{"id":6557,"date":"2011-07-07T00:01:10","date_gmt":"2011-07-06T23:01:10","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=6557"},"modified":"2011-07-06T15:09:44","modified_gmt":"2011-07-06T14:09:44","slug":"die-ethik-des-atomausstiegs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=6557","title":{"rendered":"Die Ethik des Atomausstiegs"},"content":{"rendered":"<p>Auf Frank Knight, dem Pionier der Informations\u00f6konomik, geht die heutige Unterscheidung zwischen Ungewissheit (uncertainty) und Risiko (risk) zur\u00fcck. Wenn es um die Einsch\u00e4tzung von m\u00f6glichen k\u00fcnftigen Schadensf\u00e4llen geht, so gilt bei Risiko: Man kennt zwar die H\u00f6he der Sch\u00e4den im Vorhinein nicht, aber man kennt einen Mittelwert (den Erwartungswert), mit dem in einem bestimmten Zeitraum Sch\u00e4den auftreten, und man kennt die im Mittel zu erwartenden Abweichungen von diesem Mittelwert (die Varianz). F\u00fcr die Bestimmung von Erwartungswert und Varianz gibt es zwei Quellen: theoretische Zusammenh\u00e4nge oder systematische Beobachtung \u00fcber eine m\u00f6glichst gro\u00dfe Zahl an vergangenen Zeitr\u00e4umen. Steht weder das eine noch das andere zur Verf\u00fcgung, dann kennt man Erwartungswert und Varianz nicht. In diesem Falle spricht man seit Frank Knight von Ungewissheit. Oft ist es ein Segen, dass man Erwartungswert und Varianz eines Schadensfalls nicht kennt, denn es bedeutet in der Regel, dass er selten aufgetreten ist \u2013 wie etwa die Kernschmelze in einem Atomkraftwerk oder ein Flugzeugabsturz bei einer bestimmten Fluggesellschaft. Umgekehrt bedeutet dies aber, dass man beispielsweise aus der Unfallstatistik der g\u00e4ngigen Fluggesellschaften keine vern\u00fcnftigen R\u00fcckschl\u00fcsse auf deren Sicherheitsstandards ziehen kann. W\u00fcrden die Flugzeuge \u2013 statistisch betrachtet \u2013 \u201ehinreichend h\u00e4ufig\u201c abst\u00fcrzen, dann k\u00f6nnte man daraus Wahrscheinlichkeiten eines Absturzes bei diesem oder jenem Carrier berechnen und sein Verhalten daran ausrichten.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Daraus folgt: Vern\u00fcnftige Abw\u00e4gungen zwischen den Ertr\u00e4gen und Risiken bestimmter Entscheidungen sind abseits vollkommener Sicherheit unter Risiko durchaus noch m\u00f6glich, nicht aber unter Ungewissheit. Und mit Ungewissheit haben wir es bei der Kernenergie zu tun. Denn die Zahl schwerer Reaktorungl\u00fccke ist gottlob klein, und die rein technische Verkettung der Wahrscheinlichkeiten von Einzelst\u00f6rungen \u2013 etwa des Bruchs einer Schraube oder des Platzens einer Leitung mit K\u00fchlfl\u00fcssigkeit \u2013 mit dem Ziel, daraus theoretische Werte f\u00fcr die Wahrscheinlichkeit eines gro\u00dfen St\u00f6rfalls zu gewinnen, ist offenbar unzureichend, worauf die bisherigen Erfahrungen zumindest hinweisen. Das ist eigentlich auch naheliegend, denn das Zusammenspiel von Mensch und Technik ist in diesem Falle zu komplex, als dass es sich \u00fcber solche Verkettungen mit hinreichender Genauigkeit abbilden lie\u00dfe.<\/p>\n<p>Die in Deutschland inzwischen \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit schlie\u00dft daraus, dass man auf den Einsatz einer Technologie, \u00fcber deren Schadensh\u00f6he Ungewissheit herrscht, besser verzichtet. Damit ist man, so scheint es zumindest, auf der sicheren Seite. Leider stimmt dies nur mit Blick auf die unmittelbaren Folgen der Atomenergie. Denn es ist klar, dass es keine Kernschmelze geben kann, wenn es keine Brennelemente gibt. Aber f\u00fcr die Beurteilung der Frage, ob es mit h\u00f6heren oder geringeren Risiken f\u00fcr diese und k\u00fcnftige Generationen verbunden ist, wenn Deutschland auf die Kernenergie verzichtet, reicht diese Erkenntnis allein nicht aus. Man w\u00e4re nur dann auf der sicheren Seite, wenn der Weiterbetrieb von Kernkraftwerken mit Ungewissheit verbunden w\u00e4re, die Einstellung des Betriebes hingegen nicht. Letzteres ist aber leider unzutreffend, denn auch der Ausstieg birgt ungewisse Folgen, zumindest so viel ist gewiss, und dies betrifft vor allem auch nachfolgende Generationen. Damit ist auch das Argument br\u00fcchig, dass nur der Weiterbetrieb von Kernkraftwerken, nicht aber deren Schlie\u00dfung unabsehbare Folgen f\u00fcr k\u00fcnftige Generationen h\u00e4tte. Die Ungewissheit ist damit beidseitig.<\/p>\n<p>Ziemlich sicher ist allerdings, dass der Energieverbrauch in den kommenden Jahrzehnten weltweit noch einmal erheblich zunehmen wird, und wenngleich wir wohl einen gewissen Einfluss auf die H\u00f6he des Zuwachses haben, so werden wir an dem Anstieg selbst unter realistischen Bedingungen nichts \u00e4ndern k\u00f6nnen. Es w\u00e4re ethisch sogar h\u00f6chst fragw\u00fcrdig, wollte die industrialisierte Welt die Schwellen- und Entwicklungsl\u00e4nder unter Verweis auf Umweltsch\u00e4den dazu dr\u00e4ngen, auf \u00e4hnliche Energieverbr\u00e4uche wie die Industriel\u00e4nder zu verzichten; und selbst wenn es ethisch nicht fragw\u00fcrdig w\u00e4re, so lie\u00dfen sich die aufstrebenden Regionen schlicht nicht daran hindern, ihren Anspruch auf einen Anteil am Weltenergieverbrauch geltend zu machen \u2013 man denke allein an die 2,5 Mrd. Einwohner in China und Indien. Selbstverst\u00e4ndlich sollte dies eingebettet sein in Bem\u00fchungen um eine weltweit h\u00f6here Energieeffizienz. Aber das wird nach allem, was wir wissen, nicht reichen, um die Tendenz zu steigendem Weltenergieverbrauch auf absehbare Zeit zu brechen oder gar umzukehren.<\/p>\n<p>Ziemlich sicher ist auch: Der Anteil regenerierbarer Energietr\u00e4ger wird \u00fcber einen nicht zu vernachl\u00e4ssigenden Zeitraum wachsen m\u00fcssen und daher zun\u00e4chst noch relativ geringe Anteile am Weltenergieverbrauch decken k\u00f6nnen, auch wenn die Anteile im g\u00fcnstigen Falle z\u00fcgig ansteigen. Und sie werden zun\u00e4chst teuer sein. Das ist kein Argument gegen ihre Entwicklung, aber aus dem Stand heraus werden wir sie nicht zu einem Hauptenergietr\u00e4ger machen k\u00f6nnen. Schlie\u00dflich: Ob und wie sich diese regenerierbaren Quellen zu einem Hauptenergietr\u00e4ger entwickeln lassen, k\u00f6nnen auch die f\u00e4higsten Ministerialbeamten am Schreibtisch nicht bestimmten. Zumindest w\u00e4re es wohl das erste Mal, dass Innovationen von dort aus erfolgreich \u201egeplant\u201c werden. Hier gilt also ganz \u00e4hnlich wie bei der Atomenergie: Wir wissen sehr wenig dar\u00fcber, wann wir unter welchen Bedingungen und mir welchen Folgen einen bestimmten Anteil an der Energie \u00fcber regenerierbare Quellen bereitstellen k\u00f6nnen. Es herrscht Ungewissheit im oben dargestellten Sinne. Aber nicht nur das: Wir wissen auch noch nichts \u00fcber m\u00f6gliche Umweltsch\u00e4den oder sonstige Nebenwirkungen, die die forcierte Entwicklung alternativer Energiequellen haben werden. Es w\u00e4re naiv zu glauben, dass wir auf dem Weg in die regenerierbaren Energietr\u00e4ger nicht mit Problemen dieser Art konfrontiert w\u00fcrden. Man denke nur an den Biokraftstoff, der lange gro\u00dfz\u00fcgig gef\u00f6rdert wurde, bevor seine Umweltnebenwirkungen im Umfeld eines wachsenden Verbrauchs offenbar wurden, ohne dass vorher irgendwer daran gedacht hatte \u2013 und bei der Photovoltaik sehen die Dinge nicht viel anders aus.<\/p>\n<p>Aber das ist noch nicht alles: Denn wir wissen auch nicht, was es ausl\u00f6st, wenn wir \u00fcber eine unbestimmte Zeit einen unbestimmten Anteil am unbestimmt wachsenden Weltenergieverbrauch mit Quellen befriedigen werden, die noch nicht aus erneuerbaren Quellen, aber schon nicht mehr aus Atomenergie stammen. Nat\u00fcrlich werden wir in Deutschland ohne Atomstrom auskommen k\u00f6nnen, wenn wir nur bereit sind, daf\u00fcr zu zahlen. Aber das sagt noch nichts dar\u00fcber aus, wem mit Blick auf weltweite Umweltprobleme damit geholfen w\u00e4re. Rein algebraisch unumg\u00e4nglich ist, dass wir Deutschen gezwungenerma\u00dfen die Weltnachfrage noch fossilen Brennstoffen erh\u00f6hen werden, wenn wir auf Atomstrom, nicht aber in gleichem Ma\u00dfe (!) auf Energie verzichten, solange wir die Differenz noch nicht \u00fcber alternative Energiequellen decken k\u00f6nnen; und das wird aller Voraussicht nach selbst dann noch f\u00fcr eine lange \u00dcbergangsperiode so sein, wenn die avisierte F\u00f6rderung regenerativer Energiequellen relativ rasch von Erfolg gekr\u00f6nt sein wird. Denn auch unter \u201erelativ rasch\u201c m\u00fcssen wir Zeitr\u00e4ume verstehen, die sich besser in Jahrzehnten als in Jahren ausdr\u00fccken lassen \u2013 und das mit unbekannten Mittelwerten und Varianzen, also mit echter Ungewissheit.<\/p>\n<p>Zwischenzeitlich wird die durch den Verzicht auf Kernenergie zwangsl\u00e4ufig ins Ausland schwappende deutsche Energienachfrage die Energiepreise an den Weltm\u00e4rkten ansteigen lassen. Das wird dort Angebotsreaktionen ausl\u00f6sen, denn steigende Preise sind ein Signal f\u00fcr den Ausbau von Kapazit\u00e4ten, und das geht beispielsweise so: Man wird tiefer in den Meeren nach \u00d6l bohren, man wird vielleicht in bisher geschonte Regionen wie die Antarktis vorsto\u00dfen, und man wird neue Erdgasfelder erschlie\u00dfen. Je teurer die Energie wird, desto eher werden sich solche Aktivit\u00e4ten lohnen, auch wenn sie selbst ebenfalls teuer sind; und sie werden vor allem deshalb immer teurer, weil die Gewinnung von Brennstoffen unter immer schwierigeren Bedingungen stattfindet und damit immer h\u00f6here Risiken f\u00fcr die Umwelt beinhaltet \u2013 man denke nur an die Katastrophe der Deepwater Horizon, welche darauf hinweist, dass auch die Nutzung fossiler Brennstoffe ungewisse Folgen zeitigt; und da haben wir vom Klimawandeln noch gar nicht gesprochen. Schlie\u00dflich wird man bei weltweit steigenden Energiepreisen mit steigender Wahrscheinlichkeit im Ausland neue Atomkraftwerke bauen, auch wenn diese dann nicht mehr vor unserer Haust\u00fcr stehen \u2013 das ist zwar nicht sicher, aber im Mittel absehbar, und daher m\u00fcssen wir vern\u00fcnftigerweise damit rechnen. Daraus ergibt sich die paradoxe Situation, dass wir durch unseren Ausstieg aus der Kernkraft tendenziell den Bau neuer Atomkraftwerke im Ausland anregen werden. Denn der Ausstieg treibt die Preise und macht die Kernkraftwerke im Ausland rentabler.<\/p>\n<p>Man kann es auch so ausdr\u00fccken: Bei weltweit integrierten Energiem\u00e4rkten schieben wir die riskantesten Technologien zur Energiegewinnung dahin, wo man am ehesten bereit ist, die damit verbundenen Gefahren einzugehen. Unter bestimmten Bedingungen (f\u00fcr \u00d6konomen: bei Abwesenheit von Externalit\u00e4ten) kann man so etwas sogar begr\u00fc\u00dfen, ganz so wie es sinnvoll ist, dass \u00e4ngstliche Menschen keine Stuntmen, sondern vielleicht eher Beamte in einer Dienststube werden. Aber diese Bedingungen sind nicht gegeben, sofern das Handeln in einem Land Konsequenzen f\u00fcr die Umwelt in anderen L\u00e4ndern hat. Daher haben wir keinen Grund zu glauben, wir h\u00e4tten mit dem Ausstieg aus der Kernenergie \u2013 noch dazu im Gegensatz zu anderen \u2013 den einzig rechten Weg beschritten. Mit Blick auf deutsche Grunds\u00e4tzlichkeit m\u00f6gen wir uns dann in Unschuld baden, mit Blick auf die Konsequenzen unseres Handeln aber werden wir so oder so unsere Unschuld verloren haben \u2013 und f\u00fcr die Umweltsch\u00e4den ist allein letzteres relevant. Da hilft es auch nichts, wenn wir der Welt versprechen, sie in zwei oder drei Jahrzehnten mit der Technologie f\u00fcr die Nutzung regenerativer Energiequellen zu begl\u00fccken, und das liegt daran, dass wir erstens wenig \u00fcber die Effekte in der Zwischenzeit wissen und dass wir zweitens nicht wissen, ob und unter welchen Bedingungen und Nebenwirkungen wir dieses Versprechen je werden einl\u00f6sen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Um nicht missverstanden zu werden: Dies ist kein Pl\u00e4doyer gegen den Atomausstieg, auch wenn es so klingen mag. Es geht inhaltlich vielmehr darum zu sehen, dass wir es hier mit einer Entscheidung unter echter Ungewissheit im Sinne von Frank Knight zu tun haben. Denn wir wissen nicht, was die Zukunft jeweils bringen wird. Wir wissen nicht, was geschieht, wenn wir aussteigen, und wir wissen nicht, was geschieht, wenn wir nicht aussteigen. Dass wir dennoch Entscheidungen treffen m\u00fcssen, ist klar. Aber der Kern des Arguments in diesem Beitrag ist, dass wir in dem einen oder anderen Fall nicht behaupten k\u00f6nnen, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, weder mit Blick auf die Energieversorgung, noch mit Blick auf die Umwelt.<\/p>\n<p>Daher k\u00f6nnen wir nur beide Entscheidungen, jene zum weiteren Betrieb und jene zum Ausstieg, als eine jeweils akzeptable Entscheidung sehen, an deren ethischer Integrit\u00e4t wir zun\u00e4chst einmal keinen Grund haben zu zweifeln. Das gilt unabh\u00e4ngig davon, dass sich auf dem diesbez\u00fcglichen Meinungsmarkt m\u00e4chtige Lobbyisten tummeln, denn daraus darf man nicht schlie\u00dfen, dass jeder, der eine bestimmte Position vertritt, nun notwendigerweise eine Marionette dieser Lobbyisten ist. Denn wir wissen nur das: Es ist m\u00f6glich, dass uns der gerade beschlossene Ausstieg am Ende zu einem Durchbruch in der Nutzung regenerierbarer Energiequellen verhilft. Es ist weiterhin m\u00f6glich, dass uns dieser Durchbruch regenerierbare Energiequellen mit gut \u00fcberschaubaren und kontrollierbaren Nebenwirkungen beschert und zu einer nachhaltigen Energieversorgung beitr\u00e4gt, die noch dazu klimafreundlich ist. Allerdings ist es ebenso m\u00f6glich, dass das Ganze in eine Sackgasse f\u00fchrt. Auch ist nicht ausgeschlossen, dass \u2013 wom\u00f6glich Frankreich \u2013 in nicht allzu ferner Zukunft wirklich selbstsichernde Reaktoren entwickelt, in welchen aus physikalischen Gr\u00fcnden keine Kernschmelzen oder vergleichbare Katastrophen mehr m\u00f6glich sind; weiterhin ist es denkbar, dass man eine Technologie zur Dekontaminierung radioaktiven Abfalls findet. Selbstverst\u00e4ndlich ist auch das alles andere sicher; aber ausgeschlossen ist es allein in den K\u00f6pfen jener, die immer schon wussten, was gut ist und was nicht. F\u00fcr alle anderen gilt: Wie immer wir uns entscheiden, es kann sich immer als die falsche Entscheidung herausstellen, und dessen sollte man sich bewusst sein.<\/p>\n<p>Neben dieser inhaltlichen Bedeutung der Ungewissheit gibt es aber auch eine ethische, und die geht so: Wie immer man sich in dieser Sache positioniert, so hat keine Seite irgendeinen Anlass zu moralischem Hochmut. Heute scheint es in Deutschland genau drei Gruppen von Menschen zu geben: Atomkraftgegner, Lobbyisten der Atomindustrie und solche, die weder das eine noch das andere und damit geistig unzurechnungsf\u00e4hig sind. Aber wer das so sieht, m\u00fcsste zun\u00e4chst einmal erkl\u00e4ren, warum es diese Gruppenzuteilung in vielen anderen L\u00e4ndern nicht gibt, und zwar nicht allein in armen L\u00e4ndern und\/oder in Bananenrepubliken. Der Verweis auf pure Armut oder eine gewissenlose Grundhaltung reicht daher nicht dazu aus, die in unterschiedlichen L\u00e4ndern unterschiedlichen Haltungen zu erkl\u00e4ren. Weiter kommen wir vielmehr mit einem Verweis auf die Ungewissheit, mit der wir in dieser Entscheidung konfrontiert sind. Sie erkl\u00e4rt am besten, warum manche eher zu dieser und andere eher zu einer anderen Positionierung neigen. Das gibt jedem, der sich der Ungewissheit in der Sache bewusst ist, Anlass zu moralischer Demut, egal wie er oder sie sich pers\u00f6nlich entscheidet \u2013 ganz im Gegensatz zu dem derzeit gerade auch in den \u00f6ffentlich-rechtlichen Medien vorherrschenden moralischen Alleinvertretungsanspruch. Denn Zweifel daran, dass am deutschen Energiewesen die Welt genesen wird, m\u00fcssen weder auf geistiger Verwirrung noch auf Gewissenlosigkeit beruhen. Zweifel beruhen bei einsichtigen Menschen vielmehr konstitutiv auf der Einsicht in das eigene Unwissen. Es w\u00e4re sch\u00f6n, wenn sich das auch mit Blick auf die Energiepolitik einmal herumsprechen w\u00fcrde. So viel ist jedenfalls sicher.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf Frank Knight, dem Pionier der Informations\u00f6konomik, geht die heutige Unterscheidung zwischen Ungewissheit (uncertainty) und Risiko (risk) zur\u00fcck. 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