{"id":4823,"date":"2010-12-13T00:01:09","date_gmt":"2010-12-12T23:01:09","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=4823"},"modified":"2010-12-12T15:43:38","modified_gmt":"2010-12-12T14:43:38","slug":"die-wirtschaftskrise-im-widerstreit-der-lagertheoretische-positionen-und-wirtschaftspolitische-empfehlungen-im-vergleich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=4823","title":{"rendered":"Die Wirtschaftskrise im Widerstreit der Lager<br\/><small>Theoretische Positionen und wirtschaftspolitische Empfehlungen im Vergleich<\/small>"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt sie wieder: zwei wirtschaftspolitische Lager, die einander unvers\u00f6hnlich gegen\u00fcberstehen und diametral entgegengesetzte Politikempfehlungen propagieren. Wie schon in der Fiskalismus-Monetarismus-Kontroverse des vergangenen Jahrhunderts steht erneut eine eher keynesianische Richtung der marktprozessorientierten, das hei\u00dft einer dem Wirkungsmechanismus der wettbewerblichen Preisbildung vertrauenden Position gegen\u00fcber.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die keynesianische Position wird durch ihre Galionsfigur, den Nobelpreistr\u00e4ger Paul Krugman, repr\u00e4sentiert, der eine Mischung aus postkeynesianischer und \u201eBeggar-thy-neighbor\u201c-Theorie propagiert. Die marktprozessorientierte Sicht verf\u00fcgt derzeit \u00fcber keinen so dominanten Frontk\u00e4mpfer. Dennoch pr\u00e4gen vor allem monetaristische und \u201e\u00f6sterreichische\u201c Positionen die aktuelle Debatte, da diese vergleichsweise gro\u00dfen Spielraum f\u00fcr gleichgewichtsfernere Zust\u00e4nde einr\u00e4umen. Wie sehen die grundlegenden Erkl\u00e4rungsmuster dieser beiden Lager aus? Welche wirtschaftspolitischen Konsequenzen ergeben sich daraus und welche der Rezepte erscheinen aus aktueller Sicht erfolgversprechender? Diesen Fragen wollen wir im Folgenden nachgehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>1. Die keynesianische Erkl\u00e4rung der Finanz- und Wirtschaftskrise<\/strong><\/p>\n<p>Die Finanz- und Wirtschaftskrise der vergangenen Jahre wird im Allgemeinen auf vier potenzielle Ursachen zur\u00fcckgef\u00fchrt: (1) die Geldpolitik der westlichen Zentralbanken, (2) die US-amerikanische Immobilienpolitik, (3) den ausufernden Einsatz neuer, intransparenter Finanzinstrumente sowie (4) die Au\u00dfenhandelsungleichgewichte zwischen den gro\u00dfen wirtschaftlichen Nationen. Weitgehend wird akzeptiert, dass alle vier Faktoren eine gewisse Rolle bei der Entstehung der Finanzmarktblase eingenommen haben k\u00f6nnten, die Gewichtung zwischen den wirtschaftstheoretischen Schulen unterscheidet sich allerdings erheblich.<\/p>\n<p>Aus keynesianischer Sicht werden der Geldpolitik und der US-amerikanischen Immobilienpolitik nur untergeordnete Bedeutungen einger\u00e4umt. Die Verwerfungen im Finanzsektor werden als Problem anerkannt, es wird jedoch bezweifelt, ob sie die Blasenbildung an den Verm\u00f6gensm\u00e4rkten erkl\u00e4ren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Au\u00dfenhandelsungleichgewichte gelten folglich als zentrale Ursache der Krise: Eine Reihe von Nationen wies in den vergangenen zehn Jahren Au\u00dfenhandels\u00fcbersch\u00fcsse auf. Das zus\u00e4tzliche Sparen in diesen L\u00e4ndern bewirkt Kapitalexporte in andere L\u00e4nder. In den das Kapital aufnehmenden L\u00e4ndern erh\u00f6ht sich die Nachfrage nach Verm\u00f6gensobjekten: Immobilien- und Wertpapierpreise steigen, und die Dauerhaftigkeit dieser Entwicklung n\u00e4hrt die Erwartung auch zuk\u00fcnftiger Verm\u00f6genspreiserh\u00f6hungen. Haushalte und Unternehmen bauen Schuldpositionen auf, um \u2013 durch Kauf von Immobilien oder Wertpapieren \u2013 an diesem Prozess zu partizipieren. Es entwickelt sich eine Preiserh\u00f6hungsdynamik, die sich aus immer optimistischeren Erwartungen und den dauerhaften Kapitalzufl\u00fcssen speist.<\/p>\n<p>Da eine solche Dynamik mangels realwirtschaftlicher Basis nicht endlos fortgesetzt werden kann, kommt es schlussendlich zum Platzen der Blasen. Der damit verbundene pl\u00f6tzliche Verm\u00f6gensverlust zwingt Haushalte und Unternehmen, den in der Hausse aufgebauten Schuldenberg gleichzeitig abzubauen, was einen Einbruch der G\u00fcternachfrage bedeutet. Es folgen Arbeitslosigkeit und konjunkturelle Selbstverst\u00e4rkungseffekte. Die durch Finanzinnovationen verursachte Bankenkrise versch\u00e4rft diesen Prozess noch einmal.<\/p>\n<p>Die hier grob skizzierte keynesianische Theorie wird in Abbildung 1 noch einmal zusammengefasst.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Abbildung 1: Die Entstehung der Krise aus keynesianischer Sicht<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/keynes1.jpg\" target=\"blank\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"keynes1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/keynes1.jpg\" alt=\"keynes\" width=\"400\" \/><\/a><br \/>\n<small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Die wirtschaftspolitischen Schlussfolgerungen aus dieser Interpretation der Krise liegen auf der Hand: (a) Die Geldpolitik sollte deutlich expansiv ausgerichtet sein. Vertreter der keynesianischen Position schlagen sogar eine Erh\u00f6hung des Inflationsziels vor. Diese wirkt kurzfristig konjunkturbelebend und hilft zugleich beim Prozess der Entschuldung. (b) Nat\u00fcrlich bietet sich auch eine Erh\u00f6hung der Staatsausgaben an. Da die privaten Akteure eifrig bem\u00fcht sind, ihren Schuldenberg durch konsequentes Sparen (= R\u00fcckgang der Nachfrage) zu verringern, k\u00f6nnte der Staat nunmehr kompensierend einspringen, indem er sich aktiv verschuldet (= entspart). (c) Mit besonderem Nachdruck wird \u2013 insbesondere von Paul Krugman und seiner Ehefrau und Koautorin Robin Wells \u2013 die Z\u00e4hmung der Exportnationen gefordert. Diese lebten auf Kosten des Rests der Welt, sodass es an der Zeit sei \u201edass der Rest Europas beginnt, Deutschland zur Verantwortung zu ziehen\u201c (<em>Krugman<\/em> und <em>Wells<\/em>, 2010).<\/p>\n<p>Im Hinblick auf die \u00fcblicherweise anerkannten langfristigen Risiken wird festgestellt, dass sie derzeit nicht das Problem seien: Es gelte nicht Inflation, sondern Deflation zu bek\u00e4mpfen; nicht die Staatsverschuldung sei momentan gef\u00e4hrlich, sondern die drohende Arbeitslosigkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>2. Die marktprozesstheoretische Erkl\u00e4rung der Finanz- und Wirtschaftskrise<\/strong><\/p>\n<p>Die marktprozesstheoretische Interpretation gewichtet die Bedeutung der Ursachen f\u00fcr die Wirtschaftskrise beinahe spiegelbildlich zum keynesianischen Modell. Die Hauptursache f\u00fcr die Entwicklung der Blasen wird in der Geldpolitik gesehen.<\/p>\n<p>Das durch die expansive Geldpolitik in die Wirtschaft gepumpte \u00dcberma\u00df an Liquidit\u00e4t veranlasste insbesondere Finanzinstitutionen zur Anlage in Verm\u00f6gensm\u00e4rkten. Die dadurch gestiegene Verm\u00f6gensnachfrage verursachte Verm\u00f6genspreiserh\u00f6hungen. Die sich dabei einstellende Eigendynamik steigender Kurse verst\u00e4rkte den Anreiz, weitere liquide Mittel in die Finanzm\u00e4rkte zu lenken. Die geringen Refinanzierungskosten erm\u00f6glichten auch eine gro\u00dfz\u00fcgigere Kreditvergabe zur Finanzierung von Investitionen, die ihrerseits konjunkturbelebend wirkten.<\/p>\n<p>Die Rollen der Immobilienpolitik und der Finanzinnovationen werden \u00e4hnlich wie im keynesianischen Ansatz gesehen, allerdings etwas st\u00e4rker betont.<\/p>\n<p>Die Au\u00dfenhandelsungleichgewichte werden zwiesp\u00e4ltig betrachtet: Einerseits sollte langfristig ein Gleichgewicht im Au\u00dfenhandel erreicht werden. Dauerhafte Defizite beinhalten ein Verschuldungsrisiko, w\u00e4hrend dauerhafte \u00dcbersch\u00fcsse bedeuten, dass die Volkswirtschaft G\u00fcter an das Ausland verschenkt, ohne eine ad\u00e4quate Gegenleistung zu erhalten. Andererseits, und dies d\u00fcrfte noch wichtiger zu sein, sollte die Frage der \u00dcbersch\u00fcsse und Defizite durch die M\u00e4rkte gel\u00f6st werden. Schlie\u00dflich gibt es gute Gr\u00fcnde daf\u00fcr, warum alternde Gesellschaften wie Deutschland oder China zurzeit mehr sparen als andere. Dem h\u00f6heren heutigen Sparen steht ein k\u00fcnftiges Entsparen zwecks Konsums im Alter gegen\u00fcber.<\/p>\n<p>Es ist auch wichtig zu verstehen, dass es nicht \u201edie Staaten\u201c sind, die ein Handelsdefizit \u201ew\u00e4hlen\u201c. Vielmehr entscheiden die Konsumenten in den L\u00e4ndern selbst, welche Produkte sie importieren und welche nicht. Wenn nun Deutschland und China vorgeworfen wird, die eigene Wirtschaft durch Au\u00dfenhandels\u00fcbersch\u00fcsse auf Kosten anderer L\u00e4nder zu st\u00fctzen, so hei\u00dft das nichts anderes, als dass scheinbar unm\u00fcndige amerikanische Konsumenten gegen ihre eigenen Interessen dazu verf\u00fchrt w\u00fcrden, die falschen \u2013 deutsche und chinesische \u2013 G\u00fcter zu kaufen.<\/p>\n<p>Die Blasenbildung hat auch realwirtschaftliche Folgen: Die k\u00fcnstlich auf zu niedrigem Niveau gehaltenen Zinsen veranlassen Investoren zu vermehrten Investitionen in (unter normalen Zinsbedingungen) unrentable Projekte. Konsumenten \u00fcbersch\u00e4tzen den Wert ihrer Verm\u00f6gensobjekte und neigen zu \u00fcberh\u00f6hten Konsumausgaben.<\/p>\n<p>Das Platzen der Blasen zeigt den Haushalten und Unternehmen, dass sie den Wert der Verm\u00f6gensobjekte falsch eingesch\u00e4tzt haben und offenbart die Fehlerhaftigkeit mancher der zuvor get\u00e4tigten Investitionen und Kauf- oder Anlageentscheidung. Diese Einsicht zieht einen Anpassungsbedarf an die neuen Gegebenheiten nach sich: Der Schuldenstand muss verringert und das Kapital in die beste Verwendung gelenkt werden. Letzteres ist mit einem Abbau von Kapazit\u00e4ten in bestimmten Branchen verbunden, der konjunkturd\u00e4mpfend wirkt, da der Aufbau neuer Strukturen erst mit zeitlicher Verz\u00f6gerung erfolgen kann.<\/p>\n<p>Der konjunkturelle Abschwung nimmt somit den Charakter einer Anpassungs- und Restrukturierungsrezession an, in der die Wirtschaft einen unverzichtbaren Gesundungsprozess durchl\u00e4uft. Einen \u00dcberblick \u00fcber die Zusammenh\u00e4nge aus marktprozesstheoretischer Sicht liefert Abbildung 2.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Abbildung 2: Die Entstehung der Krise aus marktprozesstheoretischer Sicht<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/keynes2.jpg\" target=\"blank\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"Keynes\" src=\"\/wordpress\/bilder\/keynes2.jpg\" alt=\"Keynes\" width=\"400\" \/><\/a><br \/>\n<small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Aus wirtschaftspolitischer Sicht impliziert die Betrachtung der Wirtschaftskrise als Anpassungsrezession, dass sie (a) auch durchlebt werden muss. Die Restrukturierung ben\u00f6tigt Zeit und ihre Behinderung verz\u00f6gert die erforderlichen Ma\u00dfnahmen allenfalls. (b) Im Rahmen der Restrukturierung anfallende soziale H\u00e4rten sollten abgefedert werden, ohne den Anpassungsprozess zum Erliegen zu bringen. (c) Ma\u00dfnahmen expansiver Konjunkturpolitik sind nur insoweit sinnvoll, als sie konjunkturelle Selbstverst\u00e4rkungseffekte verhindern. (d) Grunds\u00e4tzlich gilt das Primat der Preisstabilit\u00e4t, da Inflation den Marktprozess in seiner Funktionsf\u00e4higkeit stark beeintr\u00e4chtigt. Demzufolge wird das durch die Geldpolitik bereits aufgebaute Inflationspotenzial schon jetzt als reale Bedrohung wahrgenommen. (e) Die Regulierung des Finanzsektors muss reformiert werden. Dabei ist von zentraler Bedeutung, dass alle an den Finanzm\u00e4rkten aktiven Akteure zumindest teilweise f\u00fcr ihre Entscheidungen haften. Solange anderenfalls Aktion\u00e4re, Bankmanager, Wertpapierh\u00e4ndler und Finanzminister Gewinne privatisieren, Verluste aber sozialisieren k\u00f6nnen, ist auch zuk\u00fcnftig mit Finanzkrisen zu rechnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>3. Ein Vergleich<\/strong><\/p>\n<p>Aus theoretischer Sicht fallen vor allem drei zentrale Unterschiede auf: (1) W\u00e4hrend die eher keynesianisch ausgerichteten \u00d6konomen die Hauptursache oftmals im \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Sparen einiger Nationen und den daraus resultierenden Au\u00dfenhandelsungleichgewichten sehen, betonen marktprozesstheoretisch ausgerichtete \u00d6konomen die expansive Geldpolitik in Vergangenheit und Gegenwart. (2) Im Gegensatz zu den Keynesianern weisen marktprozessorientierte \u00d6konomen der Krise auch eine allokative Funktion zu. (3) Keynesianer konzentrieren sich in ihrer Argumentation auf kurzfristige Effekte, w\u00e4hrend prozessorientierte Ordnungs\u00f6konomen eine eher mittelfristige Betrachtung vornehmen.<\/p>\n<p>Gerade im Hinblick auf die Entstehung der Krise stellen sich unmittelbar Fragen an den Popul\u00e4r-Keynesianismus Krugmanscher Pr\u00e4gung: Wenn das Hauptproblem im \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Sparen und den Export\u00fcbersch\u00fcssen der \u00dcberschussl\u00e4nder liegt, so m\u00fcssten diese auch selbst von ihrer Sparneigung betroffen sein. Wieso trifft das nicht zu? Wie konnten gerade zu Zeiten hoher Au\u00dfenhandelsdefizite (2004 \u2013 2007) auch die Defizitl\u00e4nder stark wachsen? K\u00f6nnte man den Zusammenhang nicht auch vollst\u00e4ndig umdrehen in dem Sinn, dass das hohe Wirtschaftswachstum der Defizitl\u00e4nder die G\u00fcter anderer L\u00e4nder ins eigene Land \u201esaugen\u201c und damit ihrerseits die au\u00dfenwirtschaftlichen Ungleichgewichte erzeugen?<\/p>\n<p>Die keynesianischen Politikempfehlungen versprechen zwei Chancen: die kurz- bis mittelfristige Vermeidung von Arbeitslosigkeit und die in denselben Fristen erhofften h\u00f6heren Einkommen. Eine solche Aussicht ist nicht gering zu sch\u00e4tzen, wird aber relativiert, wenn das Wirtschaftswachstum bereits wieder angesprungen ist. Da Letzteres f\u00fcr Deutschland inzwischen zutrifft, sind die Chancen der expansiven Politik mit nur begrenzter Wahrscheinlichkeit und nur in sehr begrenztem Umfang realisierbar.<\/p>\n<p>Die keynesianischen Politikvorschl\u00e4ge beinhalten auch Risiken: In der kurzen Frist ist vorrangig die Verlangsamung der Restrukturierung der Wirtschaft zu nennen. Mittelfristig k\u00f6nnten sich die konjunkturellen Erfolge abermals als Scheinbl\u00fcte erweisen. Mittel- bis langfristig besteht die sehr ernst zu nehmende Gefahr des Ausl\u00f6sens einer inflatorischen Eigendynamik. Die in diesem Jahr durchgef\u00fchrten Ma\u00dfnahmen der Europ\u00e4ischen Zentralbank zeigen, dass die Gef\u00e4hrdung der Preisstabilit\u00e4t alles andere als theoretischer Natur ist. Gab es bei der Einf\u00fchrung des Euros noch den vermeintlichen Stabilit\u00e4tskonsens, so findet heute bereits ein offener Machtkampf der Stabilit\u00e4tskulturen statt. Langfristig droht schlie\u00dflich die Handlungsunf\u00e4higkeit des Staates durch eine ausufernde Staatsverschuldung.<\/p>\n<p>Die Chancen und Risiken der marktprozessorientierten Wirtschaftspolitik sind im Wesentlichen das Spiegelbild der keynesianischen Politikma\u00dfnahmen. Fasst man die Chancen und Risiken der keynesianischen Politikma\u00dfnahmen zusammen, so \u00fcbertreffen die Risiken einer expansiven Geld- und Fiskalpolitik die damit verbundenen Chancen derzeit deutlich. Dies gilt insbesondere f\u00fcr ein bereits im Aufschwung befindliches Deutschland, dessen Arbeitslosigkeit inzwischen wieder unter die Grenze von drei Millionen Erwerbslosen gesunken ist.<\/p>\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<p><em>Krugman, Paul<\/em> und <em>Robin Wells<\/em> (2010): The Way Out of the Slump, in The New York Review of Books, Oktober 2010, abgerufen am 21.11.2010 <a href=\"http:\/\/www.nybooks.com\/articles\/archives\/2010\/oct\/14\/way-out-slump\/\" target=\"blank\">unter<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Hinweis:<\/strong> Dieser Beitrag erscheint in seiner Langfassung demn\u00e4chst in der Fachzeitschrift <a href=\"http:\/\/vahlen.becksche.de\/zneu\/vahlen\/zeitschriften.asp?zeitschrift=WiSt\" target=\"blank\">WiSt<\/a>.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt sie wieder: zwei wirtschaftspolitische Lager, die einander unvers\u00f6hnlich gegen\u00fcberstehen und diametral entgegengesetzte Politikempfehlungen propagieren. 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