{"id":27135,"date":"2020-04-15T00:01:49","date_gmt":"2020-04-14T23:01:49","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=27135"},"modified":"2020-04-20T13:49:24","modified_gmt":"2020-04-20T12:49:24","slug":"ist-dieses-mal-wirklich-alles-anders-corona-angebotsschocks-lockerungen-und-strukturwandel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=27135","title":{"rendered":"Ist dieses Mal wirklich alles anders? <br\/><font size=3; color=grey>Corona, Angebotsschocks, Lockerungen und Strukturwandel <\/font>"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<p style=\"text-align: right;\">Bild: <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/@enginakyurt?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">engin akyurt<\/a> on <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/s\/photos\/coronavirus?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Unsplash<\/a><\/p>\n<p><em>\u201eNZZ: Welche langfristigen Folgen wird die Pandemie haben, gesellschaftlich und politisch? <\/em><em>Steven Pinker: Darauf habe ich eine klare Antwort: Das meiste, was nun gesagt und geschrieben wird, wird sich als falsch herausstellen. Schauen wir mal.&#8220; <\/em>(NZZ-Interview mit Steven Pinker vom 11. April 2020)<\/p><\/blockquote>\n<p>Covid-19 versetzt die Welt in Angst und Schrecken. Die Menschen bangen weltweit nicht nur um ihre Gesundheit. Nach dem staatlich verordneten Lockdown f\u00fcrchten sie auch um ihre materielle Existenz. Das Coronavirus breitet sich rasend schnell weltweit aus. Die Gefahr ist gro\u00df, dass die medizinischen Kapazit\u00e4ten einiger L\u00e4nder an ihre Grenzen sto\u00dfen. Es drohen italienische Verh\u00e4ltnisse. Die Menschen m\u00fcssen um Leib und Leben f\u00fcrchten. Im schlimmsten Fall ist Bergamo \u00fcberall. Rigorose staatliche Eingriffe sind unvermeidlich. Der \u00f6konomische Stillstand bringt allerdings die \u00d6konomien an den Rand des Abgrundes. Unternehmen gehen reihenweise Pleite. Arbeitnehmer m\u00fcssen um ihre Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcrchten. Den Staaten brechen die Steuereinnahmen weg, die Ausgaben explodieren. K\u00fcnftigen Generationen wird ein gigantischer Schuldberg aufgeb\u00fcrdet. Im schlimmsten Fall k\u00f6nnen Gesellschaften nur zwischen Pest und Cholera w\u00e4hlen: Entweder medizinische Triage oder \u00f6konomischer Kollaps. Wenn es dumm l\u00e4uft, m\u00fcssen sie mit beidem rechnen. Noch dominieren die medizinischen die \u00f6konomischen Aspekte. Tats\u00e4chlich muss aber zwischen beiden abgewogen werden. Die Politik muss nach Wegen suchen, aus dem Dilemma herauszukommen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Ist dieses Mal alles anders?<\/strong><\/p>\n<p>Die Politik hat entschieden, der Medizin einen Vorrang einzur\u00e4umen. Mit einer \u00f6konomischen Vollbremsung will sie verhindern, dass sich das Virus ungebremst ausbreitet. Nachdem sie vers\u00e4umt hat, rechtzeitig Vorkehrungen zu treffen, bleibt ihr keine andere Alternative. Dieses Staatsversagen fordert allerdings \u00f6konomisch einen hohen Preis. Die Politik versucht mit allen finanziellen Mitteln, die schweren \u00f6konomischen Folgen des wirtschaftlichen Stillstandes abzufedern. Ein verbessertes Kurzarbeitergeld, verst\u00e4rkte Liquidit\u00e4tshilfen, einfachere Kredite und vermehrte B\u00fcrgschaften sollen Unternehmen am Leben halten, Arbeitspl\u00e4tze sichern und Kaufkraft erhalten. Das ist alles gut und sch\u00f6n. Es ist aber nicht mehr als s\u00fcndhaft teure wei\u00dfe Salbe. Es wird der (Fiskal)Politik nicht gelingen, Output und Besch\u00e4ftigung auf dem alten Niveau zu stabilisieren. Auch die geldpolitischen Hilfen der Europ\u00e4ischen Zentralbank k\u00f6nnen daran nichts \u00e4ndern. Die kriegsentscheidende Gr\u00f6\u00dfe ist das gesamtwirtschaftliche Angebot (<a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=27059\">hier<\/a>). Und das ist durch die medizinischen Ma\u00dfnahmen, die das Coronavirus in Schach halten sollen, \u00f6konomisch eingefroren.<\/p>\n<p>Wie die \u00d6lpreiskrise der 70er Jahre ist auch die Coronakrise zuerst und vor allem eine St\u00f6rung auf der Angebotsseite. Mit unweigerlich sinkendem Output und Besch\u00e4ftigung infiziert sie allerdings auch die Nachfrageseite. Arbeit wird stillgelegt, weil die Arbeitnehmer krank sind oder nicht arbeiten d\u00fcrfen. Der Staat verbietet die Produktion vor allem bei personenbezogenen Dienstleistungen. Es fehlen aber auch Vorleistungen, weil nationale und internationale Lieferketten wegen des Virus gerissen sind. Es wird nicht gelingen, sie auf absehbare Zeit vollst\u00e4ndig zu reparieren. Noch immer hat die Pandemie weltweit ihren H\u00f6hepunkt nicht erreicht. Eingefrorene Arbeit und fehlende Vorleistungen sind die beiden entscheidenden Engpassfaktoren, die Output und Besch\u00e4ftigung einbrechen lassen. Eine nachfragepolitische Antwort \u00e0 la Finanzkrise w\u00e4re verfehlt. Sie w\u00fcrde allenfalls inflation\u00e4r wirken, solange die Rationierung auf der Angebotsseite nicht behoben ist. Besserung ist erst in Sicht, wenn die Stockungen auf der Angebotsseite verringert werden. Erst dann verschiebt sich die gesamtwirtschaftliche Angebotskurve x<sub>AT1<\/sub> nach rechts. Das kann durch einen Impfstoff oder Medikamente oder durch einen lockereren Shutdown erfolgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/328.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/328.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>V\u00f6llig hilflos ist die Wirtschaftspolitik allerdings nicht. Sie k\u00f6nnte versuchen, das unelastische \u00a0gesamtwirtschaftliche Angebot elastischer zu gestalten. Durch den staatlich verordneten Lockdown sind in manchen Bereichen, wie der Gastronomie, der Touristik und der Luftfahrt, riesige \u00dcberkapazit\u00e4ten entstanden. Auf der anderen Seite herrscht, wie im Gesundheitswesen, der Landwirtschaft, der Logistik und im Einzelhandel, ein Mangel an Arbeitskr\u00e4ften. Die Arbeitsmarktpolitik k\u00f6nnte helfen, diesen Mismatch auf den Arbeitsm\u00e4rkten zu verringern. Ob ihr das allerdings gelingt, ist zweifelhaft. Schon in \u201enormalen\u201c Zeiten, war dies eher schwierig. Und noch etwas k\u00f6nnte die Arbeitsmarktpolitik tun, um das Arbeitsangebot elastischer zu gestalten. Viele werden ihren Arbeitsplatz verlieren oder stehen als Berufsanf\u00e4nger auf der Stra\u00dfe. Ein breit angelegtes staatliches Ausbildungsprogramm k\u00f6nnte den Arbeitslosen helfen, sich f\u00fcr einen Arbeitsplatz zu qualifizieren, in denen die Engp\u00e4sse heute und wohl auch morgen am gr\u00f6\u00dften sind (<a href=\"https:\/\/www.fuw.ch\/article\/coronakrise-als-angebotsschock\/\">hier<\/a>). Verst\u00e4rkte Investitionen in das Humankapital im Bereich des Gesundheitswesens, der Altenpflege oder der Informations- und Kommunikationstechnologie sind sicher auch langfristig keine Fehlinvestitionen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Wo sind Lockerungen sinnvoll?<\/strong><\/p>\n<p>Der drohende wirtschaftliche Kollaps, r\u00fcckl\u00e4ufige Neuinfektionen und weniger stark wachsende Todesf\u00e4lle tragen dazu bei, dass die ersten L\u00e4nder angek\u00fcndigt haben, das medizinisch veranlasste \u00f6konomische Koma (Paul Krugman) zu beenden. \u00d6sterreich und D\u00e4nemark wollen die staatlichen Beschr\u00e4nkungen lockern. Auch Deutschland erw\u00e4gt erste vorsichtige Schritte. Alle wollen die mittelalterliche Pandemiebek\u00e4mpfung durch Isolierung an die Funktionsbedingungen moderner Gesellschaften anpassen (Frank L\u00fcbberding). Das ist nicht einfach, vielleicht ist es sogar unm\u00f6glich, wenn es um das Leben von Menschen geht. Die Meinungen, was zu tun ist, gehen teilweise weit auseinander. Einig sind sich allerdings alle, dass einige Voraussetzungen erf\u00fcllt sein m\u00fcssen, um die Kontaktsperren zu lockern. Die Neuinfektionen m\u00fcssen niedrig sein und weiter zur\u00fcckgehen, um eine f\u00fcr viele lebensbedrohende \u00dcberlastung der Krankenh\u00e4user auszuschlie\u00dfen. Und es m\u00fcssen fl\u00e4chendeckende und repr\u00e4sentative Tests durchgef\u00fchrt werden, um zu erkennen, wer infiziert ist. Notwendig sind auch effiziente Ma\u00dfnahmen (Contact-Tracing), um Infektionen nachzuverfolgen. Nur so k\u00f6nnen neue Gefahrenherde schnell einged\u00e4mmt werden.<\/p>\n<p>Eine R\u00fcckkehr zur \u201ealten\u201c Normalit\u00e4t wird es noch lange nicht geben. M\u00f6gliche Lockerungen k\u00f6nnen nur in kleinen Schritten erfolgen. Sie m\u00fcssen beherrschbar und reversibel sein, sollte eine neue gro\u00dfe Welle der Epidemie auftreten. Und mit neuen Wellen ist bei Epidemien immer zu rechnen. Das zeigen die Erfahrungen. Virologen und Epidemiologen akzeptieren eine Lockerung nur, wenn die Bev\u00f6lkerung effiziente Hygiene-Regeln des H\u00e4ndewaschens einh\u00e4lt, ausreichend Abstand der Menschen im t\u00e4glichen Leben sichergestellt ist und wirksame Schutzkleidung, wie etwa Mund- und Nasen-Masken, f\u00fcr gro\u00dfe Teile der Bev\u00f6lkerung verpflichtend werden. Das Abstandsgebot ist im industriellen Arbeitsleben oft leichter zu verwirklichen als im kontaktanf\u00e4lligen Dienstleistungssektor. Der f\u00fcr Deutschland wichtige Industriesektor k\u00f6nnte schneller wieder anlaufen. Schwieriger ist es f\u00fcr einige Bereiche des Dienstleistungssektors. Nach ersten groben Sch\u00e4tzungen des Sachverst\u00e4ndigenrates waren im gegenw\u00e4rtig \u00fcberwiegend geschlossenen Dienstleistungssektor im Jahre 2017 etwa 16 % der Dienstleistungsarbeitnehmer besch\u00e4ftigt, die etwa 10 % der Bruttowertsch\u00f6pfung des Dienstleistungssektors erbringen (<a href=\"https:\/\/www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de\/fileadmin\/dateiablage\/Arbeitspapiere\/Arbeitspapier_02_2020.pdf\">hier<\/a>).<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/329.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/329.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Vor allem Schweizer \u00d6konomen fordern, bei den geplanten Lockerungen nicht alles \u00fcber einen Kamm zu scheren (<a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/wirtschaft\/corona-krise-so-wollen-schweizer-oekonomen-das-land-vom-lockdown-befreien-ld.1550691\">hier<\/a>). Sie haben den F\u00f6deralismus verstanden. Es sollte st\u00e4rker nach Individuen, Regionen, Branchen und Unternehmen differenziert werden. F\u00fcr Risikogruppen sollten strengere Regeln gelten als f\u00fcr andere Personen. Gelockert werden sollten zuerst (altersabh\u00e4ngig) die staatlichen Restriktionen f\u00fcr junge und nicht vulnerable Individuen. Ebenfalls weniger beschr\u00e4nkt werden sollen Individuen, die bereits infiziert wurden und inzwischen immun gegen das Virus sind. Offizielle Immunit\u00e4tszertifikate, wie sie David Stadelmann vorgeschlagen hat, k\u00f6nnten dabei helfen (<a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=27022\">hier<\/a>). St\u00e4rker differenziert werden m\u00fcsste auch nach Regionen. Corona-Hotspots sind anders zu behandeln als Regionen mit geringer Corona-Intensit\u00e4t. Aber auch Branchen und Unternehmen sind vom Coronavirus ganz unterschiedlich betroffen. Auch in diesem Fall sind differenzierte Restriktionen sinnvoll. Christoph Schaltegger pl\u00e4diert f\u00fcr eine tragf\u00e4hige testbasierte Kanton-Branchen-Matrix f\u00fcr Unternehmen: Harte Lockdowns f\u00fcr Kantone und Branchen mit starker Ausbreitung des Virus, weniger oder keine Restriktionen f\u00fcr solche mit geringer Ansteckungsgefahr (<a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/wirtschaft\/corona-krise-so-wollen-schweizer-oekonomen-das-land-vom-lockdown-befreien-ld.1550691\">hier<\/a>).<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Wie ver\u00e4ndert sich die Wirtschaftsstruktur?<\/strong><\/p>\n<p>Die Coronakrise wird die Welt in eine Rezession st\u00fcrzen. Wie viele andere Krisen wird sie auch wieder verschwinden. Allerdings wird sie tiefe Spuren in der k\u00fcnftigen wirtschaftlichen Entwicklung hinterlassen. Das gilt f\u00fcr Unternehmen und Arbeitnehmer. Es trifft aber auch f\u00fcr den strukturellen Wandel zu. Die Unternehmen haben auf die staatlichen Restriktionen reagiert. Sie haben versucht, die Rationierung des Arbeitsangebotes so klein wie m\u00f6glich zu halten. Wo die Nachfrage nach ihren Produkten noch da war, haben sie auf Homeoffice gesetzt. Dieser Prozess wird sich nicht zur\u00fcckdrehen lassen. Die Arbeitsorganisation wird sich neu aufstellen. K\u00fcnftig wird mehr von zuhause gearbeitet werden. Die Unternehmen haben auch gelernt, dass wenig diversifizierte nationale und internationale Lieferketten in Krisen kostspielig sind. Sie werden ihre Lieferketten k\u00fcnftig st\u00e4rker diversifizieren. Einen beschleunigten Prozess der De-Globalisierung sehe ich allerdings nicht. Der R\u00fcckzug auf nationale Lieferketten ist einerseits nicht machbar, andererseits stellt er ein Klumpenrisiko dar. Die von Politikern geforderte nationale Selbstversorgung ist weder \u00f6konomisch effizient noch mit weniger Risiken behaftet, ganz im Gegenteil.<\/p>\n<p>Es wird bisweilen bef\u00fcrchtet, dass Covid-19 die Produktion im industriellen Sektor grundlegend ver\u00e4ndern k\u00f6nnte (<a href=\"https:\/\/www.project-syndicate.org\/commentary\/covid19-and-robots-drive-manufacturing-reshoring-by-dalia-marin-2020-04\/german\">hier<\/a>). Der Trend existiert seit langem und ist ungebrochen, Unternehmen rationalisieren ihre Produktion. Teurere Arbeit wird durch billigeres Kapital ersetzt. Diese Entwicklung w\u00fcrde verst\u00e4rkt, wenn das Coronavirus internationale Lieferketten besch\u00e4digt. Da scheint nur eines zu helfen, Arbeitskr\u00e4fte durch Roboter zu ersetzen. Tats\u00e4chlich konzentriert sich diese Entwicklung auf Sektoren, die am st\u00e4rksten von der globalen Wertsch\u00f6pfungskette abh\u00e4ngen. Hierzulande sind das die Auto- und Transportzulieferer, die Elektro- und Textilindustrie. Damit wird es wieder m\u00f6glich, einen Teil der Produktion nach Hause zur\u00fcckzuholen. Die Coronakrise k\u00f6nnte diese Entwicklung verst\u00e4rken. Der einfachen Arbeit hierzulande t\u00e4te das nicht gut. Gesetzliche und soziale Mindestl\u00f6hne w\u00fcrden den Trend zu steigender Arbeitslosigkeit unter Geringqualifizierten noch verst\u00e4rken. Tats\u00e4chlich verst\u00e4rkt Covid-19 diese Entwicklung aber nur, wenn es der Medizin nicht gelingt, wirksame Mittel gegen das Coronavirus zu entwickeln. Damit ist nicht zu rechnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/330.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/330.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Mit der Coronakrise wird auch der strukturelle Wandel forciert. Deutschland wird seine riskante inter-sektorale Struktur schneller anpassen. Die Unternehmen des industriellen Sektors, wie der Maschinenbau, die Autobranche und die Chemie, werden die Krise nutzen, ihre Produktion hierzulande z\u00fcgiger zu verringern. Das ist f\u00fcr Output und Besch\u00e4ftigung eine schlechte Nachricht. Vor allem die wirtschaftlich erfolgsverw\u00f6hnten s\u00fcddeutschen Bundesl\u00e4nder werden darunter sehr leiden (<a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=24360\">hier<\/a>). Der Dienstleistungssektor wird auch k\u00fcnftig weiter wachsen. Allerdings k\u00f6nnte das intra-sektoral nicht ohne heftige Friktionen ablaufen. Unbestritten ist, wirtschaftliche Dienstleistungen werden auch k\u00fcnftig weiter zulegen. Was mit den personenbezogenen Dienstleistungen passiert, h\u00e4ngt allerdings vom medizinischen Fortschritt ab. Je schneller es gelingt, einen neuen Impfstoff oder wirksame Medikamente gegen Covid-19 zu entwickeln, desto schneller werden auch Dienstleistungen mit k\u00f6rperlicher Interaktion wieder dynamisch wachsen. Aber auch ohne medizinischen Fortschritt wird die \u201eHerdenimmunit\u00e4t\u201c dem dynamischen Wachstum der personenbezogenen Dienstleistungen l\u00e4ngerfristig keinen wirklichen Abbruch tun. Die Zeit bis dahin muss man mit wirksamen Schutzma\u00dfnahmen \u00fcberbr\u00fccken.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Coronakrise ist nicht durch \u00f6konomisches (Fehl)Verhalten verursacht. Sie l\u00e4sst sich deshalb auch nicht mit \u00f6konomischen Mitteln l\u00f6sen. Das politisch veranlasste gegenw\u00e4rtige \u00f6konomische Koma l\u00e4sst sich nur medizinisch in den Griff bekommen. Die Wirtschaftspolitik hat kaum M\u00f6glichkeiten, die durch den Lockdown eingefrorene Arbeit aufzutauen. Sie kann nur versuchen, die wirtschaftlichen Folgen abzufedern und das auch nur tempor\u00e4r. Der bekannte britische Historiker\u00a0Niall Ferguson hat es k\u00fcrzlich so ausgedr\u00fcckt: &#8222;Eine stillgelegte Wirtschaft l\u00e4sst sich nicht stimulieren \u2013 in einem Auto, dem zwei R\u00e4der fehlen, kann man auch nicht beschleunigen.&#8220; (<a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/feuilleton\/niall-ferguson-coronavirus-politik-und-wirtschaftsdepression-ld.1552561?mktcid=smsh&amp;mktcval=Twitter\">hier<\/a>) Die Bundesregierung versucht dies in einem ersten Schritt mit einem gigantischen, schuldenfinanzierten Hilfsprogramm f\u00fcr Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Damit l\u00e4sst sich aber ein drastischer Einbruch von Output und Besch\u00e4ftigung nicht verhindern. In einem zweiten Schritt wird die Politik versuchen, die staatlichen Restriktionen sukzessive zu lockern. Geht sie zu forsch vor, l\u00e4uft sie aber Gefahr, dass eine neue Welle von Neuinfektionen ausl\u00f6st. Abermalige Beschr\u00e4nkungen w\u00e4ren notwendig. Die \u00f6konomische Misere bliebe bestehen. Wirkliche \u00f6konomische Linderung kann nur die Medizin bringen, mit einem neuen Impfstoff oder wirksamen Medikamenten. Erst dann l\u00f6st sich die Rationierung auf der Angebotsseite auf. Output und Besch\u00e4ftigung nehmen zu, die infizierte Nachfrageseite kommt wieder auf die Beine. Bis dahin schauen wir tagt\u00e4glich weltweit in den wirtschaftlichen Abgrund.<\/p>\n<p><strong>Blog-Beitr\u00e4ge zum Thema:<\/strong><\/p>\n<p>Christoph Weil: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=27083\">Deutschland: Zahl der Neuinfektionen nur beschr\u00e4nkt aussagef\u00e4hig<\/a><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=27059\">Covid-19, Shutdown und Stagflation. <\/a>Droht jetzt auch noch (Hyper)Inflation?<\/p>\n<p>Markus Penatzer: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=27047\">Die Corona-Krise. <\/a>Wirtschaftspolitik soll Seuchenschutzma\u00dfnahmen flankieren<\/p>\n<p>Jan Schnellenbach: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=27003\">Wird alles anders? <\/a>COVID-19 als Ausl\u00f6ser von wirtschaftspolitischen Paradigmenwechseln<\/p>\n<p><span class=\"byline\"><span class=\"author vcard\">Reiner Eichenberger, Rainer Hegselmann und David Stadelmann: <\/span><\/span><a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=27022\">Corona-Immunit\u00e4t als entscheidende Ressource. Der Weg zur\u00fcck in die Normalit\u00e4t<\/a><\/p>\n<p>Hartmut Kliemt: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=27016\">Corona und kein Ende?<\/a><\/p>\n<p><span class=\"byline\"><span class=\"author vcard\">Christoph A. Schaltegger und Michele Salvi:\u00a0<\/span><\/span><a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=26998\">Spare in der Zeit, so hast Du in der Not. Finanzpolitik in Zeiten der Pandemie<\/a><\/p>\n<p>Dieter Smeets: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=26985\">Corona-Todesf\u00e4lle im internationalen Vergleich<\/a><\/p>\n<p>Ulrich van Suntum: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=26963\">\u00dcberschussliquidit\u00e4t der Banken in Corona-Notkredite umwandeln<\/a><\/p>\n<p>Dieter Smeets: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=26952\">Die Corona-Pandemie und ihre (\u00f6konomischen) Folgen<\/a><\/p>\n<p>Marco Wagner: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=26938\">Italien tief in der Corona-Krise<\/a><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=26900\">Seuchen, Stagflation und Staatswirtschaft. <\/a>Wirtschaftspolitik in Zeiten von Corona<\/p>\n<p>Michael Gr\u00f6mling: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=26875\">Corona mutiert zum Globalisierungsschock<\/a><\/p>\n<p>Tim Krieger: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=26805\">Hochschulen in Zeiten des Corona-Virus. Ein Entwicklungsmodell unter Druck<\/a><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bild: engin akyurt on Unsplash \u201eNZZ: Welche langfristigen Folgen wird die Pandemie haben, gesellschaftlich und politisch? Steven Pinker: Darauf habe ich eine klare Antwort: Das &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=27135\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eIst dieses Mal wirklich alles anders? <br \/><font size=3; color=grey>Corona, Angebotsschocks, Lockerungen und Strukturwandel <\/font>\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n<p><!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on wp_trim_excerpt --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on wp_trim_excerpt --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on wp_trim_excerpt --><\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":27145,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3411,2123,33,1219],"tags":[3461,556,3418,3420,3462,156],"class_list":["post-27135","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-infektioeses","category-krankes","category-makrooekonomisches","category-strukturelles-alles","tag-angebotsschock","tag-berthold","tag-corona","tag-covid-19","tag-lockerungen","tag-strukturwandel"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Ist dieses Mal wirklich alles anders? 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