{"id":818,"date":"2009-05-04T01:28:03","date_gmt":"2009-05-04T00:28:03","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=818"},"modified":"2024-08-21T11:02:32","modified_gmt":"2024-08-21T10:02:32","slug":"kein-grund-fuer-ein-mea-culpa-die-finanzkrise-ist-keine-krise-der-oekonomen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=818","title":{"rendered":"Kein Grund f\u00fcr ein mea culpa <br><b>Die Finanzkrise ist keine Krise der \u00d6konomen <\/b>"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt angenehmere Zeiten f\u00fcr \u00d6konomen als Krisenzeiten. Soweit ich mich zur\u00fcckerinnere, gingen konjunkturelle Abschwungsphasen meistens mit einem gleichzeitigen, tempor\u00e4ren Ansehensverlust der \u00d6konomen einher. Auf zwei Vorw\u00fcrfe kann man sich in jeder Rezession gefasst machen: <em>Ihr habt diese Krise nicht rechtzeitig vorhergesehen!<\/em> ist der eine, <em>Ihr habt uns mit Euren Politikempfehlungen erst in diesen Schlamassel gebracht!<\/em> ist der andere. Der erste Vorwurf wird aktuell gerne soweit zugespitzt, da\u00df die sch\u00e4rfsten Kritiker der \u00d6konomik gleich v\u00f6llige Nutzlosigkeit unterstellen. Ich glaube, da\u00df dieser Vorwurf auf einem Mi\u00dfverst\u00e4ndnis \u00fcber die Volkswirtschaftslehre als Wissenschaft beruht, das sich leicht aufkl\u00e4ren l\u00e4\u00dft. Der zweite Vorwurf hingegen hat etwas mit Politik zu tun, und wird daher vielleicht nicht ganz so leicht aus der Welt zu schaffen sein.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Das alte Problem der Komplexit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>Es ist eine Binsenweisheit, da\u00df Volkswirtschaften komplexe Systeme sind. Aber es scheint, als w\u00e4ren die Implikationen dieses Gemeinplatzes vielen \u00f6konomischen Laien nicht mehr wirklich pr\u00e4sent. Die eine Implikation ist die fehlende zentrale Steuerbarkeit einer komplexen Volkswirtschaft, welche aus der Unm\u00f6glichkeit folgt, die hierf\u00fcr n\u00f6tigen Informationen \u00fcber individuelle Pl\u00e4ne zu zentralisieren &#8212; und dies ist, <a href=\"http:\/\/economics.gmu.edu\/pboettke\/pubs\/pdf\/Economic_Calculation.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">wie wir wissen<\/a>, ein Problem des Prinzips, nicht der Rechenleistung. Damit ist aber auch klar, da\u00df wissenschaftliche Prognosen \u00fcber dieses System auf vereinfachten Modellen und unvollst\u00e4ndigen Informationen beruhen m\u00fcssen. Daran kann auch kein wissenschaftlicher Fortschritt jemals etwas \u00e4ndern. Wenn ein Zentralplaner nicht in der Lage ist, alles notwendige Wissen zur effizienten Steuerung einer Volkswirtschaft zu zentralisieren, dann kann der Wissenschaftler dies zu Prognosezwecken auch nicht.<\/p>\n<p>Es gibt aber noch eine weitere Implikation von Komplexit\u00e4t f\u00fcr den Prognostiker: Er mu\u00df mit der Existenz von Bifurkationen umgehen. Zu jedem Zeitpunkt sind f\u00fcr die Zukunft verschiedene Entwicklungspfade m\u00f6glich, abh\u00e4ngig von der Konstellation zahlreicher Parameter. Damit sind aber alle \u00f6konomischen Prognosen grunds\u00e4tzlich bedingte Aussagen: <em>Wenn<\/em> sich die Randbedingungen in einer bestimmten Weise entwickeln, <em>dann<\/em> k\u00f6nnen wir mit einer Wachstumsrate des BIP von x Prozent rechnen. Seri\u00f6serweise k\u00f6nnen wir aber f\u00fcr das Eintreten verschiedener Szenarien nicht einmal Wahrscheinlichkeiten angeben. Welcher Sachverst\u00e4ndigenrat von \u00d6konomen h\u00e4tte vor zwei Wochen die M\u00f6glichkeit des Ausbruchs einer Schweinegrippen-Pandemie vorhergesehen und die damit verbundenen negativen Angebots- und Nachfrageschocks als m\u00f6gliches Szenario in seinem Gutachten ber\u00fccksichtigt?<\/p>\n<p>Komplexit\u00e4t bedeutet aber nat\u00fcrlich nicht die Unm\u00f6glichkeit von \u00d6konomik als Wissenschaft. In seinem l\u00e4ngst zum Klassiker avancierten Essay zur <em>Theorie komplexer Ph\u00e4nomene<\/em> hat Friedrich von Hayek bereits umrissen, was m\u00f6glich ist. Er nannte das Mustervorhersagen und er meinte damit letztlich die oben schon erw\u00e4hnten bedingten Aussagen. Wir k\u00f6nnen prognostizieren, da\u00df unter bestimmten Bedingungen ein bestimmtes Szenario eintreten wird. Aber viele relevante Randbedingungen liegen weit jenseits der Expertise von \u00d6konomen &#8212; ihre Entwicklung ist f\u00fcr uns exogen, wir k\u00f6nnen sie nicht vorhersagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Die Immobilienblase<\/strong><\/p>\n<p>Man kann das alles auch anhand der aktuellen Finanzkrise illustrieren. \u00d6konomen wu\u00dften schon lange vor dieser Krise, da\u00df allzu expansive Geldpolitik zu Spekulationsblasen auf den M\u00e4rkten f\u00fcr Verm\u00f6genswerte f\u00fchrt &#8212; vor allem dann, wenn der Wettbewerbsdruck auf den G\u00fcterm\u00e4rkten globalisierungsbedingt so stark ist, da\u00df sich Inflationstendenzen dort nicht recht durchsetzen k\u00f6nnen. Lange Phasen der Greenspan-\u00c4ra wurden von akademischen Warnungen in dieser Hinsicht begleitet, zumal die ungewollten Nebenwirkungen expansiver Geldpolitik noch duch den enormen Zuflu\u00df von europ\u00e4ischen und asiatischen Ersparnissen in die USA verst\u00e4rkt wurden. Da haben wir also eine allgemeine Mustervorhersage, die sich im Nachhinein als zutreffend erwiesen hat. Schwieriger wird es dann schon, wenn es darum geht, eine einzelne Spekulationsblase zu identifizieren und das mit ihr verbundene Risiko abzusch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Wahrscheinlich gibt es niemanden, der besser \u00fcber die Daten und Details des amerikanischen Immobilienmarktes informiert ist, als Karl Case und Robert Shiller. Im Jahr 2003 haben beide eine <a href=\"http:\/\/www.econ.yale.edu\/%7Eshiller\/pubs\/p1089.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Studie in den Brookings Papers on Economic Activity<\/a> ver\u00f6ffentlicht, in der sie untersucht haben, ob es eine Blase auf dem Immobilienmarkt gibt. Die Vermutung, da\u00df es so ist, geisterte damals schon l\u00e4nger durch den akademischen Diskurs und auch durch die \u00f6ffentliche Diskussion. Ihre Schlu\u00dffolgerung war aber etwas differenzierter: Es gebe zwar eine Immobilienpreisblase in den USA, schrieben sie 2003, aber nur auf wenigen lokalen M\u00e4rkten. In der \u00fcberwiegenden Mehrzahl der Staaten lie\u00df sich der Anstieg der H\u00e4userpreise fast vollst\u00e4ndig mit einem Anstieg der Einkommen erkl\u00e4ren, und nur in wenigen Boomregionen wie Kalifornien, New York und New Jersey war dies anders. Case und Shiller versuchten au\u00dferdem, etwas \u00fcber die Motive von Hausk\u00e4ufern in Erfahrung zu bringen. Sie f\u00fchrten eine Umfrage durch, deren zentrales Ergebnis war, da\u00df ein gro\u00dfer Teil der Immobilienk\u00e4ufer vor allem in diesen Boomregionen von steigenden Preisen in der Zukunft ausging, so da\u00df weniger der Konsumnutzen des eigenen Hauses, als das Investitionsmotiv im Vordergrund stand. Die weite Verbreitung dieses Spekulationsmotivs beim H\u00e4userkauf deuteten sie als Indiz f\u00fcr eine entstehende Immobilienblase.<\/p>\n<p>Die Blase war damit identifiziert, zumindest in lokalen M\u00e4rkten, aber die wirtschaftspolitischen Schlu\u00dffolgerungen aus diesem Ergebnis waren noch zu kl\u00e4ren. Case und Shiller sahen keinen gro\u00dfen Anla\u00df zur Beunruhigung. In den Gegenden, in denen sich der vergangene H\u00e4userpreisanstieg durch Einkommenszuw\u00e4chse erkl\u00e4ren lie\u00df, m\u00fcsse man auch bei einem Platzen der Blase kein Sinken der nominalen H\u00e4userpreise bef\u00fcrchten. Die lokalen Blasen w\u00fcrden au\u00dferdem wahrscheinlich nicht gleichzeitig platzen, so da\u00df aus gesamtwirtschaftlicher Sicht kein Grund zu gro\u00dfer Sorge best\u00fcnde. Es kam bekanntlich anders: Die Immobilienblase schwoll nach Ver\u00f6ffentlichung des Papiers noch sehr viel weiter an, nachdem das <em>sub-prime<\/em>-Marktsegment zu florieren begann. Als die Blase dann platzte, sanken die Immobilienpreise nicht asynchron, sondern gleichzeitig und sie sanken auch auf M\u00e4rkten, die Case und Shiller noch f\u00fcr sicher hielten. Von den untersch\u00e4tzten gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen ganz zu schweigen. Haben hier also zwei prominente Volkswirte versagt?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Schweine im Weltall<\/strong><\/p>\n<p>An <a href=\"http:\/\/publiceconomist.blogger.de\/stories\/1384095\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">anderer Stelle<\/a> habe ich das grunds\u00e4tzliche Problem der \u00d6konomik schonmal mit den Schwierigkeiten von Astronomen verglichen, die sich mit der Gef\u00e4hrdung der Erde durch Asteroiden besch\u00e4ftigen. Die grunds\u00e4tzliche Warnung, da\u00df immer mal wieder, alle paar zehntausend Jahre, ein gr\u00f6\u00dferer Asteroid auf Kollisionskurs vorbeikommt, steht im Raum. Trotzdem kommt es immer wieder vor, da\u00df Asteroiden, die uns nur ziemlich knapp verfehlen, erst in letzter Minute entdeckt werden. W\u00fcrden wir uns nicht sicherer f\u00fchlen, wenn Astronomen zuverl\u00e4ssig alle potentiell gef\u00e4hrlichen Himmelsk\u00f6rper wenigstens ein, zwei Jahre vor dem m\u00f6glicherweise katastrophalen Ergeignis entdecken w\u00fcrden? Und es kommt noch schlimmer: Manchmal werden Entdeckungen von Amateuren gemacht, die mit einem Refraktor auf ihrem Garagendach sitzen! Wof\u00fcr leisten wir uns eigentlich die teuren Profis?!<\/p>\n<p>Ein anderes, aktuelles Beispiel ist die Schweinegrippe. Nach allem, was man als medizinischer Laie dar\u00fcber h\u00f6rt, war es den meisten Experten klar, da\u00df fr\u00fcher oder sp\u00e4ter wieder eine neue Virusvariante den Weg vom Tier zum Menschen finden w\u00fcrde. Die Experten warnten auch, da\u00df irgendwann eine solche Virusvariante ansteckend genug sein werde, um eine neue Pandemie auszul\u00f6sen. Es war allerdings kein Experte in der Lage, zu prognostizieren, da\u00df im April 2009 in Mexiko ein m\u00f6glicherweise gef\u00e4hrliches Grippevirus vom Schwein auf den Menschen \u00fcberspringen w\u00fcrde. Wenn wir Mitte April eine Umfrage unter Virologen durchgef\u00fchrt h\u00e4tten, w\u00e4re niemand von ihnen in der Lage gewesen, begr\u00fcndet zu sagen: <em>Mexiko, in zwei Wochen! Besorgt Euch rechtzeitig eine Wagenladung Tamiflu!<\/em>. Wieder war nur die allgemeine Mustervorhersage m\u00f6glich: <em>Wenn<\/em> irgendwann und irgendwo eine Reihe von Bedingungen eintreten, <em>dann<\/em> wird es zu einer Pandemie kommen.<\/p>\n<p>Die Probleme \u00e4hneln sich: Mediziner k\u00f6nnen nicht alle dort drau\u00dfen vor sich gehenden Virusmutationen erfassen und beobachten, also werden sie niemals den Ausbruch einer Pandemie \u00f6rtlich und zeitlich exakt voraussagen k\u00f6nnen. Astronomen sind kaum in der Lage, alle kleinen Himmelsk\u00f6rper zu erfassen und zu beobachten, also k\u00f6nnen sie nicht sagen, wann genau in der Zukunft mal wieder ein gr\u00f6\u00dferer Asteroid mit der Erde kollidieren wird. Und \u00d6konomen k\u00f6nnen weder die individuellen Motive aller Konsumenten und Hausk\u00e4ufer beobachten, noch k\u00f6nnen oder sollten sie die Bilanzen aller Unternehmen nach unsicheren Positionen durchforsten. Auch wir \u00d6konomen k\u00f6nnen nur allgemein warnen, da\u00df es unter bestimmten Bedingungen zu einer Spekulationsblase und einem anschlie\u00dfenden Crash kommen wird, aber Zeit, Ort und Schadensumfang werden wir ex ante niemals genau benennen k\u00f6nnen. Dazu ist der Untersuchungsgegenstand einfach zu komplex.<\/p>\n<p>Erstaunlich ist nur, da\u00df die meisten der naiveren Kritiker, die der \u00d6konomik heutzutage nachstellen, dies nicht wahrhaben wollen. Wirtschaft wird von Menschen gemacht, also sollte sie auch von Menschen \u00fcberschaubar und kontrollierbar sein &#8212; das ist wohl der dahinter stehende Gedanke. Die Komplexit\u00e4t des allt\u00e4glichen Koordinationswunders der modernen Marktwirtschaft wird einfach nicht wahrgenommen. Dann ist es aber nat\u00fcrlich auch leicht, von \u00d6konomen zu fordern, da\u00df sie Marktergebnisse genauso exakt prognostizieren sollen, wie ein Physiklehrer das Ergebnis eines Schulexperiments in klassischer Mechanik. Diese Forderung basiert aber, das mu\u00df man nochmal ausdr\u00fccklich sagen, auf einer fundamentalen Fehlwahrnehmung des Untersuchungsgegenstandes.<\/p>\n<p>Case und Shiller haben ihre Prognose \u00fcber die Gefahren eines Platzens der Immobilienblase auf der Grundlage beschr\u00e4nkter Informationen abgegeben. Die den gesamten Finanzsektor betreffende Ansteckungsgefahr durch Kreditversicherungen und Verbriefungen von Hypothekenkrediten war damals noch nicht, wie heute, allgemein bekannt. In den folgenden Jahren, als zus\u00e4tzliche Informationen bekannt wurden, sind allerdings auch die Warnungen vor der Spekulationsblase und ihrem Platzen deutlicher geworden. Die Risiken wurden von vielen amerikanischen \u00d6konomen nun viel realistischer eingesch\u00e4tzt. Da\u00df solche Warnungen von den politischen Entscheidungstr\u00e4gern nicht geh\u00f6rt wurden, da\u00df ein sanftes Luftablassen aus der Immobilienblase nicht einmal versucht wurde, da\u00df im Gegenteil eine immer gro\u00dfz\u00fcgigere Hypothekenvergabe das politische Ziel war &#8212; das alles steht auf einem ganz anderen Blatt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Der \u00d6konom ist immer der T\u00e4ter<\/strong><\/p>\n<p>Beim Lesen alter Krimis konnte man sich angeblich immer darauf verlassen, da\u00df der G\u00e4rtner der M\u00f6rder war. Im modernen Wirtschaftskrimi dagegen ist der \u00d6konom, im Zweifelsfall: der neoliberale \u00d6konom, stets der T\u00e4ter. Und war es in diesem Fall nicht wirklich so? David X. Li ist ein sino-amerikanischer \u00d6konom und Statistiker. Im Jahr 2000 ver\u00f6ffentlichte er ein Papier, in dem er einen Ansatz vorschl\u00e4gt, mit dem auf der Grundlage der Marktpreise von <em>credit default swaps<\/em> die Korrelation zwischen den Eintrittswahrscheinlichkeiten von Zahlungsunf\u00e4higkeiten berechnet werden k\u00f6nnen. Eine typische Frage w\u00e4re etwa: Wie hoch ist die Korrelation zwischen den Risiken, da\u00df sowohl A in Alabama als auch W in Wyoming ihre Hypothekenraten nicht mehr zahlen k\u00f6nnen? Wenn man die Korrelation kennt, kann man verschiedene Hypotheken zu einem verbrieften Papier zusammenfassen, es bewerten und damit handeln. Der Wirtschaftsjournalist und Blogger Felix Salmon beschreibt <a href=\"http:\/\/www.wired.com\/techbiz\/it\/magazine\/17-03\/wp_quant?currentPage=all\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">in einem unbedingt lesenswerten Artikel<\/a> eindrucksvoll, welche Auswirkungen Lis Vorschlag auf Wall Street hatte: Der Handel mit verbrieften, also geb\u00fcndelten Krediten kam in gigantischem Umfang in Gang.<\/p>\n<p>Haben wir mit David X. Li also einen \u00d6konomen auf frischer Tat ertappt? Nicht wirklich. Sein Papier <a href=\"http:\/\/www.iijournals.com\/JFI\/default.asp?Page=2&amp;ISS=8209&amp;SID=319253\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">erschien in einem akademischen Journal<\/a>. Dort ver\u00f6ffentlicht man aber keine Handlungsanweisungen f\u00fcr die Finanzindustrie und keine Anleitungen f\u00fcr erfolgreiches Investmentbanking. Li schl\u00e4gt in seinem Papier schlicht und einfach eine neue Herangehensweise zur Analyse eines Problems vor, und sein Vorschlag beruht nat\u00fcrlich auf vereinfachenden Modellannahmen. Wie Salmon berichtet, warnte Li schon fr\u00fch die Anwender seines Ansatzes, da\u00df sie die Zahlen, die seine Formel ausspuckt, keinesfalls f\u00fcr bare M\u00fcnze nehmen d\u00fcrfen, sondern da\u00df es sich hier um \u00e4u\u00dferst interpretationsbed\u00fcrftige Resultate handelt. Die Praktiker hat das offenbar leider nicht gest\u00f6rt.<\/p>\n<p>Damit ist Li wohl mehr oder weniger exkulpiert, aber die popul\u00e4re \u00d6konomenkritik hat sich ja ohnehin auf ein ganz anderes Feindbild fokussiert: Sie sieht \u00d6konomen vor allem als Bef\u00fcrworter m\u00f6glichst unregulierter M\u00e4rkte und glaubt, da\u00df fehlendes Eingreifen staatlicher Stellen in die Finanzm\u00e4rkte f\u00fcr die aktuelle Krise verantwortlich sei. In der ersten Behauptung steckt sicherlich mehr als ein K\u00f6rnchen Wahrheit; die meisten \u00d6konomen gehen wohl zun\u00e4chst einmal davon aus, da\u00df der Preismechanismus individuelle Pl\u00e4ne in der Regel effizient koordiniert. Es gibt sicherlich so etwas wie eine implizite Effizienzvermutung f\u00fcr den freien Markt und eine ebenso implizite Forderung, da\u00df man vom Sinn staatlicher Regulierung erst m\u00fchsam \u00fcberzeugt werden will. Dies bedeutet aber im Umkehrschlu\u00df, da\u00df \u00d6konomen entgegen dem popul\u00e4ren Vorurteil f\u00fcr einen <a href=\"http:\/\/www.coll.mpg.de\/pdf_dat\/2008_43online.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> gut begr\u00fcndeten, sinnvollen Regulierungsrahmen<\/a> stets zu gewinnen sind.<\/p>\n<p>Wahrscheinlich ist es so, da\u00df die Behauptung einer angeblichen Deregulierungswut von \u00d6konomen und deren Verantwortung f\u00fcr Krisen eine entlastende Wirkung f\u00fcr viele Kritiker hat. Roger Congleton hat ein <a href=\"http:\/\/www.rdc1.net\/forthcoming\/Political%20Economy%20of%20Financiall%20Crisis%20of%202008%20_5_.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">demn\u00e4chst in <em>Public Choice<\/em> erscheinendes Papier<\/a> geschrieben, in dem er eine penible Chronologie und Analyse der Finanzkrise vorlegt. Der Leser erf\u00e4hrt einiges \u00fcber Fehlentwicklungen im privaten Sektor. Wirklich atemberaubend ist aber auch die lange Kette von fatalen Entscheidungen im \u00f6ffentlichen Sektor. Unabh\u00e4ngig davon, ob Demokraten oder Republikaner die Mehrheit im Kongre\u00df oder den Pr\u00e4sidenten stellten, dominierten stets populistische Motive und die kurzfristige Perspektive. Bereits 2004 wies beispielsweise Alan Greenspan in einer Anh\u00f6rung im Kongre\u00df deutlich auf Risiken im System der Hypothekenfinanzierung hin. Das hinderte die zust\u00e4ndige Regulierungsbeh\u00f6rde allerdings nicht, den eingeschlagenen Pfad weiter zu verfolgen. Das Wachstum des <em>sub-prime<\/em>-Marktsegmentes wurde nicht beschr\u00e4nkt. Die von Congleton geschilderte Vorgeschichte der Finanzkrise ist ein einziges, langes Desaster f\u00fcr jeden, der ernsthaft glaubt, da\u00df der Staat zu effizientem Interventionismus in der Lage ist. Ist es da ein Wunder, da\u00df die Anh\u00e4nger eines solchen Interventionismus einen S\u00fcndenbock suchen und lieber den angeblich blinden und deregulierungsw\u00fctigen \u00d6konomen die Schuld zuschieben?<\/p>\n<p>Dabei ist die Realit\u00e4t deutlich komplizierter. Im Laufe des letzten Jahrzehnts, als auch private Investmentbanken aus aller Welt in den zuvor fast ausschlie\u00dflich von Fannie Mae und Freddie Mac beherrschten Markt f\u00fcr <em>mortgage backed securities<\/em> einstiegen, wuchs mit der Gr\u00f6\u00dfe des Marktes auch das Risiko f\u00fcr das gesamte Finanzsystem. Die problematischen Anreize, die vom Weiterreichen von Kreditrisiken ausgingen, waren alle schon vorher vorhanden, als nur die halbstaatlichen den Markt beherrschten. Aber deren Bankrott h\u00e4tte das Finanzsystem wohl ohen gro\u00dfe Schwierigkeiten vertragen. Als private Investmentbanken das problematische Gesch\u00e4ftsmodell von Fannie Mae und Freddie Mac imitierten und der Markt wuchs, da wurde es kritisch. Das wissen wir heute &#8212; im Nachhinein. Der <a href=\"http:\/\/www.cis.org.au\/policy\/spring04\/spring04-3.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Preis von Freiheit und Offenheit<\/a> besteht wohl darin, da\u00df man gelegentlich, wenn man Neues ausprobiert, aus Fehlern lernt. Versuch und Irrtum sind Triebfedern des Fortschritts offener Gesellschaften, das sah schon Karl Popper so. Ex post zu behaupten, ein idealer staatlicher Regulierer h\u00e4tte alles bereits ex ante effizient und schmerzlos geregelt, wenn nur neoliberale \u00d6konomen es ihm nicht ausgeredet h\u00e4tten &#8212; diese Behauptung ist schlicht unredlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Eine Schlu\u00dfbemerkung<\/strong><\/p>\n<p>Nach dieser etwas l\u00e4ngeren Verteidigung der \u00d6konomik ist wohl noch ein Nachwort angebracht: Nat\u00fcrlich gibt es noch viel zu lernen und besser zu verstehen. Nat\u00fcrlich arbeiten wir nicht mit den besten vorstellbaren Modellen. Nat\u00fcrlich gibt es noch viele Wirkungskan\u00e4le, die empirisch zu entdecken sind. Wenn die \u00d6konomen ihren Untersuchungsgegenstand bestm\u00f6glich verstehen w\u00fcrden, dann k\u00f6nnte man die meisten Fakult\u00e4ten schlie\u00dfen, weil es ja nichts mehr zu erforschen g\u00e4be. Aber die am wissenschaftlichen Fortschritt interessierte Kritik der \u00d6konomik ist eine andere, eine sachliche, eine mit ernsthaften Zielen. Diese Kritik ist wichtig. Hier ging es aber stattdessen um die manchmal aggressive, popul\u00e4re Kritik an der \u00d6konomik. Diese Kritik scheint auf Irrt\u00fcmern zu beruhen, etwa wenn sie \u00d6konomen f\u00fcr Ingenieure im Maschinenraum der Gesamtwirtschaft h\u00e4lt, und damit auch impliziert, \u00d6konomen seien die Verantwortlichen f\u00fcr den traurigen Zustand der Volkswirtschaft in Zeiten der Finanzkrise. Eigentlich alle argumentativen Voraussetzungen, auf denen die popul\u00e4re \u00d6konomenkritik beruht, scheinen aber falsch zu sein.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt angenehmere Zeiten f\u00fcr \u00d6konomen als Krisenzeiten. Soweit ich mich zur\u00fcckerinnere, gingen konjunkturelle Abschwungsphasen meistens mit einem gleichzeitigen, tempor\u00e4ren Ansehensverlust der \u00d6konomen einher. Auf zwei Vorw\u00fcrfe kann man sich in jeder Rezession gefasst machen: Ihr habt diese Krise nicht rechtzeitig vorhergesehen! ist der eine, Ihr habt uns mit Euren Politikempfehlungen erst in diesen Schlamassel gebracht! ist der andere. Der erste Vorwurf wird aktuell gerne soweit zugespitzt, da\u00df die sch\u00e4rfsten Kritiker der \u00d6konomik gleich v\u00f6llige Nutzlosigkeit unterstellen. Ich glaube, da\u00df dieser Vorwurf auf einem Mi\u00dfverst\u00e4ndnis \u00fcber die Volkswirtschaftslehre als Wissenschaft beruht, das sich leicht aufkl\u00e4ren l\u00e4\u00dft. 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