{"id":7342,"date":"2011-10-17T00:01:36","date_gmt":"2011-10-16T23:01:36","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=7342"},"modified":"2011-10-18T08:02:14","modified_gmt":"2011-10-18T07:02:14","slug":"wie-sinnvoll-ist-der-okonomie-nobelpreis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=7342","title":{"rendered":"Wie sinnvoll ist der \u00d6konomie-Nobelpreis?"},"content":{"rendered":"<p>Wieder ist der \u201eNobelpreis\u201c f\u00fcr Wirtschaftswissenschaften verk\u00fcndet worden, und wieder ist die Aufregung gro\u00df. Ausgezeichnet wurden ausgerechnet Vertreter einer Makro\u00f6konomie \u201erationaler Erwartungen\u201c, die Paul Krugman (Preistr\u00e4ger 2008) als \u201cspectacularly useless at best, and positively harmful at worst\u201c\u009d (<a href=\"http:\/\/www.economist.com\/node\/14030288\">http:\/\/www.economist.com\/node\/14030288<\/a>) bezeichnet hat.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ich kann nicht dar\u00fcber richten, ob Thomas Sargent und Christopher Sims den Preis, gerade jetzt, \u201everdient\u201c haben (vgl. etwa Olaf Storbeck f\u00fcr eine sehr bissige, aber bedenkenswerte Polemik <a href=\"http:\/\/blog.handelsblatt.com\/handelsblog\/2011\/10\/11\/nobelpreis-fur-das-ancien-regime\/\">http:\/\/blog.handelsblatt.com\/handelsblog\/2011\/10\/11\/nobelpreis-fur-das-ancien-regime\/<\/a> und Tyler Cowen f\u00fcr eine eher positive W\u00fcrdigung <a href=\"http:\/\/marginalrevolution.com\/marginalrevolution\/2011\/10\/thomas-sargent-nobel-laureate.html\">http:\/\/marginalrevolution.com\/marginalrevolution\/2011\/10\/thomas-sargent-nobel-laureate.html<\/a>). Es geht mir um die grunds\u00e4tzliche Frage, ob ein \u201e\u00d6konomie-Nobelpreis\u201c f\u00fcr die Wirtschaftswissenschaften und ihre Wirkung auf die \u00d6ffentlichkeit und Politik \u00fcberhaupt insgesamt sinnvoll ist oder ob er nicht besser abgeschafft geh\u00f6rt. Ich will vor allem drei Nobelpreis-skeptische Argumente diskutieren:<\/p>\n<p>a) \u00d6konomik ist eine Sozialwissenschaft, in der \u201eLeistung\u201c und \u201eFortschritt\u201c schwer zu bewerten sind,<\/p>\n<p>b) der Preis verst\u00e4rkt die Pfadabh\u00e4ngigkeit von Modeerscheinungen oder eines tradierten \u201emainstream\u201c-Denkens in der \u00d6konomik,<\/p>\n<p>c) der Preis verleitet zu einer Anma\u00dfung bzw. Zumutung von Allwissenheit der Preistr\u00e4ger.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Welcher Preis wof\u00fcr?<\/strong><\/p>\n<p>Die einfachste Antwort auf die Frage \u201ewie sinnvoll ist ein \u00d6konomie-Nobelpreis?\u201c ist die, dass dieser gar nicht erst abgeschafft werden muss, weil es ihn nie gab. Der \u00d6konomie-Preis wurde nicht vom Erfinder des Dynamits gestiftet, sondern von der schwedischen Reichsbank und hei\u00dft deshalb auch korrekterweise \u201ePreis f\u00fcr Wirtschaftswissenschaften der schwedischen Reichsbank im Gedenken an Alfred Nobel\u201c. Alfred Nobel (1833-1896) selbst konnte sich nicht mehr gegen den erst seit 1969 vergebenen Preis in seinem Namen wehren. Einige seiner Erben taten dies aber und verweisen etwa auf einen Brief, in dem Nobel schreibt \u201eich habe keine Wirtschafts-Ausbildung und hasse sie von Herzen\u201c (<a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/nobelpreis-der-wirtschafts-nobelpreis-ist-eine-umstrittene-auszeichnung-1191876.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/nobelpreis-der-wirtschafts-nobelpreis-ist-eine-umstrittene-auszeichnung-1191876.html<\/a>).<\/p>\n<p>Auch wenn es damit keinen \u201eechten\u201c \u00d6konomie-Nobelpreis gibt, folgt das Prozedere doch weitgehend dem f\u00fcr die Preise f\u00fcr Medizin, Chemie und Physik. Es geht hinsichtlich der Wissenschaften in Nobels Testament (<a href=\"http:\/\/profmokeur.ca\/chemie\/?var1=http:\/\/profmokeur.ca\/chemie\/nobelge.htm\">http:\/\/profmokeur.ca\/chemie\/?var1=http:\/\/profmokeur.ca\/chemie\/nobelge.htm<\/a>) um die jeweils \u201ebedeutendsten Entdeckungen oder Erfindungen\u201c, die \u201eder Menschheit den gr\u00f6\u00dften Nutzen erbracht haben\u201c, also um neue Erkenntnisse, die einigerma\u00dfen unzweifelhaft einen wissenschaftlichen \u201eFortschritt\u201c herbeigef\u00fchrt haben. An dieser Stelle k\u00f6nnte ein Disput um gro\u00dfe Fragen beginnen, wie: \u201egibt es wirklich ,Fortschritt\u201c\u02dc in der \u00d6konomik?\u201c,\u00c2\u00a0 \u201esind in den Sozialwissenschaften die gleichen Bew\u00e4hrungs- und Fortschrittskriterien anwendbar wie in den experimentellen Naturwissenschaften oder der Medizin?\u201c, \u201eist Poppers Falsifikationskriterium auf komplexe Ph\u00e4nomene spontaner Ordnungen als Ergebnisse menschlichen Handelns (aber nicht menschlichen Entwurfs) \u00fcberhaupt anwendbar?\u201c, sollte die \u00d6konomik \u00fcberhaupt anstreben, eine \u201ezweite Physik\u201c (<a href=\"..\/..\/..\/..\/..\/?p=689\">http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=689<\/a>) zu sein? \u2013 und Vieles mehr. Ich will hier nun nicht das \u00fcbergro\u00dfe Fass eines wirklichen \u201eMethodenstreits\u201c oder \u201eStreits der Fakult\u00e4ten\u201c aufmachen (allein zur Frage \u201eis there progress in economics\u201c empfehle ich \u00fcber 400 Seiten in Boehm u.a. 2002<a title=\"\" href=\"#_ftn1\">[1]<\/a>).<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum Nobelpreis. Den wollte schon Nobel schlie\u00dflich auch f\u00fcr Literatur und Frieden vergeben. Gibt es \u201eFortschritt\u201c (oder nur \u201eFortschreiten\u201c, \u201eEntwicklung\u201c, \u201eDifferenzierung\u201c Max Weber 1913 <a href=\"http:\/\/www.gleichsatz.de\/b-u-t\/begin\/web52.html\">http:\/\/www.gleichsatz.de\/b-u-t\/begin\/web52.html<\/a>) in der Literatur? Sicher sind hier die Kriterien noch unsicherer als bei den Natur- oder Sozialwissenschaften. Romanschreiben oder Friedenstiften sind keine Wissenschaft. Aber es sind wichtige Bereicherungen und Sicherungen unseres Lebens. \u00d6konomik nimmt eine Stellung zwischen den beiden Nobelpreis-Kategorien ein. Sie ist eine spezielle Art der wissenschaftlichen \u201eLiteratur\u201c oder \u201eRhetorik\u201c (McCloskey <a href=\"http:\/\/www.deirdremccloskey.com\/docs\/pdf\/Article_110.pdf\">http:\/\/www.deirdremccloskey.com\/docs\/pdf\/Article_110.pdf<\/a>), die den \u201etypischen\u201c Menschen, seine subjektiven Erwartungen und seine Interaktion mit anderen Menschen zum Inhalt hat (oder bei allen soeben genobelten VAR-Analysen wenigstens im Hintergrund haben sollte). \u00d6konomik ist eine Literatur, die theoretisch und empirisch \u2013 wie keine andere Wissenschaft \u2013 zeigen kann, wie \u00fcber freiwilligen Tausch und (preis-) signalgeordnete Kommunikation unter allgemeinen Regeln gerechten Verhaltens die Marktwirtschaft der Freiheit und dem Frieden dient (\u00dcber den \u201ekapitalistischen Frieden\u201c, s. <a href=\"http:\/\/www.fnf.org.ph\/downloadables\/Balance%20of%20Power,%20Globalization%20and%20Capitalist%20Peace.pdf\">Weede)<\/a>. Insofern kann \u00f6konomische \u201eLiteratur\u201c mit Instrumenten einer Erfahrungswissenschaft auch dem \u201eFrieden\u201c dienen oder dem Menschen \u201egro\u00dfen Nutzen\u201c (Nobel) bringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Nobelpreis als Verst\u00e4rker des pfadabh\u00e4ngigen mainstream?<\/strong><\/p>\n<p>1974 wurde der \u201e\u00d6konomie-Nobelpreis\u201c geteilt \u2013 zwischen Gunnar Myrdal und Friedrich von Hayek. Beide f\u00fchlten sich pers\u00f6nlich geehrt, waren aber einer Abschaffung des Preises zugeneigt. Myrdal etwa protestierte dagegen, dass \u201ereaktion\u00e4re\u201c \u00d6konomen wie Hayek und sp\u00e4ter auch noch Milton Friedman (1976) von der Schwedischen Akademie ausgezeichnet wurden (s. <a href=\"http:\/\/www.samuelbrittan.co.uk\/text172_p.html\">http:\/\/www.samuelbrittan.co.uk\/text172_p.html<\/a>). Hayek (<a href=\"http:\/\/www.nobelprize.org\/nobel_prizes\/economics\/laureates\/1974\/hayek-speech.html?print=1\">http:\/\/www.nobelprize.org\/nobel_prizes\/economics\/laureates\/1974\/hayek-speech.html?print=1<\/a>) erkl\u00e4rte beim Festbankett, dass er, w\u00e4re zuvor gefragt worden, ob es diesen Preis geben sollte, entschieden dagegen votiert h\u00e4tte. Hayek nannte als ersten Grund seine Bef\u00fcrchtung, ein solcher Preis k\u00f6nnte den momentan modernen \u201emainstream\u201c der Wirtschaftswissenschaften weiter vertiefen und somit den offenen Wettbewerb der Ideen als \u201eEntdeckungsverfahren\u201c durch elit\u00e4re Urteile von oben verzerren.<\/p>\n<p>Hayek selbst freilich sah diesen Verdacht durch seine eigene v\u00f6llig unerwartete Ehrung vor\u00fcbergehend ausger\u00e4umt. Er war 1974 seitens der neoklassischen \u00d6konomie fast v\u00f6llig vergessen und hatte diese (wie sie sich seit den 1930er Jahren entwickelte) fast v\u00f6llig verlassen. Dass er in den Debatten mit den Walrasianischen Sozialisten (1935-1937) durchweg und mit Keynes und den Keynesianern\u00c2\u00a0 (1931-heute) weitgehend entscheidende Argumente vorbrachte, w\u00e4re heute vielleicht nur einem kleinen Kreis von Ideenhistorikern bekannt, h\u00e4tte es diesen Preis nicht gegeben. Man darf vielleicht von Gl\u00fcck reden, dass die Schwedische Akademie nicht, wie dies Alfred Nobel einst verlangte, die wissenschaftlichen Fortschritte nur des gerade vergangenen Jahres pr\u00e4mierte.<\/p>\n<p>Assar Lindbeck, der das Preisgericht lange leitete, hebt vielmehr \u201eoriginality\u201c, \u201eimpact on scientific work\u201c und \u201epractical importance\u201c hervor (<a href=\"http:\/\/www.nobelprize.org\/nobel_prizes\/economics\/articles\/lindbeck\/\">http:\/\/www.nobelprize.org\/nobel_prizes\/economics\/articles\/lindbeck\/<\/a>)<a title=\"\" href=\"#_ftn2\">[2]<\/a>. So konnte es auch geschehen, dass etwa Ronald Coase f\u00fcr \u201cthe nature of the firm\u201c\u009d (1937) erst fast 60 Jahre sp\u00e4ter ausgezeichnet wurde. \u00dcberhaupt scheint die Betonung der Kriterien von Assar Lindbeck (vor allem: Originalit\u00e4t und praktische Bedeutung) wissenschaftsinternen Selbstverst\u00e4rkung des \u201emainstream\u201c gelegentlich wenigstens kleine H\u00fcrden und kurze Denkpausen aufzuerlegen. Viele \u00fcberraschende Preisverleihungen haben auch Leistungen jenseits des mainstream pr\u00e4miert. Ich denke etwa an Douglass North, James Buchanan, Amartya Sen oder Elinor Ostrom: \u201eOrdnungs\u00f6konomen\u201c im modernen Sinn (vgl. Goldschmidt u.a. <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftswissen\/wissenschaftsdebatte-was-ist-und-was-kann-ordnungsoekonomik-1818053.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftswissen\/wissenschaftsdebatte-was-ist-und-was-kann-ordnungsoekonomik-1818053.html<\/a>)!<\/p>\n<p>Wenn der Nobelpreis also einem dreifachen Zweck dient: W\u00fcrdigung schon fast ideenhistorischer vergangener Leistungen, Ermutigung f\u00fcr k\u00fcnftige Arbeiten, und Lenkung der Aufmerksamkeit auf Arbeiten mit \u201epraktischer Bedeutung\u201c, so finden sich sicher nicht jedes Jahr Preistr\u00e4ger, die alle drei Kriterien gleicherma\u00dfen erf\u00fcllen. Insgesamt erscheint mir aber in dieser dreifachen Hinsicht der Nobelpreis als wertvollerer Indikator und Motivator als etwa der aktuelle social science citation index oder stark \u201emainstream\u201c- und \u201eshort-term\u201c lastige rankings von Zeitungen oder Universit\u00e4ten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Nobelpreis als Anma\u00dfung und Zumutung von Wissen?<\/strong><\/p>\n<p>Auch wenn man die beiden erstgenannten Gr\u00fcnde f\u00fcr eine Abschaffung des \u00d6konomie-Nobelpreises (\u201ekeine echte Wissenschaft\u201c, \u201emainstream-Vertiefer\u201c) f\u00fcr wenig stichhaltig h\u00e4lt, bleibt der letzte Einwand. Den hat von Hayek (<a href=\"http:\/\/www.nobelprize.org\/nobel_prizes\/economics\/laureates\/1974\/hayek-speech.html?print=1\">http:\/\/www.nobelprize.org\/nobel_prizes\/economics\/laureates\/1974\/hayek-speech.html?print=1<\/a>) in seiner Tischrede zur k\u00f6niglichen Zeremonie 1974 so ge\u00e4u\u00dfert:<\/p>\n<p>\u201ethat the Nobel Price confers on an individual an authority which in economics no man ought to possess. This does not matter in the natural sciences. Here the influence by an individual is chiefly an influence on his fellow experts, and they will soon cut him down if he exceeds his competence. But the influence of the economist that mainly matters is an influence over laymen, politicians, journalists, civil servants and the public generally. There is no reason why a man who has made a distinctive contribution to economic science should be omnicompetent on all problems of society \u2013 as the press tends to treat him till in the end he may be persuaded to believe \u2026 I am not sure that it is desirable to strengthen the influence of a few individual economists by such a ceremonial and eye-catching recognition of achievements, perhaps pf the distant past. I am therefore almost inclined to suggest that you require from your laureates an oath of humility, a sort of Hippocratic oath, never to exceed in public pronouncements the limits of their competence\u201c\u009d.<\/p>\n<p>Nun wird die Schwedische Akademie sicher keinem Preistr\u00e4ger ernsthaft einen solchen Eid abverlangen \u2013 und nicht alle w\u00fcrden ihn glaubw\u00fcrdig ablegen k\u00f6nnen. Aber Hayeks (und Keynes\u201c\u02dc) Argument, dass gerade auch die Ideen von \u00d6konomen \u201ein the long term\u201c vielleicht sogar mehr als partikul\u00e4re Interessen einen potentiell ebenso g\u00fcnstigen wie sch\u00e4dlichen Einfluss auf Politik, Presse und \u00f6ffentliche Meinung haben, spricht f\u00fcr Vorsicht. Die \u201eAnma\u00dfung von Wissen\u201c (Hayeks Nobelpreisrede 1974 <a href=\"http:\/\/www.nobelprize.org\/nobel_prizes\/economics\/laureates\/1974\/hayek-lecture.html\">http:\/\/www.nobelprize.org\/nobel_prizes\/economics\/laureates\/1974\/hayek-lecture.html<\/a>) ist gef\u00e4hrlich \u2013 f\u00fcr die \u00d6konomik selbst, aber auch f\u00fcr die von ihr inspirierte Politik, Finanzwelt oder Andere. Und dies nicht nur, wenn Andere der \u201egenobelten\u201c \u00d6konomik blind und in allem vertrauen, sondern auch, wenn sie auf zentrale Einsichten der \u00d6konomik blind in eigener Anma\u00dfung verzichten. Die aktuelle(n) Krise(n) und der aktuelle Nobelpreis liefern hierf\u00fcr diskutierbare Beispiele.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe versucht, drei Argumente gegen einen \u00d6konomie-Nobelpreis \u201ekurz\u201c zu diskutieren. Erst habe ich angedeutet, dass die Stellung der \u00d6konomik zwischen den weichen Disziplinen (wenn es denn \u00fcberhaupt welche sind) \u201eLiteratur\u201c oder \u201eFrieden\u201c und den \u201eharten\u201c Naturwissenschaften eigentlich ganz passend ist. Dann habe ich argumentiert, dass der Nobelpreis innerhalb der \u00d6konomik nicht notwendig ein Moden- oder mainstream- Verst\u00e4rker ist, sondern immerhin besser als die im Wissenschaftsbetrieb selbst generierten Standards geeignet ist, die Vielfalt origineller, schulbildender und praktisch wertvoller Forschung herauszuheben. Schlie\u00dflich blieb das Argument der Anma\u00dfung oder Zumutung von Wissen bzw. das Problem, innerhalb einer meinungsbildenden Kaste einzelne Wenige zu \u201enobeln\u201c.<\/p>\n<p>Gibt es einen \u201egerechten (Nobel-) Preis\u201c jenseits von freien, offenen, wettbewerblichen M\u00e4rkten? Noch so eine fundamentale und fast schon rhetorische Frage, \u00fcber die man viel schreiben k\u00f6nnte (\u00fcber Preise im Sinne von \u201eawards\u201c als extrinsische, aber nichtpekuni\u00e4re Anreize oder Kompensationen hat Bruno Frey in verschiedenen, bzw. mehreren, Publikationen geschrieben, etwa: Frey <a href=\"http:\/\/www.bsfrey.ch\/articles\/458_07.pdf\">http:\/\/www.bsfrey.ch\/articles\/458_07.pdf<\/a>). Sicher nicht! Aber das ist noch kein hinreichender Grund, den Preis abzuschaffen. Solange der \u201eNobel-Preis\u201c die historische, aktuelle und potentielle Vielfalt \u00f6konomischer Forschung besser erfasst als \u00fcbliche wissenschaftsinterne Selektionskriterien; wenn er sich gar zu einem Preis f\u00fcr sozialwissenschaftliche Forschung generell entwickeln k\u00f6nnte; und wenn er dann, bei aller Demut der Preistr\u00e4ger, von Politik und \u00d6ffentlichkeit, ernst genommen w\u00fcrde, w\u00e4re und bliebe er \u00fcberaus wertvoll.<\/p>\n<div><br clear=\"all\" \/><\/p>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Boehm, Stephan, Christian Gehrke, Heinz D. Kurz und Richard Sturn (Hrsg.): <em>Is There Progress in Economis?<\/em>, Cheltenham 2099: Elgar.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Hierzu \u2013 und \u00fcberhaupt zum Streit um den \u00d6konomen-Nobelpreis, zu den Werdeg\u00e4ngen der Nobelpreistr\u00e4ger oder zur Frage des Fortschritts in der \u00d6konomik \u2013 das Buch von Karen Horn: Roads to Wisdom, Cheltenham 2099.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wieder ist der \u201eNobelpreis\u201c f\u00fcr Wirtschaftswissenschaften verk\u00fcndet worden, und wieder ist die Aufregung gro\u00df. 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