{"id":32067,"date":"2022-11-26T06:22:06","date_gmt":"2022-11-26T05:22:06","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=32067"},"modified":"2022-12-20T15:47:39","modified_gmt":"2022-12-20T14:47:39","slug":"gastbeitrag-die-weltmeisterschaft-2022-in-katar-was-bringt-ein-boykott","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=32067","title":{"rendered":"<font size=3; color=grey>Gastbeitrag <\/font><br\/>Die Weltmeisterschaft 2022 in Katar <br\/><font size=3; color=grey>Was bringt ein Boykott? <\/font>"},"content":{"rendered":"<p>Am Sonntag begann die wahrscheinlich polarisierendste Fu\u00dfball-Weltmeisterschaften der Geschichte. Bereits seit der Vergabe der WM an Katar vor gut 12 Jahren ranken sich die Meldungen \u00fcber Missst\u00e4nde im W\u00fcstenstaat. Beim Aufbau der Infrastruktur f\u00fcr das Sportgro\u00dfereignis sind nach Informationen von Amnesty International bis zu 15.000 Arbeiter gestorben, die Arbeits- und Menschenrechtslage sei zudem sehr schlecht. Zuletzt erregte kurz vor Beginn des Turniers zudem ein katarischer WM-Botschafter mit homophoben \u00c4u\u00dferungen Aufmerksamkeit (ZDF, 2022). Neben der schlechten Menschenrechtslage im Emirat stehen aber auch Themen wie das enorme Ausma\u00df der notwendigen Arbeiten f\u00fcr die Ausrichtung des Turniers im Mittelpunkt der Kritik: 8 Stadien wurden komplett neugebaut, es entstand ein neuer Flughafen, ein neues U-Bahn-System, 100 neue Hotels und rund um das Finalstadion wurde eine komplett neue Stadt errichtet: Die Planstadt Lusail. Die Kosten f\u00fcr das gesamte Projekt Weltmeisterschaft 2022 belaufen sich auf etwa 150 Mrd. \u20ac &#8211; keine WM vorher war teurer. Fraglich ist angesichts der geringen Bev\u00f6lkerung allerdings, welches Verm\u00e4chtnis von der Weltmeisterschaft in Katar bleiben wird \u2013 oder ob die Stadien und die Infrastruktur nach dem Turnier ungenutzt bleiben.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Katar ist mit seinen 2,7 Mio. Einwohnern ein eher bev\u00f6lkerungsarmes Land dieser Welt. Gleichwohl verf\u00fcgt das Emirat aber \u00fcber sehr hohe Erdgas- und \u00d6lvorkommen, wodurch das kleine Land gemessen am BIP pro Kopf zu einem der reichsten L\u00e4nder der Erde z\u00e4hlt. Die Reserven sind jedoch ersch\u00f6pflich und werden sch\u00e4tzungsweise in der Mitte dieses Jahrhunderts verbraucht sein, wodurch das Land seinen Fokus langfristig \u00e4ndern muss. Doch bereits jetzt (und seit vielen Jahren) versucht Katar, sein Image als Rohstofflieferant abzulegen und sich als globaler Player in anderen Bereichen zu positionieren. Als Katalysator f\u00fcr dieses Vorhaben wir der Sport genutzt: Mithilfe der Fu\u00dfball-Weltmeisterschaft plant sich das Emirat als Tourismusziel zu etablieren. Das Turnier sorgt f\u00fcr gro\u00dfe mediale Aufmerksamkeit und Reichweite, wodurch sich Katar positionieren und sein Image formen kann. Au\u00dferdem kommen zu den Spielen der WM zahlreiche ausl\u00e4ndische Fans ins Land, Netzwerke werden gekn\u00fcpft, Kontakte aufgebaut und vertieft (Kaplandiou et al., 2016). Doch zumindest f\u00fcr aktuelle Umfragewerte aus Deutschland k\u00f6nnte dieses Vorhaben scheitern. Nach neuesten Ergebnissen des Deutschland Trends planen 56% der Deutschen die Spiele der WM zu boykottieren, w\u00e4hrend nur 18% der Befragten angaben, \u00e4hnlich viele Spiele wie bei vergangenen Turnieren schauen zu wollen (Deutschland-Trend, 2022). Angesichts der vielen Toten auf den Baustellen sowie der schlechten Menschenrechtslage fordern viele Fanverb\u00e4nde und Organisationen, diese Weltmeisterschaft zu boykottieren und die Spiele nicht zu verfolgen.<\/p>\n<p><strong>Der Boykott als wirksames Mittel?<\/strong><\/p>\n<p>Doch wann ist ein Boykott geeignet und wem w\u00fcrde dieser in Bezug auf die Spiele der Weltmeisterschaft schaden? Grunds\u00e4tzlich kommt eine Handelsbeziehung zwischen zwei Parteien immer dann zu Stande, wenn beide Parteien daraus einen Vorteil f\u00fcr sich ziehen k\u00f6nnen. Ein Boykott ist dabei als Druckmittel zu verstehen, bei dem eine Partei vom Wirtschaftsverkehr ausgeschlossen wird. Beim Boykott verzichtet eine Partei demnach aber auch ganz bewusst auf den entstehenden Vorteil aus der Handelsbeziehung. Im Falle des Konsums der Spiele der Fu\u00dfball-Weltmeisterschaft w\u00fcrde der Konsument als boykottierende Partei also auf den Genuss einer Unterhaltungsdienstleistung verzichten. Auf der anderen Seite der Beziehung stehen unter anderem Sponsoren, TV-Sender, das Gastgeberland Katar, die Nationalmannschaften bzw. die Spieler sowie die FIFA. Anhand dieser Akteure soll in diesem Beitrag die Wirkung eines Boykotts kurz analysiert werden.<\/p>\n<p>Neben den bekannten Marken Adidas, Coca Cola, McDonalds, Visa oder Kia als Sponsoren der Weltmeisterschaft treten dieses Jahr auch Qatar Airways oder Vio als Sponsoren der WM auf. Angesichts der gro\u00dfen Absatzm\u00e4rkte auch abseits der WM d\u00fcrften die Sponsoren kaum um ihr Gesch\u00e4ft f\u00fcrchten, wenn Konsumenten die Weltmeisterschaft boykottieren. Durch die ohnehin schon sehr hohe Bekanntheit der Marken kann das Sponsoring der Weltmeisterschaft kaum geeignet sein, um den Absatz der eigenen Produkte anzukurbeln. Lediglich das Image der Unternehmen k\u00f6nnte Schaden nehmen, wenn die Konsumenten die Unternehmen mit dem Turnier und der schlechten Menschenrechtslage in Katar in Verbindung setzen (\u201ereputational risk\u201c). Somit k\u00f6nnte langfristig ein gewisser Absatzeinbruch durch ein schlechteres Image entstehen. Durch einen Boykott nehmen die Konsumenten jedoch keine Notiz von den Sponsoren, weshalb die Sponsoren kurzfristig auf jeden Fall keine negativen Folgen von einem Boykott davon tragen w\u00fcrden. Auch langfristig ist zumindest anzuzweifeln, ob das Sponsoring bei der Weltmeisterschaft nachhaltig so in Erinnerung der Konsumenten bleibt, dass die Unternehmen einen Imageschaden bef\u00fcrchten m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Alleiniger Inhaber der \u00dcbertragungsrechte an der Fu\u00dfball-Weltmeisterschaft ist die FIFA, die die Rechte an TV-Anstalten ver\u00e4u\u00dfert. Gesch\u00e4tzte 215 Mio. \u20ac haben ZDF und ARD f\u00fcr die \u00dcbertragungsrechte an Spielen dieser Fu\u00dfball-Weltmeisterschaft an die FIFA bezahlt. Gleichzeitig haben die beiden \u00f6ffentlich-rechtlichen Sender aber auch \u00dcbertragungsrechte an die Telekom und an den Privatsender RTL weiter ver\u00e4u\u00dfert. Die Vertr\u00e4ge sind dementsprechend l\u00e4ngst geschlossen, die Erl\u00f6se aus den \u00dcbertragungsrechten flie\u00dfen der FIFA als Ver\u00e4u\u00dferer also auf jeden Fall zu; die Kosten f\u00fcr die \u00dcbertragungsrechte entstehen den Sendern dementsprechend auch. F\u00fcr die TV-Sender hat ein Boykott der WM-Spiele durch die Konsumenten somit negative Folgen: Durch geringere Zuschauerzahlen sinken die Erl\u00f6se aus den Werbeinnahmen im Rahmen der \u00dcbertragung, weil weniger Menschen die Werbung sehen. Dadurch wird das Gesch\u00e4ft f\u00fcr die TV-Sender unattraktiver, gegebenenfalls k\u00f6nnen die Kosten aus dem Kauf der \u00dcbertragungsrechte sogar nicht mehr gedeckt werden. Die WM w\u00fcrde f\u00fcr die Fernsehsender dementsprechend zum Verlustgesch\u00e4ft werden. Die nationalen TV-Sender sind von einem Boykott dementsprechend negativ betroffen.<\/p>\n<p>Entscheidend an der Erstellung der Unterhaltungsdienstleistung sind die Mannschaften und deren Spieler beteiligt. Ohne Fu\u00dfballspieler k\u00f6nnte ein Turnier nicht stattfinden. F\u00fcr viele Nationalmannschaften und Spieler ist die Weltmeisterschaft das gr\u00f6\u00dfte Turnier ihrer Karriere und damit eine einmalige Chance, sich auf der gr\u00f6\u00dften internationalen B\u00fchne zu pr\u00e4sentieren. Die Nationalmannschaften und insbesondere die Spieler sind von einem Boykott direkt nicht betroffen, da bspw. die Pr\u00e4mien an das Abschneiden im Turnier gekn\u00fcpft sind und nicht an Zuschauerzahlen oder \u00e4hnliches. Dennoch sind auch die Spieler indirekt betroffen, da sie ihre Unterhaltungsdienstleistung nicht pr\u00e4sentieren k\u00f6nnen, wenn niemand zuschaut. Das ist zun\u00e4chst nicht weiter problematisch, jedoch ist die Weltmeisterschaft f\u00fcr viele Spieler eine einmalige Chance, sich auf internationaler B\u00fchne zu pr\u00e4sentieren und ggf. auch f\u00fcr andere Vereine zu empfehlen. Diese Chance wird den Spielern zumindest teilweise genommen, wenn Spiele boykottiert werden.<\/p>\n<p>Das Ausrichterland Katar m\u00f6chte das Turnier nutzen, um das Image des Rohstofflieferanten abzulegen und sich u.a. als attraktives Touristenziel zu pr\u00e4sentieren. Neben diesem Ziel des Imageaufbaus betreibt das Land mit dem Turnier auch Sportswashing und versucht durch eine gelungene Sportgro\u00dfveranstaltungen von den Problemen im Inneren des eigenen Landes abzulenken. Ein Boykott h\u00e4tte demnach keine direkten Auswirkungen auf das Gastgeberland, da das Turnier mittlerweile gestartet ist und die Infrastruktur aufgebaut ist. Dennoch w\u00fcrde ein Boykott dazu f\u00fchren, dass die Pr\u00e4sentation des Emirates als attraktives Touristenziel eine Zielgruppe nicht erreicht. Die Ziele des Landes geraten somit in Gefahr. Allerdings muss hier auch angemerkt werden: Wer die WM wegen der Menschenrechtslage in Katar boykottiert, w\u00fcrde das Land wahrscheinlich auch nicht bereisen, wenn der Boykott als Mittel nicht gew\u00e4hlt worden w\u00e4re. Ein Boykott w\u00fcrde f\u00fcr das Land somit keinen Unterschied machen. Als Chance kann aber gesehen werden, dass durch das Turnier die medialen Aufmerksamkeit jeden Tag auf Katar gerichtet ist. Ein Boykott h\u00e4tte hier also ggf. negative Auswirkungen auf die Reichweite der Berichterstattung und Katar steht dadurch besser da als gedacht \u2013 ein Boykott w\u00e4re demnach ggf. kontraproduktiv.<\/p>\n<p>Die FIFA finanziert sich zu gro\u00dfen Teilen aus der Vermarktung der Fu\u00dfball-Weltmeisterschaft (FIFA 2022). Die Erl\u00f6sstr\u00f6me resultieren dabei zu gro\u00dfen Teilen aus dem Verkauf von TV-\u00dcbertragungsrechten, Lizenzrechten und Marketingrechten. Die weltweiten Erl\u00f6se betragen allein im Jahre 2022 mehr als 4 Mrd. US-$. Von einem Boykott w\u00e4re die FIFA allerdings keineswegs betroffen, da die Vertr\u00e4ge mit TV-Anstalten und Sponsoren bereits geschlossen und wirksam sind. W\u00e4hrend Sponsoren, TV-Sender, Spieler und Katar zumindest in einem gewissen Ausma\u00df betroffen w\u00e4ren, bleibt die FIFA von einem Boykott der Weltmeisterschaft durch die Konsumenten wohl g\u00e4nzlich unber\u00fchrt.<\/p>\n<p>Doch egal ob man nun plant, diese Weltmeisterschaft zu boykottieren oder die Spiele doch zu schauen: Katar ist als Player im internationalen (und vor allem europ\u00e4ischen) Fu\u00dfball bereits lange etabliert und kaum mehr wegzudenken. So kann und muss die gekaufte Vergabe der WM 2022 in Katar kritisiert werden, es darf auch kritisch hinterfragt werden, was von einer WM im Emirat Katar bleiben wird. Fest steht aber auch, dass die WM-Vergabe nach Katar nur die Spitze des Eisbergs ist. Bei genauerer Betrachtung f\u00e4llt auf: Die Kataris sind im europ\u00e4ischen Topfu\u00dfball nicht nur geduldet, die T\u00e4tigkeiten im europ\u00e4ischen Fu\u00dfball und die damit verbundenen Einnahmen f\u00fcr die Verb\u00e4nde und Clubs sind sogar Willkommen!<\/p>\n<p><strong>Katar ist als Partner im internationalen Fu\u00dfball schon l\u00e4ngst etabliert<\/strong><\/p>\n<p>Die staatliche Fluglinie Qatar Airways ist nicht nur Sponsor der WM, sondern auch von vielen internationalen Vereinen. So finanziert die Fluggesellschaft nicht nur die FIFA und die UEFA, sondern ist auch bei zahlreichen Spitzenclubs als Sponsor ein wichtiger Partner. Neben Paris St. Germain, der AS Roma oder den Boca Juniors z\u00e4hlt seit 2018 auch der deutsche Serienmeister Bayern M\u00fcnchen zu einem der wichtigsten Partner Katars. Doch diese Wichtigkeit beruht auf Gegenseitigkeit: Nicht nur Katar sch\u00e4tzt den deutschen Rekordmeister als Sponsoringobjekt, auch der Club selbst h\u00e4lt gro\u00dfe St\u00fccke auf diese Partnerschaft, vor allem aus \u00f6konomischen Gr\u00fcnden. So ist nicht nur der Sponsoringbeitrag von ca. 17 Mio. \u20ac im Jahr ein attraktives Gesch\u00e4ft, durch die regelm\u00e4\u00dfigen Reisen nach Katar und der Reputation in einem der reichsten L\u00e4nder der Welt entsteht auch ein wichtiger Absatzmarkt f\u00fcr Bayern M\u00fcnchen.<\/p>\n<p>Neben dem Sponsoring von Qatar Airways bei Paris St. Germain existiert im franz\u00f6sischen Vereinsfu\u00dfball ein noch wirksameres Engagement Katars. Im Mai 2011 kaufte der katarische Staatsfond (Qatar Sports Investment) zun\u00e4chst 70% der Anteile am Club, ein Jahr sp\u00e4ter erwarb die Qatar Sports Investment dann auch die restlichen 30%. Wesentlichen Anteil beim Umsetzen der \u00dcbernahme hatte auch der damalige franz\u00f6sische Staatspr\u00e4sident Nicolas Sarkozy, der Anh\u00e4nger von Paris St. Germain ist. Seit der \u00dcbernahme durch das Emirat investierte Paris St. Germain fast 1,5 Mrd. \u20ac in neue Spieler, denen nur knapp 500 Mio. \u20ac aus Transfererl\u00f6sen entgegen stehen. Besondere Aufmerksamkeit erlangte Paris (und damit auch das Emirat) vor allem durch den Transfer des brasilianischen Superstars Neymar f\u00fcr 222 Mio. \u20ac, der neben seinem spektakul\u00e4ren Wechsel aus Barcelona nach Frankreich zeitgleich auch als Botschafter f\u00fcr Katar agierte. Die damals festgelegte Abl\u00f6sesumme (222 Mio. \u20ac) setzte der FC Barcelona als Abschreckung in dem Wissen, dass diese Summe kein Club zahlen kann \u2013 Katar bewies offensichtlich das Gegenteil. Mit diesem Transfer gelang dem Emirat also ein echtes Ausrufezeichen im europ\u00e4ischen Fu\u00dfball, die damals gezahlte Abl\u00f6sesumme ist bis heute die h\u00f6chste jemals f\u00fcr einen Spieler gezahlte Abl\u00f6sesumme \u2013 und damit ein echtes Prestigeobjekt f\u00fcr Katar. Sp\u00e4testens seit der Vertragsverl\u00e4ngerung von Kylian Mbappe in Paris, dessen Gesamtpaket sich auf ca. 600 Mio. \u20ac belaufen soll, wei\u00df man in Fu\u00dfball-Europa, dass finanziell an Paris St. Germain kein Weg vorbei f\u00fchrt und das Emirat Katar zu einem bedeutenden Player im europ\u00e4ischen Fu\u00dfball aufgestiegen ist. Wichtiger Strippenzieher bei allen Entscheidungen und Deals in Paris ist dabei Pr\u00e4sident Nasser Al-Khelafi, der eine sehr enge Beziehung zur Regierung in Katar pflegt und nicht nur aufgrund seiner T\u00e4tigkeit bei Paris St. Germain ein wichtiger Akteur im europ\u00e4ischen Fu\u00dfball ist.<\/p>\n<p>Der ehemalige katarische Tennisprofi Al-Khelafi ist im Jahr 2013 vom katarischen Staatschef Tamim bin Hamad Al Thani zum Minister ohne Gesch\u00e4ftsbereich ernannt worden \u2013 eine enge Verkn\u00fcpfung in die Politik Katars ist damit offensichtlich. Gleichzeitig ist Al-Khelafi Pr\u00e4sident und Strippenzieher von Paris St. Germain, im Vorstand des franz\u00f6sischen Ligaverbands, Mitglied des UEFA-Exekutivkomitees und einer der Vorsitzenden der europ\u00e4ischen Clubvereinigung (ECA), \u00fcber die er auch wesentlich an den Planungen der Europ\u00e4ischen Super Liga beteiligt war. Al-Khelafi kann also gro\u00dfen Einfluss auf den gesamten Fu\u00dfball in Europa nehmen und ist in alle wichtigen Entscheidungen eingebunden. Da er zudem Minister in Katar ist, kann davon ausgegangen werden, dass bei seinen Entscheidungen auch immer Interessen des Emirats vertreten werden und nicht blo\u00df die Belange der europ\u00e4ischen Clubs im Vordergrund seines Handelns stehen.<\/p>\n<p>Ein WM-Boykott w\u00e4re nach allen Informationen \u00fcber Missst\u00e4nde und Menschenrechtsverletzungen in Katar somit zwar absolut nachvollziehbar, die Wirkung eines Boykotts w\u00e4re f\u00fcr viele Akteure aber verkraftbar. Au\u00dferdem w\u00fcrde ein Boykott nichts am Einfluss \u00e4ndern, den Katar ohnehin schon auf den europ\u00e4ischen Fu\u00dfball aus\u00fcbt. Vielmehr sollte es darum gehen, dem Emirat die gro\u00dfe B\u00fchne zur Pr\u00e4sentation zu geben, die Katar f\u00fcr Sportswashing nutzen m\u00f6chte. Diese mediale Aufmerksamkeit durch die Weltmeisterschaft muss genutzt werden, um auf die Missst\u00e4nde im Land aufmerksam zu machen. Nur so kann dem Land wirklich geschadet werden: Wenn der Plan, das Turnier zu nutzen, um sich als attraktive Touristenregion zu pr\u00e4sentieren, nicht wie gew\u00fcnscht abl\u00e4uft. Aktionen wie die der d\u00e4nischen Nationalmannschaft und ihres Ausr\u00fcsters Hummel sind dabei genau die richtige Reaktion auf eine Weltmeisterschaft in Katar.<\/p>\n<p><strong>Literatur: <\/strong><\/p>\n<p>Deutschland-Trend (2022). <em>ARD-DeutschlandTrend: Nur geringes Interesse an Fu\u00dfball-WM.<\/em> Zugriff unter: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/deutschlandtrend\/deutschlandtrend-3211.html\">https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/deutschlandtrend\/deutschlandtrend-3211.html<\/a> [22.11.2022]<\/p>\n<p>FIFA (2022). <em>Finanzen 2020 und Budget 2022<\/em>. Zugriff unter: <a href=\"https:\/\/publications.fifa.com\/de\/annual-report-2020\/2020-financials-and-2022-budget\/2022-budget\/\">https:\/\/publications.fifa.com\/de\/annual-report-2020\/2020-financials-and-2022-budget\/2022-budget\/<\/a> [22.11.2022]<\/p>\n<p>Kaplanidou, K., A. Al Emadi, M. Sagas, A. Diop &amp; G. Fritz (2016). Business legacy planning for mega events: The case of the 2022 World Cup in Qatar. <em>Journal of Business Research,<\/em> <em>69 (10)<\/em>. S. 4103-4111.<\/p>\n<p>ZDF (2022). <em>Salman: Homosexualit\u00e4t &#8222;geistiger Schaden&#8220;.<\/em> Zugriff unter: <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/politik\/zdf-doku-katar-homosexualitaet-geistiger-schaden-breyer-100.html\">https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/politik\/zdf-doku-katar-homosexualitaet-geistiger-schaden-breyer-100.html<\/a> [22.11.2022]<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Sonntag begann die wahrscheinlich polarisierendste Fu\u00dfball-Weltmeisterschaften der Geschichte. 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