{"id":8948,"date":"2012-03-29T00:01:26","date_gmt":"2012-03-28T23:01:26","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=8948"},"modified":"2012-03-28T16:30:32","modified_gmt":"2012-03-28T15:30:32","slug":"die-ezb-wird-immer-mehr-geld-drucken-und-den-euro-entwerten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=8948","title":{"rendered":"Die EZB wird immer mehr Geld drucken und den EURO entwerten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><strong>I.<\/strong><\/p>\n<p>Die Geldpolitik der Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB) subventioniert den Euro-Bankensektor mit einer unlimitierten Basisgeldmenge, offeriert zu Tiefstzinsen. Das l\u00f6st nicht die Ursache der Finanz- und Wirtschaftskrise, die die Zentralbanken durch zuviel Kredit und Geld, bereitgestellt zu k\u00fcnstlich gedr\u00fcckten Zinsen, verursacht haben. Vielmehr treibt sie den angerichteten Schaden \u2013 der zusehends sichtbarer wird in Form von \u00fcberschuldeten Staaten und Banken \u2013 weiter in die H\u00f6he.<\/p>\n<p>Seit September 2009 beschwichtigt der EZB-Rat mehr oder weniger regelm\u00e4\u00dfig die \u00d6ffentlichkeit, den baldigen Ausstieg aus den \u201eungew\u00f6hnlichen Politikma\u00dfnahmen\u201c \u2013 im Klartext: aus der Politik der unbegrenzten Basis-Geldmengenvermehrung \u2013 zu vollziehen. Doch genau das Gegenteil hat er gemacht. Mittlerweile hat der EZB-Rat die \u00dcberschussreserve im Bankensektor auf etwa 1000 Mrd. Euro erh\u00f6ht, weil er die Zahlungsf\u00e4higkeit von Staaten und Banken sicherstellen will, koste es, was es wolle.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/uebres2.png\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"\u00dcberschussreserve\" src=\"\/wordpress\/bilder\/uebres2.png\" alt=\"US GDP\" width=\"400\" \/><\/a><br \/>\n<small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>II.<\/strong><\/p>\n<p>Die EZB untergr\u00e4bt mit ihrer Politik die lenkenden Kr\u00e4fte des Marktes. So verlangt sie etwa f\u00fcr ihre dreij\u00e4hrigen Refinanzierungsgesch\u00e4fte einen Zins, der den Banken erst bei F\u00e4lligkeit in Rechnung gestellt wird, und zwar als der sich \u00fcber die Laufzeit ergebende durchschnittliche Leitzins. Damit ist absehbar, dass die EZB die Refinanzierungskosten unterbietet, die die Banken alternativ auf dem Kapitalmarkt zu bezahlten h\u00e4tten. Folglich werden Banken ihre Geldaufnahme vom Kapitalmarkt weg und hin zur EZB verlagern.<\/p>\n<p>Schlechte Banken, die besser aus dem Markt ausscheiden sollten, werden k\u00fcnstlich \u00fcber Wasser gehalten, und das erschwert es besseren Banken, Marktanteile zu gewinnen. Ein \u201eZombie\u201c-Bankensystem entsteht, und die Lage am Bankenrefinanzierungsmarkt \u201enormalisiert\u201c sich nicht mehr. Vielmehr ist damit zu rechnen, dass die Abh\u00e4ngigkeit der Banken von EZB-Krediten zu Tiefstzinsen weiter zunimmt und dass weitere langfristige Refinanzierungsoperationen notwendig werden, weil private Investoren nicht mehr bereit sind, ihr Geld den Banken zu leihen.<\/p>\n<p>Durch die gro\u00dfvolumige Kreditvergabe steigt zudem das Kreditrisiko der EZB gegen\u00fcber dem Bankensektor drastisch an. Die Finanzlage wackeliger Banken bestimmt zusehends die Solidit\u00e4t der EZB- beziehungsweise der Eurosystem-Bilanz. Die EZB hat damit ihre Unabh\u00e4ngigkeit gegen\u00fcber der Bankwirtschaft de facto aufgegeben: Denn vor die Wahl gestellt, Zahlungsausf\u00e4lle bei Banken hinzunehmen und damit die eigene Bilanz (formal) zu ruinieren, oder neues Basis-Geld bereitzustellen, ist absehbar, dass sich die EZB-Geldpolitiker f\u00fcr Zweiteres, nicht aber f\u00fcr Ersteres entscheiden.<\/p>\n<p>Die Tiefstzins-Geldpolitik verzerrt die Kapitalkosten, die die Marktakteure ihren Dispositionen zugrunde legen. Es bildet sich eine Produktions- und Besch\u00e4ftigungsstruktur heraus, die nur bei dauerhaft k\u00fcnstlich gedr\u00fcckten Zinsen \u00fcberlebt. Das Beenden der Geldmengenausweitungspolitik wird \u00f6konomisch und politisch umso schmerzlicher, je l\u00e4nger sie andauert. Und was heute gescheut wird \u2013 die Pleite von Banken und Staaten \u2013, wird k\u00fcnftig erst recht gescheut. Und das ist auch der Grund, warum \u201ein Zeiten der Not\u201c das Drucken von immer mehr Geld als die Politik des vergleichbar kleinsten \u00dcbels angesehen wird.<\/p>\n<p>Mit der wachsenden \u00dcberschussreserve, bereitgestellt zu Tiefstzinsen, werden die Gesch\u00e4ftsbanken nun vermutlich Staatsanleihen \u2013 die regulatorisch nach wie vor keiner Eigenkapitalunterlegung bed\u00fcrfen! \u2013 kaufen und auf diesem Wege die Zahlungsmittelmenge (M1) ausdehnen. Letzteres kann die EZB nat\u00fcrlich jederzeit auch selbst tun, wenn sie (noch mehr) Staatsanleihen kauft. Sie kann so auch eine Politik der hohen Inflation, im Extremfall Hyperinflation, herbeif\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/staatsanl2.png\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"Besitz von Staatsanleihen\" src=\"\/wordpress\/bilder\/staatsanl2.png\" alt=\"Besitz von Staatsanleihen\" width=\"400\" \/><\/a><br \/>\n<small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>III.<\/strong><\/p>\n<p>Dass es zu einer immer gr\u00f6\u00dfer werdenden Geldmengenausweitung kommen wird, folgt aus dem Ziel der EZB, Staaten und Banken zahlungsf\u00e4hig zu halten, und das vor dem Hintergrund einer Finanz- und Wirtschaftskrise, die ihre Ursache im Geldsystem hat: Geld wird per Kredit, gewisserma\u00dfen \u201eex nihilo\u201c, in Umlauf gebracht. Die Produktions- und Besch\u00e4ftigungsstruktur, die im Zuge eines solchen Geldsystems entsteht, muss kollabieren, wenn der Zufluss von immer mehr Kredit und Geld zu immer tieferen Zinsen abebbt.<\/p>\n<p>Der \u00d6konom Ludwig von Mises (1881 \u2013 1973) erkannte die \u00f6konomischen und politischen Folgen eines solchen Geldsystems. Es wird in eine schwere Rezession oder Depression m\u00fcnden. Im Jahr 1940 schrieb er:<br \/>\n<em>\u201c[T]he boom cannot continue indefinitely. There are two alternatives. Either the banks continue the credit expansion without restriction and thus cause constantly mounting price increases and an ever-growing orgy of speculation, which, as in all other cases of unlimited inflation, ends in a &#8222;crack-up boom&#8220; and in a collapse of the money and credit system. Or the banks stop before this point is reached, voluntarily renounce further credit expansion and thus bring about the crisis. The depression follows in both instances.\u201c\u009d <\/em><\/p>\n<p>Folgt man Mises\u2019 Schlussfolgerung, so muss die Politik des Geldmengenausweitens als die Politik des gr\u00f6\u00dften \u00dcbels erscheinen: Sie kann eine Depression nicht verhindern, sondern macht sie nur noch gr\u00f6\u00dfer, und sie zerst\u00f6rt zudem noch das Geld. Die EZB-Politik hat also von allen Politikpfaden den schlimmsten eingeschlagen. Diese Politik wird nur wenigen n\u00fctzen und vielen schaden.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>I. Die Geldpolitik der Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB) subventioniert den Euro-Bankensektor mit einer unlimitierten Basisgeldmenge, offeriert zu Tiefstzinsen. 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