{"id":8983,"date":"2012-04-11T00:01:40","date_gmt":"2012-04-10T23:01:40","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=8983"},"modified":"2021-06-26T07:45:14","modified_gmt":"2021-06-26T06:45:14","slug":"junge-ordnungsokonomikmussen-wir-in-zukunft-wieder-mit-stagflation-rechnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=8983","title":{"rendered":"<small>Junge Ordnungs\u00f6konomik<\/small><br>M\u00fcssen wir in Zukunft wieder mit Stagflation rechnen?"},"content":{"rendered":"<p>In den Jahren 1973 und 1979\/80 wurden die \u00d6konomien weltweit heftig von den stark ansteigenden \u00d6lpreisen gebeutelt. Die Folge war ein starker Anstieg des allgemeinen Preisniveaus bei gleichzeitig stagnierender wirtschaftlicher Entwicklung. In einem Wort: Stagflation. Nachdem sich die Weltwirtschaft Mitte der 1980er Jahre nach und nach von der zweiten \u00d6lpreiskrise erholt hatte, sah es lange Zeit so aus, als geh\u00f6rten diese Zeiten endg\u00fcltig der Vergangenheit an. Im Zuge der Finanzkrise, der darauffolgenden Gro\u00dfen Rezession und der andauernden europ\u00e4ischen Schuldenkrise wurden die warnenden Stimmen seitens der \u00d6konomen jedoch wieder lauter (siehe unter anderem <a href=\"http:\/\/www.guardian.co.uk\/commentisfree\/2008\/jan\/02\/stagflationcometh\">Stiglitz<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.brookings.edu\/~\/media\/Files\/Programs\/ES\/BPEA\/2009_spring_bpea_papers\/2009_spring_bpea_hamilton.pdf\">Hamilton<\/a> und <a href=\"http:\/\/trueeconomics.blogspot.de\/2011\/10\/31102011-stagflation-on-europes.html\">Gurdgiev<\/a>). Doch wie wahrscheinlich ist es, dass es auch in Zukunft wieder zu stagflation\u00e4ren Perioden kommt?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>I<br \/>\nEinige stilisierte Fakten<\/strong><\/p>\n<p>Eine Reihe empirischer Studien, etwa <em>Burbridge und Harrison<\/em> (1984), <em>Bruno und Sachs<\/em> (1985), <em>R\u00f6ger<\/em> (2005), <em>Kilian<\/em> (2009) und <em>J\u00c3\u00admenez-Rodr\u00c3\u00adguez und S\u00c3\u00a1nchez<\/em> (2010), haben gezeigt, dass es in der Historie vor allem dann zu Stagflation kam, wenn der \u00d6lpreis in starkem Ma\u00dfe anstieg. Der Blick auf die Entwicklung des \u00d6lpreises mag daher einen ersten Anhaltspunkt im Hinblick auf die Wahrscheinlichkeit zuk\u00fcnftiger stagflation\u00e4rer Tendenzen liefern. Wie die nachfolgende Abbildung zeigt, kam es nach vielen Jahren stagnierender realer \u00d6lpreise ab dem Jahr 2001 zu einem enormen Preisanstieg, sodass der aktuelle \u00d6lpreis heute in etwa auf dem Niveau seines historischen Maximums (1979) liegt. <em>Hamilton<\/em> (2009) hat bereits darauf hingewiesen, dass der gegenw\u00e4rtige Anstieg haupts\u00e4chlich in der wachsenden weltweiten Nachfrage nach Roh\u00f6l begr\u00fcndet liegt, w\u00e4hrend sich die Entwicklungen der 1970er Jahre im Wesentlichen auf den R\u00fcckgang der F\u00f6rdermengen zur\u00fcckf\u00fchren lassen. Dennoch konstatiert auch er, dass die Parallelen mit der damaligen Entwicklung nicht von der Hand zu weisen sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/oel2.png\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"Entwicklung des \u00d6lpreises\" src=\"\/wordpress\/bilder\/oel2.png\" alt=\"Entwicklung des \u00d6lpreises\" width=\"400\" \/><\/a><br \/>\n<small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Wenngleich sich die globale \u00d6konomie in der Breite noch relativ unbeeindruckt von den letzten \u00d6lpreissteigerungen (2011: +20%, 2012ex: +15%) zeigt, so wiesen doch einige L\u00e4nder im vierten Quartal 2011 <a href=\"http:\/\/epp.eurostat.ec.europa.eu\/cache\/ITY_PUBLIC\/2-14032012-CP\/EN\/2-14032012-CP-EN.PDF\">negative Wachstumsraten<\/a> gegen\u00fcber dem Vorjahresquartal auf. Vor allem \u00fcber der EU-27 (-0,3%), den EURO-17 Staaten (-0,3%), Japan (-0,2%) und Gro\u00dfbritannien (-0,2%) schwebt die Gefahr der Stagnation mittlerweile wie ein Damoklesschwert. Insgesamt wird der Eurozone f\u00fcr 2012 ein Wachstum des BIP in H\u00f6he von -0,6% vorhergesagt. Die positive Entwicklung der G20 Staaten (+0,7%) ist erneut ausschlie\u00dflich den starken Zuw\u00e4chsen in China (+2,0%) und Indien (+1,8%) zu verdanken. Hinzu kommt, dass viele L\u00e4nder bereits heute mit hohen Inflationsraten zu k\u00e4mpfen haben. Betroffen sind hiervon vor allem die EU-27 (+3,1%), Gro\u00dfbritannien (+4,4%) und die USA (+3,3%). Erst vor Kurzem mutma\u00dfte <a href=\"http:\/\/de.reuters.com\/article\/economicsNews\/idDEBEE82K01720120321\">Narayana Kocherlakota<\/a>, Pr\u00e4sident der Notenbank von Minneapolis, dass die FED noch in 2012 inflationsbedingt von ihrer Nullzins-Politik abkehren wird. Auch f\u00fcr die Eurozone ist vor dem Hintergrund der Schuldenkrise k\u00fcnftig mit steigenden Inflationsraten zu rechen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>II<br \/>\nDie Messung von Stagflation<\/strong><\/p>\n<p>Ausgangspunkt f\u00fcr die folgenden \u00dcberlegungen stellt das aktuelle Diskussionspapier <a href=\"http:\/\/www.vwl.uni-wuerzburg.de\/fileadmin\/12010400\/diskussionsbeitraege\/DP_117.pdf\"><em>Berthold und Gr\u00fcndler<\/em><\/a> (2012) dar, das die Ursachen stagflation\u00e4rer Perioden im Rahmen einer empirischen Analyse untersucht. Die Herleitung der nachfolgenden Ausf\u00fchrungen kann dort im Einzelnen nachgelesen werden. Zun\u00e4chst haben wir uns die Frage gestellt, wann eine \u00d6konomie als stagflation\u00e4r klassifiziert werden kann. Die \u00f6konomische Literatur stellt hier nur einige wenige Ans\u00e4tze zur Verf\u00fcgung (Vorhersagefehler von VAR-Modellen oder High-Pass-Filter), von deren Verwendung im Hinblick auf unsere Forschungsfrage jedoch abzusehen ist. Aus diesem Grund haben wir zun\u00e4chst eine bin\u00e4re Variable definiert, welche den Wert 1 annimmt, falls im betreffenden Zeitpunkt Stagflation vorliegt. Dies ist der Fall, wann immer das BIP-Wachstum geringer ist als 1,2% und die Inflationsrate <em>gleichzeitig<\/em> die Grenze der Preisniveaustabilit\u00e4t von 2% \u00fcberschreitet. Andernfalls betr\u00e4gt der Wert der Variable 0. Auf Basis eines Panels von 13 L\u00e4ndern zwischen 1970 und 2010 konnten wir somit die <em>Wahrscheinlichkeit<\/em> von Stagflation auf Basis eines Logit-Modells sch\u00e4tzen. Die <em>St\u00e4rke<\/em> der Stagflation in der Weltwirtschaft haben wir im Folgenden als Summe aller dichotomer Variablen der einzelnen L\u00e4nder interpretiert, sodass wir ihre Determination im Rahmen eines negativen Binomialmodells sch\u00e4tzen konnten. Zudem haben wir eine Kenngr\u00f6\u00dfe abgeleitet, mit Hilfe derer sich auch die St\u00e4rke der Stagflation innerhalb der einzelnen L\u00e4nder messen l\u00e4sst und ihre Beeinflussung \u00fcber ein FE-PLS-Modell evaluiert. Als signifikant erwiesen sich vor allem \u00d6limportkosten, die Arbeitsproduktivit\u00e4t, Rohstoffpreise, der reale Zinssatz sowie der autoregressive Prozess erster Ordnung.<\/p>\n<p>Wie sich herausstellte, ergeben sich im Hinblick auf die Stagflationsanf\u00e4lligkeit zwischen den \u00d6konomien deutliche Unterschiede. So sind beispielweise die USA und mit einigen Abstrichen auch Deutschland deutlich anf\u00e4lliger f\u00fcr Stagflation als etwa Japan. Auf der anderen Seite weisen einige Volkswirtschaften einen deutlich negativen Trend auf. W\u00e4hrend etwa Schweden in der Vergangenheit regelm\u00e4\u00dfig mit Stagflation zu k\u00e4mpfen hatte, kann diese Tendenz am aktuellen Rand nicht mehr beobachtet werden. Hingegen kommt es in den USA im Zeitverlauf regelm\u00e4\u00dfig zu stagflation\u00e4ren Perioden, ohne dass ein signifikanter Trend ausgemacht werden k\u00f6nnte. Die nachfolgende Grafik verdeutlicht diese Zusammenh\u00e4nge. Dargestellt werden xy-Line-Plots, welche den Gleichlauf zwischen Inflation und BIP-Wachstum abbilden. Wann immer eine Beobachtung in den II Quadranten f\u00e4llt (links oben), so herrscht Stagflation. Die konstituierenden Grenzen werden durch die beiden schwarzen Linien repr\u00e4sentiert. Durch die Verbindung der Beobachtungen kann eine bessere \u00dcbersicht bez\u00fcglich der Persistenz gewonnen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/Stag.png\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"Stagflation in ausgew\u00e4hlten L\u00e4ndern\" src=\"\/wordpress\/bilder\/Stag.png\" alt=\"Stagflation in ausgew\u00e4hlten L\u00e4ndern\" width=\"400\" \/><\/a><br \/>\n<small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Da verschiedene \u00d6konomien eine unterschiedliche Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr Stagflation aufweisen, ist es wichtig, zwischen der allgemeinen Gefahr der Stagflation f\u00fcr die Weltwirtschaft und des konkreten Risikos f\u00fcr einzelne L\u00e4nder zu differenzieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>III<br \/>\nDie Gefahr der Stagflation in der Weltwirtschaft<\/strong><\/p>\n<p>Auf Basis der gesch\u00e4tzten Koeffizienten der in II skizzierten Modelle k\u00f6nnen verschiedene Stragflationsindizes berechnet werden, die im Folgenden dargestellt werden sollen. Dabei spiegelt der Allgemeine Stagflationsindex ASI die Gefahr der Stagflation in der Weltwirtschaft wider, wohingegen den speziellen Indizes SSI die Bedrohung f\u00fcr die einzelnen L\u00e4nder entnommen werden kann. Betrachtet man den ASI, so wird ersichtlich, dass die St\u00e4rke der Stagflation im Zeitablauf starken Schwankungen unterliegt. W\u00e4hrend sich die beiden \u00d6lpreiskrisen deutlich erkennbar im Indexwert niederschlagen, zeigt die Entwicklung des ASI, dass die stagflation\u00e4ren Tendenzen auch Ende der 1980er bzw. Anfang der 1990er Jahre relativ hoch waren. Diese Periode wird oftmals auch als \u201e<a href=\"http:\/\/www.stanford.edu\/~rehall\/Macro Theory Recession 1993.pdf\">Early 1990s Recession<\/a>\u201c bezeichnet. Ab 1993 jedoch nimmt der Index relativ geringe Werte an und bewegt sich bis 2008 unterhalb seines historischen Mittelwerts. Im Anschluss an die Finanzkrise kommt es hingegen erneut zu einem rasanten Anstieg des ASI, der 2008 gar sein Allzeithoch erreicht. Im Gegensatz zu den Mustern in der Vergangenheit ist dieser Anstieg rein tempor\u00e4rer Natur. Bereits im Jahr 2010 liegt die stagflation\u00e4re Gefahr wieder nahe Null.<\/p>\n<p>Wie der historische Verlauf des ASI zeigt, ist Stagflation im Allgemeinen ein persistentes Problem. Im Zuge der \u201eGro\u00dfen Rezession\u201c konnte jedoch eben diese Persistenz nicht beobachtet werden. Zwar war der Einbruch des Inlandsproduktes in vielen L\u00e4ndern beispiellos. Die Preise hingegen blieben zu diesem Zeitpunkt noch bemerkenswert stabil (EURO-17: +0,3%, Deutschland: +0,2%, USA: -0,8%). Bereits in 2010 \u00e4nderte sich dieses Bild jedoch schlagartig: Mit Ausbruch der europ\u00e4ischen Staatschuldenkrise begann ein steter Preisanstieg, der sein Ende bislang nicht erreicht hat. Schon in 2010 lagen die Inflationsraten l\u00e4nder\u00fcbergreifend \u00fcber der Preisniveaustabilit\u00e4tsgrenze, wie sie von der EZB und <a href=\"http:\/\/econ.as.nyu.edu\/docs\/IO\/9382\/RR97-25.PDF\">Ben Bernanke<\/a> gesetzt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/asi2.png\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"Allgemeiner Stagflationsindex\" src=\"\/wordpress\/bilder\/asi2.png\" alt=\"Allgemeiner Stagflationsindex\" width=\"400\" \/><\/a><br \/>\n<small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Am aktuellen Rand steigt die Gefahr der Stagflation somit wieder an. W\u00e4hrend der ASI 2011 mit 62 Punkten noch auf relativ moderatem Level rangierte (zum Vergleich: Durchschnitt 1970-2012: 68 Punkte), ergibt sich auf Basis prognostizierter Werte f\u00fcr 2012 ein Indexwert von 101 Punkten. Dieser deutliche Anstieg \u00fcberrascht wenig, prognostiziert der <a href=\"http:\/\/www.imf.org\/external\/pubs\/ft\/weo\/2012\/update\/01\/index.htm\">IMF<\/a> doch f\u00fcr Deutschland (+0,3%), Frankreich (+0,2%), Italien (+0,4%), die Eurozone insgesamt (-0,5%), Japan (-0,9%), Gro\u00dfbritannien (+0,9%) und die entwickelten Volkswirtschaften (+1,6%) nur sehr verhaltene Wachstumsraten f\u00fcr 2012.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>IV<br \/>\nDie Gefahr der Stagflation f\u00fcr einzelne Volkswirtschaften<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend der ASI den allgemeinen stagflation\u00e4ren Trend in der Weltwirtschaft wiedergibt, kann die Gefahr f\u00fcr einzelne L\u00e4nder durchaus unterschiedlich stark ausgepr\u00e4gt sein. Aus diesem Grund zeigt der SSI den Indexwert f\u00fcr die einzelnen Volkswirtschaften gesondert an. Tats\u00e4chlich variiert die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr das Aufkommen von Stagflation zwischen den Volkswirtschaften sehr stark. Japan bildet mit einem Indexwert von rund 90 Punkten das Schlusslicht in dieser Betrachtung. Aufgrund der anhaltenden japanischen Deflation (VPI 2011: -0,2%) ist dieses Ergebnis kaum verwunderlich. Auch die langfristigen Zinsen, eine wichtige Determinante des Stagflationsma\u00dfes, liegen mit 1,1% deutlich unter dem Durchschnitt der \u00fcbrigen im Schaubild dargestellten L\u00e4nder (5,2%). \u00dcberraschen mag das Ergebnis f\u00fcr die USA, welche in 2011 mit relativ hohen Inflationsraten zu k\u00e4mpfen hatte. Aufgrund der <a href=\"http:\/\/www.conference-board.org\/data\/usforecast.cfm\">positiven<\/a> US-amerikanischen Konjunkturaussichten ist der SSI von 93,46 Punkten jedoch nicht weiter erstaunlich. Deutschland rangiert in der Betrachtung im Mittelfeld, liegt jedoch noch hinter Frankreich und Gro\u00dfbritannien.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/sissi2.png\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"Spezieller Stagflationsindex\" src=\"\/wordpress\/bilder\/sissi2.png\" alt=\"Spezieller Stagflationsindex\" width=\"400\" \/><\/a><br \/>\n<small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>In starkem Ma\u00dfe gef\u00e4hrdet sind hingegen die PIGS-Staaten: Der SSI f\u00fcr Irland (112,96 Punkte), Portugal (114,40) und Griechenland (119,74) liegt deutlich \u00fcber dem Niveau des ASI (101,00). Spanien (103,33) liegt nur knapp \u00fcber dem Durchschnitt der Weltwirtschaft und stellt somit in der Gruppe der PIGS die Ausnahme dar.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>V<br \/>\nEin kurzes Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Blickt man auf die makro\u00f6konomischen Eckdaten derjenigen L\u00e4nder, f\u00fcr die der SSI \u00fcberdurchschnittlich hohe Werte annimmt, so wird die stagflation\u00e4re Gefahr deutlich: Sowohl die Arbeitslosenquoten (SPA: 23,3%, GRE: 19,9%, IRL: 14,8%, POR: 14,8%), als auch die langfristigen Zinsen (SPA: 5,4%, GRE: 15,7%, IRL: 9,6%, POR: 10,2%) sind in diesen \u00d6konomien derzeit relativ hoch. Gleichzeitig attestiert der IMF (siehe <a href=\"http:\/\/www.imf.org\/external\/pubs\/ft\/weo\/2012\/update\/01\/index.htm\">hier<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.imf.org\/external\/pubs\/ft\/weo\/2011\/02\/pdf\/c2.pdf\">hier<\/a>) den PIGS f\u00fcr 2012 einen weiteren R\u00fcckgang der wirtschaftlichen Leistung (im Schnitt: -1,02%). Die Kardinalsfrage ist nunmehr jene nach der Entwicklung des Preisniveaus in Europa und der Welt. Gegenw\u00e4rtig gehen eine Reihe von \u00d6konomen davon aus, dass die Preise im Zuge der fortschreitenden Geldmengenausweitung <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/ezb-chef-mario-draghi-bringt-dieser-mann-uns-inflation-11696267.html\">deutlich anziehen werden<\/a>. \u00c4hnliche \u00dcberlegungen wurden vor Kurzem auf <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=8948\">diesem BLOG<\/a> angestellt. J\u00fcngst hat auch die EZB ihre Inflationsprognose f\u00fcr 2012 deutlich nach oben korrigiert. So geht die europ\u00e4ische Notenbank nunmehr von einer Teuerungsrate in H\u00f6he von 2,4% aus. Zwar liegt die Inflation damit aktuell noch deutlich unter dem Niveau der 1970er Jahre. Auch der Stagflationsindex bewegt sich 2012 \u2013 verglichen mit der Historie \u2013 gerade noch in einem akzeptablen Rahmen. Sollte L\u00fcder Gerken, Direktor des Centrums f\u00fcr Europ\u00e4ische Politik, mit seiner Einsch\u00e4tzung des <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article13740742\/Oekonom-warnt-vor-Mega-Inflation-in-der-Euro-Zone.html\">10%-Inflationsziels der EZB<\/a> allerdings recht behalten, so k\u00f6nnte das Thema der Stagflation in naher Zukunft wieder deutlich an Bedeutung gewinnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<p>BERTHOLD, NORBERT \/ GR\u00dcNDLER, KLAUS (2012): <a href=\"http:\/\/www.vwl.uni-wuerzburg.de\/fileadmin\/12010400\/diskussionsbeitraege\/DP_117.pdf\">Stagflation in the World Economy: A Revival?<\/a>, <em>Wirtschaftswissenschaftliche Beitr\u00e4ge des Lehrstuhls f\u00fcr Volkswirtschaftslehre, Wirtschaftsordnung und Sozialpolitik<\/em> (Universit\u00e4t W\u00fcrzburg), Nr. 117.<\/p>\n<p>BRUNO, MICHAEL \/ SACHS, JEFFREY (1985): Economics of Worldwide Stagflation, Harvard University Press, Harvard (USA).<\/p>\n<p>BURBRIDGE, JOHN \/ HARRISON, ALAN (1984): Testing for the Effects of Oil-Price Rises using Vector Autoregressions, <em>International Economic Review<\/em>, Vol.25, No.2 (Jun., 1984), pp.459-484.<\/p>\n<p>DEN HAAN, WOUTER J. \/ SUMNER, STEVEN W. (2004): The Comovement between Real Activity and Prices in the G7, <em>European Economic Review<\/em>, Vol.48, No.6, pp.1333-1347.<\/p>\n<p>HAMILTON, JAMES D. (2009): Causes and Consequences of the Oil Shock of 2007-08, <em>NBER Working Paper<\/em> No. 15002.<\/p>\n<p>JIMENEZ-RODRIGUEZ, REBECA \/ SANCHEZ, MARCELO (2010): Oil-induced stagflation: a comparison across major G7 economies and shock episodes, <em>Applied Economics Letters<\/em>, Taylor and Francis Journal, Vol.17, No.15 (2010), pp.1537-1541.<\/p>\n<p>KILIAN, LUTZ (2009): Oil Price Shocks, Monetary Policy and Stagflation, <em>CEPR Discussion Papers<\/em> No.7324.<\/p>\n<p>R\u00d6GER, WERNER (2005): International Oil Price Changes: Impact of Oil Prices on Growth and Inflation in the EU\/ OECD, <em>International Economics and Economic Policy<\/em>, Vol.2, No.1 (2005), pp.15-32.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den Jahren 1973 und 1979\/80 wurden die \u00d6konomien weltweit heftig von den stark ansteigenden \u00d6lpreisen gebeutelt. 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