{"id":9056,"date":"2012-04-23T00:01:56","date_gmt":"2012-04-22T23:01:56","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=9056"},"modified":"2014-02-25T16:41:14","modified_gmt":"2014-02-25T15:41:14","slug":"der-europaische-alptraum-das-schicksal-des-euro-entscheidet-sich-am-arbeitsmarkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=9056","title":{"rendered":"Der europ\u00e4ische Albtraum<br><small>Das Schicksal des Euro entscheidet sich am Arbeitsmarkt<\/small>"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>\u201eLetztlich wird die W\u00e4hrungsunion nicht durch Hilfspakete, sondern nur durch Reformen in den Peripheriel\u00e4ndern gerettet\u201c (J\u00f6rg Kr\u00e4mer)<\/p><\/blockquote>\n<p>Zuerst die gute Nachricht: Seit M\u00e4rz schaut die EWU nicht mehr direkt in den finanziellen Abgrund. Die EZB flutete im Februar 2012 zum zweiten Mal nach Dezember 2011 die Geldm\u00e4rkte. F\u00fcr viele hat dieses monet\u00e4re Doping das Schlimmste verhindert. Nun die schlechte Nachricht: Die EZB monetisiert Staatsschulden und betreibt \u201emonet\u00e4re Industriepolitik\u201c. Damit sch\u00fcrt sie Inflation und n\u00e4hrt Zombie-Banken. Die Ruhe an der Finanzfront ist tr\u00fcgerisch, Spanien zeigt es. Nur wenn die Politik die Zeit nutzt, die realen Probleme zu l\u00f6sen, bleibt die finanzielle Trag\u00f6die aus. Gelingt das nicht, fliegt uns der Euro eher \u00fcber kurz als lang um die Ohren. Der Weg aus dem fiskalischen Schlamassel f\u00fchrt nur \u00fcber mehr Besch\u00e4ftigung und Wachstum. Von dieser Front kommen aber keine guten Nachrichten. Die Lage auf den europ\u00e4ischen Arbeitsm\u00e4rkten ist schlecht. Im Februar 2012 lag die Arbeitslosenquote im <a href=\"http:\/\/europa.eu\/rapid\/pressReleasesAction.do?reference=STAT\/12\/52&amp;format=HTML&amp;aged=0&amp;language=DE&amp;guiLanguage=en\">Euroraum <\/a>bei 10,8 %, nach 9,5 % vor einem Jahr. Besonders schlimm ist es in den PIGS. In Griechenland und Spanien ist schon jeder zweite Jugendliche arbeitslos. Vieles spricht daf\u00fcr, dass sich das Schicksal des Euro auf den Arbeitsm\u00e4rkten entscheidet.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Arbeitslosigkeit in der EWU<\/strong><\/p>\n<p>Die Erfahrungen der Probleml\u00e4nder in der EWU zeigen, wie schwierig es f\u00fcr sie ist, <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=6727\">ad\u00e4quat auf Schocks<\/a> zu reagieren. Vor allem bei asymmetrischen Schocks fehlt der Wechselkurs als Sto\u00dfd\u00e4mpfer hinten und vorne. Aber auch der Weg \u00fcber mobile Arbeit ist in Europa nur sehr schwer gangbar. Arbeit ist relativ immobil. Das gilt r\u00e4umlich und beruflich. Die Anpassung an neue wirtschaftliche Gegebenheiten ist damit nur \u00fcber (produktivit\u00e4tsbereinigte) flexible L\u00f6hne m\u00f6glich. In den PIGS kann man sehen, wie schwer es f\u00e4llt, diesen Weg \u00fcber interne Abwertungen zu gehen. Der eingeschlagene Weg, die Anpassungslasten \u00fcber finanzielle Transfers der Anderen zu finanzieren, kuriert nur an Symptomen. Bestenfalls verschafft er den L\u00e4ndern eine finanzielle Atempause, die sie nutzen, um sich an das Unvermeidbare anzupassen. Schlimmstenfalls produziert er lohnpolitisches \u201emoral hazard\u201c. Wie man es auch dreht und wendet, eine W\u00e4hrungsunion wie die Europ\u00e4ische \u00fcberlebt nur, wenn die Anpassungslasten \u00fcber flexible Arbeitsm\u00e4rkte von den Arbeitsmarktakteuren getragen werden.<\/p>\n<p>Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Euroraum auf eine Quote von 10,8 % ist nicht neu. Die Marke von 10 % wurde f\u00fcr die sp\u00e4teren L\u00e4nder der EWU(17) schon einmal Mitte der 90er Jahre \u00fcberschritten. Danach ging es allerdings mit einer Unterbrechung nach dem Platzen der Dotcom-Blase tendenziell abw\u00e4rts. Ein Tiefpunkt der Arbeitslosigkeit wurde vor Ausbruch der Finanzkrise mit einer Quote von nur noch 7,3 % erreicht. Bemerkenswert ist, dass die L\u00e4nder der \u201eKern-EWU\u201c immer niedrigere Quoten der Arbeitslosigkeit als die EWU(17) aufwiesen. Eklatante Unterschiede traten vor allem in der weltweiten Finanzkrise nach 2009 auf. Diese Kluft vertieft sich gegenw\u00e4rtig noch. Interessant ist auch, dass die Arbeitslosenquote im US-amerikanischen W\u00e4hrungsraum seit 1992 bis zum Ausbruch der Finanzkrise st\u00e4ndig mehr oder weniger stark unter der Quote der L\u00e4nder der heutigen EWU lag. Das hat sich allerdings mit der Finanzkrise ge\u00e4ndert. Die amerikanische Arbeitslosenquote n\u00e4herte sich jener der EWU (17) und liegt heute deutlich \u00fcber der Quote der L\u00e4nder der Kern-EWU.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/alq_l.png\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"Arbeitslosigkeit\" alt=\"Arbeitslosigkeit\" src=\"\/wordpress\/bilder\/alq_l.png\" width=\"400\" \/><\/a><br \/>\n<small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Hinter den Arbeitslosenquoten der Gruppen von L\u00e4ndern in der EWU verbergen sich allerdings gro\u00dfe Unterschiede. Die Lage auf den europ\u00e4ischen Arbeitsm\u00e4rkten ist sehr heterogen. Welches Ma\u00df man auch nimmt, die l\u00e4nderspezifischen Arbeitslosenquoten streuen in der Gruppe der EWU(17) st\u00e4rker als in den L\u00e4ndern der Kern-EWU. Bis zum Ausbruch der Finanzkrise nahm nicht nur die Streuung in den Gruppen, sondern auch zwischen ihnen tendenziell ab. Seit der Finanzkrise spreizt sich aber die Streuung zwischen den beiden Gruppen wieder auf, weil die Gruppe der EWU(17) wieder heterogener wird. Die Lage auf den europ\u00e4ischen Arbeitsm\u00e4rkten wird wieder heterogener, vor allem bei den EWU(17). Interessant ist die Entwicklung in der amerikanischen \u201eVergleichsw\u00e4hrungsunion\u201c. Dort liegt die Streuung der regionalen Arbeitslosenquoten grunds\u00e4tzlich niedriger. Und sie ver\u00e4ndert sich im Zeitverlauf nicht besonders stark. Auch die Finanzkrise hat daran nicht sehr viel ge\u00e4ndert. Offensichtlich sind die L\u00f6hne in den USA flexibler und die Arbeitnehmer inter-regional mobiler.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Heterogene Arbeitsm\u00e4rkte<\/strong><\/p>\n<p>Einen Anhaltspunkt, warum die europ\u00e4ischen Arbeitsm\u00e4rkte so heterogen sind, geben die Beveridge-Kurven. Sie zeigen an, wie sich im Zeitverlauf die Arbeitslosenquote und die Quote der offenen Stellen ver\u00e4ndern. Eine Bewegung auf der Kurve signalisiert, dass sich die gesamtwirtschaftliche Arbeitslosigkeit ver\u00e4ndert, eine Verschiebung deutet darauf hin, dass die strukturelle Arbeitslosigkeit variiert. Bewegt sich ein Land auf der Kurve hin zu einer h\u00f6heren Arbeitslosenquote, ist allerdings noch nicht klar, was die Ursachen sind. Die Gr\u00fcnde k\u00f6nnen keynesianisch oder klassisch sein, also mangelnde gesamtwirtschaftliche Nachfrage oder zu hohe (Real-)L\u00f6hne. Verschiebt sich die Kurve nach au\u00dfen, nimmt die strukturelle Arbeitslosigkeit zu. Alle Varianten der Mismatch-Arbeitslosigkeit beg\u00fcnstigen eine solche Entwicklung. In der Realit\u00e4t vermischen sich beide Arten von Arbeitslosigkeit. Trotzdem gibt die Ver\u00e4nderung der Beveridge-Kurve wichtige Hinweise, wohin sich die Arbeitsm\u00e4rkte entwickeln. Das ist die Basis f\u00fcr notwendige arbeitsmarktpolitische Aktivit\u00e4ten.<\/p>\n<p>Die Beveridge-Kurven f\u00fcr verschiedene Gruppen von L\u00e4ndern der EWU entwickelten sich unterschiedlich. Das wird am deutlichsten, wenn man die Zeit vor der Euro-Krise (2001 \u2013 2006) mit der seit der Krise (2007 \u2013 2011) vergleicht. F\u00fcr die L\u00e4nder der EWU(17) verschiebt sich die Beveridge-Kurve nicht nur nach au\u00dfen. Es kommt auch zu einer Bewegung auf den Kurven nach unten. Das deutet darauf hin, dass der Anstieg der Arbeitslosigkeit nach Ausbruch der Euro-Krise sowohl gesamtwirtschaftliche als auch strukturelle Ursachen hat. V\u00f6llig anders verlaufen die Beveridge-Kurven f\u00fcr die L\u00e4nder der Kern-EWU. Die Kurve verschiebt sich im Zeitverlauf nicht nur nach innen, die L\u00e4nder bewegen sich auch auf der Kurve nach oben. Das wiederum deutet darauf hin, dass sich sowohl die gesamtwirtschaftliche Lage auf den Arbeitsm\u00e4rkten als auch die strukturelle Situation verbessert hat. Einen gro\u00dfen Einfluss auf dieses Ergebnis \u00fcbt zweifellos der positive deutsche Arbeitsmarkt aus. Der Erfolg auf den Absatzm\u00e4rkten der Welt und die Arbeitsmarktreformen unter Rot-Gr\u00fcn beg\u00fcnstigen diese Entwicklung.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/bev_l.png\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"Beveridge-Kurve\" alt=\"Beveridge-Kurve\" src=\"\/wordpress\/bilder\/bev_l.png\" width=\"400\" \/><\/a><br \/>\n<small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Die Lage auf den Arbeitsm\u00e4rkten der PIGS stellt sich etwas anders dar als im Kern der EWU. Mit dem Ausbruch der Finanzkrise verlagerte sich die Beveridge-Kurve nach au\u00dfen. Die Mismatch-Arbeitslosigkeit nahm zu. Gleichzeitig verst\u00e4rkte sich aber auch die gesamtwirtschaftliche Arbeitslosigkeit. Die L\u00e4nder der europ\u00e4ischen Peripherie bewegten sich auf der Kurve weit nach unten. Aber auch die Lage auf den amerikanischen Arbeitsm\u00e4rkten zeigt eine \u00fcberraschende Entwicklung. Bis zur Finanzkrise bewegte sich die amerikanische Volkswirtschaft auf der Beveridge-Kurve nach oben. Mit der Finanzkrise folgte der gesamtwirtschaftliche Absturz. Die Arbeitslosenquote stieg, die Quote der offenen Stellen ging zur\u00fcck. Mit dem verhaltenen Aufschwung seit 2009 \u00e4nderte sich allerdings das Bild. Die Beveridge-Kurve verschob sich nach au\u00dfen. Es spricht einiges daf\u00fcr, dass strukturelle Faktoren eine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen als vor Ausbruch der Krise. Hat der Virus der <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=4504\">Eurosklerosis nun auch die USA <\/a>erreicht?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Inflexible Arbeitsm\u00e4rkte<\/strong><\/p>\n<p>Die Dynamik der Beveridge-Kurven in der EWU zeigt, wie heterogen die europ\u00e4ischen Arbeitsm\u00e4rkte sind. Es spricht vieles daf\u00fcr, dass die Gruppe der EWU(17) seit dem Ausbruch der Finanzkrise st\u00e4rker als zuvor unter gesamtwirtschaftlicher und Mismatch-Arbeitslosigkeit leiden. Das ist ein Indiz f\u00fcr die grunds\u00e4tzliche Schw\u00e4che europ\u00e4ischer Arbeitsm\u00e4rkte. F\u00fcr die L\u00e4nder der Kern-EWU gilt das allerdings nur bedingt. Die Lage auf deren Arbeitsm\u00e4rkten hat sich eher entspannt. Das ist auch ein Ergebnis von Reformen und zeugt von der &#8211; allerdings nur &#8211; relativen St\u00e4rke der Arbeitsm\u00e4rkte der EWU-Kernl\u00e4nder. Die Gruppe der PIGS wiederum scheint weniger unter Mismatch-Problemen, sondern vor allem unter massiv steigender gesamtwirtschaftlicher Arbeitslosigkeit zu leiden. Das spricht f\u00fcr einen desolaten Zustand der Arbeitsm\u00e4rkte in der europ\u00e4ischen Peripherie. Die Entwicklung der realen effektiven Wechselkurse der unterschiedlichen Gruppen von L\u00e4ndern kann erste Hinweise geben, warum die Schwierigkeiten auf den Arbeitsm\u00e4rken unterschiedlich gro\u00df sind.<\/p>\n<p>Der reale effektive Wechselkurs zeigt, wie sich die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der L\u00e4nder ver\u00e4ndert. Er ber\u00fccksichtigt nicht nur den Wettbewerb auf den Heimatm\u00e4rkten der verschiedenen Wettbewerber, sondern auch den Wettbewerb auf anderen Exportm\u00e4rkten. Die L\u00e4nder der EWU(17) haben seit der Einf\u00fchrung des Euro stetig an internationaler Wettbewerbsf\u00e4higkeit verloren. Erst seit der Finanzkrise verbessert sich die Situation wieder sp\u00fcrbar. Bei den L\u00e4ndern der Kern-EWU ist der Verlust an internationaler Wettbewerbsf\u00e4higkeit allerdings weit weniger stark ausgepr\u00e4gt. Das liegt auch ganz wesentlich daran, dass die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der deutschen Wirtschaft \u00fcber die ganze Zeit hinweg zugenommen hat. Dieser Trend hat sich seit der Finanzkrise noch einmal verst\u00e4rkt. Ein Vergleich mit dem US-W\u00e4hrungsraum zeigt allerdings, dass sich die internationale Wettbewerbsf\u00e4higkeit der amerikanischen Wirtschaft fast \u00fcber den gesamten Zeitraum hinweg verbessert hat, teilweise erheblich. Die Finanzkrise brachte einen Einbruch, der aber relativ schnell wieder kompensiert wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/rewech_l.png\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"Effektiver Wechselkurs\" alt=\"Effektiver Wechselkurs\" src=\"\/wordpress\/bilder\/rewech_l.png\" width=\"400\" \/><\/a><br \/>\n<small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Die internationale Wettbewerbsf\u00e4higkeit der PIGS-L\u00e4nder hat sich fast parallel zur EWU(17) entwickelt. Bis zur Finanzkrise verschlechterte sie sich stetig. Der gr\u00f6\u00dfte \u201eS\u00fcnder\u201c war Irland. Die Wettbewerbsf\u00e4higkeit verschlechterte sich bis 2007 um \u00fcber 40 %. Spanien folgte mit gewissem Abstand. Der reale effektive Wechselkurs wertete um 25 % auf. Die Reaktionen auf die miserable Lage fallen allerdings unterschiedlich aus. Allein Irland hat bisher seine Hausaufgaben gemacht. Seit 2008 hat sich die Wettbewerbsf\u00e4higkeit um \u00fcber 20 % verbessert. In Spanien waren es nur knapp 8 %. Trotzdem haben sich die Exporte in Spanien besser entwickelt als in Irland. Das liegt auch daran, dass spanische Unternehmen neue Marktanteile auf M\u00e4rkten <a href=\"http:\/\/www.sgh.waw.pl\/ogolnouczelniane\/forum\/download\/Ausgleich%20Leistungsbilanzsalden%20Euroraum%20DB%20Research%202-2012.pdf\">au\u00dferhalb des Euro-Raumes<\/a> gewonnen haben. Offensichtlich sind neben den realen effektiven Wechselkursen auch noch andere Faktoren, wie die Produktpalette, die Qualit\u00e4t, die Kundenpr\u00e4ferenzen etc. wichtig. Die PIGS haben auf alle F\u00e4lle steinige strukturelle Reformen vor sich, wenn sie die Lage auf ihren Arbeitsm\u00e4rkten verbessern wollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die europ\u00e4ischen Arbeitsm\u00e4rkte sind heterogen. Auf den meisten ist die Lage grottenschlecht. Die EWU hat nur Bestand, wenn flexiblere Arbeitsm\u00e4rkte die Basis f\u00fcr wirtschaftliches Wachstum schaffen. Nur dann wird die Schuldenlast tragbar. Die ad\u00e4quate Antwort ist mehr Wettbewerb. Das macht strukturelle Reformen vor Ort notwendig. Zentralistische L\u00f6sungen verbieten sich. Es ist kontraproduktiv, die Lasten der Anpassung zu sozialisieren und von Steuer- und Beitragszahlern finanzieren zu lassen. Die Lasten m\u00fcssen individuell \u00fcber flexiblere L\u00f6hne, anpassungsf\u00e4higere Lohnstrukturen und mobilere Arbeit getragen werden. Notwendig ist ein institutionelles Design, das verhindert, dass Lasten auf Dritte abgew\u00e4lzt werden. Das macht dreierlei erforderlich: 1) Die Lohn- und Tarifpolitik muss dezentral auf der Ebene der Betriebe erfolgen. 2) Der Sozialstaat darf nicht von Tarifpartnern und Politik in besch\u00e4ftigungspolitische Geiselhaft genommen werden. 3) Die Ordnungsregeln des Staates m\u00fcssen Subsidiarit\u00e4t und wettbewerblicher F\u00f6deralismus sein. Allerdings treten die Rettungseurop\u00e4er dieses Prinzip der Dezentralit\u00e4t mit F\u00fc\u00dfen. Das \u00fcberlebt der Euro in seiner gegenw\u00e4rtigen Form nicht. Kern und Peripherie werden \u00fcber kurz oder lang <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=8432\">w\u00e4hrungspolitisch getrennte Wege<\/a> gehen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/02a9e18f64fd4060b6fbf64894aef49a\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eLetztlich wird die W\u00e4hrungsunion nicht durch Hilfspakete, sondern nur durch Reformen in den Peripheriel\u00e4ndern gerettet\u201c (J\u00f6rg Kr\u00e4mer) Zuerst die gute Nachricht: Seit M\u00e4rz schaut die &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=9056\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eDer europ\u00e4ische Albtraum<br \/><small>Das Schicksal des Euro entscheidet sich am Arbeitsmarkt<\/small>\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n<p><!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on wp_trim_excerpt --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on wp_trim_excerpt --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on wp_trim_excerpt --><\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6,8,10,12,41,434],"tags":[155,556,283,147,416,222],"class_list":["post-9056","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-alles","category-europaisches","category-fiskalisches","category-monetares","category-ordnungspolitisches","category-waehrungspolitisches","tag-arbeitslosigkeit","tag-berthold","tag-beveridge-kurve","tag-euro","tag-schuldenkrise","tag-wettbewerbsfaehigkeit"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.2 - 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