{"id":40787,"date":"2025-07-14T00:49:00","date_gmt":"2025-07-13T23:49:00","guid":{"rendered":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=40787"},"modified":"2025-12-21T10:36:48","modified_gmt":"2025-12-21T09:36:48","slug":"staatsverschuldung-und-schuldenbremse-beitrag-zur-erschuetterung-von-gewissheiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=40787","title":{"rendered":"Staatsverschuldung und Schuldenbremse <br><b>Ein Beitrag zur Ersch\u00fctterung von Gewissheiten <\/b>"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Zusammenfassung: <\/strong>Wer sich wie zur Schuldenbremse und ihrer Reform stellt, entscheidet sich in den politischen Diskussionen in erster Linie nach der politischen Weltanschauung. Das ist ziemlich absurd vor dem Hintergrund, dass die Effekte von Staatsverschuldung sehr komplex und \u00fcberraschend anders sind, als es die Intuition nahelegt. Dieser Beitrag macht einen kleinen Ausflug in die Logik und die Effekte von Staatsverschuldung im Allgemeinen und der deutschen Schuldenbremse im Besonderen. Die Hoffnung ist, dass dies ein kleiner Ansto\u00df dazu werden wird, seine Meinung zur Schuldenbremse k\u00fcnftig lieber nicht aus der politischen Himmelsrichtung abzuleiten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1. Die Grundlagen: Was hat der Export mit der Schuldenbremse zu tun?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Schauen wir uns die Diskussionen um die Schuldenbremse vor und nach ihrer \u00c4nderung im M\u00e4rz 2025 an, so sehen wir vor allem eins: starke Meinungen. Wer noch keine hat, kommt mit der folgenden Regel bestens durch seine Peer Groups: Schuldenbremse weg, wenn du eher links bist; Schuldenbremse her, wenn du eher marktliberal (oder sowas) bist. Das ist erstaunlich, denn es geht bei dem Thema in erster Linie um ziemlich komplexe Sachfragen, die mit pers\u00f6nlichen Weltanschauungen erst einmal herzlich wenig zu tun haben. Es ist aber auch deshalb erstaunlich, weil es unter den Diskussionsteilnehmern nicht sehr viele gibt, die die recht komplexen Wirkungsmechanismen von Staatsverschuldung wirklich \u00fcberblicken. Man bedenke: Das zu sagen, ist genauso wenig abwertend wie die Feststellung, dass sich jemand nicht mit Quantenmechanik, Manich\u00e4ismus oder evolutorischer Linguistik auskennt. Allerdings hat so jemand meist auch keine starke Meinung zu diesen Themen. Das ist der Unterschied.<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb zielt dieser Beitrag darauf, Gewissheiten zu ersch\u00fcttern, zumindest, soweit sie nur auf Weltanschauung beruhen. Wir beginnen mit etwas, was ganz anders als die hei\u00dfen Debatten um die Schuldenbremse und die Kommentare manch eines sich tiefsinnig w\u00e4hnenden Kabarettisten ziemlich unsexy ist: mit der Zusammensetzung des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die sehen wir in Abbildung 1. Das BIP ist gewisserma\u00dfen der Kuchen, den eine Volkswirtschaft jedes Jahr backt. Von dem geht ein Teil jeweils in den privaten und in den staatlichen Konsum. Ein weiterer geht jeweils in private und in staatliche Investitionen. Schlie\u00dflich wird ein Teil als Export ins Ausland verkauft. Von alledem m\u00fcssen wir unsere K\u00e4ufe im Ausland, also die Importe, wieder abziehen, denn die sind in den anderen Gr\u00f6\u00dfen schon einmal gez\u00e4hlt. Wenn sich beispielsweise ein inl\u00e4ndischer Haushalt eine Flasche Bordeaux zu 80 \u20ac kauft, die ein inl\u00e4ndischer Weinh\u00e4ndler bei einem franz\u00f6sischen Winzer f\u00fcr 10 \u20ac erworben hat, dann werden die 80 \u20ac zun\u00e4chst zur Rubrik privater Konsum gez\u00e4hlt und die 10 \u20ac des franz\u00f6sischen Winzers als Import wieder abgezogen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn die Differenz zwischen Export und Import null ist, dann wird im Inland ein Kuchen gegessen, der exakt so gro\u00df ist wie jener, der auch im Inland gebacken wurde. So ist das aber fast nie. Wenn man wie Deutschland mehr exportiert als importiert, dann backt man einen gr\u00f6\u00dferen Kuchen als man ihn am Ende isst. Den Rest \u00fcberl\u00e4sst man dem Ausland, und im Wert dieses Rests schuldet das Ausland dem Inland fortan volkswirtschaftlichen Kuchen, wenn man so will. Technisch gesehen erwirbt das Inland dadurch Forderungen gegen\u00fcber dem Ausland, welche die Inl\u00e4nder in Form von ausl\u00e4ndischer W\u00e4hrung halten oder sich daf\u00fcr Wertpapiere, Unternehmensbeteiligungen oder anderweitige Verm\u00f6genstitel kaufen, die in der Regel Ertr\u00e4ge abwerfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die privaten Konsumenten und Investoren, der Staat und das Ausland sind es also, die jeweils Teile des volkswirtschaftlichen Kuchens nachfragen. Daran kn\u00fcpft sich nun unmittelbar die Frage an, ob die Gr\u00f6\u00dfe des Kuchens, den sie zusammen nachfragen, auch der Gr\u00f6\u00dfe jenes Kuchens entspricht, der im Inland gebacken werden kann. Letzteres bestimmt sich nach den volkwirtschaftlichen Ressourcen, die dem Inland zur Verf\u00fcgung stehen: die Zahl an Arbeitskr\u00e4ften und Maschinen sowie der gegebene Stand der Produktionstechnologie. Die Gr\u00f6\u00dfe des damit maximal herstellbaren Kuchens nennen wir das Produktionspotenzial. Meistens ist der Kuchen, der am Ende nachgefragt wird, etwas kleiner als der, der maximal gebacken werden kann. Dann sprechen wir von einer Unterauslastung des Produktionspotenzials, und die geht immer mit (konjunktureller) Arbeitslosigkeit einher.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"751\" src=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/apol1-1-1024x751.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-40795\" srcset=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/apol1-1-1024x751.png 1024w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/apol1-1-300x220.png 300w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/apol1-1-768x563.png 768w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/apol1-1-1536x1127.png 1536w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/apol1-1-2048x1502.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Trotz aller zwischenzeitlichen Krisen hatten wir zwischen dem Ende der Nullerjahre und dem Beginn der 2020er Jahre meist eine ziemlich hohe Auslastung des Produktionspotentials, was man nicht zuletzt an der niedrigen Arbeitslosigkeit ablesen konnte. Dabei gab aber die Zusammensetzung der einzelnen Komponenten des nachgefragten BIP im Inland wie im Ausland immer wieder Anlass zu Kritik. Denn die hohe Auslastung des Produktionspotenzials speiste sich vor allem aus einem hohen \u00dcberschuss der Exporte \u00fcber die Importe, w\u00e4hrend die privaten und erst recht die staatlichen Investitionen eher schwach waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber warum soll das ein Problem sein? Wie gesagt, erzeugen Export\u00fcbersch\u00fcsse Forderungen gegen\u00fcber dem Ausland. Das ist auch eine Investition, denn es bringt k\u00fcnftige Einkommen f\u00fcr diejenigen, die diese Forderungen erworben haben. Damit geh\u00f6ren sie zu deren Verm\u00f6gensbestand, der durch Export\u00fcbersch\u00fcsse fortlaufend ansteigt und damit immer h\u00f6here Ertr\u00e4ge in Form von Zinsen, Dividenden und Gewinnen abwirft. Nicht zuletzt kann man die Verm\u00f6genstitel irgendwann auch wieder verkaufen und von dem Erl\u00f6s dann zus\u00e4tzlichen privaten Konsum finanzieren. Der speist sich dann von jenem Kuchen, der zu dieser Zeit im Ausland gebacken werden wird. Alles das kann zur Entlastung unserer Alterssicherung beitragen. Denn wer immer solche Forderungen hat, kann zumindest Teile seines Alterskonsums damit finanzieren und ist insoweit nicht auf staatliche Leistungen angewiesen. Und gesamtwirtschaftlich gilt: Wenn etwa die Babyboomer in ihrer Erwerbsphase einen so gro\u00dfen Kuchen backen, dass ein Teil davon im Ausland gegessen wird, dann k\u00f6nnen sie sp\u00e4ter w\u00e4hrend ihres Ruhestands einen Teil jenes Kuchens konsumieren, den man dann Ausland backen und dem Inland zur Begleichung seiner Verbindlichkeiten teilweise \u00fcberlassen werden wird. Das k\u00f6nnte schon deshalb gut sein, weil die Babyboomer bekanntlich relativ wenige Kuchen backende Nachkommen hinterlassen haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Alles das ist aber nur die eine Seite der Medaille, und selbst die gl\u00e4nzt nur etwas bl\u00e4sslich: Denn welche Haushalte halten wohl die dazugeh\u00f6rigen Forderungen gegen\u00fcber dem Ausland? Richtig: Diejenigen, die Willens und in der Lage waren, w\u00e4hrend ihrer Erwerbsphase etwas anzusparen und davon Auslandsforderungen zu erwerben. Denjenigen, die auf eine \u00f6ffentliche Rente zur Lebensstandardsicherung im Alter angewiesen sind, n\u00fctzt das erst einmal nichts. Ebenso wenig n\u00fctzt es den Renten- und Sozialkassen, die diesen Menschen zumindest das sozio-kulturelle Existenzminimum sichern m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"751\" src=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/apol2-1-1024x751.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-40796\" srcset=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/apol2-1-1024x751.png 1024w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/apol2-1-300x220.png 300w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/apol2-1-768x563.png 768w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/apol2-1-1536x1127.png 1536w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/apol2-1-2048x1502.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Hinzu kommt die andere Seite der Medaille: Wie erw\u00e4hnt, gingen die hohen Export\u00fcbersch\u00fcsse mit niedrigen privaten und erst recht auch mit niedrigen staatlichen Investitionen einher. Blicken wir dazu einmal auf die staatlichen Investitionen. Wenn die ausbleiben, verrottet bekanntlich die \u00f6ffentliche Infrastruktur \u2013 wer w\u00fcsste das besser als wir Deutschen? Wir k\u00f6nnten es also so ausdr\u00fccken: Mit der Zusammensetzung des Bruttoinlandsprodukts, wie wir sie seit der Jahrtausendwende bis in die j\u00fcngste Zeit hatten, haben wir einerseits stetig rentable Forderungen gegen\u00fcber dem Ausland gesammelt, dies aber wom\u00f6glich damit bezahlt, dass unsere (staatliche) Infrastruktur verrottete.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2. Die Kritik an der Schuldenbremse<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Genau daran kn\u00fcpft nun die Kritik an der Schuldenbremse an, und die geht so: Weil wir die Schuldenbremse hatten, konnte der Staat kaum \u00f6ffentliche Investitionen t\u00e4tigen. Weil die schwache \u00f6ffentliche Investitionsnachfrage nicht durch privaten Konsum oder private Investitionen ausgeglichen wurde, konnten die Unternehmen einen Teil unseres volkswirtschaftlichen Kuchens nicht im Inland verkaufen und haben ihn daher ans Ausland verkauft. So stiegen die Exporte.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Diagnose klingt plausibel, hat aber mehr Hintergr\u00fcnde, als es den ersten Anschein hat. Daher sollte es uns nicht verwundern, dass sie unter \u00d6konomen nicht unumstritten ist. Deshalb m\u00fcsste gerade hier tiefer bohren, wer von einer weltanschaulichen zu einer fachlich begr\u00fcndeten Meinung wechseln will. Dazu braucht man aber so ziemlich die ganze Palette des theoretischen und empirischen Werkzeugs moderner Makro\u00f6konomik. Deshalb m\u00fcssen auch wir es hier bei dem Hinweis belassen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr diejenigen, die diese Diagnose (fachlich begr\u00fcndet oder nicht) teilen, schlie\u00dft sich gleich der Therapievorschlag an: Durch eine Lockerung der Schuldenbremse kann der Staat mit Hilfe neuer Kredite in seine Infrastruktur investieren. Dazu vergibt er Auftr\u00e4ge: entweder an inl\u00e4ndische Unternehmen, die dann mehr inl\u00e4ndische Investitionsg\u00fcter und weniger Exportg\u00fcter produzieren, so dass die Exporte sinken; oder an ausl\u00e4ndische Unternehmen, so dass die Importe ansteigen. In beiden F\u00e4llen sinkt der Export\u00fcberschuss, oder er verschwindet ganz. Zugleich w\u00e4chst der Bestand an \u00f6ffentlicher Infrastruktur. Die grauen Pfeile in Abbildung 1 deuten das an.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Blick auf die stilisierten Bilanzen in Abbildung 2 zeigt uns dann auch, welche Konsequenzen das hat. Schauen wir zun\u00e4chst auf die Bilanz \u201eStaatlicher Sektor\u201c, so finden wir, dass auf der Aktivseite der Bestand an \u00f6ffentlicher Infrastruktur steigt, dass aber auf der Passivseite der Bestand an Verbindlichkeiten des Staates gegen\u00fcber dem privaten Sektor ebenfalls steigt. Letzteres sind die Schulden, die der Staat macht und mit dem er fortan beim privaten Sektor in der Kreide steht.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Bilanz \u201ePrivater Sektor\u201c sieht man aber noch einen anderen Effekt: In dem Ma\u00dfe, in dem die Export\u00fcbersch\u00fcsse verschwinden, ist es mit dem Zuwachs an Nettoforderungen gegen\u00fcber dem Ausland vorbei, was wiederum mit dem grauen Pfeil angedeutet ist. Ergebnis: Der private Sektor sammelt von nun an keine zus\u00e4tzlichen Forderungen gegen\u00fcber dem Ausland mehr an, tauscht diese aber gegen zus\u00e4tzliche Forderungen gegen\u00fcber dem Staat. Jedem einzelnen privaten Haushalt oder Unternehmen kann das mit Blick auf seine Verm\u00f6gensertr\u00e4ge zun\u00e4chst egal sein, denn beide Forderungen geh\u00f6ren zu seinem Verm\u00f6gen, beide werfen Ertr\u00e4ge ab und beide kann man irgendwann verkaufen und damit finanzielle Mittel f\u00fcr den Konsum (im Alter) erl\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3. Gegen die Intuition!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine weitere Einsicht bietet die konsolidierte Bilanz \u201eGesellschaft\u201c, die wir bilden k\u00f6nnen, indem wir alle Positionen auf der Aktiv- und Passivseite der beiden oberen Bilanzen jeweils addieren und diejenigen Positionen herausstreichen, die auf der Aktivseite einer Bilanz und zugleich auf der Passivseite einer anderen Bilanz auftauchen. In unserem Fall betrifft das die \u201eForderungen an den Staat\u201c auf der Aktivseite der Bilanz \u201ePrivater Sektor\u201c, denen die \u201eVerbindlichkeiten gegen\u00fcber dem privaten Sektor\u201c in der Bilanz \u201eStaatlicher Sektor\u201c genau entsprechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Lockerung der Schuldenbremse hat aus Sicht der Gesamtgesellschaft n\u00e4mlich nur einen Effekt, und den deuten die grauen Pfeile in dieser Bilanz an: Sie verbessert die Infrastruktur zulasten (des Zuwachses) der Nettoforderungen gegen\u00fcber dem Ausland. Dagegen tauchen die Schulden, die der Staat f\u00fcr seine Infrastrukturprojekte macht, gar nicht mehr auf! Sie fallen einfach weg und spielen keine Rolle mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie bitte? Tats\u00e4chlich ist das v\u00f6llig korrekt, und das nicht allein formal. Denn \u00fcberlegen wir: Wenn der Staat verschuldet ist, dann haben die privaten Haushalte und Unternehmen Forderungen an den Staat. Aber wer ist der Staat? Richtig, er besteht aus den privaten Haushalten und den Unternehmen, und die Politiker und Beamten sind nur deren ausf\u00fchrende Organe. Staatliche Schuld hei\u00df also, dass sich die Haushalte und Unternehmen bei sich selbst verschulden. Ebenso k\u00f6nnte sich jeder von uns selbst einen Kredit geben und sich daf\u00fcr etwas Sch\u00f6nes kaufen. Schon mal daran gedacht?<\/p>\n\n\n\n<p>Wo ist hier der Haken? Der liegt in der Einsicht, dass dieses v\u00f6llig korrekte Ergebnis nur ein \u2013 wenn auch v\u00f6llig korrekter \u2013 Teil Wahrheit ist, und das liegt an dem hohen Abstraktionsniveau, auf dem wir uns bisher befinden. Erst wenn wir von da aus hinabsteigen in die reale Welt, sto\u00dfen wir auf weitere Einsichten, ohne die wir kein zureichendes Bild erhalten. Dann finden wir:<\/p>\n\n\n\n<p>Erstens: Wenn der private Sektor fortan Forderungen gegen\u00fcber dem Staat statt wie bisher gegen\u00fcber dem Ausland erwirbt, dann erh\u00e4lt er f\u00fcr diese Forderungen zwar auch Zinsen und Tilgungen. Die aber zahlt er selbst, denn er ist schlie\u00dflich Gl\u00e4ubiger und Schuldner in einem. Also bekommt der private Sektor per Saldo nichts.<\/p>\n\n\n\n<p>Zweitens: Die Infrastruktur erzeugt aber eine andere Art von Rendite, denn sie erh\u00f6ht die inl\u00e4ndische Produktivit\u00e4t. Das Gegenteil davon hat jeder schon einmal physisch erlebt, der zum Beispiel das zweifelhafte Vergn\u00fcgen hatte, die gesprengte Rahmedetalbr\u00fccke im Sauerland zu umfahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Drittens: Der private Sektor, der den Ausbau der \u00f6ffentlichen Infrastruktur erm\u00f6glichen soll, ist kein homogener Block. Vielmehr besteht er aus Millionen von Individuen und vielen Tausend Unternehmen. H\u00e4tten alle davon gleich viele Wertpapiere und Forderungen gegen\u00fcber dem Staat und m\u00fcssten alle die gleichen Steuern zahlen, dann w\u00e4re die Ausdehnung kreditfinanzierter Infrastrukturinvestitionen tats\u00e4chlich so, als ob wir uns wie eine einzelne Person selbst einen Kredit g\u00e4ben, um uns davon Infrastruktur zu kaufen. Wir sind aber keine einzelne Person. Mehr noch: Manche von uns haben staatliche Wertpapiere in ihrem Verm\u00f6gen und damit Forderungen an den Staat \u2013 andere von uns haben das aber nicht, und wieder andere haben \u00fcberhaupt kein relevantes Verm\u00f6gen angespart. Manche haben gen\u00fcgend Einkommen, um etwas zu sparen und damit Wertpapiere zu kaufen \u2013 andere weniger oder sogar gar nichts. Manche vererben ihre Wertpapiere \u2013 andere nicht. Das alles f\u00fchrt dazu, dass staatliche Verschuldung \u00fcberaus komplexe Verteilungseffekte innerhalb des privaten Sektors ausl\u00f6st, die aber kaum diskutiert werden. Der einzige Verteilungseffekt, der in der \u00d6ffentlichkeit regelm\u00e4\u00dfig Aufmerksamkeit erh\u00e4lt, ist dieser: Eine Generation nimmt Schulden auf und belastet damit die nachfolgende Generation, indem sie diese Schulden an ihre Nachkommen vererbt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ausgerechnet dieser Effekt ist aber zweifelhaft, um nur das Mindeste zu sagen. Um das zu sehen, stellen wir uns eine Gesellschaft von zwei B\u00fcrgern A und B vor. Der Staat m\u00f6chte einen Kredit von 100 \u20ac aufnehmen, um damit ein Wahlgeschenk an A und B in H\u00f6he von jeweils 50 \u20ac zu finanzieren. Hierzu verkauft er ein Wertpapier zu 100 \u20ac bei drei\u00dfigj\u00e4hriger Laufzeit an A. Zusammen mit dem Wahlgeschenk hat A damit per Saldo 50 \u20ac an B gezahlt. Das Wertpapier vererbt A an Kind-A, w\u00e4hrend B an Kind-B nichts vererbt. Drei Jahrzehnte sp\u00e4ter wird das Wertpapier f\u00e4llig. Der Staat kauft das Wertpapier gegen eine Zahlung von 100 \u20ac von Kind-A zur\u00fcck. Er finanziert den R\u00fcckkauf \u00fcber eine Steuer, die Kind-A und Kind-B jeweils mit 50 \u20ac belastet. Zusammengenommen erh\u00e4lt Kind-A damit netto 50 \u20ac, und genau diese 50 \u20ac muss Kind-B mit seiner Steuer bezahlen. Per Saldo zahlt in der urspr\u00fcnglichen Generation A 50 \u20ac an B, und eine Generation sp\u00e4ter zahlt Kind-B 50 \u20ac an Kind-A. Wir sehen: Eine Belastung der nachfolgenden Generationen durch die Schulden ihrer Vorg\u00e4ngergeneration findet zumindest in unserem Beispiel \u00fcberhaupt nicht statt, denn zwischen den Generationen wird gar nichts umverteilt. Wohl aber wird zweimal innerhalb jeder Generation Kaufkraft umverteilt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie solche Umverteilungseffekte von Verschuldung zwischen oder innerhalb der Generationen in der Realit\u00e4t aussehen, richtet sich unter anderem danach, wer was geerbt hat und wer wie viele Steuern zahlen muss. Wer nun glaubt, die Komplexit\u00e4t der Effekte von Staatsverschuldung damit schon hinreichend genau erfasst zu haben, irrt sich erneut. Denn allein schon die Frage, ob es sich in dem obigen Beispiel \u00fcberhaupt um Umverteilung handelt, ist nicht ausgemacht. Wenn wir n\u00e4mlich eine vollumf\u00e4ngliche Verm\u00f6gensrechnung unter Ber\u00fccksichtigung von Zinsen und Diskontfaktoren aufzustellen, und wenn wir dann noch in Betracht ziehen, dass sich Generationen wie die von Eltern und Kind A und B zeitlich nicht abl\u00f6sen, sondern \u00fcber Jahrzehnte \u00fcberlappen, sehen die Dinge noch einmal anders und noch einmal deutlich komplexer aus. Auch hier m\u00fcsste tiefer bohren, wer von einer weltanschaulichen zu einer fachlich begr\u00fcndeten Meinung zur Schuldenbremse wechseln m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>4. Fazit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Halten wir fest: Wir haben hier nur einige ganz grundlegende Zusammenh\u00e4nge angesprochen, und allein von denen versto\u00dfen einige gegen die erste Intuition. An zwei Stellen mussten wir dar\u00fcber hinaus einsehen, dass wir noch sehr viel tiefer bohren m\u00fcssten, um auch nur ansatzweise zu denjenigen Fakten und Zusammenh\u00e4ngen vorzusto\u00dfen, die es uns erm\u00f6glichen, zu einer fachlich fundierten Einsch\u00e4tzung der Thematik zu gelangen. Vor diesem Hintergrund ist die Tatsache, dass sich das F\u00fcr oder Wider einer (Reform der) Schuldenbremse ganz offenkundig nach der politischen Weltanschauung richtet, ziemlich bizarr.<\/p>\n\n\n\n<p>Eines sei aber auch festgehalten. Einerseits sind die Effekte, die es ausl\u00f6st, wenn der Gro\u00dfteil eines staatlichen Haushalts und damit der Steuereinnahmen f\u00fcr Zinsen auszugeben sind, komplex und ziemlich uneindeutig. Vor allem ist die Vorstellung, dass diejenige Generation, die diese Zinsen tragen muss, damit die Zeche ihrer schuldenfreudigen Vorg\u00e4ngergeneration zahlen muss, mindestens irref\u00fchrend, wenn nicht gar falsch. Andererseits bedeutet das keineswegs, dass Verschuldung harmlos ist. Ihre Tragf\u00e4higkeit reicht n\u00e4mlich immer nur bis zu einer gewissen Grenze, und diese Grenze liegt da, wo die laufenden Einnahmen des Staates nicht mehr hinreichen, um Zinsen und Tilgungen zu finanzieren. Wenn man sich dieser Grenze auch nur n\u00e4hert, wird es brenzlig, und das gilt dann f\u00fcr Gl\u00e4ubiger wie Schuldner gleicherma\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Von dieser Grenze immer geb\u00fchrenden Abstand zu halten, ist das, was man nachhaltige Finanzpolitik nennen kann. Leider ist eine nachhaltige Finanzpolitik im politischen Wettbewerb aber nicht das, was \u00d6konomen anreizkompatibel nennen; und das gleich in zweifacher Hinsicht: Der politische Wettbewerb neigt erstens dazu, Politiker zu einer nicht-nachhaltigen Schuldaufnahme zu bewegen; und zweitens neigt er dazu, die dadurch aufgenommenen Kredite gerade nicht f\u00fcr Investitionen, sondern f\u00fcr den Konsum auszugeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Umgekehrt m\u00fcssen alle Investitionen in die staatliche Infrastruktur durch Verzicht an anderer Stelle erm\u00f6glicht werden. Hier haben wir untersucht, was geschieht, wenn wir sie durch geringere Exporte erm\u00f6glichen. Man h\u00e4tte sie aber auch durch Konsumverzicht erm\u00f6glichen k\u00f6nnen oder durch einen Abbau k\u00fcnftiger Ertr\u00e4ge aus Auslandsverm\u00f6gen. Nur: Ohne Verzicht geht es nicht. Diese unangenehme Einsicht l\u00e4sst sich zwar nicht umgehen. Sie l\u00e4sst sich aber mit Hilfe von Staatsschulden verschleiern, und zumindest zum Teil erleben wir das gerade erneut. Wer also in der Schuldenbremse wenig mehr sieht als den Fetisch des Marktliberalismus (oder sowas), m\u00f6ge vielleicht bedenken: Die n\u00e4chste Schuldenkrise kommt bestimmt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Blog-Beitr\u00e4ge zum Thema:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Oliver Holtem\u00f6ller (IWH, 2025): <a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=40094\">Staatsverschuldung und mehr Staatsausgaben als Allheilmittel?<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Jan Schnellenbach (BTU, 2025): <a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=39627\">Schuldenbremse und Sondierungspapier. Ein Fiasko \u00f6konomischer Politikberatung?<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Friedrich Heinemann (ZEW, 2024): <a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=36243\">\u00d6konomen und Schuldenbremse. Warum sind die Sichtweisen so geteilt?<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Podcast zum Thema:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=35368\">Nach dem Verfassungsgerichtsurteil. Brauchen wir die Schuldenbremse noch?<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Kommentare von Prof. Dr. <strong>Thies B\u00fcttner<\/strong> (FAU), <strong>Friedrich Heinemann<\/strong> (ZEW) und <strong>Volker Wieland <\/strong>(Goethe).<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer sich wie zur Schuldenbremse und ihrer Reform stellt, entscheidet sich in den politischen Diskussionen in erster Linie nach der politischen Weltanschauung. Das ist ziemlich absurd vor dem Hintergrund, dass die Effekte von Staatsverschuldung sehr komplex und \u00fcberraschend anders sind, als es die Intuition nahelegt. Dieser Beitrag macht einen kleinen Ausflug in die Logik und die Effekte von Staatsverschuldung im Allgemeinen und der deutschen Schuldenbremse im Besonderen. Die Hoffnung ist, dass dies ein kleiner Ansto\u00df dazu werden wird, seine Meinung zur Schuldenbremse k\u00fcnftig lieber nicht aus der politischen Himmelsrichtung abzuleiten.<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on wp_trim_excerpt --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on wp_trim_excerpt --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on wp_trim_excerpt --><\/p>\n","protected":false},"author":22,"featured_media":40793,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[10],"tags":[1717,153,59],"class_list":["post-40787","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-fiskalisches","tag-apolte","tag-schuldenbremse","tag-staatsverschuldung"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Staatsverschuldung und Schuldenbremse Ein Beitrag zur Ersch\u00fctterung von Gewissheiten  - Wirtschaftliche Freiheit<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=40787\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Staatsverschuldung und Schuldenbremse Ein Beitrag zur Ersch\u00fctterung von Gewissheiten  - Wirtschaftliche Freiheit\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Wer sich wie zur Schuldenbremse und ihrer Reform stellt, entscheidet sich in den politischen Diskussionen in erster Linie nach der politischen Weltanschauung. Das ist ziemlich absurd vor dem Hintergrund, dass die Effekte von Staatsverschuldung sehr komplex und \u00fcberraschend anders sind, als es die Intuition nahelegt. Dieser Beitrag macht einen kleinen Ausflug in die Logik und die Effekte von Staatsverschuldung im Allgemeinen und der deutschen Schuldenbremse im Besonderen. Die Hoffnung ist, dass dies ein kleiner Ansto\u00df dazu werden wird, seine Meinung zur Schuldenbremse k\u00fcnftig lieber nicht aus der politischen Himmelsrichtung abzuleiten.\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=40787\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Wirtschaftliche Freiheit\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2025-07-13T23:49:00+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2025-12-21T09:36:48+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/BdStD11.png\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"1773\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"1299\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/png\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"Thomas Apolte\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Verfasst von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"Thomas Apolte\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"17\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"Article\",\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=40787#article\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=40787\"},\"author\":{\"name\":\"Thomas Apolte\",\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#\/schema\/person\/3b36691204a293818fa3afb1ea0ce724\"},\"headline\":\"Staatsverschuldung und Schuldenbremse Ein Beitrag zur Ersch\u00fctterung von Gewissheiten\",\"datePublished\":\"2025-07-13T23:49:00+00:00\",\"dateModified\":\"2025-12-21T09:36:48+00:00\",\"mainEntityOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=40787\"},\"wordCount\":3033,\"commentCount\":0,\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=40787#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/BdStD11.png\",\"keywords\":[\"Apolte\",\"schuldenbremse\",\"Staatsverschuldung\"],\"articleSection\":[\"Fiskalisches\"],\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"CommentAction\",\"name\":\"Comment\",\"target\":[\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=40787#respond\"]}]},{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=40787\",\"url\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=40787\",\"name\":\"Staatsverschuldung und Schuldenbremse Ein Beitrag zur Ersch\u00fctterung von Gewissheiten - Wirtschaftliche Freiheit\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=40787#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=40787#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/BdStD11.png\",\"datePublished\":\"2025-07-13T23:49:00+00:00\",\"dateModified\":\"2025-12-21T09:36:48+00:00\",\"author\":{\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#\/schema\/person\/3b36691204a293818fa3afb1ea0ce724\"},\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=40787#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=40787\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=40787#primaryimage\",\"url\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/BdStD11.png\",\"contentUrl\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/BdStD11.png\",\"width\":1773,\"height\":1299},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=40787#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Staatsverschuldung und Schuldenbremse Ein Beitrag zur Ersch\u00fctterung von Gewissheiten\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#website\",\"url\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/\",\"name\":\"Wirtschaftliche Freiheit\",\"description\":\"Das ordnungspolitische Journal\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Person\",\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#\/schema\/person\/3b36691204a293818fa3afb1ea0ce724\",\"name\":\"Thomas Apolte\",\"image\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/thomas_apolte.jpg\",\"url\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/thomas_apolte.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/thomas_apolte.jpg\",\"caption\":\"Thomas Apolte\"},\"description\":\"Westf\u00e4lische Wilhelms-Universit\u00e4t M\u00fcnster\",\"url\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?author=22\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Staatsverschuldung und Schuldenbremse Ein Beitrag zur Ersch\u00fctterung von Gewissheiten  - Wirtschaftliche Freiheit","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=40787","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Staatsverschuldung und Schuldenbremse Ein Beitrag zur Ersch\u00fctterung von Gewissheiten  - Wirtschaftliche Freiheit","og_description":"Wer sich wie zur Schuldenbremse und ihrer Reform stellt, entscheidet sich in den politischen Diskussionen in erster Linie nach der politischen Weltanschauung. Das ist ziemlich absurd vor dem Hintergrund, dass die Effekte von Staatsverschuldung sehr komplex und \u00fcberraschend anders sind, als es die Intuition nahelegt. Dieser Beitrag macht einen kleinen Ausflug in die Logik und die Effekte von Staatsverschuldung im Allgemeinen und der deutschen Schuldenbremse im Besonderen. Die Hoffnung ist, dass dies ein kleiner Ansto\u00df dazu werden wird, seine Meinung zur Schuldenbremse k\u00fcnftig lieber nicht aus der politischen Himmelsrichtung abzuleiten.","og_url":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=40787","og_site_name":"Wirtschaftliche Freiheit","article_published_time":"2025-07-13T23:49:00+00:00","article_modified_time":"2025-12-21T09:36:48+00:00","og_image":[{"width":1773,"height":1299,"url":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/BdStD11.png","type":"image\/png"}],"author":"Thomas Apolte","twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Verfasst von":"Thomas Apolte","Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"17\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"Article","@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=40787#article","isPartOf":{"@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=40787"},"author":{"name":"Thomas Apolte","@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#\/schema\/person\/3b36691204a293818fa3afb1ea0ce724"},"headline":"Staatsverschuldung und Schuldenbremse Ein Beitrag zur Ersch\u00fctterung von Gewissheiten","datePublished":"2025-07-13T23:49:00+00:00","dateModified":"2025-12-21T09:36:48+00:00","mainEntityOfPage":{"@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=40787"},"wordCount":3033,"commentCount":0,"image":{"@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=40787#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/BdStD11.png","keywords":["Apolte","schuldenbremse","Staatsverschuldung"],"articleSection":["Fiskalisches"],"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"CommentAction","name":"Comment","target":["https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=40787#respond"]}]},{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=40787","url":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=40787","name":"Staatsverschuldung und Schuldenbremse Ein Beitrag zur Ersch\u00fctterung von Gewissheiten - Wirtschaftliche Freiheit","isPartOf":{"@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=40787#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=40787#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/BdStD11.png","datePublished":"2025-07-13T23:49:00+00:00","dateModified":"2025-12-21T09:36:48+00:00","author":{"@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#\/schema\/person\/3b36691204a293818fa3afb1ea0ce724"},"breadcrumb":{"@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=40787#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=40787"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=40787#primaryimage","url":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/BdStD11.png","contentUrl":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/BdStD11.png","width":1773,"height":1299},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=40787#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Staatsverschuldung und Schuldenbremse Ein Beitrag zur Ersch\u00fctterung von Gewissheiten"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#website","url":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/","name":"Wirtschaftliche Freiheit","description":"Das ordnungspolitische Journal","potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#\/schema\/person\/3b36691204a293818fa3afb1ea0ce724","name":"Thomas Apolte","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/thomas_apolte.jpg","url":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/thomas_apolte.jpg","contentUrl":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/thomas_apolte.jpg","caption":"Thomas Apolte"},"description":"Westf\u00e4lische Wilhelms-Universit\u00e4t M\u00fcnster","url":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?author=22"}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40787","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/22"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=40787"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40787\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":40814,"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40787\/revisions\/40814"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/40793"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=40787"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=40787"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=40787"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}