{"id":45362,"date":"2026-11-06T17:34:42","date_gmt":"2026-11-06T16:34:42","guid":{"rendered":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=45362"},"modified":"2026-11-06T18:14:07","modified_gmt":"2026-11-06T17:14:07","slug":"gastbeitrag-ki-und-die-us-wirtschaft-fragen-und-antworten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=45362","title":{"rendered":"<b>Gastbeitrag <\/b><br>KI und die US-Wirtschaft <br><b>Fragen und Antworten <\/b>"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Wie stark schiebt KI die US-Wirtschaft an? Ist der Boom gr\u00f6\u00dfer als in der New Economy der 1990er Jahre? Was passiert, wenn die KI-Blase platzt? Droht dann eine Schuldenkrise? Wir beantworten oft gestellte Fragen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wie viel Wachstum ist auf KI zur\u00fcckzuf\u00fchren?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>Amerikanische Unternehmen investieren enorme Betr\u00e4ge in den Aufbau der Infrastruktur f\u00fcr die K\u00fcnstliche Intelligenz (KI). Da KI bisher keine gesondert ausgewiesene Komponente der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung ist, m\u00fcssen die Ausgaben der Unternehmen f\u00fcr KI auf Basis der Investitionen in Computer, Software, Rechenzentren und \u00e4hnliche KI-nahen Ausgaben gesch\u00e4tzt werden, um ihre Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum zu ermitteln. Beispielsweise sind die realen Investitionen in IT in den acht Quartalen bis Q3.2026 mit einer Jahresrate von fast 25% gestiegen. Diese Investitionen der amerikanischen Unternehmen erh\u00f6hen das reale Bruttoinlandsprodukt der US-Wirtschaft. In den zur\u00fcckliegenden acht Quartalen haben KI-Investitionen einen betr\u00e4chtlichen Beitrag von 0,9 Prozentpunkten zum durchschnittlichen Wirtschaftswachstum von 2,3% geleistet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Allerdings werden zahlreiche der f\u00fcr den Aufbau der KI-Infrastruktur n\u00f6tigen Komponenten importiert, vor allem aus Taiwan und S\u00fcdkorea. Diese Einfuhren erh\u00f6hen das BIP der Exporteure, nicht das amerikanische. Sie m\u00fcssen daher vom US-BIP abgezogen werden. Die Exporte von KI-Komponenten durch US-Unternehmen erh\u00f6hen dagegen das US-BIP. Die Absch\u00e4tzung des Wachstumsbeitrags von KI muss daher beide Seiten des Au\u00dfenhandels mit einbeziehen <a href=\"https:\/\/research.commerzbank.com\/links2\/doc\/html\/483d9ff8-45b0-4ab7-9053-8216eba4dec9?r=0&amp;firmId=45344&amp;id=bm9yYmVydC5iZXJ0aG9sZEB1bmktd3VlcnpidXJnLmRlOjc=#FN1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">[1]<\/a>. Per Saldo sorgte der enorme Importsog bei KI-nahen Produkten f\u00fcr einen negativen Au\u00dfenbeitrag (-0,4 Prozentpunkte im Durchschnitt der letzten acht Quartale), was den KI-Impuls f\u00fcr die US-Wirtschaft deutlich d\u00e4mpft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter Ber\u00fccksichtigung des negativen Au\u00dfenbeitrags bleibt damit in den acht Quartalen bis Q3.2026 ein durchschnittlicher Wachstumsbeitrag von etwa 0,5 Prozentpunkte zum Wirtschaftswachstum von 2,3% \u00fcbrig (Chart 1; sofern nicht anders angegeben, sind US-Wachstumsraten immer die auf Jahresrate hochgerechneten Zuw\u00e4chse gegen\u00fcber dem Vorquartal).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Absch\u00e4tzung d\u00fcrfte die Untergrenze der wahrscheinlichen Wirkung der KI-Investitionen darstellen. Schlie\u00dflich hat KI auch Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen angesto\u00dfen. Au\u00dferdem ist mit Ausgaben f\u00fcr die Ert\u00fcchtigung der Stromnetze und dem Ausbau der Stromerzeugung zu rechnen, um die Rechenzentren mit Elektrizit\u00e4t zu versorgen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"751\" src=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki1-1024x751.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-45375\" srcset=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki1-1024x751.png 1024w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki1-300x220.png 300w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki1-768x563.png 768w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki1-1536x1127.png 1536w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki1-2048x1502.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>&#8230; aber warum w\u00e4chst die US-Wirtschaft nicht st\u00e4rker?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz der KI-Investitionen ist die Wirtschaft in den acht Quartalen bis Q3.2026 nur um gut 2,3% gewachsen. Dies ist im l\u00e4ngerfristigen Vergleich nicht gerade au\u00dfergew\u00f6hnlich und liegt sogar etwas unterhalb der Wachstumsraten in den zehn Jahren vor der Corona-Krise 2020.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine plausible Interpretation ist, dass die zahlreichen Belastungsfaktoren wie h\u00f6here Z\u00f6lle, der kriegsbedingte Energiepreisschock oder das Auslaufen des Schubs industriepolitische Ma\u00dfnahmen der Biden-Administration die Wirtschaft gebremst haben. Diese haben Investitionen au\u00dferhalb der KI gebremst. Deren Anteil am Bruttoinlandsprodukt liegt mit zuletzt 9,4% im Durchschnitt der letzten Jahre (Chart 2). Damit haben die KI-Investitionen zwar noch keinen Boom der Gesamtwirtschaft ausgel\u00f6st, sie haben das Wachstum der Wirtschaft allerdings nach unten abgesichert.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"751\" src=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki2-1024x751.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-45377\" srcset=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki2-1024x751.png 1024w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki2-300x220.png 300w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki2-768x563.png 768w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki2-1536x1127.png 1536w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki2-2048x1502.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wie stark w\u00fcrde ein Einbruch der KI-Investitionen die Wirtschaft belasten, &#8230;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In letzter Zeit sind immer wieder Bef\u00fcrchtungen aufgekommen, dass sich die KI-Unternehmen mit ihren enormen Investitionen \u00fcbernehmen und dass dies in eine Krise mit einer schmerzhaften K\u00fcrzung dieser Ausgaben m\u00fcnden k\u00f6nnte. Um herauszufinden, was ein Einbruch von KI bedeuten w\u00fcrden, schauen wir uns den Hightech-Boom der New Economy in den 1990er Jahren an. Dieser endete nach der Jahrtausendwende mit dem Platzen der Blase und einer Krise. Diese Entwicklung kann als Blaupause daf\u00fcr dienen, was bei einem Platzen einer Hightech-Blase droht. In den f\u00fcnf Jahren bis Q1.2001 \u2013 dem Konjunkturgipfel am Ende des New-Economy-Booms \u2013 stiegen die realen Investitionen in IT und Software um fast 20% pro Jahr. In dem Jahr nach dem Konjunkturgipfel fielen sie um \u00fcber 8%, ein scharfer Richtungswechsel. Auch die Gesamtinvestitionen (ohne Wohnungsbau) vollzogen eine heftige Wende, von Zuw\u00e4chsen um 10% bis kurz vor dem Konjunkturhoch zu einem R\u00fcckgang von 8% in dem Jahr nach Q1.2001. Die Investitionen haben nach dem Ende der Talfahrt nicht mehr mit dem gleichen Tempo zugelegt wie vor der Krise. Der Abstand zum Vorkrisentrend wurde dadurch immer gr\u00f6\u00dfer, das Wirtschaftswachstum war sp\u00fcrbar schw\u00e4cher als in den Boomjahren (Chart 3).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"751\" src=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki3-1024x751.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-45378\" srcset=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki3-1024x751.png 1024w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki3-300x220.png 300w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki3-768x563.png 768w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki3-1536x1127.png 1536w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki3-2048x1502.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Wachstumsbeitrag der Gesamtinvestitionen ohne den Wohnungsbau belief sich 2000 noch auf 1,2 Prozentpunkte, 2001 reduzierten die fallenden Investitionen das Wirtschaftswachstum um 1 Prozentpunkt, ein Swing von \u00fcber 2 Prozentpunkten. Ein Platzen der KI-Blase w\u00fcrde wohl einen grob vergleichbaren Effekt haben, schlie\u00dflich steigen die Investitionen in IT und Software aktuell mit \u00e4hnlichen Raten wie in der New Economy, und sie haben sogar einen etwas gr\u00f6\u00dferen Anteil am BIP.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>&#8230; und ein Aktiencrash den Konsum?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>Allerdings w\u00fcrde das Ende der KI-Euphorie nicht nur die Investitionen belasten, sondern es ist auch mit einer drastischen Korrektur bei den Aktienkursen zu rechnen. Auch hier kann die New Economy als Blaupause dienen. Die Erwartung hoher Gewinne hat die Aktienkurse nach oben getrieben und den US-Haushalten betr\u00e4chtliche Verm\u00f6genszuw\u00e4chse beschert. Das Aktienverm\u00f6gen der Privathaushalte belief sich im zweiten Quartal auf 64 Billionen Dollar und hat sich damit in vier Jahren beinahe verdoppelt. In Relation zum Bruttoinlandsprodukt ist das Aktienverm\u00f6gen auf 198% gestiegen. Diese Quote lag zum H\u00f6hepunkt der New-Economy-Blase Anfang 2000 bei 108% des BIP (Chart 4). <a href=\"https:\/\/research.commerzbank.com\/links2\/doc\/html\/483d9ff8-45b0-4ab7-9053-8216eba4dec9?r=0&amp;firmId=45344&amp;id=bm9yYmVydC5iZXJ0aG9sZEB1bmktd3VlcnpidXJnLmRlOjc=#FN1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">[2]<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"751\" src=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki4-1024x751.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-45379\" srcset=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki4-1024x751.png 1024w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki4-300x220.png 300w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki4-768x563.png 768w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki4-1536x1127.png 1536w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki4-2048x1502.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was sind die m\u00f6glichen Konsequenzen einer massiven Korrektur am Aktienmarkt? Ein Transmissionsriemen in die Wirtschaft l\u00e4uft \u00fcber den Verm\u00f6genseffekt. G\u00e4ngige Sch\u00e4tzungen des Verm\u00f6genseffekts bei Aktien belaufen sich auf 2 bis 4 Cents je Dollar Verm\u00f6gens\u00e4nderung. Wir nehmen im Folgenden einen Wert von 3 Cents an, also die Mitte dieses Korridors. Ein R\u00fcckgang des Aktienverm\u00f6gens um 100 Dollar w\u00fcrde demnach den Konsum um 3 Dollar d\u00e4mpfen. W\u00fcrde sich das Aktienverm\u00f6gen der privaten Haushalte wie in den drei Jahren nach Q1.2000 um 44% verringern, erg\u00e4be sich daraus ein Verm\u00f6gensverlust von mehr als 28 Billionen Dollar (Tabelle 1). Wenn der Konsum wie oben angenommen auf solche Verm\u00f6gensverluste reagiert, w\u00fcrde damit der Konsum um gut 850 Mrd. Dollar oder 2,6% gedr\u00fcckt. Damals erfolgte der R\u00fcckgang des Aktienverm\u00f6gens \u00fcber drei Jahre, bevor der Aktienmarkt seinen Tiefpunkt erreichte, weshalb sich der Effekt auf den Konsum \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum verteilt haben d\u00fcrfte. \u00c4hnliches w\u00e4re auch bei einem neuen Einbruch zu erwarten. Sofern sich die Aktienkurse nach Bereinigung der Lage wieder erholen, ist allerdings nicht mit einer dauerhaften D\u00e4mpfung des Konsums zu rechnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beide Effekte &#8211; der Einbruch bei den Investitionen und die D\u00e4mpfung des Konsums &#8211; w\u00fcrden wohl ausreichen, die Wirtschaft in eine Rezession zu treiben.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"751\" src=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki5-1024x751.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-45380\" srcset=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki5-1024x751.png 1024w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki5-300x220.png 300w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki5-768x563.png 768w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki5-1536x1127.png 1536w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki5-2048x1502.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Sind die KI-Unternehmen schuld am Zinsanstieg?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Investitionen in die KI-Infrastruktur werden immer st\u00e4rker auf Pump finanziert. Viele sehen darin daher eine wichtige Ursache des Zinsanstiegs. Aber haben sich die Schulden des US-Unternehmenssektors tats\u00e4chlich so stark erh\u00f6ht, um diesen Behauptungen Substanz zu verleihen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>Die US-Kapitalgesellschaften haben in den zur\u00fcckliegenden vier Quartalen Kredite und Anleihen f\u00fcr rund 780 Mrd. Dollar (2,4% des BIP) aufgenommen. Die Unternehmen haben sich damit aber nicht st\u00e4rker verschuldet als in den Vorjahren. Dagegen ist der Kredithunger des Staates deutlich gr\u00f6\u00dfer als bei den Unternehmen. In den vier Quartalen bis Q2.2026, den aktuellsten Zahlen, hat die US-Bundesregierung ihre Kreditmarktverschuldung fast viermal so stark erh\u00f6ht wie die Unternehmen, n\u00e4mlich um \u00fcber 2900 Mrd. Dollar (9,3% des BIP). Damit hat vor allem der Staat den Kreditmarkt in Anspruch genommen \u2013 und tr\u00e4gt damit eine viel gr\u00f6\u00dfere Verantwortung f\u00fcr den Renditeanstieg als die Unternehmen (Chart 5) <a href=\"https:\/\/research.commerzbank.com\/links2\/doc\/html\/483d9ff8-45b0-4ab7-9053-8216eba4dec9?r=0&amp;firmId=45344&amp;id=bm9yYmVydC5iZXJ0aG9sZEB1bmktd3VlcnpidXJnLmRlOjc=#FN_3b\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">[3]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Au\u00dferdem passen die KI-Investitionen, die erst nach 2023 richtig Fahrt aufnahmen, schlecht zum Profil des Zinsanstiegs: Der Anstieg der Renditen fand im Wesentlichen bis Ende 2022 statt, was zum massiven Inflationsanstieg in dieser Zeit und der folgenden restriktiven Geldpolitik der Fed passt. Der n\u00e4chste Schub bei Zinsanstieg f\u00e4llt mit Donald Trumps Iran-Krieg zusammen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"751\" src=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki6-1024x751.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-45381\" srcset=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki6-1024x751.png 1024w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki6-300x220.png 300w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki6-768x563.png 768w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki6-1536x1127.png 1536w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki6-2048x1502.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Droht eine Schuldenkrise bei einem Platzen der KI-Blase?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Platzen der KI-Blase w\u00fcrde wohl zu einer erheblichen K\u00fcrzung der KI-Investitionen f\u00fchren. Gleichzeitig w\u00fcrde sich wohl ein massiver Abschreibungsbedarf auf die get\u00e4tigten KI-Investitionen ergeben. Dies w\u00fcrde wohl auch die gro\u00dfen und profitablen Unternehmen in diesem Bereich belasten und zu einer schmerzhaften Bereinigung im gesamten Sektor f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was bedeutet das f\u00fcr die Verbindlichkeiten der Unternehmen? Droht eine Schuldenkrise? Der Unternehmenssektor als Ganzes ist sicherlich nicht \u00fcberschuldet. Die von Unternehmen au\u00dferhalb des Finanzsektors aufgenommenen Kredite und Schuldverschreibungen beliefen sich per Ende Q2.2026 auf 48,2% des BIP, derselbe Wert wie zehn Jahre zuvor. Dabei hat sich die Struktur der Verschuldung ge\u00e4ndert: Schuldverschreibungen machen jetzt 70% der Kreditmarktschulden aus, vor zehn Jahren waren es lediglich 50%. Private Credit (Kredite an Unternehmen, die von Nicht-Banken wie bestimmten Investmentvehikeln ausgereicht werden) \u2013 das bei der Finanzierung von KI eine gro\u00dfe Rolle spielt \u2013 hat seinen Anteil seit 2016 deutlich gesteigert, von 1,6% auf 7,1%.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sollten KI-Unternehmen ihre Schulden nicht mehr bedienen k\u00f6nnen, w\u00fcrde es vor allem die Halter der Anleihen treffen sowie die Geldgeber von Private Credit. Mit einer Bankenkrise \u00e0 la 2008, die eine umfassende Korrektur bei den Bankbilanzen nach sich gezogen hatte, ist aufgrund dieser Verschuldungsstruktur nicht zu rechnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wie viele Pfeile hat die Wirtschaftspolitik noch im K\u00f6cher?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie schwer eine etwaige Krise wird, h\u00e4ngt auch von der Reaktion der Wirtschaftspolitik ab. Dabei d\u00fcrfte der Spielraum f\u00fcr expansive Ma\u00dfnahmen jetzt deutlich geringer sein als von 25 Jahren. Schlie\u00dflich ging der Staat mit einer \u00e4u\u00dferst soliden Haushaltslage in die Rezession von 2001: Der Bundeshaushalt wies 2000 einen \u00dcberschuss in H\u00f6he von 2,3% des BIP auf. Im Haushaltsjahr 2026, das am 30. September endete, lag das Budget dagegen mit 6,2% des BIP im Defizit. Der Schuldenstand lag 2000 bei lediglich 34% des BIP, jetzt liegt er bei \u00fcber 100% (Tabelle 2).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben der Fiskalpolitik hatte damals auch die Fed einen gr\u00f6\u00dferen Spielraum. Schlie\u00dflich lag die Kerninflationsrate in den Jahren vor dem Platzen der New-Economy-Blase bei nur 1,6%. Drastischen Zinssenkungen vom Zinsgipfel (6,50%) stand deshalb kaum etwas im Weg. Aktuell ist das Bild weniger g\u00fcnstig: Die Inflation liegt seit f\u00fcnf Jahren merklich \u00fcber dem Fed-Ziel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade nach den Erfahrungen mit einer extrem lockeren Geld- und Fiskalpolitik in und nach der Coronakrise ist es somit fraglich, ob die Kapitalm\u00e4rkte eine aggressive Reaktion der Wirtschaftspolitik erneut ohne mit der Wimper zu zucken hinnehmen w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"751\" src=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki7-1024x751.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-45382\" srcset=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki7-1024x751.png 1024w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki7-300x220.png 300w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki7-768x563.png 768w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki7-1536x1127.png 1536w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki7-2048x1502.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was ist, wenn KI tats\u00e4chlich die hochgesteckten Erwartungen erf\u00fcllt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele der Fragen, die uns gestellt werden, richten sich eher auf die Risiken von KI. Was w\u00e4re aber zu erwarten, wenn KI wirklich eine neue wirtschaftliche Revolution ausl\u00f6st? Wie sieht ein sehr optimistisches Szenario aus?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur Einordnung m\u00f6glicher Wachstumsraten bietet sich ein historischer R\u00fcckblick an. Die US-Wirtschaft ist durch mehrere Wellen grundlegender Innovationen gegangen, wie der Bau der Eisenbahnen, der Elektrifizierung, das Automobil oder das Internet. Teilweise gingen die Phasen mit einem starken Bev\u00f6lkerungswachstum einher, was das Wachstum weiter angefacht hat. Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts konnten f\u00fcr eine l\u00e4ngere Zeit Zuwachsraten von 5 &#8211; 6% erreicht werden (Chart 6). Sonst waren au\u00dferhalb von Sondersituationen wie der Erholung nach der Weltwirtschaftskrise und dem 2. Weltkrieg Raten von allenfalls 4% (den 1920ern, auch eine Zeit extremen technischen Wandels) oder 3% (der New Economy in den 1990er Jahren) drin.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein KI-befeuertes Wachstum von 4% p.a. \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum w\u00e4re ein au\u00dferordentlich starkes Ergebnis, zumal dies in einer Zeit ohne nennenswertes Bev\u00f6lkerungswachstum stattfinden w\u00fcrde und von daher die 1920er und 1990er in den Schatten stellen w\u00fcrde. Viel h\u00f6here Zuwachsraten \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum erscheinen uns nicht plausibel, da wir nicht davon ausgehen, dass KI einen im Vergleich mit fr\u00fcheren Basisinnovationen revolution\u00e4reren Effekt hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>Was w\u00e4ren die Folgen eines solchen Booms?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Interessanterweise birgt auch das rosige Szenario Risiken, insbesondere f\u00fcr die Politik und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Bereits jetzt ist die US-Lohnquote gefallen, immer mehr des Volkseinkommens entf\u00e4llt auf Gewinne (und kommt damit den Kapitaleignern zugute). Sollte sich dies im KI-Boom versch\u00e4rfen, d\u00fcrfte die Verteilungsdebatte noch erheblich an Fahrt gewinnen. Der Ruf nach staatlichen Eingriffen zur Korrektur w\u00fcrde zunehmen, eine niedrige Unternehmensbesteuerung w\u00e4re wohl kaum durchzuhalten. Historisch gesehen gingen \u00e4hnliche Phasen mit gro\u00dfen politischen Schmerzen und einem Auftrieb populistischer Str\u00f6mungen einher.<a href=\"https:\/\/research.commerzbank.com\/links2\/doc\/html\/483d9ff8-45b0-4ab7-9053-8216eba4dec9?r=0&amp;firmId=45344&amp;id=bm9yYmVydC5iZXJ0aG9sZEB1bmktd3VlcnpidXJnLmRlOjc=#FN2\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">[4]<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Immer wieder genannt wird auch die Auswirkung auf den Arbeitsmarkt. Macht KI menschliche Arbeitskraft \u00fcberfl\u00fcssig? W\u00e4re dann trotz hohen Wachstums mit hoher Arbeitslosigkeit zu rechen, was die politischen Auswirkungen noch deutlich versch\u00e4rfen w\u00fcrde? Dies ist eine Bef\u00fcrchtung, die in jeder Innovationswelle auftritt. Bisher haben sich die Kassandrarufe aber nie bewahrheitet, auch wenn der \u00dcbergang teilweise sehr schmerzhaft verlaufen ist. In der Vergangenheit ging h\u00f6heres Produktivit\u00e4tswachstum mit h\u00f6herer Besch\u00e4ftigung einher. Wahrscheinlicher erscheint uns, dass KI menschliche Arbeit nicht ersetzt, sondern erg\u00e4nzt.<\/li>\n\n\n\n<li>Die h\u00f6heren Produktivit\u00e4tszuw\u00e4chse w\u00fcrden f\u00fcr sich genommen die Inflation d\u00e4mpfen. Allerdings sollte man nicht unbedingt mit einem R\u00fcckgang der langfristigen Renditen rechnen, schlie\u00dflich schl\u00e4gt sich h\u00f6heres Realwachstum auch bei den Renditen nieder.<\/li>\n\n\n\n<li>Das Problem mit den Staatsschulden w\u00fcrde sich von selbst erledigen, die Wirtschaft w\u00fcrde herauswachsen. Einige Jahre New-Economy-Boom reichten, um den Haushalt Ende der 1990er Jahre in den \u00dcberschuss zu drehen. Zwar mag der Ausgangslage jetzt ung\u00fcnstiger sein und die Defizitbek\u00e4mpfung schwieriger sein. Die Schuldenquote w\u00fcrde dennoch sinken.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"751\" src=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki8-1024x751.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-45383\" srcset=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki8-1024x751.png 1024w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki8-300x220.png 300w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki8-768x563.png 768w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki8-1536x1127.png 1536w, https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/weidki8-2048x1502.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was ist realistisch?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Einf\u00fchrung grundlegender Innovationen in der Wirtschaft war in der Vergangenheit stets ein ausgedehnter Prozess, und dies wird wohl auch bei KI \u00e4hnlich sein. Die Unternehmen und ihre Mitarbeiter m\u00fcssen erst lernen, wie die neuen Werkzeuge sinnvoll eingesetzt werden k\u00f6nnen. Gew\u00f6hnlich sind auch erhebliche organisatorische \u00c4nderungen n\u00f6tig, die Zeit brauchen. Ein immer gr\u00f6\u00dferer Teil der Wirtschaft besteht aus Dienstleistungen, die oft nur geringe Produktivit\u00e4tszuw\u00e4chse haben, woran der Einsatz von KI wohl nur wenig \u00e4ndert (man denke an Pflegekr\u00e4fte). Damit d\u00fcrfte sich das Potenzialwachstum der US-Wirtschaft auf Sicht eines Jahrzehnts wohl um deutlich weniger als 1 Prozentpunkt p.a. erh\u00f6hen. Ein l\u00e4ngerfristiges Wachstum von gut 2<sup>1<\/sup>\/<sub>2<\/sub>% bis 2 <sup>3<\/sup>\/<sub>4<\/sub> % pro Jahr erscheint m\u00f6glich (aktuell sehen die meisten Sch\u00e4tzungen das Potenzialwachstum bei etwa 2%, so beispielsweise die Fed-Mitglieder bei ihrer Einsch\u00e4tzung des &#8222;langfristigen&#8220; Wachstums). Es wird aber wohl einige Zeit dauern, bis dieser neue Trend erreicht wird. Der Wachstumsschub von KI k\u00f6nnte somit die hochgesteckten Erwartungen entt\u00e4uschen, was auch Fragezeichen hinter die Bewertung vieler KI-Unternehmen setzt<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es erscheint uns auch unwahrscheinlich, dass etwaige KI-befeuerte Produktivit\u00e4tsanstiege die Faktoren v\u00f6llig kompensieren, die in den kommenden Jahren und Jahrzehnten Aufw\u00e4rtsdruck auf die Inflation aus\u00fcben:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Der demographische Wandel. Der R\u00fcckgang der arbeitenden Bev\u00f6lkerung reduziert das Produktionspotenzial, die Nachfrage f\u00e4llt aber nicht im gleichen Ma\u00dfe, da die Ruhest\u00e4ndler weiter konsumieren. Dies \u00fcbt Aufw\u00e4rtsdruck auf die Preise aus also die Alterung der Gesellschaft. Das absehbare Schrumpfen der Bev\u00f6lkerung vieler \u2013 und langfristig praktisch aller \u2013 L\u00e4nder ist im \u00dcbrigen eine Epochenwende, die der KI in nichts nachsteht und deren Wirkungen erst ansatzweise verstanden wird.<\/li>\n\n\n\n<li>Defizite: Der Anspruch des Staates auf die Ressourcen der Volkswirtschaften steigt an. H\u00f6here Verteidigungsausgaben und erh\u00f6hte alterungsbedingte Leistungen sowie die Ausgaben im Zusammenhang mit dem Klimawandel k\u00f6nnen nicht ann\u00e4hernd aus den laufenden Einnahmen gedeckt werden und f\u00fchren zu steigenden Defiziten. Die Ausdehnung der Staatst\u00e4tigkeit ist vermutlich mit steigendem Inflationsdruck verbunden.<\/li>\n\n\n\n<li>Der aktuelle Trend zu Protektionismus ist ebenfalls nicht dazu angetan, die Inflation zu d\u00e4mpfen. Eine Regionalisierung von Lieferketten l\u00e4uft schlie\u00dflich die Gefahr, zu weniger effizienten L\u00f6sungen zu f\u00fchren.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">KI mag den Inflationsdruck d\u00e4mpfen, aber wir rechnen doch damit, dass die Zentralbanken dauerhaft Schwierigkeiten haben werden, ihr Inflationsziel zu erreichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>[1] F\u00fcr die Berechnung des Au\u00dfenbeitrags folgen wir Soto, Paul E., Mason Thieu, and Jeffrey S. Allen (2026). &#8222;The AI Buildout and the Economy: Publicly Available Data to Assess AI&#8217;s Impact,&#8220; FEDS Notes. Washington: Board of Governors of the Federal Reserve System, July 17, 2026. <a href=\"https:\/\/research.commerzbank.com\/links2\/doc\/html\/483d9ff8-45b0-4ab7-9053-8216eba4dec9?r=0&amp;firmId=45344&amp;id=bm9yYmVydC5iZXJ0aG9sZEB1bmktd3VlcnpidXJnLmRlOjc=#AN0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(zur\u00fcck zum Text)<\/a><br>[2] Wir st\u00fctzen uns auf die Daten aus den <a href=\"https:\/\/www.federalreserve.gov\/releases\/z1\/dataviz\/dfa\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Distributional Financial Accounts<\/a> der Fed, speziell auf die Gr\u00f6\u00dfe &#8222;Aktien und Fonds&#8220;. Dies stellt die Untergrenze des Aktienverm\u00f6gens dar, da die von den Pensionspl\u00e4nen gehaltenen Aktienbest\u00e4nde dabei nicht ber\u00fccksichtigt sind. <a href=\"https:\/\/research.commerzbank.com\/links2\/doc\/html\/483d9ff8-45b0-4ab7-9053-8216eba4dec9?r=0&amp;firmId=45344&amp;id=bm9yYmVydC5iZXJ0aG9sZEB1bmktd3VlcnpidXJnLmRlOjc=#AN1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(zur\u00fcck zum Text)<\/a><br>[<a>3<\/a>] Dieser Befund \u00e4ndert sich auch nicht, wenn man die &#8222;Maastricht-Quote&#8220; (Net Lending\/Borrowing), die ein umfassenderes Ma\u00df f\u00fcr die Beanspruchung des Kreditmarktes ist, f\u00fcr den Staat und die Unternehmen berechnet. <a href=\"https:\/\/research.commerzbank.com\/links2\/doc\/html\/483d9ff8-45b0-4ab7-9053-8216eba4dec9?r=0&amp;firmId=45344&amp;id=bm9yYmVydC5iZXJ0aG9sZEB1bmktd3VlcnpidXJnLmRlOjc=#AN_3b\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(zur\u00fcck zum Text)<\/a><br>[4] &#8222;Populismus&#8220; ist in den USA nicht notwendigerweise negativ konnotiert. Das Auftauchen der &#8222;Populist Party&#8220; Ende des 19. Jahrhundert f\u00fchrte schlie\u00dflich zu durchgreifenden Reformen, unter anderem die Einhegung wirtschaftlicher Macht, wof\u00fcr die Zerschlagung der Standard Oil Company als Beispiel dienen mag. <a href=\"https:\/\/research.commerzbank.com\/links2\/doc\/html\/483d9ff8-45b0-4ab7-9053-8216eba4dec9?r=0&amp;firmId=45344&amp;id=bm9yYmVydC5iZXJ0aG9sZEB1bmktd3VlcnpidXJnLmRlOjc=#Text4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(zur\u00fcck zum Text)<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Podcast zum Thema:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=45134\">KI-Revolution. Was lehrt uns die Wirtschaftsgeschichte?<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dr. <strong>J\u00f6rn Quitzau<\/strong> (Bergos) im Gespr\u00e4ch mit Prof. Dr. <strong>Tobias Straumann<\/strong> (Uni Z\u00fcrich).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Blog-Beitr\u00e4ge zum Thema:<\/strong> <strong>K\u00fcnstliche Intelligenz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Astrid Rosenschon (ex IfW, 2026): <a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=45296\">KI-Steuer. Eine rettende Idee oder ein digitales Eigentor?<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Norbert Berthold (JMU, 2026): <a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=44923\">K\u00fcnstliche Intelligenz. Sprengsatz f\u00fcr die Rente?<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Norbert Berthold (JMU, 2026): <a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=45018\">K\u00fcnstliche Intelligenz: Weltuntergang oder \u201eJust Relax\u201c?<br><strong>Eine neue Politik f\u00fcr den Strukturwandel<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jan Schnellenbach (BTU, 2026): <a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=44700\">Die Kosten der europ\u00e4ischen Regulierungswut. Das Beispiel k\u00fcnstliche Intelligenz<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Astrid Rosenschon (ex IfW, 2026): <a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=44628\">Die zwei Gesichter der K\u00fcnstlichen Intelligenz<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Henning Klodt (ex IfW, 2026): <a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=44559\">Mit k\u00fcnstlicher Intelligenz in die Job-Apokalypse?<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Astrid Rosenschon (ex IfW, 2026): <a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=44999\">Ganzheitliche Intelligenz (GI). Wenn Mensch und KI Wissenschaft neu denken<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">J\u00f6rn Quitzau (Bergos, 2026): <a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=43209\">Volkswirtschaftliche Folgen der KI-Revolution. Was w\u00e4re wenn\u2026?<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bernd Weidensteiner (CBK, 2025): <a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=42055https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=42055\">Wie wichtig ist KI f\u00fcr die US-Wirtschaft?<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Joachim Weimann (OVGU, 2025): <a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=41611\">Uns bleiben nur noch f\u00fcnf Jahre<\/a><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie stark schiebt KI die US-Wirtschaft an? Ist der Boom gr\u00f6\u00dfer als in der New Economy der 1990er Jahre? Was passiert, wenn die KI-Blase platzt? Droht dann eine Schuldenkrise? 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