{"id":8432,"date":"2012-01-29T00:01:53","date_gmt":"2012-01-28T23:01:53","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=8432"},"modified":"2024-07-07T11:20:41","modified_gmt":"2024-07-07T10:20:41","slug":"es-wachst-nicht-zusammen-was-nicht-zusammen-gehortwirtschaftliche-heterogenitat-zerstort-den-euro","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=8432","title":{"rendered":"Es w\u00e4chst nicht zusammen, was nicht zusammen geh\u00f6rt<br><font size=3; color=grey>Wirtschaftliche Heterogenit\u00e4ten zerst\u00f6ren den Euro<\/font>"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><em>\u201eDie Europ\u00e4ische W\u00e4hrungsunion ist ein Spiel, bei dem 17 L\u00e4nder hinter dem Geld der anderen her sind und am Ende zahlt immer Deutschland.\u201c<\/em> (Norbert Berthold)<\/p><\/blockquote>\n<p>Europa ist in einer tiefen Krise. Der Euro k\u00e4mpft ums \u00dcberleben. Die Staatsfinanzen sind zerr\u00fcttet, bei den einen mehr, bei anderen (noch) weniger. Einige L\u00e4nder stehen vor der finanziellen Pleite. Wirtschaftlich driftet Europa auseinander. Die L\u00e4nder wachsen unterschiedlich schnell. Vielen mangelt es an Wettbewerbsf\u00e4higkeit. Die Leistungsbilanzsalden divergieren. Kapital flieht in Scharen aus der Peripherie ins (deutsche) Zentrum. Die fiskalische Rettung verl\u00e4uft chaotisch. Ein Gipfel jagt den n\u00e4chsten. Die Politik agiert hilflos, die M\u00e4rkte misstrauen ihr. Fiskalische Rettungsschirme sind l\u00f6chrig wie Schweizer K\u00e4se. Die EZB ist bem\u00fcht, das Schlimmste zu verhindern, Tabubr\u00fcche pflastern ihren Weg. Und es herrscht wieder politischer Unfriede in Europa. Retter f\u00fchlen sich \u00fcber den Tisch gezogen, die zu Rettenden von den Rettern entm\u00fcndigt. Die wirtschaftliche und politische Integration steht auf dem Spiel. Der Euro hat Europa nicht geeint, er hat Europa gespalten. Ein alter Glaubenssatz scheint wieder aktuell: W\u00e4hrungsunionen mit wirtschaftlich heterogenen L\u00e4ndern sind inh\u00e4rent instabil.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Der empirische Befund<\/strong><\/p>\n<p>Ein politisch integriertes Europa mit m\u00f6glichst vielen Mitgliedern ist das Ziel europ\u00e4ischer Politik. Die \u00f6konomische Integration soll helfen, schneller zum politischen Ziel zu kommen. Ein europ\u00e4ischer Binnenmarkt mit offenen G\u00fcter- und Faktorm\u00e4rkten kann eine wirksame Hilfe sein. Ob auch eine einheitliche W\u00e4hrung hilft, die politische Integration zu forcieren, ist umstritten. Die Idee \u201eone market, one money\u201c ist eine Schnapsidee. Uneinigkeit herrscht auch \u00fcber die Schrittfolge von wirtschaftlicher und monet\u00e4rer Integration. \u00d6konomisten und Monetaristen streiten seit langem dar\u00fcber. Die Monetaristen wollen bei einer W\u00e4hrungsunion m\u00f6glichst viele L\u00e4nder mit dabei haben. Sie pl\u00e4dieren auch bei wirtschaftlich heterogenen Mitgliedern f\u00fcr eine einheitliche W\u00e4hrung. Es gilt das Prinzip Hoffnung. Das enge monet\u00e4re Korsett einer einheitlichen W\u00e4hrung homogenisiere die wirtschaftliche Entwicklung. Das sehen die \u00d6konomisten anders. Eine gemeinsame W\u00e4hrung sei nur stabil, wenn die Mitglieder wirtschaftlich nicht zu heterogen sind. Nur wenn sich die L\u00e4nder wirtschaftlich nicht zu sehr unterscheiden, mache es Sinn, eine gemeinsame W\u00e4hrung einzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Es ist beiden &#8211; \u00d6konomisten und Monetaristen &#8211; klar, wirtschaftliche Heterogenit\u00e4ten einer W\u00e4hrungsunion k\u00f6nnen einen Transferbedarf ausl\u00f6sen. Wirtschaftlich schw\u00e4chere L\u00e4nder werden von st\u00e4rkeren finanziell unterst\u00fctzt. Das kann aus Gr\u00fcnden der Solidarit\u00e4t oder Effizienz geschehen. Die \u00d6konomisten sind skeptisch. Sie glauben nicht an die wirtschaftlich homogenisierende Kraft einer gemeinsamen W\u00e4hrung. Deshalb wollen sie nur L\u00e4nder in eine W\u00e4hrungsunion aufnehmen, die bereits wirtschaftlich \u00e4hnlich entwickelt sind. Das mindere die Gefahr, dass sich eine W\u00e4hrungsunion zu einer Transferunion entwickelt. Die Idee eines Kerneuropas ist die konsequente Weiterentwicklung dieses Gedankens. Auch aus diesen Gr\u00fcnden lehnten 62 \u00d6konomieprofessoren im Jahre 1992 die Einf\u00fchrung des Euro ab. Am Ende haben sich allerdings die Monetaristen durchgesetzt. Die Politik wollte m\u00f6glichst viele Mitglieder in der W\u00e4hrungsunion. Italien, Irland, Portugal und Spanien wurden trotz gro\u00dfer \u00f6konomischer Bedenken aufgenommen. Die EWU wurde sp\u00e4ter noch heterogener als weitere wirtschaftlich weniger entwickelte L\u00e4nder wie Griechenland hinzukamen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/varko.png\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"Variationskoeffizient\" src=\"\/wordpress\/bilder\/varko.png\" alt=\"Variationskoeffizient\" width=\"400\" \/><\/a><br \/>\n<small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Es scheint so, als h\u00e4tten die \u00d6konomisten mit ihrer skeptischen Haltung wohl Recht behalten. Die Mitglieder der Eurozone sind wirtschaftlich nicht homogener, sie sind im Laufe der Zeit noch ungleicher geworden. Heute streuen die Pro-Kopf-Einkommen st\u00e4rker als zu Beginn der EWU. Das ist in Deutschland anders. Dort haben sich die Regionen langsam wirtschaftlich einander angen\u00e4hert. Die eigentlich spannende Entwicklung hat allerdings in den USA stattgefunden. Auch in diesem gro\u00dfen W\u00e4hrungsraum haben sich die Bundesstaaten wirtschaftlich auseinander entwickelt. Das Niveau der wirtschaftlichen Einkommensungleichheit ist zwar geringer als in der Eurozone. Der stetige Anstieg der regionalen Ungleichheit \u00e4hnelt allerdings dem in der EWU. Trotzdem ist der amerikanische W\u00e4hrungsraum nicht in Gefahr auseinanderzubrechen. Es scheint also grunds\u00e4tzlich m\u00f6glich, dass eine W\u00e4hrungsunion stabil ist, obwohl die Regionen wirtschaftlich heterogen sind. Die spannende Frage ist deshalb: Warum ist der europ\u00e4ische W\u00e4hrungsraum instabil, der amerikanische aber offensichtlich stabil?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Drei verschiedene Wege<\/strong><\/p>\n<p>Die Mitglieder von W\u00e4hrungsunionen k\u00f6nnen auf inter-regionale Ungleichheiten unterschiedlich reagieren. Sie k\u00f6nnen sie ignorieren, ganz vorn auf die Agenda setzen oder einen Mittelweg gehen. Der wettbewerbliche F\u00f6deralismus schl\u00e4gt den ersten Weg ein. Er setzt auf Subsidiarit\u00e4t, Dezentralisierung und Standortwettbewerb. Der inter-regionale Ausgleich spielt eine untergeordnete Rolle. Die Mitglieder einigen sich darauf, nur solche Aufgaben \u2013 inter-regionale \u00f6ffentliche G\u00fcter &#8211; zu zentralisieren, bei denen die L\u00e4nder \u00fcberfordert sind. Alle anderen Aktivit\u00e4ten staatlicher Instanzen werden dezentralisiert. L\u00e4nder und ihre Gebietsk\u00f6rperschaften sind autonom. Sie agieren selbst\u00e4ndig, m\u00fcssen aber auch f\u00fcr die Folgen ihres Tuns einstehen. Die autonomen Gliedstaaten k\u00f6nnen sich verschulden. Allerdings m\u00fcssen sie f\u00fcr die Lasten der Verschuldung auch einstehen. Ein Bail-Out ist ausgeschlossen, Pleiten sind m\u00f6glich. Es wird ein reger Standortwettbewerb mit Steuern, Leistungen und Regulierungen initiiert. Inter-regionale Ungleichheiten werden in Kauf genommen. Ein solcher W\u00e4hrungsraum ist stabil.<\/p>\n<p>Eine W\u00e4hrungsunion kann dem zweiten Weg folgen und den Kampf gegen inter-regionale Ungleichheiten in den Vordergrund r\u00fccken. Die Voraussetzungen kann ein zentral organisierter W\u00e4hrungsraum schaffen. Dieser Weg setzt auf Zentralisierung, Harmonisierung und Kartellierung. Den L\u00e4ndern wird die fiskalische Autonomie entzogen. \u00dcber staatliche Leistungen und deren Finanzierung wird zentral entschieden. Fiskalisches \u201emoral hazard\u201c der Mitglieder ist nicht m\u00f6glich. Alle Wirtschaftspolitik ist einheitlich. Auch \u00fcber den Kampf gegen inter-regionale Ungleichheiten wird zentral entschieden. \u00dcber Ausgleichsmechanismen kann zugunsten wirtschaftlich schw\u00e4cherer und zu Lasten wirtschaftlich st\u00e4rkerer Regionen umverteilt werden. Inter-regionale Ungleichheiten bringen eine so organisierte W\u00e4hrungsunion nicht ins Trudeln. Dennoch ist ein solcher W\u00e4hrungsraum inh\u00e4rent instabil. Er hat eine andere Achillesferse. Heterogene Pr\u00e4ferenzen der B\u00fcrger fallen unter den Tisch. Die zentralistische Politik wirkt asymmetrisch und destabilisierend. Ein Wettbewerb der besten Ideen findet nicht statt. Eine zentralistische W\u00e4hrungsunion scheitert an der mangelnden Dynamik der wirtschaftlichen Entwicklung.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich gehen stabile W\u00e4hrungsunionen mit einem Mix aus Wettbewerb und Solidarit\u00e4t meist einen dritten Weg. Sie setzen auf den Standortwettbewerb der Mitglieder und versuchen die effizienzverschlingenden Effekte der Solidarit\u00e4t in Grenzen zu halten. Das beste Beispiel sind die <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=5977\">USA<\/a>. Ein wichtiges Element sind stark integrierte Arbeitsm\u00e4rkte. Flexible L\u00f6hne und mobile Arbeit helfen, exogene Schocks abzufedern. Das ist bei konjunkturellen und strukturellen Asymmetrien eine gro\u00dfe Hilfe. Der wettbewerbliche F\u00f6deralismus ist ein zweites Element der amerikanischen Finanzverfassung. Die Bundesstaaten stehen in einem intensiven Standortwettbewerb. Eine strikte No-Bail-Out-Klausel verhindert, dass fiskalisches Trittbrettfahrerverhalten den Wettbewerb verzerrt. Aber auch die USA kommen nicht ganz ohne regionalen finanziellen Ausgleich aus. Allerdings konzentriert sich dieses dritte Element auf asymmetrische tempor\u00e4re Schocks. \u00dcber eine zentrale Arbeitslosenversicherung werden Lasten inter-regional umverteilt. Direkte Ausgleichsma\u00dfnahmen, um Lebensverh\u00e4ltnisse einander anzugleichen, halten sich dagegen in engen Grenzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Inter-regionale Ungleichheiten bringen die amerikanische W\u00e4hrungsunion nicht ins Wanken. Ein gro\u00dfer, oft kreditfinanzierter Transferbedarf entsteht nicht. Der L\u00f6wenanteil der Lasten wird von den Arbeitnehmern \u00fcber flexible L\u00f6hne und eine hohe Mobilit\u00e4t getragen. Ein glaubw\u00fcrdiger \u201eNo Bail Out\u201c minimiert fiskalisches \u201emoral hazard\u201c. Die Bundesstaaten schlagen fiskalisch nicht st\u00e4ndig \u00fcber die Str\u00e4nge, um auf Kosten der Anderen ihren Lebensstandard zu erh\u00f6hen. Das alles ist in Europa anders. Standortwettbewerb hat keinen guten Ruf, politisch verordnete Solidarit\u00e4t ist oberste moralische Pflicht. Es hat sich ein Recht auf gleichwertige Lebensverh\u00e4ltnisse eingeb\u00fcrgert. Mobilit\u00e4t wird als unzumutbar empfunden, Hemmnisse werden nur z\u00f6gerlich abgebaut. In den K\u00f6pfen der Menschen hat sich ein ungeschriebenes \u201eRecht auf Heimat\u201c entwickelt (<a href=\"http:\/\/www.crema-research.ch\/bawp\/2011-02.pdf\">Ren\u00e9 L. Frey<\/a>). Das macht umfangreiche staatliche Ausgleichsma\u00dfnahmen erforderlich: Auf nationaler Ebene zwischen den Regionen, auf europ\u00e4ischer zwischen den L\u00e4ndern. Inter-regionale Ungleichheiten erzeugen in der EWU deshalb, im Gegensatz zu den USA, einen Transferbedarf. Sie sind eine distributive Achillesferse der Stabilit\u00e4t des Euro.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Kern-EWU rettet Euro<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Die Mitglieder der EWU haben mindestens drei M\u00f6glichkeiten, auf die distributive Bedrohung zu antworten. Mit einer ersten Antwort k\u00f6nnen sie versuchen, inter-regionale Ungleichheiten zu verringern. Offene G\u00fcter- und Faktorm\u00e4rkte st\u00e4rken den Prozess der Konvergenz zwischen L\u00e4ndern und Regionen. Allerdings erleichtern sinkende Transaktionskosten und steigende Skalenertr\u00e4ge die Bildung regionaler Konzentrationen. Cluster beg\u00fcnstigen aber die Divergenz vor allem in den L\u00e4ndern. Ob die Lebensverh\u00e4ltnisse konvergieren, h\u00e4ngt von der St\u00e4rke der beiden gegenl\u00e4ufigen Effekte ab. Divergenzen lassen sich grunds\u00e4tzlich auch mit staatlicher Regionalpolitik verringern. Die Ergebnisse sind allerdings <a href=\"http:\/\/www.oekonomenstimme.org\/artikel\/2011\/03\/wie-interregionale-transferzahlungen-regionale-ungleichheiten-erhoehen\/\">ern\u00fcchternd<\/a>. Empirische Untersuchungen zeigen, dass regional- und strukturpolitische Aktivit\u00e4ten oft die Ungleichheit verst\u00e4rken. Auch nicht besser schneiden Ma\u00dfnahmen des Finanzausgleichs ab. Beide Politikma\u00dfnahmen haben daneben die unangenehme Eigenschaft, wirtschaftliches <a href=\"http:\/\/www.vwl.uni-wuerzburg.de\/fileadmin\/12010400\/diskussionsbeitraege\/dp83.pdf\">Wachstum <\/a>zu behindern. Wir werden also weiter mit inter-regionalen Ungleichheiten leben m\u00fcssen.<\/p>\n<p>In einer zweiten Antwort kann versucht werden, die Gefahr der Ansteckung durch distributive Schocks zu verringern. Das macht zweierlei erforderlich. Zum einen m\u00fcssen die Arbeitsm\u00e4rkte als Sto\u00dfd\u00e4mpfer aktiviert werden. Mit Strukturreformen k\u00f6nnen L\u00f6hne beweglicher, qualifikatorische und regionale Lohnstrukturen flexibilisiert und die berufliche und r\u00e4umliche Mobilit\u00e4t erh\u00f6ht werden. Das ist der amerikanische Weg. Zum anderen m\u00fcssen glaubw\u00fcrdige, sanktionsbewehrte No-Bail-Out-Regeln installiert werden. Das macht es notwendig, Staaten fiskalisch und Banken finanziell an die Kette zu legen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass auf beiden Feldern nicht viel zu erwarten ist. Empirische <a href=\"http:\/\/www.uclouvain.be\/cps\/ucl\/doc\/core\/documents\/Galasso.pdf\">Studien<\/a> kommen zum Ergebnis, dass seit der Einf\u00fchrung des Euro allein leichte Fortschritte auf den G\u00fcterm\u00e4rkten erzielt wurden. Die Arbeitsm\u00e4rkte in Europa sind \u2013 von einigen Ausnahmen abgesehen \u2013 weiter stark <a href=\"http:\/\/www.voxeu.org\/index.php?q=node\/7537\">sklerotisiert<\/a>. Trotz Finanz- und Eurokrise hat es die Politik nicht geschafft, riskante Gesch\u00e4fte der Banken und verantwortungslose Verschuldung der Staaten wirksam zu begrenzen.<\/p>\n<p>Die j\u00fcngsten Erfahrungen in der Eurokrise zeigen, dass es vor allem den L\u00e4ndern der Peripherie in der EWU nur schwer gelingt, die Verschuldung in den Griff zu bekommen und die internationale Wettbewerbsf\u00e4higkeit zu steigern. Damit sind aber dauerhafte finanzielle Transfers von reicheren in \u00e4rmere L\u00e4nder vorprogrammiert. Rettungsschirme und ESM ebnen den Weg zu einer effizienzverschlingenden Transferunion. Ganz Europa droht ein Mezzogiorno-Problem ohne Hoffnung auf Besserung. Das gesamte Projekt des Euro ger\u00e4t in Gefahr, die Feindseligkeiten zwischen Gebern und Nehmern nehmen zu. Es ist deshalb notwendig, dar\u00fcber nachzudenken, ob es nicht sinnvoller ist, die Eurozone zu \u201e<a href=\"http:\/\/www.oekonomenstimme.org\/artikel\/2012\/01\/ein-kerneuropa-waere-die-beste-eurorettung\/\">redimensionieren<\/a>\u201c. Den Kern sollten die L\u00e4nder bilden, die wirtschaftlich \u00e4hnlich entwickelt sind. Das sind vor allem die L\u00e4nder des ehemaligen \u201eDM-Hartw\u00e4hrungsblocks\u201c und Finnland. Die anderen Mitglieder der EWU sollten \u201eUrlaub vom Euro\u201c nehmen und ihn nutzen, um mit einer eigenen, abgewerteten W\u00e4hrung wieder international wettbewerbsf\u00e4hig zu werden. Das w\u00e4re eine R\u00fcckkehr zur Position der \u00d6konomisten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/varko2.png\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"Variationskoeffizient\" src=\"\/wordpress\/bilder\/varko2.png\" alt=\"Variationskoeffizient\" width=\"400\" \/><\/a><br \/>\n<small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die integrationspolitische Strategie in Europa ist gescheitert. Erweitern und vertiefen gelingt nicht simultan. Mit der Integration der G\u00fcter- und Faktorm\u00e4rkte ist man auf einem guten Weg. Das Binnenmarktprojekt ist ein Erfolg, obwohl noch viel zu tun ist. Die Strategie der w\u00e4hrungspolitischen Integration war allerdings ein <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=5593\">Fehlschlag<\/a>. Sie ist falsch konzipiert und voller M\u00e4ngel. Der Sieg der Monetaristen \u00fcber die \u00d6konomisten war ein kostspieliger Pyrrhussieg. Die EWU gef\u00e4hrdet die erreichten wirtschaftlichen und politischen Integrationsfortschritte. Es ist deshalb allerh\u00f6chste Zeit, die w\u00e4hrungspolitische Integration wieder auf das richtige Gleis zu setzen. Die Europ\u00e4ische W\u00e4hrungsunion muss wirtschaftlich homogener werden. Gegenw\u00e4rtig setzt die Heterogenit\u00e4t der Mitgliedsl\u00e4nder die Existenz des Euro aufs Spiel. Notwendig ist eine w\u00e4hrungspolitische Strategie eines Europas der mehreren Geschwindigkeiten. Was auf anderen Gebieten, wie etwa der Sozialpolitik, in der EU erfolgreich praktiziert wird, sollte auch wieder auf w\u00e4hrungspolitischem Gebiet m\u00f6glich werden. Die EWU muss \u201eredimensioniert\u201c werden. Nur ein w\u00e4hrungspolitisches Kerneuropa kann den Euro (vielleicht) noch retten.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDie Europ\u00e4ische W\u00e4hrungsunion ist ein Spiel, bei dem 17 L\u00e4nder hinter dem Geld der anderen her sind und am Ende zahlt immer Deutschland.\u201c (Norbert Berthold) &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=8432\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eEs w\u00e4chst nicht zusammen, was nicht zusammen geh\u00f6rt<br \/><font size=3; color=grey>Wirtschaftliche Heterogenit\u00e4ten zerst\u00f6ren den Euro<\/font>\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n<p><!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on wp_trim_excerpt --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on wp_trim_excerpt --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on wp_trim_excerpt --><\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6,8,33,41,434],"tags":[556,147,636,328,142],"class_list":["post-8432","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-alles","category-europaisches","category-makrooekonomisches","category-ordnungspolitisches","category-waehrungspolitisches","tag-berthold","tag-euro","tag-ewu","tag-ungleichheit","tag-verteilung"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.2 - 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