingang des Briefes.<\/p>\n<p><strong>11.00 Uhr: EU gew\u00e4hrt Brexit-Aufschub bis zum 31. Januar 2020<\/strong><\/p>\n<p>Die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten haben sich auf eine Verl\u00e4ngerung der Austrittsfrist f\u00fcr das UK geeinigt. Es wird ein weiterer Aufschub um maximal drei Monate bis Ende Januar 2020 gew\u00e4hrt. Sollte die Ratifizierung des mit der EU ausgehandelten Abkommens vor diesem Datum erfolgen, k\u00f6nnte das UK auch fr\u00fcher aus der EU austreten.<\/p>\n<p>Die mittlerweile dritte Verl\u00e4ngerung der Austrittsfrist und die neuen Regelungen des aktuellen Austrittsvertrags bringen allerdings auch neue Probleme mit sich:<\/p>\n<p>Im Gegensatz zum Austrittsdatum ist der Zeitpunkt, an dem die \u00dcbergangsfrist abl\u00e4uft, (bisher) nicht verschoben worden. Dieser Zeitpunkt ist weiterhin der 31. 12. 2020. W\u00e4hrend dieser Zeit soll ein konkretes Handesabkommen zwischen dem UK und der EU ausgehandelt werden. Gleichzeitig bleibt das UK w\u00e4hrend dieser \u00dcbergangszeit noch Mitglied der EU, ohne allerdings ein Mitspracherecht bei (neuen) Entscheidungen zu haben. Mit jeder Verl\u00e4ngerung des Austrittsdatums verk\u00fcrzt sich folglich die \u00dcbergangsfrist. Hinzu kommt, dass durch den Wegfall des Backstops im neuen Austrittsabkommen ohne ein formales Handelsabkommen am 31. 12. 2020 erneut ein No-Deal-Brexit droht. Eine Verl\u00e4ngerung der \u00dcbergangsfrist muss ferner nach dem neuen Austrittsabkommen bereits am 30.6.2020 beantragt werden \u2013 und zwar allein auf Initiative der britischen Regierung. Da kaum damit zu rechnen ist, dass bis zu diesem Zeitpunkt ein Handelsabkommen vorliegt oder dessen baldiger Abschluss abzusehen ist, gibt es bereits eine Initiative (siehe Tweet unten), analog zum Benn Act den dann regierenden Premierminister bereits fr\u00fchzeitig per Gesetz zu verpflichten, vor dem 30.6.2020 eine Verl\u00e4ngerung der \u00dcbergangsfrist bis Ende 2022 zu beantragen. Die Kehrseite einer solchen Verl\u00e4ngerung w\u00e4re aber wiederum, dass das UK w\u00e4hrend dieser Zeit keine Handelsabkommen mit Drittl\u00e4ndern abschlie\u00dfen k\u00f6nnte und auch kein Mitspracherecht mehr in der EU h\u00e4tte!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/220.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/220.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Mittwoch, 23. Oktober 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>08.00 Uhr: Wie reagiert die EU?<\/strong><\/p>\n<p>EU-Ratschef Donald Tusk empfiehlt den Staats- und Regierungschefs, das britische Gesuch einer Frist-Verl\u00e4ngerung um drei Monate bis zum 31. Januar zu akzeptieren.\u00a0 Im Gegensatz dazu sagte die Europa-Staatssekret\u00e4rin Am\u00e9lie de Montchalin am Dienstagabend, eine &#8222;rein technische Verl\u00e4ngerung&#8220; der\u00a0Brexit-Frist &#8222;um einige Tage&#8220; k\u00f6nne gerechtfertigt sein, um dem britischen Parlament Zeit zu geben. Ausgeschlossen sei aber eine\u00a0Brexit-Verschiebung &#8222;um Zeit zu gewinnen oder erneut \u00fcber das Abkommen zu diskutieren&#8220;.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Dienstag, 22. Oktober 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>22.00 Uhr: Abstimmungserfolg und -niederlage f\u00fcr Boris Johnson \u2026<\/strong><\/p>\n<p>In einer ersten Abstimmung hat das britische Unterhaus am Abend den rechtlichen Rahmen f\u00fcr den Austritt des UK aus der EU im Grundsatz gebilligt. Mit einer Mehrheit von 30 Stimmen votierten die Abgeordneten f\u00fcr das zwischen Premierminister Boris Johnson und der EU vereinbarte Gesetzespaket. Daf\u00fcr stimmten 329 Abgeordnete, dagegen 299 Abgeordnete. Auch wenn das Ergebnis als wichtiges Meinungsbild gilt, k\u00f6nnte es gleichwohl im weiteren Gesetzgebungsprozess noch \u00c4nderungsantr\u00e4ge geben, die den Deal am Ende doch noch scheitern lassen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>In einer zweiten Abstimmung hat das Unterhaus dann allerdings gegen eine Vorlage der Regierung votiert, derzufolge sich die Abgeordneten dazu verpflichten sollten, den Brexit-Gesetzgebungsprozess bis Donnerstagabend abzuschlie\u00dfen. 322 Parlamentarier stimmten gegen den \u2013 aus ihrer Sicht zu straffen \u2013 Zeitplan des Premiers, 308 daf\u00fcr.<\/p>\n<p>Im Anschluss an die zweite Abstimmung sagte Johnson im Parlament, dass die EU sich nun entscheiden m\u00fcsse, \u201ewie sie auf die Bitte des Parlaments um einen Aufschub reagieren will. Die Regierung muss die einzig verantwortungsvolle Richtung einschlagen und unsere Vorbereitungen f\u00fcr ein No-Deal-Ergebnis beschleunigen.&#8220; Es sei nun an der EU zu entscheiden, was als n\u00e4chstes passiert. Johnson machte seine Drohung, das Brexit-Gesetz komplett zur\u00fcckzuziehen, nur teilweise wahr und k\u00fcndigte stattdessen an, die Brexit-Gesetzgebung zu unterbrechen \u2013 also eine \u201ePause\u201c einzulegen, bis die EU \u00fcber den Verl\u00e4ngerungsantrag entschieden habe.<\/p>\n<p><strong>16.00 Uhr: Boris Johnson droht damit, das Brexit-Gesetz zur\u00fcckzuziehen<\/strong><\/p>\n<p>Im Falle einer Ablehnung seines straffen Brexit-Zeitplans hat der britische Premierminister Boris Johnson den Abgeordneten im Unterhaus mit einer kompletten R\u00fccknahme seines Brexit-Gesetzes gedroht. Er werde auch Neuwahlen verlangen, sollten die Parlamentarier es ablehnen, dem von ihm vorgesehenen Abstimmungsmarathon in dieser Woche zuzustimmen.<\/p>\n<p><strong>14.00 Uhr: Britische Abgeordnete beklagen Zeitdruck<\/strong><\/p>\n<p>Etwa eine Woche vor dem geplanten\u00a0Brexit\u00a0gibt es im britischen Parlament gro\u00dfe Ver\u00e4rgerung \u00fcber den Zeitdruck. Will Premierminister Johnson das UK wie geplant am 31. Oktober aus der Europ\u00e4ischen Union f\u00fchren, muss er das Gesetz zur Ratifizierung des\u00a0Brexit-Vertrags, das etwa 110 Seiten umfasst, im Eiltempo durch das Parlament peitschen. Dies soll nach seinem Willen bis Donnerstagabend geschehen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Montag, 21. Oktober 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>17.00 Uhr: N\u00e4chste Niederlage f\u00fcr Boris Johnson im britischen Parlament<\/strong><\/p>\n<p>Unterhaussprecher John Bercow hat eine erneute Abstimmung \u00fcber den Brexit-Deal mit der EU abgelehnt. Er begr\u00fcndet seine Entscheidung damit, dass der Entwurf der Regierung in seinem Inhalt derselbe wie der vom Samstag sei. Auch die Umst\u00e4nde h\u00e4tten sich nicht ge\u00e4ndert. &#8222;\u00dcber den Antrag wird heute nicht debattiert, da dies eine Wiederholung und ordnungswidrig w\u00e4re&#8220;, sagte Bercow.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Sonntag, 20. Oktober 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>08.00 Uhr: Wie geht es nun weiter?<\/strong><\/p>\n<p>Nun liegt es am Europ\u00e4ischen Rat zu entscheiden, ob der Verl\u00e4ngerung zugestimmt wird und gegebenenfalls zu welchen Konditionen. Erste Konsultationen dazu finden bereits heute statt.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Samstag, 19. Oktober 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>23.00 Uhr: Boris Johnson reicht Verl\u00e4ngerungsantrag ein. Aber \u2026<\/strong><\/p>\n<p>Premierminister Boris Johnson reicht den \u2013 gem\u00e4\u00df No-Deal-Gesetz erforderlichen \u2013 Antrag zur Verl\u00e4ngerung der Austrittsfrist bis Ende Januar 2020 in Br\u00fcssel ein \u2013 unterschreibt ihn aber nicht pers\u00f6nlich, um zu dokumentieren, dass er zu dieser Antragstellung \u201egezwungen\u201c wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/Tusk.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/Tusk.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Gleichzeitig macht er in einem zweiten Brief deutlich, dass er pers\u00f6nlich anderer Ansicht ist und dass es keine weitere Verz\u00f6gerung des Austritts geben sollte. Vielmehr werde er sich weiter f\u00fcr einen p\u00fcnktlichen Austritt am 31. Oktober einsetzen. Daf\u00fcr werde er kommende Woche das Gesetz zur Ratifizierung des Abkommens ins Parlament einbringen. Ob es zu einer Abstimmung kommt und wie sie gegebenenfalls ausgeht, bleibt allerdings offen.<\/p>\n<p>Den gesamten Schriftverkehr findet man <a href=\"https:\/\/www.dailymail.co.uk\/news\/article-7592073\/Boris-Johnson-sends-THREE-letters-EU-one-urge-Brussels-NOT-grant-delay.html\">hier<\/a>.<\/p>\n<p><strong>16.00 Uhr: Das britische Unterhaus vertagt die Entscheidung \u00fcber den neuen Austrittsvertrag<\/strong><\/p>\n<p>Mit 322 zu 306 Stimmen hat das britische Unterhaus die Entscheidung \u00fcber den neuen Austrittsvertrag vertagt. Damit m\u00fcsste Boris Johnson nun aufgrund des No-Deal-Gesetzes eine Verl\u00e4ngerung der Austrittsfrist bis zum 31. Januar 2020 bei der EU beantragen. Ob dies geschehen wird, oder ob er doch noch einen anderen (Aus-)Weg findet, wird sich in den n\u00e4chsten Stunden zeigen. Falls ein Verl\u00e4ngerungsantrag gestellt wird, kann man wohl von der notwendigen Zustimmung der EU ausgehen. Allerdings k\u00f6nnte es sein, dass man von Seiten der EU die neue Fristverl\u00e4ngerung deutlich verk\u00fcrzt, um den Druck auf das britische Parlament zu erh\u00f6hen. Daf\u00fcr spricht auch, dass (bisher) keine neuen \u201eEntwicklungen\u201c (Neuwahlen, neues Referendum) bekannt sind, die f\u00fcr einen l\u00e4ngeren Aufschub sprechen. Es k\u00f6nnte zu einer Entscheidung wie am 21. M\u00e4rz 2019 kommen (Siehe den entsprechenden Eintrag unten).<\/p>\n<p>Einzelheiten zur Debatte sind <a href=\"https:\/\/hansard.parliament.uk\/Commons\/2019-10-19?showNoDebateMessage=True\">hier<\/a> zu finden.<\/p>\n<p><strong>09.30 Uhr: Die entscheidende Sitzung des britischen Unterhauses beginnt \u2026<\/strong><\/p>\n<p>Zum ersten Mal seit 37 Jahren kommt das britische Parlament an einem Samstag zusammen. Boris Johnson stellt den neuen Austrittsvertrag mit der EU zun\u00e4chst vor und wirbt daf\u00fcr.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Freitag, 18. Oktober 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>12.00 Uhr: Wie sieht der neue Austrittsvertrag aus?<\/strong><\/p>\n<p>Die neuen Regelungen \u2013 insbesondere diejenigen, die die irische Grenze betreffen \u2013 sehen vor, dass das gesamte UK aus der EU \u2013 also der Zollunion und dem Binnenmarkt \u2013 austritt. Diese L\u00f6sung hat zun\u00e4chst den Vorteil, dass eigenst\u00e4ndige Handelsvertr\u00e4ge mit Drittl\u00e4ndern abschlossen werden k\u00f6nnen, die f\u00fcr das gesamte UK gelten. Um gleichwohl die Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland offen zu halten, soll die notwendige Zollgrenze in die Irische See verlegt werden. Um die Zollkontrollen in den britischen und nordirischen H\u00e4fen allerdings zu minimieren und Schmuggel zu vermeiden, soll zun\u00e4chst der EU-Au\u00dfenzoll prophylaktisch auf alle Waren erhoben werden, die in Nordirland ankommen \u2013 auch auf diejenigen aus dem Rest des UK. Verbleiben die Waren in Nordirland, kann der Importeur den Zoll von der britischen Beh\u00f6rde zur\u00fcckfordern (wenn die Waren aus Gro\u00dfbritannien kamen), oder er wird nachtr\u00e4glich mit dem (in Zukunft geltenden) Zoll des UK belastet (wenn sie aus einem Drittland stammen). Die konkrete Umsetzung ist allerdings \u00e4u\u00dferst kompliziert und aufw\u00e4ndig, denn die Zollkontrollen werden von britischen Z\u00f6llnern im Auftrag der EU vorgenommen, es geht ferner um die konkrete Ermittlung und Weiterleitung der Zolleinnahmen an die EU, Klageinstanzen\u00a0im Streitfall und vieles mehr.<\/p>\n<p>Nordirland muss sich ferner langfristig an zahlreiche EU-Vorschriften halten, die den Warenhandel betreffen \u2013 vor allem bei Lebensmitteln und Agrarg\u00fctern. Dies ist notwendig, \u00a0weil aufgrund der offenen irischen Grenze Nordirland (weitgehend) die Normen und Standards im Rahmen des Europ\u00e4ischen Binnenmarktes befolgen muss. Nordirland bleibt damit faktisch weiterhin ein Mitglied des EU-Binnenmarktes f\u00fcr Waren (ohne den gemeinsamen Au\u00dfenzoll) \u2013 die daher weiterhin notwendigen Grenzkontrollen werden auch in diesem Fall in die Irische See verlegt. Dies bedeutet also, dass neben der Zollgrenze in der Irischen See dort auch eine regulatorische Grenze entsteht. Zumindest in dieser Hinsicht kann sich das UK also nicht von den als restriktiv empfundenen EU-Vorschriften l\u00f6sen. Das wird aber auch dazu f\u00fchren, dass sich die entsprechenden Normen und Standards von Gro\u00dfbritannien und Nordirland im Laufe der Zeit auseinanderentwickeln werden. Das wird insbesondere von der nordirischen, protestantischen DUP stark kritisiert. Sie will die Einheit Gro\u00dfbritanniens in jedem Fall wahren.<\/p>\n<p>Weiterhin bleiben wichtige ehemalige Vereinbarungen bestehen. Dazu geh\u00f6rt zum Beispiel das einheitliche Reisegebiet, das Nordirland und die Republik Irland bilden. Diese historische Regelung bedeutet, dass Iren, egal ob von Nordirland oder der Republik Irland, zum Beispiel auf der einen Seite der irischen Grenze wohnen, aber auf der anderen Seite arbeiten k\u00f6nnen. Damit ist praktisch eine Freiz\u00fcgigkeit von Arbeitnehmern und B\u00fcrgern gegeben, obwohl Gro\u00dfbritannien die EU und damit auch die Arbeitnehmerfreiz\u00fcgigkeit verl\u00e4sst. Dies gilt ferner f\u00fcr die Regeln, wonach Nordirland und die Republik Irland zum Beispiel einen einheitlichen Elektrizit\u00e4tsmarkt bilden. Auch in Sachen Mehrwertsteuer gilt das System der EU weiter, was allerdings regelm\u00e4\u00dfig \u00fcberpr\u00fcft werden soll.<\/p>\n<p>Es bleibt also auch im Rahmen des neuen Austrittsabkommens der Nachteil, dass es zu einer (allerdings begrenzten) \u00f6konomischen \u201eSpaltung\u201c des UK kommt, was die Behandlung des Warenverkehrs betrifft. Diese Regelungen k\u00f6nnten allerdings den entscheidenden Punkt bei der Abstimmung am Samstag bilden.<\/p>\n<p>Die Regelungen im Einzelnen k\u00f6nnen <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/commission\/sites\/beta-political\/files\/revised_withdrawal_agreement_including_protocol_on_ireland_and_nothern_ireland.pdf\">hier<\/a> nachgelesen werden.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Donnerstag, 17. Oktober 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>18.00 Uhr: Die erste H\u00fcrde ist genommen \u2026<\/strong><\/p>\n<p>Die Staats- und Regierungschefs der 27 verbleibenden EU-Staaten haben das neue Brexit-Abkommen mit dem UK gebilligt.<\/p>\n<p><strong>12.00 Uhr: Wo ein (politischer) Wille, da ist auch ein Deal \u2026<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/Deal.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/Deal.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Hurra \u2013 es gibt einen neuen Austrittsvertrag! Soweit, so gut. Eine \u00e4hnliche Situation gab es bereits vor knapp einem Jahr, ohne dass der Brexit bisher vollzogen worden w\u00e4re. Die alles entscheidende Abstimmung im britischen Parlament, in dem Boris Johnson keine eigene Mehrheit besitzt, soll am Samstag stattfinden \u2013 und der Ausgang ist vollkommen offen.<\/p>\n<p>Labour-Chef Jeremy Corbyn sprach sich bereits gegen das neue Abkommen aus. Johnson habe einen noch schlechteren Deal ausgehandelt als seine Vorg\u00e4ngerin Theresa May. Er rief die Abgeordneten des britischen Parlaments auf, das Abkommen abzulehnen, und forderte erneut ein zweites Brexit-Referendum.<\/p>\n<p><strong>10.00 Uhr: Austrittsabkommen r\u00fcckt erneut in weit(er)e Ferne<\/strong><\/p>\n<p>Nachdem die Verhandlungen zwischen der EU und dem UK \u00fcber einen geregelten Austritt aus der EU in den letzten Tagen zu Fortschritten gef\u00fchrt hatte, r\u00fcckt zumindest die M\u00f6glichkeit, sich (politisch) \u00fcber ein Austrittsabkommen auf dem heute beginnenden EU-Gipfel zu einigen, seit heute Morgen wieder in weite Ferne. Grund daf\u00fcr ist die Ank\u00fcndigung der protestantischen nordirischen DUP, die j\u00fcngst ausgehandelten Regelungen \u2013 insbesondere bez\u00fcglich der inneririschen Grenzregelungen \u2013 im britischen Parlament nicht mittragen zu k\u00f6nnen (Text siehe unten). Da man weiterhin damit rechnet, dass sich ein Teil der konservativen Abgeordneten an dieser Entscheidung der DUP bei der eigenen Abstimmung orientiert, erscheint eine Mehrheit f\u00fcr die nun ausgehandelten Rahmenbedingungen h\u00f6chst unwahrscheinlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/DUP.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/DUP.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Der Grund f\u00fcr die ablehnende Haltung der DUP sind \u2013 wie bereits beim Backstop des unter Theresa May ausgehandelten Abkommens \u2013 die Regelungen bez\u00fcglich der inneririschen Grenze. Um eine harte Grenze zwischen der Republik Irland und Nordirland zu vermeiden, sah das von Theresa May ausgehandelte Austrittsabkommen vor, dass \u2013 wenn keine andere Regelung zustande kommen w\u00fcrde \u2013 das ganze UK in der Zollunion bleiben sollte. Dies h\u00e4tte allerdings den Nachteil gehabt, dass das UK weiterhin an die EU-Au\u00dfenz\u00f6lle gebunden w\u00e4re und damit keine eigenst\u00e4ndigen Handelsabkommen mit Drittstaaten h\u00e4tte abschlie\u00dfen k\u00f6nnen. Dar\u00fcber hinaus h\u00e4tten unterschiedliche Normen und Standards aber weiterhin Grenzkontrollen erfordert, die allerdings in die Irische See \u2013 also zwischen Nordirland und der britischen Hauptinsel \u2013 verlegt werden sollten. Bereits diese L\u00f6sung war unter anderem am Widerstand der DUP gescheitert, da sie die territoriale Integrit\u00e4t des UK nicht mehr gew\u00e4hrleistet sahen.<\/p>\n<p>Die neuen Regelungen, deren genaues Aussehen allerdings (noch) weitgehend unbekannt ist, sehen wohl vor, dass das gesamte UK offiziell (auf dem Papier) aus der EU austritt, Nordirland aber faktisch in der EU-Zollunion bleibt und auch weiterhin die Normen und Standards im Rahmen des Europ\u00e4ischen Binnenmarktes befolgt \u2013 wie immer diese Konstruktion am Ende benannt wird. Nordirland bliebe damit faktisch weiterhin ein Mitglied des EU-Binnenmarktes f\u00fcr Waren \u2013 die weiterhin notwendigen Grenzkontrollen w\u00fcrden aber auch in diesem Fall in die Irischen See verlegt, was die innerirische Grenze offen halten w\u00fcrde. Die n\u00f6tigen Zoll- und anderen Grenzkontrollen m\u00fcssten in britischen und nordirischen H\u00e4fen stattfinden. Die konkrete Umsetzung ist allerdings kompliziert, denn die EU muss mit den Briten daf\u00fcr nicht nur die Durchf\u00fchrung der Kontrollen vereinbaren, es geht auch um die Weiterleitung von Geldern, Klageinstanzen\u00a0im Streitfall und vieles mehr. Diese L\u00f6sung hat den Vorteil, dass der tats\u00e4chlich ausgetretene Teil des UK (die britische Hauptinsel) eigenst\u00e4ndige Handelsvertr\u00e4ge mit Drittl\u00e4ndern abschlie\u00dfen k\u00f6nnte. Es bleibt aber nach wie vor der Nachteil, dass es zu einer \u00f6konomischen \u201eSpaltung\u201c des UK kommen w\u00fcrde, was die Behandlung des Warenverkehrs betrifft.<\/p>\n<p>Hinzu kommt, dass Schottland bereits die mit Theresa May ausgehandelte L\u00f6sung als Privileg f\u00fcr Nordirland angesehen hat und mit einem erneuten Unabh\u00e4ngigkeitsreferendum gedroht hatte. Aus diesem Grunde ist wohl damit zu rechnen, dass die schottischen Abgeordneten im britischen Parlament auch die neu ausgehandelte Regelung nicht mittragen werden.<\/p>\n<p>Auch in den nun auf dem Tisch liegenden Vorschl\u00e4gen f\u00fcr ein Austrittsabkommen mit der EU finden sich also genug Angriffspunkte, um gegen das Abkommen zu stimmen und damit den Deal zu Fall zu bringen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Dienstag, 15. Oktober 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>20.00 Uhr: Der Countdown l\u00e4uft \u2026 wieder einmal \u2026<\/strong><\/p>\n<p>Nach Zugest\u00e4ndnissen des britischen Premierministers in der letzten Woche wird seit Tagen wieder intensiv \u00fcber ein Austrittsabkommen verhandelt. Der zentrale Streitpunkt ist und bleibt aber die Regelung bez\u00fcglich der Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland, die auch nach dem Austritt des UK aus der EU offen gehalten werden soll. Letztlich geht es also um die Backstop-Regelung. Da das UK auf jeden Fall aus der Zollunion austreten will, um eigene Handelsabkommen mit Drittl\u00e4ndern abschlie\u00dfen zu k\u00f6nnen, werden grunds\u00e4tzlich auch Kontrollen an der inneririschen Grenze notwendig. Um L\u00f6sungen, wie diese zu vermeiden sind, wird nun seit etwas einem Jahr gerungen. Die von der EU im vorliegenden Austrittsabkommen vorgeschlagene L\u00f6sung wurde bisher vom UK bzw. dem britischen Parlament nicht akzeptiert. Die j\u00fcngsten Vorschl\u00e4ge aus London sind, Michel Barnier zufolge, hingegen nicht ausreichend, um die Vorgaben der EU zu erf\u00fcllen. Der britischen Seite wurde noch eine Frist bis Mittwochnachmittag gesetzt, um weiterf\u00fchrende Vorschl\u00e4ge zu unterbreiten.<\/p>\n<p>Premierminister Johnson braucht allerdings noch diese Woche ein konsensf\u00e4higes und rechtsverbindliches Austrittsabkommen. Gelingt dies nicht bis Samstag, den 19. Oktober, dann m\u00fcsste der Regierungschef nach dem vom Parlament verabschiedeten Gesetz bei der EU eine Verl\u00e4ngerung der Austrittsfrist beantragen. Johnson hat sich jedoch immer wieder \u00f6ffentlich festgelegt, den Austritt am 31. Oktober zu vollziehen \u2013 mit oder ohne Vertrag. Sollte noch ein Abkommen zustande kommen, m\u00fcsste es nicht nur vom britischen, sondern auch vom Europ\u00e4ischen Parlament rechtzeitig ratifiziert werden. Das gr\u00f6\u00dfere Problem stellt dabei sicherlich das britische Parlament dar, da es das vorliegende Austrittsabkommen sowie zahlreiche alternative Vorschl\u00e4ge bisher stets abgelehnt hat. Wie Johnson die gesetzlich vorgeschriebene Verschiebung des Austrittstermins (ohne Abkommen) gegebenenfalls umgehen k\u00f6nnte, bleibt allerdings unklar.<\/p>\n<p>Sollte es keine (rechtzeitige) Einigung geben, k\u00f6nnten die Brexit-Gespr\u00e4che nach dem f\u00fcr Donnerstag und Freitag angesetzten regul\u00e4ren EU-Gipfel fortgef\u00fchrt werden. Voraussetzung daf\u00fcr ist aber wohl, dass beide Seiten sich entsprechend weit aufeinander zubewegt haben. F\u00fcr diesen Fall ist auch ein EU-Sondergipfel noch im Oktober im Gespr\u00e4ch. Anderenfalls k\u00f6nnte eine solche Situation aber ausschlaggebend f\u00fcr die Staats- und Regierungschefs der EU-27 sein, einem weiteren Antrag auf Fristverl\u00e4ngerung \u2013 wenn er denn gestellt wird \u2013 zuzustimmen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Donnerstag, 26. September 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>20.00 Uhr: EU-Politiker sehen Einigung mit London in weiter Ferne<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcnf\u00a0 Wochen vor dem geplanten Austritt des UK aus der EU sehen EU-Politiker die Chancen f\u00fcr eine Einigung mit London schwinden. Die Verhandlungen k\u00e4men nicht voran, sagte der Gr\u00fcnen-Fraktionschef im Europaparlament, Philippe Lamberts. Er mahnte neue Vorschl\u00e4ge aus London an. Unterh\u00e4ndler Michel Barnier hatte EU-Abgeordnete \u00fcber den Stand der Verhandlungen mit dem UK informiert, bevor er morgen erneut den britischen Brexit-Minister Stephen Barclay trifft. Lamberts sagte, Barnier habe wenig zu berichten gehabt, denn: \u201eEs tut sich nichts.\u201c<\/p>\n<p>Der Premierminister droht hingegen damit, das Land am 31. Oktober ohne Abkommen aus der EU zu f\u00fchren, sollte sich Br\u00fcssel nicht auf seine Forderungen nach \u00c4nderungen am Brexit-Abkommen einlassen. Wie er allerdings das Gesetz umgehen will, das ihn zum Beantragen einer Verschiebung des Austrittsdatums verpflichtet, falls bis zum 19. Oktober kein Abkommen mit der EU abgeschlossen wurde, ist unklar (siehe hierzu auch den Eintrag vom 04. September, 21.00 Uhr). Johnson spricht in diesem Zusammenhang stets von einem &#8222;Kapitulationsgesetz&#8220;.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Mittwoch, 25. September 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>20.00 Uhr: Johnson fordert die Opposition auf, ihn zu st\u00fcrzen<\/strong><\/p>\n<p>Der britische Premierminister Boris Johnson erkl\u00e4rt in einer Rede vor dem Parlament, dass er die Entscheidung des Supreme Courts f\u00fcr falsch halte. Er betont, dass er den Brexit weiterhin erm\u00f6glichen werde. Zugleich fordert er die Opposition auf, ein Misstrauensvotum gegen ihn anzustrengen, um auf diese Weise Neuwahlen zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p><strong>18.30 Uhr: Parlament soll bald wieder \u00fcber Neuwahl abstimmen<\/strong><\/p>\n<p>Die britische Regierung will demn\u00e4chst erneut \u00fcber eine Neuwahl im Parlament abstimmen lassen. Das sagte der britische Generalstaatsanwalt Geoffrey Cox bei der ersten Sitzung des Unterhauses nach Aufhebung der Zwangspause durch den Supreme Court. Die Opposition lehnt allerdings Neuwahlen ab, solange ein ungeregelter EU-Austritt am 31. Oktober nicht ausgeschlossen ist.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">\u00a0Dienstag, 24. September 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>18.00 Uhr: Johnson fordert erneut Neuwahlen <\/strong><\/p>\n<p>Nach seiner Niederlage vor dem Obersten Gerichtshof fordert Regierungschef Boris\u00a0Johnson\u00a0erneut Neuwahlen. Es liege auf der Hand, dass jetzt &#8222;Wahlen einberufen&#8220; werden m\u00fcssten, sagte der Premierminister am Rande der UN-Vollversammlung in New York. Er lehnte es allerdings trotz der herben Niederlage ab, zur\u00fcckzutreten.<\/p>\n<p><strong>12.00 Uhr: Oberstes britisches Gericht hebt Zwangspause des Parlaments auf<\/strong><\/p>\n<p>Der Supreme Court, das oberste britische Gericht, hat die Zwangspause des Parlaments f\u00fcr illegal und unwirksam erkl\u00e4rt. Die elf Richter des Supreme Courts unter dem Vorsitz von Richterin Lady Brenda Hale entschieden einstimmig, dass die Zwangspause nur den Zweck hatte, das Parlament daran zu hindern, seinem verfassungsm\u00e4\u00dfigen Auftrag nachzukommen.<\/p>\n<p>Das Parlament soll morgen bereits wieder zusammenkommen. Premierminister Boris Johnson lie\u00df hingegen verlauten, dass er mit dem Urteil gar nicht einverstanden ist. Labour-Chef Corbyn legt Boris Johnson nach der Urteilsverk\u00fcndung den R\u00fccktritt nahe.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Montag, 16. September 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>19.00 Uhr: Johnsons Verhandlungen mit der EU bringen kein Ergebnis<\/strong><\/p>\n<p>Ein Gespr\u00e4ch des britischen Premierministers Boris Johnson mit EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker hat keine Fortschritte bez\u00fcglich des Austrittsabkommens gebracht. Juncker unterstrich, die Kommission sei bereit britische Alternativvorschl\u00e4ge zum Backstop, den Johnson unter allen Umst\u00e4nden ablehnt, zu pr\u00fcfen.\u00a0 Er sagte aber auch deutlich, dass solche Vorschl\u00e4ge noch nicht unterbreitet wurden. Johnson, der nach einem weiteren Treffen mit Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel nicht zur vereinbarten Pressekonferenz erschien, gab sp\u00e4ter bekannt, dass man sich einig sei, die Gespr\u00e4che zu intensivieren. Ob die demonstrative Verhandlungsbereitschaft Johnsons in erster Linie einen Versuch darstellt, die Schuld f\u00fcr einen No-Deal-Brexit der EU zuzuweisen, bleibt zun\u00e4chst offen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Donnerstag, 12. September 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>08.00 Uhr: Britische Regierung ver\u00f6ffentlicht Dokument zu den Folgen eines No-Deal-Brexits<\/strong><\/p>\n<p>Auf Druck des Parlaments hat die britische Regierung ein internes Papier (<a href=\"https:\/\/assets.publishing.service.gov.uk\/government\/uploads\/system\/uploads\/attachment_data\/file\/831199\/20190802_Latest_Yellowhammer_Planning_assumptions_CDL.pdf\">hier<\/a>) zu den Folgen eines No-Deal-Brexits ver\u00f6ffentlicht, das den Titel &#8222;Planungsannahmen f\u00fcr den schlimmsten Fall&#8220; tr\u00e4gt.\u00a0 Demnach rechnet auch die Regierung mit erheblichen Folgen eines ungeregelten EU-Austritts, die bisher eher heruntergespielt wurden.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Mittwoch, 11. September 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>12.00 Uhr: Schottisches Gericht erkl\u00e4rt Zwangspause des Parlaments f\u00fcr unzul\u00e4ssig<\/strong><\/p>\n<p>Das h\u00f6chste Gericht Schottlands hat entschieden, dass die von Boris Johnson dem Parlament verordnete Zwangspause unzul\u00e4ssig ist. Aus dem Vorgehen des Premiers sei \u201edie einzig m\u00f6gliche Schlussfolgerung zu ziehen, dass die britische Regierung und der Regierungschef das Parlament beschr\u00e4nken wollten\u201c, so die Richter. Das Gericht teilte aber zugleich mit, dass die endg\u00fcltige Entscheidung in der kommenden Woche beim Obersten britischen Gericht, dem Supreme Court, in London liege.<\/p>\n<p><span style=\"color: red;\">Dienstag, 10. September 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>02.00 Uhr: Das britische Parlament geht in die f\u00fcnfw\u00f6chige Zwangspause<\/strong><\/p>\n<p><strong>01.45 Uhr: Antrag auf Neuwahlen am 15. Oktober wird erneut abgelehnt<\/strong><\/p>\n<p>Der britische Premierminister Boris Johnson scheitert erneut mit seinem Antrag, Neuwahlen am 15. Oktober durchzuf\u00fchren. Die notwendige Zweidrittelmehrheit wurde mit 293 von 650 Stimmen bei Weitem nicht erreicht. Zu Einzelheiten der Abstimmung siehe folgenden <a href=\"https:\/\/hansard.parliament.uk\/Commons\/2019-09-09\/division\/278B7EE2-5313-44EE-B9E7-1D3D1E62F715\/EarlyParliamentaryGeneralElection(No2)?outputType=Names\">Link.<\/a><\/p>\n<p>Eine Neuwahl ist somit vor dem geplanten\u00a0Austritts-Datum am 31. Oktober ausgeschlossen.<\/p>\n<p>Johnson will sich aber dem Gesetz, das ihn zur Brexit-Verschiebung zwingt, nicht beugen. &#8222;Ich habe das Unterhaus aufgefordert, dem Volk zu vertrauen, aber die Opposition glaubt erneut, es besser zu wissen&#8220;, sagte Johnson nach der Abstimmung. Er werde nun nach Br\u00fcssel reisen, um den EU-Austritts seines Landes zu verhandeln und hoffe auf ein Abkommen. Einen Antrag auf eine Verschiebung werde er \u2013 trotz des neuen Gesetzes \u2013 aber nicht stellen.<\/p>\n<p><strong>00.30 Uhr: Premierminister Johnson will keinen Antrag auf Verl\u00e4ngerung des Austrittsdatums stellen<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Ich werde nicht um eine weitere Verschiebung bitten&#8220;, sagte Johnson im Unterhaus. Sollten die Abgeordneten seinen Antrag auf Neuwahlen ablehnen, werde er den EU-Austritt seines Landes vorbereiten \u2013 &#8222;hoffentlich mit einem Abkommen, n\u00f6tigenfalls aber ohne&#8220;.<\/p>\n<p><span style=\"color: red;\">Montag, 09. September 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>21.00 Uhr: Regierung soll Dokumente offenlegen<\/strong><\/p>\n<p>Das britische Unterhaus hat die Regierung zur Herausgabe von Dokumenten zu den Planungen f\u00fcr einen harten Brexit und \u00b4zur Zwangspause des Parlaments aufgefordert. Auch die Planungen und Studien zu den Auswirkungen eines No-Deal-Brexits in der sogenannten &#8222;Operation Yellowhammer&#8220; sollen offengelegt werden. Ein entsprechender Beschluss wurde am Abend mit 311 zu 302 Stimmen angenommen. Zu Einzelheiten des Beschlusses siehe folgenden <a href=\"https:\/\/hansard.parliament.uk\/Commons\/2019-09-09\/division\/B7C74D38-956A-4246-8C9C-A263DBC2BCEA\/Prorogation(DisclosureOfCommunications)?outputType=Names\">Link.<\/a><\/p>\n<p><strong>17.00 Uhr: Parlamentssprecher Bercow gibt seinen R\u00fccktritt bekannt<\/strong><\/p>\n<p>Der Sprecher des Unterhauses, <strong>John Bercow, <\/strong>gibt zu Beginn der heutigen Parlamentsdebatte bekannt, dass er im Falle vorgezogener Neuwahlen nicht noch einmal als Sprecher kandidieren werde. Sollten die Parlamentarier heute nicht f\u00fcr Neuwahlen stimmen, werde er zum 31. Oktober zur\u00fccktreten.<\/p>\n<p><strong>16.50 Uhr: K\u00f6nigin Elisabeth II unterzeichnet Gesetz gegen No-Deal-Brexit<\/strong><\/p>\n<p>Das Gesetz gegen einen No-Deal-Brexit tritt nach der Unterzeichnung durch K\u00f6nigin Elisabeth II in Kraft.<\/p>\n<p><strong>12.50 Uhr:\u00a0Zwangspause f\u00fcr das Britische Parlament beginnt bereits heute <\/strong><\/p>\n<p>Ein Regierungssprecher teilte in London mit, dass das Britische Parlament bereits heute seine damit f\u00fcnfw\u00f6chige Zwangspause antreten soll. Es soll dann erst wieder am 14. Oktober zusammentreten. Zuvor beabsichtigt Premierminister Boris Johnson jedoch, das Unterhaus ein weiteres Mal \u00fcber eine Neuwahl am 15. Oktober abstimmen lassen. Die Oppositionsparteien haben dem Vorsto\u00df allerdings schon im Vorfeld eine Absage erteilt. Dadurch d\u00fcrfte es Johnson nicht gelingen, die f\u00fcr eine Neuwahl notwendige Zweidrittelmehrheit zu erreichen.<\/p>\n<p><span style=\"color: red;\">Sonntag, 8. September 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>10.00 Uhr: Weitere Ministerin verl\u00e4sst die Regierung<\/strong><\/p>\n<p>Die britische Arbeitsministerin Amber Rudd hat ihr Amt aus Protest gegen die Amtsf\u00fchrung von Premierminister Johnson niederlegt. Als Grund nannte sie unter anderem den Rauswurf von Abgeordnetenkollegen aus der Tory-Fraktion durch Premierminister Johnson am Dienstag: \u201eIch kann nicht zusehen, wie gute, loyale, moderate Konservative ausgeschlossen werden\u201c. Dar\u00fcber hinaus sprach sie sich aber auch entschieden gegen den Brexit-Kurs der Regierung aus: \u201eIch kann diesen politischen Vandalismus nicht mittragen.\u201c Es gebe keine Hinweise darauf, dass sich Johnson in Br\u00fcssel um einen Deal bem\u00fche. \u201eEs finden keine formellen Verhandlungen statt.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt; color: #ff0000;\">Freitag, 6. September 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>17.00 Uhr: Britisches Oberhaus nimmt Gesetz gegen No-Deal-Brexit an<\/strong><\/p>\n<p>Das britische Oberhaus hat das Gesetz zur Verhinderung des No-Deal-Brexit verabschiedet. Nach der Zustimmung durch das Oberhauses muss das Gesetz nun (nur) noch von K\u00f6nigin Elizabeth II. unterzeichnet werden. Wenn dies am Montag geschieht, k\u00f6nnte der Weg f\u00fcr Neuwahlen frei sein, den die Opposition bisher davon abh\u00e4ngig macht, dass eine weitere Verschiebung des Brexits gesichert ist. Zugleich k\u00f6nnten Neuwahlen ein \u201eguter Grund\u201c sein, damit die EU dem Aufschub des Austrittstermins zustimmt.<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><strong>11.30 Uhr: Klage gegen die Zwangspause des Parlaments abgewiesen<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Ein Londoner Gericht hat die Klage der Anti-Brexit-Aktivistin Gina Miller gegen die f\u00fcnfw\u00f6chige Zwangspause des britischen Parlaments abgewiesen. Die Richter haben allerdings eine Berufung beim h\u00f6chsten britischen Gericht, dem Supreme Court, zugelassen. Dort soll voraussichtlich am 17. September \u00fcber die Klage verhandelt werden \u2013 also zu einem Zeitpunkt, zu dem sich die Abgeordneten bereits in der Zwangspause befinden..<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Donnerstag, 5. September 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>19.00 Uhr: Johnson lehnt Brexit-Verschiebung ab<\/strong><\/p>\n<p>Auf die Frage, ob er bei der EU um eine erneute Verschiebung des Brexit bitten w\u00fcrde, sagte Premierminister Boris Johnson: \u201eNein, er w\u00fcrde lieber tot in einem Graben liegen.\u201c Eigenen Aussagen zufolge denkt er auch nicht \u00fcber einen R\u00fccktritt nach. Sein Plan lautet stattdessen: &#8222;Ich werde nach Br\u00fcssel gehen. Ich werde ein Abkommen erreichen, und wir werden am 31. Oktober austreten, das m\u00fcssen wir machen&#8220;. Bisher wurde allerdings nicht deutlich, wie er dies erreichen will.<\/p>\n<p><strong>14.45 Uhr: EU h\u00e4lt Brexit-Aufschub aus \u201eguten Gr\u00fcnden\u201c f\u00fcr denkbar <\/strong><\/p>\n<p>Der vom britischen Unterhaus gew\u00fcnschte Aufschub des\u00a0Brexits um weitere drei Monate bis Ende Januar 2020 ist aus Sicht der\u00a0EU-Kommission grunds\u00e4tzlich denkbar, bedarf aber der einstimmigen Entscheidung der 27 verbleibenden\u00a0EU-Staaten. Die bisherige Brexit-Historie zeigt jedoch, dass die EU dem UK in dieser Hinsicht wohl eher gro\u00dfz\u00fcgig entgegenkommen wird \u2013 auch wenn nicht absehbar ist, welche grundlegenden \u00c4nderungen sich innerhalb dieser drei Monate ergeben sollten.<\/p>\n<p><strong>14.00 Uhr: Erneute Abstimmung \u00fcber Neuwahlen geplant<\/strong><\/p>\n<p>Am kommenden Montag soll erneut \u00fcber vorzeitige Neuwahlen im Parlament abgestimmt werden.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Mittwoch, 4. September 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>22.45 Uhr: Johnsons Antrag auf Neuwahlen scheitert<\/strong><\/p>\n<p>Bei der Abstimmung \u00fcber den Antrag auf Neuwahlen hat Premierminister Boris Johnson nicht die notwendige Zweidrittelmehrheit erreicht. 298 Mitglieder des Parlaments stimmen f\u00fcr Neuwahlen, 56 dagegen. Die fehlenden Stimmen geh\u00f6ren der Opposition, die sich bei der Abstimmung (weitgehend) enthalten hat. Zu Einzelheiten der Abstimmung siehe folgenden <a href=\"https:\/\/hansard.parliament.uk\/Commons\/2019-09-04\/division\/937E7DBB-BB54-4AE9-A1EA-E41D0BC37D2F\/EarlyParliamentaryGeneralElection?outputType=Names\">Link.<\/a><\/p>\n<p>Oppositionsf\u00fchrer Jeremy Corbyn ist nur zu Neuwahlen bereit, wenn vorher das Gesetz gegen einen harten Brexit verabschiedet wird.<\/p>\n<p><strong>21.00 Uhr: Gesetz gegen No-Deal-Brexit wird angenommen<\/strong><\/p>\n<p>Die Abgeordneten nehmen das Gesetz gegen einen No-Deal-Brexit in dritter Lesung an. 327 Ja-Stimmen stehen 299 Nein-Stimmen gegen\u00fcber. Es sieht eine Verschiebung des f\u00fcr Ende Oktober geplanten EU-Austritts bis Ende Januar vor, falls es bis zum 19. Oktober keine Einigung mit der EU auf ein Abkommen geben sollte. Zu Einzelheiten der Abstimmung siehe folgenden <a href=\"https:\/\/hansard.parliament.uk\/Commons\/2019-09-04\/division\/937E7DBB-BB54-4AE9-A1EA-E41D0BC37D2F\/EarlyParliamentaryGeneralElection?outputType=Names\">Link.<\/a><\/p>\n<p>Premier Johnson kritisiert das Gesetz im Anschluss nochmals heftig: &#8222;Heute hat das Parlament daf\u00fcr gestimmt, jegliche ernsthafte Verhandlungen zu stoppen, zu zerst\u00f6ren.&#8220;<\/p>\n<p><strong>14.00 Uhr: Johnson schl\u00e4gt Neuwahlen am 15. Oktober vor<\/strong><\/p>\n<p><strong>08.00 Uhr: Konservative Rebellen werden aus der Partei ausgeschlossen\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr diejenigen konservativen Abgeordneten, die sich gegen Johnsons Brexit-Pl\u00e4ne im Unterhaus stellten, soll das Abstimmungsverhalten harte Konsequenzen haben. Alle 21 Abgeordneten sollen aus der Fraktion ausgeschlossen werden und bei den n\u00e4chsten Wahlen nicht mehr f\u00fcr die Konservativen antreten d\u00fcrfen.\u00a0Unter ihnen befinden sich der ehemalige Schatzkanzler Philip Hammond und Alterspr\u00e4sident Ken Clarke.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Dienstag, 3. September 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>23.15 Uhr: Johnson erleidet Abstimmungsniederlage <\/strong><\/p>\n<p>Das britische Parlament hat (erneut) die Kontrolle \u00fcber die Tagesordnung \u00fcbernommen. 328 Parlamentarier stimmten daf\u00fcr, 301 dagegen. Damit k\u00f6nnen die Gegner eines No-Deal-Brexits morgen ihren\u00a0Gesetzentwurf f\u00fcr eine Brexit-Verschiebung einbringen.\u00a0Das Gesetz w\u00fcrde den Premierminister zwingen, in Br\u00fcssel um eine dreimonatige Verschiebung des Brexit-Termins zu bitten, sollte es keine Einigung auf ein Abkommen geben. So wollen die Abgeordneten verhindern, dass es am 31. Oktober zu einem ungeregelten EU-Austritt kommt. Zu Einzelheiten der Abstimmung siehe folgenden <a href=\"https:\/\/hansard.parliament.uk\/Commons\/2019-09-03\/debates\/C4B0BE00-2E57-4FA4-8958-CD6F37711635\/EuropeanUnion(Withdrawal)#division-26397\">Link.<\/a><\/p>\n<p><strong>17.00 Uhr: Johnson verliert Mehrheit im Parlament <\/strong><\/p>\n<p>Ex-Justizminister Phillip Lee hat zu Beginn der Debatte im britischen Unterhaus seinen Wechsel von der konservativen Partei zu den Liberalen bekannt gegeben. Boris Johnson ist damit ohne eigene Mehrheit im Parlament. Die konservative Partei und die nordirische DUP verf\u00fcgten zuletzt \u00fcber einen Vorsprung von lediglich einer Stimme.<\/p>\n<p><strong>13.30 Uhr: Antrag auf Dringlichkeitssitzung eingereicht <\/strong><\/p>\n<p>Eine Gruppe von Abgeordneten des Unterhauses hat einen Antrag f\u00fcr eine Dringlichkeitssitzung im Unterhaus eingereicht. Dadurch w\u00fcrde das Parlament in die Lage versetzt, die Tagesordnung zu bestimmen und so eine Gesetzesvorlage einzubringen, mit der ein harter Brexit\u00a0ausgeschlossen werden soll. Das Ersuchen wird vom Parlamentspr\u00e4sidenten gepr\u00fcft.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Montag, 2. September 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>19.15 Uhr: Johnson schlie\u00dft Brexit-Verl\u00e4ngerung aus <\/strong><\/p>\n<p>Der britische Premierminister Boris Johnson hat (erneut) ausgeschlossen, die EU um eine Verl\u00e4ngerung der Brexit-Frist zu bitten und indirekt mit Neuwahlen gedroht.\u00a0&#8222;Jeder soll wissen, dass ich unter keinen Umst\u00e4nden Br\u00fcssel um eine Verschiebung bitten werde&#8220;, sagte er\u00a0in einer Stellungnahme.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Donnerstag, 29. August 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>09.00 Uhr: Petition gegen Zwangspause des Parlaments findet viele Unterst\u00fctzer<\/strong><\/p>\n<p>Eine Online-Petition gegen die von Premierminister Boris Johnson geforderte Zwangspause des Parlaments [<a href=\"https:\/\/petition.parliament.uk\/petitions\/269157\">https:\/\/petition.parliament.uk\/petitions\/269157<\/a>] hat innerhalb k\u00fcrzester Zeit \u00fcber eine Million Anh\u00e4nger gefunden. Darin wird gefordert, dass das Parlamentsgeschehen nicht unterbrochen wird, solange Gro\u00dfbritannien den Austritt aus der Europ\u00e4ischen Union nicht verschiebt oder den Austrittsantrag zur\u00fcckzieht. Wenn mehr als 100.000 B\u00fcrger eine Petition unterzeichnen, muss das britische Parlament eine Debatte zulassen. Doch sowohl die Petition selbst als auch die Ergebnisse einer Debatte im Parlament haben lediglich symbolischen Charakter und keine unmittelbaren politischen Konsequenzen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Mittwoch, 28. August 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>19.00 Uhr: Abgeordnete gehen gerichtlich gegen Zwangspause des Parlaments vor<\/strong><\/p>\n<p>75 Abgeordnete gehen juristisch gegen die von der Regierung verordnete Zwangspause des Parlaments vor. Bereits am Freitag soll es eine erste Anh\u00f6rung geben.<\/p>\n<p><strong>16.15 Uhr: Vor\u00fcbergehende Parlamentsschlie\u00dfung genehmigt<\/strong><\/p>\n<p>Die britische K\u00f6nigin Elizabeth II. hat die von der Regierung beantragte vor\u00fcbergehende Parlamentsschlie\u00dfung genehmigt.<\/p>\n<p><strong>12.30 Uhr: Premierminister Johnson will Parlament vor\u00fcbergehend schlie\u00dfen<\/strong><\/p>\n<p>Das britische Parlament soll nach dem Willen von Premierminister Johnson von Mitte September bis zum 14. Oktober eine Zwangspause einlegen. [<a href=\"https:\/\/de.scribd.com\/document\/423505087\/Dear-Colleague-Letter-28-8-19#from_embed\">https:\/\/de.scribd.com\/document\/423505087\/Dear-Colleague-Letter-28-8-19#from_embed<\/a>] Die gew\u00f6hnlich zweiw\u00f6chige Sitzungspause ab Mitte September w\u00fcrde dadurch auf rund vier Wochen verl\u00e4ngert. Damit blieben aber nur noch zwei Wochen bis zum geplanten britischen Austritt aus der Europ\u00e4ischen Union Ende Oktober und die Gegner eines No-Deal-Brexits h\u00e4tten kaum noch eine Chance, einen EU-Austritt Gro\u00dfbritanniens ohne Abkommen per Gesetz zu stoppen.<\/p>\n<p><strong>08.00 Uhr: Weiterhin keine Einigung im Brexit-Streit<\/strong><\/p>\n<p>Nachdem der G7-Gipfel in Biarritz keinen Durchbruch im Brexit-Streit gebracht hat, kam es heute zu einem Telefonat zwischen EU-Kommissionspr\u00e4sident Jean-Claude Juncker und Boris Johnson, das die bestehenden Meinungsverschiedenheiten allerdings auch nicht ausr\u00e4umen konnte.<\/p>\n<p>Premierminister Boris Johnson machte dabei deutlich, dass es aus seiner Sicht ohne eine Streichung der umstrittenen Notfallregelung f\u00fcr Irland aus dem Austrittsabkommen keine Chance auf eine Brexit-Einigung gebe. Gro\u00dfbritannien werde die EU am 31. Oktober 2019 verlassen \u2013 mit oder ohne Abkommen. Aber auch Juncker machte deutlich, dass die EU weiterhin auf einer offenen Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland besteht. Man sei allerdings f\u00fcr konkrete (Alternativ-)Vorschl\u00e4ge offen \u2013 solange sie mit dem bereits ausgehandelten Ausstiegsvertrag im Einklang st\u00fcnden.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Donnerstag, 1. August 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>Britische Regierung bereitet No-Deal-Brexit vor<\/strong><\/p>\n<p>Die neue britische Regierung geht nach den Worten von Staatsminister Michael Gove davon aus, dass die EU kein neues Austrittsabkommen aushandeln werde und man sich daher auf einen EU-Austritt ohne Abkommen einstelle. Gleichzeitig stellt Finanzminister Javid 2,3 Milliarden Euro zus\u00e4tzlich f\u00fcr die Brexit-Vorbereitung zur Verf\u00fcgung und verdoppelt damit das f\u00fcr dieses Jahr vorgesehene Brexit-Budget. Etwa die H\u00e4lfte der zus\u00e4tzlichen Mittel werden sofort freigegeben, um die Austrittsvorbereitungen zu intensivieren.<\/p>\n<p>Die Gefahr eines No-Deal-Brexits hat sowohl in Nordirland als auch in der Republik Irland \u00dcberlegungen zu einer Wiedervereinigung laut werden lassen. Gleichzeitig droht Schottland mit einem neuen Unabh\u00e4ngigkeitsreferendum.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Samstag, 27. Juli 2019<\/span><\/p>\n<p>Johnson schlie\u00dft Neuwahlen und ein zweites Referendum auf seine Initiative hin aus.<\/p>\n<p>US-Pr\u00e4sident Trump stellt dem neuen Premierminister ein \u201esehr umfangreiches\u201c Handelsabkommen f\u00fcr die Zeit nach dem Brexit in Aussicht. Der amerikanische Au\u00dfenminister Mike Pompeo sagte bei einem Treffen mit seinem britischen Amtskollegen Raab und der Ministerin f\u00fcr internationalen Handel, Liz Truss, die Amerikaner st\u00fcnden schon \u201ean der T\u00fcr, den Stift in der Hand.\u201c Innerhalb eines Jahres k\u00f6nnte ein entsprechendes Abkommen unterschriftsreif vorliegen.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus haben sich britische und s\u00fcdkoreanische Unterh\u00e4ndler auf ein provisorisches Freihandelsabkommen geeinigt, das quasi unterschriftsreif in der Schublade liegt. Ein \u00e4hnliches Abkommen wird auch mit Singapur vorbereitet.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Donnerstag, 25. Juli 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>14.00 Uhr: Premierminister Johnson will keinen britischen EU-Kommissar benennen<\/strong><\/p>\n<p><strong>13.30 Uhr: Nachverhandlungen des Brexit-Abkommens erneut abgelehnt<\/strong><\/p>\n<p>Johnson fordert erneut Nachverhandlungen des Brexit-Abkommens. Dabei geht es aus seiner Sicht insbesondere um die Regelungen des Backstops \u2013 also die dauerhafte Garantie einer offenen Grenze zwischen der Republik Irland und Nordirland. Diese Forderung wird prompt von der EU in Person von Michel Barnier als \u201einakzeptabel\u201c zur\u00fcckgewiesen. F\u00fcr ihn ist lediglich eine Erg\u00e4nzung der (unverbindlichen) politischen Erkl\u00e4rung zu den k\u00fcnftigen Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten K\u00f6nigreich denkbar.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Mittwoch, 24. Juli 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>22.00 Uhr: Johnson benennt neues Kabinett<\/strong><\/p>\n<p>Mit Jeremy Hunt, dem gegenw\u00e4rtigen Au\u00dfenminister, tritt ein weiterer EU-freundlicher Minister zur\u00fcck. Sein Nachfolger im Amt wird der fr\u00fchere Brexit-Minister Dominic Raab. Im Laufe des Abends wurden weitere MinisterInnen des neuen Kabinetts benannt gegeben: Ex-Innenminister Sajid Javid wird Finanzminister, das Innenressort \u00fcbernimmt Priti Patel. Der bisherige Entwicklungsminister, Michael Gove, wird Vize-Premiers. Elizabeth Truss ist zur neuen Handelsministerin und Ben Wallace zum neuen Verteidigungsminister ernannt worden. Steve Barclay bleibt Brexit-Minister. Ferner ziehen ins Kabinett ein: Theresa Villiers als Umweltministerin, Nicky Morgan als Ministerin f\u00fcr Digitales, Kultur, Medien und Sport, Andrea Leadsom als Wirtschaftsministerin, Robert Jenrick als Wohnungsbauminister und Gavin Williamson als Bildungsminister. Amber Rudd bleibt verantwortlich f\u00fcr Arbeit und Renten, Matt Hancock f\u00fcr Gesundheit und Soziales. Damit wurde mehr als die H\u00e4lfte des amtierenden Kabinetts mit Bef\u00fcrwortern des EU-Austritts neu besetzt.<\/p>\n<p><strong>17.15 Uhr: Boris Johnson h\u00e4lt Antrittsrede<\/strong><\/p>\n<p>In seiner Antrittsrede betont der neue Premierminister, Boris Johnson, er werde das Vereigte K\u00f6nigreich \u2013 auch auf die Gefahr eines No-Deal-Brexits \u2013 bis zum 31.Oktober aus der EU f\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>16.45 Uhr: Boris Johnson neuer Premierminister<\/strong><\/p>\n<p>K\u00f6nigin Elisabeth II ernennt Boris Johnson zum neuen Premierministrer des Vereinigten K\u00f6nigreichs.<\/p>\n<p><strong>16.15 Uhr: Theresa May tritt als Premierministerin zur\u00fcck<\/strong><\/p>\n<p>Theresa May ist vom Amt der Premierministerin zurt\u00fcckgetreten. K\u00f6nigin Elisabeth II nahm das Entlassungsgesuch an.<\/p>\n<p><strong>15.40 Uhr: Vier Minister des bisherigen Kabinetts treten zur\u00fcck<\/strong><\/p>\n<p>Der Finanzminister Philip Hammond, Justizminister David Gauke, Entwicklungshilfeminister Rory Stewart und Vize-Premierminister David Lidington treten von ihren \u00c4mtern zur\u00fcck, weil sie den Brexit-Kurs von Boris Johnson nicht mittragen wollen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Dienstag, 23. Juli 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>15.00 Uhr: Boris Johnson gewinnt die Stichwahl deutlich<\/strong><\/p>\n<p>Boris Jahnson gewinnt die Stichwahl gegen Jeremy Hunt mit gro\u00dfer Mehrheit. Auf Johnson entfielen 92.153 Stimmen, w\u00e4hrend Hunt 46.656 Stimmen der Konservativen Parteibasis erhielt. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 87,4 Prozent. Von den abgegebenen Stimmen entfielen somit 66,4 Prozent auf Johnson, der damit den Parteivorsitz \u00fcbernimmt und auch die Nachfolge von Theresa May als Premierminister antritt. Bei seiner Antrittsansprache als Parteivorsitzender sagte er: \u201eWir werden den Brexit schaffen.\u201c Im Gegensatz dazu betonte der Brexit-Unterh\u00e4ndler der EU, Michel Barnier, dass die EU die von Johnson geforderte Nachverhandlung des Austrittsabkommens (weiterhin) ablehnt.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Donnerstag, 20. Juni 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>19.30 Uhr: Boris Johnson oder Jeremy Hunt, das ist nun die Frage \u2026<\/strong><\/p>\n<p>Nach der f\u00fcnften Runde zur Wahl des neuen Vorsitzenden der Konservativen Partei steht nun fest: Boris Johnson und Jeremy Hunt treten gegeneinander an, um Nachfolger von Theresa May zu werden. Boris Johnson erhielt mit 160 Stimmen erneut deutlich mehr Unterst\u00fctzung aus der Fraktion als sein verbliebener Konkurrent Jeremy Hunt mit 77 Stimmen. Knapp geschlagen wurde hingegen Michael Gove, der 75 Stimmen erhielt.<\/p>\n<p>Die endg\u00fcltige Entscheidung dar\u00fcber, wer letztlich Tory-Chef und damit auch Premierminister wird, entscheiden in den n\u00e4chsten Wochen die rund 160.000 Mitglieder der Konservativen Partei in einer Urabstimmung. Das Ergebnis soll Ende Juli\u00a0feststehen. Obgleich das \u201eRennen\u201c damit wieder bei Null beginnt, werden Boris Johnson auch bei der Parteibasis die besseren Chancen einger\u00e4umt.<\/p>\n<p>Weiterhin ist allerdings unklar, wie aus der Sicht der beiden Kandidaten eine konkrete L\u00f6sung f\u00fcr den Brexit aussehen k\u00f6nnte. Boris Johnson will das Abkommen mit der EU nachverhandeln, was die EU allerdings nach wie vor strikt ablehnt. Er hat sich jedoch darauf festgelegt, den Brexit notfalls auch ohne Abkommen mit der EU zu vollziehen. Hunt zieht hingegen in Erw\u00e4gung, den EU-Austritt erneut zu vertagen, wenn dadurch bessere Austrittskonditionen erreicht werden k\u00f6nnen \u2013 was allerdings ebenfalls Nachverhandlungen impliziert.<\/p>\n<p><strong>15.00 Uhr: Nun sind es nur noch drei Kandidaten \u2026<\/strong><\/p>\n<p>In der vierten Runde ist Sajid Javid mit nur 34 Stimmen aus dem Kandidatenrennen ausgeschieden. Weiterhin unangefochten an der Spitze steht weiterhin Boris Johnson, gefolgt von Michael Gove und Jeremy Hunt, die nahezu gleichauf lagen. Die genauen Resultate veranschaulicht die folgende Abbildung:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/1111.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/1111.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Mittwoch, 19. Juni 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>20.00 Uhr: \u2026 da waren es nur noch vier \u2026<\/strong><\/p>\n<p>Auch bei der dritten Runde zur Wahl des neuen Vorsitzenden der Konservativen Partei erhielt Boris Johnson mit 143 Stimmen von den insgesamt 313 Tory-Abgeordneten im Britischen Unterhaus die weitaus meisten Stimmen \u2013 nochmals 17 Stimmen mehr als bei der zweiten Abstimmung! Au\u00dfenminister Jeremy Hunt erhielt 54 Stimmen, f\u00fcr Umweltminister Michael Gove stimmten 51 Abgeordnete und Sajid Javid kam auf 38 Stimmen. Entwicklungsminister Rory Stewart erhielt lediglich 27 Stimmen und schied damit aus dem Rennen aus. Aus den verbliebenen vier Kandidaten f\u00fcr den Parteivorsitz und die May-Nachfolge als Premierminister soll am Donnerstag in maximal zwei weiteren Wahlg\u00e4ngen die Zahl der Kandidaten auf zwei reduziert werden.<\/p>\n<p>Boris Johnson scheint dabei bereits gesetzt und es geht wohl nur noch um den zweiten Kandidaten. Wer von den beiden Verbliebenen Tory-Chef und damit auch Premierminister wird, entscheiden dann die rund 160.000 Parteimitglieder in einer Urabstimmung. Das Ergebnis wird allerdings erst Ende Juli\u00a0feststehen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Dienstag, 18. Juni 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>22.00 Uhr: Boris Johnson gewinnt auch die zweite Ausscheidungsrunde um den Parteivorsitz der Konservativen<\/strong><\/p>\n<p>Bei der zweiten Runde zur Wahl des neuen Vorsitzenden der Konservativen Partei erhielt Boris Johnson mit 126 Stimmen von den insgesamt 313 Tory-Abgeordneten im Britischen Unterhaus erneut die weitaus meisten Stimmen \u2013 nochmals 12 Stimmen mehr als bei der ersten Abstimmung! Der derzeitige Au\u00dfenminister Jeremy Hunt erhielt 46 Stimmen, f\u00fcr Umweltminister Michael Gove stimmten 41 Abgeordnete, auf Entwicklungsminister Rory Stewart entfielen 37 Stimmen und Sajid Javid kam auf 33 Stimmen. Drei Stimmen weniger erhielt Ex-Brexit-Minister Dominic Raab, der damit aus dem Rennen ausschied. Das Kandidatenfeld f\u00fcr den Parteivorsitz und die May-Nachfolge hat sich somit auf f\u00fcnf reduziert. Weitere Abstimmungsrunden finden am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche statt.<\/p>\n<p>Da der neue britische Premierminister faktisch von den Mitgliedern der Konservativen Partei gew\u00e4hlt wird, sind deren Vorstellungen von besonderer Bedeutung. Eine aktuelle Umfrage zeigt dabei, dass sie bereit w\u00e4ren, viele \u00f6konomische und politische Nachteile f\u00fcr den Vollzug des Brexits in Kauf zu nehmen. Zu Einzelheiten siehe: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/britische-konservative-nehmen-fast-alles-fuer-brexit-in-kauf-16243468.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/britische-konservative-nehmen-fast-alles-fuer-brexit-in-kauf-16243468.html<\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Donnerstag, 13. Juni 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>15.00 Uhr: Boris Johnson gewinnt die erste Ausscheidungsrunde um den Parteivorsitz der Konservativen<\/strong><\/p>\n<p>Boris Johnson hat die erste Wahlrunde um den Vorsitz der Konservativen Partei klar f\u00fcr sich entschieden. Damit ist er Favorit \u2013 nicht nur f\u00fcr das Amt des Parteivorsitzenden, sondern auch f\u00fcr das Amt des Premierministers, sobald Theresa May (voraussichtlich) Ende Juli abgetreten ist. Bis dahin soll es weitere Ausscheidungsrunden geben, bevor die etwa 160.000 Mitglieder der Parteibasis den neuen Vorsitzenden in einer Stichwahl zwischen den beiden zuletzt verbliebenen Kandidaten endg\u00fcltig ermitteln.<\/p>\n<p>Johnson erhielt 114 Stimmen der 313 Tory-Abgeordneten im Unterhaus. An zweiter Stelle folgte mit 43 Bef\u00fcrwortern der aktuelle Au\u00dfenminister Jeremy Hunt. Eine Runde weiter sind auch Innenminister Sajid Javid, Umweltminister Michael Gove, Ex-Brexitminister Dominic Raab, Gesundheitsminister Matt Hancock sowie Entwicklungshilfeminister Rory Stewart. Nicht mehr im Rennen sind hingegen Ex-Arbeitsministerin Esther McVey, Mark Harper und die ehemalige Ministerin f\u00fcr Parlamentsfragen Andrea Leadsom. Damit ist keine Frau mehr im Rennen um Mays\u00a0Nachfolge. Die vollst\u00e4ndigen Ergebnisse zeigt die folgende Abbildung.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/jones1.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/jones1.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Informationen zum (weiteren) Wahlverfahren finden sich unter: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/may-johnson-nachfolge-brexit-1.4484501\">https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/may-johnson-nachfolge-brexit-1.4484501<\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Montag, 10. Juni 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>20.00 Uhr: Das Kandidaten-Karussell um den Parteivorsitz der Konservativen dreht sich<\/strong><\/p>\n<p>Insgesamt zehn Kandidaten sind f\u00fcr die Nachfolge der britischen Premierministerin Theresa May nominiert. Als Favorit gilt der umstrittene Ex-Au\u00dfenminister Boris Johnson. Die weiteren Kandidaten sind Au\u00dfenminister Jeremy Hunt, Umweltminister Michael Gove, der fr\u00fchere Brexit-Minister Dominic Raab, Innenminister Sajid Javid, Gesundheitsminister Matt Hancock, Entwicklungshilfeminister Rory Stewart, die fr\u00fchere Ministerin f\u00fcr Parlamentsfragen Andrea Leadsom, Ex-Arbeitsministerin Esther McVey und der Abgeordnete Mark Harper.<\/p>\n<p>Eine Vorstellung der aussichtsreichsten KandidatInnen und ihre Haltung zum Brexit findet man unter: <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/wer-hat-den-schoensten-brexit-im-ganzen-land-ld.1488324?mktcid=smsh&amp;mktcval=Twitter\">https:\/\/www.nzz.ch\/international\/wer-hat-den-schoensten-brexit-im-ganzen-land-ld.1488324?mktcid=smsh&amp;mktcval=Twitter<\/a><\/p>\n<p><strong>10.00 Uhr: Boris Johnson will EU mit Austrittszahlung erpressen<\/strong><\/p>\n<p>Der Favorit auf den Posten des britischen Premierministers, Boris Johnson, hat der EU gedroht, die vereinbarten Austrittszahlungen zur\u00fcckzuhalten. Der <em>Sunday Times<\/em>\u00a0sagte der Brexit-Hardliner, die von Br\u00fcssel geforderten rund 45 Milliarden Euro so lange nicht zu bezahlen, bis es bessere Bedingungen und \u201emehr Klarheit\u201c \u00fcber das weitere Vorgehen g\u00e4be. \u201eF\u00fcr den Abschluss eines guten Deals ist Geld ein gro\u00dfartiges L\u00f6sungs- und ein gro\u00dfartiges Schmiermittel.\u201c<\/p>\n<p>Vergangene Woche hatte bereits US-Pr\u00e4sident Donald Trump den Briten empfohlen, diese Schulden nicht zu bezahlen \u2013 und Boris Johnson bescheinigt, ausgezeichnete F\u00e4higkeiten f\u00fcr das Amt des Partei- und Regierungschefs zu haben.<\/p>\n<p>Trotz dieser scharfen (\u201eWahlkampf\u201c-)T\u00f6ne aus London lehnt die EU-Kommission Nachverhandlungen zum Brexit weiterhin kategorisch ab. \u201eDas Austrittsabkommen wird nicht nachverhandelt\u201c, sagte Kommissionschef Jean-Claude Juncker als Antwort auf\u00a0 Johnson. \u201eDas ist kein Vertrag zwischen (der scheidenden Premierministerin) Theresa May und Juncker. Das ist ein Vertrag zwischen dem Vereinigten K\u00f6nigreich und der Europ\u00e4ischen Union (&#8230;). Er muss respektiert werden, wer auch immer der n\u00e4chste britische Premierminister wird.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Freitag, 07. Juni 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>18.00 Uhr: Theresa May tritt als Vorsitzende der Konservativen Partei zur\u00fcck<\/strong><\/p>\n<p>Theresa May ist von ihrem Amt als Vorsitzende der Konservativen Partei zur\u00fcckgetreten. Bis Ende Juli soll ein Nachfolger ermittelt werden. Dann will May auch als Regierungschefin zur\u00fccktreten.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Dienstag, 04. Juni 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>12.00 Uhr: US-Pr\u00e4sident Donald Trump telefoniert w\u00e4hrend seines Staatsbesuchs im UK mit Boris Johnson<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Samstag, 01. Juni 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>12.00 Uhr: Trump spricht sich f\u00fcr Boris Johnson als May-Nachfolger aus<\/strong><\/p>\n<p>Kurz vor seinem Staatsbesuch im UK hat US-Pr\u00e4sident Donald Trump seine Sympathien f\u00fcr Brexit-Hardliner Boris Johnson als neuen britischen Premierminister und Nachfolger von Theresa May bekundet und damit f\u00fcr Irritationen gesorgt. \u201eIch kenne die verschiedenen Akteure. Aber ich denke, Boris w\u00fcrde einen sehr guten Job machen. Ich glaube, er w\u00fcrde ausgezeichnet sein\u201c, sagte Trump gegen\u00fcber der britischen Boulevardzeitung \u201eSun\u201c.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Dienstag, 28. Mai 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>10.00 Uhr: Irischer Regierungschef f\u00fcrchtet harten Brexit<\/strong><\/p>\n<p>Der irische Regierungschef Leo Varadkar bef\u00fcrchtet nach dem R\u00fccktritt der britischen Premierministerin Theresa May eine &#8222;sehr gef\u00e4hrliche&#8220; Phase f\u00fcr sein Land. Gro\u00dfbritannien ist der engste Handelspartner der Republik Irland. Dort f\u00fcrchtet man einen ungeregelten Brexit, denn dann m\u00fcsste Irland an der EU-Au\u00dfengrenze zu Nordirland wieder Grenzkontrollen einf\u00fchren.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Montag, 27. Mai 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>20.00 Uhr: Brexit Partei gewinnt die Wahlen zum Europaparlament klar<\/strong><\/p>\n<p>Die von Nigel Farages neu gegr\u00fcndete Brexit Partei hat mit knapp 32 Prozent der Stimmen das mit gro\u00dfem Abstand beste Ergebnis bei den Europawahlen im Vereinigten K\u00f6nigreich erzielt. Die beiden gro\u00dfen Verlierer waren hingegen die Labour Partei mit 14,1 Prozent und die Konservativen mit 8,7 Prozent. Zusammen sind die beiden Volksparteien, die hinsichtlich des Brexits keine Einigung erzielen konnten, damit auf nur noch knapp 23 Prozent der Stimmen gekommen (zu den Ergebnissen siehe die nachstehende Abbildung. Weitere l\u00e4nderspezifische Ergebnisse sowie die Sitzverteilung im Europ\u00e4ischen Parlament findet man unter <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article194198299\/Europawahl-2019-Ergebnisse-aller-EU-Laender-die-Sieger-im-Ueberblick.html\">https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article194198299\/Europawahl-2019-Ergebnisse-aller-EU-Laender-die-Sieger-im-Ueberblick.html<\/a>).<\/p>\n<p>Interpretiert man die Wahl zum Europaparlament als einen Indikator f\u00fcr den Ausgang eines zweiten Referendums \u00fcber den Brexit, dann zeigt sich einmal mehr deutlich, wie gespalten das Land in Bezug auf den Austritt aus der EU ist. Die Brexit Partei und die Unabh\u00e4ngigkeitspartei Ukip, die beide f\u00fcr einen No-Deal-Brexit werben, kamen zusammen auf etwas \u00fcber 35 Prozent. Insgesamt 36 Prozent erreichten die f\u00fcr einen Verbleib in der EU stehenden Liberaldemokraten, die Gr\u00fcnen sowie die Partei Change UK und die walisische Plaid Cymru. Alle anderen Parteien wurden grunds\u00e4tzlich sowohl von Gegnern als auch von Bef\u00fcrwortern des Brexits gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Der \u00fcberw\u00e4ltigende Sieg der Brexit Partei best\u00e4rkt zugleich die Hardliner unter den Tories. Sowohl Boris Johnson, der als Favorit f\u00fcr die Nachfolge von Theresa May gilt, als auch Au\u00dfenminister Jeremy Hunt sprachen von \u201eeinem existentiellen Risiko, wenn wir nicht zusammenkommen und den Brexit hinkriegen\u201d.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/79.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered aligncenter\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/79.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Freitag, 24. Mai 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>12.00 Uhr: Premierministerin May gibt ihren R\u00fccktritt bekannt<\/strong><\/p>\n<p>Die britische Premierministerin Theresa May hat dem Druck aus ihrer eigenen Partei nachgegeben und wird ihr Amt als Parteichefin der Konservativen am 7. Juni aufgeben. Das teilte sie am Vormittag in London mit. Ihre Tage als Premierministerin sind damit ebenfalls gez\u00e4hlt. W\u00e4hrend des Staatsbesuchs von US-Pr\u00e4sident Donald Trump vom 3. bis 5. Juni wird sie wohl noch im Amt sein. Sie k\u00fcndigte an, die Amtsgesch\u00e4fte noch weiterf\u00fchren zu wollen, bis ein Nachfolger gew\u00e4hlt ist.<\/p>\n<p>Das Feld der potenziellen Nachfolger ist gro\u00df. Die besten Chancen werden Ex-Au\u00dfenminister Boris Johnson einger\u00e4umt. Ein Brexit-Hardliner wie er d\u00fcrfte es aber zus\u00e4tzlich schwer machen, rechtzeitig \u2013 also bis Ende Oktober \u2013 eine Einigung mit der EU \u00fcber den Austritt zu verhandeln. Zudem ist unklar, ob Johnson mit den bisherigen Mehrheitsverh\u00e4ltnissen im Parlament \u00fcberhaupt regierungsf\u00e4hig w\u00e4re. May f\u00fchrte seit der vorgezogenen Parlamentswahl im Juni 2017 eine Minderheitsregierung, die von der nordirisch-protestantischen DUP gest\u00fctzt wurde, die aber den Brexit-Kurs von May nicht mit tragen wollte.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Donnerstag, 23. Mai 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>13.00 Uhr: May verschiebt Ver\u00f6ffentlichung ihres neuen Brexit-Plans <\/strong><\/p>\n<p>Die britische Regierung will nun doch nicht \u2013 wie zun\u00e4chst geplant \u2013 am Freitag den Entwurf f\u00fcr das Gesetz zum Brexit-Abkommen vorlegen, \u00fcber den die Abgeordneten in der ersten Juni-Woche entscheiden sollten. Im Tagesordnungsplan des Unterhauses f\u00fcr die Woche ab dem 3. Juni taucht dieser Punkt nicht auf. Der Termin f\u00fcr eine m\u00f6gliche Abstimmung wurde (zun\u00e4chst) auf unbestimmte Zeit verschoben. May hatte darin Zugest\u00e4ndnisse sowohl an die Brexit-Hardliner in ihrer konservativen Partei als auch an die Opposition vorgesehen. Auch eine Abstimmung dar\u00fcber, ob das vorliegende Austrittsabkommen den Briten in einem Referendum vorgelegt werden soll, war geplant (zu Einzelheiten siehe den Eintrag vom 21. Mai). Dass das Gesetz (in dieser Form) \u00fcberhaupt noch ins Parlament eingebracht wird, erscheint vor dem Hintergrund der immer lauter werdenden R\u00fccktrittforderungen an Theresa May eher unwahrscheinlich.<\/p>\n<p><strong>08.00 Uhr: Im UK beginnt die Europawahl<\/strong><\/p>\n<p>Das Vereinigte K\u00f6nigreich (UK) und die Niederlande sind die beiden ersten L\u00e4nder, in denen die Wahlen zum Europaparlament durchgef\u00fchrt werden. Gro\u00dfer Favorit bei den Wahlen im UK ist die europakritische Brexit-Partei von Nigel Farage, die \u2013 je nach Umfrage \u2013 zwischen gut 30 und knapp 40 Prozent liegt, w\u00e4hrend f\u00fcr die konservative Partei von May eher ein einstelliges Ergebnis erwartet wird. Ein solcher Einbruch k\u00f6nnte ihren bereits eingeleiteten Sturz bzw. ihren R\u00fccktritt noch beschleunigen. Offizielle Ergebnisse d\u00fcrfen allerdings nicht vor 23.00 Uhr am Sonntag ver\u00f6ffentlicht werden, da erst zu diesem Zeitpunkt die letzten Wahllokale schlie\u00dfen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Mittwoch, 22. Mai 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>18.00 Uhr: Fraktionschefin Andrea Leadsom tritt zur\u00fcck<\/strong><\/p>\n<p>Aus Protest gegen Theresa Mays Brexit-Strategie tritt Fraktionschefin Andrea Leadsom zur\u00fcck. Als Ministerin f\u00fcr Parlamentsfragen repr\u00e4sentiert sie somit den 36.?R\u00fccktritt eines Ministers innerhalb von drei Jahren. Sie wird sich vermutlich am Rennen um die Nachfolge von Theresa May beteiligen, das bereits in vollem Gang ist und von Ex-Au\u00dfenminister Boris Johnson, einem vehementen Brexit-Hardliner, angef\u00fchrt wird. Seine Anh\u00e4nger befinden sich insbesondere in den Reihen der konservativen Parteibasis.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Dienstag, 21. Mai 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>18.00 Uhr: Theresa May stellt \u201eNeuen Brexit Deal\u201c vor<\/strong><\/p>\n<p>Theresa May hat in einer Rede [<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=z6Il96yzu2I\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=z6Il96yzu2I<\/a> (Rede beginnt erst ab Minute 11)] ihren neuen Brexit Deal vorgestellt, den sie als &#8222;praktikabel, verantwortungsbewusst und machbar\u201c bezeichnet. Aus ihrer Sicht ist das Vereinigte K\u00f6nigreich aber zurzeit dabei, die Chance auf einen geordneten Austritt aus der EU zu verspielen. Im Mittelpunkt dieses neuen \u201ePakets\u201c steht zun\u00e4chst weiterhin die f\u00fcr Anfang Juni vorgesehene vierte Abstimmung \u00fcber das vorliegende Austrittsabkommen [siehe auch den Eintrag vom 15. Mai]. Sollten die Abgeordneten im vierten Anlauf zustimmen, so will sie ihnen die Entscheidung dar\u00fcber \u00fcberlassen, ob es ein zweites Referendum und gegebenenfalls eine zeitlich befristete Zollunion geben soll. Diese Beschl\u00fcsse k\u00f6nnten vom Unterhaus vor der Ratifizierung des Vertrags gefasst werden; die Regierung verpflichtet sich dann, diese umzusetzen. Dar\u00fcber hinaus bietet die Regierung an, nach Alternativen zum h\u00f6chst umstrittenen Backstop zu suchen, sodass dieser nie in Kraft treten m\u00fcsse. Au\u00dferdem gesteht sie dem Parlament zu, dar\u00fcber abzustimmen, ob das Vereinigte K\u00f6nigreich nur f\u00fcr eine begrenzte Zeit in einer Zollunion mit der EU verbleiben soll.<\/p>\n<p>Das von May vorgeschlagene Verfahren setzt also zun\u00e4chst einmal voraus, dass die Abgeordneten mehrheitlich f\u00fcr das vorliegende Austrittsabkommen stimmen. Erst danach kann das Parlament \u00fcber ein zweites Referendum entscheiden, bei dem allerdings nicht wie beim ersten Referendum allgemein \u00fcber \u201eAustritt aus oder Verbleib in der EU\u201c abgestimmt werden soll, sondern konkret \u00fcber das vorliegende Austrittsabkommen. Offen ist allerdings die Gegenfrage, die \u201eVerbleib in der EU\u201c oder auch \u201eNo Deal Brexit\u201c lauten k\u00f6nnte. Davon abh\u00e4ngig sind wiederum die Konsequenzen, die mit einer Ablehnung des Austrittsvertrags in diesem Fall einhergehen w\u00fcrden. Wenig sinnvoll w\u00e4re hingegen eine einfache Abstimmung \u201ef\u00fcr oder gegen\u201c das vorliegende Austrittsabkommen, denn dann w\u00e4re bei einer Ablehnung wieder alles offen \u2013 bis auf das abgelehnte gegenw\u00e4rtige Austrittsabkommen, das allerdings aus Sicht der EU (bisher) als nicht verhandelbar gilt.<\/p>\n<p>Eine Entscheidung \u00fcber die Dauer einer Zollunion zwischen dem Vereinigten K\u00f6nigreich und der EU kann sich im n\u00e4chsten Schritt eigentlich nur auf die Zeit nach der \u00dcbergangsphase bis Ende 2020 beziehen, denn bis dahin bleibt das Vereinigte K\u00f6nigreich nach vorliegendem Austrittsabkommen Mitglied des gesamten Binnenmarktes, der die Zollunion automatisch umfasst. Eine zeitlich begrenzte Zollunion w\u00fcrde sich folglich auf die Backstop-Regelung beziehen, die bisher einen zeitlich unbefristeten Verbleib in der Zollunion vorsieht. Ein solcher \u201eBefristungs-Vorschlag\u201c w\u00e4re aber auf die Zustimmung der EU angewiesen und w\u00fcrde eine \u201eAufweichung\u201c des vorliegenden Austrittsabkommens bedeuten. Das Angebot, nach Alternativen zur nun vorliegenden Backstop-Regelung zu suchen, bezieht sich wohl in erster Linie auf die Verlagerung der \u2013 durch unterschiedliche Produktstandards und sonstige nicht-tarif\u00e4re Handelshemmnisse bedingten \u2013 weiterhin notwendigen (Grenz-)Kontrollen in die Irische See. Da technische L\u00f6sungen (zumindest bisher) noch nicht in ausgereifter Form vorliegen f\u00e4llt es schwer, sich alternative Regelungen vorzustellen, die auch nach dem Brexit eine offene innerirische Grenze gew\u00e4hrleisten. Es sei denn, das Vereinigte K\u00f6nigreich w\u00fcrde sich nach dem Austritt f\u00fcr eine engere handelspolitische Bindung an die EU entscheiden als dies bisher vorgesehen ist.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund sind die Aussichten, dass das Parlament dem neuen Deal Anfang Juni zustimmt, wohl weiterhin eher gering.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Freitag, 17. Mai 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>12.00 Uhr: Labour-Partei erkl\u00e4rt Gespr\u00e4che mit der Regierung f\u00fcr gescheitert<\/strong><\/p>\n<p>Labour-Chef Jeremy Corbyn hat die Gespr\u00e4che mit Theresa May offiziell f\u00fcr gescheitert erkl\u00e4rt. In einem Brief an die Premierministerin erkl\u00e4rte er: &#8222;Wir waren nicht in der Lage, gewichtige politische Differenzen zwischen uns zu \u00fcberbr\u00fccken.&#8220; Die Gespr\u00e4che seien &#8222;so weit gegangen, wie es m\u00f6glich war&#8220;. Durch diese Entwicklung wird die Wahrscheinlichkeit, dass die f\u00fcr Anfang Juni geplante (insgesamt vierte) Abstimmung \u00fcber das Gesetz zur Umsetzung des Brexit-Abkommens zu dessen Annahme f\u00fchrt, nochmals deutlich geringer. Damit m\u00fcssen aber wohl auch die britischen Abgeordneten, die ins Europ\u00e4ische Parlament gew\u00e4hlt werden, ihren Sitz dort antreten. Welche Rolle sie allerdings \u2013 bis zum 31. Oktober oder auch noch l\u00e4nger \u2013 spielen werden, bleibt abzuwarten.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Mittwoch, 15. Mai 2019<\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #000000;\">08.00 Uhr: \u00dcber Austrittsabkommen soll ein viertes Mal abgestimmt werden<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Theresa May will in der ersten Juniwoche ein viertes Mal \u00fcber das Austrittsabkommen abstimmen lassen. In zeitlicher Hinsicht ist das vor dem Hintergrund der konstituierenden Sitzung des neuen Europ\u00e4ischen Parlaments zu sehen (siehe Eintrag vom 7. Mai). Da der Sprecher des Unterhauses, John Bercow, der Regierung allerdings untersagt hat, das Austrittsabkommen \u2013 nach drei Fehlversuchen \u2013 ein weiteres Mal zur Abstimmung zu stellen, wird es nun unmittelbar in Gesetzesform gekleidet und in dieser \u201eneuen Form\u201c dem Parlament vorgelegt. Obgleich die Zahl der Gegenstimmen bei jeder Abstimmung zur\u00fcckging (beim ersten Mal im Januar waren es 230 Gegenstimmen, beim zweiten Mal im M\u00e4rz 149 und beim dritten Mal Ende M\u00e4rz \u201enur\u201c noch 58 Gegenstimmen), stehen die Aussichten f\u00fcr eine Annahme nicht besonders gut. So k\u00fcndigte die nordirische Unionistenpartei (DUP) bereits an, die Regierung nicht unterst\u00fctzen zu wollen, sollte es nicht signifikante \u00c4nderungen an der Backstop-Regelung geben. \u201eDamit der Gesetzesentwurf Aussicht auf Erfolg haben kann, braucht es wirkliche Ver\u00e4nderungen, um die \u00f6konomische und konstitutionelle Integrit\u00e4t des Vereinigten K\u00f6nigreichs zu erhalten und den Brexit durchzuf\u00fchren\u201c, hei\u00dft es in einer Stellungnahme der Partei. Neben der DUP sprachen sich auch die schottische Nationalpartei (SNP) und die walisische Plaid Cymru gegen Mays Vorhaben aus.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Dienstag, 07. Mai 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>18.00 Uhr: Gro\u00dfbritannien nimmt an den Wahlen zum Europ\u00e4ischen Parlament teil<\/strong><\/p>\n<p>Der britische Vize-Premierminister, David Lidington, best\u00e4tigt, dass Gro\u00dfbritannien an den Wahlen zum Europ\u00e4ischen Parlament teilnehmen wird. Gew\u00e4hlt wird demnach am 23. Mai. Die britische Regierung gesteht damit ein, dass der Brexit nicht vor diesem Termin vollzogen werden kann, da die Gespr\u00e4che mit der oppositionellen Labour-Partei (bisher) nicht zu einer Einigung gef\u00fchrt haben.<\/p>\n<p>Das neue Ziel der Regierung ist es nun, wenigstens bis zur konstituierenden Sitzung des Europ\u00e4ischen Parlaments eine Einigung herbeizuf\u00fchren und den Brexit zu vollziehen, damit die (gew\u00e4hlten) britischen Abgeordneten ihre Sitze dort nicht einnehmen m\u00fcssen. \u201eIch glaube das ist es, was im nationalen Interesse ist\u201c, sagte Lidington. Bei den Umfragen vor der Europawahl liegt die neu gegr\u00fcndete Brexit-Partei des ehemaligen Ukip-Chefs Nigel Farage vorne. Damit k\u00f6nnte sich der bei den Kommunalwahlen in Gro\u00dfbritannien bereits zu beobachtende Trend deutlicher Verluste insbesondere bei den Konservativen aber auch bei der Labour-Partei fortsetzen. Aber auch in Br\u00fcssel h\u00e4lt sich die Freude \u00fcber die Teilnahme Gro\u00dfbritanniens an den Wahlen durchaus in Grenzen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Freitag, 12. April 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>18.00 Uhr: The day after<\/strong><\/p>\n<p>Mit der gestrigen Einigung wurde ein harter Brexit ohne Austrittsabkommen nach dem 29. M\u00e4rz heute ein zweites Mal abgewendet. Der erneute Brexit-Aufschub, der nun l\u00e4ngstens bis zum 31. Oktober 2019 reicht, hat in Deutschland ein durchweg positives Echo hervorgerufen.<\/p>\n<p>So hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Einigung auf einen neuen Termin f\u00fcr den Austritt Gro\u00dfbritanniens aus der EU begr\u00fc\u00dft. Die Entscheidung spiegele die Einigkeit der EU wider, sagte Merkel letzte Nacht. &#8222;Um gerade auch den britischen Entscheidungsm\u00f6glichkeiten Raum zu geben, ist es eine gute Entscheidung, die wir heute getroffen haben.&#8220; Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sieht in dem Aufschub eine Chance f\u00fcr die Bundesregierung und die deutsche Wirtschaft, sich besser auf einen Austritt Gro\u00dfbritanniens aus der EU und m\u00f6gliche Folgen vorzubereiten. &#8222;Durch die Verl\u00e4ngerung wird Druck aus dem Verfahren genommen&#8220;, sagte Altmaier. Dies bedeute f\u00fcr alle Beteiligten mehr Zeit, sich auf die Ver\u00e4nderungen einzustellen. Diese Einlassung ist allerdings nur begrenzt nachvollziehbar, denn der potenzielle Austrittstermin war ja lange genug bekannt. Norbert R\u00f6ttgen erkl\u00e4rte hingegen \u00fcber Twitter, ein l\u00e4ngerer Aufschub w\u00e4re im Sinne der europ\u00e4ischen Einheit besser gewesen. Auch der deutsche EU-Kommissar G\u00fcnther Oettinger ist mit der nun erzielten Aufschiebung &#8222;sehr zufrieden.&#8220; F\u00fcr ihn ist sogar eine nochmalige Verschiebung des Brexit-Datums bis Ende 2020 denkbar.<\/p>\n<p>Der CSU-Europapolitiker und Spitzenkandidat der Europ\u00e4ischen Volkspartei (EVP), Manfred Weber, hat ebenfalls \u00fcber Twitter die Verl\u00e4ngerung begr\u00fc\u00dft: &#8222;Europa hat einmal mehr Geduld und Einigkeit gezeigt, um einen sch\u00e4digenden Brexit zu verhindern.&#8220; Zugleich zeigte sich Weber auch besorgt dar\u00fcber, dass die andauernde politische Unsicherheit in London negative Auswirkungen auf die Debatten \u00fcber die Zukunft der EU haben k\u00f6nnte. Er hoffe noch immer, dass es vor der Europawahl im Mai zum EU-Austritt der Briten komme.<\/p>\n<p>In einem \u00e4hnlichen Sinne erkl\u00e4rte auch der Pr\u00e4sident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverb\u00e4nde (BDA), Ingo Kramer: &#8222;Durch die Verschiebung des Austritts wird ein f\u00fcr Wirtschaft und B\u00fcrger dramatisches ungeregeltes Ausscheiden der Briten aus der EU zun\u00e4chst vermieden.&#8220; Dies schaffe jedoch keine Gewissheit \u00fcber die anstehenden Ver\u00e4nderungen. &#8222;Es ist daher weiter unabdingbar, dass das britische Unterhaus f\u00fcr Klarheit im Brexit-Chaos sorgt&#8220;, forderte der Arbeitgeberpr\u00e4sident. &#8222;Ein Austrittsabkommen sollte so schnell wie m\u00f6glich ratifiziert werden, um endlich Planungssicherheit zu schaffen und einen No-Deal-Brexit ein f\u00fcr alle Mal auszuschlie\u00dfen.&#8220;<\/p>\n<p>Theresa May sagte nach dem Sondergipfel, sie wolle sich weiter daf\u00fcr einsetzen, eine Mehrheit f\u00fcr den vorliegenden Austrittsvertrag in London zu organisieren. Sie werde daf\u00fcr erneut im Unterhaus \u201ewerben\u201c und auch die Beratungen mit der oppositionellen Labour-Partei fortsetzen. Wenn es gelinge, das Austrittsabkommen bis zum 22. Mai zu ratifizieren, m\u00fcsse sich Gro\u00dfbritannien nicht an der Europawahl beteiligen, f\u00fcgte sie hinzu.<\/p>\n<p>Das britische Parlament macht nun zun\u00e4chst eine zehnt\u00e4gige Osterpause, so dass die Zeit f\u00fcr eine L\u00f6sung noch vor den Wahlen zum Europaparlament am 23. Mai bereits wieder knapp wird.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Donnerstag, 11. April 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>07.00 Uhr: Europ\u00e4ischer Rat beschlie\u00dft erneute Verschiebung des Brexit<\/strong><\/p>\n<p>Der Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs der EU-27 hat keine \u00dcberraschungen erbracht \u2013 vielleicht mit Ausnahme der Frist selber. In der Abschlusserkl\u00e4rung [<a href=\"https:\/\/www.consilium.europa.eu\/\/media\/39043\/10-euco-art50-decision-en.pdf?utm_source=dsms-auto&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=European+Council+decision+taken+in+agreement+with+the+United+Kingdom%2c+extending+the+period+under+Article+50+TEU\">https:\/\/www.consilium.europa.eu\/\/media\/39043\/10-euco-art50-decision-en.pdf?utm_source=dsms-auto&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=European+Council+decision+taken+in+agreement+with+the+United+Kingdom%2c+extending+the+period+under+Article+50+TEU<\/a>] sind folgende Regelungen enthalten:<\/p>\n<p>1. Der Austritt Gro\u00dfbritanniens aus der EU wird bis zum 31. Oktober 2019 verschoben. Diese Frist ist l\u00e4nger ausgefallen als die von May gew\u00fcnschte (30. Juni 2019), aber auch k\u00fcrzer als diejenigen Varianten, die im Vorfeld des Gipfels mit Ende des Jahres oder Verl\u00e4ngerung um ein komplettes Jahr im Gespr\u00e4ch waren. Hierdurch will man wohl verhindern, dass die britischen Abgeordneten, die m\u00f6glicherweise ins Europ\u00e4ische Parlament einziehen, dort Entscheidungen verz\u00f6gern oder behindern. Sollte es eine Einigung in Gro\u00dfbritannien \u00fcber einen geregelten Austritt aus der EU vor dem 31. Oktober 2019 geben, scheidet Gro\u00dfbritannien bereits zu diesem fr\u00fcheren Termin aus (\u201eFlextension\u201c). Damit ist der ungeregelte Brexit, der morgen drohte, zun\u00e4chst abgewendet.<\/p>\n<p>2. Wenn man in Gro\u00dfbritannien nicht bis zum Beginn der Europawahlen am 23. Mai 2019 eine Einigung erzielt und damit geregelt aus der EU austritt, muss das Land an den Europawahlen teilnehmen und Abgeordnete in das Europaparlament entsenden.<\/p>\n<p>3. Im Juni sollen gegebenenfalls die \u201eFortschitte\u201c bei der L\u00f6sungsfindung f\u00fcr einen geregelten Brexit gepr\u00fcft werden. Dabei ist unklar, was als Fortschritt gelten k\u00f6nnte und welche Konsequenzen mit einem fehlenden Fortschritt verbunden sein k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>4. Sollte sich Gro\u00dfbritannien nicht an den Wahlen zum Europaparlament beteiligen, endet die Frist automatisch am 31. Mai 2019 und das Land scheidet am 1. Juni aus der EU aus.<\/p>\n<p>Theresa May hat w\u00e4hrend des Gipfels keine konkreten Schritte f\u00fcr das weitere Vorgehen vorgelegt. Die Gespr\u00e4che mit Jeremy Corbyn und der Labour-Partei \u2013 die im Moment wohl eher in einer Sackgasse zu stecken scheinen \u2013 sollen fortgef\u00fchrt werden. Ziel ist es aus ihrer Sicht, eine Einigung noch vor dem 23. Mai zu finden, um nicht an der Europawahl teilnehmen zu m\u00fcssen. Sollte keine Einigung mit der Labour-Partei zustande kommen, hat sie angek\u00fcndigt, das Parlament \u00fcber verschiedene Alternativen abstimmen zu lassen, um auf diese Weise eine L\u00f6sung zu finden. Zu diesen L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten geh\u00f6ren, wie fr\u00fcher schon erl\u00e4utert, folgende Varianten:<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Neuverhandlung des Austrittsvertrags. Diese Variante wird von Seiten der EU weiterhin kategorisch ausgeschlossen<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Weiteres Referendum. Dies w\u00fcrde wohl eine weitere Verschiebung des Austrittstermins notwendig machen und damit m\u00f6gliche zus\u00e4tzliche Probleme im Europ\u00e4ischen Parlament verursachen.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Neuwahlen. Auch diese Variante w\u00fcrde wohl eine weitere Verschiebung des Austrittstermins notwendig machen und ebenfalls m\u00f6gliche zus\u00e4tzliche Probleme im Europ\u00e4ischen Parlament bereiten.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 R\u00fccktritt vom Brexit.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Gro\u00dfbritannien scheidet ohne Abkommen aus der EU aus (No-Deal-Brexit). Diese Variante soll \u2013 nach dem bekundeten Willen (fast) aller Beteiligten \u2013 unter allen Umst\u00e4nden vermieden werden.<\/p>\n<p>Die Wahrscheinlichkeit ist also recht hoch, dass es sp\u00e4testens im Oktober zu einem weiteren Verl\u00e4ngerungsantrag von Seiten Gro\u00dfbritanniens kommen wird, dem die EU erneut bereitwillig entsprechen wird.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Mittwoch, 10. April 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>18.00 Uhr: Au\u00dferordentliche Tagung des Europ\u00e4ischen Rates (Artikel\u00a050 AEUV)<\/strong><\/p>\n<p>Die Staats- und Regierungschefs der EU-27 kommen am Abend zusammen, um \u00fcber die von Theresa May beantragte Verl\u00e4ngerung des Austrittsdatums zu beraten. Auf diesem Treffen soll Theresa May zun\u00e4chst erl\u00e4utern, wie der Brexit-Prozess aus ihrer Sicht weitergef\u00fchrt werden soll und damit gegebenenfalls eine Begr\u00fcndung f\u00fcr die beantragte Verl\u00e4ngerung liefern.<\/p>\n<p><strong>07.00 Uhr: Deal oder No-Deal, das ist heute die Frage \u2026<\/strong><\/p>\n<p>Niemand scheint wirklich daran zu glauben, dass die Regierungschefs der EU-27 Gro\u00dfbritannien heute die Pistole auf die Brust setzen und den No-Deal-Brexit am Freitag um Mitternacht riskieren wollen. Hierf\u00fcr spricht auch die Gelassenheit der Finanzm\u00e4rkte. Das britische Pfund hat gegen\u00fcber dem Euro nur geringf\u00fcgig an Wert verloren, wohingegen sowohl der eng- (FTSE 100) als auch der weitgefasste\u00a0 britische Aktienindex (FTSE 250) sogar gestiegen sind. Es ist vielmehr mit einen erneuten Aufschub zu rechnen \u2013 m\u00f6glicherweise gekn\u00fcpft an (zeitliche) Meilensteine und Bedingungen, um den Einigungsprozess in Gro\u00dfbritannien zu forcieren. Mit dem Aufschub ist allerdings f\u00fcr beide Seiten das Problem einer notwendigen Teilnahme Gro\u00dfbritanniens an den Europawahlen verbunden. Dass das austrittswillige Land Gro\u00dfbritannien Abgeordnete in das Europ\u00e4ische Parlament entsenden k\u00f6nnte, die dort \u2013 wenn auch nur tempor\u00e4r \u2013 \u00fcber die weitere Entwicklung der EU mitentscheiden, ist auf beiden Seiten des Kanals nur schwer zu vermitteln. Der konservative Abgeordnete und Brexit-Hardliner Jacob Rees-Mogg hat dies bereits zum Anlass genommen damit zu drohen, der EU das Leben so schwer wie m\u00f6glich zu machen: &#8222;Wenn wir wegen eines langen Aufschubs in der EU stecken bleiben, sollten wir so unbequem wie m\u00f6glich sein&#8220;, schreibt er auf Twitter (5. April, 10.43 Uhr). &#8222;Wir k\u00f6nnten jede Erh\u00f6hung des Budgets mit einem Veto verhindern, eine m\u00f6gliche EU-Armee blockieren und uns den Vergemeinschaftungspl\u00e4nen von Herrn Macron entgegenstellen.&#8220;<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Dienstag, 09. April 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>20.00 Uhr: Es scheint bereits Einigkeit zu bestehen, den Brexit-Termin erneut zu verschieben<\/strong><\/p>\n<p>Unter den EU-Staaten soll bereits jetzt weitgehende Einigkeit dar\u00fcber bestehen, Gro\u00dfbritannien einen weiteren Aufschub des Austritts aus der EU zu gew\u00e4hren. Unklar sind hingegen im Moment noch die Dauer des Aufschubs sowie m\u00f6gliche Bedingungen, die an die Verl\u00e4ngerung gekn\u00fcpft werden. Es geht also gar nicht mehr um das \u201eob\u201c, sondern nur noch um das \u201ewie\u201c des Aufschubs.<\/p>\n<p>Zu den Bedingungen, die man Gro\u00dfbritannien m\u00f6glicherweise stellt, soll zum einen die Teilnahme an den Europawahlen geh\u00f6ren. Sollte sich Gro\u00dfbritannien dazu nicht bereit erkl\u00e4ren, soll der Brexit am 1. Juni 2019 vollzogen werden. Zum anderen will man wohl von Seiten der EU, dass Gro\u00dfbritannien gegebenenfalls eine Verpflichtungserkl\u00e4rung abgibt, keine (wichtigen) Entscheidungen des EU-Parlaments zu blockieren \u2013 eine hehre Vorstellung, dass sich eine solche Verpflichtung in der politischen Praxis auch durchsetzen lie\u00dfe.<\/p>\n<p><strong>19.00 Uhr: Das britisches Parlament stimmt Theresa Mays Vorschlag f\u00fcr Brexit-Aufschub zu\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p>Das britische Parlament hat der Bitte von Premierministerin Theresa May an die EU um eine erneute Verl\u00e4ngerung der Brexit-Frist bis zum 30. Juni mit einer deutlichen Mehrheit von 420 zu 110 Stimmen entsprochen. Diese Abstimmung wurde erst durch das in der Nacht verabschiedete Gesetz (siehe Eintrag heute: 01.00 Uhr) m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Das (namentliche) Abstimmungsergebnis findet sich unter: [<a href=\"https:\/\/hansard.parliament.uk\/search\/Divisions?house=commons\">https:\/\/hansard.parliament.uk\/search\/Divisions?house=commons<\/a>]<\/p>\n<p><strong>Theresa May setzt auf Diplomatie<\/strong><\/p>\n<p>Theresa May trifft sich im Vorfeld des EU-Sondergipfels am heutigen Dienstag gegen Mittag zun\u00e4chst mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin und am Abend mit dem franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten Emmanuel Macron in Paris.\u00a0 W\u00e4hrend sich Macron zuletzt skeptisch bez\u00fcglich einer Verl\u00e4ngerung des Austrittsdatums ge\u00e4u\u00dfert hatte, scheint Angela Merkel eher einen (bedingungslosen) Aufschub zu bef\u00fcrworten. M\u00f6glicherweise spekuliert sie darauf, Gro\u00dfbritannien auf diese Weise doch noch in der EU zu halten. Au\u00dferdem spielen wohl auch die deutschen wirtschaftlichen Interessen eine gewichtige Rolle. Da sowohl die britischen als auch die europ\u00e4ischen Politiker mehrheitlich einen harten Brexit unter allen Umst\u00e4nden vermeiden wollen, ist damit zu rechnen, dass die EU eine deutlich l\u00e4ngere Austrittsfrist \u2013 etwa bis Ende des Jahres 2019 \u2013 anbieten wird, die bei einer vorzeitigen Einigung in Gro\u00dfbritannien entsprechend flexibel gehandhabt werden kann (\u201eFlextension\u201c). Von vielen europ\u00e4ischen Politikern werden die Probleme, die mit einer notwendigen Teilnahme Gro\u00dfbritanniens an den Europawahlen und einer gegebenenfalls tempor\u00e4ren Mitwirkung im Parlament verbunden sind als kleiner angesehen, als die nicht abzusehenden (wirtschaftlichen) Entwicklungen nach einem No-Deal-Brexit. \u00a0Vielleicht bef\u00fcrchtet man eine \u00e4hnliche Lawine auszul\u00f6sen, wie nach der Lehman-Pleite im Herbst 2008. Ob den Briten mit einem weiteren Aufschub aber wirklich geholfen ist, darf nach den bisherigen Erfahrungen ebenfalls bezweifelt werden.<\/p>\n<p>Das in der Nacht endg\u00fcltig verabschiedete Gesetz w\u00fcrde es dem britischen Unterhaus theoretisch erm\u00f6glichen, sich gegen eine von Theresa May mit der EU abgestimmte Verl\u00e4ngerung \u2013 wie immer diese im einzelnen aussieht \u2013 auszusprechen. Doch auch damit ist kaum zu rechnen, da es dessen prim\u00e4res Ziel ist, einen No-Deal-Brexit zu verhindern.<\/p>\n<p><strong>01.00 Uhr: Das Unterhaus verabschiedet das Gesetz zum Brexit-Aufschub endg\u00fcltig<\/strong><\/p>\n<p>Das Unterhaus akzeptiert die \u00c4nderungen des Oberhauses an dem Gesetz und die Queen stimmt ihm abschlie\u00dfend zu. Die Abgeordneten haben damit die M\u00f6glichkeit, das von Theresa May ausgehandelte (neue) Zieldatum f\u00fcr den Brexit zu \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Das (namentliche) Abstimmungsergebnis findet sich unter Division 412: [<a href=\"https:\/\/hansard.parliament.uk\/search\/Divisions?house=commons\">https:\/\/hansard.parliament.uk\/search\/Divisions?house=commons<\/a>]<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Montag, 08. April 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>21.15 Uhr: Das britische Oberhaus billigt das Gesetz zum Brexit-Aufschub mit leichten \u00c4nderungen<\/strong><\/p>\n<p>Das britische Oberhaus hat das vom Unterhaus am letzten Donnerstag verabschiedete Gesetz \u00fcber einen Brexit-Aufschub zur Vermeidung eines No-Deal Austritts [siehe Eintrag 04. April: 00.30 Uhr] mit leichten \u00c4nderungen gebilligt. Das Gesetz wird nun an das Unterhaus zur\u00fcck verwiesen, wo es noch im Laufe des Abends endg\u00fcltig verabschiedet werden soll.<\/p>\n<p>Das (namentliche) Abstimmungsergebnis im Oberhaus findet sich unter dem heutigen Datum unter folgendem Link: [<a href=\"https:\/\/hansard.parliament.uk\/search\/Divisions?house=lords\">https:\/\/hansard.parliament.uk\/search\/Divisions?house=lords<\/a>]<\/p>\n<p><strong>Die Gespr\u00e4che zwischen Theresa May und Jeremy Corbyn werden fortgesetzt.<\/strong><\/p>\n<p>Bisher wurde keine Einigung erzielt. Corbyn \u00e4u\u00dfert sich jedoch skeptisch bez\u00fcglich einer L\u00f6sung, weil seiner Meinung nach Premierministerin May nicht zu notwendigen Zugest\u00e4ndnissen bereit ist. Ihre \u201eroten Linien\u201c haben sich demnach nicht ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Freitag, 05. April 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>10.30 Uhr: Ratspr\u00e4sident Tusk pl\u00e4diert f\u00fcr Verschiebung um zw\u00f6lf Monate<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>EU-Ratspr\u00e4sident\u00a0Donald\u00a0Tusk\u00a0pl\u00e4diert f\u00fcr eine l\u00e4ngere Verschiebung des Brexits um bis zu zw\u00f6lf Monate.\u00a0 Die Brexit-Frist k\u00f6nnte nach einer Einigung in Gro\u00dfbritannien flexibel verk\u00fcrzt werden.<\/p>\n<p><strong>10.00 Uhr: May beantragt Brexit-Verl\u00e4ngerung bis zum 30. Juni <\/strong><\/p>\n<p>Premierministerin Theresa May hat die EU in einem Brief um einen Aufschub des Brexits bis l\u00e4ngstens zum 30. Juni gebeten. Gro\u00dfbritannien werde vor diesem Hintergrund Vorbereitungen f\u00fcr die Teilnahme an der Europawahl treffen, hei\u00dft es in dem Schreiben. Man werde aber nur dann an den Europawahlen teilnehmen, wenn bis zum 22. Mai keine Einigung zustande gekommen sei.<\/p>\n<p>Den originalen Brieftext findet man unter folgendem Link:<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/assets.publishing.service.gov.uk\/government\/uploads\/system\/uploads\/attachment_data\/file\/793058\/PM_letter_to_His_Excellency_Mr_Donald_Tusk__1_.pdf\">https:\/\/assets.publishing.service.gov.uk\/government\/uploads\/system\/uploads\/attachment_data\/file\/793058\/PM_letter_to_His_Excellency_Mr_Donald_Tusk__1_.pdf<\/a>]<\/p>\n<p><strong>08.00 Uhr: Die Gespr\u00e4che zwischen May und Corbyn sollen heute fortgesetzt werden.<\/strong><\/p>\n<p>Einem Sprecher von Premierministerin May zufolge muss die britische Regierung sp\u00e4testens bis Dienstag \u2013 dem Tag vor dem EU-Sondergipfel \u2013 EU-Ratspr\u00e4sident Donald Tusk den Plan f\u00fcr das weitere Vorgehen \u00fcbermitteln.<\/p>\n<p>Die Vorstellung von Jeremy Corbyn l\u00e4sst sich so interpretieren, dass ganz Gro\u00dfbritannien zuk\u00fcnftig \u00fcber eine Zollunion sowie die (gegenseitige) Anerkennung von Normen und Produktstandards an die EU gebunden bleibt. Dies w\u00fcrde einer etwas weicheren Brexit-Version im Verh\u00e4ltnis zu derjenigen entsprechen, die nun in Form des Backstops als Minimall\u00f6sung im Rahmen des vorliegenden Austrittsvertrags vorgesehen ist. Corbyn strebt dar\u00fcber hinaus eine weitere institutionelle Anbindung an die EU in verschiedenen Bereichen an [siehe hierzu auch Alternative 5. unter dem Eintrag vom 27.M\u00e4rz]. Im Gegensatz zum Backstop, der\u00a0 vorsieht, dass nur Nordirland im Binnenmarkt f\u00fcr Waren bleibt, w\u00fcrde dies bei Corbyn f\u00fcr ganz Gro\u00dfbritannien gelten. Der Vorteil dieser L\u00f6sung w\u00e4re, dass das leidige Problem der Verlagerung der ansonsten weiterhin notwendigen \u00a0Kontrollen von der inner-irischen Grenze in die irische See &#8222;gel\u00f6st&#8220; w\u00e4re, weil dann auch alle nicht-tarif\u00e4ren Handelshemmnisse (Normen, Produktstandards) zwischen Gro\u00dfbritannien insgesamt und der EU ihre Wirkung verlieren und damit jegliche Kontrollen \u00fcberfl\u00fcssig w\u00fcrden. Die \u201eNachteile\u201c f\u00fcr die Brexit-Hardliner w\u00e4ren hingegen, dass man auch in Zukunft die Regulierungen der EU im Bereich des Warenhandels \u2013 nicht hingegen im Bereich der Dienstleistungen \u2013 akzeptieren m\u00fcsste (ohne selber dar\u00fcber mitentscheiden zu k\u00f6nnen) und dass keine eigenst\u00e4ndigen Handelsabkommen gegen\u00fcber Drittl\u00e4ndern abgeschlossen werden k\u00f6nnten. Der freie Dienstleistungsverkehr und der freie Personenverkehr (Migration) sind jedoch bei dieser \u201eBasisversion\u201c der Handelsanbindung ausgenommen. Diese zuletzt genannten Bereiche k\u00e4men erst dann hinzu, wenn man sich f\u00fcr eine noch engere Anbindung an die EU \u2013 etwa im Sinne der Norwegen-L\u00f6sung plus Zollunion \u2013 entscheiden w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Eine gangbare L\u00f6sung, um den gegenw\u00e4rtigen politischen Stillstand zu \u00fcberwinden, k\u00f6nnte folglich darin bestehen, den vorliegenden Austrittsvertrag anzunehmen und anschlie\u00dfend einen Handelsvertrag im Sinne von Jeremy Corbyn mit der EU auszuhandeln. Diese wird einem solchen Vorschlag offen gegen\u00fcberstehen, da er eine engere Anbindung an die EU impliziert als die Minimall\u00f6sung des Backstops. Es bleibt allerdings die Frage, ob eine solche Einigung zwischen May und Corbyn auch die notwendige Mehrheit im Parlament erbringt. In ihrer eigenen konservativen Partei werden die Spannungen auf diese Weise wohl eher verst\u00e4rkt.<\/p>\n<p><strong>07.00 Uhr: Das britische Oberhaus wird erst am Montag \u00fcber das gestern vom Unterhaus verabschiedete Gesetz zum Brexit-Aufschub abstimmen<\/strong><\/p>\n<p>Das britische Oberhaus wird die Debatte des gestern mit einer Stimme Mehrheit vom Unterhaus verabschiedeten Gesetzes \u00fcber einen weiteren Brexit-Aufschub [siehe Eintrag gestern 00.30 Uhr] erst am Montag abschlie\u00dfen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Donnerstag, 04. April 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>19.00 Uhr: Die heutigen Gespr\u00e4che zwischen Premierministerin Theresa May und Oppositionsf\u00fchrer Jeremy Corbyn werden als produktiv und detailliert beschrieben <\/strong><\/p>\n<p><strong>12.00 Uhr:\u00a0EU-Parlament beschlie\u00dft Visumsfreiheit f\u00fcr Briten nach dem Brexit <\/strong><\/p>\n<p>Britische Staatsangeh\u00f6rige sollen auch nach einem harten Brexit f\u00fcr kurze Aufenthalte bis zu 90 Tagen in der EU kein Visum ben\u00f6tigen.<\/p>\n<p><strong>00.30 Uhr: Unterhaus verabschiedet Gesetz gegen harten Brexit <\/strong><\/p>\n<p>Mit dem innerhalb eines Tages verabschiedeten Gesetzesentwurf, der mit 313 zu 312 Stimmen angenommen wurde, wird Premierministerin Theresa May gezwungen, die EU um eine weitere Verl\u00e4ngerung zu bitten, wenn bis zum 12. April keine einvernehmliche L\u00f6sung f\u00fcr den geregelten Austritt aus der EU gefunden wurde. Der Gesetzesentwurf muss allerdings noch vom Oberhaus angenommen werden. Ferner bedarf der britische Wunsch nach einer \u2013 kurz- oder l\u00e4ngerfristigen \u2013 Verschiebung des Brexit-Termins stets einer einstimmigen Annahme durch die EU.<\/p>\n<p>Das (namentliche) Abstimmungsergebnis findet sich unter Division 409: [<a href=\"https:\/\/hansard.parliament.uk\/search\/Divisions?house=commons\">https:\/\/hansard.parliament.uk\/search\/Divisions?house=commons<\/a>]<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Mittwoch, 03. April 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>22.00 Uhr: Corbyn beschreibt das Gespr\u00e4ch mit May als \u201en\u00fctzlich, aber ergebnislos\u201c <\/strong><\/p>\n<p><strong>19.00 Uhr: Parlament entscheidet gegen erneute Probeabstimmungen am Montag [Division 402]<\/strong><\/p>\n<p>Das Unterhaus hat sich gegen einen Antrag entschieden, am Montag erneut \u00fcber alternative Ans\u00e4tze zum Brexit-Verfahren abzustimmen. Bei 310 Ja- und Nein-Stimmen entschied Parlamentspr\u00e4sident John Bercow die Abstimmung mit seinem Votum.<\/p>\n<p>Die exakte Antragsformulierung sowie das (namentliche) Abstimmungsergebnis finden sich unter: [<a href=\"https:\/\/hansard.parliament.uk\/search\/Divisions?house=commons\">https:\/\/hansard.parliament.uk\/search\/Divisions?house=commons<\/a>]<\/p>\n<p><strong>15.00 Uhr: Juncker macht Zustimmung zum Austrittsvertrag zur Voraussetzung f\u00fcr eine weitere Brexit-Verschiebung <\/strong><\/p>\n<p>EU-Kommissionspr\u00e4sident Jean-Claude Juncker spricht sich im Europ\u00e4ischen Parlament gegen eine Verl\u00e4ngerung des Austrittsdatums bis maximal zum 22. Mai aus, wenn das britische Parlament nicht bis zum 12. April doch noch dem vorliegenden Austrittsabkommen zugestimmt hat. F\u00fcr ihn wird ein &#8222;No Deal&#8220;-Ausstieg am 12. April um Mitternacht nun ein &#8222;sehr wahrscheinliches Szenario&#8220;.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Dienstag, 02. April 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>20.30 Uhr: Labour-Chef Corbyn ist zu Treffen mit May bereit <\/strong><\/p>\n<p><strong>20.25 Uhr: Schottische Regierungschefin bef\u00fcrchtet Druck auf das Parlament <\/strong><\/p>\n<p>Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon bef\u00fcrchtet, dass bei einer kurzen Verl\u00e4ngerungsphase \u00a0am Ende Druck auf das Parlament entstehen k\u00f6nnte, nur noch zwischen dem vorliegenden Brexit-Abkommen und einem &#8222;No Deal&#8220;-Austritt w\u00e4hlen zu k\u00f6nnen. Sturgeon pr\u00e4feriert daher eine l\u00e4ngere Verschiebung mit anschlie\u00dfendem Referendum zu der dann getroffenen Entscheidung des Parlaments.<\/p>\n<p><strong>19.30 Uhr: May will weiteren kurzfristigen Aufschub beantragen<\/strong><\/p>\n<p>Die britische Premierministerin Theresa May will die EU um eine weitere, m\u00f6glichst kurze Verl\u00e4ngerung der Frist f\u00fcr den Austritt des Landes aus der Europ\u00e4ischen Union bitten. Die Verl\u00e4ngerung \u00fcber den 12. April hinaus soll so kurz wie m\u00f6glich ausfallen und enden, sobald eine Einigung erreicht ist. Auf jeden Fall soll die Frist vor dem 23. Mai, dem Beginn der Wahlen zum Europ\u00e4ischen Parlament, auslaufen. Ob die EU diesem Antrag zustimmt ist unklar, da sie eine Verl\u00e4ngerung \u00fcber den 12. April hinaus\u00a0 bisher von der Annahme des vorliegenden Austrittsvertrags abh\u00e4ngig gemacht hatte.<\/p>\n<p>Premierministerin May k\u00fcndigte ferner an, nun zusammen mit Oppositionsf\u00fchrer Jeremy Corbyn einen Kompromiss im Brexit-Chaos suchen zu wollen. Fester Teil dieses Kompromisses m\u00fcsse jedoch das von ihr ausgehandelte Abkommen sein, weil die EU es nicht nachverhandeln wolle, betonte May.\u00a0Bei den Beratungen soll es deshalb nicht um den Austrittsvertrag selbst gehen, sondern um die politische Erkl\u00e4rung zu den k\u00fcnftigen Beziehungen zur EU. In diesem Rahmen wird man aber wohl kaum eine substantiell andere \u2013 von der EU akzeptierte \u2013 (Minimal-)L\u00f6sung finden, als den jetzt vorgesehenen Backstop. Es sei denn, man entschlie\u00dft sich f\u00fcr eine deutlich engere Bindung an die EU.<\/p>\n<p>Gelingt es in der verbleibenden Zeit, einen gemeinsamen Plan auf der Basis des jetzt vorliegenden Austrittsabkommens zu entwickeln, \u00a0soll er anschlie\u00dfend dem Parlament zur Abstimmung vorlegt werden. Sollte keine L\u00f6sung gefunden oder vom Parlament gebilligt werden, will die Premierministerin dem Parlament mehrere Vorschl\u00e4ge zur Abstimmung pr\u00e4sentieren. Und t\u00e4glich gr\u00fc\u00dft das Murmeltier \u2026<\/p>\n<p><strong>15.30 Uhr: Abgeordnete fordern Gesetz gegen harten Brexit<\/strong><\/p>\n<p>Eine \u00fcberparteiliche Gruppe von Angeordneten unter der Leitung der Labour-Abgeordneten Yvette Cooper will im britischen Unterhaus einen EU-Austritt Gro\u00dfbritanniens ohne Austrittsvertrag per Gesetz verhindern. Premierministerin May soll auf diese Weise gezwungen werden, die Austrittsfrist erneut zu verl\u00e4ngern, um einen Brexit ohne Abkommen am 12. April zu verhindern.<\/p>\n<p><strong>12.00 Uhr: Pers\u00f6nliche Zwischenbilanz<\/strong><\/p>\n<p>Die bisherigen Probeabstimmungen haben den Eindruck vermittelt, dass es bei den konkreten Alternativen zum vorliegenden Austrittsabkommen Pr\u00e4ferenzen f\u00fcr eine engere Anbindung an die EU gibt. Die meisten Ja-Stimmen hat dabei der Vorschlag einer dauerhaften Zollunion mit der EU erhalten. Eine solche L\u00f6sung f\u00fchrt auf jeden Fall dazu, dass an der inner-irischen Grenze Zollkontrollen \u00fcberfl\u00fcssig werden. Der Vorschlag greift aber nicht weit genug, weil er die nicht-tarif\u00e4ren Handelshemmnisse in Form von Normen und Produktstandards au\u00dfer Acht l\u00e4sst. Unterschiede in diesem Bereich w\u00fcrden also auch ohne Z\u00f6lle Grenzkontrollen erfordern. Genau dies ist der Grund daf\u00fcr, dass in der vorliegenden Backstop-L\u00f6sung die \u2013 wie zuvor erl\u00e4utert \u2013 weiterhin notwendigen Kontrollen in die irische See, also zwischen Nordirland und dem restlichen Gro\u00dfbritannien verlegt werden sollen. Dies bedeutet aber, dass Nordirland auch im Binnenmarkt f\u00fcr Waren verbleiben m\u00fcsste und damit eine \u00f6konomische Zweiteilung Gro\u00dfbritanniens erfolgen w\u00fcrde. Einer derjenigen Gr\u00fcnde, die f\u00fcr den hohen Widerstand gegen das vorliegende Austrittsabkommen verantwortlich sind.<\/p>\n<p>Eine reine Zollunion ohne Ber\u00fccksichtigung der nicht-tarif\u00e4ren Handelshemmnisse w\u00fcrde daher von Seiten der EU wohl kaum akzeptiert werden. Jede Zollunion mit der EU leidet aus Sicht Gro\u00dfbritanniens wiederum daran, dass keine eigenst\u00e4ndigen Handelsabkommen mit Drittl\u00e4ndern abgeschlossen werden k\u00f6nnen.\u00a0 Eine noch engere Anbindung im Sinne des Vorschlags \u201eBinnenmarkt 2.0\u201c w\u00fcrde dieses Problem umgehen, da Gro\u00dfbritannien weiterhin Mitglied des gesamten Binnenmarktes \u00fcber eine Teilnahme am Europ\u00e4ischen Wirtschaftsraum bliebe. Hier m\u00fcsste allerdings zus\u00e4tzlich \u2013 im Gegensatz etwa zu Norwegen \u2013 eine Zollunion mit der EU eingegangen werden. Bei diesem Vorschlag m\u00fcsste aber \u2013 abgesehen vielleicht von einigen auszuhandelnden Ausnahmen \u2013 der freie Personenverkehr (Migration) weiterhin akzeptiert werden. Hinzu kommt, dass man alle (Binnenmarkt-)Regelungen der EU akzeptieren m\u00fcsste, ohne selber ein Mitspracherecht zu besitzen. Dar\u00fcber hinaus m\u00fcssten weiterhin \u2013 wenn auch deutlich geringere \u2013 Beitr\u00e4ge zum EU-Haushalt geleistet werden.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend also die Zollunion allein nicht ausreichen wird, die (bisherigen) Forderungen der EU \u2013 insbesondere nach einer weiterhin offenen Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland \u2013 zu erf\u00fcllen, geht die Binnenmarkt 2.0 L\u00f6sung weit \u00fcber das vorliegende Austrittsabkommen hinaus. Diese L\u00f6sung w\u00e4re wohl insbesondere f\u00fcr diejenigen attraktiv, die sich eher einen Verbleib in der EU gew\u00fcnscht h\u00e4tten. Jede Anbindung Gro\u00dfbritanniens an die EU in Form einer Freihandelszone scheitert bisher an der Forderung nach einer weiterhin offenen inner-irischen Grenze. Eine Freihandelszone w\u00fcrde im Gegensatz zu einer Zollunion eine autonome Handelspolitik Gro\u00dfbritanniens gegen\u00fcber Drittl\u00e4ndern erlauben.<\/p>\n<p>Bei allen Alternativvorschl\u00e4gen durch das britische Parlament ist also stets auch zu untersuchen, wie gro\u00df die Wahrscheinlichkeit einer Akzeptanz dieser Vorschl\u00e4ge durch die EU ist. Einer engeren Anbindung an die EU im Sinne eines Binnenmarktes 2.0 wird sie im Zweifel bereitwillig zustimmen. Hinter das ausgehandelte Austrittsabkommen zur\u00fcck \u2013 und das w\u00fcrde eine reine Zollunion bedeuten \u2013 wird man von Seiten der EU aber wohl kaum gehen. Die Umsetzung einer engeren Anbindung an die EU ist wiederum dann am wahrscheinlichsten, wenn es zu Neuwahlen und einer nachfolgenden Labour-Regierung k\u00e4me (siehe Labour-Vorschlag vom letzten Mittwoch).<\/p>\n<p>Ein zweites Referendum, das ebenfalls eine zunehmende Pr\u00e4ferenz erf\u00e4hrt, k\u00f6nnte auf verschiedene Weisen durchgef\u00fchrt werden. So k\u00f6nnte einmal \u00fcber den Brexit an sich und gegebenenfalls eine R\u00fccknahme des Austrittsantrags abgestimmt werden, es k\u00f6nnte aber auch eine \u2013 zuvor mit der EU abgestimmte \u2013 Austrittsvariante (best\u00e4tigend) zur Abstimmung gestellt werden. Neuwahlen wird man hingegen von Seiten der regierenden Konservativen Partei mit allen Mitteln zu verhindern versuchen, da laut Umfragen die Gefahr einer deutlichen Niederlage droht. Da ein (deutlich) l\u00e4ngerer Aufschub des Austrittsdatums die Teilnahme an den Wahlen zum Europ\u00e4ischen Parlament voraussetzt, wird auch diese Variante kein Selbstl\u00e4ufer sein. Sollte man sich in der verbleibenden Zeit weder f\u00fcr das vorliegende Austrittsabkommen noch f\u00fcr eine Alternative, die auch f\u00fcr die EU akzeptabel ist, entscheiden k\u00f6nnen, droht am 12. April \u2013 trotz aller gegenteiligen Voten \u2013 der harte Brexit.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Montag, 01. April 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>23.00 Uhr: Das britische Unterhaus hat erneut Probeabstimmungen durchgef\u00fchrt<\/strong><\/p>\n<p>Der Parlamentspr\u00e4sident Bercow hat diejenigen Vorschl\u00e4ge ausgew\u00e4hlt, die zur Abstimmung zugelassen wurden. Die Abstimmung, die schriftlich erfolgte, und bei der mehrere Optionen gew\u00e4hlt werden konnten, f\u00fchrte zu folgenden Ergebnissen:<\/p>\n<p><strong>1. Gro\u00dfbritannien bleibt in einer Zollunion mit der EU [Division 397]<\/strong><\/p>\n<p>Ergebnis:\u00a0 273 Ja-Stimmen\u00a0\u00a0 \/\u00a0\u00a0 276 Nein-Stimmen\u00a0\u00a0\u00a0 Die Alternative wird abgelehnt<\/p>\n<p><strong>2. Soft Brexit: Binnenmarkt 2.0 (Norwegen-L\u00f6sung plus Zollunion) [Division 398]<\/strong><\/p>\n<p>Ergebnis:\u00a0 261 Ja-Stimmen\u00a0\u00a0 \/\u00a0\u00a0 282 Nein-Stimmen\u00a0\u00a0\u00a0 Die Alternative wird abgelehnt<\/p>\n<p><strong>3. Best\u00e4tigendes Referendum \u00fcber neues Verh\u00e4ltnis zur EU [Division 399]<\/strong><\/p>\n<p>Ergebnis:\u00a0 280 Ja-Stimmen\u00a0\u00a0 \/\u00a0\u00a0 292 Nein-Stimmen\u00a0\u00a0\u00a0 Die Alternative wird abgelehnt<\/p>\n<p><strong>4. Widerruf des Austritts, wenn bis zum 10. April keine andere L\u00f6sung gefunden wird, <\/strong><strong>um harten Brexit zu vermeiden [Division 400]<\/strong><\/p>\n<p>Ergebnis:\u00a0 191 Ja-Stimmen\u00a0\u00a0 \/\u00a0\u00a0 292 Nein-Stimmen\u00a0\u00a0\u00a0 Die Alternative wird abgelehnt<\/p>\n<p>Die exakte Antragsformulierung sowie das (namentliche) Abstimmungsergebnis finden sich unter: [<a href=\"https:\/\/hansard.parliament.uk\/search\/Divisions?house=commons\">https:\/\/hansard.parliament.uk\/search\/Divisions?house=commons<\/a>]<\/p>\n<p>Die heutigen Probeabstimmungen im britischen Unterhaus haben ergeben, dass es erneut f\u00fcr keine der vier Alternativen eine Mehrheit gibt. Dabei hat die nordirische DUP \u2013 nach eigenem Bekunden \u2013 gegen alle Vorschl\u00e4ge gestimmt. Es bleibt allerdings unklar, wie die Regierung auf dieses Ergebnis reagieren wird. Obgleich der Antrag 1. (Zollunion) nur knapp unterlegen ist, haben alle zur Abstimmung gestellten Alternativen weniger Ja-Stimmen erzielt, als das vorliegende Austrittsabkommen bei seiner Ablehnung am letzen Freitag mit 286 Ja-Stimmen.<\/p>\n<p>Am Mittwoch soll \u00fcber weitere \u2013 neu formulierte \u2013 Alternativen im Unterhaus abgestimmt werden<\/p>\n<p><strong>15.00 Uhr: Die Regierung May hat f\u00fcr morgen zwei Kabinettstreffen angesetzt<\/strong><\/p>\n<p>Die Regierung wird morgen \u00fcber das Ergebnis der heutigen Probeabstimmungen und das weitere Vorgehen beraten.<\/p>\n<p><strong>12.00 Uhr: Ifo-Pr\u00e4sident Fuest bef\u00fcrchtet Rezession in Deutschland wenn es zum harten Brexit kommt<\/strong><\/p>\n<p>Der Pr\u00e4sident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, bef\u00fcrchtet, dass ein harter Brexit eine Rezession in Deutschland ausl\u00f6sen k\u00f6nnte. Er fordert vor diesem Hintergrund eine Verschiebung des Brexits um zwei Jahre.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Sonntag, 31. M\u00e4rz 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>15.00 Uhr: Mehr als sechs Millionen Briten unterst\u00fctzen Petition gegen Brexit <\/strong><\/p>\n<p>Mehr als sechs Millionen Menschen haben bislang eine Online-Petition f\u00fcr den Verbleib Gro\u00dfbritanniens in der EU unterzeichnet. Das britische Parlament muss \u00fcber jede Petition mit mehr als 100.000 Unterzeichnern debattieren, was am kommenden Montag \u2013 im Rahmen der Debatte um die erneuten Probeabstimmungen \u2013 geschehen soll. Beim Referendum am 23. Juni 2016 (siehe unten) stimmten 17,4 Millionen Briten f\u00fcr einen Austritt aus der EU, 16,1 Millionen dagegen..<\/p>\n<p><strong>10.00 Uhr: Britische Regierung komplett zerstritten <\/strong><\/p>\n<p>Auf der einen Seite wollen \u2013 laut einem Bericht der &#8222;Sunday Times&#8220; \u2013 mehrere pro-europ\u00e4ische Minister der Regierung zur\u00fccktreten, sollte May sich f\u00fcr einen EU-Austritt ohne Folgeabkommen entscheiden.\u00a0 Auf der anderen Seite drohen mehrere Brexit-Anh\u00e4nger in der Regierung damit, ihr Amt niederlegen, sollte sich May f\u00fcr eine Zollunion mit der Europ\u00e4ischen Union oder einen langen Brexit-Aufschub entscheiden.<\/p>\n<p><strong>08.00 Uhr: Bombenexplosion\u00a0im nordirischen Londonderry <\/strong><\/p>\n<p>Im nordirischen Londonderry ist in der Nacht eine Rohrbombe explodiert. Verletzte oder gr\u00f6\u00dfere Sch\u00e4den hat es dabei nicht gegeben.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Samstag, 30. M\u00e4rz 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>16.30 Uhr: Konservative Abgeordnete fordern Brexit <\/strong><\/p>\n<p>170 der 314 konservativen Parlamentsabgeordneten haben nach einem Bericht der britischen Zeitung &#8222;Sun&#8220; in einem Brief an Parteichefin May den Austritt Gro\u00dfbritanniens aus der EU am 12. April oder kurz danach gefordert \u2013 auch wenn dies nur ohne Austrittsvertrag umgesetzt werde k\u00f6nne.<\/p>\n<p><strong>13.30 Uhr: Gibt es eine vierte Abstimmung \u00fcber den Austrittsvertrag?<\/strong><\/p>\n<p>Die britische Zeitung &#8222;The Guardian&#8220; berichtet, dass die britische Premierministerin Theresa May angeblich plant, dem Unterhaus den von ihr ausgehandelten Austrittsvertrag \u00a0ein viertes Mal zur Abstimmung vorzulegen. Wie &#8222;The Guardian&#8220; schreibt, will May das vorliegende Austrittsabkommen dabei im Rahmen einer Stichwahl (eventuell am kommenden Dienstag) als Alternative zu demjenigen Vorschlag zur Abstimmung stellen, der bei den Probeabstimmungen am kommenden Montag die meisten Stimmen auf sich vereinigen kann. Bei \u00e4hnlichen Probeabstimmungen letzten Mittwoch hatten sich die meisten Abgeordneten f\u00fcr ein zweites Referendum (268 Ja-Stimmen) sowie f\u00fcr eine dauerhafte Zollunion mit der EU (264 Ja-Stimmen) ausgesprochen. Unklar ist allerdings, ob und unter welchen Bedingungen der Parlaments-Pr\u00e4sident, John Bercow, eine vierte Abstimmung \u00fcber das Austrittsabkommen zul\u00e4sst.<\/p>\n<p>Sollten die Abgeordneten bei den f\u00fcr Montag geplanten Probeabstimmungen nicht zu einer Einigung kommen oder der Austrittsvertrag ein viertes Mal durchfallen bzw. nicht zur Abstimmung zugelassen werden, will May \u2013 angeblich \u2013 Neuwahlen ausrufen. Eine solche Entwicklung f\u00fcrchten \u2013 aufgrund des Brexit-Chaos der letzten Monate \u2013 vor allem die Abgeordneten der regierenden Konservativen Partei. M\u00f6glicherweise will Theresa May deren Eigeninteresse als letztes Druckmittel f\u00fcr ihren Vertrag nutzen. Sollte es zu Neuwahlen kommen, h\u00e4tte die oppositionelle Labour-Partei Umfragen zufolge gegenw\u00e4rtig einen Stimmenvorsprung von f\u00fcnf Prozentpunkten gegen\u00fcber der Konservativen Partei. Von einer Labour-Regierung w\u00e4re wohl eher ein weicherer Brexit zu erwarten (siehe Probeabstimmungen am letzten Mittwoch).<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Freitag, 29. M\u00e4rz 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>22.00 Uhr:\u00a0USA bieten Gro\u00dfbritannien Freihandelsabkommen nach dem EU-Austritt an <\/strong><\/p>\n<p>Der Sicherheitsberater der US-Regierung, John Bolton, \u00a0erkl\u00e4rt, dass die USA bereit seien, unmittelbar nach dem\u00a0Brexit\u00a0ein Abkommen mit Gro\u00dfbritannien auszuhandeln. Man freue sich darauf, &#8222;ein bilaterales Handelsabkommen mit einem unabh\u00e4ngigen Gro\u00dfbritannien zu schlie\u00dfen&#8220;, sagte Bolton zu Reuters TV.<\/p>\n<p><strong>19.00 Uhr: DUP kann sich Verbleib in der EU vorstellen <\/strong><\/p>\n<p>Die nordirische Partei DUP \u2013 die bisher f\u00fcr den Brexit war und auch daf\u00fcr geworben hatte \u2013 kann sich nun einen Verbleib in der EU vorstellen. Der Partei-Vize Nigel Dodds \u00e4u\u00dferte sich gegen\u00fcber der BBC wie folgt: &#8222;Ich w\u00fcrde eher in der EU bleiben, als die Position Nordirlands zu gef\u00e4hrden. Die staatliche Einheit ist mir wichtiger.&#8220;<\/p>\n<p><strong>16.30 Uhr: Am Montag sollen weitere Test-Abstimmungen vorgenommen werden <\/strong><\/p>\n<p>Am Montag sollen im britischen Parlament weitere Probeabstimmungen durchgef\u00fchrt werden. Es stellt sich jedoch die Frage, um welche (neuen) Alternativen es sich \u2013 \u00fcber die Vorschl\u00e4ge vom letzten Mittwoch hinaus \u2013 dabei handeln k\u00f6nnte. Da es sich auch am letzten Mittwoch \u201enur\u201c um Probeabstimmungen gehandelt hat, wird man wahrscheinlich \u00fcber (einen Teil) diese(r) Vorschl\u00e4ge \u2013 trotz der Vorschrift aus dem Jahr 1604 \u2013 ein zweites Mal abstimmen d\u00fcrfen. Ein l\u00e4ngerer Aufschub bis Ende 2019 oder sogar dar\u00fcber hinaus wird aber von Seiten der EU auf jeden Fall an die Teilnahme Gro\u00dfbritanniens an den Wahlen zum Europaparlament gekn\u00fcpft werden. Aussagen von Ratspr\u00e4sident Tusk lassen allerdings den Schluss zu, dass man dar\u00fcber hinaus keine weiteren Bedingungen an eine deutliche Verl\u00e4ngerung kn\u00fcpfen w\u00fcrde, wenn ein solcher Antrag von britischer Seite gestellt w\u00fcrde.<\/p>\n<p><strong>16.00 Uhr: Das Britische Pfund verliert nach der Abstimmung deutlich an Wert\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/1.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/1.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.finanzen.net\/devisen\/britische_pfund-euro-kurs\">https:\/\/www.finanzen.net\/devisen\/britische_pfund-euro-kurs<\/a><\/p>\n<p><strong>15.50 Uhr:\u00a0Tusk beruft EU-Sondergipfel zum\u00a0Brexit\u00a0am 10. April ein<\/strong><\/p>\n<p>EU-Ratspr\u00e4sident\u00a0Donald Tusk\u00a0k\u00fcndigt einen EU-Sondergipfel am 10. April \u2013 also zwei Tage vor dem neuen Austrittsdatum \u2013 an. Damit besteht die M\u00f6glichkeit, auf (neue) Antr\u00e4ge der britischen Regierung zu reagieren \u2013 oder letzte Vorbereitungen f\u00fcr den ungeregelten Austritt zu treffen.<\/p>\n<p><strong>15.45 Uhr: Das vorliegende Austrittsabkommen wird zum dritten Mal vom britischen Parlament abgelehnt<\/strong><\/p>\n<p>Durch die erneute Ablehnung des vorliegenden Austrittsabkommens mit der EU \u2013 dieses Mal mit 286 zu 344 Stimmen \u2013 verk\u00fcrzt sich die Frist bis zum EU-Austritt der Briten bis zum 12. April 2019. Damit ist aber immer noch keine Entscheidung \u00fcber die Art des Austritts und \u00fcber den Austritt selbst vollzogen worden. Die am Mittwoch diskutierten und mehrheitlich abgelehnten Alternativen stehen weiterhin offen. Die Zeit wird aber langsam knapp!<\/p>\n<p>Das Ergebnis nach Parteizugeh\u00f6rigkeit sieht wie folgt aus:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/2.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/2.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Das namentliche Abstimmungsergebnis findet man unter dem nachfolgenden Link. Dabei zeigt sich, dass auch bekannte Brexit-Hardliner wie Boris Johnson, Jacob Rees-Mogg und Dominic Raab dieses Mal f\u00fcr das Austrittsabkommen gestimmt haben.<br \/>\n[<a href=\"https:\/\/hansard.parliament.uk\/Commons\/2019-03-29\/division\/B6052BBD-43BE-4A30-8365-E3A8B108009E\/UnitedKingdom%E2%80%99SWithdrawalFromTheEuropeanUnion?outputType=Names\">https:\/\/hansard.parliament.uk\/Commons\/2019-03-29\/division\/B6052BBD-43BE-4A30-8365-E3A8B108009E\/UnitedKingdom%E2%80%99SWithdrawalFromTheEuropeanUnion?outputType=Names<\/a>]<\/p>\n<p><strong>12.00 Uhr:\u00a0Merkel ber\u00e4t mit Irlands Regierungschef \u00fcber Brexit <\/strong><\/p>\n<p>Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am Donnerstag nach Irland reisen, um mit Regierungschef Leo Varadkar \u00fcber den Brexit zu beraten. Bereits am Dienstag will Vardkar \u00a0nach Frankreich reisen, um mit Pr\u00e4sident Emmanuel Macron zu beraten. In beiden F\u00e4llen geht es wohl auch um die Regelung bez\u00fcglich der irischen Grenze.<\/p>\n<p><strong>07.00 Uhr: Abstimmung erfolgt (nur) \u00fcber Kernabkommen<\/strong><\/p>\n<p>Um das Austrittspaket hinreichend zu modifizieren, soll das Vertragspaket zum EU-Austritt in zwei Teile zerlegt werden.\u00a0Demnach soll am Freitag \u201enur\u201c der Vertrag \u00fcber den Austritt selbst, nicht aber die (nachtr\u00e4glich) mit der EU vereinbarte politische Erkl\u00e4rung \u00fcber die k\u00fcnftigen Beziehungen zur Abstimmung gestellt werden. Abgeordnete interpretieren dies als eine Abstimmung, ohne auch die zuk\u00fcnftigen Beziehungen zu kennen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Donnerstag, 28. M\u00e4rz 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>18.10 Uhr:\u00a0Parlamentspr\u00e4sident Bercow erlaubt drittes Votum \u00fcber Austrittsabkommen<\/strong><\/p>\n<p>Im Unterhaus verk\u00fcndet Parlamentspr\u00e4sident John Bercow, dass er das von Theresa May ausgehandelte EU-Austrittsabkommen doch ein drittes Mal zur Abstimmung im Parlament zul\u00e4sst.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Mittwoch, 27. M\u00e4rz 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>22.00 Uhr: Das britische Unterhaus hat Probeabstimmungen zu folgenden Brexit-Alternativen durchgef\u00fchrt, die rechtlich zwar nicht bindend sind, aber politisch auch nur schwer zu ignorieren sein werden<\/strong><\/p>\n<p>Die Abstimmungen erfolgten in der folgenden Reihung und mit folgendem Ergebnis:<\/p>\n<p><strong>1. No Deal Brexit am 12. April 2019 [Division 386]<\/strong><\/p>\n<p>Ergebnis:\u00a0 160 Ja-Stimmen\u00a0\u00a0 \/\u00a0\u00a0 400 Nein-Stimmen\u00a0\u00a0\u00a0 Die Alternative wird abgelehnt<\/p>\n<p><strong>2. Binnenmarkt 2.0 (Norwegen-L\u00f6sung plus Zollunion) [Division 387]<\/strong><\/p>\n<p>Ergebnis:\u00a0 188 Ja-Stimmen\u00a0\u00a0 \/\u00a0\u00a0 283 Nein-Stimmen\u00a0\u00a0\u00a0 Die Alternative wird abgelehnt<\/p>\n<p><strong>3. Norwegen-L\u00f6sung (EFTA und EWR) [Division 388]<\/strong><\/p>\n<p>Ergebnis:\u00a0 65 Ja-Stimmen\u00a0\u00a0 \/\u00a0\u00a0 377 Nein-Stimmen\u00a0\u00a0\u00a0 Die Alternative wird abgelehnt<\/p>\n<p><strong>4. Dauerhafte Zollunion mit der EU [Division 389]<\/strong><\/p>\n<p>Ergebnis:\u00a0 264 Ja-Stimmen\u00a0\u00a0 \/\u00a0\u00a0 272 Nein-Stimmen\u00a0\u00a0\u00a0 Die Alternative wird abgelehnt<\/p>\n<p><strong>5. Labour\u2019s deal (Dauerhafte Zollunion und enge institutionelle Zusammenarbeit) <\/strong><strong>[Division 390]<\/strong><\/p>\n<p>Ergebnis:\u00a0 237 Ja-Stimmen\u00a0\u00a0 \/\u00a0\u00a0 307 Nein-Stimmen\u00a0\u00a0\u00a0 Die Alternative wird abgelehnt<\/p>\n<p><strong>6. Exit vom Brexit (Austrittsantrag wird zur\u00fcckgezogen) [Division 391]<\/strong><\/p>\n<p>Ergebnis:\u00a0 184 Ja-Stimmen\u00a0\u00a0 \/\u00a0\u00a0 293 Nein-Stimmen\u00a0\u00a0\u00a0 Die Alternative wird abgelehnt<\/p>\n<p><strong>7. Zweites Referendum [Division 392]<\/strong><\/p>\n<p>Ergebnis:\u00a0 268 Ja-Stimmen\u00a0\u00a0 \/\u00a0\u00a0 295 Nein-Stimmen\u00a0\u00a0\u00a0 Die Alternative wird abgelehnt<\/p>\n<p><strong>8. Zwei Jahre Aufschub (Standstill), bei freiem Warenhandel und gegenseitiger <\/strong><strong>Anerkennung von Regulierungen und Standards, um (technische) L\u00f6sungen f\u00fcr <\/strong><strong>das Irland-Problem zu finden \u00a0[Division 393]<\/strong><\/p>\n<p>Ergebnis:\u00a0 139 Ja-Stimmen\u00a0\u00a0 \/\u00a0\u00a0 422 Nein-Stimmen\u00a0\u00a0\u00a0 Die Alternative wird abgelehnt<\/p>\n<p>Die Probeabstimmungen im britischen Unterhaus haben ergeben, dass es f\u00fcr keine der acht Alternativen eine Mehrheit gibt.<\/p>\n<p>Die exakte Antragsformulierung sowie das Abstimmungsergebnis finden sich hier. [<a href=\"https:\/\/hansard.parliament.uk\/search\/Divisions?house=commons\">https:\/\/hansard.parliament.uk\/search\/Divisions?house=commons<\/a>]<\/p>\n<p><strong>20.00 Uhr: Parlament best\u00e4tigt Brexit-Verschiebung<\/strong><\/p>\n<p>Erwartungsgem\u00e4\u00df hat das Unterhaus der Verschiebung des Brexits wie von Br\u00fcssel vorgeschlagen zugestimmt. 441 Abgeordnete stimmten f\u00fcr den Antrag, 105 dagegen. Urspr\u00fcnglich sollte Gro\u00dfbritannien bereits an diesem Freitag, also am 29. M\u00e4rz 2019, \u00a0die EU verlassen.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/hansard.parliament.uk\/Commons\/2019-03-27\/division\/D23CDA5C-4B12-46CF-915D-AA6C93A5DB0E\/EUExitDayAmendment?outputType=Names\">https:\/\/hansard.parliament.uk\/Commons\/2019-03-27\/division\/D23CDA5C-4B12-46CF-915D-AA6C93A5DB0E\/EUExitDayAmendment?outputType=Names<\/a>]<\/p>\n<p><strong>18.30 Uhr: Premierministerin Mays stellt R\u00fccktritt in Aussicht<\/strong><\/p>\n<p>Theresa May stellt ihren R\u00fccktritt in Aussicht, falls das von ihr ausgehandelte Austrittsabkommen doch noch vom Unterhaus angenommen wird.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Montag, 25. M\u00e4rz 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>23.20 Uhr:\u00a0\u00a0Das Parlament erzwingt Abstimmungen \u00fcber Brexit-Alternativen<\/strong><\/p>\n<p>Das britische Parlament wird gegen den Willen der Regierung am Mittwoch \u00fcber Alternativen und Erg\u00e4nzungen zum (vorliegenden) Brexit-Abkommen abstimmen. Der Antrag wurde mit einer Mehrheit von 329 zu 302 Stimmen angenommen.<\/p>\n<p><strong>08.00 Die Putschger\u00fcchte haben sich (zun\u00e4chst) nicht bewahrheitet<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Sonntag, 24. M\u00e4rz 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>12.00 Uhr: Putsch-Ger\u00fcchte gegen May, die im Laufe des Tages von Kabinettsmitgliedern und potenziellen Nachfolgern dementiert werden<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Donnerstag, 21. M\u00e4rz 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>23.30 Uhr: EU bietet Gro\u00dfbritannien Brexit-Aufschub an<\/strong><\/p>\n<p>Wird das vorliegende Abkommen angenommen, dann kommt es am 22. Mai 2019 \u2013 und damit einen Tag vor dem Beginn der Wahlen zum Europaparlament, an denen Gro\u00dfbritannien folgerichtig nicht teilnehmen w\u00fcrde \u2013 zum geordneten Austritt Gro\u00dfbritanniens aus der EU. Gro\u00dfbritannien bliebe dann noch f\u00fcr eine \u00dcbergangszeit bis Ende 2020 im gesamten Binnenmarkt und der Zollunion \u2013 ohne allerdings ein Mitspracherecht bei neuen Entscheidungen der EU zu haben. Danach gelten die Regelungen des Austrittsvertrags.<\/p>\n<p>Wird das vorliegende Austrittsabkommen allerdings vom britischen Unterhaus nicht gebilligt oder kommt es \u00fcberhaupt nicht zu einer erneuten Abstimmung dar\u00fcber, dann verk\u00fcrzt sich der Aufschub (zun\u00e4chst wiederum) bis zum 12. April 2019. Bis zu diesem Termin kann die britische Regierung \u201eAngaben zum weiteren Vorgehen\u201c machen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=24887\"><em>http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=24887<\/em><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Mittwoch, 20. M\u00e4rz 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>13.10 Uhr:\u00a0May beantragt Brexit-Aufschub bis Ende Juni<\/strong><\/p>\n<p>Premierministerin May unterrichtet das Parlament \u00fcber ihren Antrag an die EU, den Brexit bis zum 30. Juni 2019 verschieben zu wollen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Montag, 18. M\u00e4rz 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>17.00 Uhr: Parlamentspr\u00e4sident John Bercow schlie\u00dft eine dritte Abstimmung \u00fcber den\u00a0(vorliegenden) Brexit-Deal aus<\/strong><\/p>\n<p>Der Parlamentspr\u00e4sident, John Bercow, erkl\u00e4rt, dass die Premierministerin nicht wie geplant noch einmal \u00fcber dasselbe Abkommen abstimmen lassen kann. Er beruft sich dabei auf eine Regel aus dem Jahre 1604. \u201eWas die Regierung rechtlich nicht machen kann, ist, dem Unterhaus denselben Vorschlag oder den im Wesentlichen selben Vorschlag noch einmal vorzulegen\u201c, sagte Bercow vor den Abgeordneten im Unterhaus. Wenn es sich um \u201eeinen neuen Vorschlag\u201c handele, sei \u201ealles in Ordnung\u201c.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Donnerstag, 14. M\u00e4rz 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>19.30 Uhr: Das Parlament votiert f\u00fcreine Brexit-Verschiebung<\/strong><\/p>\n<p>Mit 412 zu 202 Stimmen votierten die Abgeordneten daf\u00fcr, dass die Regierung die EU um eine Verschiebung des Austrittsdatums bittet. Ein solcher Antrag stehtjedoch \u2013 gem\u00e4\u00df Art. 50 AEUV Abs. 3 \u2013 unter dem Vorbehalt, dass er auch vom Europ\u00e4ischen Rat, also den Staats- und Regierungschefs der EU-27, \u00a0einstimmig beschlossen wird.<\/p>\n<p><strong>18.15 Uhr: Das Parlament lehnt ein zweites Referendum ab<\/strong><\/p>\n<p>Der Antrag, ein zweites Referendum abzuhalten, wurde mit \u00fcberw\u00e4ltigender Mehrheit abgelehnt. Nur 85 Stimmen gab es f\u00fcr den Antrag, 334 dagegen. Viele Labour-Abgeordnete haben sich jedoch unter Fraktionszwang bei der Abstimmungenthalten.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Mittwoch, 13. M\u00e4rz 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>21.00 Uhr: Britisches Parlament lehnt ungeregelten (No Deal) Brexit ab <\/strong><\/p>\n<p>Das britische Parlament hat sich gegen einen ungeregelten EU-Austritt ohne Vertrag ausgesprochen.Es votierten 321 Abgeordnete gegen den No-Deal-Brexit und 278 daf\u00fcr.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Dienstag, 12. M\u00e4rz 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>20.30 Uhr: Das Parlament lehnt den vorliegenden Brexit-Deal erneut ab\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Theresa Mays Brexit-Deal ist abermals gescheitert. Am Abend stimmten 391 Abgeordnete im britischen Unterhaus gegen den Deal, 242 daf\u00fcr. Zum Vergleich: Im Januar lehnten 432 Abgeordnete den Deal ab, 202 stimmten daf\u00fcr.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Montag, 21. Januar 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>Theresa May will ihren \u201ePlan-B\u201c vorlegen<\/strong><\/p>\n<p>Die britische Regierungschefin k\u00fcndigte im Unterhaus an, sie strebe Nachverhandlungen mit der EU \u00fcber die k\u00fcnftige Grenzregelung zwischen Irland und Nordirland an. Eine grundlegend neue Strategie f\u00fcr den EU-Austritt \u2013 also einen \u201ePlan-B\u201c \u2013 legte sie aber nicht vor.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Mittwoch, 15. Januar 2019<\/span><\/p>\n<p><strong>Das britische Unterhaus lehnt das vorliegende Austrittsabkommen zum ersten Mal ab<\/strong><\/p>\n<p>Britisches Unterhaus votiert mit 432 zu 202 Stimmen gegen das vorliegende Austrittsabkommen<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Sonntag, 25. November 2018<\/span><\/p>\n<p><strong>Die Staats- und Regierungschefs der EU-27 billigen das ausgehandelte Austrittsabkommen<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Mittwoch, 14. November 2018<\/span><\/p>\n<p><strong>Das britische Kabinett billigt das Austrittsabkommen<\/strong><\/p>\n<p>Obwohl das britische Kabinett den Text nach stundenlanger Debatte am 14. November mehrheitlich billigt, kam es am Tag darauf zu R\u00fccktritten mehrerer Minister und Staatssekret\u00e4re, die erkl\u00e4rten, dieses Abkommen nicht mittragen zu wollen. Zu ihnen geh\u00f6rt auch der Brexit-Minister Dominic Raab.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Dienstag, 13. November 2018<\/span><\/p>\n<p><strong>Die EU-27 und die britische Regierung einigen sich auf ein Austrittsabkommen<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=24194\"><em>http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=24194<\/em><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Mittwoch, 29. M\u00e4rz 2017<\/span><\/p>\n<p><strong>Gro\u00dfbritannien stellt den Austrittsantrag gem\u00e4\u00df Art. 50 AEUV<\/strong><\/p>\n<p>Rund neun Monate nach dem Austrittsvotum stellt die britische Regierung den offiziellen Austrittsantrag. Zwei Jahre nach diesem Termin \u2013 also am 29. M\u00e4rz 2019 \u2013 scheidet Gro\u00dfbritannien dann aus der EU aus.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Donnerstag, 23. Juni 2016<\/span><\/p>\n<p><strong>Die Bev\u00f6lkerung Gro\u00dfbritanniens stimmt mehrheitlich f\u00fcr den Austritt aus der Europ\u00e4ischen Union<\/strong><\/p>\n<p>Bei einem rechtlich unverbindlichen Referendum hat sich die Bev\u00f6lkerung des Vereinigten K\u00f6nigreichs \u2013 bei einer Wahlbeteiligung von 72,2 Prozent \u2013 mit 51,89\u00a0Prozent der W\u00e4hler f\u00fcr den Austritt aus der Europ\u00e4ischen Union gestimmt. Das Abstimmungsergebnis nach Regionen zeigen die folgenden Abbildungen:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/3.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/3.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/4.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/4.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Allgemeine Informationen in Zusammenhang mit dem Brexit:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/203.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/203.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/204.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/204.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/205.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/205.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/206.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/206.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/207.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/207.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Informationen zur Entwicklung des britischen Pfundes, des britischen Aktienindexes und der Zusammensetzung des britischen Unterhauses befinden sich am Ende des Beitrags. 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