{"id":26711,"date":"2020-02-16T00:01:23","date_gmt":"2020-02-15T23:01:23","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=26711"},"modified":"2024-04-17T14:19:25","modified_gmt":"2024-04-17T13:19:25","slug":"strukturwandel-organisationsgrade-und-tarifvertraege-sind-betriebliche-buendnisse-fuer-arbeit-die-tarifpolitische-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=26711","title":{"rendered":"Strukturwandel, Organisationsgrade und Tarifvertr\u00e4ge<b>Sind betriebliche B\u00fcndnisse f\u00fcr Arbeit die tarifpolitische Zukunft?<\/b>"},"content":{"rendered":"\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><em>\u201eEine Politik, die gegen \u00f6konomische Gesetze und damit gegen menschliche Grundbed\u00fcrfnisse regiert, zieht immer den K\u00fcrzeren.&#8220;<\/em> (Eugen von B\u00f6hm-Bawerk in seinem Essay \u201eMacht oder \u00f6konomisches Gesetz?)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Deutschland geht es wirtschaftlich und sozial gut. Die Besch\u00e4ftigung ist hoch, die Inflation niedrig, die Armut minimal, die soziale Sicherheit gro\u00df. Nur mit dem Wachstum hapert es, wie fast \u00fcberall in der reichen Welt. F\u00fcr viele sind allerdings die hohen \u00dcbersch\u00fcsse in der Leistungsbilanz ein \u00c4rgernis. Die ausl\u00e4ndische Kritik ist zwar unbegr\u00fcndet (<a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=21210\">hier<\/a>). Dennoch sind die hohen \u00dcbersch\u00fcsse ein Hinweis auf den drohenden Niedergang. Hohe Leistungsbilanz\u00fcbersch\u00fcsse und ein gro\u00dfer industrieller Sektor sind zwei Seiten ein und derselben Medaille. Deutschland lebt noch immer gut von den \u201ealten\u201c Industrien. Das wird sich \u00e4ndern, grundlegend. Der notwendige strukturelle Wandel wird die noch heile Welt wirtschaftlich und sozial auf eine harte Probe stellen. Die Traumt\u00e4nzer der Politik verhalten sich wie die Musikkapelle auf der Titanic. Sie spielen trotz Havarie die umverteilungspolitische Melodie unverdrossen weiter. Da sind die Tarifpartner von IG Metall und Gesamtmetall weiter. Das \u00f6konomische Gesetz zwingt sie, verbandspolitische Macht abzugeben. Es bleibt ihnen keine andere Wahl als mit der zentralistischen Tarifpolitik zu brechen. Sie scheinen zu erkennen, \u00fcber L\u00f6hne und Tarife muss st\u00e4rker dezentral (betrieblich) entschieden werden.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Struktureller Wandel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der industrielle Sektor ist das wirtschaftliche R\u00fcckgrat der deutschen Wirtschaft. Er sorgt f\u00fcr sichere, gut bezahlte Arbeitspl\u00e4tze, kr\u00e4ftigt den innovativen Motor unserer Volkswirtschaft und begrenzt die wachsende wirtschaftliche Ungleichheit in der Gesellschaft. Damit k\u00f6nnte es bald vorbei sein. Die deutsche Sektorstruktur ist im Herbst ihres wirtschaftlichen Lebens. Das hat weniger mit der anhaltenden konjunkturellen Schw\u00e4che zu tun. Der industrielle Sektor ist seit Mai 2018 konjunkturell auf dem Weg nach unten. Die Produktion sinkt \u00fcberall, im Bereich der Investitionsg\u00fcter aber auch im Automobilsektor. Allerdings bleibt die Besch\u00e4ftigung in der Industrie trotz dieser R\u00fcckschl\u00e4ge erstaunlich stabil. Das eigentliche Problem ist aber kein konjunkturelles (tempor\u00e4res), sondern ein strukturelles (dauerhaftes). Im internationalen Vergleich ist der Industriesektor in Deutschland seit langem atypisch gro\u00df, der Dienstleistungssektor ist dagegen eher unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig klein. Das wird nicht so bleiben. Die deutsche Volkswirtschaft (Arbeitnehmer und Unternehmen) hat den schwierigen \u00dcbergang zur Wissensgesellschaft noch vor sich.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/263.png\"><img decoding=\"async\" src=\"\/wordpress\/bilder\/263.png\" alt=\"claschabb1\" title=\"claschabb1\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n\n\n\n<p>Unter der Oberfl\u00e4che des inter-sektoralen Wandels tut sich aber mehr, intra-sektoral und inter-qualifikatorisch. Im Strukturwandel gewinnen und verlieren nicht nur Sektoren. Auch intra-sektoral gibt es Gewinner und Verlierer (<a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=21650\">hier<\/a>). Unternehmen derselben Branche sind unterschiedlich erfolgreich. Die Empirie zeigt, es sind vor allem gro\u00dfe Unternehmen, die von dieser Entwicklung profitieren. Das schl\u00e4gt sich auch in den Verdiensten der Arbeitnehmer nieder. Erfolgreichere Unternehmen zahlen besser, weniger erfolgreiche schlechter. Die Einkommen \u00e4hnlich produktiver Arbeitnehmer sind ungleich verteilt. Und noch etwas passiert: Die inter-qualifikatorische Lohnstruktur \u00e4ndert sich. Hochqualifizierte stehen auf der Sonnenseite des Arbeitsmarktes, bei L\u00f6hnen und Arbeitspl\u00e4tzen. Geringqualifizierte m\u00fcssen sich nach der Decke strecken. Ihre L\u00f6hne sind niedrig, ihre Arbeitspl\u00e4tze unsicher. Der schnelle inter-sektorale Wandel setzt aber auch den Facharbeitern zu. Ihre gut bezahlten Arbeitspl\u00e4tze im industriellen Sektor kommen in Gefahr. Damit geraten auch weite Teile der Mittelschicht in den Strudel des strukturellen Wandels.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Politik als Brandbeschleuniger<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Deutschland ist mit seinem industriebasierten und exportlastigen Gesch\u00e4ftsmodell (<a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=23133\">hier<\/a>) ein sektoraler Nachz\u00fcgler. Es ist fraglich, wie lange es noch von seinen \u201ealten\u201c Industrien (Auto, Chemie, Maschinenbau, Pharma) profitieren wird. Der inter-sektorale Strukturwandel macht auch vor Deutschland nicht Halt. Wachsender Wohlstand \u00e4ndert das Ausgabenverhalten von Haushalten und Unternehmen. Beide fragen mehr Dienstleistungen nach, die einen als End-, die anderen als Vorprodukte. Weltweit offene M\u00e4rkte, deutsche Wutb\u00fcrger und Politiker beschleunigen diesen inter-sektoralen Wandel. Offenere G\u00fcterm\u00e4rkte setzen etablierte Anbieter von Industrieg\u00fctern unter Druck. Gro\u00dfe Teile der industriellen Produktion werden ins Ausland abwandern. Gr\u00fcne deutsche Wutb\u00fcrger und Politiker beschleunigen diesen Prozess der Abwanderung noch. Sie tun alles, den industriellen Sektor alt aussehen zu lassen. Die Atomindustrie haben sie schon au\u00dfer Landes getrieben, die Gentechnik aus Deutschland verbannt, die chemische Industrie madig gemacht, die Automobilindustrie klimapolitisch stranguliert und die IK-Technologie als Teufelszeug gebrandmarkt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/264.png\"><img decoding=\"async\" src=\"\/wordpress\/bilder\/264.png\" alt=\"claschabb1\" title=\"claschabb1\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n\n\n\n<p>Die klimapolitische Hysterie, die in unserem Land herrscht, beschleunigt den inter-sektoralen Strukturwandel. Der Ausstieg aus der Atomenergie, die Stilllegung von Kohlekraftwerken und die Subventionen f\u00fcr regenerative Energie (EEG) wirken wie eine klimapolitische Peitsche der De-Industrialisierung in Deutschland. Sie verteuern Energie signifikant, erh\u00f6hen den Kostendruck auf die Unternehmen und f\u00f6rdern die Abwanderung. Darunter leidet besonders der industrielle Sektor. Der weitverbreitete \u201eHass auf die Verbrenner\u201c verst\u00e4rkt diese Entwicklung. Die hohen Anforderungen an die CO2-Werte, die Einschr\u00e4nkung des Feinstaubaussto\u00dfes und die politische Priorit\u00e4t f\u00fcr die E-Mobilit\u00e4t setzen der Autoindustrie und ihren zahlreichen Zulieferern zu. Der industrielle Sektor kommt noch mehr unter Druck. Das bleibt nicht ohne Auswirkungen auf Output und Besch\u00e4ftigung. Die Gefahr eines \u201es\u00fcddeutschen Rostg\u00fcrtels\u201c (<a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=24360\">hier<\/a>) ist nicht von der Hand zu weisen. Das schreckt nicht nur die Unternehmen und Politiker in Baden-W\u00fcrttemberg auf. Auch die IG Metall sieht die Felle in ihrem gewerkschaftlichen Wohnzimmer davon schwimmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Machtverluste der Tarifpartner<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die \u00f6konomische Welt ist nicht nur heterogener geworden. Gewachsen ist auch die Gefahr einer strukturellen Krise. Inter- und intra-sektoral wachsen die Unterschiede, die qualifikatorische Lohnstruktur wird ungleicher. Das institutionelle Arrangement&nbsp; auf den Arbeitsm\u00e4rkten passt nicht mehr zu dieser \u201eneuen\u201c Welt. Die Tarifpartner scheren lohn- und tarifpolitisch noch immer viel zu viel \u00fcber einen Kamm. Mit den traditionellen Fl\u00e4chentarifen l\u00e4sst sich der strukturelle Wandels nicht in den Griff bekommen. Heterogenere wirtschaftliche Entwicklungen und differenziertere individuelle Interessen erfordern ein neues institutionelles Arrangement. Die Lohn- und Tarifpolitik muss sich st\u00e4rker an den betrieblichen Gegebenheiten orientieren. Betriebliche B\u00fcndnisse f\u00fcr Arbeit sind die Antwort. Das ist nur mit mehr \u00d6ffnungsklauseln m\u00f6glich, tariflichen und (besser noch) gesetzlichen. Die heterogenen Interessen in den Betrieben erfordern mehr Tarifvielfalt, keine Tarifeinheit. Es muss wieder m\u00f6glich sein, dass sich diese Interessen der Arbeitnehmer institutionell organisieren. Das Tarifeinheitsgesetz ist eindeutig der falsche Weg.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/265.png\"><img decoding=\"async\" src=\"\/wordpress\/bilder\/265.png\" alt=\"claschabb1\" title=\"claschabb1\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n\n\n\n<p>Die Zeit ist reif, einer dezentraleren Lohn- und Tarifpolitik endg\u00fcltig den Weg zu ebnen. Darum kommen auch die Tarifpartner nicht herum. Lange Zeit haben sie sich dieser Entwicklung verweigert. Der Mitgliederverlust von Gewerkschaften und Arbeitgeberverb\u00e4nden zwingt sie nun aber zum Handeln. Der Organisationsgrad der Gewerkschaften sinkt seit langem. Die industrielle Basis ihrer vorwiegend m\u00e4nnlichen Klientel schrumpft. Im wachsenden Dienstleistungsbereich lassen sich vor allem Frauen nur schwer gewerkschaftlich organisieren. Mit gewerkschaftlichen Fusionen lassen sich die heterogeneren Interessen der Arbeitnehmer noch weniger unter einen Hut bringen (<a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=20807\">hier<\/a>). Den Arbeitgeberverb\u00e4nden geht es nicht besser. Auch sie verlieren stetig an Mitgliedern. Starre Fl\u00e4chentarife werden den heterogenen Interessen der Unternehmen nicht mehr gerecht. Die angebotenen OT-Mitgliedschaften gleichen den Mitgliederschwund nicht aus. Mit der Erosion der Mitglieder der Tarifpartner geht der Abdeckungsgrad mit Fl\u00e4chentarifen immer mehr zur\u00fcck. \u00dcberall entstehen regional \u201ewei\u00dfe\u201c Flecken, in denen es keine Fl\u00e4chentarife mehr gibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Modulare Tarifpolitik<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Tarifpartner sind wie siamesische Zwillinge. Sie k\u00e4mpfen mit denselben Problemen: Ihre Organisationsgrade br\u00f6ckeln, der traditionelle Fl\u00e4chentarif erodiert, die Strukturkrise schwelt weiter. Es verwundert deshalb nicht, dass beide oft Hand in Hand die Politik um Hilfe bitten. Und die Politik ist gewillt, diese Hilfe zu gew\u00e4hren. H\u00f6here gesetzliche Mindestl\u00f6hne, leichtere Erkl\u00e4rung der Allgemeinverbindlichkeit, ein umfassenderes Arbeitnehmer-Entsendegesetz, erleichterte l\u00e4ngere Befristung bei der Zeitarbeit tarifgebundener Unternehmen und ein expandierendes Bundes-Tariftreue-Gesetz sind nur einige staatliche Anreize, die zu mehr Tarifbindung f\u00fchren sollen. Neuerdings fordern die Gewerkschaften auch einen Steuerfreibetrag f\u00fcr Gewerkschaftsmitglieder in tarifgebunden Unternehmen. Das alles oder zumindest vieles ist zwar im organisatorischen Interesse der beiden Tarifpartner. Es zieht aber zwei Probleme nach sich: Die politischen Eingriffe gef\u00e4hrden die Tarifautonomie und sie helfen nicht, die strukturelle Krise in den Griff zu bekommen. Damit gelingt es nicht, die wachsende Heterogenit\u00e4t von wirtschaftlicher Lage der Betriebe und individueller Interessen der Arbeitnehmer wirksam in den Blick zu nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der heraufziehenden Strukturkrise d\u00e4mmert es den Tarifpartnern, dass mehr notwendig ist, um sie zu meistern. Die BDA, propagiert seit einiger Zeit einen Dreisatz der Deregulierung der Arbeitsbeziehungen: Mehr \u00d6ffnungsklauseln, modulare Tarifvertr\u00e4ge und mehr Handlungsspielraum f\u00fcr Betriebsr\u00e4te (<a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/ingo-kramer-in-der-f-a-z-mehr-tarifbindung-nur-mit-neuer-tarifpolitik-15831322.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2\">hier<\/a>). Er fordert eine modulare Tarifpolitik. Tarifgebundene Unternehmen m\u00fcssen nicht den ganzen Fl\u00e4chentarif \u00fcbernehmen, sie k\u00f6nnen Teile herauspicken. Die Entscheidung dar\u00fcber soll auf betrieblicher Ebene fallen. Es soll allerdings nicht m\u00f6glich sein, die Teile des Fl\u00e4chentarifs inhaltlich abzu\u00e4ndern. Die IG Metall scheint sich diesem Vorschlag nicht mehr zu verweigern. Ihre Schwerpunkte liegen auf den Investitions- und Produktperspektiven f\u00fcr Standorte und Besch\u00e4ftigte, der Weiterbildung und dem Ausschluss betriebsbedingter K\u00fcndigungen. Der entscheidende Punkt ist allerdings, dass die Betriebe in eigener Regie \u00fcber die Ausgestaltung der \u201eZukunftstarifvertr\u00e4ge\u201c entscheiden k\u00f6nnen. Damit springen die Gewerkschaften auf den Zug der von den Arbeitgeberverb\u00e4nden geforderten dezentraleren Lohn- und Tarifpolitik.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der strukturelle Wandel wird Deutschland turbulente Zeiten bescheren. \u201eAlte\u201c Industrien werden weiter an Boden verlieren, neue (wissensintensive) Branchen werden zum Treiber der wirtschaftlichen Entwicklung. Und die Politik tut gegenw\u00e4rtig energie-, klima- und mobilit\u00e4tspolitisch alles, den sektoralen Strukturwandel noch zu beschleunigen (De-Industrialisierungspeitsche). Weltweit (noch immer) offene M\u00e4rkte besorgen den Rest. Das wird nicht ohne Friktionen abgehen. Die Betriebe werden sich noch mehr differenzieren, die individuellen Pr\u00e4ferenzen der Arbeitnehmer weiter st\u00e4rker streuen. Das alte institutionelle Arrangement passt nicht mehr. Es war stark auf Homogenit\u00e4t ausgerichtet. Das galt auch f\u00fcr die Lohn- und Tarifpolitik. Die Tarifpartner hatten sich mit dem Fl\u00e4chentarif behaglich eingerichtet. Arbeitsk\u00e4mpfe folgten bestimmten (archaischen) Ritualen. Diese Zeiten sind vorbei. In der ver\u00e4nderten Lage muss die Lohn- und Tarifpolitik dezentraler agieren. Betriebliche B\u00fcndnisse f\u00fcr Arbeit gewinnen lohn- und tarifpolitisch an Bedeutung. Nur so kann der heterogenen Entwicklung, die der Strukturwandel noch beschleunigt, besser entsprochen werden. Gewerkschaften und Arbeitgeberverb\u00e4nde d\u00fcrfte das nicht freuen. Sie verlieren an Bedeutung. Die Betriebsr\u00e4te werden gewinnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Literatur:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Norbert Berthold, Marita Brischke und Oliver Stettes, Betriebliche B\u00fcndnisse f\u00fcr Arbeit. Eine empirische Untersuchung f\u00fcr den deutschen Maschinen- und Anlagebau. W\u00fcrzburg 2003 (<a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/publication\/45139902_Betriebliche_Bundnisse_fur_Arbeit_-_Eine_empirische_Erhebung_fur_den_deutschen_Maschinen-_und_Anlagenbau\">hier<\/a>)<\/p>\n\n\n\n<p>Norbert Berthold, Marita Brischke und Oliver Stettes, Betriebliche B\u00fcndnisse f\u00fcr Arbeit. Gratwanderung zwischen Tarifbruch und Tariftreue. W\u00fcrzburg 2003 (<a href=\"https:\/\/www.econstor.eu\/obitstream\/10419\/32517\/1\/364583797.pdf\">hier<\/a>)<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eEine Politik, die gegen \u00f6konomische Gesetze und damit gegen menschliche Grundbed\u00fcrfnisse regiert, zieht immer den K\u00fcrzeren.&#8220; (Eugen von B\u00f6hm-Bawerk in seinem Essay \u201eMacht oder \u00f6konomisches &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=26711\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eStrukturwandel, Organisationsgrade und Tarifvertr\u00e4ge<b>Sind betriebliche B\u00fcndnisse f\u00fcr Arbeit die tarifpolitische Zukunft?<\/b>\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n<p><!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on wp_trim_excerpt --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on wp_trim_excerpt --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on wp_trim_excerpt --><\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":26714,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1417,1219,1402],"tags":[556,348,3373,2510,156,3372],"class_list":["post-26711","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gewerkschaftliches","category-strukturelles-alles","category-tarifliches","tag-berthold","tag-betriebliche-buendnisse-fuer-arbeit","tag-modulare-tarifpolitik","tag-organisationsgrad","tag-strukturwandel","tag-tarifpolitik"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Strukturwandel, Organisationsgrade und Tarifvertr\u00e4geSind betriebliche B\u00fcndnisse f\u00fcr Arbeit die tarifpolitische Zukunft? 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