{"id":27402,"date":"2020-05-29T00:12:57","date_gmt":"2020-05-28T23:12:57","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=27402"},"modified":"2020-05-29T06:14:58","modified_gmt":"2020-05-29T05:14:58","slug":"gastbeitrag-wie-verhaeltnismaessig-ist-die-ezb-geldpolitik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=27402","title":{"rendered":"<font size=3; color=grey>Gastbeitrag <\/font><br\/>Wie verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig ist die EZB-Geldpolitik?"},"content":{"rendered":"<p><em>Das Bundesverfassungsgericht fordert, dass die EZB die Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit ihrer Politik \u00fcberpr\u00fcft und nachweist. Dabei w\u00fcrde eine solche Pr\u00fcfung des PSPP-Programms keinesfalls so eindeutig ausfallen, wie die EZB dies suggeriert. Denn die massiven Anleihenk\u00e4ufe der EZB haben nach ihrern eigenen Studien die Inflationsrate bisher nur geringf\u00fcgig erh\u00f6ht, und ihre eigenen Studien und die anderer Institutionen deuten teilweise auf betr\u00e4chtliche Nebenwirkungen.<\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>EZB h\u00e4lt Ma\u00dfnahmen f\u00fcr verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig &#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Nach dem BVerfG-Urteil zum EZB-Anleihenkaufprogramm will die EZB den Eindruck vermeiden, sie lasse sich von einem nationalen Gericht die Richtung diktieren. Sie f\u00fcrchtet um ihre Unabh\u00e4ngigkeit. Und es geht ihr in der aktuellen Situation vermutlich nicht nur um das PSPP-Kaufprogramm, sondern sie m\u00f6chte auch verhindern, dass ihr Handlungsspielraum im Kampf gegen die Corona-Krise eingeengt wird \u2013 sie also ihr Notfallkaufprogramm PEPP einschr\u00e4nken muss.<\/p>\n<p><em>Inhaltlich<\/em> hat die EZB aber mit der vom BVerfG geforderten Pr\u00fcfung offenbar kein Problem. <a href=\"https:\/\/www.ecb.europa.eu\/press\/inter\/date\/2020\/html\/ecb.in200514~1caa752821.de.html\">Schlie\u00dflich betonte sie<\/a>, sie habe ausgiebig \u00fcber potenzielle Nebenwirkungen des Staatsanleihekaufprogramms referiert. Es habe EZB-Ver\u00f6ffentlichungen dazu und regelm\u00e4\u00dfigen Austausch mit Parlamentariern gegeben. Die Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit sei ausf\u00fchrlich diskutiert worden und zwar auch mit dem Europ\u00e4ischen Gerichtshof im Zuge seiner Entscheidung \u00fcber das PSPP-Programm.<\/p>\n<p>Folglich widerspricht die EZB einerseits dem EuGH-Urteil, demzufolge eine Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeitspr\u00fcfung nicht n\u00f6tig ist. Andererseits widerspricht sie auch die Auffassung des BVerfG, eine Abw\u00e4gung der Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit sei &#8222;weder zu Beginn des Programms noch zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt erfolgt&#8220;.<\/p>\n<p><strong>&#8230; aber stimmt das?<\/strong><\/p>\n<p>Dabei ist es keineswegs so, dass die EZB die Wirkungen und Nebenwirkungen des PSPP nicht analysiert hat. Allerdings machte sie bei der Entscheidung \u00fcber die Staatsanleihenk\u00e4ufe Anfang 2015 keine Anmerkungen zu unerw\u00fcnschten Nebenwirkungen. Zudem ergeben die danach publizierten Studien kein so klares Bild in Hinblick auf die Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit der Ma\u00dfnahmen wie von der EZB postuliert.<\/p>\n<p>Ein Problem ist, dass bei vielen Analysen die Wirkung der expansiven Geldpolitik insgesamt untersucht wird, und nicht die von einzelnen Ma\u00dfnahmen wie des PSPP, sodass letztlich die Wirkung der Staatsanleihenk\u00e4ufe im Speziellen unklar bleibt. Zudem sind bei einer Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeitspr\u00fcfung stets nicht nur die beiden Extremszenarien &#8222;keine&#8220; oder &#8222;alle&#8220; Anleihenk\u00e4ufe zu untersuchen, sondern auch Zwischenl\u00f6sungen, da die Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit nat\u00fcrlich immer von der Dauer und vom Umfang einer Ma\u00dfnahme abh\u00e4ngt. Schlie\u00dflich hat die EZB selber immer wieder betont, dass die negativen Nebenwirkungen einer sehr expansiven Geldpolitik mit deren Dauer zunehmen w\u00fcrden.<\/p>\n<p><strong>Geringer Effekt auf Inflation<\/strong><\/p>\n<p>Alleiniges Ziel der Anleihenk\u00e4ufe ist es nach Angaben der EZB, die Inflationsrate im Euroraum dauerhaft auf knapp 2% zu erh\u00f6hen. Lange Zeit hat die Notenbank ihre Sch\u00e4tzungen \u00fcber die Wirkung ihrer expansiven Geldpolitik auf die Inflation nicht sehr detailliert ver\u00f6ffentlicht, sondern zum Beispiel nur auf Nachfrage in ihren Pressekonferenzen. Zudem bezogen sich diese Sch\u00e4tzungen auf alle EZB-Ma\u00dfnahmen zusammen und nicht nur auf das PSPP. Das hat sich erst 2019 ge\u00e4ndert. EZB-Chefvolkswirt Lane nahm wiederholt Bezug auf eine Studie, in der die Wirkung einzelner Ma\u00dfnahmen auf die Inflation separat gesch\u00e4tzt wurde. Obwohl Lane immer wieder die positive Wirkung der EZB-Ma\u00dfnahmen insgesamt hervorhob, hielten sich die Effekte nach diesen Untersuchungen doch sehr in Grenzen. So w\u00e4re nach den Sch\u00e4tzungen der EZB die Inflationsrate auch ohne die Anleihenk\u00e4ufe von etwa 0% im Jahr 2016 auf Werte merklich \u00fcber 1% in den Folgejahren gestiegen. 2017 h\u00e4tte die Rate ohne Anleihek\u00e4ufe statt 1,5% 1,3% betragen, 2018 1,6% statt 1,8% (Abbildung 1). Da hier die Wirkung aller Anleihenk\u00e4ufe insgesamt gesch\u00e4tzt wurde, d\u00fcrfte die Wirkung des PSPP sogar noch etwas darunter liegen.<\/p>\n<p>Eine erst vor wenigen Tagen ver\u00f6ffentlichte Studie der Bundesbank best\u00e4tigt diese Ergebnisse. Diese Studie sch\u00e4tzt die Wirkungen des erweiterten Ankaufprogramms (K\u00e4ufe von Staatsanleihen und privaten Anleihen zusammen) auf das reale Bruttoinlandsprodukt, die Verbraucherpreise und die Buchkredite an nichtfinanzielle Unternehmen in den vier gr\u00f6\u00dften Mitgliedsl\u00e4ndern des Euroraums (Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien). Die Auswirkungen auf die Inflation sind laut Bundesbank im Allgemeinen schw\u00e4cher als auf das Realwachstum, und ab 2017 gebe es kaum Anzeichen f\u00fcr positive Effekte auf die Inflation . Einen statistisch signifikanten Effekt konnten die Autoren lediglich f\u00fcr das Jahr 2015 und nur f\u00fcr Deutschland und Spanien nachweisen.<\/p>\n<p>Insgesamt muss sich die EZB aufgrund der Ergebnisse ihrer eigenen Untersuchungen die Frage gefallen lassen, ob sich der Ertrag des PSPPs angesichts seines enormen Umfangs \u00fcberhaupt lohnt \u2013 zumal m\u00f6gliche Nebenwirkungen der K\u00e4ufe noch gar nicht ber\u00fccksichtigt wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/361.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/361.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p><strong>EZB h\u00e4lt bisher Nebenwirkungen f\u00fcr begrenzt<\/strong><\/p>\n<p>Auf diese Nebenwirkungen ihrer expansiven Geldpolitik ist die EZB in vielen einzelnen Kommentaren und Analysen eingegangen. So hat EZB-Direktoriumsmitglied Schnabel in einer erst Mitte Februar gehaltenen <a href=\"https:\/\/www.ecb.europa.eu\/press\/key\/date\/2020\/html\/ecb.sp200211_1~b439a2f4a0.de.html\">Rede<\/a> die drei am meisten diskutierten Nebenwirkungen analysiert:<\/p>\n<ul>\n<li>die Auswirkungen der Geldpolitik auf die Einkommens- und Verm\u00f6gensverteilung und die vermeintliche \u201eEnteignung\u201c des (deutschen) Sparers;<\/li>\n<li>die Auswirkungen auf die Unternehmenslandschaft und die angebliche Entstehung sogenannter \u201eZombie-Firmen\u201c;<\/li>\n<li>die Auswirkungen auf die Finanzstabilit\u00e4t, vor allem auf die Verm\u00f6genspreise.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Schnabel betonte, &#8222;dass viele der h\u00e4ufig ge\u00e4u\u00dferten Bef\u00fcrchtungen auf Halbwahrheiten und falschen Narrativen beruhen. Die \u00fcberzogene Kritik an der EZB ist gef\u00e4hrlich, weil sie nicht nur das Vertrauen in die gemeinsame Geldpolitik bedroht, sondern auch den Zusammenhalt in Europa.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Ernste Risiken f\u00fcr die Finanzstabilit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>Unter den Nebenwirkungen sieht Frau Schnabel die gr\u00f6\u00dfte Gefahr darin, dass eine sehr expansive Geldpolitik zu Risiken f\u00fcr die Finanzstabilit\u00e4t f\u00fchrt. Diese Gefahr sei &#8222;sehr ernst zu nehmen&#8220;. Denn es sei gerade ein Ziel der gegenw\u00e4rtigen Geldpolitik, die Risikobereitschaft von Investoren wiederzubeleben, um damit Wachstum und Investitionen zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Eine <a href=\"https:\/\/blocnotesdeleco.banque-france.fr\/en\/blog-entry\/making-complexity-easy-ecbs-art-communication\">Studie der franz\u00f6sischen Notenbank<\/a> best\u00e4tigt mithilfe einer empirischen Analyse, dass die EZB die Risikobereitschaft tats\u00e4chlich erh\u00f6ht hat. Besonders stark sei der Effekt von Ank\u00fcndigungen der EZB zu den Anleihek\u00e4ufen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig warnt die EZB in ihrem im November 2019[<a href=\"https:\/\/commerzbank.bluematrix.com\/sellside\/EmailDocViewer?encrypt=abc87d37-7e0c-4276-8fc9-fa5ad7a32b74&amp;mime=html&amp;co=commerzbank&amp;id=norbert.berthold@uni-wuerzburg.de&amp;source=mail#FN1\">1<\/a>] ver\u00f6ffentlichten <a href=\"https:\/\/www.ecb.europa.eu\/pub\/financial-stability\/fsr\/html\/ecb.fsr201911~facad0251f.en.html#toc1\">Finanzstabilit\u00e4tsbericht<\/a> vor vier zentralen Risiken f\u00fcr die Finanzstabilit\u00e4t:<\/p>\n<ul>\n<li>erh\u00f6hte Risikobereitschaft von Nicht-Banken,<\/li>\n<li>Potenzial f\u00fcr zuk\u00fcnftige Korrekturen der Verm\u00f6genspreise,<\/li>\n<li>anhaltende Bedenken hinsichtlich der Schuldentragf\u00e4higkeit,<\/li>\n<li>wachsende Herausforderungen f\u00fcr die Rentabilit\u00e4t von Banken.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Obwohl die EZB bisher keine Anzeichen f\u00fcr breit angelegte Verm\u00f6genspreisblasen erkennt, liegt der Zusammenhang zwischen der sehr expansiven Geldpolitik und den langfristigen Finanzstabilit\u00e4tsrisiken somit auch nach EZB-Aussagen klar auf der Hand. F\u00fcr die Beseitigung der Risiken erkl\u00e4rt sich die EZB allerdings schlicht f\u00fcr nicht zust\u00e4ndig. Laut Frau Schnabel ist es &#8222;Aufgabe der makroprudenziellen Aufsicht, die Entwicklung der Kreditvergabe und Verschuldung zu beobachten und gegebenenfalls Ma\u00dfnahmen zu ergreifen, um das Kreditwachstum zu bremsen.&#8220; Zudem sei es &#8222;Aufgabe der Politik, die Problematik hoher Staatsschulden anzugehen, nicht diejenige der EZB&#8220;.<\/p>\n<p><strong>Geldpolitik und Zombies<\/strong><\/p>\n<p>Nicht eindeutig ist die Antwort der EZB auf die Frage, ob sie mit ihren Staatsanleihenk\u00e4ufen das Entstehen von \u201eZombie-Firmen\u201c beg\u00fcnstigt hat \u2013 also von Firmen, deren Profitabilit\u00e4t so gering ist, dass sie bei h\u00f6heren Zinsen nicht \u00fcberlebensf\u00e4hig w\u00e4ren.<\/p>\n<p>EZB-Direktoriumsmitglied Schnabel betont, Zombie-Unternehmen seien eher eine Folge von schwachen Banken. So zeigten <a href=\"https:\/\/www.ecb.europa.eu\/pub\/pdf\/scpwps\/ecb.wp2240~61e2d9dfec.en.pdf\">Untersuchungen der EZB<\/a>, dass schwache Banken eher geneigt sind, risikoreiche Kredite an schwache Unternehmen zu vergeben. Eine Fortsetzung der Reformen im Bankensektor sei deswegen wichtiger als der Einfluss der Geldpolitik.<\/p>\n<p>Dem widerspricht eine <a href=\"https:\/\/www.bis.org\/publ\/qtrpdf\/r_qt1809g.pdf\">empirische Studie der BIZ<\/a>, nach der Zombie-Unternehmen nicht nur durch schwache Banken zu erkl\u00e4ren sind. Anhand von Firmendaten \u00fcber b\u00f6rsennotierte Unternehmen in 14 fortgeschrittenen Volkswirtschaften dokumentieren die Autoren einen sprunghaften Anstieg der Anzahl von Zombie-Unternehmen seit Ende der 80er Jahre. Die Analyse deutet darauf hin, dass dieser Anstieg mit einem verringerten finanziellen Druck verbunden ist, was wiederum zum Teil auf niedrigere Zinsen zur\u00fcckzuf\u00fchren sei.<\/p>\n<p>Diese <a href=\"https:\/\/www.ecb.europa.eu\/press\/key\/date\/2017\/html\/ecb.sp171206.de.html\">Ansicht hatte EZB-Direktoriumsmitglied Mersch<\/a> schon Ende 2017 vertreten, also deutlich vor der Ver\u00f6ffentlichung der BIZ-Studie. Durch die Senkung der Zinsen f\u00fcr alle Unternehmen lasse die Geldpolitik laut Mersch indirekt zu, dass ineffiziente Firmen sich \u00fcber Wasser halten k\u00f6nnen. Somit k\u00f6nnten wirtschaftliche Abschw\u00fcnge weniger leicht eine produktivit\u00e4tssteigernde \u201esch\u00f6pferische Zerst\u00f6rung\u201c herbeif\u00fchren, also dass ineffiziente Firmen verdr\u00e4ngt und somit Ressourcen frei werden, die dann in effizienteren Unternehmen zur Steigerung der Gesamtproduktivit\u00e4t beitragen. Tats\u00e4chlich gebe es laut Mersch Belege daf\u00fcr, dass die sch\u00f6pferische Zerst\u00f6rung w\u00e4hrend der durch die Finanzkrise ausgel\u00f6sten tiefen Rezession weniger stark ausgepr\u00e4gt war als in fr\u00fcheren (und nicht so massiven) Abschwungphasen und dass Zombiefirmen in einigen L\u00e4ndern des Euroraums das Produktivit\u00e4tswachstum gebremst haben.<\/p>\n<p><strong>Keine Enteignung der Sparer<\/strong><\/p>\n<p>Die These von der Enteignung der Sparer durch die expansive Geldpolitik weist die EZB klar zur\u00fcck. Da dieser Vorwurf vor allen Dingen in Deutschland laut wird, hat sich EZB-Direktoriumsmitglied Schnabel in ihren Ausf\u00fchrungen haupts\u00e4chlich auf dieses Land konzentriert.<\/p>\n<p>Laut Schnabel z\u00e4hlen am Ende f\u00fcr den Sparer die Realzinsen, also die Zinsertr\u00e4ge abz\u00fcglich der Inflation. Es sei zu wenig bekannt, dass die mittlere reale Verzinsung f\u00fcr Spar- und Sichteinlagen in Deutschland seit der Einf\u00fchrung des Euros in etwa dem Durchschnitt der 24 Jahre davor entspricht.<\/p>\n<p>Zudem bestehe Deutschland nicht nur aus Sparern, sondern zum Beispiel auch aus Kreditnehmern und Arbeitnehmern. Unterscheide man nach Einkommensgruppen, so sehe man, dass die Mittelschicht, in der sich die meisten Kreditnehmer befinden, der Gewinner der Niedrigzinspolitik ist. Die Eine empirische Studie von EZB-\u00d6konomen w\u00fcrde zudem zeigen, dass vor allem \u00e4rmere Einkommensschichten von den geldpolitischen Ma\u00dfnahmen profitiert haben, da siebesonders von der niedrigeren Arbeitslosigkeit profitiert haben.<\/p>\n<p><strong>Unterm Strich bleiben Zweifel<\/strong><\/p>\n<p>Insgesamt bleiben damit selbst auf der Grundlage von Studien der EZB Zweifel an der Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit der Anleihenk\u00e4ufe. So ist ihnen zufolge der Effekt auf die Inflationsrate allenfalls verhalten, und auch nach den Analysen der Notenbank ergeben sich aus den Anleihek\u00e4ufen langfristig gro\u00dfe Risiken f\u00fcr die Finanzstabilit\u00e4t, f\u00fcr deren Bek\u00e4mpfung sich die EZB jedoch offenbar nicht zust\u00e4ndig sieht. Die Forderung des Bundesverfassungsgerichts nach einer Pr\u00fcfung der Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit ist also keineswegs abwegig.<\/p>\n<p>&#8212; &#8212; &#8212;<\/p>\n<p>[1] Vor wenigen Tagen hatte die EZB ihren aktuellen Finanzstabilit\u00e4tsbericht ver\u00f6ffentlicht, dessen Schwerpunkt auf der Beschreibung der Risiken durch die Corona-Krise f\u00fcr die Finanzstabilit\u00e4t in Europa liegt. Da wir hier aber die Wirkung des PSPP auf die Finanzstabilit\u00e4t untersuchen, erscheint uns der Bericht von November 2019 als besser geeignet.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Bundesverfassungsgericht fordert, dass die EZB die Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit ihrer Politik \u00fcberpr\u00fcft und nachweist. Dabei w\u00fcrde eine solche Pr\u00fcfung des PSPP-Programms keinesfalls so eindeutig ausfallen, wie &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=27402\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201e<font size=3; color=grey>Gastbeitrag <\/font><br \/>Wie verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig ist die EZB-Geldpolitik?\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n<p><!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on wp_trim_excerpt --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on wp_trim_excerpt --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on wp_trim_excerpt --><\/p>\n","protected":false},"author":333,"featured_media":27410,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8,10,12],"tags":[357,121,196,3512],"class_list":["post-27402","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-europaisches","category-fiskalisches","category-monetares","tag-bverfg","tag-ezb","tag-geldpolitik","tag-pspp"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Gastbeitrag Wie verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig ist die EZB-Geldpolitik? - Wirtschaftliche Freiheit<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=27402\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Gastbeitrag Wie verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig ist die EZB-Geldpolitik? - Wirtschaftliche Freiheit\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Das Bundesverfassungsgericht fordert, dass die EZB die Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit ihrer Politik \u00fcberpr\u00fcft und nachweist. 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