{"id":8537,"date":"2012-02-13T10:20:19","date_gmt":"2012-02-13T09:20:19","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=8537"},"modified":"2012-02-13T10:20:19","modified_gmt":"2012-02-13T09:20:19","slug":"warum-die-wirtschaftswissenschaft-den-niedergang-der-eurozone-nicht-bremsen-kann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=8537","title":{"rendered":"Warum die Wirtschaftswissenschaft den  Niedergang der Eurozone nicht bremsen kann"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><strong>1.\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0 Die festgefahrene Diskussion<\/strong><\/p>\n<p>Die Erm\u00fcdungserscheinungen sind un\u00fcbersehbar. Die Diskussionen um die L\u00f6sung der europ\u00e4ischen Staatsschuldenkrise haben die Aufnahmebereitschaft der Zuh\u00f6rer \u00fcber Geb\u00fchr in Anspruch genommen. Alle Argumente sind l\u00e4ngst vorgetragen worden, mindestens hundertmal. Das Interesse der Fernsehzuschauer und Zeitungsleser wendet sich folgerichtig anderen Themen zu. Gleichzeitig ist die Schuldenkrise viel zu wichtig, um tatenlos zuzusehen. Deshalb ist es vielleicht an der Zeit f\u00fcr eine kurze Bestandsaufnahme: Wo stehen wir? Was kennzeichnete die vergangene Diskussion \u00fcber die Bew\u00e4ltigung der Staatsschuldenkrise? Was folgt daraus?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die internationale Stimmungslage ist durch eine Mehrheitsposition gekennzeichnet: Der Sparwille der \u00c2\u00a0hochverschuldeten L\u00e4nder sei durch ihre \u2013 nicht immer umgesetzten \u2013 Zugest\u00e4ndnisse doch vorhanden, nur wirke die Sparpolitik nicht hinreichend oder sie wirke zu langsam. Ein Festhalten an der die Staatsausgaben begrenzenden Austerit\u00e4tspolitik wird nicht selten als dumme Sturheit gebrandmarkt. Folglich brauche man stimulierende Ma\u00dfnahmen der Geld- und Fiskalpolitik, also im Wesentlichen das Gegenteil einer Sparpolitik, um die Schuldenkrise zu \u00fcberwinden. Wie man mit h\u00f6heren Neuverschuldungen den Schuldenstand abbauen und wie man mit <em>konjunkturpolitischen<\/em> Instrumenten <em>strukturelle<\/em> Missst\u00e4nde beseitigen kann, bleibt allerdings nebul\u00f6s.<\/p>\n<p>Nach diversen Umfragen lehnen etwa 80 Prozent der deutschen B\u00fcrger den Europ\u00e4ischen Stabilit\u00e4tsmechanismus ESM ab. Umso erstaunlicher ist es, dass nicht eine einzige der etablierten Parteien diesen W\u00fcnschen Rechnung tr\u00e4gt. Stabilit\u00e4tsversprechen werden allenfalls noch an der Person der Bundeskanzlerin festgemacht. Sich auf ihre Standhaftigkeit zu verlassen, w\u00e4re jedoch leichtsinnig (vgl. <a href=\"..\/..\/..\/..\/..\/?p=7370\">http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=7370<\/a>)<\/p>\n<p>Wie konnte die wirtschaftspolitische Diskussion in diese Sackgasse geraten? Als Ursache wird im Folgenden angef\u00fchrt, dass die Wirtschaftswissenschaft grunds\u00e4tzlich nicht dazu in der Lage ist, eine eindeutige und objektive L\u00f6sung des \u00f6konomischen Theoriestreits herbeizuf\u00fchren. Das bedeutet, dass sich nahezu jede Position auf eine wissenschaftliche Fundierung st\u00fctzen kann, sodass letztendlich die (kurzfristig ausgerichteten) subjektiven Interessenlagen der ma\u00dfgeblichen Beteiligten bestimmen, welche Politik sich durchsetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>2.\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0 Theoriekonflikte: Die Wirtschaftswissenschaft kann den Streit der Positionen nicht abschlie\u00dfend kl\u00e4ren<\/strong><\/p>\n<p>Die Volkswirtschaftslehre liefert einen bunten Strau\u00df unterschiedlichster Ans\u00e4tze zur Erkl\u00e4rung mikro- und makro\u00f6konomischer Sachverhalte. Vom Neo-Chartalismus, Postkeynesianismus, der neoklassischen Synthese, dem Neokeynesianismus, Neukeynesianismus \u00fcber die Neuklassik, Theorie realer Konjunkturzyklen und die neue Chicago-Schule bis hin zur alten Chicago-Schule, dem Ordoliberalismus oder der \u00d6sterreichischen Wirtschaftstheorie finden sich die unterschiedlichsten Ans\u00e4tze der makro\u00f6konomischen Wirtschaftsanalyse. Sie unterscheiden sich im Hinblick auf ihre Methoden, ihre wirtschaftspolitischen Grundhaltungen sowie ihre konkreten Gestaltungsempfehlungen. Wie kann es sein, dass eine Wissenschaft so unterschiedliche Ans\u00e4tze hervorbringt, die zum Teil widerspr\u00fcchliche Inhalte aufweisen und trotzdem alle \u201ewissenschaftlich fundiert\u201c sind?<\/p>\n<p>Die Ursache hierf\u00fcr findet sich im Umstand, dass es grunds\u00e4tzlich nicht m\u00f6glich ist, Theorien abschlie\u00dfend zu verifizieren oder zu widerlegen. Die Probleme der empirischen Validierung beginnen mit der Feststellung, dass die Messung wirtschaftlicher Ph\u00e4nomene nicht unabh\u00e4ngig, sondern theoriegeleitet ist. Das Bruttoinlandsprodukt als Messgr\u00f6\u00dfe f\u00fcr die wirtschaftliche Aktivit\u00e4t einer Volkswirtschaft basiert zum Beispiel auf vergleichsweise simplen makro\u00f6konomischen \u00dcberlegungen, deren Angemessenheit umstritten ist.<\/p>\n<p>Das Problem reicht jedoch viel weiter. Jede Art empirischer Tests beschr\u00e4nkt sich nicht auf eine isolierte theoretische Aussage, sondern umfasst ein komplexes B\u00fcndel von Haupt- und Hilfshypothesen sowie (expliziter und impliziter) Ausgangsannahmen. Wird nun die zu testende Haupthypothese in einer empirischen Untersuchung nicht best\u00e4tigt, so bedeutet dies keinesfalls, dass sie falsch sein muss. Vielmehr k\u00f6nnte irgendeine der Hilfshypothesen oder Ausgangsannahmen fehlerhaft gewesen sein. Dementsprechend werden die Anh\u00e4nger der Hauptthese diese nicht sofort verwerfen, sondern nach solchen Annahmeverletzungen suchen.<\/p>\n<p>Dieses Problem \u2013 in der Literatur auch als Duhem-Quine-These bezeichnet \u2013 ist unvermeidbar und betrifft keinesfalls nur die Wirtschaftswissenschaft: So untersuchten im 19. Jahrhundert Astronomen die Laufbahn des Uranus und stellten fest, dass die Laufbahn des Planeten nicht mit der Theorie Newtons vereinbar war. Scheinbar lag ein klassischer Fall der Theoriewiderlegung vor. Es zeigte sich jedoch, dass eine entscheidende Ausgangsannahme verletzt war: man hatte n\u00e4mlich die Existenz des Neptun \u00fcbersehen. Tats\u00e4chlich f\u00fchrte die scheinbare Widerlegung Newtons erst zur Entdeckung des Neptun, da die Astronomen Le Verrier und Adams trotz der empirischen Evidenz an Newtons Theorie festhalten wollten und deshalb systematisch nach einem Planeten suchten, der die Laufbahn des Uranus erkl\u00e4ren k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Dieses Beispiel zeigt die Grenzen der empirischen Widerlegbarkeit von Theorien sowie die Sinnhaftigkeit, theoretische Ans\u00e4tze nicht vorschnell aufzugeben. Nat\u00fcrlich ist das mit der Duhem-Quine-These verbundene Problem in den Wirtschaftswissenschaften gr\u00f6\u00dfer als in der Astronomie. Der Grund daf\u00fcr liegt in der weitaus h\u00f6heren Komplexit\u00e4t des Untersuchungsgegenstandes in den Wirtschaftswissenschaft. Menschliches Verhalten in all seinen Facetten und wechselseitigen Verflechtungen unterliegt einer weitaus gr\u00f6\u00dferen Zahl von Einflussfaktoren als die Laufbahn von Planeten.<\/p>\n<p>In der Praxis f\u00fchrt die Duhem-Quine-Problematik dazu, dass \u00d6konomen scheinbare Widerspr\u00fcche mehr als Herausforderung denn als Widerlegung betrachten, sodass die Vielzahl der bestehenden Erkl\u00e4rungsans\u00e4tze zur Staatsschuldenkrise weniger das Problem einer nicht funktionierenden Wissenschaft, sondern vielmehr ein Problem der konkreten Wirtschaftspolitik darstellt.<\/p>\n<p>Es bleibt festzuhalten, dass die Wirtschaftstheorie zwangsl\u00e4ufig nicht dazu in der Lage ist, ein objektiv \u00fcberlegenes Konzept f\u00fcr die Krisenpolitik zu entwickeln. Damit ist es der Komplexit\u00e4t der Sache geschuldet, dass die Vertreter der praktizierten Wirtschaftspolitik die Wirtschaftstheorie wie einen Steinbruch nutzen, aus dem man sich beliebige Br\u00f6ckchen f\u00fcr den eigenen Bedarf herausholt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>3.\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0 Interessenkonflikte in einer kurzfristig orientierten Wirtschaftspolitik<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Wirtschaftswissenschaftler zwar engagiert, aber weitgehend unabh\u00e4ngig von ihrer regionalen Verortung diskutieren, zeichnet sich im Bereich der wirtschaftspolitischen Entscheidungstr\u00e4ger und der wichtigsten sie beeinflussenden Interessengruppen ein anderes, st\u00e4rker von der kurzfristigen, individuellen Interessenlage gepr\u00e4gtes Bild ab.<\/p>\n<p>Beginnen wir mit den deutschen Vertretern. Die Bundeskanzlerin und ihre Regierung haben ein fundamentales Interesse, offene Verteilungskonflikte in der Eurozone zu begrenzen. Dies w\u00fcrde von der Opposition mit Sicherheit in den anstehenden Wahlk\u00e4mpfen genutzt werden. Gleichzeitig wei\u00df die Regierung um den Unmut in der deutschen Bev\u00f6lkerung: Im deutlichen Gegensatz zu den anderen Nationen im W\u00e4hrungsgebiet haben die deutschen Arbeitnehmer viele Jahre Lohnzur\u00fcckhaltung ge\u00fcbt und Einschr\u00e4nkungen bei den Sozialleistungen hingenommen. Sie wollen die Fr\u00fcchte dieser Opfer nun nicht daf\u00fcr verwenden, anderen Nationen ein langfristiges, letztlich jedoch zum Scheitern verurteiltes Weiter-so zu erm\u00f6glichen. Den Widerspruch zwischen \u201eEuropafreundlichkeit\u201c und der Vertretung der deutschen Interessen kann die Regierung allenfalls dadurch aufl\u00f6sen, dass sie Worte und Taten entkoppelt.<\/p>\n<p>Das Topmanagement der deutschen Industrie hat ein gro\u00dfes Interesse daran, die eingefahrenen Exportwege nicht zu gef\u00e4hrden und den Schuldnerl\u00e4ndern m\u00f6glichst gro\u00dfz\u00fcgig beizustehen. Dies sichert den Managern gute Betriebsergebnisse und damit ihre privilegierte Stellung, w\u00e4hrend die Kosten der folgenden Zahlungsbilanzprobleme von allen B\u00fcrgern getragen werden. Allerdings ist es interessant zu sehen, dass der weniger auf den Export ausgerichtete deutsche Mittelstand eine deutlich skeptischere Haltung zur praktizierten Euro-Rettungspolitik einnimmt.<\/p>\n<p>Politiker in den hochverschuldeten L\u00e4ndern profitieren vorrangig, wenn sie die Verantwortung f\u00fcr die Entstehung der Misere ihren Vorg\u00e4ngern und den Kreditgebern zuweisen. Gleichzeitig ist es am bequemsten, die Verantwortung f\u00fcr die L\u00f6sung der Krise bei den weniger stark verschuldeten Euro-Staaten zu verorten. Diese m\u00f6gen m\u00f6glichst viele Kredite vermitteln oder die Geldpresse aktivieren. Daf\u00fcr werden nat\u00fcrlich Kompromisse in Form des Beschlusses zur Durchf\u00fchrung unpopul\u00e4rer Reformma\u00dfnahmen in Kauf genommen. Deren Umsetzung muss allerdings nicht zwangsl\u00e4ufig mit \u201edeutscher Gr\u00fcndlichkeit\u201c erfolgen, insbesondere dann nicht, wenn die Politiker eine Wiederwahl anstreben. Griechenland liefert hierf\u00fcr reichhaltiges Anschauungsmaterial; und selbst Italien, das \u00fcber eine hinreichend gro\u00dfe wirtschaftliche St\u00e4rke verf\u00fcgt, um sich selbst aus der Krise befreien zu k\u00f6nnen, fordert unumwunden weitere Unterst\u00fctzungsma\u00dfnahmen von den weniger verschuldeten L\u00e4ndern, insbesondere von Deutschland.<\/p>\n<p>Die Interessen au\u00dfenstehender L\u00e4nder bestehen im Allgemeinen darin, dass die Euro-Zone als Handelspartner oder Konjunkturlokomotive funktioniert. Insofern verwundert es wenig, dass der britische Premierminister David Cameron im eigenen Land \u2013 zumindest rhetorisch \u00c2\u00ad\u2013 eine fiskalische Austerit\u00e4tspolitik verfolgt, keinen eigenen Beitrag zur Staatsschuldenkrise zu leisten bereit ist, gleichwohl aber Deutschland lautstark auffordert, sich genau entgegengesetzt zu verhalten!<\/p>\n<p>Nahezu identische Interessen haben die Topvertreter des Bankensektors in den verschiedenen L\u00e4ndern. Nachdem man jahrelang unbedacht Kredite vergeben hat, ist f\u00fcr sie praktisch jede Form der Vergemeinschaftung von Staatsschulden vorteilhaft. Dies sichert sowohl die Existenz der Banken als auch die privilegierte Stellung der Manager. Das Streuen apokalyptischer Szenarien durch die Interessenvertreter des Finanzsektors ist somit nachvollziehbar und \u2013 leider \u2013 auch sehr wirksam.<\/p>\n<p>Damit \u00fcberrascht es kaum, dass Deutschland einem Bombardement internationaler Forderungen ausgesetzt ist, die von inl\u00e4ndischen Partialinteressen sogar noch gest\u00fctzt werden. Vermutlich ist es nur der Unzufriedenheit breiter W\u00e4hlerschichten zu verdanken, dass die Bundeskanzlerin der beliebigen Ausweitung von Rettungszahlungen zumindest rhetorischen Widerstand leistet.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>4.\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0 Was folgt hieraus?<\/strong><\/p>\n<p>Es ist traurig, aber wahr: Die \u00d6konomik ist nicht dazu in der Lage \u2013 und sie kann es auch gar nicht sein! \u2013, eine eindeutige und objektiv richtige Politik zur L\u00f6sung der Staatsschuldenkrise zu entwickeln. Sie kann nur Argumente liefern, die mal mehr und mal weniger \u00fcberzeugen k\u00f6nnen. Versteht man die Marktwirtschaft als einen wettbewerblichen Prozess, dessen wohlstandsf\u00f6rdernde Kraft darauf basiert, dass die einzelnen handelnden Personen ihre pers\u00f6nlich verf\u00fcgbaren Informationen m\u00f6glichst umfassend einsetzen und die Koordination der individuellen Handlungen durch einen Prozess der \u00fcber den Markt erfolgenden <em>Selbstorganisation<\/em> realisiert wird, dann ergeben sich wirtschaftspolitische Konsequenzen der folgenden Art: (1) Die Bew\u00e4ltigung der Staatsschulden- und Bankenkrise kann nicht \u00fcber das Drucken von Geld oder den Aufbau von Rettungsfonds erreicht werden. Vielmehr besteht die Notwendigkeit einer strukturellen Anpassung der betroffenen Volkswirtschaften \u2013 inklusive der deutschen Exportwirtschaft. (2) Anpassung bedeutet, dass manche wirtschaftliche Aktivit\u00e4ten \u2013 insbesondere manche durch den Staat vorgenommene Ma\u00dfnahmen \u2013 entfallen m\u00fcssen und daf\u00fcr andere neu entstehen. (3) Letzteres ben\u00f6tigt Zeit, und in dieser Zeit durchleben die betroffenen Volkswirtschaften notwendigerweise eine Krise: Das Neue ist noch nicht da, das alte muss hingegen wegfallen.<\/p>\n<p>Ist es wahrscheinlich, dass eine solche Politik realisiert wird? Vermutlich nicht. Denn wie oben gezeigt wurde, kann man auch andere wirtschaftstheoretische Argumente vortragen, die nicht einfach widerlegt werden k\u00f6nnen. Zudem liegt das Interesse der meisten einflussreichen Akteure darin, den Anpassungsprozess zu verhindern. Last but not least kann es sich die Bundeskanzlerin wahlstrategisch nicht leisten, den Eindruck zu vermitteln, in Europa isoliert zu sein. Da zudem s\u00e4mtliche Oppositionsparteien im Bundestag f\u00fcr eine noch gro\u00dfz\u00fcgigere Rettungspolitik pl\u00e4dieren, ist f\u00fcr sie eine Erweiterung der Rettungsma\u00dfnahmen \u2013 zumindest im Hinblick auf Frau Merkels Wiederwahl \u2013 unproblematisch.<\/p>\n<p>Wagen wir eine Prognose: (1) Die Bundeskanzlerin wird sich mit ihrer gesamten Autorit\u00e4t der Ausgabe von Eurobonds widersetzen. Damit erwirbt sie das Image einer starken, die deutschen Interessen vertretenden Politikerin. (2) Gleichzeitig wird sie der Aufstockung des Europ\u00e4ischen Stabilit\u00e4tsmechanismus zustimmen. Unterstellt man hier eine Verdopplung des Volumens, so entspr\u00e4che der deutsche Beitrag 380 Mrd. EUR. (3) Die Europ\u00e4ische Finanzstabilisierungsfazilit\u00e4t (EFSF; deutscher Anteil: ca. 211 Mrd. EUR) wird mit Zustimmung der Bundeskanzlerin zu einer weiteren dauerhaften Einrichtung. Der deutsche Beitrag w\u00fcrde sich dann zu 591 Mrd. EUR aufsummieren. Dies entspricht immerhin einem knappen Viertel des deutschen Bruttoinlandsprodukts von 2011. Die Ma\u00dfnahmen (2) und (3) sind geeignet, die Vergemeinschaftung der Staatsschulden (kurzfristig) in hinreichendem Umfang zu erm\u00f6glichen, sodass Eurobonds nicht mehr ben\u00f6tigt werden.<\/p>\n<p>Unterstellt man des Weiteren, dass alle Mitgliedsl\u00e4nder der W\u00e4hrungsunion \u2013 koste es, was es wolle \u2013 gerettet werden und dass weiterhin die Politik einiger dieser L\u00e4nder an den kurzfristigen Wirkungen der Politik ausgerichtet sein wird, dann werden die Rettungsfonds in mittlerer Frist vollst\u00e4ndig aufgebraucht sein. Wer wollte ernsthaft daran glauben, dass dann das Ende der Fahnenstange erreicht w\u00e4re?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1.\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0 Die festgefahrene Diskussion Die Erm\u00fcdungserscheinungen sind un\u00fcbersehbar. 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