{"id":44288,"date":"2026-08-03T00:23:00","date_gmt":"2026-08-02T23:23:00","guid":{"rendered":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=44288"},"modified":"2026-08-03T05:56:33","modified_gmt":"2026-08-03T04:56:33","slug":"ordnungspolitische-denker-7-adam-smith-interpretation-was-die-heutige-wissenschaft-von-horst-claus-recktenwald-lernen-kann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=44288","title":{"rendered":"<b>Ordnungspolitische Denker (7) <\/b><br>Adam Smith-Interpretation <br><b>Was die heutige Wissenschaft von Horst Claus Recktenwald lernen kann <\/b>"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>&#8222;\u00d6konomie ist das Denken in Alternativen&#8220;<\/em> (Horst Claus Recktenwald).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1. Einleitung: Problemstellung und kurze W\u00fcrdigung von Horst Claus Recktenwald<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die moderne Wissenschaft, insbesondere die Wirtschafts- und Sozialwissenschaft, ist durch ein Paradoxon charakterisierbar. Auf der einen Seite verf\u00fcgt sie \u00fcber ein nie dagewesenes Arsenal an mathematischen Modellen, statistischen Datens\u00e4tzen und Rechenkapazit\u00e4ten. Auf der anderen Seite scheint sie \u00fcberfordert zu sein, die gro\u00dfen Krisen der Gegenwart \u2013 seien es nun der be\u00e4ngstigende Klimawandel, soziale Polarisierungen, Finanzmarktschocks, der Zulauf extremistischer Parteien und die quasimonopolistischen Strukturen im digitalen Sektor und im Handel \u2013 in ihrer Komplexit\u00e4t zu durchdringen und zu begreifen und nachhaltige L\u00f6sungen anzubieten. Der hyperspezialisierten Wissenschaft scheint der Blick f\u00fcr das gro\u00dfe Ganze und die inneren Zusammenh\u00e4nge verloren gegangen zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In dieser desolaten Situation stellte sich die Autorin dieses Artikels die Frage, ob eine R\u00fcckbesinnung auf das weitgehend vergessene, wissenschaftliche Erbe ihres Doktorvaters Anst\u00f6\u00dfe geben kann f\u00fcr eine fundamentale Erneuerung ihres Studienfachs Volkswirtschaftslehre sowie der Wissenschaften im Allgemeinen. Ist eine \u201eRecktenwald-Renaissance\u201c n\u00f6tig, damit die moderne \u00d6konomie Irrwege verlassen kann und damit es echten wissenschaftlichen Fortschritt gibt?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Recktenwald (1920-1990) war zum einen ein scharfsinniger Finanzwissenschaftler. Das hohe Ansehen, das er innerhalb der Fachwelt genoss, zeigt sich schon daran, dass das IIPF \u2013 die Weltvereinigung f\u00fcr Finanzwissenschaft \u2013 ihn in den Jahren 1978 bis 1981 zu ihrem Pr\u00e4sidenten k\u00fcrte. Im Anschluss wurde er zum Ehrenpr\u00e4sidenten der Weltvereinigung f\u00fcr Staatswissenschaften gew\u00e4hlt. Seine gr\u00f6\u00dfte Leidenschaft galt aber der Adam Smith Forschung. Recktenwald war der bedeutendste deutsche Adam-Smith-Interpret und -\u00dcbersetzer des 20. Jahrhunderts. Seine geballten Erkenntnisse, die er aus der Auswertung von Smith-Literatur \u00fcber zwei Jahrhunderte hinweg gewonnen hatte, stellte er im Jahr 1978 im Journal of Economic Literature einem internationalen Publikum vor. Die \u201ej\u00fcngere Smith-Forschung\u201c im deutschsprachigen Raum nimmt von seinem Schaffen allerdings kaum Notiz und bezieht ihr Wissen wohl vorwiegend aus angels\u00e4chsischer Literatur.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Recktenwalds herausragende Leistung bestand darin, das verzerrte Bild von Adam Smith (1723\u20131790) radikal korrigiert zu haben. In der Literatur ist das Werk von Adam Smith immer wieder verdreht, verst\u00fcmmelt und verf\u00e4lscht dargestellt worden. Das gesamte Spektrum an Fehlmeinungen findet sich bereits bei Friedrich List (1789-1846). So wurde Adam Smith als Steigb\u00fcgelhalter des Egoismus verunglimpft. Es wurde behauptet, Adam Smith sei ein Apostel des \u201eLaissez-Faire-Prinzips\u201c gewesen und habe den \u201eNachtw\u00e4chterstaat\u201c favorisiert. Er habe die Privatinteressen von Unternehmern im Auge gehabt. Wegen dieser Fehlinterpretationen wurden Adam Smith der z\u00fcgellose Laissez-Faire-Liberalismus in Kontinentaleuropa und der &nbsp;Manchesterkapitalismus in England im 19. Jahrhundert zur Last gelegt, die mit einer Ausbeutung der Arbeiterschaft einhergingen. F\u00e4lschlicherweise haftet Adam Smith das Image an, Urvater einer kalten, unregulierten Marktmechanik zu sein, die allein auf dem rationalen Eigennutz fu\u00dft. John Stuart Mill hat diesen rein rationalen und von sozialen und rechtlichen Bindungen und moralischen Normen abgekoppelten Einzelmenschen als sogenannten Homo Oeconomicus modelliert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Recktenwald wendet sich vehement gegen die Sichtweise, Smith sei Bef\u00fcrworter eines ungeb\u00e4ndigten Laissez-Faire-Liberalismus, eines Raubtierkapitalismus und eines Nachtw\u00e4chterstaates gewesen. Er zeigte auf, dass Smiths \u00f6konomische Theorie untrennbar in eine umfassende Moralphilosophie und Gesellschafts- und Staatslehre eingebettet ist. Recktenwald h\u00e4tte Peter Bofinger, der in der FAZ im Zusammenhang mit Adam Smith \u201evom Segen des Egoismus\u201c sprach, wohl vehement widersprochen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zentrale Frage dieses Essays ist, was die heutige Wissenschaft von Horst Claus Recktenwald als Smith-Interpret lernen kann. Das ist vor allem die Erkenntnis, dass Spezialisierung in der Forschung nur dann wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Wert besitzt und Fortschritt generiert, wenn sie in eine ganzheitliche Synthese einm\u00fcndet. Gezeigt wird auch, dass enge Parallelen zwischen Recktenwald\u00b4s Smith-Trilogie \u201eEthik, Markt und Staat\u201c und Walter Euckens \u201eInterdependenz der Ordnungen\u201c besteht. Ferner wird Recktenwalds Kritik am Postulat der Wertfreiheit pr\u00e4sentiert. Damit wird ein Fundament errichtet f\u00fcr eine Neuorientierung der \u00f6konomischen Wissenschaft hin zu einer humanen Wissenschaft.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Die ganzheitliche Sicht bei Smith und Recktenwald<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Recktenwald glaubte an die Einheit der Wissenschaften einschlie\u00dflich der Theologie, wie dies zu Adam Smiths Zeiten der Fall war. Als tief religi\u00f6ser Mensch hatte er als Modell vermutlich den Baum der Erkenntnis vor Augen, der in der Religion wurzelt und sich in der Wissenschaft verzweigt. Auch wenn der Baum aus Wurzeln, Stamm und Zweigen besteht, ist er trotzdem ein Baum, also eine Einheit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Triebkraft f\u00fcr die Entwicklung der Wissenschaften war f\u00fcr ihn Neugier und das \u201esich wundern\u201c. Das \u201esich wundern\u201c begriff er auch als Basis f\u00fcr den Glauben. F\u00fcr ihn war Glaube als Erlebnis \u201ezu-f\u00e4lliger\u201c Ereignisse in der pers\u00f6nlichen Lebensgeschichte nur individuell erfahrbar. \u00dcber angebliche religi\u00f6se Offenbarung im Kollektiv sch\u00fcttelte er nur den Kopf. &nbsp;Das \u201esich wundern\u201c \u00fcber ein unerkl\u00e4rbares Ph\u00e4nomen und die Neugier, das Wunder zu entr\u00e4tseln oder rational zu erkl\u00e4ren, spornt die Wissenschaft an, eine allgemeinere Theorie zu entwickeln, in die das zun\u00e4chst verwunderliche Ph\u00e4nomen als Sonderfall integrierbar ist. So stellt die spezielle Relativit\u00e4tstheorie von Albert Einstein einen Sonderfall innerhalb der allgemeinen Relativit\u00e4tstheorie dar. Recktenwalds Philosophie von der Einheit wissenschaftlicher Teildisziplinen geht letztlich konform mit der naturwissenschaftlichen Erkenntnis, dass im Universum alles eins ist. Jedes Teilchen ist mit jedem vernetzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese ganzheitliche Sichtweise liegt auch seiner Analyse des dreiteiligen Werks von Adam Smith zugrunde. Es umfasst neben seinen beiden bekannteren Werken \u2013 der \u201eTheorie der ethischen Gef\u00fchle\u201c und dem \u201eWohlstand der Nationen\u201c &#8211;&nbsp; auch die \u201eEssays on Philosophical Subjects\u201c. F\u00fcr Recktenwald war Adam Smith ein Universalgelehrter und sein Gesamtwerk eine architektonische Einheit, die unzertrennbar ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Geistesgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts wurde lange Zeit das sogenannte \u201eAdam-Smith-Problem\u201c diskutiert. Es besagte, dass zwischen Smiths erstem Hauptwerk &#8211; der \u201eTheorie der ethischen Gef\u00fchle\u201c (1759) &#8211; und seinem \u00f6konomischen Hauptwerk &#8211; dem \u201eWohlstand der Nationen\u201c (1776) &#8211; ein un\u00fcberbr\u00fcckbarer Widerspruch bestehe. W\u00e4hrend das Fr\u00fchwerk das moralische Prinzip der Empathie und des Mitgef\u00fchls (Sympathy) ins Zentrum stellt, scheine das Sp\u00e4twerk dem puren Egoismus den Vorzug zu geben. Es wurde sogar gemutma\u00dft, dass Adam Smith im Laufe seines Lebens seine Meinung gewechselt hat und vom Moralisten zu einem Egoisten und Materialisten mutiert ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Recktenwald entlarvte das vermeintliche Paradoxon als Scheinproblem. In seinen Einleitungen, Kommentaren und Monographien legte er akribisch dar, dass das \u201eAdam-Smith-Problem\u201c aus einer selektiven und oberfl\u00e4chlichen Lekt\u00fcre herr\u00fchrt, die die Dinge aus dem Zusammenhang rei\u00dft. Auch widerlegte er die These vom Gesinnungswandel, indem er nachwies, dass Smith sein Leben lang an beiden Werken, von denen diverse Neuauflagen erschienen sind, gearbeitet hat. Recktenwald betonte, dass man den wirtschaftenden Menschen im \u201eWohlstand\u201c nur richtig beurteilen kann, wenn man ihn im Kontext der \u201eTheorie der ethischen Gef\u00fchle\u201csieht:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eBeide Werke bilden ein Ganzes; sie sind Glieder ein und desselben philosophischen Systems, das die soziale Welt des Menschen umspannt.\u201c (Recktenwald 1976, S. 23)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Recktenwald bildet die \u201eTheorie der ethischen Gef\u00fchle\u201c das psychologische, anthropologische und normative Fundament f\u00fcr den \u201eWohlstand der Nationen\u201c, der gewisserma\u00dfen das erste Stockwerk darstellt. Wenn man das Fundament einrei\u00dft, bricht auch das Haus zusammen. Recktenwald warnte davor, den \u00f6konomischen Teil vom moralischen zu separieren, da man sonst zwangsl\u00e4ufig zu einer verzerrten Sicht der Dinge gelangt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eWer den Wohlstand der Nationen liest, ohne die Theorie der ethischen Gef\u00fchle zu kennen, gleicht einem Wanderer, der ein pr\u00e4chtiges Geb\u00e4ude bewundert, ohne das Fundament zu sehen, auf dem es ruht.\u201c (Recktenwald 1978, S. XIV)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Recktenwalds Vorgehen zeigt ganz allgemein, dass ein Teilbereich eines wissenschaftlichen Systems niemals isoliert von seinen normativen Pr\u00e4missen analysiert werden darf. Wer die Marktwirtschaft untersucht und dabei die moralischen und rechtlichen Aspekte und sozialen Bez\u00fcge ausklammert, betreibt ihm zufolge keine wertfreie, sondern eine blinde Wissenschaft. Recktenwald pl\u00e4dierte f\u00fcr eine R\u00fcckkehr zur \u201ePolitischen \u00d6konomie\u201c im klassischen Sinne. Das ist eine Wissenschaft, die Wirtschaft, Recht und Moral als miteinander korrespondierende Subsysteme einer einzigen gesellschaftlichen Realit\u00e4t betrachtet.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3. Gefahren der Spezialisierung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Recktenwald hat fr\u00fchzeitig vor dem Wissenschaftsversagen gewarnt, das wir heute auf breiter Front zu beklagen haben (siehe die Einleitung). Als innovativer Denker hat er Smith`s Paradoxon der Arbeitsteilung auf den akademischen Betrieb angewandt und nach Parallelen gesucht. Smith hat in der Arbeitsteilung einerseits die Quelle f\u00fcr Wohlstand gesehen, andererseits sah er sie \u2013 was weniger bekannt ist \u2013 sehr kritisch, weil die Gefahr der Verdummung damit einhergeht, der er mit staatlichen Bildungsoffensiven entgegentreten wollte. Adam Smith beginnt den \u201eWohlstand der Nationen\u201c mit dem ber\u00fchmten Beispiel einer Nadelfabrik. Er beschreibt, wie die Aufteilung des Produktionsprozesses in etwa achtzehn verschiedene Handgriffe \u2013 das Ziehen des Drahts, das Strecken, das Schneiden, das Spitzen \u2013 die Produktivit\u00e4t einer kleinen Gruppe von Arbeitern um das Vielfache steigert. Durch Spezialisierung entsteht somit materieller Wohlstand.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch im f\u00fcnften Buch des \u201eWohlstands der Nationen\u201c \u00fcbte Smith auch eine scharfe Kritik an der Spezialisierung, aus der er die Wichtigkeit staatlicher Bildungspolitik herleitete. Recktenwald machte auf diese wenig bekannten Textpassagen aufmerksam und sprach von Smiths Paradoxon der Arbeitsteilung:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDer Mensch, dessen ganzes Leben damit ausgef\u00fcllt ist, einige wenige einfache Handgriffe auszuf\u00fchren, [&#8230;] hat keine Gelegenheit, seinen Verstand zu \u00fcben [&#8230;]. Er wird im Allgemeinen so unwissend und beschr\u00e4nkt, wie ein menschliches Wesen nur werden kann.\u201c (Smith 1776\/1978, Kap. V)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Recktenwald verglich den modernen Wissenschaftsbetrieb mit Smiths Nadelfabrik und sah erstaunliche Parallelen: Im akademischen Betrieb herrscht ein harter Publikationswettbewerb. Evaluierungskriterien sind m\u00f6glichst viele Ver\u00f6ffentlichungen in rangigen Journals. Dieser Konkurrenzkampf um die knappen Journalpl\u00e4tze erzwingt eine immer engere Spezialisierung. Dadurch werden Wissenschaftler \u2013 um im Bild der Nadelfabrik zu bleiben &#8211; zu \u201eSpezialisten f\u00fcr den rechten unteren Quadranten des Nadelkopfes unter besonderer Ber\u00fccksichtigung kopfloser Nadeln\u201c. Moderne Wissenschaftler beherrschen hochkomplexe statistische Verfahren. Sie kennen sich perfekt in isolierten Teiltheorien aus. Doch haben sie jeglichen Bezug zum Gesamtsystem verloren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Recktenwald prangerte den Verlust der ganzheitlichen Sichtweise des modernen Wissenschaftsbetriebs scharf an:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDie Hyper-Spezialisierung der modernen Wissenschaften f\u00fchrt zu einer Zerst\u00fcckelung des Wissens. Wir z\u00fcchten Fachidioten, die in ihrer Nische Geniales leisten, aber unf\u00e4hig geworden sind, das Ganze der menschlichen Gesellschaft zu begreifen.\u201c (Recktenwald 1980, S. 45).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fazit: Es gibt laut Recktenwald in der Moderne \u00e4hnlich zu Smiths Paradoxon der Arbeitsteilung ein Wissenschaftsparadoxon: Wir beobachten ein exponentielles Wachstum von Detailwissen. Gleichzeitig erodiert das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die gro\u00dfen Zusammenh\u00e4nge. \u00c4hnlich der Arbeiter in der Nadelfabrik drohen die hyper-spezialisierten Wissenschaftler geistig zu verk\u00fcmmern. Es mangelt ihnen zwar nicht an Intelligenz, aber an Weitblick. Ihr Horizont endet am Nadelkopfrand. Sie produzieren Datenfriedh\u00f6fe. Sie sind aber unf\u00e4hig, die gesellschaftliche Relevanz oder die ethischen Implikationen ihrer Forschungen zu reflektieren. Der ber\u00fchmte Verhaltensforscher Konrad Lorenz hat einmal \u00fcberspitzt gesagt, dass wir von nichts alles wissen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4. Synthese erforderlich<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Recktenwalds zentrale wissenschaftstheoretische Botschaft, die aus dem Paradoxon der Arbeitsteilung folgt, lautet: Spezialisierung in der Wissenschaft macht nur dann Sinn, wenn im Anschluss eine Synthese erfolgt. Spezialisierung ohne Synthese ist ihm zufolge so sinnlos wie Arbeitsteilung ohne Handel. Spezialisierung darf kein Selbstzweck sein und sich verselbstst\u00e4ndigen. Durch Spezialisierung entstehen nur die Puzzleteile, die anschlie\u00dfend zu einem Bild zusammengef\u00fcgt werden m\u00fcssen. Recktenwald hielt fest:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eAnalyse ohne anschlie\u00dfende Synthese bleibt unvollst\u00e4ndig, ja oft gef\u00e4hrlich. Die Trennung der \u00f6konomischen Analyse von der ethischen und sozialen Synthese macht die Wissenschaft blind f\u00fcr die Wirklichkeit.\u201c (Recktenwald 1976, S. 112)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Recktenwald prangerte den Methoden-Fetischismus an, der insbesondere in der modernen \u00d6konomie vorherrscht, die zu gro\u00dfen Teilen zur Wirtschaftsmathematik verkommen ist. Ein Aufsatz gilt oft nur dann als \u201ewissenschaftlich\u201c, wenn er in der Sprache der Mathematik verfasst ist und komplexe \u00f6konometrische Modelle verwendet. Dabei wird der Untersuchungsgegenstand der Methode angepasst, anstatt relevante Fragen zu stellen und unter den Methoden jene zu w\u00e4hlen, die f\u00fcr die Probleml\u00f6sung besonders geeignet ist. Durch die Fixierung auf die Mathematik werden all jene Einflussgr\u00f6\u00dfen aus den Modellen verbannt, die man nicht in eine Formel pressen kann. Das sind aber meist die relevanten Faktoren wie etwa historisch gewachsene Institutionen, moralische Konventionen, Vertrauen oder psychologische Befindlichkeiten. Sie fristen in den modernen \u201emodels\u201c bestenfalls als \u201eexogene Variablen\u201c ein Mauerbl\u00fcmchendasein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Recktenwald zeigte anhand des Vorgehens von Adam Smith, wie echtes wissenschaftliches Arbeiten aussehen sollte, das die durch Recherchen gewonnenen Bausteine wieder zu einem Haus zusammenf\u00fcgt. Smith nutzte die Spezialisierung \u2013 er sammelte akribisch historische Daten, \u00f6konomische Fakten und psychologische Beobachtungen. Doch lie\u00df er es dabei nicht bewenden. Er verkn\u00fcpfte diese isolierten Befunde zu einem Gesamtbild. Wenn Smith etwa \u00fcber Getreidepreise schrieb, analysierte er gleichzeitig die rechtlichen Rahmenbedingungen des Handels. Er fragte nach den historischen Wurzeln f\u00fcr diese Gesetzgebung. Und er untersuchte deren Auswirkungen auf die \u00e4rmeren Schichten, da ihm das Los der \u201elabouring poor\u201c besonders am Herzen lag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die moderne Wissenschaft bedeutet dies: Das reine Anh\u00e4ufen von und Jonglieren mit Partialwissen ist wertlos, wenn es nicht gelingt, dieses Wissen in ein Gesamtbild einzuf\u00fcgen. Dies erfordert eine integrierte und interdisziplin\u00e4re Sichtweise oder Zusammenarbeit mit anderen Wissenschaftszweigen. So bedarf etwa ein Finanzwissenschaftler, der das Steuerrecht verbessern m\u00f6chte, der Kooperation mit der Politikwissenschaft, der Psychologie und der Soziologie. Er darf Steuern nicht nur mit Zahlen und Formeln berechnen, sondern muss auch ber\u00fccksichtigen, wie Menschen auf Steuer\u00e4nderungen oder neue Steuern reagieren. Klammert der \u00d6konom diese \u00fcbergreifenden Systemzusammenh\u00e4nge aus, l\u00e4uft er Gefahr, dass sein Reformvorschlag den sozialen Zusammenhalt gef\u00e4hrdet, Streit und Neid sch\u00fcrt und das Vertrauen in die Politik und in die demokratischen Parteien untergr\u00e4bt, so dass die Menschen aus Protest zu extremen Parteien \u00fcberlaufen oder auf die Stra\u00dfe gehen. So f\u00fchrte etwa die Erh\u00f6hung der Steuern auf fossile Kraftstoffe in Frankreich im Herbst 2018 zum sogenannten Gelbwestenaufstand. Kurzum: Es ist ein interdisziplin\u00e4rer Ansatz angesagt, um Fehlsteuerungen zu vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>5. Ein realistisches Menschenbild<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Recktenwald, der sich vertieft mit Smiths Anthropologie auseinandergesetzt hat, pl\u00e4dierte f\u00fcr ein erweitertes menschliches Verhaltensmodell in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. In der \u00d6konomie und der Public Choice Theorie dominiert der Homo Oeconomicus, der rein rationale Einzelmensch, der seinen Nutzen maximiert. Man hat ihn meist mit einem Egoisten gleichgesetzt, was nach Recktenwald grundfalsch ist. Nach ihm muss man beim rational wirtschaftenden Menschen \u201egel\u00e4utertes\u201c Eigeninteresse unterstellen. Der Homo Oeconomicus wird in Verbindung mit dem ber\u00fchmten Zitat vom Metzger und B\u00e4cker f\u00e4lschlicherweise Adam Smith zugeschrieben, obwohl er von John Stuart Mill (1806 \u2013 1873) stammt. Diese Kunstfigur ist f\u00fcr rein analytische Zwecke ersonnen worden. Sie steht im Mittelpunkt der neoklassischen Modelle, die von sozialen, rechtlichen und ethischen Bez\u00fcgen abstrahieren,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie Recktenwald zeigte, ist das Smith`sche Menschenbild unendlich viel reicher und realistischer als John Stuart Mills reduktionistische Kunstfigur. F\u00fcr Smith ist der Mensch kein isoliertes Individuum, sondern ein soziales Wesen, dessen Wohlbefinden untrennbar mit dem Wohlbefinden seiner Mitmenschen verkn\u00fcpft ist. Der Mensch ist nach Adam Smith in der Lage, sich in andere hineinzuversetzen und Mitgef\u00fchl oder Sympathie (sympathy) zu empfinden. Heute w\u00fcrde man sagen, er ist zu Empathie f\u00e4hig. So beginnt die \u201eTheorie der ethischen Gef\u00fchle mit dieser Grundweisheit:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eMag man den Menschen f\u00fcr noch so egoistisch halten, es liegen doch ganz offenbar gewisse Prinzipien in seiner Natur, die ihn am Schicksal anderer Anteil nehmen lassen und ihm deren Gl\u00fcck notwendig machen, obgleich er keinen anderen Vorteil davon hat, als es zu sehen.\u201c (Smith 1759, I.1.1)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Konzept der Sympathie erg\u00e4nzt Smith durch das Konzept des \u201eunparteiischen Beobachters\u201c (impartial spectator). Bei Smith entspringt dieses Denkkonstrukt eines neutralen Richters, der das eigene Verhalten bewertet, der menschlichen Imaginationskraft. Es ist \u2013 im Gegensatz zum eher metaphysischen Gewissen bei Kant &#8211; real, da es von jedermann erfahrbar ist. Recktenwald betonte unerm\u00fcdlich die ordnende Funktion dieser Kontrollinstanz f\u00fcr menschliches Verhalten, auch auf M\u00e4rkten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDer Smith\u2019sche Markt ist kein rechtsfreier Raum f\u00fcr hemmungslose Egoisten, sondern ein System, das nur funktioniert, weil der Mensch vom \u201aunparteiischen Beobachter\u2018 in seinem Inneren gez\u00fcgelt wird. Das Eigeninteresse bewegt sich immer im Rahmen von Recht und Anstand.\u201c (Recktenwald 1977, S. XLV)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch hat bei Adam Smith das Streben des Menschen nach Anerkennung durch die Mitmenschen einen ebenso hohen Rang wie das Streben, durch materielle G\u00fcter seine Lebenssituation zu verbessern. Der Mensch ist also weder ein r\u00fccksichtsloser, selbsts\u00fcchtiger Egoist noch ein platter Materialist, sondern ein im Spiegelkabinett menschlicher Beziehungen und Bewertungen interagierendes soziales Wesen, dem Verhaltensbeschr\u00e4nkungen auferlegt sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Handelt der Mensch in der privaten Sph\u00e4re, also in der Familie, im Freundeskreis und in der Nachbarschaft, sind die in der Natur des Menschen verankerten moralischen Leitplanken ausreichend f\u00fcr ein harmonisches Zusammenleben und es ist Raum f\u00fcr Hilfsbereitschaft und Altruismus. Auf anonymen M\u00e4rkten hingegen herrscht Distanz zwischen Menschen. Als Realist erkannte Adam Smith, dass unter den Bedingungen der Anonymit\u00e4t weitere Korrektive in das System der nat\u00fcrlichen Freiheit eingebaut werden m\u00fcssen, um auf Nummer sicher zu gehen, dass bei unvollkommenen Menschen das Eigeninteresse nicht degeneriert, also in Unredlichkeit, R\u00fccksichtslosigkeit und Gewinnsucht umschl\u00e4gt oder in Faulheit oder Fahrl\u00e4ssigkeit. Denn wenn sich der Mensch in einem anonymen Umfeld unbeobachtet w\u00e4hnt, wenn also die Missbilligung durch Mitmenschen fehlt, ist er moralisch leichter korrumpierbar, als wenn er unter Aufsicht steht. Dann ist der \u201eunparteiische Beobachter\u201c als moralische Leit- und Kontrollinstanz m\u00f6glicherweise zu schwach. Das ist \u00e4hnlich wie in der Hundeforschung: Die auf dem Tisch liegende Wurst wird gefressen, wenn das Herrchen den Raum verlassen hat. Es bedarf der Moral oder Disziplin eines Blindenhundes, wenn dies nicht der Fall ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In anonymen Gro\u00dfgesellschaften und auf M\u00e4rkten sind also staatliche Normen (Gesetze) erforderlich, die Fehlverhalten unter Strafe stellen sowie Aufsichtsbeh\u00f6rden. Sie springen gewisserma\u00dfen ein, wenn der \u201eunparteiischer Beobachter\u201c seine Rolle nicht mehr richtig spielt. Dies gilt auch f\u00fcr die disziplinierende Kraft des Wettbewerbs. Dieses Korrektiv verhindert, dass Anbieter \u00fcberh\u00f6hte Preise verlangen oder sich Laschheit breit macht und die Kosten ins Kraut schie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Schranken f\u00fcr das Eigeninteresse werden im \u201eWohlstand der Nationen\u201c thematisiert, w\u00e4hrend die ersten beiden (Sympathie oder Mitgef\u00fchl und Regeln der Ethik) in der \u201eTheorie der ethischen Gef\u00fchle\u201c abgehandelt werden. Wenn der Staat den n\u00f6tigen Rechtsrahmen schafft und f\u00fcr funktionsf\u00e4higen Wettbewerb sorgt, dann ist es so, dass mit mittelm\u00e4\u00dfigen Menschen, die naturgem\u00e4\u00df erst an sich und dann erst an andere denken, beste Ergebnisse f\u00fcr die Allgemeinheit erzielt werden. Unter diesen Bedingungen ist automatisch dem Gemeinwohl gedient, wenn der Mensch sein eigenes Interesse verfolgt. Ber\u00fchmt ist der Satz, dass wir unser Essen nicht dem Wohlwollen, sondern dem Eigeninteresse des B\u00e4ckers, Metzgers oder Brauers verdanken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist das Verdienst Recktenwalds, die disziplinierenden Schranken f\u00fcr das Eigeninteresse bei Adam Smith klar herausgefiltert zu haben. Dadurch wurde der Homo Oeconomicus, der einer scharfen Kritik ausgesetzt war, gewisserma\u00dfen rehabilitiert: Wenn der Mensch am Markt sein Eigeninteresse verfolgt, dann tut er das nach Recktenwald stets innerhalb der Schranken der Gerechtigkeit und der Moral. F\u00fcr Recktenwald ist der am Markt handelnde Mensch ein Sonderfall im Rahmen von Smiths allgemeiner Verhaltenslehre, die die moderne Verhaltens\u00f6konomie (Behavioral Economics) heute m\u00fchsam durch empirische Laborexperimente wiederentdeckt. Dabei wird oft viel Aufwand getrieben, um zu Erkenntnissen zu gelangen, die man bei Adam Smith nachlesen oder tagt\u00e4glich selbst beobachten h\u00e4tte k\u00f6nnen. So musste etwa der Steuerzahler den mehrmonatigen \u00fcber Landwege absolvierten Forschungsaufenthalt eines Wissenschaftlers in Neuguinea finanzieren, der zur lapidaren Einsicht gelangte, dass sich die Eingeborenen moralischer verhalten, wenn sie unter Aufsicht des H\u00e4uptlings stehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>6. Von Ordnungssystemen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es l\u00e4sst sich eine Br\u00fccke schlagen von Horst Claus Recktenwald zu Walter Eucken, deren Weltbilder sich stark \u00e4hneln und die vor vergleichbaren Herausforderungen standen. W\u00e4hrend Recktenwald das total verzerrte, verdrehte und verf\u00e4lschte Smith-Bild korrigiert hat, musste Walther Eucken (1891-1953) den klassischen Liberalismus gegen den ungez\u00fcgelten und unregulierten Laissez-Faire-Liberalismus und den Manchesterkapitalismus sowie gegen den Staatssozialismus verteidigen. Dies war die Geburtsstunde der ordoliberalen Freiburger Schule, die ordnungspolitische Fragen ins Zentrum r\u00fcckte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beide Denker gehen von einem ganzheitlichen Weltbild und der Idee der Einheit aus. Was bei Recktenwald die Smiths\u00b4sche Trilogie \u201eEthik, Markt und Staat\u201c ist \u2013 eine Einheit, deren Elemente untrennbar zusammengeh\u00f6ren &#8211; oder der innere Verbund von \u00d6konomie, Ethik, Soziologie, Politik- und Rechtswissenschaft, ist es bei Eucken \u201edie Interdependenz der Ordnungen\u201c. In seinem Hauptwerk \u201eGrunds\u00e4tze der Wirtschaftspolitik<em>\u201c<\/em> hob Eucken die wechselseitige Abh\u00e4ngigkeit von Ordnungen hervor:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDie wirtschaftspolitische Praxis steht vor der Aufgabe, alle Ordnungen des Lebens \u2013 die Rechtsordnung, die Staatsordnung und die Wirtschaftsordnung \u2013 als eine Einheit zu begreifen. Es ist unm\u00f6glich, die Wirtschaftsordnung zu reformieren, ohne gleichzeitig die Rechts- und Staatsordnung in den Blick zu nehmen.\u201c (Eucken 1952, S. 180)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sowohl Smith als auch Eucken erkannten, dass sich M\u00e4rkte, die nicht in eine Moralordnung, Rechtsordnung und Wirtschafts- und Wettbewerbsordnung eingebunden sind, durch Monopolbildung und Machtballung selbst zerst\u00f6ren. Ungeordnete und von der Moral entkoppelte Laissez-Faire-M\u00e4rkte sind also ein instabiles Konstrukt. Eucken kritisierte daher die Liberalen des 19. Jahrhundert scharf, Adam Smiths Lehre gr\u00fcndlich missverstanden zu haben:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDas Laissez-Faire-System \u00fcbersah, dass der Wettbewerb eine staatlich gesetzte und \u00fcberwachte Rahmenordnung braucht. Ein freier Markt ohne starken Staat f\u00fchrt unausweichlich zur Diktatur der Monopole.\u201c (Eucken 1952, S. 52).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Eucken war ein starker Staat, der eine dienende Rolle spielt, unabdingbar. Der Staat muss das rechtliche Fundament bereitstellen, damit Freiheit und Markt \u00fcberhaupt funktionieren k\u00f6nnen. Er muss Ordnungspolitik betreiben, statt Prozesspolitik, die planwirtschaftlichem Denken entspringt. Eucken erkannte auch, dass Ethik unverzichtbar ist und dass Marktteilnehmer moralische Schranken brauchen. Eine Wettbewerbsordnung kann ihm zufolge nur bestehen, wenn sie von einer Werteordnung getragen wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bemerkenswert ist die enge Parallele, die zwischen dem Konzept des \u201eunparteiischen Beobachters\u201c bei Adam Smith und dem Haftungsprinzip bei Walter Eucken besteht. Die Bewertung des eigenen Verhaltens durch die Augen eines unbeteiligten Dritten verhindert, dass wir die Rechte anderer verletzten, weil wir sonst Scham und den Verlust von menschlicher Anerkennung f\u00fcrchten. Zur inneren moralische Instanz bei Smith korrespondiert die \u00e4u\u00dfere rechtliche Instanz bei Eucken: Durch den Leitsatz \u201ewer den Nutzen einer wirtschaftlichen Entscheidung hat, muss auch den Schaden tragen\u201c, wird das moralische Prinzip von \u201egut\u201c und \u201eb\u00f6se\u201c in die \u00f6konomische Kategorie von \u201eGewinn\u201c und \u201eVerlust\u201c \u00fcbertragen. Durch das Haftungsprinzip werden Freiheit und Verantwortung miteinander verkn\u00fcpft. Euckens Haftungsprinzip ist im Grunde die rechtliche Institutionalisierung von Smiths \u201eunparteiischem Beobachter\u201c. Sie ist in anonymen Gro\u00dfgesellschaften n\u00f6tig, weil unter diesen Bedingungen das Gewissen ein zu schwaches Korrektiv ist, wie wir gesehen haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was bei Eucken das Haftungsprinzip f\u00fcr die Marktwirtschaft ist, ist bei Recktenwald in seiner Eigenschaft als Finanzwissenschaftler das Verbundprinzip f\u00fcr die Staatswirtschaft, das er in seinem Lexikon der Staats- und Geldwirtschaft beschrieben und in seinen Vorlesungen gepredigt hat. Es besagt, dass in der f\u00f6deral organisierten Staatswirtschaft Entscheidung, Nutzen und Kosten verkn\u00fcpft werden sollten. Kollektive, die die Entscheidungen treffen und die Nutzen aus \u00f6ffentlichen G\u00fctern und Leistungen ziehen, sollten auch die damit einhergehenden Kosten tragen. Sie m\u00fcssen deckungsgleich sein. Recktenwald war auch ein vehementer Kritiker des Nonaffektationsprinzips, des \u201eheiligen Grals\u201c in der Finanzwissenschaft. Er postulierte, dass Politiker \u00fcber die Herkunft der Mittel Auskunft geben sollen, wenn sie Ausgabenprogramme beschlie\u00dfen. Sie sollten gezwungen sein, die Verteilungseffekte ihrer Politik offenzulegen. In der Abkehr von diesen Grunds\u00e4tzen sah Recktenwald &nbsp;eine wesentliche Ursache f\u00fcr Verschwendung im Kollektiv, die mir einer Aush\u00f6hlung der moralischen Grundlagen eines Gemeinwesens einhergeht. Diese Aspekte sind aktueller denn je, wie die verbreitete Anspruchshaltung und die Forderungsmentalit\u00e4t zeigen, die den modernen Gesellschaftskrankheiten der \u201eSubventsklerose\u201c und \u201eSoziallergie\u201c zugrunde liegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Fazit aus der Recktenwald`schen Smith-Interpretation und der Lehre Euckens ist, dass Freiheit und Ordnung keine Gegens\u00e4tze sind, sondern einander bedingen. Die \u201eunsichtbare Hand\u201c des Marktes ben\u00f6tigt individuelle Moral sowie die \u201esichtbare Hand\u201c des Rechts- und Ordnungsstaates. Euckens konstituierende Prinzipien sind die Konkretisierung der gerechten Gesellschaft bei Adam Smith. W\u00e4hrend Recktenwald die \u201eunsichtbare Hand\u201c des Marktes durch den Einbezug von Moral und Recht gewisserma\u00dfen rehabilitiert hat, nahm Eucken die \u201esichtbare Hand\u201c des Staates im Sinne von Recht und Ordnung n\u00e4her unter die Lupe.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>7. F\u00fcr zweckfreie Forschung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Recktenwald betonte in seinen Werken die Warnungen von Adam Smith vor einer reinen Wirtschaftskultur. Als Humanist kritisiert er, dass Wissenschaft oft nur nach ihrem finanziellen Nutzen bewertet wird. Prim\u00e4rer Ma\u00dfstab f\u00fcr Spitzenforschung ist, wieviel Geld sie einbringt. Es z\u00e4hlen vor allem eingeworbene F\u00f6rdergelder wie Drittmittel, Patentanmeldungen und der Nutzen f\u00fcr die Industrie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Recktenwald zeigte, dass diese rein am wirtschaftlichen Nutzen ausgerichtete Orientierung der Wissenschaft zu der Entfremdung f\u00fchrt, vor der Smith gewarnt hat: Die Wissenschaft verliert dann ihre neutrale Beobachterrolle und kann der Gesellschaft nicht mehr als Wegweiser dienen. Recktenwald warnte davor, dass die modernen Universit\u00e4ten und Forschungsinstitute zur \u201eakademischen Nadelfabriken\u201c verkommen, die im Akkord Paper produzieren, um Ranking-Punkte zu sammeln. Wissenschaft darf nach Recktenwald nicht marktgesteuert sein. Sie muss zweckfrei sein und sie muss Zeit zum langen Nachdenken lassen sowie zum f\u00e4cher\u00fcbergreifenden Dialog. Recktenwald merkte dazu kritisch an:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;\u201eWenn Universit\u00e4ten zu reinen Ausbildungsfabriken werden und Forschung nur noch nach ihrem unmittelbaren Marktwert bemessen wird, dann verliert die Wissenschaft ihre Seele. Sie begibt sich freiwillig in jene geistige Knechtschaft, vor der Adam Smith so eindringlich gewarnt hat.\u201c (Recktenwald 1983, S. 89)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Smith sah in der Bildung und im Training des menschlichen Geistes das n\u00f6tige Gegengewicht zur Stumpfsinnigkeit, die mit der Spezialisierung einhergeht. Dies dokumentierte er am Beispiel seiner ber\u00fchmten Nadelfabrik. Um dem geistigen Verfall entgegenzuwirken, forderte er staatlich subventionierte Bildungseinrichtungen. Durch die staatliche statt einer privaten Tr\u00e4gerschaft sollte eine breite und an humanistischen Idealen orientierte Allgemeinbildung gew\u00e4hrleistet sein.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>8. Das Normative in der \u00d6konomie<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine zentrale Botschaft Recktenwalds lautete, dass Forschung niemals v\u00f6llig frei von Werturteilen sein kann. Seine aus der ganzheitlichen Sichtweise heraus gewonnene Einsicht steht im klaren Widerspruch zum klassischen Dogma Max Webers von der \u201eWertfreiheit\u201c in den empirischen Sozialwissenschaften. Dort gilt die Regel: Fakten analysieren, Ursachen aufdecken, sich aber konsequent pers\u00f6nlicher Werturteile zu enthalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Recktenwald demonstriert durch seine Smith-Exegese, dass dieser \u201eheilige Gral\u201c der Sozialwissenschaften eine Illusion ist. Bereits die Fragestellung des Forschers impliziert ein Werturteil. Das gilt auch f\u00fcr die Wahl der als relevant erachteten Variablen und f\u00fcr die Modellkonstruktion. So impliziert etwa bereits die Frage \u201eWie k\u00f6nnen wir das Bruttoinlandsprodukt um x Prozent steigern\u201c das Werturteil, dass das Gesamteinkommen das oberste Ziel ist und dass die Verteilung, die Lebensqualit\u00e4t und die \u00f6kologische Nachhaltigkeit nachrangig oder irrelevant sind. Wer Wohlstand nur an den Markttransaktionen misst, also am BIP, schlie\u00dft die Variable \u201eunbezahlte care-Arbeit\u201c aus und f\u00e4llt damit das implizite Werturteil, diese sei \u00f6konomisch wertlos. Recktenwald forderte daher mehr Ehrlichkeit und Mut, die eigenen Bewertungen offenzulegen, statt sich hinter mathematischen Formeln zu verschanzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eEs gibt keine absolut wertfreie Sozialwissenschaft. Der \u00d6konom, der vorgibt, v\u00f6llig wertfrei zu sein, betreibt oft nur eine Camouflage f\u00fcr seine eigenen, ungesagten politischen Pr\u00e4missen. Adam Smith hatte noch den Mut, \u00d6konomie als Moralphilosophie zu begreifen \u2013 im Dienste des Gemeinwohls.\u201c (Recktenwald 1976, S. 201)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Smiths Werk ist normativ ausgerichtet. Er wollte Marktmechanismen nicht einfach nur wertfrei beschreiben. Sondern es ging ihm um eine wohlhabende und gerechte Gesellschaft, wobei er vor allem das Los der \u00c4rmsten verbessern wollte. Der Einbezug normativer Postulate in die modernen Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ebnet nach Recktenwald den Weg zu einer besseren Gesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>9. Fazit: Pl\u00e4doyer f\u00fcr eine Neuausrichtung der Forschung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Horst Claus Recktenwald hat uns durch seine gr\u00fcndliche Smith-Exegese ein reiches Erbe hinterlassen, das offensichtlich in Vergessenheit geraten ist, zumal es von der \u201ej\u00fcngeren Smith-Forschung\u201c im deutschen Sprachraum kaum gew\u00fcrdigt wird. Wir m\u00fcssen es reaktivieren, um auf die gro\u00dfen, existenziellen Fragen der Menschheit eine konstruktive und kreative Antwort geben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fassen wir abschlie\u00dfend kurz zusammen, was wir heute von diesem gro\u00dfen Gelehrten lernen k\u00f6nnen: Um den Menschen dienen und Orientierung zu bieten zu k\u00f6nnen, muss die Forschung wieder das Ganze in den Blick nehmen. Spezialisierung ist mit Synthese zu koppeln. Dazu bedarf es des f\u00e4cher\u00fcbergreifenden Dialogs und der interdisziplin\u00e4ren Zusammenarbeit. \u00d6konomie, Ethik, Psychologie, Soziologie, Politik- und Rechtswissenschaft m\u00fcssen kooperieren und an einem Strang ziehen. Die Wirtschaft ist kein isoliertes System, sondern bedarf einer dazu komplement\u00e4ren Staats-, Rechts-und Moralordnung. Auch ist das Menschenbild zu korrigieren. Der Mensch ist nicht der egoistische k\u00fchle Rechner, wie in \u00f6konomischen Modellen unterstellt, sondern zu Empathie und moralischer Selbstreflexion f\u00e4hig. Wenn die Wissenschaft diese Lehren beherzigt, wird sie auch in der Lage sein, die gro\u00dfen Krisen zu meistern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Literaturverzeichnis<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Eucken, Walter (1952).<\/strong> Grunds\u00e4tze der Wirtschaftspolitik. Aus dem Nachlass herausgegeben von Edith Eucken-Erdsiek und K. Paul Hensel. T\u00fcbingen: J.C.B. Mohr (Paul Siebeck).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Recktenwald, Horst Claus (1976).<\/strong> Adam Smith. Sein Leben und sein Werk. M\u00fcnchen: C.H. Beck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Recktenwald, Horst Claus (1977<\/strong><strong>)<\/strong><strong>.<\/strong> \u201eW\u00fcrdigung von Adam Smiths Theorie der ethischen Gef\u00fchle\u201c. In: Smith, Adam: Theorie der ethischen Gef\u00fchle. \u00dcbersetzt und herausgegeben von Walther Eckstein. Mit einer Einleitung von Horst Claus Recktenwald. T\u00fcbingen: J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), S. XI\u2013LIV.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Recktenwald, Horst Claus (1978).<\/strong> \u201eAdam Smiths Lebenswerk. Eine kritische Analyse nach zweihundert Jahren\u201c. In: Smith, Adam: Der Wohlstand der Nationen. Eine Untersuchung seiner Natur und seiner Ursachen. Aus dem Englischen \u00fcbersetzt, eingeleitet und mit einem umfassenden Register versehen von Horst Claus Recktenwald. M\u00fcnchen: C.H. Beck, S. XV\u2013LXXVI.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Recktenwald, Horst Claus. (1978)<\/strong>. An Adam Smith Renaissance Anno 1976? The Bicentenary Output? A Reappraisal of His Scholarship. Journal of Economic Literature 1, pp. 56-83.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Recktenwald, Horst Claus (Hrsg.) (1980).<\/strong> Ethik und \u00d6konomie. Das Problem der Wirtschaftsethik in der Geschichte und Gegenwart. Berlin: Duncker &amp; Humblot.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Recktenwald, Horst Claus (1983).<\/strong> Markt und Staat. Aufs\u00e4tze zur Politischen \u00d6konomie. G\u00f6ttingen: Vandenhoeck &amp; Ruprecht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Recktenwald, Horst Claus (1983).<\/strong> Lexikon der Staats- und Geldwirtschaft. Ein Lehr- und Nachschlagewerk. M\u00fcnchen: Vahlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Recktenwald, Horst Claus <\/strong>&nbsp;<strong>(1985<\/strong>). Ethik, Wirtschaft und Staat. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Recktenwald, Horst Claus (1989 \u2013 1999)<\/strong>. Die Nobelpreistr\u00e4ger der \u00f6konomischen Wissenschaft. D\u00fcsseldorf. Verlag Wirtschaft und Finanzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Rosenschon, Astrid (2024).<\/strong> Markt, Staat und Ethik als Trilogie. Ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr eine Adam- Smith-Renaissance. In: Wirtschaftliche Freiheit. <a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=37093\">https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=37093<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Rosenschon, Astrid (1990).<\/strong> Zum Tod von Horst Claus Recktenwald. In: Orientierungen zur Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik (Heft 2). S.68-69.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Smith, Adam (1759\/1977).<\/strong> Theorie der ethischen Gef\u00fchle. Nach der letzten Aufl. von 1790 \u00fcbersetzt von Walther Eckstein. Eingeleitet von Horst Claus Recktenwald. T\u00fcbingen: J.C.B. Mohr (Paul Siebeck).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Smith, Adam (1776\/1978).<\/strong> Der Wohlstand der Nationen. Eine Untersuchung seiner Natur und seiner Ursachen. Aus dem Englischen \u00fcbersetzt, eingeleitet und mit einem umfassenden Register versehen von Horst Claus Recktenwald. M\u00fcnchen: C.H. Beck.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Beitr\u00e4ge der Serie \u201cOrdnungspolitische Denker heute\u201c:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wolf Sch\u00e4fer: <a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=13648\">Verkehrswege in Deutschland: Falsche Institutionen<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ulrich van Suntum: <a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=13779\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Ordnungspolitische Leere: Es steht mehr auf dem Spiel als nur die Effizienz<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rainer Hank: <a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=14265\">Was wir von Wilhelm R\u00f6pke lernen sollten \u2013 und was lieber nicht.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Thorsten Polleit: <a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=14436\">Die Interventionismus-Falle<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerhard Wegner: <a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=14656\">Hayek und die Konstruktivismusfalle. Die geplante Energiewende<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wolf Sch\u00e4fer: <a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=15002\">\u201e\u00d6konomischer Imperialismus\u201c .Zu Gary S. Beckers \u00f6konomischer Theorie der Familie<\/a><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die moderne Wissenschaft, insbesondere die Wirtschafts- und Sozialwissenschaft, ist durch ein Paradoxon charakterisierbar. Auf der einen Seite verf\u00fcgt sie \u00fcber ein nie dagewesenes Arsenal an mathematischen Modellen, statistischen Datens\u00e4tzen und Rechenkapazit\u00e4ten. 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