{"id":27847,"date":"2020-08-29T00:01:38","date_gmt":"2020-08-28T23:01:38","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=27847"},"modified":"2020-10-11T08:08:08","modified_gmt":"2020-10-11T07:08:08","slug":"corona-schock-wumms-oekonomie-und-zombie-wirtschaft-ist-deutschland-auf-dem-weg-in-die-staatswirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=27847","title":{"rendered":"Corona-Schock, Wumms-\u00d6konomie und Zombie-Wirtschaft <br\/><font size=3; color=grey>Deutschland auf dem Weg in die Staatswirtschaft? <\/font>"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><em>&#8222;Isch schei\u00df disch sowatt von zu mit meinem Jeld, dat de keine ruhije Minute mehr hass.&#8220; <\/em>(Heinrich Haffenloher (Mario Adorf) in \u201eKir Royal&#8220;)<\/p><\/blockquote>\n<p>Covid-19 h\u00e4lt die Welt in Atem, medizinisch und \u00f6konomisch. Ein schnelles Ende der Seuche ist nicht in Sicht. Das verunsichert die Menschen weltweit. In Zeiten von Krisen suchen sie mehr Sicherheit. Wirksame Hilfe erhoffen sie sich vom Staat. Er soll die Unsicherheiten verringern. Wirtschaftlich soll er Arbeitspl\u00e4tze erhalten, medizinisch die Seuche eind\u00e4mmen. Vom Markt erwarten die B\u00fcrger wenig. Das ist erstaunlich. Letztlich kann nur der Markt wirklich helfen. Das gilt f\u00fcr die Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten. Es trifft aber auch f\u00fcr den wirtschaftlich sinnvollen Umgang mit der Seuche zu. Nur Innovationen &#8211; \u00f6konomische und medizinische &#8211; k\u00f6nnen den Menschen helfen, mit der Seuche zu leben. Die entstehen im Wettbewerb und nicht in der Staatswirtschaft. Das alles wird in den Hintergrund gedr\u00e4ngt. Staatliche Aktivit\u00e4ten dominieren. Und die Politik kleckert nicht, sie klotzt. Gigantische monet\u00e4re und fiskalische Rettungsschirme bestimmen die wirtschaftliche Szene. Nur mit einem m\u00e4chtigen \u201eWumms\u201c sei der Krise zu entkommen. Das posaunen uns die politischen Entscheidungstr\u00e4ger aller Parteien ins Ohr.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Covid-19 ist ein Angebotsschock<\/strong><\/p>\n<p>Keine Krise ist wie die andere. Jede hat ein eigenes Profil. Die Ursachen sind vielf\u00e4ltig. Medikamente, die in der einen Krise anschlagen, wirken in der anderen nicht. Die Corona-Krise ist anders als die Finanzkrise. In der \u201eGro\u00dfen Rezession\u201c war der Finanzsektor die Ursache des \u00dcbels. Er produzierte einen gesamtwirtschaftlichen Nachfrageschock. Die expansive (monet\u00e4re und fiskalische) Nachfragepolitik war tempor\u00e4r das richtige, konjunkturpolitische Medikament. In Deutschland wurde sie durch den intensiven Einsatz der Kurzarbeit verst\u00e4rkt. In der Corona-Krise ist alles anders. Es ist eine Krise des realen Sektors, (noch) nicht des finanziellen. Die Ursachen liegen origin\u00e4r auf der Angebotsseite. Mit der Seuche rissen internationale Lieferketten. Das Virus verringerte das Arbeitsangebot. Staatliche Regulierungen verhinderten die Produktion. Die gesamtwirtschaftliche Produktivit\u00e4t sank. Branchen, Regionen und Betriebe leiden, allerdings unterschiedlich. Mit der Schw\u00e4che des Angebotes infizierte sich auch die Nachfrage. Sie ist aber nicht die Ursache der Probleme.<\/p>\n<p>Was bei einem Angebotsschock zu tun ist, liegt auf der Hand. Die Produktion muss wieder m\u00f6glich werden und sie muss kosteng\u00fcnstiger sein. H\u00e4lt die Politik daran fest, die \u00d6konomie weiter einzufrieren, gibt es keine Reparatur der Angebotsseite. Erst wenn medizinische Lockerungen zugelassen werden, taut die \u00d6konomie auf. Es kommt dann darauf an, die seuchenbedingten Verluste an Produktivit\u00e4t so gut es geht zu kompensieren. Der Weg ist vorgezeichnet: Die Produktion muss entweder besser oder billiger werden. Dabei ist der \u201eBesser-Weg\u201c, in Real- und Humankapital und technischen Fortschritt zu investieren, kurzfristig nicht gangbar. Die Anreize zu investieren, sind eher gering. Die Investitionen sind kaum zu finanzieren. Vor allem aber kommen sie zu sp\u00e4t. Sofortige produktive Hilfe kommt allenfalls von pfiffigen Hygienekonzepten, die eine (teilweise) Produktion wieder erm\u00f6glichen, ohne die Gesundheit gro\u00dffl\u00e4chig aufs Spiel zu setzen. Auch mehr Home-Offices, wo es technisch m\u00f6glich ist, geh\u00f6rt dazu. Unternehmer und Arbeitnehmer sind findig, Wirtschaft und Gesundheit besser unter einen Hut zu bringen. Nur: Man muss sie auch lassen.<\/p>\n<p>Soll ein Verlust von Arbeitspl\u00e4tzen vermieden werden, m\u00fcssen die seuchenbedingten Verluste an Produktivit\u00e4t auf der Kostenseite kompensiert werden. Der \u201eBilliger-Weg\u201c kann \u00fcber sinkende Kosten f\u00fcr Arbeit, Kredite und Vorleistungen beschritten werden. Die schon seit der Finanzkrise anhaltende Nullzinspolitik der EZB schr\u00e4nkt den Spielraum \u00fcber weiter sinkende Kreditkosten stark ein. Auch diskretion\u00e4r r\u00fcckl\u00e4ufige Kosten f\u00fcr Vorleistungen sind wenig wahrscheinlich. Dem steht der weltweite Trend zu mehr Protektionismus entgegen. Was letztlich bleibt, sind m\u00f6gliche Entlastungen bei den Lohnkosten. Sie sind der gr\u00f6\u00dfte Kostenblock und grunds\u00e4tzlich variabel. Es ist Aufgabe der Tarifvertragsparteien, sich \u00fcber L\u00f6hne und Tarife zu verst\u00e4ndigen. Trotz der Produktivit\u00e4tsverluste sind sinkende L\u00f6hne aber undenkbar. Ein weiteres Problem kommt dazu. Branchen und Betriebe werden von den Corona-bedingten Lasten unterschiedlich betroffen. Manchen, wie dem Gastgewerbe, der Flugindustrie, dem Tourismusgewerbe und der Event-Branche, stehen einschneidene Stukturbereinigungen bevor. Andere, wie der Versandhandel, die Gesundheitsbranche, die Software-Industrie, die IT-Dienstleistungen und die Pharmabranche, stehen auf der Gewinnerseite der Corona-Krise. Aber auch in den Branchen sind die Unterschiede, die Corona produziert, teilweise erheblich. Eine \u00f6konomisch sinnvolle L\u00f6sung muss verst\u00e4rkt auf betriebliche L\u00f6sungen setzen. Betriebliche B\u00fcndnisse f\u00fcr Arbeit sind das Gebot der Stunde (<a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=26711\">hier<\/a>). Das ist allerdings nach wie vor nicht im Organisationsinteresse von Arbeitgeberverb\u00e4nden und Gewerkschaften.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>\u201eWumms\u201c-Politik ist altes Denken<\/strong><\/p>\n<p>Die politische Reaktion auf die Corona-Seuche verl\u00e4uft anders. Die Lasten des staatlichen Lockdowns werden nicht \u00fcber h\u00f6here Produktivit\u00e4ten (\u201ebesser\u201c) oder Lohneinbu\u00dfen (\u201ebilliger\u201c) getragen. Sie werden vor allem staatlich (kredit)finanziert und auf k\u00fcnftige Generationen verlagert. Es wurde ein gigantisches Rettungspaket aufgelegt. Ausgaben des Bundes in H\u00f6he von 353,3 Mrd. Euro k\u00f6nnen haushaltswirksam werden, 819,7 Mrd. Euro an Garantien sind geplant. Erste Sch\u00e4tzungen ergeben noch einmal rund 90 Mrd. Euro, die sich die Bundesl\u00e4nder von ihren Parlamenten haben genehmigen lassen. Weitere 26 Mrd. Euro kommen aus den Reserven der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit, die vor allem f\u00fcr Kurzarbeit ausgegeben werden. F\u00fcr die Ausgabenorgie plant allein der Bund rund 156 Mrd. Euro an Krediten (<a href=\"https:\/\/www.bundesfinanzministerium.de\/Content\/DE\/Standardartikel\/Themen\/Schlaglichter\/Corona-Schutzschild\/2020-03-13-Milliarden-Schutzschild-fuer-Deutschland.html\">hier<\/a>). Wieviel die Bundesl\u00e4nder an Krediten aufnehmen m\u00fcssen, ist noch unklar. Alles in allem reichen die staatlichen Mehrausgaben mehr als aus, alle prognostizierten Einnahmeausf\u00e4lle von Unternehmen und Privathaushalten zu ersetzen (<a href=\"https:\/\/www.oekonomenstimme.org\/artikel\/2020\/07\/deutschlands-corona-rettungspakete-sind-ueberdimensioniert\/\">hier<\/a>).<\/p>\n<p>Die \u201eWumms\u201c-Politik des Bundes und der L\u00e4nder ist nicht ohne Probleme. Sie hat zweifellos dazu beigetragen, die Einkommensausf\u00e4lle nach dem staatlichen Lockdown per Saldo zu kompensieren. Allerdings fielen auch einige durch das fiskalische Raster. Das galt f\u00fcr Branchen, Unternehmen und Haushalte. Andere haben wiederum von Verschiebungen der Nachfrage durch den Lockdown aber auch von erheblichen Mitnahmeeffekten profitiert. Der Politik ging es vor allem darum, die gesamtwirtschaftliche Nachfrage zu stabilisieren. Das ist nur teilweise gelungen. Die makro\u00f6konomische Nachfragepolitik hat in Zeiten von Corona-bedingten Angebotsschocks zwei Achillesfersen: Zum einen sind die Multiplikatoren staatlicher kreditfinanzierter Ausgaben gering. Sie liegen auch in der Corona-Krise bei Werten deutlich unter eins. Zum anderen gleicht makro-\u00f6konomische Nachfragepolitik in einer Welt heterogener Branchen einer Akupunktur mit der Gabel. Notwendig w\u00e4re eine sektorspezifische Nachfragepolitik. Davon ist aber abzuraten. Sie hat vor allem mit der (industriepolitischen) Anma\u00dfung von Wissen zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Die \u201eWumms\u201c-Politik hat in der Corona-Krise ein grundlegendes Problem. Eine ursachenad\u00e4quate Reaktion muss auf der Angebotsseite ansetzen. Die prim\u00e4r nachfragepolitischen Aktivit\u00e4ten des Corona-Rettungsschirmes, etwa die tempor\u00e4re Senkung der Mehrwertsteuer, kurieren aber allenfalls an Symptomen. Damit lassen sich die angebotsseitigen Probleme nicht l\u00f6sen. Es l\u00e4sst sich allenfalls Zeit kaufen (\u201ekicking the can down the road\u201c), um die besch\u00e4digte Angebotsseite zu reparieren. Medizinisch hofft man auf einen Impfstoff und\/oder wirksame Medikamente. Wirtschaftlich sind Strukturreformen notwendig, um Wachstum zu erzeugen. Der direkte Einfluss der Politik auf die Virus-Medizin ist sehr begrenzt. Es bleibt nur die wirtschaftliche Reparatur. Je mehr Zeit sich allerdings die Wirtschaftspolitik l\u00e4sst, die Wachstumskr\u00e4fte zu st\u00e4rken, desto wahrscheinlicher wird es, dass die nachfragepolitische Medizin gravierende Risiken und Nebenwirkungen zeitigt. Dabei ist die Gefahr der Stagflation mittelfristig mit Abstand die gr\u00f6\u00dfte (<a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=27059\">hier<\/a>). Der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit bleibt erfolglos, die Inflation lebt wieder auf.<\/p>\n<p>Die Politik denkt allerdings erst in zweiter Linie daran, die Angebotsseite zu reparieren. Sie verschleiert die strukturellen Probleme, die schon l\u00e4nger existieren, durch Corona aber verst\u00e4rkt wurden. Mit der tempor\u00e4ren Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis zum 30. September 2020 und der geplanten Verl\u00e4ngerung bis Ende des Jahres 2020 h\u00e4lt sie unvermeidliche Konkurse k\u00fcnstlich unter der Decke. Ein verbessertes Kurzarbeitergeld \u2013 laxere Kriterien der Gew\u00e4hrung, l\u00e4ngerer Bezug und progressiv h\u00f6here Leistungen \u2013 und die \u00dcbernahme der Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge konservieren \u00fcberkommene wirtschaftliche Strukturen und verlangsamen den unvermeidlichen strukturellen Wandel. Die beschlossene weitere Verl\u00e4ngerung verst\u00e4rkt diese Entwicklung. Die Zahl der Zombie-Unternehmen wird weiter steigen, Ressourcen werden verschwendet. Damit wird eine Entwicklung intensiviert (<a href=\"https:\/\/www.bis.org\/publ\/qtrpdf\/r_qt1809g.htm\">hier<\/a>), die durch die expansive Politik der EZB schon seit l\u00e4ngerem beg\u00fcnstigt wird. Das alles behindert den unvermeidlichen Strukturwandel, m\u00f6gliche Produktivit\u00e4tserh\u00f6hungen unterbleiben, sklerotische Entwicklungen werden beg\u00fcnstigt, wirtschaftliches Wachstum wird verringert, k\u00fcnftige Generationen werden belastet.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Wege aus der Zombie-Wirtschaft<\/strong><\/p>\n<p>Nur wenn das Corona-Virus umgehend verschw\u00e4nde, bliebe uns die Zombie-Wirtschaft erspart. Dieser Fall wird wohl eher nicht eintreten. Das Virus ist gekommen, wie viele Viren vor ihm, um zu bleiben. Die Hoffnung, bald einen wirksamen Impfstoff und\/oder heilende Medikamente zu haben, k\u00f6nnte tr\u00fcgen. Der intensive Wettbewerb unter den Pharmaherstellern weltweit erh\u00f6ht zwar die Chance auf substantielle Fortschritte bei Impfstoffen und Medikamenten. Es spricht aber vieles daf\u00fcr, dass wir mit dem Virus auf absehbare Zeit leben m\u00fcssen. Wirklich viel dagegen tun, k\u00f6nnen wir gegenw\u00e4rtig nicht. Hygieneregeln strikt einzuhalten kann zumindest helfen, die Neuinfektionen in Grenzen zu halten. Wir werden aber lernen (m\u00fcssen), mit dem Virus umzugehen. Mehr Wissen \u00fcber das Virus wird zu innovativen Vorschl\u00e4gen im Kampf gegen die Seuche f\u00fchren. Ein wirtschaftlicher Lockdown, der das ganze Land lahmlegt, war keine sinnvolle Reaktion und wird es auch k\u00fcnftig nicht sein. Lokal und regional differenzierte Antworten helfen, von den Besten zu lernen. Das ist medizinisch effizienter und \u00f6konomische kosteng\u00fcnstiger. Gabriel Felbermayr und J\u00fcrgen Stehn formulieren es so: &#8222;Aus Effizienzgr\u00fcnden spricht daher vieles daf\u00fcr, das \u201eK\u00f6nigreich\u201c bundeseinheitlicher Verordnungen gegen einen Flickenteppich aus kunterbunten regionalen Ma\u00dfnahmen einzutauschen.&#8220; (<a href=\"https:\/\/www.wirtschaftsdienst.eu\/inhalt\/jahr\/2020\/heft\/5\/beitrag\/corona-krise-koenigreich-fuer-einen-flickenteppich.html\">hier<\/a>)<\/p>\n<p>Die Kr\u00e4fte des Wettbewerbs auf weltweiten Pharmam\u00e4rkten und mehr wettbewerblicher F\u00f6deralismus im Kampf gegen Corona helfen medizinisch gegen den seuchenverursachten gegenw\u00e4rtigen Angebotsschock. Aber auch die \u00f6konomischen Reaktionen auf die Corona-bedingten Produktivit\u00e4tsverluste k\u00f6nnten effizienter werden, wenn auf den \u00f6konomischen M\u00e4rkten verst\u00e4rkt auf Wettbewerb gesetzt w\u00fcrde. Ein intensiver Wettbewerb zwischen Unternehmen schafft Anreize zu besseren, billigeren und schnelleren unternehmensinternen L\u00f6sungen. Er tr\u00e4gt aber auch dazu bei, den Branchen-Mix einer Volkswirtschaft den neuen Corona-bedingten Gegebenheiten anzupassen. Wer mehr Wettbewerb will, muss allerdings die G\u00fcter- und Faktorm\u00e4rkte st\u00e4rker \u00f6ffnen. Alles was intern diesen Prozess hemmt, wie Subventionen, Regulierungen und B\u00fcrokratie, sollte abgebaut werden. Extern sollte alles daran gesetzt werden, protektionistische Tendenzen weltweit zu brechen. Das ist der Gegenentwurf zu wirtschaftspolitischen Aktivit\u00e4ten, die Unternehmen und Branchen auf Teufel komm raus mit monet\u00e4ren und fiskalischen Mitteln retten wollen und protektionistische Tendenzen \u00e0 la Trump und Konsorten forcieren.<\/p>\n<p>Die Politik ist in einem Dilemma. Es droht der millionenfache Verlust an Arbeitspl\u00e4tzen. Die Politik versucht, diese angebotsseitige Entwicklung aufzuhalten. Dabei operiert sie vor allem mit den Mitteln der Nachfragepolitik. Sie \u201eschei\u00dft\u201c die Unternehmen mit Geld zu. Das kann nicht gut gehen. Die Anreize der Unternehmen, mit eigenen neuen Ideen aus der Misere zu kommen, werden verringert. \u00dcberkommene \u00f6konomische Strukturen werden zementiert. Zombie-Unternehmen pflastern den Weg des gebremsten Strukturwandels. Aber auch die Politik wei\u00df, dass Arbeitspl\u00e4tze nur sicher sind und neue entstehen, wenn sich Unternehmen an die neuen Gegebenheiten in Zeiten von Corona anpassen. Altes wird verschwinden, Neues muss entstehen. Mit der zombiesken Rettungspolitik behindert sie aber diesen Prozess der sch\u00f6pferischen Zerst\u00f6rung. Darunter leiden \u00fcber kurz oder lang Besch\u00e4ftigung und Wohlstand. Die Logik des polit-\u00f6konomischen Prozesses beg\u00fcnstigt Kurzfristdenken. Die Gegenwart schreit lauter als die Zukunft (Hansueli Sch\u00f6chli). Das Wahljahr 2021 wirft seine langen Schatten voraus. Das Ende vom Lied wird sein: Arbeitspl\u00e4tze gehen trotz der Rettungsschirme massenhaft verloren, der Wohlstand bricht ein, k\u00fcnftige Generationen sitzen auf einem noch h\u00f6heren Schuldenberg.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Corona-Krise kam \u00fcberraschend. Seither leidet die Weltwirtschaft. Der Schock wurde nicht durch die \u00d6konomie, sondern ein Virus ausgel\u00f6st. Er versetzte die Wirtschaft mit staatlicher Hilfe in eine angebotsseitige Schockstarre. Der Staat hat das Kommando \u00fcbernommen. Mit einem nachfrageseitigen \u201eWumms\u201c soll die \u00d6konomie nach dem Lockdown wieder zu neuem Leben erweckt werden. Gigantische fiskalische Rettungspakete pflastern seither den wirtschaftspolitischen Weg. Die EZB sekundiert monet\u00e4r, ebenfalls gigantisch. Politik und Notenbank \u201eschei\u00dfen\u201c die Unternehmen mit Geld zu. Alte \u00f6konomische Strukturen werden zementiert, die Klientelwirtschaft wird gest\u00e4rkt, Anreize werden versch\u00fcttet, neue Wege zu gehen. Der Weg noch tiefer in die Staatswirtschaft ist ein Irrweg. Wirtschaftlicher Niedergang ist programmiert. Einen Ausweg bietet nur der Markt. Mehr, nicht weniger wettbewerblicher F\u00f6deralismus (&#8222;Flickenteppich&#8220;) hilft im medizinischen Umgang mit dem Virus. Wettbewerbliche G\u00fcter- und Faktorm\u00e4rkte ermuntern findige Unternehmer, den negativen Produktivit\u00e4tsschock von Covid-19 innovativ zu kompensieren. Das ist der ordnungspolitische ad\u00e4quate Weg aus der Corona-Krise, nicht noch mehr \u201eWumms\u201c-Politik und bundeseinheitliche Verordnungen.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Isch schei\u00df disch sowatt von zu mit meinem Jeld, dat de keine ruhije Minute mehr hass.&#8220; (Heinrich Haffenloher (Mario Adorf) in \u201eKir Royal&#8220;) Covid-19 h\u00e4lt &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=27847\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eCorona-Schock, Wumms-\u00d6konomie und Zombie-Wirtschaft <br \/><font size=3; color=grey>Deutschland auf dem Weg in die Staatswirtschaft? <\/font>\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n<p><!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on wp_trim_excerpt --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on wp_trim_excerpt --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on wp_trim_excerpt --><\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":27850,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3411,2869],"tags":[556,3611,933,3612,3613],"class_list":["post-27847","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-infektioeses","category-wirtschaftspolitisches","tag-berthold","tag-corona-schock","tag-rettungsschirme","tag-wumms-oekonomie","tag-zombie-wirtschaft"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Corona-Schock, Wumms-\u00d6konomie und Zombie-Wirtschaft Deutschland auf dem Weg in die Staatswirtschaft? 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