{"id":8599,"date":"2012-02-23T06:42:45","date_gmt":"2012-02-23T05:42:45","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=8599"},"modified":"2015-12-13T13:41:18","modified_gmt":"2015-12-13T12:41:18","slug":"varianten-des-kapitalismuswir-sind-die-99-prozent-rettet-occupy-wall-street-die-marktwirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=8599","title":{"rendered":"<small>Varianten des Kapitalismus<\/small><br\/>Wir sind die 99 Prozent.<br><font size=3; color=grey>Rettet \u201eOccupy Wall Street\u201c die Marktwirtschaft?<\/font>"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>\u201eSave capitalism from crony capitalists.\u201c\u009d (Nicholas D. Kristof)<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Marktwirtschaft ist in der Kritik, wieder einmal. Das ist trotz Krise r\u00e4tselhaft, zumindest hierzulande. Europa leidet darunter, dass die Regierungen viel zu viel Geld ausgegeben haben. Die gegenw\u00e4rtige Staatsschuldenkrise ist eine Krise der Politik. Bisher ist die Welt mit marktwirtschaftlichen Ordnungen sehr gut gefahren. Bei Wachstum und Wohlstand kann ihr kein anderes System das Wasser reichen. Aber sie hat auch Achillesfersen. Die eine ist altbekannt: Einkommen und Verm\u00f6gen sind inter-personell ungleich verteilt. Eine andere hat die Finanzkrise noch einmal verdeutlicht: Marktmacht kann Marktwirtschaften zerst\u00f6ren. Die \u201eOccupy Wall Street\u201c-Bewegung legt den Finger in diese Wunden. Ballt sich im Finanzsektor wirtschaftliche Macht, werden Einkommen und Verm\u00f6gen ungleicher verteilt. Ein Abbau der Marktmacht systemrelevanter Banken verringert die ungleiche Verteilung und stabilisiert marktwirtschaftliche Ordnungen. Damit stellt sich die Frage: Rettet \u201eOccupy Wall Street\u201c die Marktwirtschaft?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Empirische Fakten<\/strong><\/p>\n<p>Die Welt hat sich seit Mitte der 70er Jahre distributiv ver\u00e4ndert. Einkommen und Verm\u00f6gen werden inter-personell ungleicher verteilt. Das gilt f\u00fcr die meisten L\u00e4nder der OECD. Am ungleichsten entwickelten sich die angels\u00e4chsischen L\u00e4nder. Dort vollzog sich der gr\u00f6\u00dfte Sprung in der Ungleichheit allerdings schon in den 70er und 80er Jahren. Weniger ausgepr\u00e4gt war der Anstieg in den nordischen und kontinentaleurop\u00e4ischen L\u00e4ndern. Der Anstieg erfolgte in beiden L\u00e4ndergruppen aber erst ab Mitte der 90er Jahre. In den mediterranen L\u00e4ndern ist keine klare Tendenz erkennbar. Bis Ende der 70er Jahre wurden diese L\u00e4nder gleicher. Danach hat sich nur noch wenig getan. Das eigentliche Interesse konzentriert sich allerdings auf die Entwicklung der Einkommen der obersten 1 %. Seit Mitte der 90er hat sich die Ungleichheit der restlichen 99 % &#8211; zumindest f\u00fcr die USA &#8211; kaum noch ver\u00e4ndert. Die Ungleichheit stieg, weil die Einkommen in der Gruppe der reichsten Einkommensbezieher geradezu explodiert sind.<\/p>\n<p>Die Einkommen der obersten 1 % haben sich <a href=\"http:\/\/elsa.berkeley.edu\/~saez\/atkinson-piketty-saezJEL10.pdf\">l\u00e4nderspezifisch<\/a> entwickelt. \u00c4hnliche L\u00e4nder werden zu \u201eWelten\u201c zusammengefasst. Es hat sich als sinnvoll erwiesen, mit vier Welten zu operieren. Japan wurde wegen einer \u00e4hnlichen Entwicklung in die Gruppe der kontinentaleurop\u00e4ischen L\u00e4nder einsortiert. Die Daten reichen &#8211; mit Ausnahme der mediterranen L\u00e4nder &#8211; bis in die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts zur\u00fcck. In den angels\u00e4chsischen L\u00e4ndern war die Entwicklung U-f\u00f6rmig und in Kontinentaleuropa L-f\u00f6rmig. In den nordischen L\u00e4ndern folgte sie einer Mischung aus L- und U-Form. Unklar ist die Entwicklung in der mediterranen Welt. Da f\u00fcr diese L\u00e4nder erst seit Mitte der 70er Jahre ad\u00e4quate Daten vorliegen, ist eine sinnvolle Einordnung noch nicht m\u00f6glich. Die Einkommensanteile der obersten 1 % bewegen sich am aktuellen Rand in den Welten auf unterschiedlichem Niveau. Den gr\u00f6\u00dften Anteil ergattern die Top-Einkommensbezieher in den angels\u00e4chsischen, den niedrigsten in den nordischen L\u00e4ndern.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/berthold\/wuneq.png\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"Einkommensungleichheit in den Welten\" src=\"\/wordpress\/bilder\/berthold\/wuneq.png\" alt=\"Einkommensungleichheit in den Welten\" width=\"400\" \/><\/a><br \/>\n<small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Eines ist vor allem f\u00fcr angels\u00e4chsische L\u00e4nder unbestritten: Die obersten 1 % haben seit Mitte der 70er Jahre bis zur Finanzkrise ein gr\u00f6\u00dferes St\u00fcck des Kuchens erhalten. Diese Entwicklung ist auch in den nordischen und mediterranen L\u00e4ndern erkennbar, allerdings weniger stark ausgepr\u00e4gt. In Kontinentaleuropa und Japan ist davon kaum etwas zu sehen. Dort stagnierten die Einkommensanteile auf dem Niveau der 80er Jahre. Interessant ist aber, dass \u00fcberall, wo sich der Anteil der obersten 1 % erh\u00f6ht hat, der Mix von Kapital- und Arbeitseinkommen ver\u00e4ndert hat. Das Gewicht der Einkommen aus Kapital sank, das der Arbeitseinkommen stieg an. Die Gruppe der \u201eworking rich\u201c hat relativ gewonnen, die der \u201ecoupon-clipping rentiers\u201c verloren. Das sagen die vorliegenden empirischen <a href=\"http:\/\/elsa.berkeley.edu\/~saez\/atkinson-piketty-saezJEL10.pdf\">Studien<\/a>. Einzelne L\u00e4nder weichen davon ab. Das gilt etwa f\u00fcr die nordischen L\u00e4nder Schweden und Finnland. Dort stieg der Anteil der Kapitaleinkommen relativ zum Arbeitseinkommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>M\u00f6gliche Erkl\u00e4rungen<\/strong><\/p>\n<p>Die Entwicklung der Top-Einkommen ist in der angels\u00e4chsischen Welt am st\u00e4rksten ausgepr\u00e4gt. Dort stieg ihr Anteil am Volkseinkommen sprunghaft an. Die Japan-Krise zu Beginn der 90er und das Platzen der Dotcom-Blase 10 Jahre sp\u00e4ter haben diese Entwicklung nur kurz unterbrochen. Mit dem wachsenden Anteil der Top-Einkommen hat sich auch der Mix von Kapital- und Arbeitseinkommen zugunsten der Arbeitseinkommen ver\u00e4ndert. Hoch qualifizierte Arbeit ist seit Mitte der 70er Jahre relativ zu Kapital knapper geworden. Das hat offensichtlich auch damit zu tun, dass der Dienstleistungssektor seit Mitte der 70er Jahre stark auf dem Vormarsch ist. Es wird humankapitalintensiver produziert, die Nachfrage nach hoch qualifizierter Arbeit nimmt zu. Diese Entwicklung ist typisch f\u00fcr den Finanzsektor. Es ist deshalb kein Zufall, dass die Einkommen der Top-Verdiener vor allem in den (angels\u00e4chsischen) L\u00e4ndern explodiert sind, in denen der finanzielle Dienstleistungssektor am st\u00e4rksten gewachsen ist.<\/p>\n<p>Bei den Top-Verdienern mischen <a href=\"http:\/\/papers.ssrn.com\/sol3\/papers.cfm?abstract_id=931280\">drei Gruppen<\/a> vorne mit. Einsam an der Spitze stehen \u201eSuperstars\u201c aus Sport, Medien, Musik und Literatur. Sie streichen riesige Einkommen ein, weil sie ihr hohes Humankapital auf weltweiten M\u00e4rkten in exorbitante Renten umm\u00fcnzen. Globalisierung und technischer Fortschritt haben \u201eWinner-Take-All\u201c-M\u00e4rkte geschaffen. An zweiter Stelle rangieren die Top-Einkommens-Bezieher der \u201eWall-Street\u201c. Investmentbanker, Hedge-Fonds-Manager, Private-Equity-Manager und Partner in Rechtsanwaltskanzleien geh\u00f6ren zu dieser Gruppe. Mit der Expansion des Finanzsektors wurden ihre Dienstleistungen verst\u00e4rkt nachgefragt. Kein Wunder, dass ihre Einkommen sprunghaft stiegen. Die dritte Gruppe der Top-Verdiener setzt sich aus Vertretern der \u201eMain-Street\u201c zusammen. Das sind Vorst\u00e4nde gro\u00dfer Aktiengesellschaften. Im Gegensatz zu den ersten beiden Gruppen ist ihr Einkommen nur bedingt marktgetrieben. Gremien bestimmen \u00fcber ihr Einkommen. Hierarchische Strukturen geben ihnen Marktmacht. Als Agenten beuten sie die Aktion\u00e4re als Prinzipale aus.<\/p>\n<p>Die Explosion der Top-Einkommen ist nicht nur marktgetrieben, auch die Politik tr\u00e4gt mit dazu bei, dass die Ungleichheit der Einkommen gestiegen ist. Ein grobes Vers\u00e4umnis der Politik besteht darin, dass sie einen Keil zwischen Handlung und Haftung treibt. Das ist etwa bei systemrelevanten Banken der Fall, wenn der Staat eine Bestandsgarantie abgibt. Partizipieren die Banker an den Gewinnen, kommen aber bei Verlusten ungeschoren davon, \u00e4ndert sich ihr Risikoverhalten. Sie gehen riskantere Gesch\u00e4fte ein. Im Erfolgsfall schl\u00e4gt sich das in ihrem Einkommen nieder, im Verlustfall tragen Staat und Notenbanken die Risiken. Ein solches Verhalten verzerrt die Einkommensverteilung massiv. Die Bezieher von Top-Einkommen werden beg\u00fcnstigt, ihr Anteil am Volkseinkommen nimmt zu. Das alles gilt allerdings auch f\u00fcr die Vorst\u00e4nde gro\u00dfer Unternehmen im realen Sektor. Garantiert der Staat deren Bestand mit staatlichen Beihilfen, beg\u00fcnstigt er ebenfalls ein riskanteres Gesch\u00e4ftsgebaren des Top-Managements.<\/p>\n<p>Empirisch relativ gut gesichert ist schlie\u00dflich der Einfluss der marginalen <a href=\"http:\/\/elsa.berkeley.edu\/~saez\/atkinson-piketty-saezJEL10.pdf\">Steuers\u00e4tze<\/a> auf den Anteil der obersten 1 % der Einkommensbezieher am Volkseinkommen. H\u00f6here Grenzsteuers\u00e4tze verringern den Anteil der Bezieher von Top-Einkommen. Die Gr\u00fcnde liegen auf drei Ebenen: Die Anreize mehr und intensiver zu arbeiten, nehmen ab (supply-side effect). Das Einkommen der Top-Verdiener sinkt mit dem Grenzsteuersatz. Daneben unternehmen Top-Einkommensbezieher weniger Anstrengungen, zu versteuerndes Einkommen in andere Formen steuerfreien Einkommens zu verschieben (tax avoidance). Schlie\u00dflich machen es h\u00f6here Steuers\u00e4tze f\u00fcr Top-Verdiener weniger attraktiv, die Mitglieder von Aufsichtsgremien zu bearbeiten, h\u00f6here Geh\u00e4lter zu bewilligen (rent-seeking). H\u00f6here Grenzsteuers\u00e4tze k\u00f6nnten mit ein Grund sein, weshalb in den L\u00e4ndern der nordischen und kontinentalen Welten die Anteile der Top-Verdiener weniger stark gestiegen sind als in den L\u00e4ndern der angels\u00e4chsischen Welt. Dort wurden die Spitzensteuers\u00e4tze etwa unter Reagan und Thatcher teilweise sp\u00fcrbar gesenkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/berthold\/ekst2.png\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"Einkommensteuer in den Welten\" src=\"\/wordpress\/bilder\/berthold\/ekst2.png\" alt=\"Einkommensteuer in den Welten\" width=\"400\" \/><\/a><br \/>\n<small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Politischer Handlungsbedarf<\/strong><\/p>\n<p>In der Diskussion \u00fcber explodierende Top-Einkommen &#8211; vor allem im Finanzsektor &#8211; spielt Neid eine gro\u00dfe Rolle. Damit geht sie aber am Problem vorbei. Neid ist prim\u00e4r lokal (<a href=\"http:\/\/www.the-american-interest.com\/article.cfm?piece=907\">Tylor Cowen<\/a>). Die 99 % gr\u00e4men sich nicht, weil das Einkommen von Josef Ackermann luftige H\u00f6hen erreicht. Sie \u00e4rgern sich aber, wenn das pers\u00f6nliche Umfeld erfolgreich ist: \u201eWhenever a friend succeeds, a little something in me dies\u201c (Gore Vidal). Das eigentliche Problem explodierender Top-Einkommen ist die Konzentration von Macht, wirtschaftlicher und politischer. Die Finanzkrise hat gezeigt, dass Wirtschaftssysteme ins Trudeln geraten, wenn wirtschaftliche Macht stark konzentriert ist und in politischen Einfluss umgem\u00fcnzt wird, der Strukturen konserviert. Eine extreme Ungleichheit der Einkommen an der Spitze ist allerdings mehr ein Symptom und weniger die Ursache des systemischen Risikos. Um das marktwirtschaftliche System nachhaltig zu stabilisieren ist es notwendig, wirtschaftliche und politische Macht wirksam zu begrenzen.<\/p>\n<p>Das kann auf unterschiedlichen Wegen geschehen. Ein erster, ordnungspolitisch allerdings heikler Weg kuriert an Symptomen. H\u00f6here marginale Steuers\u00e4tze kappen die wirtschaftlichen Ungleichheiten an der Spitze. Damit sinkt auch deren politischer Einfluss. <a href=\"http:\/\/www.voxeu.org\/index.php?q=node\/7402\">Thomas Piketty u.a.<\/a> haben j\u00fcngst f\u00fcr die USA optimale Steuers\u00e4tze von \u00fcber 80 % f\u00fcr die obersten 1 % errechnet. Geht diese Strategie auf, ist die wirtschaftliche Macht geringer, der lobbyistische Einfluss auf die Politik geht zur\u00fcck. Der Wettbewerb auf \u00f6konomischen und politischen M\u00e4rkten wird intensiver, das rent-seeking der Insider wird einged\u00e4mmt, die Gefahr eines Systemabsturzes sinkt. Eine solche Politik ist allerdings ein Spiel mit dem Feuer. Hochqualifizierte Arbeitnehmer senken ihr Arbeitsangebot, die Investitionen in Humankapital sinken, riskante unternehmerische Aktivit\u00e4ten werden im Keim erstickt, hochqualifizierte Migranten machen einen Bogen um solche L\u00e4nder. Eine Gesellschaft wird zwar gleicher, m\u00f6glicherweise aber \u00e4rmer.<\/p>\n<p>Ein zweiter, ordnungspolitisch besserer Weg setzt an den Ursachen der Konzentration von Macht im finanziellen Sektor an. Handlung und Haftung m\u00fcssen wieder in Einklang gebracht werden. Die Umsetzung dieser alten ordnungspolitischen Einsicht ist allerdings dornig. Es existiert eine Vielzahl von Vorschl\u00e4gen. Im Kern geht es immer darum, riskante Gesch\u00e4fte unrentabler zu machen. H\u00f6here Eigenkapitalquoten f\u00fcr risikogewichtete Aktiva oder eine <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2012\/02\/12\/business\/making-shareholders-liable-for-big-banks-economic-view.html\">\u201eschottische\u201c Haftung<\/a> der Bankaktion\u00e4re w\u00fcrden den Selbstbehalt bei Verlusten riskanter Gesch\u00e4fte erh\u00f6hen. Auf der Negativseite steht die Angst vor einer Kreditklemme. Die M\u00f6glichkeit, Banken zu zerschlagen, w\u00fcrde die Gefahr eines Bail-Out durch Staat und Notenbank verringern. Allerdings w\u00fcrde nur die schiere Gr\u00f6\u00dfe, nicht das \u00f6konomische Scheitern bestraft. Und das ist nur ein Problem von vielen. Dennoch f\u00fchrt kein Weg an einer Entmachtung des Finanzsektors vorbei. Sie bringt eine doppelte Dividende: Mehr Systemstabilit\u00e4t durch geringere wirtschaftliche und politische Macht und eine gleichm\u00e4\u00dfigere Einkommensverteilung.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die marktwirtschaftliche Ordnung ist in Gefahr. Der Finanzsektor kann das System zum Absturz bringen. In seiner systemrelevanten Position nimmt er den Staat in Geiselhaft. Die stark konzentrierte wirtschaftliche Macht f\u00fchrt zu grotesk ungleich verteilten Einkommen und Verm\u00f6gen an der Spitze. Damit w\u00e4chst der Einfluss auf die Politik. Das ist nicht nur eine Gefahr f\u00fcr die Demokratie, das Prinzip \u201eone (wo)man, one vote\u201c wird ausgehebelt. Es entwickelt sich auch ein \u201ecrony capitalism\u201c. Eine Vetternwirtschaft von \u201ecrony capitalists\u201c und Politik sch\u00fctzt die Pfr\u00fcnde der \u201einsider\u201c. Das alles blockiert den Strukturwandel, den Motor wirtschaftlichen Wachstums, konserviert die Einkommensstruktur und behindert den sozialen Aufstieg. Es ist h\u00f6chste Zeit, Handlung und Haftung wieder in Einklang zu bringen. Das macht es notwendig, Banken finanziell und den Staat fiskalisch an die Kette zu legen. Wenn \u201eOccupy Wall Street\u201c diesen ordnungspolitischen Weg einschl\u00e4gt, steigen die Chancen, die Marktwirtschaft vor (finanz)kapitalistischen und politischen Spie\u00dfgesellen zu retten. Das ist allerdings reines <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=7381\">Wunschdenken<\/a> eines \u00d6konomen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/838ef732dfc04acfad5fe84d4475fffa\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eSave capitalism from crony capitalists.\u201c\u009d (Nicholas D. Kristof) Die Marktwirtschaft ist in der Kritik, wieder einmal. Das ist trotz Krise r\u00e4tselhaft, zumindest hierzulande. 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