{"id":28349,"date":"2021-01-07T00:12:37","date_gmt":"2021-01-06T23:12:37","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=28349"},"modified":"2024-10-19T16:00:07","modified_gmt":"2024-10-19T15:00:07","slug":"nobelpreis-auktionen-in-theorie-und-praxis-zum-nobelpreis-2020-fuer-robert-wilson-und-paul-milgrom","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=28349","title":{"rendered":"<font size=\"3;\" color=\"grey\">Nobelpreis 2020<\/font><br>Auktionen in Theorie und Praxis <br><font size=\"3;\" color=\"grey\">Zum Nobelpreis 2020 f\u00fcr Robert Wilson und Paul Milgrom <\/font>"},"content":{"rendered":"<p><strong>1. Einleitung<\/strong><\/p>\n<p>3,2,1, meins\u2026..Auktionen finden \u00fcberall, tagt\u00e4glich millionenfach statt. Bei Ebay versteigern Nutzer Dinge, die sie nicht mehr brauchen, Google versteigert seine Anzeigenpl\u00e4tze, an der EEX wird Strom verauktioniert. Bordeauxweine, Kunstwerke, Schlachtschweine, Fundsachen etc. pp. \u2013 Auktionen sind allgegenw\u00e4rtig. Aber auch f\u00fcr staatliche Stellen sind Versteigerungen inzwischen ein beliebtes Instrument geworden, um etwa Funkfrequenzen, Fangquoten f\u00fcr Fische und CO2-Emissionsrechte h\u00f6chstbietend zu ver\u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<p>Dass sich Auktionen einer immer gr\u00f6\u00dferen Beliebtheit erfreuen, ist auch ein Verdienst der beiden \u00d6konomen Paul Milgrom und Robert B. Wilson, die in diesem Jahr mit dem Alfred-Nobel-Ged\u00e4chtnispreis f\u00fcr Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet werden. Ganz konkret erhalten die beiden \u00d6konomen den Preis f\u00fcr die Weiterentwicklung der Auktionstheorie und die Entwicklung neuer Auktionsformate, so die K\u00f6niglich Schwedische Akademie der Wissenschaften, welche die Preistr\u00e4ger ausw\u00e4hlt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Mit ihrer Forschung haben Robert B. Wilson und sein ehemaliger Doktorand Paul Milgrom nicht nur die Auktionstheorie weiterentwickelt, sondern auch gezeigt, wie aus \u00f6konomischer Theorie angewandte Praxis wird. Milgrom und Wilson entwickelten z. B. die sog. simultane Mehrrundenauktion, welche die Federal Communications Commission (FCC) in den USA im Juli 1994 erstmal verwandte und damit zehn Mobilfunkfrequenzen f\u00fcr insgesamt 617 Millionen US-Dollar versteigerte (vgl. Cramton, 1997). \u00dcber einen Zeitraum von 20 Jahren brachte das Auktionsformat sogar 120 Milliarden Dollar (vgl. Cramton, 2013). Insbesondere f\u00fcr diese Entwicklung wurden die beiden Auktionstheoretiker von der K\u00f6niglich Schwedischen Akademie der Wissenschaften v\u00f6llig zurecht ausgezeichnet. Allein dies zeigt den hohen praktischen Nutzen, den die Theorien der beiden diesj\u00e4hrigen \u00d6konomie-Nobelpreistr\u00e4ger haben. Worum aber geht es nun genau?<\/p>\n<p><strong>2. Was sind Auktionen?<\/strong><\/p>\n<p>Im allgemeinen Sprachgebrauch werden Auktionen regelm\u00e4\u00dfig auch als Versteigerungen bezeichnet. Damit sind einmalige oder sich wiederholende Marktveranstaltungen gemeint, bei der ein Auktionator bestimmte Verf\u00fcgungsrechte in einem Bietverfahren an den oder die Meistbietenden ver\u00e4u\u00dfert. Wurden Auktionen traditionell an einem bestimmten Ort, etwa in einem Auktionshaus oder auf einem organisierten Markt, durchgef\u00fchrt, finden heute auch viele Auktionen virtuelle im Internet statt. Bei Auktionen geht also im allgemeinen Sprachgebrauch um ein Allokationsverfahren, bei dem Verf\u00fcgungsrechte an den oder die Meistbietenden vergeben werden, wobei die Verf\u00fcgungsrechte dauerhaft sein k\u00f6nnen, wie etwa bei der Versteigerung von Immobilien oder von Fundsachen, oder auch tempor\u00e4r wie etwa bei Funkfrequenzen.<\/p>\n<p>In der \u00f6konomischen Auktionstheorie hingegen wird der Begriff der Auktion breiter benutzt. So werden etwa auch Ausschreibungen zur Beschaffung von Waren oder Dienstleistungen in der \u00f6konomischen Theorie oftmals als Auktion bezeichnet. Kennzeichnend f\u00fcr Auktionen ist aus \u00f6konomischer Sicht, dass letztlich der Preis der entscheidende Parameter f\u00fcr den Zuschlag in der Auktion ist (vgl. etwa Berninghaus, Ehrhart, &amp; G\u00fcth, 2006, S. 225 ff).<\/p>\n<p>Anders als auf vielen anderen M\u00e4rkten spielt die Identit\u00e4t der Marktteilnehmer keine Rolle f\u00fcr den Zuschlag. In der Realit\u00e4t gibt es bei Auktionen allerdings oftmals ein vorheriges Qualifikationsverfahren, sodass nur bestimmte Teilnehmer zugelassen werden, um etwa auszuschlie\u00dfen, dass sich Bieter im Nachhinein als nicht zahlungsf\u00e4hig erweisen. Anders als bei vielen Ausschreibungen ist bei Auktionen im engeren Sinne, nach einem etwaigen Qualifikationsverfahren, aber allein der Preis entscheidend f\u00fcr den Zuschlag, w\u00e4hrend bei Ausschreibungen oft zahlreiche Kriterien (Preis, Qualit\u00e4t, Zuverl\u00e4ssigkeit, etc.) in der Gesamtschau f\u00fcr die Auftragserteilung relevant sind.<\/p>\n<p><strong>3. Traditionelle Auktionsformen<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt zahlreiche unterschiedliche Formen von Auktionen. Auktionen unterscheiden sich etwa danach, wie oft geboten werden kann, um welche Betr\u00e4ge Gebote von Runde zu Runde ver\u00e4ndert werden k\u00f6nnen, wer die Gebote einsehen darf, wie viele Objekte parallel verauktioniert werden, wann die Auktion beendet wird und was letztlich nach der Auktion von wem zu zahlen ist. Die fr\u00fche Auktionstheorie hat vor allem Auktionen betrachtet, bei denen einzelne Objekte allein versteigert wurden, und dabei zwischen vier verschiedenen Auktionsformaten unterschieden:<\/p>\n<p>a) In der sog. <strong>Englischen Auktion<\/strong> starten die Angebote bei einem Mindestgebot (das auch null sein kann). Runde f\u00fcr Runde k\u00f6nnen Bieter dann Gebote abgeben und das jeweils g\u00fcltige Gebot der Vorrunde erh\u00f6hen. Auch kann jeder kann das gesamte Auktionsgeschehen beobachten, insbesondere wie viel gerade geboten wird. Die Auktion endet, wenn keine h\u00f6heren Gebote mehr abgegeben werden. Der Bieter mit dem h\u00f6chsten Gebot erh\u00e4lt den Zuschlag und hat sein Gebot als Preis zu entrichten.<\/p>\n<p>b) Die sog. <strong>Holl\u00e4ndische Auktion<\/strong> wird teilweise auch als R\u00fcckw\u00e4rtsauktion bezeichnet. Bei dieser Auktion startet die Auktion mit einem sehr hohen Preis, der dann nach und nach reduziert wird, bis ein Bieter \u201ezuschl\u00e4gt\u201c. F\u00fcr die Durchf\u00fchrung der Auktion wurde traditionell eine r\u00fcckw\u00e4rts laufende Auktionsuhr verwendet, die der Bieter dann anhalten kann, wenn er kaufen m\u00f6chte. Den Zuschlag erh\u00e4lt der Bieter, der als erstes die Uhr stoppt. Zu zahlen ist der dann angezeigte Preis.<\/p>\n<p>c) Bei der <strong>Erstpreisauktion<\/strong> <strong>mit verdeckten Gebote<\/strong>n \u2013 auf Englisch: \u201efirst-price sealed-bid\u201c &#8211; geben die Bieter verdeckt ein einziges Angebot ab, das die anderen Bieter nicht einsehen k\u00f6nnen. Den Zuschlag erh\u00e4lt nach Eingang aller Gebote der Bieter mit dem h\u00f6chsten Gebot. Zu entrichten ist vom Gewinner der Auktion der Preis, den er geboten hat.<\/p>\n<p>d) Im Gegensatz dazu ist bei der <strong>Zweitpreisauktion mit verdeckten Geboten<\/strong> (\u201esecond-price sealed bid\u201c) nicht der H\u00f6chstpreis, der geboten wurde, sondern das zweith\u00f6chste Gebot. Ansonsten unterschiedet sich die Auktion nicht von der versiegelten Erstpreisauktion. Die versiegelte Zweitpreisauktion wird in der \u00f6konomischen Theorie nach dem \u00d6konomie-Nobelpreistr\u00e4ger des Jahres 1996 auch als <strong>Vickrey-Auktion<\/strong><\/p>\n<p><strong>4. Auktionstheorie f\u00fcr die Versteigerung einzelner G\u00fcter<\/strong><\/p>\n<p>Als Pionier der Auktionstheorie darf William S. Vickrey bezeichnet werden, der wie schon erw\u00e4hnt im Jahr 1996 den Alfred-Nobel-Ged\u00e4chtnispreis f\u00fcr Wirtschaftswissenschaften erhalten hat (vgl. Moldovanu 1996). Bahnbrechend sind zwei Arbeiten von Vickrey (1961, 1962), in denen er Auktionen analysiert, bei denen die (risikoneutralen) Bieter jeweils eine eigene individuelle Wertsch\u00e4tzung (private value) f\u00fcr das Versteigerungsobjekt haben, die nur sie selbst kennen. Vickrey unterstellt i seiner Analyse, dass diese private Wertsch\u00e4tzung eines jeden Bieters unabh\u00e4ngig ist von der Wertsch\u00e4tzung anderer Bieter f\u00fcr das Versteigerungsobjekt. Es gibt f\u00fcr die einzelnen Bieter in Vickreys Modell keinerlei Unsicherheit \u00fcber den eigenen, individuellen oder privaten Wert des Objektes \u2013 jeder Bieter wei\u00df genau, was ihm das Objekt wert ist.<\/p>\n<p>Wie Vickrey (1961) zeigte, sind unter diesen annahmen die Holl\u00e4ndische Auktion und die Erstpreisauktion mit verdeckten Geboten strategisch \u00e4quivalent. Das optimale Gebot eines jeden Bieters in der Erstpreisauktion mit verdeckten Geboten entspricht dem Preis, bei dem er in der Holl\u00e4ndischen Auktion auch die Uhr stoppen w\u00fcrde. Jedoch gibt es bei diesen beiden Auktionsformaten keine dominanten Strategien f\u00fcr die Bieter, weil diese von den Geboten der anderen Bieter abh\u00e4ngen. Durch ein geringeres Gebot spart man einerseits Geld, riskiert aber andererseits, den Zuschlag gar nicht zu erhalten. Optimale Gebote m\u00fcssen hier eine Balance finden.<\/p>\n<p>Strategisch \u00e4quivalent sind zudem auch die Englische Auktion und die Zweitpreisauktion mit verdeckten Geboten. In der Englischen Auktion steigt jeder Bieter optimalerweise dann aus, wenn das g\u00fcltige Gebot die eigene Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr das Objekt \u00fcbersteigt. Durch einen fr\u00fcheren Ausstieg aus der Auktion kann der Bieter nichts gewinnen. Ebenso bringt es in der Zweitpreisauktion mit verdeckten Geboten dem Bieter keinen Vorteil, ein Gebot abzugeben, das unter der eigenen Wertsch\u00e4tzung liegt, da im Erfolgsfall ja ohnehin nur das zweith\u00f6chste Gebot zu zahlen ist. Optimal ist es daher, seine eigene Wertsch\u00e4tzung als Gebot zu w\u00e4hlen. Im Gegensatz zur Holl\u00e4ndischen Auktion und zur Erstpreisauktion mit verdeckten Geboten haben somit die Englische Auktion und die Zweitpreisauktion mit verdeckten Geboten somit dominante Strategien.<\/p>\n<p>In seinem Beitrag beweist Vickrey (1961) auch das sog. Erl\u00f6s-\u00c4quivalenz-Theorem, demzufolge die erwarteten Erl\u00f6se bei allen vier Auktionsformen identisch sind, sofern alle Bieter risikoneutral sind und ihre Wertsch\u00e4tzungen voneinander unabh\u00e4ngig sind. Wie Vickrey (1962) zeigte, gilt das Erl\u00f6s-\u00c4quivalenz-Theorem jedoch schon dann nicht mehr, wenn sich die Bieter ex ante in den Wertsch\u00e4tzungen unterscheiden, was in der Realit\u00e4t eher die Regel als die Ausnahme sein d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>Robert B. Wilson (1969, 1977) war es nun, der die Auktionstheorie zun\u00e4chst entscheidend weiterentwickelte, in dem er F\u00e4lle betrachtete, in denen die Wertsch\u00e4tzung der Bieter f\u00fcr ein Objekt nicht voneinander unabh\u00e4ngig ist. Das typische Beispiel hier sind F\u00f6rderrechte f\u00fcr \u00d6lfelder, bei denen die Bieter nicht genau wissen, wie gro\u00df bzw. ergiebig ein \u00d6lfeld ist. W\u00e4re die Menge an f\u00f6rderbarem \u00d6l von Vornherein exakt bekannt und w\u00fcrden sich die \u00d6lfirmen nicht anderweitig unterscheiden, sollte das F\u00f6rderrecht prinzipiell jedem \u00d6lkonzern gleich viel wert sein. Wei\u00df aber niemand genau, wie viel \u00d6l genau auf einem \u00d6lfeld gef\u00f6rdert werden kann, so k\u00f6nnen sich genau dar\u00fcber unterschiedliche Einsch\u00e4tzungen bei den Bietern entwickeln. Diese unterschiedlichen Einsch\u00e4tzungen k\u00f6nnen sich etwa ergeben, wenn Probebohrungen zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen oder \u2013 \u00f6konomisch ausgedr\u00fcckt \u2013 die Bieter unterschiedliche Signale erhalten. In diesem Fall ist leicht nachzuvollziehen, dass die Bieter etwas aus dem Bietverhalten ihrer Konkurrenten lernen k\u00f6nnten, sofern dies beobachtet werden kann, wie etwa in der Englischen Auktion. Der Wert des \u00d6lf\u00f6rderrechts ist somit prinzipiell f\u00fcr alle \u00d6lkonzerne identisch (common value), aber weil sich die Erwartungen aufgrund unterschiedlicher Signale unterscheiden, sind die Einsch\u00e4tzungen der Bieter \u00fcber den \u201ewahren\u201c Wertes nicht mehr unabh\u00e4ngig voneinander, sofern die Bieter direkt oder indirekt in Erfahrung bringen k\u00f6nnen, von welchen Erwartungen die anderen Bieter ausgehen.<\/p>\n<p>Wilson (1969) hat nun gezeigt, dass \u2013 insbesondere (aber nicht nur) bei der Holl\u00e4ndischen Auktion und Auktionen mit verdeckten Geboten, bei denen die Bieter nichts aus dem Verhalten anderer Bieter lernen k\u00f6nnen \u2013 der sog. Fluch des Gewinnens (\u201ewinner\u2019s curse\u201c) auftritt. Sofern sich Bieter nicht in ihren Risikoeinstellungen unterscheiden, wird derjenige das h\u00f6chste Gebot abgeben oder die Auktionsuhr als erstes stoppen und so den Zuschlag in der Auktion erhalten, der den tats\u00e4chlichen Wert des Objektes \u2013 also etwa des \u00d6lf\u00f6rderrechts \u2013 am meisten \u00fcbersch\u00e4tzt. Die Botschaft, eine Auktion gewonnen zu haben, d\u00fcrfte in diesem Fall eine schlechte Nachricht sein. Rationale Bieter werden daher vorsichtshalber etwas niedriger bieten, um zu vermeiden, dass sich das gebot im Nachhinein als zu hoch erweist. Die optimale Bietstrategie ist in einer solchen Situation deutlich schwieriger zu ermitteln.<\/p>\n<p>Milgrom (1981a, 1981b) sowie Milgrom und Weber (1982) haben die Theorie Wilsons dann entscheidend weiterentwickelt, indem sie Auktionen analysierten, bei denen die Bieter weder eine v\u00f6llig unabh\u00e4ngige, individuelle Wertsch\u00e4tzung (private value) noch eine vollkommen voneinander abh\u00e4ngige, gemeinsame Wertsch\u00e4tzung (common value) f\u00fcr ein Objekt haben, sondern beides eine Rolle spielt. Wie Milgrom und Weber (1982) zeigen, l\u00e4sst in einem solchen Kontext die Englische Auktion tendenziell (etwas) h\u00f6here Erl\u00f6se erwarten als die Zweitpreisauktion mit verdeckten Geboten, sofern die privaten Signale, welche die Bieter erhalten, miteinander verbunden (\u201eaffiliated\u201c) sind. Verbundenheit ist dabei eine Form der positiven Korrelation. W\u00e4hrend Bieter bei der Zweitpreisauktion mit verdeckten Geboten nicht aus den Geboten der anderen Bieter lernen k\u00f6nnen, ergeben sich bei der Englischen Auktion Lerneffekte, da die Bieter ihre Gebote gegenseitig beobachten und daraus R\u00fcckschl\u00fcsse auf die jeweiligen privaten Signale der anderen Bieter ziehen k\u00f6nnen. Die Zweitpreisauktion mit verdeckten Geboten wiederum f\u00fchrt tendenziell zu h\u00f6heren erwarteten Erl\u00f6sen als die Holl\u00e4ndische Auktion und die Erstpreisauktion mit verdeckten Geboten. Dass in diesem Szenario, das die Realit\u00e4t am besten widerspiegeln d\u00fcrfte, die Englische Auktion die h\u00f6chsten Erl\u00f6se erwarten l\u00e4sst, mag die weite Verbreitung von Englischen Auktionen als Auktionsform, etwa bei Ebay, bei Kunstauktionen, Auktionen von Fundsachen oder der Zwangsversteigerung von Immobilien, mit erkl\u00e4ren. Auch der Fluch des Gewinnens ist in der Englischen Auktion weniger ausgepr\u00e4gt, da durch die Beobachtung der anderen Gebote Informationen preisgegeben werden, was wiederum die Bieter zu aggressiveren Bietstrategien veranlasst und letztlich auch zu h\u00f6heren Auktionserl\u00f6sen f\u00fchrt. Milgrom und Weber (1982) zeigen in ihrem Beitrag auch, dass Verk\u00e4ufer in einer Auktion h\u00f6here Erl\u00f6se erzielen k\u00f6nnen, wenn sie ihre eigenen Informationen, etwa in Form eigener Expertisen, f\u00fcr die Kaufinteressenten offenlegen.<\/p>\n<p>Die theoretischen Vorhersagen der Modelle von Wilson und Milgrom sind in zahlreichen empirischen und experimentellen Untersuchungen inzwischen \u00fcberpr\u00fcft und belegt worden. Das Hintergrundpapier der K\u00f6niglich Schwedischen Akademie der Wissenschaften (2020) nennt hier zahlreiche Quellen. Allgemeine \u00dcberblicke \u00fcber die experimentelle Forschung zur Auktionstheorie finden sich bei Kagel (1995) sowie Kagel und Levin (2014).<\/p>\n<p><strong>5.\u00a0 Auktionstheorie f\u00fcr die Versteigerung mehrerer G\u00fcter<\/strong><\/p>\n<p>Oftmals werden in der Realit\u00e4t nicht nur einzelne Objekte versteigert, sondern \u2013 simultan oder nacheinander \u2013 mehrere Objekte. Diese Versteigerungsobjekte k\u00f6nnen in einer komplement\u00e4ren oder substitutiven Beziehung zueinander stehen.<\/p>\n<p><strong>5.1 Auktionen von Anteilen<\/strong><\/p>\n<p>Robert Wilson (1979) hat sich zuerst mit dem speziellen Fall besch\u00e4ftigt, in dem homogene Anteile eines bestimmten Gutes versteigert werden (sog. \u201eshare auctions\u201c). Ein Beispiel sind etwa Staatsschuldtitel oder auch an der Stromb\u00f6rse gehandelte Bezugsrechte f\u00fcr Elektrizit\u00e4t. In dem von Wilson (1979) entwickelten Modell werden sowohl Einheitspreisauktionen betrachtet, bei denen f\u00fcr jeden Anteil letztlich derselbe (marktr\u00e4umende) Preis gezahlt wird, als auch diskriminierende Auktionen, bei denen f\u00fcr jeden Anteil der vom Bieter angegebene Gebotspreis zu zahlen ist (\u201epay as bid\u201c). Eine wesentliche Einsicht von Wilson (1979) bestand darin, dass Bieter in ihrer Bietstrategie ber\u00fccksichtigen werden, wie das Gebot f\u00fcr jeden weiteren Anteil den Preis f\u00fcr die anderen Anteile beeinflusst, d.h. wie das Gebot auf die letzte (marginale) Einheit den Preis f\u00fcr die inframarginalen Einheiten ver\u00e4ndert. Im Vergleich zur Versteigerung einzelner Objekte haben Bieter daher einen Anreiz, zur\u00fcckhaltender und weniger aggressiv zu bieten. Des Weiteren k\u00f6nnen sich Bieter in solchen Auktionen explizit absprechen oder indirekt koordinieren, um den Preis zu dr\u00fccken und so die Erl\u00f6se f\u00fcr den Verk\u00e4ufer reduzieren.<\/p>\n<p>Insbesondere f\u00fcr das Design von Stromb\u00f6rsen auf liberalisierten Elektrizit\u00e4tsm\u00e4rkten wurde dieses Modell sp\u00e4ter von Wilson (2002, 2008) sowie zahlreichen anderen \u00d6konominnen und \u00d6konomen weiterentwickelt, wie etwa Klemperer und Meyer (1989), Bolle (1992), Joskow und Tirole (2000) und Kremer und Nyborg (2004).<\/p>\n<p><strong>5.2 Auktionen von zusammenh\u00e4ngenden Rechten<\/strong><\/p>\n<p>Im Zuge der st\u00e4rkeren Verbreitung des Mobilfunks entschied sich die US-amerikanische Federal Communications Commission (FCC) Anfang der 1990er-Jahre, die Rechte zur Nutzung des Frequenzspektrums nicht l\u00e4nger administrativ anhand eines festgelegten Kriterienkatalogs an Bewerber zu vergeben \u2013 ein Verfahren, das auch als \u201eSch\u00f6nheitswettbewerb\u201c bezeichnet wird \u2013 und sich auch von den Spektrumslotterien zu verabschieden. Denn in den USA wurden Teile des Frequenzspektrum zuvor per Los vergeben, was dazu f\u00fchrte, dass sich alle m\u00f6glichen Interessenten um Spektrumsrechte bewarben, um diese Rechte dann typischerweise f\u00fcr viel Geld weiterzuverkaufen (vgl. McMillan 1994).<\/p>\n<p>Vielmehr sollte nun der Markt bzw. der Preismechanismus genutzt werden, um so herauszufinden, welcher Bewerber die h\u00f6chste Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr die verschiedenen Teile des Frequenzspektrums bzw. die entsprechenden Nutzungsrechte hat. Die FCC befolgte damit einen Vorschlag, den Ronald Coase \u2013 ebenfalls ein \u00d6konomie-Nobelpreistr\u00e4ger, und zwar im Jahr 1991 (vgl. Picot 1992) \u2013 der FCC schon 35 Jahre vorher unterbreitet hatte (vgl. Coase 1959), wobei die Idee urspr\u00fcnglich auf Herzel (1951) zur\u00fcckzugehen scheint, wie Coase selbst sp\u00e4ter betont hat.<\/p>\n<p>Verkompliziert wurde die Auktion allerdings dadurch, dass einige Bewerber nur an bestimmten geographischen Teilen des Frequenzspektrums in bestimmten US-Bundesstaaten interessiert waren, nicht aber an einer US-weiten Abdeckung. Zugleich war davon auszugehen, dass ein Aufbau von Mobilfunknetzen in aneinandergrenzenden Bundestaaten sowohl aus Kostensicht als auch aus Marketinggesichtspunkten g\u00fcnstiger war als der Aufbau von Mobilfunknetzen in v\u00f6llig separaten Bundesstaaten. Aufgrund der Verbund- und Gr\u00f6\u00dfenvorteile bestand also zwischen den Rechten zur Frequenznutzung in aneinandergrenzenden Gebieten ein komplement\u00e4res Verh\u00e4ltnis.<\/p>\n<p>Zur L\u00f6sung dieses komplizierten Problems entwickelten Milgrom und Wilson gemeinsam mit Preston McAfee die <strong>simultane Mehrrundenauktion (SMRA)<\/strong>. Bei der SMRA d\u00fcrfen Bieter auf beliebig viele Objekte bieten. Am Ende der Runde wird f\u00fcr jedes Objekt als vorl\u00e4ufiger Gewinner bestimmt, wer das jeweils h\u00f6chste Gebot f\u00fcr das Objekt abgegeben hat. In der n\u00e4chsten Runde darf jeder Bieter seine Gebote erh\u00f6hen. Die Auktion endet erst dann, wenn auf keines der Objekte mehr ein h\u00f6heres Gebot eingeht. Auch f\u00fcr Objekte, f\u00fcr die mehrere Runden kein h\u00f6heres Gebot mehr eingeht, wird die Auktion erst beendet, wenn keinerlei Gebote mehr f\u00fcr irgendein Objekt abgegeben werden. Die erste Test-Auktion f\u00fcr nur zehn Lizenzen spielte 1994 bereits 617 Millionen US-Dollar ein und war ein so bahnbrechender Erfolg f\u00fcr die FCC, dass zahlreiche Auktionen dieses Formats in den USA und anderen L\u00e4ndern folgten (vgl. Milgrom 2004, Bichler und Goeree 2017, Goetzendorff et al. 2018). Ganz besonders lesenswert ist hier die Zusammenfassung von Kwerel und Rosston (2000), den beiden \u00d6konomen in der FCC, welche die Idee der Versteigerung des Frequenzspektrums innerhalb der FCC ma\u00dfgeblich vorantrieben.<\/p>\n<p>Die simultane Mehrrundenauktion hat jedoch das Defizit, dass Komplementarit\u00e4ten nicht unbedingt ideal ausgesch\u00f6pft werden, weil kein gemeinsames Gebot auf zwei oder mehr Objekte m\u00f6glich ist, sondern jedes Gebot getrennt betrachtet wird. So kann es vorkommen, dass ein Bieter den Zuschlag f\u00fcr ein Objekt erh\u00e4lt, obwohl er es eigentlich nur in Kombination mit einem anderen Objekt wertsch\u00e4tzt. Ausubel und Milgrom (2002a, 2002b) entwickelten daher die sog. <strong>kombinatorische Taktauktion<\/strong> (auf Englisch combinatorial clock auction CCA). In der ersten Stufe der Auktion k\u00f6nnen Bieter als Reaktion auf die im Takt steigenden Preise ihre Gebote best\u00e4tigen, bis f\u00fcr jedes Objekt nur noch ein Bieter verbleibt. Anschlie\u00dfend erfolgt eine Zweitpreisauktion mit verdeckten Geboten, bei der die Bieter verdeckt verbesserte Gebote f\u00fcr Kombinationen von Objekten abgeben k\u00f6nnen. Die Allokation der Auktionsobjekte erfolgt dann so, dass die in den Geboten reflektierte Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr die Objekte maximiert wird, um eine effiziente Allokation zu erreichen. Auch wenn die kombinatorische Taktauktion Probleme mit sich bringen kann, wie das strategische Hochbieten f\u00fcr Objekte, um Konkurrenten zu h\u00f6heren Zahlungen zu zwingen (vgl. Bichler und Goeree 2017), wurde die Auktion 2008 erstmals erfolgreich in Gro\u00dfbritannien zur Versteigerung von Spektrumsrechten angewendet und sp\u00e4ter in vielen anderen europ\u00e4ischen Staaten.<\/p>\n<p>Als letztes sei auf die <strong>Anreizauktion<\/strong> verwiesen, die die K\u00f6niglich Schwedische Akademie der Wissenschaften (2020) ebenfalls in ihrem Papier hervorhebt. Bei der Anreizauktion geht es eigentlich um eine Kombination von zwei Auktionen (vgl. Wilson 1985). Die FCC hat dieses Auktionsformat 2017 eingesetzt, um Frequenznutzungsrechte neu zu verteilen. Auf der ersten Stufe wurde in einer \u201eBeschaffungsauktion\u201c ein Preis bestimmt, zu dem Rundfunksender freiwillig bestehende Frequenznutzungsrechte aufgeben. In der zweiten Auktion wurde das frei gewordene Spektrum dann neu versteigert. Im Jahr 2017 gaben bei der \u201eBeschaffungsauktion\u201c 14 Rundfunksender in den USA Frequenznutzungsrechte auf und erhielten daf\u00fcr 10,1 Milliarden US-Dollar. Bei der anschlie\u00dfenden Auktion auf der zweiten Stufe wurden dann 70 MHz Frequenzspektrumsrechte f\u00fcr 19,8 Milliarden US-Dollar versteigert und zudem 14 MHz \u00fcbersch\u00fcssiges Spektrum einbehalten. Die zwei Stufen der Anreizauktion brachten dem amerikanischen Steuerzahler somit knapp 10 Milliarden Dollar ein und setzten erhebliche Teile des Spektrums f\u00fcr zuk\u00fcnftige Nutzungen frei \u2013 welch ein Erfolg!<\/p>\n<p><strong>6. Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Robert Wilson und Paul Milgrom haben mit ihrer Forschung nicht nur wesentliche Fortschritte in der Theorie der Auktionen erreicht, sondern auch durch die Entwicklung ganz neuer Auktionsformate erheblich dazu beigetragen, dass sich Auktionen heute auch bei der staatlichen Vergabe von Rechten einer so hohen Beliebtheit erfreuen, sei es bei der Versteigerung von Nutzungsrechten am Frequenzspektrum, der F\u00f6rderung erneuerbarer Energien oder der Zuteilung von Emissionsrechten. Zugleich sind Staaten weltweit Milliardenbetr\u00e4ge in die Haushalte geflossen, sodass auch die Steuerzahler weltweit profitiert haben d\u00fcrften. Wohl selten hat die Forschung von \u00d6konomen so enorm praktische, sichtbare und messbare Konsequenzen wie die der diesj\u00e4hrigen Preistr\u00e4ger. Zu w\u00fcnschen bleibt, dass Auktionen auch dort noch st\u00e4rker verwendet werden, wo dies noch nicht der Fall ist.<\/p>\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<p>Ausubel, L. M. und Milgrom, P. (2002a). Ascending auctions with package bidding. The B.E. Journal of Theoretical Economics, 1:1-44.<\/p>\n<p>Ausubel, L. M. und Milgrom, P. (2002b). Package bidding: Vickrey vs ascending auctions. Revue Economique, 3:391\u2013402.<\/p>\n<p>Berninghaus, S., Ehrhart, K.-M. &amp; G\u00fcth, W. (2006), Strategische Spiele: Eine Einf\u00fchrung in die Spieltheorie, Springer Verlag.<\/p>\n<p>Bichler, M. und Goeree, J. (2017). Handbook of Spectrum Auction Design, Cambridge University Press.<\/p>\n<p>Bolle, F. (1992), Supply function equilibria and the danger of tacit collusion. The case of spot markets for electricity, Energy Economics 14, S. 94-102.<\/p>\n<p>Coase, R. (1959). The Federal Communications Commission. Journal of Law &amp; Economics, 2:1\u201340.<\/p>\n<p>Cramton, P. (1997). The FCC spectrum auctions: An early assessment. Journal of Economics and Management Strategy, 6:431\u2013495.<\/p>\n<p>Cramton, P. (2013). Spectrum auction design. Review of Industrial Organization, 42:161\u2013190.<\/p>\n<p>Goetzendorff, A., Bichler, M., und Goeree, J. K. (2018). Synergistic valuations and efficiency in spectrum auctions. Telecommunications Policy, 42:91\u2013105.<\/p>\n<p>Herzel, L. (1951), \u2018Public Interest\u2019 and the Market in Color Television Regulation. <em>University of Chicago Law Review <\/em>18: 802\u2013816.<\/p>\n<p>Joskow, P.L. und Tirole, J. (2000), Transmission rights and market power on electric power networks, RAND Journal of Economics 31(3), S. 450-487.<\/p>\n<p>Kagel, J. H. (1995). Auctions: A survey of experimental research. In Kagel, J. H. und Roth, A. E. (Hrsg)., Handbook of Experimental Economics, Vol 2. Cambridge University Press.<\/p>\n<p>Kagel, J. H. und Levin, D. (2014). Auctions: A survey of experimental research.<\/p>\n<p>Klemperer, P. D. und Meyer, M. A. (1989). Supply function equilibria in oligopoly under uncertainty. Econometrica, 57:1243\u20131277.<\/p>\n<p>K\u00f6niglich Schwedische Akademie der Wissenschaften (2020), Scientific Background Paper in the Sveriges Riksbank Prize in Economic Sciences in Memory of Alfred Nobel 2020. Stockholm.<\/p>\n<p>Kremer, I. and Nyborg, K. G. (2004). Divisible-good auctions: The role of allocation rules.\u00a0 RAND Journal of Economics, 35:147\u2013159.<\/p>\n<p>Kwerel, E. und Rosston G. (2000), An Insiders&#8216; View of FCC Spectrum Auctions, Journal of Regulatory Economics 17(3): 253-289.<\/p>\n<p>McMillan, J. (1994), Selling Spectrum Rights, <em>Journal of Economic Perspectives<\/em> <em>8 (3) <\/em>S. <em>145-162<\/em><\/p>\n<p>Milgrom, P. (1981a). Good news and bad news: Representation theorems and applications. Bell Journal of Economics, 12:380\u2013391.<\/p>\n<p>Milgrom, P. (1981b). Rational expectations, information acquisition, and competitive bidding. Econometrica, 49:921\u2013944<\/p>\n<p>Milgrom, P. und Weber, R. J. (1982). A theory of auctions and competitive bidding. Econometrica, 50:1089\u20131122.<\/p>\n<p>Moldovanu, B. (1996), William Vickrey und die Auktionstheorie: Anmerkungen zum Nobelpreis 1996, Wirtschaftsdienst 76, S. 651-656.<\/p>\n<p>Picot, A. (1992), Ronald H. Coase \u2014 Nobelpreistr\u00e4ger 1991. Transaktionskosten: Ein zentraler Beitrag zur wirtschaftswissenschaftlichen Analyse, Das Wirtschaftswissenschaftliche Studium (WiSt) 21: 79-83.<\/p>\n<p>Vickrey, W. (1961). Counterspeculation, auctions, and competitive sealed-tenders. Journal of Finance, 16:8\u201337.<\/p>\n<p>Vickrey, W. (1962). Auctions and bidding games. Recent Advances in Game Theory, Princeton University, S. 15\u201327.<\/p>\n<p>Wilson, R. B. (1967). Competitive bidding with asymmetrical information. Management Science, 13:816\u2013820.<\/p>\n<p>Wilson, R. B. (1969). Competitive bidding with disparate information. Management Science, 15:446\u2013448.<\/p>\n<p>Wilson, R. B. (1977). A bidding model of perfect competition. The Review of Economic Studies, 44:511\u2013518.<\/p>\n<p>Wilson, R. B. (1979). Auctions of shares. Quarterly Journal of Economics, 93:675\u2013689.<\/p>\n<p>Wilson, R. B. (1985). Incentive efficiency of double auctions. Econometrica, 53:1101\u20131115.<\/p>\n<p>Wilson, R. B. (2002). Architecture of power markets. Econometrica, 70:1299\u20131340.<\/p>\n<p>Wilson, R. B. (2008). Supply function equilibrium in a constrained transmission system. Operations Research, 56:369\u2013382.<\/p>\n<p><strong>Hinweis:<\/strong> Der Beitrag erschien in <a href=\"https:\/\/rsw.beck.de\/zeitschriften\/wist\/das-aktuelle-heft\">Heft 12 (2020)<\/a> der Fachzeitschrift WiSt.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Einleitung 3,2,1, meins\u2026..Auktionen finden \u00fcberall, tagt\u00e4glich millionenfach statt. 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