{"id":42925,"date":"2026-02-09T06:08:18","date_gmt":"2026-02-09T05:08:18","guid":{"rendered":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=42925"},"modified":"2026-02-10T08:08:06","modified_gmt":"2026-02-10T07:08:06","slug":"japan-dreifache-hoffnungslosigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=42925","title":{"rendered":"Japans dreifache Hoffnungslosigkeit"},"content":{"rendered":"\n<p>Japans neue Ministerpr\u00e4sidentin Sanae Takaichi hat im Wahlkampf versprochen Japan mit einer \u201everantwortungsvollen und proaktiven Fiskalpolitik\u201c wieder \u201ewiderstandf\u00e4higer und wohlhabender\u201c zu machen. Mit den Neuwahlen hat sie sich ein starkes Mandat daf\u00fcr geholt. Doch mit altem Wein in neuen Schl\u00e4uchen wird sie Japans dreifache Hoffnungslosigkeit nur gr\u00f6\u00dfer machen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1.<\/strong> <strong>Japans verblassende Hoffnung auf Normalisierung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Alles begann sehr hoffnungsvoll. Die Bank von Japan hat bei ihrer Dezembersitzung 2025 den Leitzins von 0,50 % auf 0,75 % erh\u00f6ht, den h\u00f6chsten Stand seit etwa 30 Jahren. Das sollte ein ausdr\u00fcckliches Signal sein, dass die Jahrzehnte andauernde ultralockere Geldpolitik beendet werden soll \u2013 und kann! Denn die Inflation liegt bereits seit 2022 \u00fcber dem Niveau von drei Prozent und damit weit \u00fcber dem Inflationsziel von zwei Prozent. Der Pr\u00e4sident der Bank von Japan, Kazuo Ueda, hat sogar die Bereitschaft signalisiert, die Zinsen 2026 weiter zu erh\u00f6hen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits bei ihrer Wahl im Oktober 2025 hat die neue Ministerpr\u00e4sidentin Sanae Takaichi zus\u00e4tzliche schuldenfinanzierte Staatsausgaben angek\u00fcndigt. Sie versprach Steuersenkungen und Ma\u00dfnahmen gegen hohe Lebensmittel- und Energiepreise, was ihre Beliebtheit bef\u00f6rdert hat. Mit den vorgezogenen Neuwahlen am 8. Februar 2026 hat Takaichi f\u00fcr die Regierungspartei LDP ein st\u00e4rkeres Mandat errungen, um mit einer \u201everantwortungsvollen und proaktiven Fiskalpolitik\u201c Japan wieder \u201ewiderstandf\u00e4higer und wohlhabender\u201c zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch die Kombination aus restriktiver Geldpolitik und expansiver Finanzpolitik hat bereits die langfristigen Zinsen nach oben getrieben \u2013 von 1,75 Prozent Ende November 2025 auf 2,25 Prozent Anfang Februar 2026. Zeitweise war sogar von einem <a href=\"https:\/\/www.bloomberg.com\/news\/features\/2026-01-25\/japan-bond-market-crash-raises-alarm-for-global-interest-rates?utm_source=chatgpt.com\">Crash am japanischen Anleihemarkt<\/a> die Rede. Daraufhin soll der US-amerikanische Finanzminister Scott Bessent die Bank von Japan aufgefordert haben, mit neuen Anleihek\u00e4ufen den Auftrieb bei den langfristigen Zinsen zu beenden. Unabh\u00e4ngig davon, ob sich das so zugetragen hat oder nicht, Japan steckt in einer dreifachen Hoffnungslosigkeit, die Sanae Takaichi mit noch mehr Staatsschulden nur noch gr\u00f6\u00dfer machen kann.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2.<\/strong> <strong>Die finanzpolitische Hoffnungslosigkeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Seit dem Platzen der japanischen Blasen\u00f6konomie Ende der 1980er Jahre steckt Japan in einer Krise, die nicht enden will. Auch ultra-expansive Geld- und Fiskalpolitiken \u2013 einschlie\u00dflich der weltweit bewunderten Abenomics \u2013 konnten daran nichts \u00e4ndern. Die Steuereinahmen sind mit der Krise lange nicht gewachsen und die anhaltende Krise hat die M\u00f6glichkeit f\u00fcr Steuererh\u00f6hungen eingeschr\u00e4nkt. Die Abenomics haben zwar ab 2013 dank wachsender Besch\u00e4ftigung die Steuereinahmen endlich nach oben gebracht \u2013 &nbsp;aber nur durch mehr Staatsausgaben, so dass das Haushaltsdefizit geblieben ist (Abb. 1).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Abbildung 1: Japan: Staatseinnahmen und Staatsausgaben<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"577\" height=\"324\" src=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/image-10.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-42946\" srcset=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/image-10.jpg 577w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/image-10-300x168.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 577px) 100vw, 577px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Quelle: Oxford Economics.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn die fortschreitende Alterung der Gesellschaft ging mit hohen Kosten f\u00fcr die Alterssicherung und das Gesundheitssystem einher. Der Anteil der staatlichen Zusch\u00fcsse zum Sozialversicherungssystem am allgemeinen Haushalt des Zentralstaates stieg von knapp 17 Prozent 1990 auf \u00fcber 30 Prozent an. Auch die Ausgaben f\u00fcr den regionalen Finanzausgleich, die den immer weiterwachsenden Graben zwischen dem Gro\u00dfraum Tokio und der wirtschaftlich schwachen, \u00fcberalterten Peripherie ausgleichen soll, haben die Staatskasse weiter belastet. Laut dem <a href=\"https:\/\/www.mof.go.jp\/tax_policy\/summary\/condition\/002.pdf\">japanischen Finanzministerium<\/a> soll die Summe aus Schuldendienst, Zusch\u00fcssen zu den Sozialkassen und dem regionalen Finanzausgleich im Jahr 2026 75 Prozent des Budgets der Regierung in Tokio ausmachen (Abbildung 2).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Abbildung 2: Anteil einzelner Ausgabenpositionen am Gesamtbudget der Zentralregierung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"602\" height=\"376\" src=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/image-13.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-42951\" srcset=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/image-13.jpg 602w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/image-13-300x187.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 602px) 100vw, 602px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Quelle: Oxford Economics. Der R\u00fcckgang der Anteile in den Jahren 2020 bis 2024 geht auf die Auszahlung umfangreicher Hilfsgelder an Haushalte, Kommunen sowie Klein- und Mittelunternehmen infolge der Coronakrise zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Verschuldung des gesamten Staatssektors als Anteil am Bruttoinlandsprodukt liegt bei 230 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (Abb. 3) \u2013 ein Rekord unter den Industriel\u00e4ndern. Der R\u00fcckgang seit 2020 wurde nicht durch Haushalts\u00fcbersch\u00fcsse, sondern durch den Anstieg der Inflation erreicht. Aufgrund der immensen Schuldenlast ist der japanische Staat darauf angewiesen, dass die Bank von Japan ihre hohen Best\u00e4nde an Staatsanleihen aufrechterh\u00e4lt und gegebenenfalls erh\u00f6ht, wenn die langfristigen Zinsen noch st\u00e4rker steigen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Abbildung 3: Staatsverschuldung des japanischen Staates<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"602\" height=\"310\" src=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/image-11.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-42947\" srcset=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/image-11.jpg 602w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/image-11-300x154.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 602px) 100vw, 602px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Quelle: IWF.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3. Die geldpolitische Hoffnungslosigkeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als 2013 der neue japanische Premierminister Shinzo Abe ank\u00fcndigte, dass er fortan eine expansive Finanz- und Geldpolitik verfolgen werde, war mit dem von ihm neu berufenen Zentralbankpr\u00e4sidenten Haruhiko Kuroda die Unabh\u00e4ngigkeit der Bank von Japan streng genommen nicht mehr gegeben. Von September 2016 bis M\u00e4rz 2024 hielt die Bank von Japan mit der sogenannten Zinsstrukturkurvensteuerung die Zinsen \u00fcber die gesamte Zinsstrukturkurve hinweg nahe null (Abb. 4). Das hat die Zinslasten der Regierung trotz steigender Verschuldung als Anteil an den Gesamtausgaben weitgehend konstant gehalten. Seit 2022 ist die Zinsstrukturkurve aufgrund der gestiegenen Inflation steiler geworden, wobei die Bank von Japan noch gebremst hat. Nach dem Ende der unbegrenzten Staatsanleihek\u00e4ufe im Jahr 2024 ist das Zinsniveau nun deutlich gestiegen (Abb. 5).<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem w\u00fcrde bei einem st\u00e4rkeren Anstieg der langfristigen Zinsen die Bank von Japan gro\u00dfe Bewertungsverluste realisieren. Nach&nbsp;<a href=\"https:\/\/kokkai.ndl.go.jp\/#\/detailPDF?minId=121015261X00720221202&amp;page=14\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bank von Japan<\/a>&nbsp;bewirkt jeder Zinsanstieg bei den japanischen Staatsanleihen um einen Prozentpunkt Verluste in H\u00f6he von etwa 30 Billionen Yen (etwa 165 Mrd. Euro), so dass das Eigenkapital schnell negativ werden kann (Murai und Schnabl 2025). Zwar kann eine Zentralbank im Gegensatz zu einer Gesch\u00e4ftsbank mit einem negativen Eigenkapital operieren. Doch w\u00e4re sie fr\u00fcher oder sp\u00e4ter auf eine Rekapitalisierung des Finanzministeriums angewiesen, was ihre bereits sp\u00e4rliche Unabh\u00e4ngigkeit noch weiter unterminieren w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Abbildung 4: Entwicklung der Zinsstrukturkurven der japanischen Staatsanleihen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"940\" height=\"508\" src=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/grafik-18.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-42960\" srcset=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/grafik-18.png 940w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/grafik-18-300x162.png 300w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/grafik-18-768x415.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Quelle: Finanzministerium Japan.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich hat Japan seit Beginn der 1980er-Jahre auf der Grundlage sogenannter Carry Trades sehr viel Kapital exportiert und insbesondere in den USA in US-Dollar angelegt. Wenn der Yen gegen\u00fcber dem Dollar aufwertet, resultieren daraus f\u00fcr Banken und Pensionsfonds Bewertungsverluste. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn viele japanische Anleger wegen steigender Zinsen in Japan ihre Carry Trades aufl\u00f6sen und in Yen zur\u00fccktauschen. Wenn also starke Yen-Aufwertungserwartungen entstehen, kann sich dieser Prozess auf gef\u00e4hrliche Weise beschleunigen, weil dann immer noch mehr Anleger aufwertungsbedingte Bewertungsverluste vermeiden wollen. Eine solche Dynamik kann nur die Bank von Japan mit Zinssenkungen ausbremsen, weshalb sie in der Vergangenheit die Zinsen au\u00dfergew\u00f6hnlich niedrig gehalten hat.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Abbildung 5: Japan und USA: Zins auf 10-j\u00e4hrige Staatsanleihen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"586\" height=\"353\" src=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/image-26.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-42950\" srcset=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/image-26.png 586w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/image-26-300x181.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 586px) 100vw, 586px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Quelle: Oxford Economics.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>4. Die gesellschaftliche Hoffnungslosigkeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dauerhaft niedrige Zinsen haben gro\u00dfe Teile der japanischen Wirtschaft zombifiziert, weshalb die durchschnittlichen Reall\u00f6hne seit der Jahrtausendwende sinken (Abb. 6). Zwar ist die Konsumentenpreisinflation trotz der immensen Ausweitung der Bilanz der Bank von Japan lange Zeit gering geblieben, doch ist sie 2022 auf drei Prozent angestiegen, so dass in der Bev\u00f6lkerung die Unzufriedenheit weiter w\u00e4chst. Hohe Reis- und Lebensmittelpreise waren ein wichtiger Grund f\u00fcr die verlorenen Oberhauswahlen im Sommer 2025 unter Takaichis Vorg\u00e4nger Shigeru Ishiba. Die derzeit relativ positive wirtschaftliche Lage d\u00fcrfte dabei mehr durch den schwachen Yen kombiniert mit hohen Ertr\u00e4gen auf das hohe japanische Nettoauslandsverm\u00f6gen getrieben sein als durch eine hohe Leistungsf\u00e4higkeit der japanischen Unternehmen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Abbildung 6: Reallohnniveau in Japan und USA<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"602\" height=\"359\" src=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/image-14.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-42952\" srcset=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/image-14.jpg 602w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/image-14-300x179.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 602px) 100vw, 602px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Quelle: Oxford Economics.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber die immensen staatlichen Zusch\u00fcsse zur Renten- und Krankenversicherung wird kr\u00e4ftig von Jung zu Alt umverteilt. Auch die seit den Abenomics wieder stark gestiegenen Aktien- und Immobilienpreise haben vor allem den \u00c4lteren gen\u00fctzt, die einen Gro\u00dfteil der Verm\u00f6gen in Japan halten. Die Jungen sind hingegen mit sinkenden realen Einstiegsl\u00f6hnen sowie hohen Mieten und Immobilienpreisen in den Ballungszentren konfrontiert. Viele junge M\u00e4nner, die glauben, den wirtschaftlichen Anforderungen einer Familie nicht mehr gewachsen zu sein, bleiben \u2013 als Parasiten-Singles gebrandmarkt \u2013 bei den Eltern wohnen. Dass im Gegensatz zu fr\u00fcher beide Partner arbeiten m\u00fcssen, um den Lebensstandard der Eltern aufrechtzuerhalten, tr\u00e4gt dazu bei, dass die Geburtenraten geringer denn je sind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>5. Die nationalen und internationalen Implikationen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wer Japan kennt, wei\u00df, dass die Japaner geduldig sind. Trotz der anhaltenden Stagnation und der schnell wachsenden Ungleichheit ist die seit dem Zweiten Weltkrieg regierende LDP fast ohne Unterbrechung an der Macht geblieben. Doch inzwischen ist am rechten Rand des politischen Spektrums die Sanseito unter S\u00f6hei Kamiya entstanden, die sich systemkritisch gibt und auf japanische Werte setzt. Sie hat zuletzt politische Erfolge errungen. Da die wirtschaftspolitische Agenda der Sanseito auf die Senkung von Steuern und Sozialabgaben kombiniert mit mehr \u00f6ffentlichen Investitionen setzt, deutet sich aus dieser Ecke keine L\u00f6sung des Staatsschuldenproblems an.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Abbildung 7: Von Japan gehaltene US-Staatsanleihen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"563\" height=\"365\" src=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/image-12.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-42949\" srcset=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/image-12.jpg 563w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/image-12-300x194.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 563px) 100vw, 563px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Quelle: US-Treasury.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Verschuldung Japans wurde lange Zeit weithin als nachhaltig angesehen, weil Japan nicht im Ausland verschuldet ist. Doch nun ersch\u00fcttert Japans immense Verschuldung die internationalen Finanzm\u00e4rkte. Das Nettoauslandsverm\u00f6gen Japans liegt bei \u00fcber 3.600 Milliarden Dollar. Japan h\u00e4lt nach Angaben des US-Treasury US-amerikanische Staatsanleihen im Gegenwert von ca. 1.200 Milliarden Dollar (Abbildung 7). Es w\u00e4re deshalb nicht \u00fcberraschend, wenn der Anstieg der langfristigen Zinsen in Japan die ebenfalls hoch verschuldeten USA auch in Bedr\u00e4ngnis bringt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Es zeigt sich, dass die hohe Staatsverschuldung in Japan und den USA zu einem Risiko f\u00fcr die internationale Finanzmarktstabilit\u00e4t geworden ist. Auch wenn Sanae Takaichi mit ihrem nationalistisch ausgerichteten Wahlkampf in Japan punkten konnte, l\u00f6st sie mit altem Wein in neuen Schl\u00e4uchen die dreifache Hoffnungslosigkeit Japans nicht. Sie macht vielmehr Japan zu einem gr\u00f6\u00dferen Risiko f\u00fcr die internationale Finanzstabilit\u00e4t. Und auch f\u00fcr das schuldens\u00fcchtige Europa taugt Japan aufgrund seiner dreifachen Hoffnungslosigkeit nicht als Vorbild.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Murai, Taiki \/ Schnabl, Gunther 2025: <a href=\"https:\/\/www.flossbachvonstorch-researchinstitute.com\/de\/kommentare\/detail\/auch-nur-rechnerische-bewertungsverluste-schraenken-die-unabhaengigkeit-der-bank-von-japan-ein\">Ist die Bank von Japan noch unabh\u00e4ngig?<\/a> <em>Flossbach von Storch Research Institute<\/em> 27.8.2025.<\/p>\n\n\n\n<p>Schnabl, Gunther \/ Sch\u00fcrmann, Christof 2024: Zinserh\u00f6hungen und Stabilit\u00e4tsrisiken: Japans geldpolitische Handlungsf\u00e4higkeit ist begrenzt. <em>Flossbach von Storch Research Institute<\/em> 20.8.2024.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Japans neue Ministerpr\u00e4sidentin Sanae Takaichi hat im Wahlkampf versprochen Japan mit einer \u201everantwortungsvollen und proaktiven Fiskalpolitik\u201c wieder \u201ewiderstandf\u00e4higer und wohlhabender\u201c zu machen. 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