{"id":44894,"date":"2026-09-05T13:49:57","date_gmt":"2026-09-05T12:49:57","guid":{"rendered":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=44894"},"modified":"2026-09-05T15:19:52","modified_gmt":"2026-09-05T14:19:52","slug":"weniger-nationale-vermeidung-mehr-lokale-regionale-anpassungsubsidiaritaet-fiskalische-aequivalenz-gemeinschaftsaufgabe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=44894","title":{"rendered":"Weniger nationale Vermeidung, mehr lokale (regionale) Anpassung<br><b>Subsidiarit\u00e4t, fiskalische \u00c4quivalenz, Gemeinschaftsaufgabe <\/b>"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u201eIf something cannot go on forever, it will stop.\u201c<\/em> (Herbert Stein)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hitzewellen, Waldbr\u00e4nde, (Niedrig- und Hoch)Wasser sind \u201eUnannehmlichkeiten\u201c der letzten Sommer in Europa, auch in Deutschland. Schuld daran sei der Klimawandel. Da ist was dran. Die Kosten sind betr\u00e4chtlich: Hitzetode, \u00f6konomische Verluste, verbrannte W\u00e4lder, zerst\u00f6rte H\u00e4user, Personensch\u00e4den. Wer den Klimawandel nicht jetzt kompromisslos bek\u00e4mpfe, bereite noch gr\u00f6\u00dferen menschlichen, wirtschaftlichen und umweltlichen Katastrophen den Weg. Nicht-Handeln jetzt sei teurer als der Preis f\u00fcr mehr Klimaschutzma\u00dfnahmen sp\u00e4ter. Vermeidung des Klimawandels ist das eine, Anpassung an den Klimawandel ist das andere. Beides geh\u00f6rt zusammen. Der Schwerpunkt der Klimapolitik lag bisher auf Mitigation. Adaptation spielte eine untergeordnete Rolle. Ist das sinnvoll? Ausbleibende Erfolg der Vermeidung und unausgesch\u00f6pfte Potentiale der Anpassung wecken Zweifel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><strong>Warum Vermeidung auf absehbare Zeit nicht hilft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre ist Klimapolitik ein fester Bestandteil internationaler Politik. Mit dem Klimaabkommen von Paris von 2015 verpflichteten sich (fast) alle Staaten auf Klimaziele. Wirklich erfolgreich war die Politik bisher nicht. Die Emissionen weltweit steigen weiter, die angestrebten Temperaturziele k\u00f6nnen nicht mehr erreicht werden. Zwar senken die EU und einige Industriel\u00e4nder die Emissionen, China und Indien erh\u00f6hen sie aber weiter. Die USA machen politisch nicht mehr mit. Ihre Emissionen steigen neuerdings wieder an. Damit ist das Grundproblem der Klimapolitik offensichtlich: Klimaschutz ist ein globales \u00f6ffentliches Gut. Es bestehen gro\u00dfe Anreize, sich klimapolitisch als Trittbrettfahrer zu verhalten. Die Kosten tragen die Klimasenker, die Nutzen verteilen sich weltweit. Solange die Weltpolitik keine Mittel zur klimapolitischen Kooperation findet, wird das auch so bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Politik der Vermeidung wird die n\u00e4chsten Jahrzehnte nicht helfen, die \u201eUnannehmlichkeiten des Sommers\u201c zu verringern. Tats\u00e4chlich wird Mitigation die Probleme noch versch\u00e4rfen. Das \u201egr\u00fcne\u201c Paradoxon tr\u00e4gt dazu bei, dass eine emissionsmindernde Politik von Staaten, wie die der EU, die Anreize fossilreicher L\u00e4nder st\u00e4rkt, kurz- und mittelfristig ihre F\u00f6rderung zu erh\u00f6hen. Und die klimapolitischen \u201eMustersch\u00fcler\u201c zahlen einen hohen Preis. Mit ihrer Politik der Vermeidung untergraben sie ihre eigene internationale Wettbewerbsf\u00e4higkeit. Die hohen Kosten der Transformation verst\u00e4rken den negativen Effekt noch. Eine fl\u00e4chendeckende Deindustrialisierung kostet Arbeitspl\u00e4tze und Wohlstand. F\u00fcr ihren kostspieligen Einsatz bekommen diese L\u00e4nder (fast) nichts. Das weltweite Klima nimmt kaum Notiz davon. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie ihre Klimapolitik der Vermeidung aufgeben werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Selbst wenn sich die Weltpolitik doch noch besinnen sollte und ihre klimapolitische Handlungsblockade bald aufg\u00e4be, w\u00e4re auf absehbare Zeit nicht damit zu rechnen, dass die \u201eUnannehmlichkeiten des Sommers\u201c weniger w\u00fcrden. Das Klima reagiert sehr tr\u00e4ge auf weniger Treibhausgase. Die Erw\u00e4rmung der Atmosph\u00e4re und des Meeres baut sich nur langsam ab. Das Ergebnis ist dazu regional noch unterschiedlich. Die Vorteile einer effektiven Mitigation sind r\u00e4umlich und zeitlich diffus und \u00fcber Generationen verteilt. Das alles braucht nicht Jahre, es ben\u00f6tigt viele Jahrzehnte. Der Bremsweg des Klimawandels ist lang. Die Pfadabh\u00e4ngigkeit des Klimas verhindert selbst bei erfolgreicher Mitigation, dass Hitzewellen, (Hoch- und Niedrig)Wasser und Waldbr\u00e4nde im Sommer bald nicht mehr so oft und weniger intensiv auftreten. B\u00fcrger und Politik sollten sich darauf einstellen, dass sie auf absehbare Zeit damit leben m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><strong>Weshalb Anpassung mehr Aufmerksamkeit braucht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine wirksame Klimapolitik hat zwei Arme. Mit einem wird versucht, klimatische Anpassungslasten zu verringern (Mitigation), mit dem anderen soll die Anpassungskapazit\u00e4t an den Klimawandel erh\u00f6ht werden (Adaptation). Beide geh\u00f6ren zusammen. Die Aufl\u00f6sung von weltweiten klimapolitischen Handlungsblockaden hat zweifellos Priorit\u00e4t, um Anpassungslasten zu verringern. Wenn es allerdings nicht gelingt, sie aufzul\u00f6sen und trotz des massiven Einsatzes von Ressourcen die Anpassungslasten zu verringern, sollten die knappen Mittel dort eingesetzt werden, wo sie gr\u00f6\u00dfere Ertr\u00e4ge abwerfen, bei der Erh\u00f6hung der Anpassungskapazit\u00e4t. Da jeder Euro nur einmal ausgegeben werden kann, schr\u00e4nkt der erfolglose Versuch, weltweite Klimasch\u00e4den zu vermeiden, die M\u00f6glichkeiten der Gesellschaften ein, sich besser an die Folgen des Klimawandels, wie Hitzewellen, (Niedrig- und Hoch)Wasser, Waldbr\u00e4nde, anzupassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Schwerpunkt der deutschen (europ\u00e4ischen) Klimapolitik muss unter den weltweiten Handlungsblockaden verlagert werden, weniger erfolglose Vermeidung, mehr erfolgversprechende Adaptation. Klimaanpassung ist keine prim\u00e4re Aufgabe des Staates. Sie ist kein reines \u00f6ffentliches Gut, vielmehr ein \u201eMischgut\u201c. Anders als die globale Vermeidung (Mitigation) ist Klimaanpassung vor allem ein privates Gut. Das gilt f\u00fcr alle drei \u201eUnannehmlichkeiten des Sommers\u201c (Hitze, Wasser, Waldbr\u00e4nde). Es sch\u00fctzt individuell abgrenzbare Verm\u00f6genswerte (Hitzeschutz, Schutz gegen Starkregen, Totholzbeseitigung). Ein kleinerer Teil der Klimaanpassung hat den Charakter eines \u00f6ffentlichen Gutes, meist lokaler Natur (Klub-Gut). Nutzen und Kosten fallen prim\u00e4r vor Ort an (Stadtgr\u00fcn, Entsiegelung, lokales Starkregenmanagement, Schwammstadt-Infrastruktur). Ein noch kleinerer Teil hat \u00fcber-regionale Bez\u00fcge (Grundwassermanagement, Fr\u00fchwarnsysteme, \u00fcberregionaler Hochwasserschutz).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Politik der Vermeidung von Klimasch\u00e4den (Mitigation) hat ein schwer l\u00f6sbares Kollektivgut-Problem. Das ist bei einer Politik der Anpassung an das Klima (Adaptation) anders. Sie ist anreizkompatibler. Kosten und Nutzen der Aktivit\u00e4ten der Anpassung sind individuell besser zurechenbar, fallen r\u00e4umlich weniger auseinander und sind nicht so stark zeitversetzt. Vorteilhaft ist auch, dass sie sich st\u00e4rker an den unterschiedlichen Pr\u00e4ferenzen und Gegebenheiten vor Ort orientieren k\u00f6nnen. Die Gefahr ist geringer, dass bei Extremereignissen (Hitze, Wasser, Br\u00e4nde) klimapolitisch flexibler agieren k\u00f6nnen. Das alles spricht daf\u00fcr, dass Adaptation eher akzeptiert und weniger Trittbrett gefahren wird. Da die meisten Anpassungen den Charakter eines privaten Gutes haben, sind sie effizienter. Auch bei lokalen \u00f6ffentlichen G\u00fctern sind die Streuverluste von Kosten und Nutzen noch \u00fcberschaubar. Das Kollektivgut-Problem nimmt allerdings zu, wenn inter-regionale Spillovers zunehmen. Die Gefahr ineffizienter L\u00f6sungen w\u00e4chst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><strong>Warum wettbewerblicher F\u00f6deralismus eine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen muss<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alle Politik, auch die deutsche, hat gegen\u00fcber den W\u00e4hlern die Pflicht, knappe Ressourcen m\u00f6glichst effizient einzusetzen. Das gilt auch f\u00fcr die Klimapolitik. Die Politik der Vermeidung (Mitigation) erf\u00fcllt gegenw\u00e4rtig diese Bedingung nicht. Sie verschwendet Ressourcen und tut (fast) nichts f\u00fcr das (Welt)Klima. Eine Politik der Anpassung (Adaptation) ist besser. Sie kann die Effizienz-Bedingung aber nur erf\u00fcllen, wenn sie drei Prinzipien einh\u00e4lt: Subsidiarit\u00e4t, Konnexit\u00e4t und fiskalische \u00c4quivalenz. Das Subsidiarit\u00e4ts-Prinzip kommt aus der katholischen Soziallehre. Es besagt: \u201eWas der Einzelne oder die kleinere Gemeinschaft aus eigener Kraft leisten kann, darf ihm\/ihr nicht von einer \u00fcbergeordneten Instanz entzogen werden.\u201c (Quadragesimo anno, 1931). Die Anpassung sollte zuerst und vorrangig dort erfolgen, wo das Wissen \u00fcber die Notwendigkeit am gr\u00f6\u00dften und Nutzen und Ertr\u00e4ge der Ma\u00dfnahmen m\u00f6glichst eng beieinander liegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In allen drei Bereichen der \u201eUnannehmlichkeiten des Sommers\u201c (Hitze, Wasser, Br\u00e4nde) kann das Subsidiarit\u00e4tsprinzip eine Richtschnur sein. Zuerst muss der Einzelne handeln. Er kann sich in vielen Feldern sowohl bei Hitze (Sonnenschutz, D\u00e4mmung, Verhalten etc.), bei Wasser (Zisternen, Dachbegr\u00fcnung, Sicherung gegen Starkregen etc.), bei Waldbr\u00e4nden (Totholzbeseitigung, Schutzabst\u00e4nde von Geb\u00e4uden an Waldr\u00e4ndern etc.) anpassen. Die lokale Ebene hat auf anderen Feldern bei Hitze (Entsiegelung, Kaltluftschneisen, Beschattung \u00f6ffentlicher Pl\u00e4tze, Stadtbegr\u00fcnung etc.), bei Wasser (Schwammstadt-Konzepte, R\u00fcckhaltebecken etc.), bei Waldbr\u00e4nden (Umbau zu Mischw\u00e4ldern, Einrichtung von Pufferzonen, lokale L\u00f6schwasserinfrastruktur etc.) komparative Vorteile bei der Anpassung. Regionale und \u00fcberregionale Aktivit\u00e4ten machen unter dem Aspekt der Subsidiarit\u00e4t wesentlich seltener Sinn. Vor allem bei Wasser (Hochwasserschutz, K\u00fcstenschutz, Gro\u00dfdeiche etc.) und (Wald)Br\u00e4nden (koordinierte Brandbek\u00e4mpfung, Luftunterst\u00fctzung bei Gro\u00dfbr\u00e4nden etc.) k\u00f6nnen sie hilfreich sein. Das hat mit der gr\u00f6\u00dferen r\u00e4umlichen Reichweite in diesen Bereichen zu tun.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Botschaft des Prinzips der Subsidiarit\u00e4t ist klar: Anpassung ist zuerst eine Aufgabe des Einzelnen, erst dann eine lokale und regionale Aufgabe, eine Gemeinschaftsaufgabe nur am Rand. Subsidiarit\u00e4t wirkt aber nur, wenn sie um Konnexit\u00e4t (\u201eWer bestellt, bezahlt.\u201c) und fiskalische \u00c4quivalenz erg\u00e4nzt wird. Einfach gesagt: Wer von der Anpassung profitiert, soll \u00fcber sie entscheiden und sie auch finanzieren. Idealerweise wird sie durch direkte Demokratie unterst\u00fctzt (Werner W. Pommerehne). \u00dcberregionale Spillovers werden durch Kooperation (Zweckverb\u00e4nde, Staatsvertr\u00e4ge), nicht durch Zentralisierung (Gemeinschaftsaufgabe) gesteuert. Aufgabenbezogene Kooperation geht vor zentralistischer \u201eEingemeindung\u201c (Werner W. Pommerehne). Es entstehen Anreize zur klimapolitischen Eigenvorsorge, mehr \u00dcbernahme von Verantwortung, st\u00e4rkere Ber\u00fccksichtigung dezentraler Pr\u00e4ferenzen, ein effizienterer Einsatz knapper Mittel. Kurz und gut: Eine so organisierte Klimapolitik der Anpassung ist anreizkompatibler, allokativ effizienter und klimapolitischer verantwortlicher als eine nationale Klimapolitik der Vermeidung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><strong>Weshalb eine Gemeinschaftsaufgabe \u201eKlimaanpassung\u201c ein Fehler w\u00e4re<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u201eUnannehmlichkeiten des Sommers\u201c haben die (richtige) Erkenntnis gef\u00f6rdert, es m\u00fcsse mehr f\u00fcr eine bessere Klimaanpassung getan werden. Das ist aber teuer. Lobbyisten (Umweltverb\u00e4nde, kommunale Spitzenverb\u00e4nde, Deutscher St\u00e4dte- und Gemeindebund) und Teile der Fachpolitik fordern eine verfassungsrechtlich verankerte Gemeinschaftsaufgabe \u201eKlimaanpassung\u201c. Das ist das Gegenteil von mehr Subsidiarit\u00e4t, Konnexit\u00e4t und fiskalischer \u00c4quivalenz in der effizienten Klimapolitik der Anpassung. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr diese Forderung sind nicht neu: Einige Kommunen werden finanziell \u00fcberfordert, bisherige Hilfen von Bund und L\u00e4ndern sind befristet und unbest\u00e4ndig, es fehlt an Planungssicherheit, die Kommunen haben nicht die pers\u00f6nlichen und administrativen Kapazit\u00e4ten, das Bundesklimaanpassungsgesetz weist den Kommunen zwar bisher die Aufgabe zu, Anpassungskonzepte zu erstellen, finanziert diese Verpflichtungen aber nicht, bestehende ungleiche Lebensverh\u00e4ltnisse werden noch gr\u00f6\u00dfer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gemeinschaftsaufgaben stehen seit langem in der Kritik, prominent in der F\u00f6deralismusreform I schon im Jahr 2006. Kritisiert wird vor allem dreierlei: Sie verletzen zum einen die fiskalische \u00c4quivalenz. Mischfinanzierungen entkoppeln Nutzen und Kosten. Zentrale F\u00f6rdert\u00f6pfe schw\u00e4chen private und kommunale eigene Risikovorsorge (moral hazard). Gemeinschaftsaufgaben senken zum anderen die Preise f\u00fcr die lokale Anpassung. Die Nachfrage nach solchen Ma\u00dfnahmen steigt k\u00fcnstlich an. Die Kofinanzierung durch Bund und L\u00e4nder f\u00f6rdert die \u00dcberversorgung mit ineffizienten Projekten. Schlie\u00dflich beg\u00fcnstigen drittens unklare Verantwortungen zwischen Bund, L\u00e4ndern und Kommunen oft Fehlentscheidungen (\u201eorganisierte Verantwortungslosigkeit\u201c). Die Transparenz l\u00e4sst sehr zu w\u00fcnschen \u00fcbrig, Beh\u00f6rden und B\u00fcrokratien wachsen, die Kostendisziplin sinkt, lokale Pr\u00e4ferenzunterschiede werden eingeebnet. Das alles sind typische Merkmale einer \u201ePolitikverflechtungsfalle\u201c (Fritz Scharpf).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz berechtigter Kritik an einer GA \u201eKlimaanpassung\u201c bleiben die Probleme mangelnder Finanzkraft von Kommunen. Viele k\u00f6nnen lokale Aufgaben nicht so ohne weiteres stemmen. Der Preis zentraler F\u00f6rdert\u00f6pfe von Bund und L\u00e4ndern (GA) ist zu hoch. Kommunale Eigenfinanzen zu st\u00e4rken, ist sinnvoller. Das kann einmal \u00fcber eine Reform der vertikalen Steuerverteilung geschehen. Kommunen und L\u00e4ndern muss ein h\u00f6herer Anteil am gesamtstaatlichen Steueraufkommen, etwa an der Umsatzsteuer, zugewiesen werden. Es ist aber auch denkbar, den Kommunen einen eigenen Hebesatz auf die Einkommensteuer einzur\u00e4umen. Wie man es auch dreht und wendet, trotz Ma\u00dfnahmen auf der Einnahmeseite bleiben finanzielle Disparit\u00e4ten der Kommunen. Notwendig ist deshalb auch eine Reform des kommunalen (wettbewerbssch\u00e4dlichen) Finanzausgleichs. Das alles ist (ordnungs)politisch vermintes Gel\u00e4nde. Es ist aber allemal besser als eine effizienzverschlingende GA \u201eKlimaanpassung\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was nicht mehr funktioniert, kommt zu einem Ende. Diese einfache Einsicht formulierte Herbert Stein. Er war \u00d6konom und Berater mehrerer US-Pr\u00e4sidenten. \u201eUnannehmlichkeiten des Sommers\u201c (Hitzewellen, Wasserknappheit, Waldbr\u00e4nde) geben Anla\u00df, die bisherige Klimapolitik zu \u00fcberdenken. Die nationale Klimapolitik der Vermeidung ist nackt (Des Kaisers neue Kleider). Au\u00dfer (hohen) Spesen ist nichts gewesen. Die Klimapolitik muss neu austariert werden. Das Gewicht der Vermeidung muss verringert, die Bedeutung der Anpassung erh\u00f6ht werden. Klimaanpassung ist vor allem eine private Aufgabe. Wo sie staatliche Hilfe braucht, sollte sie vor allem lokal und regional organisiert werden. Gefragt ist mehr (dezentraler) wettbewerblicher F\u00f6deralismus. Adaptation, Subsidiarit\u00e4t, Konnexit\u00e4t und fiskalische \u00c4quivalenz passen gut zusammen. Das sehen nicht alle so. Sie wollen noch mehr (ineffiziente) nationale Klimavermeidung und eine (neue) zentralistische Gemeinschaftsaufgabe \u201eKlimaanpassung\u201c. Das ist \u00fcberholtes altes Denken. Es hilft weder dem Klima noch ist sie eine kostenminimale Strategie der Klimaanpassung. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Podcast zum Thema:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=44849\">Hitzewelle und Klimapolitik. Anpassung an den Klimawandel<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dr. J\u00f6rn Quitzau (Bergos AG) und Prof. Dr. Norbert Berthold (JMU) im Gespr\u00e4ch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=44799\">Hitzewelle und Klimaschutzziele. K\u00fchlen Kopf bewahren<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dr.&nbsp;<strong>J\u00f6rn Quitzau&nbsp;<\/strong>(Bergos AG) im Gespr\u00e4ch mit Prof. Dr.&nbsp;<strong>Manuel Frondel<\/strong>&nbsp;(RWI)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Blog-Beitr\u00e4ge zum Thema:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Norbert Berthold (JMU, 2026): <a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=44747\">W\u00e4rme, Wasser, Waldbr\u00e4nde. In der Klimapolitik wird die Anpassung vernachl\u00e4ssigt<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Norbert Berthold (JMU, 2026): <a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=43084\">Industrie und Klima. Eine verh\u00e4ngnisvolle (deutsche) Beziehung?<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Norbert Berthold (JMU, 2026): <a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=43580\">Die (deutsche) Energiewende. Macht oder \u00f6konomisches Gesetz?<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Norbert Berthold (JMU, 2025): <a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=41935\">Klima im Wandel. Wende in der (europ\u00e4ischen) Klimapolitik?<\/a><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit den \u201eUnannehmlichkeiten des Sommers\u201c (Hitze, Wasser, Br\u00e4nde) steigt die Bereitschaft, die Klimapolitik zu \u00fcberdenken. Die nationale Klimapolitik der Vermeidung ist nackt. Au\u00dfer (hohen) Spesen ist nichts gewesen. Die Klimapolitik muss neu austariert werden. Das Gewicht der Vermeidung muss verringert, die Bedeutung der Anpassung erh\u00f6ht werden. Klimaanpassung ist vor allem eine lokale und regionale Aufgabe. Gefragt ist mehr (dezentraler) wettbewerblicher F\u00f6deralismus. Adaptation, Subsidiarit\u00e4t, Konnexit\u00e4t und fiskalische \u00c4quivalenz passen gut zusammen. 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