{"id":25,"date":"2007-03-12T14:18:40","date_gmt":"2007-03-12T13:18:40","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=25"},"modified":"2007-04-27T02:15:45","modified_gmt":"2007-04-27T01:15:45","slug":"die-ruckkehr-der-klassengesellschaft-steht-die-mittelschicht-vor-dem-absturz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=25","title":{"rendered":"Die R\u00fcckkehr der Klassengesellschaft &#8211; Steht die Mittelschicht vor dem Absturz?"},"content":{"rendered":"<p>Nicht erst seit Jean-Jacques Rousseaus \u201eDiskurs \u00fcber die Ungleichheit\u201c (1755) tr\u00e4umt die Menschheit von einer Aufhebung der Klassen und Schichten. Egalit\u00c3\u00a9, Gleichheit, geh\u00f6rt zum Grundbestand jener Ziele, die gleicherma\u00dfen von der franz\u00f6sischen Revolution und von der amerikanischen Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung ins Zentrum gestellt wurden. Kein Wunder, dass wachsende Ungleichheit die Menschen beunruhigt, bedeutet es doch eine gro\u00dfe Kr\u00e4nkung, sollte sich herausstellen, dass allein die Zugeh\u00f6rigkeit zu einer sozialen Schicht den Hebel der Einkommensmaximierung definiert und dass alle wohlfahrtsstaatlichen Anstrengungen der letzten eineinhalb Jahrhunderte die Menschen die Gesellschaften nicht mobiler gemacht haben.<!--more--><\/p>\n<p>Daf\u00fcr gibt es Indizien diesseits und jenseits des Atlantiks, aber jeweils in signifikant unterschiedlicher Auspr\u00e4gung. In Deutschland sind die alten Mittelschichten nach wie vor stabil, sie konnten ihre soziale Stellung teilweise sogar mit allen Insidermitteln weiter zementieren. Dagegen wird hierzulande der Zugang zu dieser Klasse f\u00fcr nachr\u00fcckende Generationen immer schwieriger. In Amerika sind dagegen auch die alten Mittelschichten in Gefahr geraten und nicht mehr per se in der Lage, Einkommen und sozialen Status zu halten. Entsprechend dieser unterschiedlichen Ausgangslage m\u00fcssen auch die Politikempfehlungen unterschiedlich ausfallen: W\u00e4hrend es f\u00fcr Amerika geraten sein kann, die sozialen Folgen der steigenden Ungleichheit durch verst\u00e4rkte Bildungsanstrengungen sozial abzufedern, muss es in Deutschland vor allem darum gehen, den Zugang zur gesellschaftlichen Mitte zu erleichtern und Privilegien zu schleifen.<\/p>\n<p>In zwei stark beachteten Reden in den vergangenen Wochen stellt der amerikanische Notenbankchef Ben Bernanke fest: Im Lauf der letzten drei Dekaden haben sich die Einkommensgewinne der Menschen ziemlich unterschiedlich entwickelt. W\u00e4hrend die Mittelschichten gut 10 Prozent mehr haben, wurde das oberste Zehntel der Bev\u00f6lkerung um 34 Prozent reicher. Die L\u00f6hne der untersten zehn Prozent der Sozialpyramide wuchsen dagegen lediglich um magere vier Prozent. Das ist unterdessen sozial beunruhigend, handelt es sich bei den Mittelschichten doch nach einem ber\u00fchmten Wort Bill Clintons immerhin um \u201ejene breiten Massen, die in unserem Land die Kinder gro\u00df ziehen, die Arbeit machen, die Steuern zahlen und sich an die Regeln halten\u201c.<\/p>\n<p>Wie konnte es so weit kommen? In der popul\u00e4ren Literatur wuchern die Mutma\u00dfungen. Von einem \u201eKrieg gegen die Mittelschichten\u201c spricht der amerikanische Wirtschaftsjournalist Lou Dobbs (\u201eWar on the Middle Class\u201c, Washington 2006). Danach haben sich Gro\u00dfindustrie, Regierung und Interessengruppen gemeinsam verschworen gegen die amerikanische Mittelschicht. Mittels Lohndr\u00fcckerei, Handelsliberalisierung, Outsourcing und einer Lockerung der Einwanderungsbeschr\u00e4nkungen machen sie ihre Profite \u2013 auf dem R\u00fccken der rechtschaffenen B\u00fcrger.<\/p>\n<p>Solche Verschw\u00f6rungstheorien sind verf\u00fchrerisch, kn\u00fcpfen sie doch an den realen Abstiegs\u00e4ngsten der Menschen an. Fed-Chef Bernanke begibt sich nat\u00fcrlich nicht auf das Niveau dieser Diskussion. Doch auch er fahndet nach Kandidaten, welche die wachsende Ungleichheit verantworten k\u00f6nnen. Auf Platz Eins der m\u00f6glichen Ungleichmacher steht der technische Fortschritt. Um n\u00e4mlich an den technischen Entwicklungen partizipieren zu k\u00f6nnen, bedarf es menschlicher F\u00e4higkeiten, die nur durch immer mehr Bildung und einen guten Riecher f\u00fcr die eigenen Karrierechancen erworben werden. Das erkl\u00e4rt die wachsende Ungleichheit zwischen den Unter- und den Mittelschichten. Unternehmen, die \u00fcberdurchschnittlich viel Geld f\u00fcr Forschung und Entwicklung ausgeben, neigen dazu, auch besonders gut ausgebildete und deswegen \u00fcberdurchschnittlich produktive Facharbeiter und Ingenieure einzustellen und sie \u00fcberdurchschnittlich gut zu bezahlen. Die weniger gut geschulten Arbeitnehmer verlieren; die Einkommensdifferenz nimmt zu.<\/p>\n<p>Doch warum steigen die Geh\u00e4lter der gut ausgebildeten Mittelschichten weniger stark als die Einkommen der Unternehmensbosse? Haben die Vorst\u00e4nde die besseren Doktorarbeiten geschrieben, die schlaueren Erfindungen gemacht oder die Bilanzierungsregeln der Unternehmen revolutioniert? Wohl kaum. Den technischen Fortschritt haben auch die Top-Manager nicht so viel besser genutzt, dass dies den \u00fcberdurchschnittlichen Zuwachs ihrer Einkommen rechtfertigte. W\u00e4hrend die gigantischen Gagen der Superstars im Show- und Sportgesch\u00e4ft sich zur Legitimation zumindest auf einen mit DVD, Internet und Merchandising global erweiterten Markt berufen k\u00f6nnen, fehlt den Arbeitsm\u00e4rkten der Wirtschaftsf\u00fchrer ein vergleichbarer Verst\u00e4rker, der den Gehaltssprung plausibel werden lie\u00dfe. Es bleibt der Verdacht, dass die Erpressungsmacht der Manager gegen\u00fcber Aktion\u00e4ren oder Eigent\u00fcmerfamilien einen monopolistischen Zugewinn generiert. (Lucian Bebchuk\/Jesse Fried: Pay without Performance: The Unfulfilled Promise of Executive Compensation. Harvard University Press 2004).<\/p>\n<p>Lange Zeit galt es au\u00dferhalb linksintellektueller Zirkel als verp\u00f6nt, auch nur dar\u00fcber nachzudenken, ob denn auch die die Globalisierung etwas zur Schw\u00e4chung der Mittelschichten beigetragen haben k\u00f6nnte. Denn das Dogma hei\u00dft, simpel formuliert: Von der internationalen Arbeitsteilung profitieren alle. Sorgen machen m\u00fcssen sich nur jene Arbeitnehmer, deren Einkommen bislang dem Wettbewerb entzogen oder protektionistisch \u2013 etwa durch gewerkschaftliche Closed Shops \u2013 gesch\u00fctzt waren. Doch neuerdings denken auch \u00d6konomen, die nicht eindeutig der Linken zuzurechnen sind, dar\u00fcber nach, inwiefern Globalisierung und Freihandel die Arbeitspl\u00e4tze der Mittelschicht bedrohen. \u201eDie Mittelschicht in den Industrienationen sp\u00fcrt inzwischen den Druck der Globalisierung ganz betr\u00e4chtlich\u201c, sagt Dani Rodrik, Harvard-\u00d6konom und Autor des viel beachteten Bestsellers \u201eHas Globalization Gone Too Far\u201c. Fr\u00fcher, so argumentieren der neuen Globalisierungstheorie, beruhte die internationale Arbeitsteilung auf einer horizontalen Aufteilung der Weltproduktionsstandorte. Die Portugiesen machen am besten Wein, die Engl\u00e4nder stellen Kleidung her \u2013 gem\u00e4\u00df der klassischen Vorgabe David Ricardos. Seit Transportwege kein Problem mehr sind, l\u00e4sst sich die Fertigung aber auch vertikal aufteilen. Die einen machen die Chips, die anderen das Geh\u00e4use, wieder andere das Marketing. Jeder dieser T\u00e4tigkeiten kann an einem anderen Ort des Globus stattfinden. Und irgendwo wird das ganze dann zusammen geschraubt. Die Wertsch\u00f6pfungskette ist rund um die Welt verteilt (Suzanne Berger: How we compete. What Companies around the World are doing to make it in today`s Global Economy. MIT-Press Cambridge\/Mass. 2006). Prinzipiell alle Fertigungsanteile eines Produkts k\u00f6nnen in das Kalk\u00fcl von Offshoring und Outsourcing einbezogen werden, alle Fertigungsanteile sind ist unter den Bedingungen der Globalisierung handelbar. Der Genfer \u00d6konom Richard Baldwin spricht von der <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.vnk.fi\/hankkeet\/talousneuvosto\/tyo-kokoukset\/globalisaatioselvitys-9-2006\/artikkelit\/Baldwin_06-09-20.pdf\">\u201ezweiten gro\u00dfen Entflechtung\u201c, \u201esecond great unbundling\u201c<\/a>.<\/p>\n<p>Diese globale Entflechtung des Fertigungsprozesses bedroht vor allem die Mittelschichten. Denn es sind ihre T\u00e4tigkeiten, die jetzt pl\u00f6tzlich zur betriebswirtschaftlichen Verhandlungsmasse werden. Der Friseur oder das Bedienungspersonal im Restaurant lassen sich schlecht outsourcen. Der Bauzeichner und Statiker kann auch in Krakau oder Delhi rechnen. Wo Transportzeit und \u2013kosten nicht mehr erheblich ins Gewicht fallen, kommen die Einkommen der Mittelschichten in den entwickelten Staaten unter Druck.<\/p>\n<p>Diese Entwicklung beunruhigt. Schon stellen Leute wie Rodrik den Liberalisierungsprozess als Ganzen in Frage: \u201eWir m\u00fcssen uns ernsthaft fragen, ob ein Modell der Globalisierung, das nahezu ausschlie\u00dflich auf den Abbau von Handelsbarrieren setzt, dauerhaft tragbar ist\u201c, fragt der Harvard-\u00d6konom (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 4. M\u00e4rz 2007). Rodriks Frage ist zweideutig gestellt. Eine akzeptable Deutung liefe auf die Aufforderung hinaus, nicht nur die M\u00e4rkte zu \u00f6ffnen, sondern auch die Folgen der Markt\u00f6ffnung politisch in den Blick zu nehmen: durch eine vor allem Bildung intensivierende neue Sozialpolitik, wie sie derzeit in den Vereinigten Staaten viele fordern. Doch der Satz schrammt gef\u00e4hrlich heran die Aufforderung, es mit der Liberalisierung nicht zu \u00fcbertreiben und etwa Outsourcing dann zu unterlassen oder gar zu verbieten, wenn die Produktion verlagert wird an einen Ort, wo auch Kinder arbeiten. Diese protektionistische Konsequenz geht zumindest aus liberaler Perspektive zu weit: Sie n\u00fctzt mittelfristig weder den scheinbar schutzbed\u00fcrftigen Mittelschichten der entwickelten L\u00e4nder, noch gibt sie den Menschen in den Schwellenl\u00e4ndern Aufstiegschancen.<\/p>\n<p>Im Vergleich zu den Gef\u00e4hrdungen der Mittelschichten in den Vereinigten Staaten leben die Deutschen immer noch auf einer Insel der Seligen. Es geht ihr so gut wie noch nie in der Geschichte. \u201eDie Mittelschicht rutscht keineswegs ab\u201c, sagt Gerd G.Wagner, Direktor am Deutschen Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung in Berlin. Wagner hat das wohl beste empirische Datenmaterial zur Verf\u00fcgung \u00fcber die \u00f6konomische und soziale Lage der Deutschen und \u00fcber die Verteilung der Einkommen. Danach ist klar: Teilt man die Menschen in f\u00fcnf Bev\u00f6lkerungsschichten ein (Quintile), so entf\u00e4llt auf die mittlere Gruppe seit Jahren ein konstanter Einkommensanteil von 18 Prozent.  Mehr noch: Das Niveaus der Einkommensungleichheit in Deutschland liegt nicht nur signifikant unter dem OECD-Durchschnitt, die Einkommensungleichheit innerhalb der Mittelschicht ist hierzulande zuletzt sogar zur\u00fcckgegangen, wie der Ifo-Forscher Martin Werding in einer Studie f\u00fcr die Herbert-Quandt-Stiftung (\u201eDie Zukunft der gesellschaftlichen Mitte in Deutschland\u201c, erscheint Mitte April) ermittelt hat.<\/p>\n<p>K\u00f6nnte es sein, dass gerade die historisch unvergleichbare Erfolgsgeschichte der deutschen Mittelschichten verantwortlich ist f\u00fcr den heutigen Katzenjammer, der auch die deutschen B\u00fcrger ergriffen hat? Werding hat Sympathien f\u00fcr diesen Gedanken uns spricht von einer \u201egewissen Erstarrung der Mitte\u201c. Nach all den Jahren des beschleunigten Aufstiegs wird offenbar die Verlangsamung des Tempos schon als Niedergang erlebt.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich funktionieren die Aufstiegsgeschichten heute aber nicht mehr so wie fr\u00fcher, stellt Werding fest. Die Erfahrung, dass h\u00f6here Bildung fraglos einen sicheren Arbeitsplatz garantiert &#8211; Grund\u00fcberzeugung der Nachkriegsgeneration -, verliert an \u00dcberzeugungskraft. Schlagend f\u00fcr diese Vermutung sind die Erfahrungen mit Arbeitslosigkeit, welche unterschiedliche Nachkriegsjahrg\u00e4nge machen mussten. Besonders hart hat es jene um 1960 geborene Gruppe getroffen. Der Aufstieg in die Mittelschicht sch\u00fctzte sie nicht davor, den Job zu verlieren, ein Schicksal, welches sie teilweise sogar h\u00e4ufiger erlitten als der gesellschaftliche Durchschnitt.<\/p>\n<p>Auch eine erfolgreiche Schulbildung f\u00fchrt nicht mehr automatisch in die Mitte. \u201eDer Glaube an die sozialen Aufstiegschancen ist in Deutschland zu gering\u201c, sagt Renate K\u00f6cher. Tats\u00e4chlich tut sich seit geraumer Zeit eine Kluft auf zwischen Studienanf\u00e4ngern und Absolventen. W\u00e4hrend sich die Anf\u00e4ngerquote zwischen Mitte der 70er Jahre und Mitte der 90er Jahre verdoppelte, stagniert die Zahl jener, die ein Examen machen, bei ungef\u00e4hr 9 Prozent eines Jahrgangs. Der Bildungsgewinn durch den Zuwachs der Abiturienten versickert. Diese Erfahrungen k\u00f6nnen f\u00fcr den \u00d6konomen Werding zumindest in Teilen das Paradox aufl\u00f6sen, warum es der Mitte heute so gut geht wie noch nie und sie doch zugleich \u00fcberaus ungl\u00fccklich ist. Denn f\u00fcr die nachr\u00fcckende Generation (\u201eGeneration Praktikum\u201c) wird der Zugang zur Mitte schwieriger, weswegen Eltern sich um die Zukunft ihrer Kinder sorgen. Zugleich schrumpfen die Einkommensdifferenzen nach unten, was den Status der Mitte bedroht, w\u00e4hrend zumindest subjektiv der Abstand nach oben (\u201edie Boni und Aktienoptionen der Reichen\u201c) gr\u00f6\u00dfer wird.<\/p>\n<p>Daraus folgt: Nicht die Mittelschichten sind bedroht. Im Gegenteil: Die Mittelschichten sind stabil, aber der Zugang zu ihnen wird immer schwerer. Werding spricht von einer \u201eAufl\u00f6sungserscheinung an den R\u00e4ndern\u201c. Das hat Folgen f\u00fcr die soziale Mobilit\u00e4t. \u201eJunge Menschen sehen sich einer Erosion der relativen L\u00f6hne auf allen Qualifikationsebenen gegen\u00fcber\u201c, schreibt der Altmeister der europ\u00e4ischen Sozialstaatsforschung Gosta Esping Anderson (Families, Government and the Distribution of Skills. Beitrag f\u00fcr eine Konferenz \u201eReinventing the Welfare State, Den Haag 27.\/28. April 2008). Das erkl\u00e4rt auch, warum in vielen Umfragen die Angst der Menschen sich vor allem auf die Zukunftsaussichten der Kinder bezieht. Auf die Frage nach den Perspektiven derjenigen, die heute im Kindesalter sind, antworten nach einer gerade ver\u00f6ffentlichten <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/ec.europa.eu\/citizens_agenda\/social_reality_stocktaking\/docs\/background_document_de.pdf\">Umfrage der Beratergruppe f\u00fcr Europ\u00e4ische Politik der Europ\u00e4ischen Union<\/a> nur 17 Prozent, dass diese Altersgruppe es leichter haben werde als sie selbst. Fast zwei Drittel \u2013 64 Prozent \u2013 sind hingegen der Ansicht, dass es die junge Generation schwerer haben werde als sie selbst.<\/p>\n<p>Die Konsequenz aus den Ergebnissen der neuen Mittelschichtenforschung ist aufregend: Wenn es stimmt, dass die Lage der Mittelschichten \u2013 anders als die Abstiegs\u00e4ngste glauben machen wollen &#8211; stabil, der Zugang zu diesen Schichten aber immer schwieriger ist, dann geht es hierzulande gerade nicht darum, die sozialen Absicherungen dieser Schicht zu zementieren. Im Gegenteil: Der Zugang zur gesellschaftlichen Mitte muss erleichtert werden, was nur denkbar ist, wenn die Privilegien der Mittelschichten gelockert werden. Der Bestandsschutz, den Normalarbeitsverh\u00e4ltnisse hierzulande immer noch genie\u00dfen (kartellierte Tarifl\u00f6hne, K\u00fcndigungsschutz etc), muss also gerade gelockert werden, um die Mittelschichten zukunftstauglich zu machen. Das ganze Inventar der von liberalen \u00d6konomen vorgeschlagenen Instrumente zur Liberalisierung der Arbeitsm\u00e4rkte und zur Privatisierung der Sozialvorsorge kann hier zum Einsatz kommen. Eine gr\u00f6\u00dfere soziale Durchl\u00e4ssigkeit wird also zwangsl\u00e4ufig steigende (und nicht fallende) Risiken f\u00fcr diejenigen mitbringen, sie sich unter den gegenw\u00e4rtigen Rahmenbedingungen zum inneren Kreis der gesellschaftlichen Mitte z\u00e4hlen.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht erst seit Jean-Jacques Rousseaus \u201eDiskurs \u00fcber die Ungleichheit\u201c (1755) tr\u00e4umt die Menschheit von einer Aufhebung der Klassen und Schichten. 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