{"id":25548,"date":"2019-07-30T07:27:18","date_gmt":"2019-07-30T06:27:18","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=25548"},"modified":"2019-07-30T07:27:18","modified_gmt":"2019-07-30T06:27:18","slug":"gastbeitrag-monetaere-verwaesserung-und-monetisierung-auf-dem-vormarsch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=25548","title":{"rendered":"<font size=3; color=grey>Gastbeitrag <\/font><br\/>Monet\u00e4re Verw\u00e4sserung und Monetisierung auf dem Vormarsch"},"content":{"rendered":"<p><em>Angesichts schw\u00e4chelnder Weltkonjunktur und ausufernder globaler Verschuldung ger\u00e4t die globale Geldpolitik aus den Fugen. Sowohl die europ\u00e4ische als auch die US-amerikanische Zentralbank haben ihren zuvor angek\u00fcndigten Kurs einer \u201egeldpolitischen Normalisierung\u201c innerhalb k\u00fcrzester Zeit beendet und eine erneute Kehrtwende eingeleitet. Gleichzeitig haben abstruse Ideen f\u00fcr eine \u201ealternative \u00a0Geldpolitik\u201c Hochkonjunktur &#8211; wie etwa die \u201eModern Money Theory\u201c (MMT) oder das \u201eOvert Monetary Financing\u201c (OMF). <\/em><\/p>\n<p><em>Eine aktuelle Studie des FERI Cognitive Finance Institute hat diese brisante Thematik analysiert und zieht ein beunruhigendes Fazit: Notenbanken werden zunehmend politisiert und zu staatlichen \u201eBad Banks&#8220; degradiert, die durch Gelddrucken \u00f6konomische Probleme l\u00f6sen oder als \u201eEndlager&#8220; f\u00fcr staatliche Schulden dienen sollen. Bedenklich erscheint auch, dass der Internationale W\u00e4hrungsfonds (IWF) parallel Konzepte f\u00fcr noch tiefere Negativzinsen und eine Abschaffung von Bargeld entwickeln l\u00e4sst. Anleger und Verm\u00f6gensinhaber sollten gewarnt sein, wenn die n\u00e4chste Runde der \u201emonet\u00e4ren Lockerung\u201c eingeleitet wird. <\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die diesj\u00e4hrige Konferenz der Europ\u00e4ischen Zentralbank im portugiesischen Sintra begann mit einer \u00dcberraschung: Kurz vor seinem Amtsende k\u00fcndigte EZB-Chef Mario Draghi eine dramatische Umkehr seiner bisherigen Strategie an. Die EZB sei im Falle weiterer Konjunkturschw\u00e4che der Euro-Zone \u00a0bereit, zu einer Politik massiver Wertpapierk\u00e4ufe zur\u00fcckzukehren und auch noch tiefere Negativzinsen in Betracht zu ziehen. Statt geldpolitischem Small Talk pr\u00e4sentierte Draghi \u2013 einmal mehr \u2013 einen \u201ewhatever it takes\u201c-Moment.<\/p>\n<p>Damit reiht sich die EZB ein in einen aktuellen Zeitgeist, der das Drucken von Geld als Mittel zur L\u00f6sung realwirtschaftlicher Probleme betrachtet. Neue monet\u00e4re Theorien und Ideen f\u00fcr \u201ealternative Geldpolitik\u201c haben weltweit Hochkonjunktur. Diesen Ans\u00e4tzen ist eines gemeinsam: Sie alle fordern eine noch st\u00e4rkere Geldsch\u00f6pfung durch Notenbanken, um mit neu gedrucktem Geld Staatsausgaben finanzieren oder Staatsschulden aufkaufen und \u201eausbuchen\u201c zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong><em>Keine Normalisierung in Sicht <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Nach der Gro\u00dfen Finanzkrise von 2008 haben Notenbanken weltweit eine Politik des \u201eQuantitative Easing\u201c (\u201eQ. E.\u201c) installiert, umgesetzt \u00fcber massive Wertpapierk\u00e4ufe und ultra-niedrige Zinsen. F\u00fcr 2019 (zehn Jahre nach der Krise) wurde eine Normalisierung dieser extremen Politik in Aussicht gestellt, inzwischen jedoch wieder klar verworfen. Stattdessen zirkulieren zahlreiche Vorschl\u00e4ge, die eine deutliche Ausweitung und Fortf\u00fchrung der \u201eunkonventionellen Geldpolitik\u201c propagieren:<\/p>\n<p>Ehemalige Top-Notenbanker (wie Ben Bernanke), globale Institutionen (wie der IWF), bekannte Akademiker (wie Kenneth Rogoff, Paul Krugman und Larry Summers), kreative Think Tanks (wie das Institute for New Economic Thinking) sowie \u00f6konomische \u201eWunderheiler\u201c (wie Stephanie Kelton) pl\u00e4dieren heute lautstark daf\u00fcr, die \u201eM\u00f6glichkeiten der Geldpolitik neu zu entdecken\u201c. Notenbanken sollen gem\u00e4\u00df dieser Logik ihr Privileg der Geldsch\u00f6pfung dazu missbrauchen, dauerhaft staatliche Schulden und Altlasten zu \u00fcbernehmen oder generell staatliche Ausgaben und utopische Zukunftsprojekte zu finanzieren. Bislang unumst\u00f6\u00dfliche Regeln und Selbstbeschr\u00e4nkungen in Fragen einer soliden Geldwirtschaft \u2013 wie etwa das Verbot der offenen Staatsfinanzierung durch Notenbanken \u2013 werden dabei ausgeblendet und als unbedeutend oder altmodisch diskreditiert.<\/p>\n<p>Die wichtigsten dieser neuen Ideen sind bekannt als \u201eModern Monetary Theory\u201c (MMT) und \u201eOvert Monetary Financing\u201c (OMF): Die MMT postuliert die M\u00f6glichkeit eines Staates, sich dauerhaft und ohne negative Folgen mit Hilfe der eigenen Notenbank zu finanzieren. Laufende Staatsausgaben sollen dabei mit neu gedrucktem Geld der Notenbank beglichen werden. Auch OMF bezeichnet eine Form unkonventioneller Geldpolitik, die \u00f6konomische Krisen durch expansiven Einsatz der Notenpresse \u00fcberwinden soll. Im Kern fordert OMF sowohl eine offene Finanzierung staatlicher Defizite als auch eine dauerhafte \u00dcbernahme staatlicher Schulden durch die jeweilige Notenbank. Oftmals wird f\u00fcr diese Art monet\u00e4rer Staatsfinanzierung auch synonym der Begriff \u201ehelicopter money\u201c (Helikoptergeld) verwendet.<\/p>\n<p><strong><em>Gef\u00e4hrliche Vermischung von Geld- und Fiskalpolitik <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Japan k\u00f6nnte weltweit zum ersten echten Testfall f\u00fcr OMF werden: Ausgel\u00f6st von einer tiefen, stark deflation\u00e4r gepr\u00e4gten Krise in den 1990er Jahren hat Japan seitdem zahlreiche Ma\u00dfnahmen umgesetzt, die weitgehend identisch sind mit MMT, OMF oder schlicht Helikoptergeld. Bereits heute liegen hier 49 Prozent der Staatsschulden in der Bilanz der Notenbank (siehe Abbildung 1). Die Bank of Japan (BoJ) ist somit der gr\u00f6\u00dfte Einzelgl\u00e4ubiger des japanischen Staats. Der Ankauf der entsprechenden staatlichen Schuldtitel wurde bislang ausschlie\u00dflich \u00fcber die Notenpresse finanziert, also durch massive Ausdehnung der BoJ-Bilanz.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/81.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/81.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Eine sp\u00e4tere Normalisierung dieser Bilanz, folglich also eine R\u00fcck\u00fcbertragung der Staatsschulden an den Markt, scheint bislang weder angedacht noch rein faktisch jemals durchf\u00fchrbar. Im Gegenteil gibt es zunehmend Indizien f\u00fcr eine dauerhafte Entsorgung der Staatsschulden bei der BoJ. Abbildung 2 verweist bereits sehr klar auf diese M\u00f6glichkeit: Die extrem hohe japanische Staatsverschuldung von \u00fcber 200% des BIP w\u00fcrde sich faktisch sehr deutlich reduzieren, sofern die bei der BoJ liegenden Best\u00e4nde von dieser \u201edauerhaft\u201c gehalten oder \u201eausgebucht\u201c w\u00fcrden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/82.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/82.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Die in Japan schon heute praktizierten Ma\u00dfnahmen sind extrem beunruhigende Beispiele f\u00fcr eine gef\u00e4hrliche Vermischung von Geldpolitik und Fiskalpolitik. Als erstes gro\u00dfes Land weltweit zeigt sich Japan bereit, gezielt in eine Zukunft massiver monet\u00e4rer Verw\u00e4sserung voranzuschreiten. Der weitere Verlauf sollte genauestens im Blick behalten werden \u2013 als Fr\u00fchwarnsystem f\u00fcr absehbare Entwicklungen auch in anderen Teilen des westlichen Finanzsystems.<\/p>\n<p><strong><em>MMT &#8211; Laufende Staatsfinanzierung durch die Notenpresse<\/em><\/strong><\/p>\n<p>In den USA macht im Kontext alternativer Geldpolitik aktuell das akademische Konzept der \u201eModern Monetary Theory\u201c (MMT) Schlagzeilen. Es zielt auf eine laufende Staatsfinanzierung durch die Notenpresse \u2013 und verschiebt damit die Grenzen der \u00f6ffentlichen Verschuldung mit Hilfe der Notenbank nach au\u00dfen. Denn wesentlicher Kern der MMT ist die Aussage, ein Staat (oder dessen Regierung) k\u00f6nne viel mehr an Projekten (oder \u00f6ffentlichen Ausgaben) finanzieren, als nach bisher geltendem Verst\u00e4ndnis m\u00f6glich. Staatsausgaben w\u00fcrden sich demnach durch unn\u00f6tige Restriktionen wie Bonit\u00e4ten, Ratings oder Verschuldungsgrenzen unn\u00f6tig selbst beschr\u00e4nken. Die MMT geht davon aus, dass Staat, Regierung oder Notenbank in der Lage sind, bestehende oder neue Verbindlichkeiten stets \u00fcber Geldsch\u00f6pfung zu finanzieren. Voraussetzung daf\u00fcr sei lediglich, dass ein Staat sich in seiner eigenen W\u00e4hrung verschulde; diese k\u00f6nne von der eigenen Notenbank in beliebiger Quantit\u00e4t \u201eproduziert\u201c und zur Ausgabenfinanzierung bereitgestellt werden.<\/p>\n<p>MMT zeigt also speziell f\u00fcr hochverschuldete, aber w\u00e4hrungspolitisch starke L\u00e4nder wie die USA (oder Japan), die zudem prim\u00e4r in eigener W\u00e4hrung verschuldet sind, einen scheinbar attraktiven Ausweg aus bestehenden Problemen und Altlasten auf. Im Kern ist MMT aber nichts anderes als ein griffig verpacktes und politisch verlockendes Konzept zur Monetisierung staatlicher Schulden, Defizite und Ausgabenprogramme mit Hilfe der Notenpresse. Es basiert also auf den gleichen Wirkungsmechanismen wie das Konzept des Overt Monetary Financing.<\/p>\n<p><strong><em>Nichts dazu gelernt <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Bislang geht das politische Establishment mit zunehmenden strukturellen Problemen genauso um, wie bereits im Zuge der Gro\u00dfen Finanzkrise: Systemische Fehler und strukturelle Schieflagen werden nicht korrigiert oder beseitigt, da die politischen Kosten offenbar zu hoch erscheinen. Stattdessen werden bestehende Beschr\u00e4nkungen der Geldpolitik gelockert, aufgeweicht oder umgangen, damit Notenbanken offene Geldsch\u00f6pfung betreiben und so \u2013 stellvertretend f\u00fcr den Staat \u2013 als \u201efinancier of last resort\u201c mit unlimitierter finanzieller Feuerkraft einspringen k\u00f6nnen. Mittel- oder langfristige Risiken f\u00fcr die Integrit\u00e4t, die Stabilit\u00e4t oder den k\u00fcnftigen Bestand des zugrundliegenden Finanzsystems und dessen Geldordnung werden dabei gezielt negiert oder stark verharmlost.<\/p>\n<p>Folglich lautet die Prognose: Die Geldpolitik wird noch extremer, ihre Grenzen d\u00fcrften schon in naher Zukunft noch mehr gedehnt werden. Damit d\u00fcrfte auch das Ausloten neuer M\u00f6glichkeiten zur offenen Geldsch\u00f6pfung und zur Staatsfinanzierung \u00fcber die Notenpresse weiter voranschreiten.<\/p>\n<p>Die st\u00e4ndige Progression, weg von einer \u201enormalen\u201c Funktionsweise von Geldpolitik, und hin zu immer abenteuerlicheren Auspr\u00e4gungen und Mutationen, verdeutlicht Abb. 3:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/83.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/83.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p><strong><em>Alarmierende Konsequenzen <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Niemand kann heute mit Gewissheit vorhersehen, ob und wie stark sich Konzepte wie MMT und OMF zuk\u00fcnftig durchsetzen werden. Allerdings wird deren Attraktivit\u00e4t \u2013 scheinbar unbegrenzte Finanzierungsm\u00f6glichkeiten trotz leerer Kassen \u2013 f\u00fcr ehrgeizige Politiker extrem hoch sein.<\/p>\n<p>Die Konsequenzen daraus sind klar, aber wenig beruhigend: Speziell in den USA, wo derzeit sehr ungew\u00f6hnliche politische Konstellationen herrschen und eine tief gespaltene Gesellschaft grundlegende \u00c4nderungen fordert, k\u00f6nnte das n\u00e4chste Gro\u00dfexperiment in monet\u00e4rer Staatsfinanzierung ablaufen. \u00c4hnlich wie in Japan, wenngleich noch etwas schw\u00e4cher, sind auch in den USA bereits klare Signale in Richtung MMT &amp; OMF erkennbar.<\/p>\n<p>Doch auch f\u00fcr Europa und die Euro-Zone l\u00e4sst sich eine analoge Erwartung formulieren: Die bisherige Politik exzessiver Geldsch\u00f6pfung und massiver Aufbl\u00e4hung von Zentralbankbilanzen hat in Europa bereits wichtige Pr\u00e4zedenzf\u00e4lle in \u201emonet\u00e4rer Verw\u00e4sserung\u201c geschaffen. Und nach Mario Draghis Sintra-Ansprache ist zu bef\u00fcrchten, dass dieser Trend sich weiter versch\u00e4rft.<\/p>\n<p>Wie Abbildung 4 zeigt, hat die EZB im Zuge ihrer mehrj\u00e4hrigen Q. E.-Politik bereits rund 20 % der Staatsschuldenquote aller Euro-L\u00e4nder in ihre Bilanz \u00fcberf\u00fchrt. Sollte dieser Anteil von der EZB dauerhaft gehalten, ausgebucht oder anderweitig neutralisiert werden, w\u00fcrde die effektive Verschuldung der Euro-Zone bereits nahe am Maastricht-Zielwert von rund 60 % des BIP liegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/84.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/84.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Es scheint extrem unwahrscheinlich, dass die Politik in Europa diese (von der EZB indirekt \u201evorbereitete\u201c) Chance verstreichen lassen wird. Die k\u00fcrzlich beschlossene Berufung von IWF-Chefin Christine Lagarde an die Spitze der EZB ist vor diesem Hintergrund ein sehr starkes Signal: Denn Lagarde verf\u00fcgt zwar \u00fcber keine geldpolitische Expertise, ist aber sehr vertraut mit dem Problem \u201euntragbarer\u201c Staatsverschuldung. Somit ist auch f\u00fcr die Euro-Zone davon auszugehen, dass eine dauerhafte Monetisierung staatlicher Schulden durch die Notenbanken (die EZB) \u00fcber kurz oder lang vollzogen wird. Die schon bisher bei den Notenbanken gehaltenen Staatsschulden k\u00f6nnten dazu ein erster Schritt sein, dem aber durchaus noch weitere folgen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Generell sind die Auswirkungen einer Politik staatlich organisierter Geldsch\u00f6pfung und massiver monet\u00e4rer Expansion nicht trivial: Ihre Effekte wirken \u00fcber G\u00fcterm\u00e4rkte, Kapitalm\u00e4rkte und Arbeitsm\u00e4rkte auf alle Lebensbereiche und f\u00fchren zu erheblichen Verzerrungen. Besonders stark sind in der Regel die Impulse f\u00fcr Finanz- und Immobilienm\u00e4rkte, mit der Folge starker Aufwertungen oder sogar ausgepr\u00e4gter Blasenbildung. Dar\u00fcber hinaus kann eine Politik monet\u00e4rer Verw\u00e4sserung jedoch auch zu gravierenden Verzerrungen im gesamten Sozialgef\u00fcge einer Gesellschaft f\u00fchren:<\/p>\n<ul>\n<li>Durch monet\u00e4r angeheizte \u201eAsset Price Inflation\u201c werden bestehende Ungleichgewichte in der Verm\u00f6gensverteilung einer Gesellschaft unmittelbar verst\u00e4rkt und oftmals neue Ungleichgewichte erzeugt.<\/li>\n<li>Mittelbar k\u00f6nnen daraus \u00fcber \u201eZweit- und Drittrunden-Effekte\u201c echte Inflation, soziale Verwerfungen und gesellschaftliche Verspannungen gr\u00f6\u00dferen Ausma\u00dfes induziert werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Fazit <\/strong><\/p>\n<p>Schon in sehr naher Zukunft ist in nahezu allen westlichen Finanzsystemen von einer anhaltenden und zunehmend unverbl\u00fcmt durchgef\u00fchrten Politik monet\u00e4rer Verw\u00e4sserung und finanzieller Repression auszugehen. Erste Signale in diese Richtung sind bereits heute sehr klar erkennbar. Notenbanken werden dabei immer st\u00e4rker zu \u201eBad Banks\u201c des jeweiligen Finanzsystems, mit dem klaren Auftrag, systemische Altlasten (Schulden) m\u00f6glichst dauerhaft zu entsorgen. Zugleich werden Notenbanken immer st\u00e4rker politisiert und instrumentalisiert; sie werden damit zu Erf\u00fcllungsgehilfen eines Kurses offener monet\u00e4rer Finanzierung, der in politischen Kreisen immer st\u00e4rker um sich greift. Besonders beunruhigend: Der IWF gibt derartigen \u00dcberlegungen noch \u201eakademischen Flankenschutz\u201c, statt auftragsgem\u00e4\u00df ein stabiles Finanzsystem zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Die aufgezeigten Tendenzen sind gef\u00e4hrlich und sollten nicht nur Investoren und Verm\u00f6gensinhaber, sondern alle B\u00fcrger beunruhigen. Welche Ma\u00dfnahmen zu erwarten sind und welche Konsequenzen im Einzelnen drohen, analysiert das FERI Cognitive Finance Institute in seiner aktuellen Studie: \u201e<em>Modern Monetary Theory und OMF \u2013 Monet\u00e4re Verw\u00e4sserung und Monetisierung auf dem Vormarsch<\/em>\u201c. <a href=\"http:\/\/www.feri-institut.de\">www.feri-institut.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Angesichts schw\u00e4chelnder Weltkonjunktur und ausufernder globaler Verschuldung ger\u00e4t die globale Geldpolitik aus den Fugen. 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