{"id":28606,"date":"2021-02-03T00:11:40","date_gmt":"2021-02-02T23:11:40","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=28606"},"modified":"2021-02-03T07:07:39","modified_gmt":"2021-02-03T06:07:39","slug":"detroit-laesst-gruessen-zukunft-des-automobilstandorts-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=28606","title":{"rendered":"<font size=3; color=grey>Gastbeitrag <\/font><br\/>Detroit l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen <br\/><font size=3; color=grey>Zukunft des Automobilstandorts Deutschland <\/font>"},"content":{"rendered":"<p>Die Corona-Pandemie l\u00f6st extreme konjunkturelle Schwankungen in der deutschen Automobilindustrie aus. Dennoch bleiben strukturelle Herausforderungen sehr viel relevanter. Sie stellen eine Gefahr f\u00fcr den Automobilstandort Deutschland dar. Manche der Herausforderungen werden durch regulatorische Rahmenbedingungen ausgel\u00f6st, andere basieren auf Marktentwicklungen.<\/p>\n<p>Strenge CO2-Grenzwerte f\u00fcr neue Pkw in der EU f\u00fchren dazu, dass die Hersteller mehr Elektroautos auf den Markt bringen m\u00fcssen. Der resultierende Kostenanstieg versch\u00e4rft den Strukturwandel in der Branche. Kaum jemand erwartet, dass die Netto-Bilanz dieses Strukturwandels f\u00fcr die Wertsch\u00f6pfung und Besch\u00e4ftigung der Automobilindustrie in Deutschland positiv ausfallen wird.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Unsicherheiten hinsichtlich der Klima- und Energiepolitik haben dazu beige- tragen, dass der Kapitalstock in energieintensiven Branchen wie der Metallerzeugung oder der Chemieindustrie in Deutschland seit vielen Jahren sinkt. Diese Sektoren z\u00e4hlen auch zur automobilen Wertsch\u00f6pfungskette. Durch die Investitionszur\u00fcckhaltung werden Teile dieser Kette geschw\u00e4cht.<\/p>\n<p>H\u00f6here Kosten kommen auf die Autoindustrie auch durch die geplante Versch\u00e4rfung der europ\u00e4ischen Abgasnormen zu (Euro 7). Im Volumensegment d\u00fcrfte der Kostenaufschlag pro Fahrzeug besonders ins Gewicht fallen. Dies setzt die Produktion von \u201eAutos f\u00fcr den Durchschnittsb\u00fcrger\u201c in Hochlohnl\u00e4ndern wie Deutschland, aber auch in Frankreich oder Italien unter Druck.<\/p>\n<p>Bei klassischen Standortfaktoren wie der Steuerbelastung von Kapitalgesellschaften, Lohnh\u00f6he oder der Flexibilit\u00e4t bei Arbeitszeiten hat sich Deutschlands Position im internationalen Vergleich zuletzt eher verschlechtert. Auch die an- haltenden Handelskonflikte hemmen die Investitionsbereitschaft. Zudem ist die Pkw-Nachfrage im wichtigen westeurop\u00e4ischen Absatzmarkt ges\u00e4ttigt. Schlie\u00dflich bedeutet die demografische Entwicklung eine Herausforderung, da sie zu einem sinkenden Erwerbspersonenpotenzial f\u00fchrt und die Nachfrage d\u00e4mpft.<\/p>\n<p>Der Automobilstandort Deutschland konnte sich von den beiden tiefen Krisen der letzten 30 Jahre (1993 sowie 2008\/09) jeweils nach einigen Jahren wieder erholen. Angesichts der strukturellen Herausforderungen ist es aber fraglich, ob die fr\u00fcheren H\u00f6chstst\u00e4nde am Standort Deutschland jemals wieder erreicht werden. Wir bef\u00fcrchten, dass es immer schwerer wird, eine konkurrenzf\u00e4hige Produktion von Pkw im Volumensegment in Deutschland aufrechtzuerhalten.<\/p>\n<p>Der Anteil Deutschlands an der globalen, aber auch an der europ\u00e4ischen Automobilproduktion k\u00f6nnte in den kommenden Jahren sinken. \u00c4hnlich erging es der Autoindustrie im US-Bundesstaat Michigan (Detroit), wo heute deutlich weniger Fahrzeuge gefertigt werden als zu Beginn des Jahrhunderts.<\/p>\n<p>Die deutsche Autoindustrie ist besser f\u00fcr die elektromobile Zukunft und andere strukturelle Herausforderungen der Branche ger\u00fcstet als der Automobilstandort Deutschland.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Strukturelle Herausforderungen gravierender als Corona-Krise<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die kurzfristige konjunkturelle Entwicklung der deutschen Automobilindustrie ist in erster Linie der Verlauf der Corona-Krise ma\u00dfgeblich. 2020 d\u00fcrfte der Produktionsindex der Branche in Deutschland um real etwa 25% gesunken sein. Dies ist der dritte R\u00fcckgang in Folge. F\u00fcr 2021 rechnen wir dank der global wie- der anziehenden Pkw-Nachfrage mit einem Zuwachs des Produktionsindex in der Branche um real etwa 30%.<\/p>\n<p>Diese starken konjunkturellen Schwankungen aufgrund eines externen Schocks wie der Corona-Pandemie sind ungew\u00f6hnlich und belasten die Branche schwer. Dennoch bleiben strukturelle Herausforderungen f\u00fcr die Automobilindustrie in den kommenden Jahren sehr viel relevanter. Sie stellen sogar eine Gefahr f\u00fcr den Automobilstandort Deutschland dar. Manche der Herausforderungen wer- den durch regulatorische und wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen ausgel\u00f6st, andere basieren auf Marktentwicklungen. Auch der demografische Wandel spielt eine Rolle. Im Folgenden verschaffen wir uns einen \u00dcberblick.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>CO2-Regulierung und Subventionen f\u00fcr E-Mobilit\u00e4t: Zuckerbrot und Peitsche<\/strong><\/p>\n<p>Die klimapolitische Regulierung des Automobilsektors l\u00f6st in der Branche den gr\u00f6\u00dften Strukturbruch seit Jahrzehnten aus. Strenge CO2-Grenzwerte f\u00fcr neue Pkw in der EU f\u00fcr die Jahre 2020\/21 sowie f\u00fcr 2030 f\u00fchren dazu, dass die Hersteller mehr Elektroautos auf den Markt bringen m\u00fcssen. \u00c4hnliche Regelungen gibt es in anderen L\u00e4ndern, die jedoch nicht so ambitioniert ausfallen wie in der EU. Batterieelektrische Autos (BEV) werden in der EU als Null-Emissionsfahr- zeuge behandelt, obwohl dies nur f\u00fcr die lokalen Emissionen und nicht f\u00fcr die Stromerzeugung oder gar die gesamte Wertsch\u00f6pfungskette inklusive Rohstoffgewinnung und Batterieproduktion gilt. Auch Plug-in-Hybride (PHEV) gelten als Autos mit geringen CO2-Emissionen pro Kilometer, obwohl diese aufgrund des zus\u00e4tzlichen Gewichts hoch ausfallen, wenn die Fahrzeuge vom Verbrennungsmotor angetrieben werden. Daher wird die aktuell g\u00fcltige CO2-Regulierung f\u00fcr Plug-in-Hybride bereits zunehmend kritisiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/heym1.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/heym1.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Viele L\u00e4nder gew\u00e4hren Subventionen f\u00fcr den Kauf von Elektroautos, da die reine Marktnachfrage noch immer recht klein ist. Diese Politik von \u201eZuckerbrot und Peitsche\u201c (Subventionen und Grenzwerte) f\u00fchrt dazu, dass die Automobilindustrie Fahrzeuge entwickelt und produziert bzw. produzieren muss, die den durchschnittlichen Autok\u00e4ufer (ohne F\u00f6rderung) noch nicht \u00fcberzeugen. Dieser h\u00e4lt sich wegen hoher Anschaffungspreise gerade im Volumensegment, der geringeren Reichweite, fehlender Ladeinfrastruktur, wegen der l\u00e4ngeren Ladedauer oder aus anderen Gr\u00fcnden zumeist noch zur\u00fcck. Der Marktanteil von Elektroautos in der EU steigt zwar, aber Subventionen sind hierf\u00fcr der wesentliche Treiber. Die aufgrund der Corona-Krise gesunkene Nachfrage nach Benzinern oder Diesel-Pkw im Jahr 2020 bei gleichzeitiger starker Subventionierung von E-Autos tr\u00e4gt dazu bei, dass deren Anteil an den Pkw-Neuzulassungen in der EU kr\u00e4ftig zugenommen hat. 2020 lag er f\u00fcr BEV, PHEV und Autos mit Brennstoffzelle \u00fcber 8%, gegen\u00fcber 3% im Jahr 2019. In Deutschland waren 2020 es sogar 13,5%.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/heym2.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/heym2.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Was bedeutet dieser Strukturwandel f\u00fcr die Branche? Zun\u00e4chst einmal f\u00fchrt er zu h\u00f6heren Kosten (insbesondere Investitionen in die neue Technologie) und zu sinkenden durchschnittlichen Renditen pro Fahrzeug, denn auch die Autoindustrie subventioniert oftmals den Absatz von Elektroautos. Jene Hersteller, die ihre CO2-Grenzwerte 2020 und 2021 verfehlen, m\u00fcssen Strafzahlungen leisten.<\/p>\n<p>Auch hieraus resultieren dann gegebenenfalls h\u00f6here Kosten. Ein Teil dieser Kosten wird an die Kunden und Zulieferer weitergegeben, ein Teil schm\u00e4lert die Gewinnspanne der Unternehmen und fehlt damit f\u00fcr Investitionen, Gehaltserh\u00f6hungen oder Bonuszahlungen f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten sowie f\u00fcr Aussch\u00fcttungen an Aktion\u00e4re.<\/p>\n<p>Auf die steigenden Kosten reagiert die Branche zudem mit der Verlagerung von Wertsch\u00f6pfung an kosteng\u00fcnstigere Standorte. Dies geschieht zumeist nicht von heute auf morgen, sondern vollzieht sich \u00fcber viele Jahre. Ferner f\u00fchrt die Umstellung vom traditionellen Verbrennungsmotor auf elektrische Antriebe zu Verschiebungen in der Wertsch\u00f6pfungskette. Es wird wohl auch in Deutschland eine nennenswerte Batteriezellenproduktion geben. Gleichwohl d\u00fcrften Batterien f\u00fcr Elektroautos k\u00fcnftig zu einem nennenswerten Anteil importiert werden. Mit einem steigenden Marktanteil von Elektroautos werden weniger Teile und Komponenten des klassischen Antriebsstrangs ben\u00f6tigt (neben Motoren auch Getriebe, Abgasanlagen usw.), die heute noch zu einem gro\u00dfen Teil in Deutschland hergestellt werden. Zuletzt waren schon die ersten Ank\u00fcndigungen aus der Branche zu vernehmen, dass die traditionelle Motorenproduktion aus Deutschland ins Ausland verlagert wird. Kaum jemand erwartet, dass die Netto- Bilanz dieses Strukturwandels f\u00fcr die Wertsch\u00f6pfung und Besch\u00e4ftigung der Automobilindustrie in Deutschland positiv ausfallen wird. Wir erwarten dies zum heutigen Zeitpunkt auch nicht.<\/p>\n<p>Diese Ausf\u00fchrungen sollten nicht falsch verstanden werden: Die CO2- Emissionen des Verkehrssektors tragen zum Klimawandel bei und sind ein externer Effekt, der auf geeignete Weise internalisiert werden sollte. Eine Regulierung dieser Emissionen ist ordnungspolitisch angezeigt. Leider sind die von der EU gew\u00e4hlten CO2-Grenzwerte f\u00fcr neue Pkw gepaart mit massiven Subventionen f\u00fcr Elektroautos auf nationaler Ebene \u00e4u\u00dferst ineffiziente (teure) und kaum wirksame Instrumente, um dies zu erreichen. Der steigende Anteil von Elektroautos wird bei den gesamten CO2-Emissionen in Deutschland oder der EU in den kommenden Jahren keinen nennenswerten Unterschied machen. Global k\u00f6nnte der Anteilsgewinn von Elektroautos aufgrund der energieintensiven Rohstoffgewinnung und Batterieproduktion sowie wegen des hohen Anteils an Kohlestrom, der in vielen L\u00e4ndern (China) f\u00fcr das Laden der Fahrzeuge eingesetzt wird, vorerst sogar mit steigenden CO2-Emissionen verbunden sein. Selbst im Falle einer positiven CO2-Bilanz ist es besonders teuer, durch die Elektrifizierung von Autos CO2-Emissionen einzusparen.<\/p>\n<p>Wir pl\u00e4dieren daher wie viele andere \u00d6konomen daf\u00fcr, die Emissionen des Verkehrssektors \u00fcber einen Upstream-Ansatz in den EU-Emissionshandel zu integrieren. Das deutsche Klimaschutzpaket von 2019 umfasst zumindest teilweise einen solchen Ansatz. CO2-Grenzwerte f\u00fcr Neuwagen und technologiespezifische Subventionen w\u00e4ren nicht notwendig, wenn es eine umfassende Integration des Verkehrssektors in den Emissionshandel g\u00e4be. Auch eine einheitliche CO2-Steuer w\u00e4re besser als das gew\u00e4hlte Regime.<\/p>\n<p>Aktuell sieht es jedoch nicht danach aus, dass die bestehende Regulierung im Grundsatz ge\u00e4ndert w\u00fcrde. Dazu d\u00fcrfte es allenfalls dann kommen, wenn alle europ\u00e4ischen Autobauer \u2013 also auch jene aus Frankreich und Italien \u2013 in den kommenden Jahren Probleme bekommen sollten, die CO2-Grenzwerte einzuhalten. Dann d\u00fcrfte auch aus diesen L\u00e4ndern der politische Druck auf die EU zunehmen. Dies h\u00e4ngt also in erster Linie von der k\u00fcnftigen Entwicklung der Nachfrage nach Elektroautos ab. Noch ist ungewiss, wann diese Nachfrage keiner staatlichen F\u00f6rderung mehr bedarf. In China sank die Nachfrage nach Elektroautos im Sommer 2019 rapide, als die Subventionen gek\u00fcrzt wurden.<\/p>\n<p><strong>Standort Deutschland durch andere Faktoren unter Druck<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt weitere Faktoren, die die Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Automobilstandorts Deutschland unter Druck setzen:<\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li>Die Unsicherheiten \u00fcber die k\u00fcnftige Ausgestaltung der deutschen Klima- und Energiepolitik haben dazu beigetragen, dass der Kapitalstock in energieintensiven Branchen wie der Metallerzeugung oder der Chemieindustrie in Deutschland seit vielen Jahren sinkt. Ausl\u00f6ser daf\u00fcr ist weniger der tat- s\u00e4chlich zu zahlende Strompreis, denn dieser liegt wegen der Ausnahmeregelungen beim EEG oder beim EU-Emissionshandel f\u00fcr energieintensive Unternehmen auf einem recht niedrigen Niveau. Relevanter ist vielmehr die Unsicherheit, wie lange diese Ausnahmeregelungen gew\u00e4hrt werden. Eine solche Unsicherheit schm\u00e4lert im Gro\u00dfanlagenbau offenkundig die Investitionsbereitschaft. Metallerzeugung und Chemieindustrie z\u00e4hlen letztlich auch zur automobilen Wertsch\u00f6pfungskette in Deutschland. Durch die Investitionszur\u00fcckhaltung werden Teile dieser Kette geschw\u00e4cht. F\u00fcr die Autoindustrie selbst oder auch den Maschinenbau als wichtigen Ausr\u00fcster sind die im internationalen Vergleich hohen industriellen Strompreise dagegen tats\u00e4chlich eine Belastung, auch wenn die eigentlichen Produktionsprozesse dieser Branchen nicht energieintensiv sind. Hohe Strompreise sind f\u00fcr Investitionsentscheidungen an einem Standort dann nachteilig, wenn &#8211; wie in den n\u00e4chsten Jahren zu erwarten ist &#8211; die Automatisierung der Produktion weiter vorangetrieben wird. Auch hier hat sich Deutschlands relative Wettbewerbsposition in den letzten Jahren verschlechtert.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/heym3.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/heym3.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li>H\u00f6here Kosten kommen auf die Autoindustrie auch durch die geplante Versch\u00e4rfung der europ\u00e4ischen Abgasnormen zu (Euro 7). Vorschl\u00e4ge hierzu liegen bereits auf dem Tisch, die deutlich strengere Obergrenzen f\u00fcr Stickoxidemissionen vorsehen. Diese k\u00f6nnten schon 2025 in Kraft treten. Der europ\u00e4ische Automobilverband ACEA erkl\u00e4rt dazu, dass es technisch unm\u00f6glich sei, diese Vorgaben mit einem Verbrennungsmotor zu erf\u00fcllen. Ob diese Einw\u00e4nde jedoch im politischen Entscheidungsprozess ber\u00fccksichtigt werden, ist ungewiss. Ein Teil der Politik wird die Hinweise aus der Branche auf physikalische Grenzen, technologische Machbarkeit oder steigende Kosten jedenfalls ignorieren. Unstrittig ist jedoch, dass strengere Grenzwerte, wie immer sie im Detail ausfallen, zu h\u00f6heren Kosten f\u00fchren. Im Volumensegment d\u00fcrfte der Kostenaufschlag pro Fahrzeug besonders ins Gewicht fallen. Dies setzt die Produktion solcher \u201eAutos f\u00fcr den Durchschnittsb\u00fcrger\u201c in Hochlohnl\u00e4ndern wie Deutschland, aber auch in Frankreich oder Italien kostenseitig unter Druck. Problematisch ist, dass die Debatte \u00fcber die Schadstoffemissionen von Pkw sowie eine geeignete Regulierung emotional stark aufgeladen ist und teilweise ideologisch gef\u00fchrt wird. Dies h\u00e4ngt nat\u00fcrlich mit dem Diesel-Skandal zusammen, der die Glaubw\u00fcrdigkeit der Automobilindustrie unterminiert hat. F\u00fcr viele politische Entscheidungstr\u00e4ger ist die Branche seither ein Feindbild; f\u00fcr andere war sie es schon immer. Die volkswirtschaftlichen Wohlfahrtseffekte sowie die immensen Impulse f\u00fcr die F&amp;E-Ausgaben, die von einer prosperierenden Automobilindustrie aus- gehen, r\u00fccken dabei in den Hintergrund. In Deutschland entf\u00e4llt mehr als ein Drittel aller F&amp;E-Ausgaben allein auf die Automobilindustrie. Wer in dieser Debatte die Frage nach der Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit von Kosten und Nutzen strengerer Abgasnormen stellt, ger\u00e4t bereits in Verdacht, die Gesundheit der Menschen wirtschaftlichen Interessen opfern zu wollen. Dabei sind die absoluten NOX-Emissionen und NOX-Konzentrationen z.B. in der EU und in Deutschland in den letzten Jahren stetig gesunken und werden weiter zur\u00fcckgehen.<\/li>\n<li>Bei klassischen Standortfaktoren wie der Steuerbelastung von Kapitalgesellschaften, Lohnh\u00f6he oder der Flexibilit\u00e4t bei Arbeitszeiten (inklusive Leiharbeit) hat sich Deutschlands Position im internationalen Vergleich zuletzt eher verschlechtert. Ein starrer Arbeitsmarkt und zugleich hohe absolute Lohnkosten sind f\u00fcr viele Unternehmen auf Dauer wirtschaftlich nicht tragf\u00e4hig.<\/li>\n<li>Etwa drei Viertel aller Pkw, die in Deutschland produziert werden, gehen in den Export. Die Branche f\u00fchrt zudem Motoren, Getriebe sowie andere Teile und Fahrzeugkomponenten aus. F\u00fcr den Standort Deutschland sind offene M\u00e4rkte und eine liberale Handelspolitik daher essenziell. Der Handelskonflikt zwischen den USA und China, die unter der Trump-Administration angedrohten h\u00f6heren Z\u00f6lle der USA auf Autoimporte aus der EU oder die Brexit-H\u00e4ngepartie waren und sind hier nicht f\u00f6rderlich, sondern hemmen Investitionen. Schnelle Fortschritte in der internationalen Handelspolitik sind aktuell nicht in Sicht. Je weniger es der EU gelingt, Barrieren im Handel mit gro\u00dfen Wachstumsm\u00e4rkten wie China, Indien, den ASEAN-Staaten, aber auch den USA abzubauen, desto wahrscheinlicher wird es, dass diese M\u00e4rkte k\u00fcnftig noch mehr als bislang durch Produktionsst\u00e4tten deutscher Hersteller in den jeweiligen Absatzm\u00e4rkten bedient werden. So k\u00f6nnten die Fabriken deutscher Unternehmen in China nach dem Abschluss eines Freihandelsabkommens von 15 Asien-Pazifik-Staaten Ende 2020 (Regional Comprehensive Economic Partnership, RCEP) k\u00fcnftig als Export-Hub f\u00fcr die gesamte Region dienen. Dies w\u00fcrde auch zu Lasten von Ausfuhren aus Deutschland in die s\u00fcd- und s\u00fcdostasiatischen Staaten gehen. Schon seit vielen Jahren w\u00e4chst die Produktion deutscher Hersteller im Ausland deutlich schneller als die Inlandsfertigung &#8211; der Trend wird anhalten.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/heym4.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/heym4.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li>Die EU ist der wichtigste Absatzmarkt f\u00fcr Fahrzeuge aus deutscher Produktion. Der Pkw-Markt in der EU ist jedoch ges\u00e4ttigt. Weiteres Wachstum d\u00fcrfte nur noch mit einer besseren Ausstattung der Autos und nicht \u00fcber die St\u00fcckzahlen zu erzielen sein. Die lokalen Nachfrageimpulse f\u00fcr die heimische Produktion sind also begrenzt.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/heym5.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/heym5.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<ul>\n<li>Nachteilig f\u00fcr den Produktionsstandort Deutschland wirkt sich schlie\u00dflich das perspektivisch sinkende Erwerbspersonenpotenzial aus. Die Generation der Baby-Boomer beginnt in den kommenden Jahren, in den Ruhestand zu gehen. Arbeitsmarktpolitische Ma\u00dfnahmen wie die Rente mit 63 sind hier kontraproduktiv. Das Erwerbspersonenpotenzial (20- bis 66-J\u00e4hrige) d\u00fcrfte bis 2030 um mehr als 2 Mio. sinken. Dies kann zwar teilweise durch mehr Automatisierung und digitale Technologien (Stichwort: Industrie 4.0) ausgeglichen werden. Der langfristige Netto-Effekt k\u00f6nnte jedoch negativ sein. Dabei spielen die erw\u00e4hnten hohen Stromkosten in Deutschland eine Rolle, denn diese verteuern eine Automatisierung der Produktion.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Werden die fr\u00fcheren H\u00f6chstst\u00e4nde jemals wieder erreicht?<\/strong><\/p>\n<p>Der Automobilstandort Deutschland verf\u00fcgt \u00fcber au\u00dfergew\u00f6hnliche Vorteile. Zu nennen ist vor allem die enge technologische und r\u00e4umliche Verzahnung von Herstellern, industriellen Zulieferern, Ausr\u00fcstern (z.B. Maschinenbau), Entwicklungsdienstleistern, Logistikunternehmen sowie von universit\u00e4ren und sonstigen Forschungseinrichtungen. Von dieser vertikal integrierten Wertsch\u00f6pfungskette sowie dem \u00fcber Jahrzehnte gewachsenen Know-how der Besch\u00e4ftigten kann der Standort zehren. Auch der intensive brancheninterne Wettbewerb war und ist ein Motor f\u00fcr stetige Innovationskraft und Produktivit\u00e4tsfortschritte. Fasst man alle zuvor skizzierten Faktoren zusammen, f\u00e4llt es jedoch schwer, die Zukunftsaussichten f\u00fcr den Automobilstandort optimistisch zu sehen.<\/p>\n<p>Der Corona-Schock war heftig. Noch nie seit der Wiedervereinigung rollten in einem Jahr so wenige Pkw von den Fertigungsb\u00e4ndern in Deutschland wie im Jahr 2020. Mit gut 3,5 Mio. Einheiten lag die st\u00fcckzahlm\u00e4\u00dfige Pkw-Produktion in Deutschland zum ersten Mal seit 1993 unter der Marke von 4 Mio. Einheiten. Damals folgte auf den Boom der Wiedervereinigung ein tiefer konjunktureller Einbruch. F\u00fcr lange Zeit galt die Faustregel, dass es f\u00fcr den Standort Deutschland ein zufriedenstellendes Ergebnis ist, wenn j\u00e4hrlich mehr als 5 Mio. Autos produziert werden. Der h\u00f6chste Wert datiert auf das Jahr 2011 mit einer Jahresproduktion von knapp 5,9 Mio. Pkw. 2020 lag die Fertigung um 40% unter diesem Wert.<\/p>\n<p>Der Produktionsindex der Automobilindustrie, der auch qualitative Komponenten wie die bessere Ausstattung der Fahrzeuge umfasst, tendierte seit 1993 nach oben. Dieser langfristige Trend wurde lediglich durch die globale Wirtschafts- und Finanzkrise 2008\/09 tempor\u00e4r unterbrochen. Der Index sank jedoch schon in den beiden Jahren vor der Corona-Krise aufgrund der schwachen globalen Autonachfrage. 2020 d\u00fcrfte der Produktionsindex um ein Drittel unter dem H\u00f6chstwert von 2017 liegen.<\/p>\n<p>Der Automobilstandort Deutschland konnte sich von den beiden tiefen Krisen der letzten 30 Jahre (1993 sowie 2008\/09) jeweils nach einigen Jahren wieder erholen. Angesichts der strukturellen Herausforderungen f\u00fcr den Standort Deutschland ist es aber fraglich, ob nach der Corona-Krise die fr\u00fcheren H\u00f6chst- st\u00e4nde am Standort Deutschland jemals wieder erreicht werden. Wir bef\u00fcrchten, dass es k\u00fcnftig immer schwerer wird, eine konkurrenzf\u00e4hige Produktion von Pkw im Volumensegment (Klein- und Kompaktwagen) in Deutschland aufrechtzuerhalten. Dies gilt auch f\u00fcr Teile und Zubeh\u00f6r, die technologisch weniger anspruchsvoll sind. Kostenfaktoren, die auch auf klima- und umweltpolitische Regulierung zur\u00fcckzuf\u00fchren sind, k\u00f6nnten in den kommenden Jahren dazu f\u00fchren, dass die Produktion in Deutschland in diesen Bereichen schrittweise zur\u00fcckgefahren wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/heym6.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/heym6.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Die Konsolidierung der globalen Automobilindustrie gerade im Massenmarkt wird hierzu einen Beitrag leisten. Die j\u00fcngsten Zusammenschl\u00fcsse von Unternehmen in diesem Segment best\u00e4tigen das. Dadurch wird der unternehmensinterne Wettbewerb f\u00fcr Standorte in Deutschland gegen\u00fcber Produktionsst\u00e4tten im Ausland intensiviert.<\/p>\n<p>Optimistischer sind wir vorerst f\u00fcr Produktion von Pkw ab der (gehobenen) Mittelklasse sowie f\u00fcr weiteres qualitatives Wachstum in Deutschland. Dieses resultiert u.a. aus dem zweiten bedeutenden technologischen Strukturwandel in der Automobilindustrie, dem Megatrend in Richtung vernetztes und (teil-) autonomes Fahren. Durch diesen Trend steigt der Bedarf an zus\u00e4tzlicher Soft- und Hardware, was ceteris paribus zu mehr Wertsch\u00f6pfung f\u00fchrt. Auch Forschung und Entwicklung werden in Deutschland wichtig bleiben. Dagegen erfolgt beim Strukturwandel vom Verbrennungsmotor hin zur Elektromobilit\u00e4t eine Substitution von Technologien, bei der die Nettobilanz f\u00fcr die Wertsch\u00f6pfung in Deutschland negativ ausfallen d\u00fcrfte.<\/p>\n<p><strong>Deutsche Autohersteller besser f\u00fcr Zukunft gewappnet als Standort Deutschland<\/strong><\/p>\n<p>Der in der \u00dcberschrift dieses Beitrags angedeutete Vergleich der Zukunftsperspektiven des Automobilstandorts Deutschland mit der Entwicklung der Automobilindustrie in und um Detroit, dem traditionellen Zentrum der Branche in den USA, mag zun\u00e4chst schockieren. Schlie\u00dflich gilt Detroit im US-Bundesstaat Michigan f\u00fcr viele als Synonym f\u00fcr den Niedergang einer ganzen Industrie in einer Region. Dieses Bild ist jedoch nicht richtig. Noch immer werden in Michigan viele Light Vehicles (LV) produziert. Allerdings waren es in den letzten Jahren etwa ein Drittel weniger Fahrzeuge als zu Beginn dieses Jahrhunderts. In der Folge ist der Anteil des Bundestaates an der gesamten LV-Produktion der USA von knapp 25% im Jahr 2000 auf deutlich weniger als 20% in den letzten Jahren gesunken. Profitiert haben dagegen einige S\u00fcdstaaten, in denen auch deutsche Hersteller in neue Autofabriken investiert haben. Hohe Standortkosten in Michigan (z.B. Lohn- und Pensionskosten der angestammten Belegschaft) waren ein wesentlicher Grund f\u00fcr diese Verschiebung innerhalb der USA.<\/p>\n<p>Eine \u00e4hnliche Entwicklung ist f\u00fcr den Automobilstandort Deutschland nicht unwahrscheinlich, wenngleich jene Treiber ma\u00dfgeblich sind, die wir oben skizziert haben. Auch in Deutschland k\u00f6nnten die Produktionszahlen der Branche dauerhaft unterhalb der fr\u00fcheren Niveaus verharren. Der Anteil Deutschlands nicht nur an der globalen, sondern auch an der europ\u00e4ischen Automobilproduktion droht zu sinken.<\/p>\n<p>Der Abgesang auf die deutsche Automobilindustrie wird von manchen Marktbeobachtern schon seit vielen Jahrzehnten angestimmt. Der Standardvorwurf lautet, dass die deutsche Autoindustrie \u201ealle technologischen Trends verschlafen\u201c habe. Dieser Vorwurf war in dieser Pauschalit\u00e4t schon immer falsch und nie Ergebnis einer n\u00fcchternen Analyse relevanter Daten. Zutreffender ist eher, dass die deutschen Hersteller bei manchen Technologien nicht die schnellsten waren, im zweiten Schritt aber h\u00e4ufig zu den besten Anbietern z\u00e4hlten. Gemessen an relevanten messbaren Indikatoren wie Marktanteilen in wichtigen Autom\u00e4rkten, wirtschaftlicher Rentabilit\u00e4t oder Innovationskraft mussten sich die deutschen Hersteller und ihre Zulieferer noch nie vor der ausl\u00e4ndischen Konkurrenz verstecken.<\/p>\n<p>Der Vorwurf an die deutsche Autoindustrie, technologische Trends zu verschlafen, wird auch beim \u00dcbergang zu E-Mobilit\u00e4t stetig wiederholt. Doch auch in diesem Fall ist er nicht pauschal zutreffend. Richtig ist, dass der Anteil deutscher Hersteller an den verkauften Elektroautos in vielen M\u00e4rkten unter ihrem Marktanteil bei traditionellen Fahrzeugen liegt. Gleichwohl gleicht der \u00dcbergang vom Verbrennungsmotor zur E-Mobilit\u00e4t einem Langstreckenlauf und nicht einem Sprint. Kein Anbieter liegt uneinholbar vorne. Zudem ist die Produktpipeline der deutschen Hersteller gut gef\u00fcllt. Die Deutschen sind sp\u00e4ter dran als manche Konkurrenten, aus unserer Sicht jedoch nicht zu sp\u00e4t. Mittel- bis l\u00e4ngerfristig wird es ohnehin entscheidend sein, ob die Hersteller bei Elektroautos Marktanteile gewinnen k\u00f6nnen, wenn staatliche Subventionen zur\u00fcckgefahren werden oder ganz auslaufen. Erst dann kann man ein finales Urteil f\u00e4llen. Hier sehen wir f\u00fcr die deutschen Unternehmen mit ihrem Fokus auf Fahrzeuge im Premium-Segment gute Chancen.<\/p>\n<p>Unter dem Strich sind wir davon \u00fcberzeugt, dass die deutsche Automobilindustrie besser f\u00fcr die \u201eelektromobile\u201c Zukunft und andere strukturelle Herausforderungen der Branche ger\u00fcstet ist als der Automobilstandort Deutschland. Die Unternehmen k\u00f6nnen Standortentscheidungen frei treffen und sich im Laufe der Zeit anpassen, wenn sich die Rahmenbedingungen an einem Standort verschlechtern. Bei der Beurteilung der Zukunftsperspektiven des Standorts Deutschland \u00fcberwiegen aus heutiger Sicht jedoch die negativen Faktoren. Bedauerlich ist dabei, dass ein Teil dieser Faktoren durch eine klimapolitische Regulierung beg\u00fcnstigt wird, die deutlich weniger effektiv als m\u00f6glich und teurer\u00a0 als n\u00f6tig ist. Sollte diese Politik in den regionalen Hochburgen der Automobilindustrie zu sp\u00fcrbaren Arbeitsplatzverlusten f\u00fchren, die auch betriebsbedingte K\u00fcndigungen umfassen, d\u00fcrfte dies die politische Debatte intensivieren und oppositionelle Kr\u00e4fte auf den Plan rufen. Dies ist ein Warnruf, denn es muss nicht so kommen. Das Produkt Automobil ist noch nicht am Ende der technologischen Fahnenstange angekommen; mehr Wertsch\u00f6pfung durch technischen Fort- schritt am Standort Deutschland ist nicht ausgeschlossen. Befremdlich wirkt es dennoch, wenn gro\u00dfe Teile der Politik die sich verschlechternden Rahmenbedingungen (nicht nur) f\u00fcr die Automobilindustrie eher mit einem Schulterzucken zur Kenntnis nehmen. Einmal verlorene Wertsch\u00f6pfung am Standort l\u00e4sst sich nicht so leicht wieder zur\u00fcckholen.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Corona-Pandemie l\u00f6st extreme konjunkturelle Schwankungen in der deutschen Automobilindustrie aus. Dennoch bleiben strukturelle Herausforderungen sehr viel relevanter. 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