{"id":34455,"date":"2023-08-26T00:07:00","date_gmt":"2023-08-25T23:07:00","guid":{"rendered":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=34455"},"modified":"2023-08-26T08:16:24","modified_gmt":"2023-08-26T07:16:24","slug":"der-universalismus-und-die-zukunft-des-westens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=34455","title":{"rendered":"Der Universalismus und die Zukunft des Westens"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Der Universalismus ist nicht allein eine rechtliche Grundlage unserer freiheitlichen politischen und \u00f6konomischen Ordnung. Vielmehr steckt hinter ihm eine \u00fcber viele Jahrhunderte gewachsene Kultur, welche sich aber erst seit dem beginnenden 19. Jahrhundert zu der Kombination von liberalen, demokratischen und marktwirtschaftlichen Grunds\u00e4tzen zusammenf\u00fcgte, die unsere freiheitlichen Demokratien heute erm\u00f6glichen. Das war ein gro\u00dfer Gl\u00fccksfall f\u00fcr die Menschen, die heute in ihnen leben d\u00fcrfen. Die sich seit gut zwei Jahrzehnten verdichtenden identit\u00e4tspolitischen Angriffe auf den Universalismus setzen alles das aufs Spiel, auf der rechten Seite aus B\u00f6swilligkeit und auf der linken Seite aus einer Uneinsichtigkeit, die sich mit gesellschaftlichem Fortschritt verwechselt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><strong>1 Der selbsts\u00fcchtige Homo Oeconomicus: ein westliches Biest?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir alle kennen Erz\u00e4hlungen von fernen indigenen V\u00f6lkern, die weder Geld noch Eigentum kennen und die (vermeintlich) gerade deshalb friedlich miteinander kooperieren statt zu konkurrieren und zugleich ihre nat\u00fcrliche Umwelt respektieren und sch\u00fctzen, statt sie auszubeuten und zu zerst\u00f6ren. Dem stehen unsere kapitalistischen westlichen Gesellschaften gegen\u00fcber, in denen die Menschen nach Geld und Eigentum streben, sich (vermeintlich) gerade deshalb untereinander egoistisch und kompetitiv statt kooperativ verhalten und dabei ihre nat\u00fcrliche Umwelt ausbeuten und zerst\u00f6ren, statt sie zu respektieren und zu sch\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Wissenschaft hat sich eine Vielzahl von experimentellen Verfahren entwickelt, mit denen man testen kann, unter welchen Bedingungen Menschen sich kooperativ verhalten und unter welchen egoistisch. Ein Standardexperiment hierzu ist das Ultimatumspiel. In diesem Experiment gibt es einen Spielleiter und zwei Probanden. Der erste Proband ist der \u201eSender\u201c, und der zweite ist der \u201eEmpf\u00e4nger\u201c. Der Spielleiter bietet dem Sender eine Summe Geld (z.B. 100 \u20ac) an, die die beiden Probanden unter der Bedingung behalten d\u00fcrfen, dass sie sich auf die Verteilung der Summe zwischen den beiden Spielern einigen. Der weitere Verlauf ist einfach: Der Sender bietet dem Empf\u00e4nger einen Anteil an der Summe, und der Empf\u00e4nger akzeptiert diese Summe oder lehnt sie ab. Akzeptiert der Empf\u00e4nger, erh\u00e4lt jeder den vom Sender vorgeschlagenen Anteil an der Summe. Lehnt der Empf\u00e4nger ab, bekommen beide nichts. Dabei bleiben die Probanden anonym: Sie wissen nicht, wer der andere ist, sie kommunizieren nur indirekt \u00fcber den Spielleiter miteinander, und auch das nur ein einziges Mal.<\/p>\n\n\n\n<p>V\u00f6llig rational und egoistisch handelnde Menschen h\u00e4tten in einer solchen Situation eine eindeutige optimale Strategie: Der Sender w\u00fcrde dem Empf\u00e4nger den kleinstm\u00f6glichen Betrag anbieten, und der Empf\u00e4nger w\u00fcrde das akzeptieren. Wenn der kleinstm\u00f6gliche Betrag ein Euro w\u00e4re, bek\u00e4me der Sender im Ergebnis 99 \u20ac und der Empf\u00e4nger einen Euro. Warum das so ist, muss man \u201er\u00fcckw\u00e4rts\u201c lesen: Der Empf\u00e4nger will ebenso wie der Sender einen gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Betrag erhalten. Er hat dabei immer nur die Wahl zwischen dem Betrag, der ihm geboten wurde \u2013 also mindestens einem Euro \u2013 und nichts. Also wird er jedes Gebot akzeptieren, und wenn es nur ein Euro ist. Schlie\u00dflich ist ein Euro mehr als nichts. Weil der Sender das wei\u00df und wiederum so viel wie m\u00f6glich f\u00fcr sich behalten m\u00f6chte, wird er ihm den kleinstm\u00f6glichen Betrag anbieten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist v\u00f6llig logisch, aber es schl\u00e4gt sich nicht in den Anwendungen des Experiments nieder, denn dort bieten die Sender regelm\u00e4\u00dfig wesentlich mehr als die Mindestsumme. Das war lange bekannt (G\u00fcth\/Schmittberger\/Schwarze 1982), als der amerikanische Anthropologe Joseph Henrich (2000) im Jahr 2000 das Ultimatumspiel einmal nicht mit den \u00fcblichen Probanden aus der entwickelten westlichen Welt, sondern mit solchen aus einer fernen indigenen Gruppe testete, und zwar solche aus dem Kreis der <em>Machiguenga<\/em> im Peruanischen Amazonasgebiet. Um auszuschlie\u00dfen, dass das Ergebnis von Einkommensunterschieden getrieben wird, passte er die vom Spielleiter gebotenen Summen an das jeweilige Einkommensniveau an.<\/p>\n\n\n\n<p>Folgen wir nun den Erz\u00e4hlungen am Anfang dieses Artikels, so sollten wir erwarten, dass das Ultimatumspiel bei den <em>Mechiguenga<\/em> mit einer faireren Verteilung der zu verteilenden Summe ausging als bei den Probanden aus der egoistischen westlichen Welt. Erstaunlicherweise war es genau umgekehrt. W\u00e4hrend die Gebote der Sender aus unterschiedlichen westlichen L\u00e4ndern regelm\u00e4\u00dfig knapp unter 50 Prozent und damit ziemlich fair \u2013 gemessen an der Gleichverteilung \u2013 ausfielen, waren sie bei den <em>Machiguenga<\/em> sehr deutlich und statistisch signifikant kleiner. In Tests in Los Angeles lagen die Gebote im Mittel bei 48 Prozent, in Tucson bei 44 Prozent und in Tokio bei 45 Prozent. Dagegen lagen sie bei den <em>Machiguenga<\/em> bei gerade einmal 26 Prozent. Au\u00dferdem akzeptierten die Empf\u00e4nger dort ann\u00e4hernd jedes noch so kleine Angebot, w\u00e4hrend als unfair erachtete Angebote in westlichen Staaten h\u00e4ufig abgelehnt wurden. Was Henrich dabei am meisten erstaunte, war, dass die Empf\u00e4nger bei den <em>Machiguenga<\/em> auch kleinste Gebote nicht als unfair betrachteten, sondern es als v\u00f6llig nat\u00fcrlich empfanden, dass der Sender den gr\u00f6\u00dften Anteil f\u00fcr sich behalten wollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun k\u00f6nnte man kritisieren, dass dies gerade einmal eine einzige Studie innerhalb eines indigenen Volks war, so dass das alles ein Zufallsfund sei. Henrich und seine Koautoren verfolgten die Sache daher weiter und testeten die Ergebnisse in umfangreicheren Untersuchungen vor verschiedenen ethnischen Hintergr\u00fcnden. Die Ergebnisse best\u00e4tigen nicht nur regelm\u00e4\u00dfig den urspr\u00fcnglichen Befund, sondern sie d\u00fcrften recht entt\u00e4uschend f\u00fcr alle ausfallen, die an die moralzersetzende Wirkung des westlichen Lebensstils und vor allem an jene von marktwirtschaftlichen Beziehungen glauben. Denn Henrich und seine Koautoren haben eine Variable \u201eMarktbeziehungen\u201c definiert und dort gemessen, welchen Anteil an den verbrauchten G\u00fctern in dem jeweiligen Umfeld durchschnittlich \u00fcber M\u00e4rkte statt \u00fcber eigene oder kooperative Produktion bezogen wurden (Henrich; et al. 2010).<\/p>\n\n\n\n<p>Das Ergebnis war, dass die vom Sender angebotenen Anteile umso gr\u00f6\u00dfer waren, je intensiver die Marktbeziehungen in dem Umfeld der Probanden waren, in dem sie lebten. Menschen in wenig arbeitsteiligen Gesellschaften mit wenig ausgepr\u00e4gten Marktbeziehungen verhielten sich demnach \u2013 gemessen an der Gleichverteilung \u2013 weniger fair als solche in kapitalistischen Marktwirtschaften. W\u00e4re das nicht ein steriles empirisches Ergebnis, k\u00f6nnte man es leicht als Provokation empfinden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2 Freiheit und Kooperation<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Aus diesen Ergebnissen zu schlie\u00dfen, dass sich Menschen in anderen als den westlich gepr\u00e4gten Marktwirtschaften weniger moralisch verhielten, w\u00e4re allerdings ein Kurzschluss. Der Schl\u00fcssel zur Aufl\u00f6sung des Puzzles liegt in der Anonymit\u00e4t der Probanden. Keiner hat eine Ahnung, mit (oder gegen) wen er antritt. Dies deutet darauf hin, dass sich die <em>Machiguenga<\/em> ebenso wie Angeh\u00f6rige anderer nicht-westlicher Gesellschaften nicht etwa weniger kooperativ und moralisch verhalten als jene aus der westlichen Welt. Worauf es vielmehr weist, ist, dass sie nach Kriterien kooperieren, welche anderen als unseren westlichen Ma\u00dfst\u00e4ben f\u00fcr moralisches Verhalten folgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht m\u00fcsste man besser umgekehrt sagen, dass sich im Westen Ma\u00dfst\u00e4be f\u00fcr moralisches Verhalten entwickelt haben, die markant von allem abweichen, was \u00fcber die l\u00e4ngste Zeit menschlicher Existenz an den allermeisten Orten der Welt \u00fcblich war. Dieser Vermutung folgend, charakterisierte Henrich uns westliche Menschen mit Hilfe des Akronyms WEIRD, also seltsam oder merkw\u00fcrdig, wobei WEIRD etwas gestelzt f\u00fcr \u201eWestern, Educated, Industrialized, Rich Democrats\u201c steht (Henrich 2010).<\/p>\n\n\n\n<p>Kooperation in Gesellschaften, die anders als unsere westlichen Gesellschaften nicht WEIRD sind, funktioniert n\u00e4mlich nicht anonym, sondern ist auf ein vertrautes und gr\u00f6\u00dfenm\u00e4\u00dfig \u00fcberschaubares Gruppenverh\u00e4ltnis angewiesen. Solche Gruppen dominierten das menschliche Zusammenleben \u00fcber den gr\u00f6\u00dften Teil der menschlichen Existenz an den meisten Orten der Welt. Vielleicht erstaunlich ist, dass der Verwandtschaftsgrad in den Gruppen gro\u00df war, weil das Tabu von Heirat und Fortpflanzung unter Verwandten bis einschlie\u00dflich Cousinen und Cousins ebenfalls eine westliche Erfindung und damit genau genommen auch ziemlich WEIRD ist.<\/p>\n\n\n\n<p>In solchen Gruppen gibt es regelm\u00e4\u00dfig klar definierte Rollenzuweisungen und Verhaltensma\u00dfst\u00e4be, die mit empfindlichen Sanktionen erzwungen werden. Das so gepr\u00e4gte Verhalten wird nicht genetisch vererbt, sondern in einem fr\u00fchen Stadium des Lebens erlernt, und es schn\u00fcrt die Gruppenmitglieder in ein enges Korsett von Verhaltensregeln, Riten und Gebr\u00e4uchen. Jeder kooperiert auf diese Weise in seinem Korsett mit den jeweils anderen Menschen innerhalb der jeweiligen Gruppe, gegen\u00fcber denen sie sich im Ergebnis alle in hohem Ma\u00dfe loyal verhalten. Zur Kooperation gegen\u00fcber anonymen Outsidern haben sie dagegen gar keinen Anlass, denn daf\u00fcr gibt es keine Regeln \u2013 und weil auch diese Outsider gegen\u00fcber den Insidern keine Regeln kennen, kann man von ihnen keine Kooperation erwarten. Gegen\u00fcber Outsidern verh\u00e4lt man sich daher nicht-kooperativ und im Zweifel durchaus auch aggressiv. Dazu w\u00fcrde passen, dass man sich im Ultimatumspiel unbekannten Personen gegen\u00fcber ausgerechnet wie der von WEIRDen westlichen Denkern erfundene Homo Oeconomicus verh\u00e4lt, der als Sender m\u00f6glichst wenig bietet und als Empf\u00e4nger jede noch so kleine Summe akzeptiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Aufl\u00f6sung solcher Gruppenstrukturen mitsamt ihrer meist engen Verwandtschaftsgrade ist in der westlichen Welt die gruppenorientierte Moral nach und nach ausgeh\u00f6hlt worden. Rollenzuweisungen wurden immer weniger akzeptiert, Gruppensolidarit\u00e4t infrage gestellt und stattdessen wurden Freiheit und individuelle Lebensentw\u00fcrfe bedeutender. Alles das ist ein Prozess, der zwar eine lange Vorgeschichte hat, der aber erst vor relativ kurzer Zeit begann, wirkm\u00e4chtig zu werden und unsere heutige liberal-individualistische westliche Welt zu formen. Mindestens die etwas \u00c4lteren von uns kennen noch Relikte des Korsetts aus Rollenzuweisungen, funktional wenig nachvollziehbaren Verhaltensregeln und Riten aus pers\u00f6nlicher Erfahrung. In jedem Fall hinterlie\u00df deren Erosion eine Art Kooperationsl\u00fccke, und in diese L\u00fccke hinein hat sich eine Form von Kooperation herausgebildet, welche nicht auf der Loyalit\u00e4t gegen\u00fcber der eigenen Gruppe fu\u00dft, sondern auf der Loyalit\u00e4t gegen\u00fcber abstrakten Regeln, welche f\u00fcr alle Menschen gleicherma\u00dfen G\u00fcltigkeit besitzen und alle Menschen gleicherma\u00dfen vor \u00dcbergriffen sch\u00fctzen sowie zur Einhaltung von Absprachen (<em>pacta sunt servanda<\/em>!) dr\u00e4ngen. Solche Regeln einzuhalten, kostet die Individuen allerdings meist etwas, und wenn das so ist, entsteht ein Anreiz zum Trittbrettfahren: Man profitiert, wenn alle anderen die Regeln befolgen, man selbst aber nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor diesem Hintergrund ist es eigentlich erstaunlich, dass diese Regeln auf den unterschiedlichsten Ebenen unserer Gesellschaft meist respektiert werden, und das gilt umso mehr, als wir ja in der vermeintlich systematisch egoistischen westlichen Welt leben. Schon das deutet darauf hin, dass wir in der WEIRDen westlichen Welt in der Tat andere Formen der Kooperation entwickelt haben als die rollenorientierten Formen in den nicht-westlichen Gesellschaften. Die Ergebnisse des Ultimatumspiels w\u00fcrden jedenfalls dazu passen. Denn entweder bieten die Sender in den westlichen Staaten aus eigenem moralischen Empfinden heraus regelm\u00e4\u00dfig ann\u00e4hernd 50 Prozent, oder sie f\u00fcrchten, dass die Empf\u00e4nger bereit sein k\u00f6nnten, ein unfaires Angebot durch Ablehnung zu bestrafen. In jedem Fall gibt es hier Mechanismen, die moralisches und kooperatives Verhalten erzeugen, denn auch ein Empf\u00e4nger, der ein zu niedriges Angebot bestraft, verh\u00e4lt sich moralisch, weil er mit seiner Strafaktion dazu beitr\u00e4gt, Regeltreue zu erzwingen, und dies mit einem Verzicht auf das \u2013 wenn auch kleine \u2013 Angebot bezahlen muss. Ein egoistischer Nutzenmaximierer reinsten Wassers w\u00fcrde das nicht tun. Denn er begegnet seinem Spielkontrahenten ja nie wieder.<\/p>\n\n\n\n<p>Solche Art moralischen Verhaltens finden wir in der Realit\u00e4t unserer westlichen Welt an allen Ecken und Enden. Ein paar Beispiele: Es ist f\u00fcr die allermeisten von uns auch ohne Strafgesetzbuch selbstverst\u00e4ndlich, dass wir anderer Menschen Leben und Eigentum respektieren und nicht jedwede Schw\u00e4che oder Hilflosigkeit ausnutzen, um sie zu bestehlen oder zu berauben. Es ist sogar so selbstverst\u00e4ndlich, dass uns das Gegenteil recht merkw\u00fcrdig vorkommt \u2013 was es aber nicht ist, wie ein genauerer Blick auf die Entwicklungsgeschichte des Menschen zeigt (Pinker 2011). Es geht weiter: Menschen bezahlen ihre Rechnung auch in einem Restaurant, das sie nie wieder betreten werden und das sie problemlos unerkannt verlassen k\u00f6nnten. Das Gleiche tun sie an Tankstellen, in Superm\u00e4rkten und anderswo. Dienstleister liefern \u2013 nicht immer, aber doch oft \u2013 selbst dann hohe Qualit\u00e4t ab, wenn geringere Qualit\u00e4t f\u00fcr sie kosteng\u00fcnstiger w\u00e4re und sie dadurch keine Reputationsverluste erleiden w\u00fcrden. Schlie\u00dflich respektieren die meisten Politiker die Regeln demokratischer Verfahren, auch wenn es f\u00fcr sie g\u00fcnstiger w\u00e4re, dies nicht zu tun. Unsere westliche Welt ist voll von solchen Formen der Kooperation, obwohl sie scheinbar unerkl\u00e4rlich sind, weil sie optimalen Strategien in spieltheoretischen Zusammenh\u00e4ngen widersprechen, wor\u00fcber sich \u00fcbrigens keineswegs allein \u00d6konomen wundern, sondern in mindestens gleicher Weise Evolutionsbiologen, Psychologen und Anthropologen. Zugleich sind solche Formen der Kooperation ein unerl\u00e4sslicher Baustein unserer anonymen Gro\u00dfgesellschaften. Man kooperiert anonym, obwohl jeder einzelne ohne Kooperation besser dastehen w\u00fcrde und mitunter nicht einmal eine Ahnung hat, mit wem er kooperiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich funktioniert das keineswegs immer, und wenn es nicht durch gesetzliche Regeln flankiert w\u00e4re, w\u00fcrde es sicher schnell erodieren. Damit die aber funktionieren, m\u00fcssen sich wiederum m\u00f6glichst alle an die gesetzlichen Regeln halten; und dass die Menschen das so weitgehend tun, folgt nicht allein daraus, dass diese Regeln geschrieben stehen. Vielmehr liegt es daran, dass es vom normalen B\u00fcrger \u00fcber die Polizisten bis hin zu Staatsanw\u00e4lten und Richtern akzeptiert ist, dass jeder von ihnen diesen Regeln auch dann noch folgt sowie sie praktisch anwendet und durchsetzt, wenn dies im Einzelfall f\u00fcr einen von ihnen einmal unvorteilhaft ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist richtig, dass regeltreues Verhalten auch auf dieser h\u00f6heren Ebene nicht ohne Ausnahmen funktioniert. Aber die Tatsache, dass Zuwiderhandlungen und Nicht-Kooperation allgemein verurteilt werden, zeigt allein schon, dass sich hier ganz spezifische Ma\u00dfst\u00e4be f\u00fcr moralisches Verhalten herausgebildet haben, die ebenso erlernt sind wie jene in nicht-westlichen Gesellschaften.<\/p>\n\n\n\n<p>Wichtig dabei ist, dass diese spezifische Moral eine Loyalit\u00e4t erzeugt, welche sich nicht auf die eigene Bezugsgruppe richtet, sondern auf verallgemeinerbare Regeln, welche abstrakt formuliert sind und idealerweise f\u00fcr alle Menschen gleicherma\u00dfen gelten. Deshalb sind sie die Grundlage dessen, was wir heute den Universalismus nennen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3 Die neue Kritik am Universalismus<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Universalismus hat weitestreichende Konsequenzen f\u00fcr unser Zusammenleben, denn er allein erlaubt die Vereinbarung von Freiheit und Kooperation. Daher gedeiht auf seiner Grundlage ein freiheitliches und zugleich friedliches, tolerantes und demokratisches Miteinander in anonymem Gro\u00dfgesellschaften, in der jeder nach seiner Fa\u00e7on gl\u00fccklich werden kann und jedes Individuum die gleichen Rechte hat, die wiederum im Gro\u00dfen und Ganzen von allen respektiert werden. Zudem ist er die Grundlage f\u00fcr anonyme M\u00e4rkte, welche in der Folge Wohlstand, eine hohe Lebenserwartung und eine hohe Lebensqualit\u00e4t erzeugen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht weniger als alles das hat uns der Universalismus beschert. Daher galt er lange ganz selbstverst\u00e4ndlich als Richtschnur f\u00fcr die Entwicklung sowie den Erhalt von Freiheit, Gleichheit, Selbstverwirklichung und Demokratie. Die gro\u00dfen Vordenker von Demokratie und Liberalismus hatten das fr\u00fch erkannt und daraus ihre Empfehlungen f\u00fcr eine freiheitliche Verfassung und deren Rechtsordnung entwickelt. Daran \u00e4ndert auch der Umstand nichts, dass sie selbst wohl nur Teil der historischen Herausbildung des Universalismus waren und vermutlich auch nur deshalb zur rechten Zeit auf die rechten Ideen gekommen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Inzwischen ist das alles aber nicht mehr selbstverst\u00e4ndlich. Dass der Universalismus die unverzichtbare Grundlage f\u00fcr eine freie, tolerante und demokratische Gesellschaft sei, wird zunehmend in Zweifel gezogen. Nicht wenigen kritischen Geistern ist der Universalismus gar zu einem Relikt vergangener Zeiten verkommen. Das tr\u00e4gt erheblich zu den derzeitigen Polarisierungstendenzen bei. An Universit\u00e4ten, in Feuilletons, Kultursendungen und B\u00fcchern \u00e4u\u00dfern sich Protagonisten, die sich stets entweder als Identit\u00e4tspolitiker oder als Universalisten verstehen, so als sei die Frage, unter welchem Regime eine freiheitliche Gesellschaft gedeiht, v\u00f6llig offen; und weil die Identit\u00e4tspolitik in vielen Zirkeln inzwischen mit erheblicher moralischer Wucht dominiert, gefallen sich manche, die den Universalismus nicht ganz aufgeben wollen, als Vermittler zwischen beiden Positionen, indem sie von jeder etwas beimischen. Als ob es ein bisschen Universalismus geben k\u00f6nne.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie konnte das geschehen? Kurz gesagt geriet der Universalismus unter Verruf, weil es nicht mit ihm vereinbar ist, aus einem gesellschaftlichen Diskurs heraus bestimmte Gruppen der Bev\u00f6lkerung herauszuheben und gegen\u00fcber anderen zu bevorzugen, immer mit dem Ziel, wie immer definierte gesellschaftliche Verh\u00e4ltnisse zu gestalten. Genau das ist aber der Kern von Identit\u00e4tspolitik. Mit ihrer Hilfe versucht man vor allem, die Ver\u00e4nderungsprozesse in der Zusammensetzung bestimmter Gruppen, welche sich durch die \u00dcberwindung von bestehenden Diskriminierungen ergeben, abzuk\u00fcrzen. In gewisser Weise ist das verst\u00e4ndlich. Aber es funktioniert nur durch bewusste Diskriminierung neuer Art, und zudem beseitigt es auch nicht die Ursachen noch bestehender Diskriminierung, geht also nicht an die Wurzeln des Problems.<\/p>\n\n\n\n<p>Statt aber an die Wurzel der Diskriminierung zu gehen, l\u00e4uft Identit\u00e4tspolitik darauf hinaus, die Zusammensetzung verschiedenster Gruppen und Teams unterschiedlichster Kriterien wie Geschlecht, Hausfarbe, Nationalit\u00e4t und sexuelle Orientierung zu unterwerfen und im Anschluss aktiv zu gestalten. Auf diese Weise werden Gruppenverh\u00e4ltnisse und Identit\u00e4ten zwangsl\u00e4ufig konflikttr\u00e4chtig politisiert. Ebenso zwangsl\u00e4ufig wird eine diskriminierungsfreie Politik gegen\u00fcber allen Individuen unm\u00f6glich gemacht. Je nach identit\u00e4tspolitischer Variante werden zudem bestimmte Positionen allein Angeh\u00f6rigen bestimmter Gruppen vorbehalten, weil aufgrund von Geschichte, Kultur oder anderer beliebiger Kriterien allein sie legitimiert seien, dieses oder jenes zu tun. In der Folge muss daraus ein undurchdringliches Geflecht an Vorrechten und Verboten stehen, welches die Idee universeller Rechte nach und nach aush\u00f6hlt und das Ziel der Diskriminierungsfreiheit ad absurdum f\u00fchrt. Dennoch halten Identit\u00e4tspolitiker eine solche aktive Gestaltung von Gruppenproportionen f\u00fcr fortschrittlich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>4 Die identit\u00e4tspolitische Fortschrittsillusion<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Man muss nicht konservativ sein, um zu erkennen, dass nicht alles Neue ein Fortschritt ist. Fortschritt findet vielmehr in einem Umfeld statt, in dem viele neue Ideen entstehen, von denen naturgem\u00e4\u00df die meisten schlecht und nur einige gut sind. Daher bedarf es eines Mechanismus\u2018, der die schlechten Ideen aussortiert und den guten Raum gibt. Wird dieser Mechanismus gehemmt oder unter Verweis auf seine vermeintliche Fortschrittsfeindlichkeit au\u00dfer Kraft gesetzt, setzt sich zwar viel Neues, aber nur selten Gutes durch.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Sinne l\u00e4ge der wirkliche Fortschritt in der Einsicht, dass die derzeit so popul\u00e4re Abkehr vom Universalismus keine gute Idee ist. Bei Licht betrachtet ist sie nicht einmal neu, sondern vielmehr getr\u00e4nkt von der ziemlich gestrigen Romantisierung einer Gruppenmoral, die, wenn man ihr konsequent folgte, zur\u00fcck in starre Rollenzuweisungen und eine verminderte Selbstbestimmung in Verbindung mit der Ausgrenzung von Gruppenfremden f\u00fchren w\u00fcrde. Das wiedererweckt gerade jene archaischen Neigungen in uns Menschen, die wir durch die Antidiskriminierungspolitik der vergangenen Jahrzehnte weitgehend \u00fcberwunden glaubten. Erste Anzeichen dazu sieht man schon. Man mag es f\u00fcr \u00fcbertrieben halten, wenn sich so genannte \u201ealte wei\u00dfe M\u00e4nner\u201c \u00fcber ihre \u201eMarkierung\u201c als solche beleidigt zeigen. Aber es geht nicht darum, ob jemand beleidigt ist, der bislang mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit \u2013 allerdings keineswegs sicher (!) \u2013 auf der Sonnenseite des Lebens stand. Es muss vielmehr v\u00f6llig unabh\u00e4ngig von der jeweiligen Gruppe um die Frage gehen, ob wir allen Ernstes wieder damit anfangen wollen, Zugeh\u00f6rigen politisch definierter Gruppen bestimmte Stigmata anzuh\u00e4ngen, nur, weil es so aussieht, als ob das fortschrittlich sei. Wer die Antwort darauf von der infrage stehenden Gruppe abh\u00e4ngig macht, hat sich bereits aus der universalistischen Ethik verabschiedet, und das sind leider nicht wenige, wie die oft fr\u00f6hliche Unbek\u00fcmmertheit zeigt, mit der auf die \u201eleidglich beleidigten\u201c alten wei\u00dfen M\u00e4nner verwiesen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Die rhetorischen Grundlagen f\u00fcr die Unterscheidung zwischen erw\u00fcnschter und unerw\u00fcnschter Diskriminierung sind mit solchen \u201eMarkierungen\u201c jedenfalls gelegt, und das wirft die Frage auf, wer das Definitionsrecht f\u00fcr die Zugeh\u00f6rigkeit zu bestimmten Gruppen hat und wer welche Rechte mit welcher Gruppenzugeh\u00f6rigkeit verkn\u00fcpfen darf. Demokratisch l\u00e4sst sich so etwas jedenfalls nicht entscheiden, denn es w\u00fcrde nicht allein realweltliche demokratische Prozesse hoffnungslos \u00fcberfordern, sondern bereits vorher an logischen Unm\u00f6glichkeiten scheitern. Allein deshalb kann eine Abkehr vom Universalismus weder in gr\u00f6\u00dferer Gerechtigkeit, noch in mehr Toleranz und Freiheit m\u00fcnden; und da reden wir noch gar nicht von den Segnungen von Marktwirtschaft und Wohlstand.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob die anti-universalistischen Str\u00f6mungen der j\u00fcngsten Zeit in der Lage sein werden, die viele Jahrhunderte w\u00e4hrende kulturelle Evolution hin zur universalistischen Moral umzukehren, ist nat\u00fcrlich fraglich, und das ist erst einmal eine gute Nachricht. Aber die universalistische Moral allein sichert keine freiheitliche Gesellschaft, wenn sie nicht mit universalistischen politischen Institutionen zusammenwirken kann. Letztere infrage zu stellen, ist auch deshalb gef\u00e4hrlich, weil selbst linke Identit\u00e4tspolitik damit ungewollt den Weg f\u00fcr rechte Populisten ebnen kann. Tats\u00e4chlich haben wir im Westen bereits genug Politiker, die die Erosion der Idee universeller Regeln aufgreifen, indem sie jene der gewaltenteiligen Demokratie unter erschreckend gro\u00dfem Applaus verh\u00f6hnen und als Verschw\u00f6rung dunkler M\u00e4chte umdeuten. Ebenso reichlich haben wir bereits W\u00e4hler, die von linken Identit\u00e4tspolitikern vom Universalismus weggelockt wurden und nun zu rechten Bauernf\u00e4ngern und deren Parteien \u00fcberlaufen. Alles das sind keine guten Zeichen, und ob man es h\u00f6ren m\u00f6chte oder nicht, so stehen sie doch ganz sicher in einem Zusammenhang mit den Abkehrtendenzen vom Universalismus.<\/p>\n\n\n\n<p>Es war im Westen immer \u00fcblich, Selbstkritik an der westlichen Lebensweise zu \u00fcben, manchmal bis zur Grenze der Selbstaufgabe. Und das ist gut so, es ist sogar ein elementarer Bestandteil unserer Kultur und eine wesentliche St\u00e4rke unserer Gesellschaften. Aber Kritik muss immer an einem Kriterium ausgerichtet sein, an dem man messen kann, wer sich kritikw\u00fcrdig verh\u00e4lt und wer nicht. Statt aber unsere universalistischen Kriterien selbst infrage zu stellen, sollten wir uns im Westen kritisch fragen, wo wir diese Kriterien (immer) noch nicht erf\u00fcllen. Damit h\u00e4tten wir allemal genug zu tun.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>G\u00fcth, Werner; Rolf Schmittberger, Bernd Schwarze (1982), An Experimental Analysis of Ultimatum Bargaining, Journal of Economic Behavior &amp; Organization3, S. 367\u2013388.<\/p>\n\n\n\n<p>Henrich, Joseph (2000), Does Culture Matter in Economic Behavior? Ultimatum Game Bargaining Among the Machiguenga of the Peruvian Amazon, American Economic Review 90, S. 973-979.<\/p>\n\n\n\n<p>Henrich, Joseph (2010), The Weirdest People in the World, Behavioral and Brain Science 33, 61\u2013135.<\/p>\n\n\n\n<p>Henrich, Joseph; et al. (2010), Markets, Religion, Community Size, and the Evolution of Fairness and Punishment, Science 327, 19.03.2020, S. 1480-1484.<\/p>\n\n\n\n<p>Pinker, Steven (2011), Gewalt. Eine neue Geschichte der Menschheit, Frankfurt am Main: Fischer.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Universalismus ist nicht allein eine rechtliche Grundlage unserer freiheitlichen politischen und \u00f6konomischen Ordnung. 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