{"id":30783,"date":"2022-04-04T00:47:41","date_gmt":"2022-04-03T23:47:41","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=30783"},"modified":"2023-01-19T17:23:14","modified_gmt":"2023-01-19T16:23:14","slug":"militaerhilfe-wirtschaftssanktionen-und-energieboykott-ueberlebt-das-geschaeftsmodell-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=30783","title":{"rendered":"Milit\u00e4rhilfe, Wirtschaftssanktionen und Energieboykott  <br\/><font size=3; color=grey>\u00dcberlebt das \u201eGesch\u00e4ftsmodell Deutschland\u201c? <\/font>"},"content":{"rendered":"<p><em>&#8222;[A]ll too often what the policymaker wants from intellectuals is not ideas but endorsement.&#8220;<\/em> (Henry Kissinger, 1959)<\/p>\n<p>Der russische \u00dcberfall auf die Ukraine ist eine Zeitenwende. Er bringt unermessliches Leid und massenhaften Tod mitten in Europa. Auf beiden Seiten sterben Soldaten, die Zivilbev\u00f6lkerung leidet. Das russische Milit\u00e4r bombt ukrainische St\u00e4dte in Schutt und Asche. Diesem barbarischen Krieg, den Russland vom Zaun gebrochen hat, muss Einhalt geboten werden, sofort! Der Westen hat sich entschieden, der Ukraine zu helfen. Ein direktes milit\u00e4risches Eingreifen hat er allerdings kategorisch ausgeschlossen. Damit bleiben Milit\u00e4rhilfe und (Wirtschafts-)Sanktionen. Beides ist unter und in den westlichen L\u00e4ndern nicht unumstritten. Einige L\u00e4nder, wie etwa Deutschland, haben mit der Lieferungen von Waffen lange gez\u00f6gert. Der Kanzler folgte nur widerwillig dem gr\u00fcnen Wirtschaftsminister. Wirklich erfolgreich scheint aber der Transfer von deutschen Waffen in die Ukraine nicht zu laufen. Aber auch wirtschaftliche Sanktionen stehen in der Kritik. Zwar wurden harte (Wirtschafts-)Sanktionen auf den Weg gebracht. Mit der H\u00e4rte des Krieges und dem unermesslichen menschlichen Leid wird diskutiert, die Sanktionen zu versch\u00e4rfen. Ein Energieembargo ist allerdings h\u00f6chst umstritten. Das gilt nicht nur in der Politik, sondern auch unter \u00d6konomen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Milit\u00e4rhilfe <\/strong><\/p>\n<p>Das politische Handeln des Westens im Ukraine-Krieg hat zwei Schwierigkeiten offenbart: Ein Assignment-Problem und das Tinbergen-Theorem. Die Politik sollte nicht nur die Instrumente einsetzen, die vorgegebene Ziele m\u00f6glichst effizient und effektiv erreichen (Assignment-Problem). Sie sollte auch bedenken, dass man mit einem Instrument nicht gleichzeitig mehrere Ziele wirksam erreichen kann (Tinbergen-Theorem). Die Zahl der Mittel sollte der Zahl der Ziele entsprechen. Wenn der Westen verhindern will, dass die Ukraine milit\u00e4risch untergeht und als souver\u00e4ner Staat von der Landkarte verschwindet, muss er seine Mittel, der Ukraine zu helfen, effizient einsetzen. Das sind nicht (Wirtschafts-)Sanktionen, so hart und umfassend sie auch sein m\u00f6gen. Es ist schlicht und einfach mehr und bessere milit\u00e4rische Hilfe. Im Krieg muss man mit Waffen k\u00e4mpfen. Es ist zwar nicht ausgeschlossen, dass (Wirtschafts-)Sanktionen, wenn sie nur hart genug ausfallen, Russland \u00f6konomisch \u00fcber kurz oder (eher) lang in die Knie zwingen und milit\u00e4risch l\u00e4hmen. Bis sie allerdings wirken, ist die Ukraine l\u00e4ngst erledigt. Der ukrainische Staat w\u00e4re Geschichte.<\/p>\n<p>Der Westen hat sich entschieden, der Ukraine nicht mit eigenen Truppen zu Hilfe zu kommen. Daf\u00fcr gibt es zweifellos respektable Gr\u00fcnde. Die Angst vor einer direkten milit\u00e4rischen Konfrontation der NATO mit Russland ist ein Grund, die Gefahr atomarer Verwicklungen der beiden Gro\u00dfm\u00e4chte der USA und Russland ein anderer. Wenn der Westen diesen Weg nicht gehen, die Ukraine sich aber wirksam verteidigen will, muss die westliche Allianz die kampfbereiten ukrainischen Truppen mit neustem milit\u00e4rischem Material ausstatten. Dabei geht es nicht nur um Helme und alte Bundeswehrbest\u00e4nde an leichten Waffen, auch schweres milit\u00e4risches Material, wie Artillerie, Kampfpanzer, Kriegsflugzeuge, geh\u00f6rt dazu. Vor allem aber geht es um die westliche Lieferung moderner Waffen. Es ist schwer verst\u00e4ndlich, weshalb sich die (alte und neue) Bundesregierung so lange geziert hat, die Ukraine milit\u00e4risch besser auszustatten. Es ist eine Ironie der Geschichte, dass Robert Habeck, der damalige Vorsitzende der (pazifistisch angehauchten) Gr\u00fcnen lange vor dem russischen \u00dcberfall f\u00fcr Waffenlieferungen an die Ukraine pl\u00e4diert hat. Leider ist ihm seine Partei zun\u00e4chst nicht gefolgt. Es war Wahlkampf in Deutschland und die Ukraine &#8222;weit&#8220; weg.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Wirtschaftssanktionen<\/strong><\/p>\n<p>Die westliche Allianz hat auf den russischen \u00dcberfall sanktionspolitisch \u00fcberraschend reagiert: Einig, schnell und hart. Viele hatten anderes erwartet, wohl auch der Kreml. Die Entscheidungen gehen \u00fcber das \u201ebusiness as usal\u201c bei (Wirtschafts-)Sanktionen hinaus. \u201e\u00dcblich\u201c geworden sind schon seit einiger Zeit \u201esmarte\u201c, die Bev\u00f6lkerung m\u00f6glichst \u201eschonende\u201c Sanktionen, wie spezifische Exportrestriktionen, gezielte Finanzsanktionen und \u201eschwarze\u201c Listen f\u00fcr Personen und Unternehmen (<a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=30430\">hier<\/a>). Der Ausschluss wichtiger russischer Banken von SWIFT, wenn auch nicht aller, vor allem aber die Sanktionen gegen die russische Notenbank, deren Devisenreserven eingefroren wurden, sind neue, innovative Folterwerkzeuge. Die Idee hinter den harten Sanktionen ist einfach. Wirtschaftlich soll Russland in die Knie gezwungen werden. Der \u00f6konomische Schaden soll es dem Kreml schwerer machen, den Krieg gegen die Ukraine zu finanzieren. Er soll aber auch die Unzufriedenheit der russischen Bev\u00f6lkerung \u00fcber den kriegerischen Kurs des Kremls verst\u00e4rken. Wenn es gut l\u00e4uft, w\u00fcrde das schneller zu einem Ende des Krieges f\u00fchren.<\/p>\n<p>Der \u201eSanktion-Wirtschaft-Krieg-Mechanismus\u201c hat allerdings gravierende M\u00e4ngel. Es ist empirisch gut belegt, wirtschaftliche Sanktionen wirken wirtschaftlich. Wenn sie gut gemacht sind, sch\u00e4digen sie die Sanktionierten st\u00e4rker als die Sanktionierenden. Internationaler Handel und Kapitalverkehr brechen ein. Das wird auch f\u00fcr die neuen, h\u00e4rteren Sanktionen gegen Russland so sein. Allerdings treten sie nicht sofort ein. Sie brauchen Zeit, um ihre sch\u00e4dlichen \u00f6konomischen Wirkungen zu entfalten. Tats\u00e4chlich werden Sanktionen aber nicht eingesetzt, um andere (und sich selbst) \u00f6konomisch zu sch\u00e4digen. Sie sind ein Ersatz f\u00fcr Krieg. Mit Sanktionen soll das politische Verhalten der anderen ver\u00e4ndert werden. Im Ukraine-Konflikt, soll der russische Aggressor dazu bewegt werden, den Krieg so schnell wie m\u00f6glich zu beenden. Die Erfahrungen zeigen allerdings, Sanktionen haben kaum einen Einfluss darauf, Kriege (vorzeitig) zu beenden. Im \u00dcbrigen gilt auch f\u00fcr Sanktionen das Gesetz abnehmender Grenzertr\u00e4ge. Und selbst wenn sie sp\u00fcrbaren Einfluss h\u00e4tten, sie wirken erst mit betr\u00e4chtlicher Zeitverz\u00f6gerung. Diese Zeit hat die Ukraine aber nicht. Das ist \u201eTinbergen pur\u201c. Wer mit wirtschaftlichen Sanktionen politische (milit\u00e4rische) Ziele erreichen will, hat keine guten Karten, schon gar nicht auf die Schnelle.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Energieboykott<\/strong><\/p>\n<p>Es ist nicht nur die genozidale Belagerung von Mariupol, es ist der ganze verbrecherische Krieg, den Russland gegen die Ukraine f\u00fchrt, der immer mehr Menschen im Westen dazu bringt, einen totalen Boykott russischer Energie zu fordern. Die USA haben diesen Schritt schon gemacht. Sie haben den Import von \u00d6l, Kohle und Erdgas aus Russland gestoppt. Allerdings ist der Umfang ihrer bisherigen Importe vernachl\u00e4ssigbar. Aber auch in Europa mehren sich die Stimmen, dem amerikanischen Beispiel zu folgen. Mit einem solchen Boykott w\u00fcrde Russland wirtschaftlich empfindlich getroffen. Fast die H\u00e4lfte des russischen Staatshaushaltes wird \u00fcber Einnahmen aus dem Gesch\u00e4ft mit \u00d6l und Erdgas \u2013 F\u00f6rdersteuern, Exportz\u00f6lle &#8211; finanziert. Am lukrativsten ist das Gesch\u00e4ft mit \u00d6l. Die staatlichen Einnahmen daraus sind fast dreimal so gro\u00df wie aus Erdgas. Wie sich ein umfassendes westliches Energieembargo auf die russische Wirtschaft konkret auswirkt, ist allerdings weiter spekulativ. Das gilt zumindest f\u00fcr die kriegsentscheidende kurze Frist. Das IfW sch\u00e4tzt, dass l\u00e4ngerfristig das russische BIP um \u00fcber 10 % einbrechen w\u00fcrde (<a href=\"https:\/\/www.ifw-kiel.de\/de\/publikationen\/medieninformationen\/2022\/russland-hat-in-einem-handelskrieg-langfristig-deutlich-mehr-zu-verlieren-als-usa-und-alliierte\/\">hier<\/a>).<\/p>\n<p>Eine Reihe von \u00d6konomen setzt mit der Dauer des verbrecherischen Krieges auf einen totalen Energieboykott. Dabei zeigen sich allerdings \u2013 leider \u2013 zwei gravierende Schwachstellen. Zum einen: Es ist weiterhin unklar, wie stark ein Energieboykott des Westens die russische Wirtschaft sch\u00e4digt. Kurzfristig d\u00fcrfte sich der Schaden in Grenzen halten. Die russische Wirtschaft ist trotz aller Schw\u00e4chen mehr als ein potemkinsches Dorf. Damit kann aber die \u00d6konomie das \u2013 wie auch immer motivierte &#8211; kriegspolitische Verhalten des Kremls zumindest in der kriegsentscheidenden kurzen Frist eher nicht ver\u00e4ndern. Zum anderen: Ein Energieboykott ist auch f\u00fcr den Westen nicht kostenlos. Die Abh\u00e4ngigkeit von russischer Energie ist gewaltig, vor allem f\u00fcr Deutschland (<a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=30732\">hier<\/a>). Kurzfristig l\u00e4sst sich daran wenig \u00e4ndern. Auch wenn einige Studien \u201ehandhabbare\u201c Einbr\u00fcche des deutschen BIP suggerieren (<a href=\"https:\/\/www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de\/fileadmin\/dateiablage\/Konjunkturprognosen\/2022\/KJ2022_Kasten3.pdf\">hier<\/a>), sie basieren auf einem sektoralen Status quo nach dem Ukraine-Krieg. Das ist voreilig und brandgef\u00e4hrlich f\u00fcr Besch\u00e4ftigung, Wohlstand und Verteilung. Das \u201eGesch\u00e4ftsmodell Deutschland\u201c (<a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=28005\">hier<\/a>) k\u00f6nnte irreparablen Schaden nehmen. Kein Wunder, dass sich die Sozialpartner hierzulande gegen einen totalen Energieboykott wenden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>\u201eGesch\u00e4ftsmodell Deutschland\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Weder die Finanz- noch die Corona-Krise konnten dem deutschen Gesch\u00e4ftsmodell viel anhaben. Die Ukraine-Krise k\u00f6nnte das \u00e4ndern. Ein Boykott russischer Energie k\u00f6nnte den industriellen Sektor, die Herzkammer des &#8222;Gesch\u00e4ftsmodells Deutschland&#8220;, schwer sch\u00e4digen. \u00dcber dem exportorientierten deutschen Modell, das weltweit offene M\u00e4rkte f\u00fcr Vorleistungen und Endprodukte braucht, schwebt schon l\u00e4nger das Damoklesschwert des strukturellen Wandels. In Deutschland hat sich inter-sektoraler Strukturwandel aufgestaut (<a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=28005\">hier<\/a>). Ver\u00e4ndertes Ausgabenverhalten von Haushalten und Unternehmen und die internationale Spezialisierung ver\u00e4ndern das strukturelle Muster stetig. Der Strukturwandel ist aber nicht nur markt-, er ist auch politikgetrieben. Die heimische Politik zerst\u00f6rt das eigene Gesch\u00e4ftsmodell: Der umverteilende und regulierende Sozialstaat wuchert, die Politik k\u00e4mpft mit vielen Mitteln gegen die Industrie, nicht nur klimapolitischen. Das deutsche Modell steht auf t\u00f6nernen F\u00fc\u00dfen. Schon der \u201eFl\u00fcgelschlag eines Schmetterlings\u201c k\u00f6nnte chaotische Zust\u00e4nde im Strukturwandel ausl\u00f6sen (<a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=23133\">hier<\/a>). Ein umfassendes Energieembargo gegen Russland k\u00f6nnte der folgenschwere Impuls f\u00fcr Besch\u00e4ftigung, Wohlstand und Verteilung sein.<\/p>\n<p>Wie sich ein Energieboykott auf die deutsche Wirtschaft auswirkt, h\u00e4ngt davon ab, wie schnell sie russische Energie ersetzen kann. Das scheint bei Kohle und \u00d6l so problematisch nicht zu sein. Anders sieht es bei Erdgas aus. Ein vollst\u00e4ndiger Ersatz f\u00fcr russisches Gas ist auf die Schnelle kaum m\u00f6glich. 4 \u2013 5 Jahre k\u00f6nnte es schon dauern, wenn wir uns beeilen (<a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/basf-chef-warnt-vor-gas-embargo-schaeden-fuer-deutsche-volkswirtschaft-17925528.html?premium\">hier<\/a>). Das scheint auf den ersten Blick nicht besonders schlimm. Es gibt zwar Sektoren, wie die Grundstoffchemie, die Metallindustrie und Glas &amp; Keramik, die kurzfristig Erdgas nicht ersetzen k\u00f6nnen. Allerdings machen sie nur etwa 3 % der gesamten Wertsch\u00f6pfung aus (<a href=\"https:\/\/makronom.de\/ukraine-krieg-russland-wie-man-die-auswirkungen-eines-gasembargos-nicht-berechnen-sollte-41590\">hier<\/a>). Die Wirkung auf die gesamte Volkswirtschaft ist aber wesentlich gr\u00f6\u00dfer. Ihre Produkte stehen am Anfang einer komplexen Wertsch\u00f6pfungskette. Damit leiden auch andere Wirtschaftszweige stark. Die Gefahr ist gro\u00df, dass einige von ihnen f\u00fcr immer von der Bildfl\u00e4che verschwinden. Der industrielle Sektor, das Herz des \u201eGesch\u00e4ftsmodell Deutschland\u201c, erlitte einen Infarkt. Der ist besonders gef\u00e4hrlich, weil Deutschland sektoral weit hinter der weltweiten Konkurrenz herhinkt und st\u00e4rker als andere von billigem russischem Gas abh\u00e4ngt. Der Anpassungsbedarf an den sektoralen Strukturwandel ist auch ohne die Energiekrise schon gro\u00df. Ein Energieboykott w\u00fcrde ihn drastisch versch\u00e4rfen. Er w\u00fcrde nicht \u00fcber lange Jahre hinweg ablaufen, sondern schockartig in k\u00fcrzester Zeit stattfinden. Ein tiefer wirtschaftlicher Einbruch mit massenhafter Arbeitslosigkeit, galoppierender Inflation und wachsender Ungleichheit w\u00e4re unvermeidlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die westliche Hilfe f\u00fcr die Ukraine ist moralische Pflicht. Der Weg \u00fcber (Wirtschafts-)Sanktionen wird Russland nicht bewegen, seine milit\u00e4rischen Ziele aufzugeben, zumindest nicht in der kurzen Frist, in der es f\u00fcr die Ukraine und ihre Menschen ums \u00dcberleben geht. Daran \u00e4ndern auch sch\u00e4rfere Sanktionen wenig. Mit der H\u00e4rte der Sanktionen steigen auch die eigenen Kosten. Ein Energieembargo w\u00fcrde Europa hart treffen. Vor allem Deutschland w\u00fcrde stark leiden. Das deutsche Gesch\u00e4ftsmodell w\u00fcrde erheblichen Schaden nehmen. Die Kosten w\u00e4ren enorm. Wer der Ukraine helfen will, den russischen \u00dcberfall zu \u00fcberleben, muss massive milit\u00e4rische Hilfe leisten, sofort! Dabei geht es nicht nur um leichte Waffen. Auch schwere d\u00fcrfen kein Tabu sein. Vor allem aber m\u00fcssen sie dem neusten Stand der Wehrtechnik entsprechen. Die USA und Gro\u00dfbritannien haben das begriffen. Ist der russische Vormarsch gestoppt, kommen neue, innovative Sanktionen ins Spiel. Importz\u00f6lle auf russische Energie sind ein probates Mittel (<a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/energieversorgung-aus-russland-total-embargo-fuer-gas-und-oel-17906637.html?premium\">hier<\/a>). Energierenten werden abgesch\u00f6pft. Der russische Wohlstand erodiert. Es f\u00e4llt Russland schwerer, einen langwierigen Krieg zu finanzieren. Auch die Kosten der Sanktionen f\u00fcr uns sind geringer. Das gilt vor allem dann, wenn wir mit einem Embargo russischen \u00d6ls anfangen. Die Zeit arbeitet gegen den Kreml. Der Westen wird russische Energie substituieren. Russland wird schon mittelfristig gro\u00dfen \u00f6konomischen Schaden nehmen. Es ist aber auch an der Zeit, den energiepolitischen Murks der letzten Jahrzehnte auf den Pr\u00fcfstand zu stellen. Dabei darf es keine Denkverbote geben, auch nicht \u00fcber die Atomenergie.<\/p>\n<p><strong>Blog-Beitr\u00e4ge zum Thema:<\/strong><\/p>\n<p>David Stadelmann (2022): <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=30717\">Ein moralisches Angebot an die Intelligenzija<\/a><\/p>\n<p>Manuel Frondel und Christoph M. Schmidt (2022): <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=30732\">Stopp des Bezugs von russischem Gas birgt erhebliche Risiken<\/a><\/p>\n<p>Tim Krieger (2022): <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=30737\">\u00d6konomen als Kriegstreiber?<\/a><\/p>\n<p>Joachim Weimann (2022): <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=30722\">R\u00e4tselhafte Leopoldina<\/a><\/p>\n<p>Ingo Pies (2022): <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=30709\">Wirtschaftskrieg als moralische Pflicht? <\/a><span style=\"color: grey; font-size: medium;\">Drei ordonomische Einw\u00e4nde <\/span><\/p>\n<p>Norbert Berthold (2022): <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=30666\">Krieg, Sanktionen und Energie. <\/a><span style=\"color: grey; font-size: medium;\">Verst\u00e4rkte Waffenlieferungen an die Ukraine oder mehr? <\/span><\/p>\n<p>David Stadelmann (2022): <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=30659\">Wie Sanktionen ein Regime st\u00e4rken k\u00f6nnen<\/a><\/p>\n<p>Andreas Freytag (2022): <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=30634\">Hilft es der Ukraine, wenn es mit Russlands Wirtschaft bergab geht?<\/a><\/p>\n<p>Gunther Schnabl (2022): <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=30610\">Finanzmarktwaffen gegen Russland. <\/a>Hat Wladimir Putin die Folgen untersch\u00e4tzt?<\/p>\n<p>Norbert Berthold (2022): <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=30523\">Russland fordert die NATO heraus. <\/a>Wie glaubw\u00fcrdig sind Sanktionsdrohungen?<\/p>\n<p>Norbert Berthold (2022): <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=30430\">Die Politik wirtschaftlicher Sanktionen. \u00d6konomisch kostspielig, politisch ineffizient?<\/a><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;[A]ll too often what the policymaker wants from intellectuals is not ideas but endorsement.&#8220; (Henry Kissinger, 1959) Der russische \u00dcberfall auf die Ukraine ist eine &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=30783\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eMilit\u00e4rhilfe, Wirtschaftssanktionen und Energieboykott  <br \/><font size=3; color=grey>\u00dcberlebt das \u201eGesch\u00e4ftsmodell Deutschland\u201c? 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