{"id":31765,"date":"2022-10-10T00:29:34","date_gmt":"2022-10-09T23:29:34","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=31765"},"modified":"2022-10-11T11:48:18","modified_gmt":"2022-10-11T10:48:18","slug":"gastbeitrag-energiekrise-trifft-industrie-ins-mark","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=31765","title":{"rendered":"<font size=3; color=grey>Gastbeitrag <\/font><br\/>Energiekrise trifft Industrie ins Mark"},"content":{"rendered":"<p><em>Die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland d\u00fcrfte 2022 um 2,5% und im Jahr 2023 um rd. 5% schrumpfen. Die gr\u00f6\u00dften R\u00fcckg\u00e4nge sind in den energieintensiven Industrien zu erwarten. Die Unternehmen in diesen Sektoren haben die meisten kurzfristigen M\u00f6glichkeiten genutzt, um von Gas auf andere Energietr\u00e4ger umzusteigen oder die Energieeffizienz weiter zu erh\u00f6hen. Weitere Schritte waren und sind die Drosselung der Produktion, die Schlie\u00dfung einzelner Werke und\/oder die Verlagerung der Produktion in Fabriken im Ausland.<\/em><\/p>\n<p><em>Wenn wir in etwa zehn Jahren auf die aktuelle Energiekrise zur\u00fcckblicken werden, k\u00f6nnten wir diese Zeit als Ausgangspunkt f\u00fcr eine beschleunigte Deindustrialisierung in Deutschland betrachten. Der Anteil des Verarbeitenden Gewerbes an der gesamten Bruttowertsch\u00f6pfung in Deutschland (20,8% im Jahr 2021, 22,9% im Jahr 2016) wird in den n\u00e4chsten Jahren voraussichtlich sinken. Die k\u00fcnftige Regulierung der Energiem\u00e4rkte und Energiepreise ist ein wichtiger Unsicherheitsfaktor und wird die Entwicklung der Industrie in Deutschland beeinflussen. Die geplanten Gas- und Strompreisbremsen mildern zwar die negativen Folgen der hohen Energiepreise f\u00fcr die Unternehmen ab. Es w\u00fcrde den Staat jedoch finanziell \u00fcberfordern, wenn er auch mittelfristig die Energiepreise f\u00fcr industrielle Endkunden (vor allem Gas) sp\u00fcrbar subventionieren wollte.<\/em><\/p>\n<p><em>Wir sind pessimistischer f\u00fcr den Industriestandort Deutschland als f\u00fcr die gro\u00dfen deutschen Industrieunternehmen, die ihre Aktivit\u00e4ten besser internationalisieren und Produktionsstandorte nach ihren individuellen Kosten- und Kundenstrukturen w\u00e4hlen k\u00f6nnen. F\u00fcr den deutschen Mittelstand, insbesondere in den energieintensiven Branchen, wird die Anpassung an eine neue Energiewelt eine gr\u00f6\u00dfere Herausforderung, an der manche Unternehmen scheitern werden.<\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Wenn wir in zehn Jahren auf die derzeitige Energiekrise zur\u00fcckblicken, k\u00f6nnten wir diese Zeit als Ausgangspunkt f\u00fcr eine beschleunigte Deindustrialisierung in Deutschland betrachten. In unserem Ausblick Deutschland von Juli 2022 haben wir argumentiert, dass sich die \u201eaktuelle Gas-Krise [&#8230;] als struktureller \u201eGame-Changer\u201c f\u00fcr den Industriestandort Deutschland und das deutsche exportorientierte Gesch\u00e4ftsmodell erweisen\u201c k\u00f6nnte. [&#8230;] \u201eDie energieintensiven Industrien, die am Anfang dieser Wertsch\u00f6pfungskette stehen, werden in Deutschland weiter unter Druck geraten.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/heyindustrie1.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/heyindustrie1.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Die j\u00fcngsten Daten zur inl\u00e4ndischen Produktion und zu den Auftragseing\u00e4ngen zeigen, dass zumindest der n\u00e4chste zyklische Abschwung (nach dem Corona-Schock und den damit verbundenen Unterbrechungen der Lieferketten) in den meisten Industriesektoren in Deutschland begonnen hat. Wir erwarten, dass diese Indikatoren in den n\u00e4chsten Monaten weiter sinken, wobei die energieintensiven Sektoren besonders betroffen sein werden. Hohe Gas- und Strompreise, eine weltweite Konjunkturabschw\u00e4chung und eine schlechtere wirtschaftliche Stimmung, die auf die Investitionsneigung dr\u00fcckt, sind und bleiben die Hauptfaktoren f\u00fcr den erwarteten Einbruch. Es ist zudem zu ber\u00fccksichtigen, dass die erwartete Depression zu einem Zeitpunkt einsetzt, zu dem die wirtschaftlichen Verluste aufgrund der Corona-Pandemie noch nicht wieder ausgeglichen sind.<\/p>\n<p><strong>Gesch\u00e4ftserwartungen brechen ein \u2013 St\u00f6rungen der Lieferkette lassen nach<\/strong><\/p>\n<p>Steigende Energiepreise und die Sorge um die Sicherheit der Gasversorgung<br \/>\nsind die Hauptursachen f\u00fcr den j\u00fcngsten starken R\u00fcckgang der Gesch\u00e4ftserwartungen. Im Vergleich zum gesamten Verarbeitenden Gewerbe ist der R\u00fcckgang in den energieintensiven Branchen (Chemie, Metallerzeugung, Baustoffe, Papier) deutlich ausgepr\u00e4gter. Hier liegen die Gesch\u00e4ftserwartungen zum Teil niedriger als w\u00e4hrend der Corona-Pandemie. Die Investitionsg\u00fcterproduzenten sind bisher weniger pessimistisch als die energieintensiven Industrien, obwohl auch hier die Gesch\u00e4ftserwartungen deutlich gesunken sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/heyindustrie2.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/heyindustrie2.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Ein Grund f\u00fcr den geringeren Stimmungseinbruch bei den Investitionsg\u00fcterproduzenten d\u00fcrfte sein, dass die Auftragsbest\u00e4nde in der Automobilindustrie sowie in der Elektrotechnik und im Maschinenbau nach wie vor auf einem Rekordhoch liegen. Dieser Auftragsbestand ist auf die h\u00f6here Nachfrage nach den ersten Corona-Wellen zur\u00fcckzuf\u00fchren, die aufgrund von parallelen Unterbrechungen der Lieferkette nicht vollst\u00e4ndig produktionswirksam wurden. Der Auftragsbestand wird die Kapazit\u00e4tsauslastung in den jeweiligen Sektoren in den kommenden Monaten st\u00fctzen. Es ist jedoch mehr als wahrscheinlich, dass einige der bestehenden Auftr\u00e4ge aufgrund h\u00f6herer Preise, steigender Zinss\u00e4tze oder einer verschlechterten wirtschaftlichen Lage der Kunden storniert werden. Im privaten Wohnungsbau sind die Stornierungen von eingereichten Auftr\u00e4gen in den letzten Wochen bereits gestiegen. Nach der j\u00fcngsten ifo-Umfrage waren im August 12% aller Unternehmen im Wohnungsbau von Auftragsstornierungen betroffen. Die Gesch\u00e4ftserwartungen im Wohnungsbau haben zuletzt den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht. Auch die Industriekunden werden sich im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld mit Investitionen in neue Maschinen, Anlagen oder Geb\u00e4ude zur\u00fcckhalten.<\/p>\n<p>St\u00f6rungen der Lieferketten sind f\u00fcr das Verarbeitende Gewerbe weiterhin ein<br \/>\nProblem. Der ifo-Index f\u00fcr die Knappheit von Vorleistungsg\u00fctern stieg im September leicht auf 65,8% (August: 62%). Dies ist gegen\u00fcber 73,3% im Juli jedoch immer noch eine Verbesserung. Wir erwarten, dass die Auftragseing\u00e4nge in der Industrie in den n\u00e4chsten Monaten zur\u00fcckgehen werden. Mit Verz\u00f6gerung sinken dann auch die Auftragsbest\u00e4nde. Durch den Nachfrager\u00fcckgang d\u00fcrfte sich auch das Problem der Knappheit bei Vorleistungsg\u00fctern weiter entspannen. Dennoch ist die Geschichte an dieser Stelle noch nicht zu Ende erz\u00e4hlt, da die Materialversorgung in einigen Sektoren durch Einschr\u00e4nkungen der Produktion in vorgelagerten Industrien aufgrund des massiven Anstiegs der Energiepreise<br \/>\nbeeintr\u00e4chtigt werden k\u00f6nnte. Die offene Frage in solchen F\u00e4llen ist, ob die Nachfrage bzw. der Auftragsbestand schneller sinken werden als das Angebot.<\/p>\n<p><strong>R\u00fcckl\u00e4ufige Inlandsproduktion \u2013 kein Rebound-Effekt<\/strong><\/p>\n<p>Wir rechnen damit, dass die Inlandsproduktion in den kommenden Monaten in fast allen Industriebranchen r\u00fcckl\u00e4ufig sein wird. Die gr\u00f6\u00dften R\u00fcckg\u00e4nge sind in den energieintensiven Industrien zu erwarten (siehe unten). Die Unternehmen in diesen Sektoren haben die meisten kurzfristigen M\u00f6glichkeiten genutzt, um von Gas auf andere Energietr\u00e4ger umzusteigen oder die Energieeffizienz weiter zu erh\u00f6hen. Weitere Schritte waren und sind die Verringerung der Produktion, die Schlie\u00dfung einzelner Werke und\/oder die Verlagerung der Produktion in Fabriken im Ausland. All dies ist bereits im Gange und wird auch in den n\u00e4chsten Monaten zu beobachten sein. Das Ausma\u00df dieses Prozesses h\u00e4ngt von der physischen Verf\u00fcgbarkeit von Energie (vor allem Gas) im n\u00e4chsten Winter und der Entwicklung der Energiepreise (vor allem Gas und Strom) ab. Die Gewinn- und Verlustrechnungen der Unternehmen werden unter Druck geraten, wenn die Absicherungsvertr\u00e4ge f\u00fcr die Energiebeschaffung Ende 2022 oder 2023 auslaufen. Die geplanten staatlichen Preisbremsen f\u00fcr Gas und Strom werden diesen Effekt zwar abmildern. Eine vollst\u00e4ndige Kompensation der deutlich h\u00f6heren Preise ist jedoch nicht zu erwarten.<\/p>\n<p>Es gibt viele kurz- und mittelfristige Unsicherheitsfaktoren f\u00fcr die Entwicklung<br \/>\nder Energiepreise:<br \/>\n\u2014 Globale Gasnachfrage in Zeiten einer schwachen Weltwirtschaft,<br \/>\n\u2014 Ausbau der globalen Gasexploration sowie der LNG-Export-, Transport- und<br \/>\nImportinfrastruktur,<br \/>\n\u2014 Regulierung der Gas- und Strompreise f\u00fcr gewerbliche Kunden in der EU<br \/>\n(z.B. konkrete Ausgestaltung der Gas- und Strompreisbremse).<\/p>\n<p>Die Industrieproduktion k\u00f6nnte in etwa stagnieren, sobald eine Anpassung der Fertigung nach unten als Reaktion auf die h\u00f6heren Energiepreise und ein geringeres Energieangebot erfolgt ist. Mit weitgehend geleerten Speichern im Sp\u00e4twinter 2022\/23 und ohne russisches Gas werden die EU und Deutschland h\u00f6here Preise als andere Gasimportl\u00e4nder zahlen m\u00fcssen, um die Speicher vor dem Winter 2023\/24 wieder zu f\u00fcllen. Das wirtschaftliche Erholungspotenzial f\u00fcr die deutsche Industrie im weiteren Verlauf von 2023 wird also sehr begrenzt ausfallen, wenn Gas (im Vergleich zum Vorkrisenniveau) knapp und teuer bleibt. Die Gaspreisbremse wird jedenfalls nicht dazu f\u00fchren, dass mehr Gas f\u00fcr industrielle Produktionsprozesse zur Verf\u00fcgung steht als ohne diese Regelung. Im Gegenteil: Die Abschw\u00e4chung des Preissignals f\u00fcr alle privaten Haushalte, k\u00f6nnte dazu f\u00fchren, dass die anvisierte Einsparung um 20% in diesem Bereich nicht erreicht wird und es im schlimmsten Fall zu Rationierungen f\u00fcr Teile der Industrie kommt.<\/p>\n<p><strong>R\u00fcckgang der Inlandsproduktion im Verarbeitenden Gewerbe um 2,5% im Jahr 2022 und 5% im Jahr 2023<\/strong><\/p>\n<p>Beim oben beschriebenen Produktionsverlauf w\u00fcrde die Fertigung im Verarbeitenden Gewerbe 2022 um 2,5% und im n\u00e4chsten Jahr um rd. 5% schrumpfen. Die Produktion in der chemischen Industrie k\u00f6nnte 2022 um bis zu 10% und im n\u00e4chsten Jahr um weitere 9% zur\u00fcckgehen. Auch in der Metallerzeugung (2022: -5%; 2023: -6%), in der Baustoffindustrie (-3,5 und -7%) und in der Papierindustrie (-5% und -7%) sind erhebliche Produktionsverluste zu erwarten. In all diesen Sektoren erkl\u00e4rt ein statistischer Unterhang Ende 2022 einen Teil der erwarteten Produktionsverluste im Jahr 2023.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/heyindustrie3.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/heyindustrie3.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Die Inlandsproduktion der Investitionsg\u00fcterhersteller d\u00fcrfte sich \u2013 relativ gesehen \u2013 besser entwickeln, da sie weniger von den h\u00f6heren Energiekosten betroffen ist und st\u00e4rker von den bereits gebuchten Auftr\u00e4gen profitiert. Allerdings werden auch sie die Probleme in den energieintensiven Industrien zu sp\u00fcren bekommen (z.B. steigende Preise f\u00fcr Vorleistungsg\u00fcter). Positiv f\u00fcr die Automobilindustrie ist, dass sich die Engp\u00e4sse bei Halbleitern im Laufe von 2023 weiter abschw\u00e4chen d\u00fcrften. Der aktuelle Auftragsbestand in der Branche liegt derzeit um 70% h\u00f6her als im Februar 2020, also im Monat vor Beginn der Corona-Krise in Europa. Die Elektrotechnik hat bisher keinen Auftragsr\u00fcckgang zu verzeichnen \u2013 im Gegenteil: Die Branche h\u00e4lt sich trotz des schwachen konjunkturellen Umfelds sehr gut. Die Branche profitiert auch von Investitionen in alternative Energiequellen und Digitalisierung. Der Maschinenbau k\u00f6nnte in begrenztem Ausma\u00df vom schwachen Euro Impulse erfahren.<\/p>\n<p>Wir erwarten, dass die Automobilproduktion in Deutschland (Produktionsindex) im Jahr 2022 stagnieren und im n\u00e4chsten Jahr um 6% steigen wird (gest\u00fctzt durch den Nachholbedarf). Das absolute Produktionsniveau l\u00e4ge dann aber immer noch um mehr als 20% unter dem fr\u00fcheren H\u00f6chststand von 2017. Die Elektrotechnik k\u00f6nnte einen Anstieg der Inlandsproduktion um 3% im Jahr 2022 und um 1% im Jahr 2023 verzeichnen. Im Maschinenbau erwarten wir zwei aufeinanderfolgende R\u00fcckg\u00e4nge der Inlandsproduktion um 2%.<\/p>\n<p><strong>Haben die Erzeugerpreise im August ihren H\u00f6chststand erreicht?<\/strong><\/p>\n<p>Im August stiegen die Erzeugerpreise f\u00fcr Industrieerzeugnisse um 45,8% gg. Vj. (+7,9% gg. Vormonat). Dies war der bei Weitem h\u00f6chste Anstieg der Erzeugerpreise seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1949. Im Juli 2022 hatte der Anstieg noch 37,2% betragen. Energie (+139% im August gg. Vj.) war erneut der Haupttreiber des Preisanstiegs. Aber auch ohne Energie lagen die Erzeugerpreise um 14% \u00fcber dem Vorjahresniveau. Besonders stark stiegen die Preise f\u00fcr Vorleistungsg\u00fcter wie Grundstoffchemikalien, Metalle und D\u00fcngemittel. Die Preise f\u00fcr einige Energieerzeugnisse am Weltmarkt sind in den letzten Tagen gesunken, sodass die Energiepreise im September wahrscheinlich unter dem Niveau vom August liegen werden. Es k\u00f6nnte daher sein, dass der Anstieg der Erzeugerpreise im August den H\u00f6hepunkt im laufenden Zyklus markiert. Gleichzeitig ist ungewiss, wie sich die Energieversorgungslage \u00fcber die Wintermonate entwickeln wird, weshalb von einer Entwarnung keine Rede sein kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/heyindustrie4.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/heyindustrie4.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p><strong>Besch\u00e4ftigung in der Industrie wird zur\u00fcckgehen \u2013 strukturelle Herausforderungen f\u00fcr KMU am gr\u00f6\u00dften<\/strong><\/p>\n<p>Die Zahl der Kurzarbeiter im Verarbeitenden Gewerbe wird in den n\u00e4chsten Wochen und Monaten zunehmen. Mit Verz\u00f6gerung d\u00fcrfte die Besch\u00e4ftigung in der Industrie sinken, da einige Branchen mit strukturellen Verlusten an Produktionskapazit\u00e4ten und Besch\u00e4ftigung in Deutschland konfrontiert sein werden. Auch der Anteil des Verarbeitenden Gewerbes an der gesamten Bruttowertsch\u00f6pfung in Deutschland (20,8% im Jahr 2021, 22,9% im Jahr 2016) wird in den n\u00e4chsten Jahren voraussichtlich schrumpfen. F\u00fcr die strukturelle Entwicklung des Verarbeitenden Gewerbes in Deutschland ist die k\u00fcnftige Regulierung der Energiem\u00e4rkte und Energiepreise (Preisobergrenzen) ein wichtiger Unsicherheitsfaktor.<\/p>\n<p>Die geplanten Gas- und Strompreisbremsen mildern zwar, wie bereits erl\u00e4utert, die negativen Folgen der hohen Gaspreise f\u00fcr die Unternehmen ab. Es w\u00fcrde den Staat jedoch finanziell \u00fcberfordern, wenn er auch mittelfristig die Energiepreise f\u00fcr industrielle Endkunden (vor allem Gas) sp\u00fcrbar subventionieren wollte. Mit der Umstellung von g\u00fcnstigem Pipeline-Gas aus Russland auf mehr LNG-Importe d\u00fcrften die Gaspreise auch mittelfristig \u00fcber dem Vorkrisenniveau liegen. Die globale Nachfrage nach LNG d\u00fcrfte vorerst schneller steigen als das globale Angebot. Politische Ma\u00dfnahmen (Preisbremsen) k\u00f6nnen kurzfristig zwar extreme Preisspitzen abfedern, aber nicht ein strukturell h\u00f6heres Preisniveau f\u00fcr europ\u00e4ische Gasimporte verhindern. Auch die Umstellung der Betriebe von Erdgas auf andere Energietr\u00e4ger wird \u2013 je nach Sektor \u2013 viele Jahre in Anspruch nehmen. Und dabei ist unsicher, ob und in welchem Umfang eine solche Umstellung \u00fcberhaupt am Standort Deutschland erfolgen wird. Letztlich trifft die aktuelle Energiekrise die Industrie in Deutschland bis ins Mark.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/heyindustrie5.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"claschabb1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/heyindustrie5.png\" alt=\"claschabb1\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Wir sind pessimistischer f\u00fcr den Industriestandort Deutschland als f\u00fcr gro\u00dfe deutsche Industrieunternehmen, die ihre Aktivit\u00e4ten besser internationalisieren und Produktionsstandorte nach ihren individuellen Kosten- und Kundenstrukturen w\u00e4hlen k\u00f6nnen. F\u00fcr den deutschen Mittelstand, insbesondere in den energieintensiven Branchen, wird die Anpassung an eine neue Energiewelt eine gr\u00f6\u00dfere Herausforderung, an der manche Unternehmen scheitern werden.<\/p>\n<p><strong>Blog-Beitr\u00e4ge zum Thema:<\/strong><\/p>\n<p>Joachim Ragnitz (2022): <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=31585\"><span style=\"color: #000000;\">Deutschland und die Zeitenwende. <\/span><span style=\"color: #000000; font-size: medium;\">Strukturwandel f\u00f6rdern, nicht verhindern! <\/span><\/a><\/p>\n<p>Norbert Berthold (2020): <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=28005\">\u00dcberlebt das \u201eGesch\u00e4ftsmodell Deutschland\u201c die Seuche? Struktureller Wandel, s\u00fcddeutscher Rostg\u00fcrtel und private Unternehmer <\/a><\/p>\n<p>Norbert Berthold (2017): <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=21650\">Strukturwandel (2). Das Ende des Wettbewerbs? \u201cSuper-Firmen\u201d, Marktmacht und Ungleichheit<\/a><\/p>\n<p>Norbert Berthold (2017): <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=20537\">Strukturwandel (1). Sch\u00f6pferische Zerst\u00f6rung \u00fcberrall!? Treiber, Optionen und Populisten<\/a><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland d\u00fcrfte 2022 um 2,5% und im Jahr 2023 um rd. 5% schrumpfen. 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