{"id":41962,"date":"2025-11-10T00:08:00","date_gmt":"2025-11-09T23:08:00","guid":{"rendered":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=41962"},"modified":"2025-12-25T16:00:10","modified_gmt":"2025-12-25T15:00:10","slug":"gastbeitrag-was-1923-uns-heute-lehrt-der-staat-und-das-komplexitaetsproblem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=41962","title":{"rendered":"<b>Gastbeitrag <\/b><br>Was 1923 uns heute lehrt <br><b>Der Staat und das Komplexit\u00e4tsproblem <\/b>"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Trotz Hyperinflationen zeigt sich: Die ordnungspolitische Lektion wurde nie gelernt<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Am 15. November j\u00e4hrt sich die Einf\u00fchrung der Rentenmark und damit das Ende der vorletzten deutschen Hyperinflation zum einhundertzweiten Mal. 1 Rentenmarkt ersetzte 1 Billion Papiermark. Die Hyperinflation gilt als Trauma, als Mahnung vor Geldmengenexzessen. Doch diese Deutung greift zu kurz. Die Inflation war mehr als ein monet\u00e4res Ph\u00e4nomen \u2013 sie war ein fundamentales Staatsversagen, das bis heute untersch\u00e4tzt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Im November 1923 kostete 1 Dollar 4,2 Billionen Mark. Gerald D. Feldman, dessen monumentale Studie&nbsp;<em>\u201e<\/em><em>The Great Disorder\u201c<\/em>&nbsp;als Standardwerk gilt, zeigt: Der Staat zerst\u00f6rte systematisch die Grundlagen wirtschaftlicher Koordination. Preise verloren ihre Informationsfunktion. Vertr\u00e4ge wurden wertlos. Eigentumsrechte l\u00f6sten sich auf. Was zusammenbrach, war nicht nur eine W\u00e4hrung, sondern ein Ordnungssystem.<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u00fcbliche Erz\u00e4hlung konzentriert sich auf Reparationen und die Notenpresse. Aber Feldman macht deutlich: Der Staat war strukturell \u00fcberfordert. Er versuchte, durch inflation\u00e4re Politik wirtschaftliche und soziale Probleme zu \u201el\u00f6sen&#8220; \u2013 Kriegskosten, Wiederaufbau, Soziallasten, Ruhrkampf. Jede Intervention erzeugte neue Verwerfungen, auf die mit weiteren Interventionen reagiert wurde. Ein Teufelskreis aus Anma\u00dfung und Scheitern.<\/p>\n\n\n\n<p>Manche Wirtschaftshistoriker wie Carl-Ludwig Holtfrerich relativierten die Inflation sp\u00e4ter als \u201eWirtschaftsschmiermittel&#8220;, andere hielten sie f\u00fcr alternativlos angesichts der politischen Zw\u00e4nge der Weimarer Regierung. Doch der entscheidende Schluss wurde nie gezogen: Ein derart katastrophaler Fehler ist nur durch Zentralisierung m\u00f6glich. Ein dezentrales Geldsystem \u2013 beispielsweise Free Banking mit konkurrierenden Gesch\u00e4ftsbanken \u2013 h\u00e4tte keinen einzelnen Akteur bef\u00e4higt, eine ganze Volkswirtschaft zu ruinieren. Die Konzentration der Geldsch\u00f6pfung in einer Hand schuf erst das Missbrauchspotential.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Komplexit\u00e4t schl\u00e4gt B\u00fcrokratie<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Warum versagte der Staat? Weil er einer Aufgabe gegen\u00fcberstand, die seine strukturellen F\u00e4higkeiten \u00fcberstieg. Ludwig von Mises analysierte 1944 in&nbsp;<em>\u201e<\/em><em>B\u00fcrokratie\u201c<\/em><a href=\"#_edn1\" id=\"_ednref1\">[1]<\/a>&nbsp;den Wesensunterschied: Beh\u00f6rden sind f\u00fcr klar abgegrenzte, \u00fcberschaubare Probleme konzipiert. Sie k\u00f6nnen Kompliziertes bew\u00e4ltigen \u2013 etwa Baustatik oder Brandschutz \u2013, aber nicht Komplexes.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirtschaft ist ein komplexes dynamisches System: nicht-linear, interdependent, mit zahllosen Feedbackschleifen. Komplexe Systeme, und das ist jede Wirtschaft, jede Gesellschaft jenseits der Familie, haben charakteristische Eigenschaften: Sie sind mehr als die Summe ihrer Teile. Sie produzieren emergente Ph\u00e4nomene, die nicht aus den Einzelelementen ableitbar sind. Sie reagieren nicht-linear auf Interventionen. Kleine Ursachen k\u00f6nnen gro\u00dfe Wirkungen haben, gro\u00dfe Anstrengungen verpuffen. Feedbackschleifen verst\u00e4rken oder d\u00e4mpfen Effekte in unvorhersehbarer Weise. Genau deshalb versagt zentrale, hierarchische Steuerung systematisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ben\u00f6tigte Wissen ist nicht vorhanden und abrufbar, sondern entsteht erst im Prozess \u2013 dezentral, durch Versuch und Irrtum, in Millionen Entscheidungen. Friedrich August von Hayek nannte dies ein \u201eEntdeckungsverfahren&#8220;. Die Koordination erfolgt durch Preise, die als Signale fungieren und \u201euns sagen, was wir zu tun haben&#8220;.<a href=\"#_edn2\" id=\"_ednref2\">[2]<\/a> Oft ist das etwas anders als wir geplant hatten. Preise aggregieren dezentrales, oft implizites Wissen, das keine Zentrale je erfassen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Hyperinflation zerst\u00f6rte diese Signale. Pl\u00f6tzlich koordinierte nichts mehr. Bauern horteten Lebensmittel, Unternehmen stellten die Produktion ein, B\u00fcrger tauschten Sachwerte gegen Brot. Die spontane Ordnung brach zusammen \u2013 nicht weil der Markt versagte, sondern weil der Staat die Grundlagen des Marktes vernichtete. Das System reagierte mit Chaos, weil die Koordinationsmechanismen ausfielen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die aktuelle Ignoranz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Hundert Jahre sp\u00e4ter dominiert eine \u00e4hnliche Ignoranz. Alle fordern Reformen: weniger B\u00fcrokratie, bessere Infrastruktur, mehr Innovation. Doch fast immer richtet sich der Appell an den Staat. Er soll&#8217;s richten \u2013 durch bessere Planung, kl\u00fcgere Experten, mehr Investitionen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Debatte bleibt symptomorientiert: Z\u00f6lle, Energiepreise, Fachkr\u00e4ftemangel. Was fehlt, ist das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr den grundlegenden Unterschied zwischen Organisation und spontaner Ordnung, zwischen Anordnung und Koordination, zwischen b\u00fcrokratischer Planung und evolution\u00e4rer Probleml\u00f6sung.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein aktuelles Beispiel: Der Draghi-Report sollte die EU zukunftsf\u00e4hig machen. Nach einem Jahr wurden nur gut 10 Prozent der umfangreichen Ma\u00dfnahmen realisiert.<a href=\"#_edn3\" id=\"_ednref3\">[3]<\/a> Viele Worte, wenige Taten, was auch nicht \u00fcberrascht, wenn man die Anreizstrukturen politischen Handelns betrachtet. Politiker operieren in Vier-Jahres-Zyklen, denken in Koalitionsarithmetik, belohnt wird nicht das abstrakte Gemeinwohl, sondern die Vergabe sichtbarer Vorteile an identifizierbare Gruppen. Langfristige, systemische Verbesserungen f\u00fcr viele zahlen sich nicht aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Peter Boettke hat die Formel der \u201e3p mal 3i&#8220; entwickelt: Prices, Property, Profit\/Loss erzeugen Information, Incentives, Innovation. Ohne die drei P gibt es keine drei I.<a href=\"#_edn4\" id=\"_ednref4\">[4]<\/a> Das ist nicht Ideologie, sondern Funktionslogik komplexer Systeme. Preise aggregieren dezentrales Wissen. Eigentum setzt Anreize f\u00fcr langfristige Planung. Gewinne und Verluste sorgen f\u00fcr Feedback und Korrektur.<\/p>\n\n\n\n<p>Und der Staat? Welche entsprechende Formel kennzeichnet ihn? Gesetze, Hierarchie, Budget? Diese erzeugen Gehorsam, Berechenbarkeit, Ausf\u00fchrung, aber keine Innovation, keine Anpassungsf\u00e4higkeit, keine Selbstkorrektur. Der Staat kann verwalten, was bekannt ist. Er kann Regeln setzen f\u00fcr gegebene Probleme. Aber er kann nicht entdecken, was noch unbekannt ist. Er kann nicht koordinieren, was Millionen dezentrale Akteure besser koordinieren. Wirtschaft und Gesellschaft sind Ordnungen, die sich nicht steuern lassen wie eine Organisation, sei es eine Armee, Beh\u00f6rde oder ein Unternehmen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Inflation\u00e4re Gesetzgebung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Heute ist die Geldmenge vergleichsweise stabil, aber die Gesetzgebung inflation\u00e4r. Deutschland produziert j\u00e4hrlich Tausende Seiten neuer Vorschriften, die EU noch mehr. Jede Regulierung ist ein Eingriff in Preissignale, Vertragsfreiheit, Eigentumsrechte. Mietpreisbremse, Energiepreisdeckel, Lieferkettengesetz, ESG-Taxonomien \u2013 alles Versuche, komplexe Prozesse hierarchisch zu steuern, politisch umzulenken.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Folgen gleichen strukturell jenen von 1923: Koordination bricht zusammen. Unternehmen warten ab, Investitionen stocken, Innovationen unterbleiben. Die Wirtschaft erstarrt nicht an Geldmangel, sondern an Regel\u00fcberfluss. Holtfrerich zeigte in seiner Studie zur deutschen Inflation: Interventionismus erzeugt eine Interventionsspirale. Jeder Eingriff schafft Probleme, die nach weiteren Eingriffen rufen. Die vermeintliche L\u00f6sung wird selbst zum Problem.<\/p>\n\n\n\n<p>Wilhelm von Humboldt schrieb vor \u00fcber 200 Jahren \u00fcber die Grenzen der Wirksamkeit des Staates.<a href=\"#_edn5\" id=\"_ednref5\">[5]<\/a> Diese Grenzen sind nicht moralisch, sondern epistemisch: Der Staat kann nicht wissen, was Millionen B\u00fcrger wissen. Er kann nicht koordinieren, was nur Preise koordinieren k\u00f6nnen. Er kann nicht innovieren, was nur Wettbewerb hervorbringt. Die Anma\u00dfung von Wissen, vor der Hayek 1974 in seiner Nobelpreisrede<a href=\"#_edn6\" id=\"_ednref6\">[6]<\/a> warnte, ist heute Alltag.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die vergessene Achse<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die \u00f6ffentliche Debatte wird von Links-Rechts beherrscht. Doch die entscheidende Achse ist eine andere: dezentral oder hierarchisch, evolution\u00e4r oder konstruktivistisch, Koordination oder Anordnung, Entdeckung oder Planung.<\/p>\n\n\n\n<p>In Deutschland und Europa herrscht eine partei\u00fcbergreifende Allianz des Etatismus. Unterschiedliche Farben, gleicher Kern \u2013 auch jenseits der Brandmauer. Diese Allianz verschleiert, dass die Blockaden in der Systemlogik liegen: Ein Staat, der sich in alle Lebensbereiche ausdehnt, wird \u00fcberall mittelm\u00e4\u00dfig bis schlecht, nicht weil Menschen in Beh\u00f6rden schlechter sind, sondern weil Beh\u00f6rden strukturell ungeeignet sind f\u00fcr komplexe, dynamische Aufgaben.<\/p>\n\n\n\n<p>Alexander R\u00fcstow forderte im Oktober 1932 auf einer Tagung des Vereins f\u00fcr Socialpolitik \u201eSelbstbeschr\u00e4nkung als Grundlage der Selbstbehauptung&#8220;.<a href=\"#_edn7\" id=\"_ednref7\">[7]<\/a> Der Staat m\u00fcsse sich zur\u00fcckziehen, um stark zu werden. F\u00fcr R\u00fcstow lag eindeutig ein Fall von Staatsversagen vor. Der Weimarer Staat war schwach, weil er allzust\u00e4ndig war, seine Kr\u00e4fte \u00fcberspannt hatte und so zur Beute der Interessengruppen wurde. Das ist keine neoliberale Propaganda, sondern Organisationstheorie: Konzentration auf Kernkompetenzen, Abgabe komplexer Aufgaben an selbstorganisierende Systeme.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ordnungspolitik: Theorie ohne Praxis<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ordnungspolitik ist heute praktisch tot, weil sie nie als das verstanden wurde, was sie eigentlich ist: angewandte Komplexit\u00e4tstheorie. Walter Eucken, Wilhelm R\u00f6pke, Alexander R\u00fcstow und Ludwig Erhard warnten nicht vor Wohlfahrt, sondern vor der Illusion, Wirtschaft sei steuerbar wie eine Fabrik. Sie verstanden Europa als einen Hort der Freiheit, die Soziale Marktwirtschaft als Arrangement aus Ordnungsrahmen, Wettbewerb und sozialem Ausgleich \u2013 nicht als Rechtfertigung f\u00fcr Interventionismus, Industriepolitik, Planification.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwar war Ordnungspolitik jahrzehntelang an Universit\u00e4ten pr\u00e4sent \u2013 aber wurde sie je wirklich verstanden? Wurde sie je konsequent praktiziert? Schon in den 1950er Jahren wich die Praxis entschieden vom ordnungspolitischen Ideal ab.<a href=\"#_edn8\" id=\"_ednref8\">[8]<\/a> Ordnungspolitik blieb Sonntagsrede, w\u00e4hrend werktags interveniert wurde. Selbst die Gr\u00fcnderv\u00e4ter der Sozialen Marktwirtschaft sahen ihre Prinzipien schon fr\u00fch verw\u00e4ssert. Ludwig Erhard beklagte bereits Ende der 1950er Jahre die Abkehr von ordnungspolitischen Grunds\u00e4tzen. Und sp\u00e4ter sollte der langj\u00e4hrige (18 Jahre) Staatssekret\u00e4r im Bundeswirtschaftsministerium Otto Schlecht die Soziale Marktwirtschaft dem politischen Wind anpassen.<a href=\"#_edn9\" id=\"_ednref9\">[9]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Das Problem liegt tiefer: Ordnungspolitik wurde als normatives Konzept gelehrt \u2013 als Werte, als Haltung, als politisches Programm. Aber ihr analytischer Kern, das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Funktionsweise komplexer Systeme, f\u00fcr die Grenzen hierarchischer Steuerung, f\u00fcr die \u00dcberlegenheit dezentraler Koordination, blieb zumindest \u00f6ffentlich unterbelichtet. Ordnungspolitik braucht Komplexit\u00e4tstheorie als Fundament. Ohne dieses Verst\u00e4ndnis verkommen ordnungspolitische Prinzipien zu Leerformeln, die mit beliebigen Inhalten gef\u00fcllt werden k\u00f6nnen und wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Lehre von 1923: Der Staat versagt systematisch bei Komplexit\u00e4t. Er kann Regeln setzen f\u00fcr spontane Ordnungen: Eigentumsschutz, Vertragsrecht, Wettbewerbsrecht. Aber er kann sie nicht ersetzen, nicht planen, nicht steuern. Die institutionellen Rahmenbedingungen sind entscheidend, nicht die konkreten Eingriffe.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die tr\u00fcgerische L\u00f6sung von 1923<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Krisenmomente \u00f6ffnen M\u00f6glichkeitsfenster. 1923 folgte auf die Katastrophe die W\u00e4hrungsreform, dann die relative Stabilisierung der sogenannten Goldenen Zwanziger. Die Rentenbank war als \u00f6ffentlich-rechtliches Kreditinstitut keine rein staatliche Institution, sondern auch privatwirtschaftlich fundiert, getragen von Landwirtschaft, Industrie und Handel. Das Vertrauen kehrte zur\u00fcck, weil die Verantwortung dezentralisiert wurde. Oder doch nicht?<\/p>\n\n\n\n<p>Denn die \u201eL\u00f6sung&#8220; von 1923 folgte letztlich doch dem zentralistischen Muster. Es entstand erneut ein Zentralbanksystem, sogar ein modernes, aber mit fatalen Folgen. 1939 verwandelte Hitler die Reichsbank auch formal in eine \u201eReichshauptkasse&#8220;, eine reine Geldausgabestelle f\u00fcr die Aufr\u00fcstung.<a href=\"#_edn10\" id=\"_ednref10\">[10]<\/a> Das Direktorium hatte zuvor die massive Aufr\u00fcstung klaglos unterst\u00fctzt, Hjalmar Schacht mit den Mefo-Wechseln sogar einen direkten, relevanten Beitrag geleistet. Die strukturelle M\u00f6glichkeit zum Missbrauch blieb bestehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die tiefere Lehre: Zentralisierung von Geldsch\u00f6pfung schafft Missbrauchspotential, unabh\u00e4ngig von den Absichten der Akteure. Eine dezentrale L\u00f6sung h\u00e4tte bedeutet, dass kein einzelner Akteur die Macht gehabt h\u00e4tte, eine ganze Volkswirtschaft zu ruinieren. Die Diversifikation h\u00e4tte Systemrisiken reduziert. Der Wettbewerb h\u00e4tte Anreize f\u00fcr solides Geldwesen gesetzt.<a href=\"#_edn11\" id=\"_ednref11\">[11]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Doch dieser Schluss wurde nicht gezogen. Stattdessen etablierte sich nach 1945 erneut ein zentralistisches System, zun\u00e4chst unter alliierter Kontrolle, sp\u00e4ter mit der relativ erfolgreichen Bundesbank, dann mit der EZB. Die institutionelle Anf\u00e4lligkeit blieb. Nur die politischen Rahmenbedingungen verhinderten bisher eine Katastrophe \u00e4hnlichen Ausma\u00dfes. Allerdings wurde bei der Finanz- und Staatsschuldenkrise ab 2007 erneut deutlich: Macht wurde zentralisiert, w\u00e4hrend Wissen dezentral verf\u00fcgbar ist.<a href=\"#_edn12\" id=\"_ednref12\">[12]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heute: Monet\u00e4r stabil, ordnungspolitisch zerr\u00fcttet<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Heute erleben wir das Paradox: Die Geldwertstabilit\u00e4t ist noch weitgehend gew\u00e4hrleistet, wenn auch die anti-sozialen Folgen der Geldpolitik mit Kaufkraftverlust und finanzieller Repression viele Menschen hart treffen, aber die ordnungspolitische Stabilit\u00e4t erodiert. Der Staat ma\u00dft sich an, Transformationen zu planen, M\u00e4rkte zu lenken, Preise zu setzen, Innovationen zu steuern. Expertengremien sollen wissen, was Millionen Marktteilnehmer nicht wissen k\u00f6nnen. Das ist nicht nur anma\u00dfend, es ist strukturell zum Scheitern verurteilt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was also tun? <\/strong>Die g\u00e4ngigen Antworten verharren im Alten: mehr Effizienz, neue Reformkommissionen, zus\u00e4tzliche Programme. Sie setzen weiter auf denselben Staat mit derselben Steuerungslogik, der l\u00e4ngst an seiner b\u00fcrokratischen Sklerose leidet.<\/p>\n\n\n\n<p>Der wirkliche Ausweg liegt in Entpolitisieren und Erm\u00f6glichen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Kernaufgaben identifizieren und st\u00e4rken<\/strong>: Wo muss der Staat handeln? Sicherheit, Recht, Eigentum, Kerninfrastruktur, dort, wo keine spontane Ordnung entstehen kann, wo echte \u00f6ffentliche G\u00fcter vorliegen. Diese Aufgaben professionell erf\u00fcllen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Komplexe Aufgaben abgeben<\/strong>: Wirtschaftslenkung, Innovationsf\u00f6rderung, soziale Koordination \u2013 zur\u00fcck an Gesellschaft und Markt. Nicht jede Aufgabe kann zentral oder staatlich gel\u00f6st werden. Dezentrale, vielf\u00e4ltige L\u00f6sungen sind \u00fcberwiegend \u00fcberlegen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Subsidiarit\u00e4t ernst nehmen<\/strong>: Dezentral vor zentral, kommunal vor national, national vor europ\u00e4isch. Die unterste handlungsf\u00e4hige Ebene entscheidet. Wettbewerb zwischen L\u00f6sungen statt Einheitszwang.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Feedbackmechanismen schaffen<\/strong>: Haftung f\u00fcr Entscheidungen, Reversibilit\u00e4t von Gesetzen, Experimentierklauseln. Der Staat muss lernen k\u00f6nnen durch Versuch, Irrtum und Korrektur. Feedbacklose Systeme funktionieren nicht, sie scheitern.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Reform des Staatsdienstes<\/strong>: F\u00e4higkeitsorientierung, Austausch zwischen Staat und Privat, weniger starre Hierarchien, weniger Aufgaben, weniger Beh\u00f6rden, weniger Staatsbedienstete. Fokus auf Qualit\u00e4t, nicht Quantit\u00e4t.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Dezentralisierung der Geldordnung<\/strong>: Das Geldmonopol ist strukturell anf\u00e4llig f\u00fcr Missbrauch. Alternative Geldsysteme zulassen, Wettbewerb erm\u00f6glichen, Free Banking als Option diskutieren statt tabuisieren.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Die eigentliche Frage lautet nicht, wann endlich Reformen kommen. Sondern: Wie werden wir zu einem Staatsgebilde, das weniger Fehler produziert, weniger \u00fcberfordert ist und in dem mehr gelingt? Jeder Mensch, jedes Unternehmen, jede Organisation wei\u00df, was nach einer Phase der Schw\u00e4che und mangelnder Leistung zu tun ist: zur\u00fcck zu den Kernaufgaben, diese professionell erledigen und auf Nebenschaupl\u00e4tze verzichten. F\u00fcr den Staat gilt nichts anderes.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die eigentliche Lehre<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Hyperinflation lehrt nicht nur: \u201eH\u00fctet euch vor der Notenpresse&#8220;. Sie lehrt: H\u00fctet euch vor der Anma\u00dfung, komplexe Ordnungen steuern zu k\u00f6nnen. Der Staat von 1923 scheiterte nicht an b\u00f6sem Willen, sondern an struktureller \u00dcberforderung. Er versuchte, ein komplexes dynamisches System hierarchisch zu lenken und zerst\u00f6rte es dabei.<\/p>\n\n\n\n<p>Hundert Jahre sp\u00e4ter steht Deutschland wieder vor der Frage: Mehr Staat oder bessere Ordnung? Mehr Planung oder mehr Freiheit? Mehr Experten oder mehr Experiment?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Antwort liegt nicht in Reform-Illusionen, sondern in einem anderen Staatsverst\u00e4ndnis: Der Staat als Rahmengeber, nicht als Akteur. Als Schiedsrichter, nicht als Spieler. Als Erm\u00f6glicher, nicht als Lenker. Ein Staat, der stark sein will, muss den Menschen nicht nur Freir\u00e4ume lassen, sondern ihr Eigentum und Einkommen sichern und nur dort eingreifen, wo sie es selbst nicht schaffen \u2013 und dann auch nur, wenn er es nachweislich besser macht.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser gelingende Staat ist andersherum konzipiert: Die Menschen haben als B\u00fcrger, Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Unternehmer, soziale Wohlt\u00e4ter, K\u00fcnstler und Erfinder per se Vorfahrt. Der Staatsapparat h\u00e4lt sich stets zur\u00fcck und bietet allenfalls Hilfe zur Selbsthilfe, als neutrale Instanz. Ein Staat, der Freir\u00e4ume \u201el\u00e4sst&#8220;, hat seine Rolle missverstanden. Freiheit ist das Erste. Staatliche Zust\u00e4ndigkeit das Abgeleitete, beschr\u00e4nkt auf das, was nur der Staat kann, beschr\u00e4nkt darauf, Spielregeln zu sichern, ohne selbst Spieler zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Alles andere ist Anma\u00dfung. Die Folge ist dann eine Diskrepanz zwischen zentralisierter Macht und dezentralisiertem Wissen. Das ist die zeitlose Lehre von 1923, die den Weg in die Zukunft weist.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a id=\"_edn1\" href=\"#_ednref1\">[1]<\/a> Ludwig von Mises: B\u00fcrokratie, englische Erstauflage Bureaucracy, Yale University Press, New Haven 1944, deutsche \u00dcbersetzung, Academia Verlag 2. Auflage Sankt Augustin 2004.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\" id=\"_edn2\">[2]<\/a> Friedrich August von Hayek: Der Strom der G\u00fcter und Leistungen\u201c, in: ders.: Die Anma\u00dfung von Wissen, hrsg. von Wolfgang Kerber, T\u00fcbingen 1996, S. 130 \u2013 147.<\/p>\n\n\n\n<p><a id=\"_edn3\" href=\"#_ednref3\">[3]<\/a> EPiC: Draghi Observatory &amp; Implementation Index: Only 1 in 10 Measures Implemented, <a href=\"https:\/\/thinkepic.eu\/draghi-observatory-implementation-index-only-1-in-10-measures-implemented\/\">https:\/\/thinkepic.eu\/draghi-observatory-implementation-index-only-1-in-10-measures-implemented\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref4\" id=\"_edn4\">[4]<\/a> Peter Boettke verwandte die Formel in einem Gespr\u00e4ch mit Russ Roberts auf Econtalk: On Austrian Economics in Econtalk, 10.12.2007. Link:&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.econtalk.org\/boettke-on-austrian-economics\/\">https:\/\/www.econtalk.org\/boettke-on-austrian-economics\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a id=\"_edn5\" href=\"#_ednref5\">[5]<\/a> Wilhelm von Humboldt: Ideen zu einem Versuch, die Grenzen der Wirksamkeit des Staates zu bestimmen, Stuttgart 2002.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref6\" id=\"_edn6\">[6]<\/a> Hayek Nobelpreisrede Friedrich von Hayek, ?e Pretence of Knowledge. Prize Lecture: Lecture to the memory of Alfred Nobel, 11. 12. 1974.<\/p>\n\n\n\n<p><a id=\"_edn7\" href=\"#_ednref7\">[7]<\/a> Alexander R\u00fcstow: Die staatspolitischen Voraussetzungen des wirtschaftspolitischen Liberalismus, Diskussionsrede auf der Tagung des Vereins f\u00fcr Socialpolitik \u00fcber \u201eDeutschland und die Weltkrise\u201c in Dresden am 28. September 1932, in: Rede und Antwort, 249-258.<\/p>\n\n\n\n<p><a id=\"_edn8\" href=\"#_ednref8\">[8]<\/a> Michael von Prollius: Mehr Marketing als Prinzipientreue. Die Soziale Marktwirtschaft entsprach weder Erhards Intention noch neoliberalen Prinzipien.\u00a0List Forum\u00a0(2021). https:\/\/doi.org\/10.1007\/s41025-021-00216-5<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref9\" id=\"_edn9\">[9]<\/a> Michael von Prollius: Christian Otto Schlecht, \u00d6konom und Staatssekret\u00e4r, in: Baden-W\u00fcrttembergische Biographien Bd. VII, hg. v. Fred Ludwig Sepainter, Stuttgart 2019, 471-475.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref10\" id=\"_edn10\">[10]<\/a> Siehe dazu das (neue) Gesetz \u00fcber die Deutsche Reichsbank vom 15. Juni 1939, insbesondere die Pr\u00e4ambel und die \u00a7\u00a7 1 und 2.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref11\" id=\"_edn11\">[11]<\/a> Michael von Prollius: Eine W\u00e4hrungsordnung des Rechts, der Haftung und des Wettbewerbs, Working Paper Forum Freie Gesellschaft, F\u00fcrstenberg 2020. <a href=\"https:\/\/forum-freie-gesellschaft.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/FFG_Working-Paper_20200318_Wettbewersw\u00e4hrungen.pdf\">https:\/\/forum-freie-gesellschaft.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/FFG_Working-Paper_20200318_Wettbewersw\u00e4hrungen.pdf<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref12\" id=\"_edn12\">[12]<\/a> Siehe Arnold Kling: Unchecked and Unbalanced. How the discrepancy between knowledge and power caused the financial crisis and threatens democracy, Hoover Studies in Politics, Economics, and Society, Lanham u.a. 2010.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor 102 Jahren endete mit der Einf\u00fchrung der Rentenmark die deutsche Hyperinflation. Meist gilt sie als Mahnung vor exzessiver Geldpolitik \u2013 doch die tiefere Ursache war ein strukturelles Staatsversagen. Der Staat versuchte, durch Inflation und Intervention wirtschaftliche und soziale Probleme zu steuern \u2013 und zerst\u00f6rte damit die Grundlagen der Koordination. Die eigentliche Lehre von 1923 lautet: Komplexe Ordnungen lassen sich nicht zentral planen. 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