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Sollten die Euro-Staaten Rückkäufe griechischer Staatsanleihen finanzieren?

Das Institute of International Finance des internationalen Bankenverbandes schlägt vor, dass die Euro-Staaten Griechenland Kredite gewähren sollten, damit es seine Anleihen zu den derzeitigen reduzierten Kursen zurück kaufen kann. Glaubt man Medienberichten, so hat das Bundesfinanzministerium „Sympathien“ für diesen Vorschlag. Die Banken versprechen sich von der Angebotsverknappung steigende Anleihekurse. Aber wie wäre es, wenn die Anleihen zu einem Kurs gekauft würden, der an einem Stichtag galt, als das Rückkaufprogramm noch nicht existierte und auch noch nicht diskutiert und erwartet wurde?

Der Rückkauf könnte auf diejenigen Anleihen beschränkt werden, die sich am Stichtag im Besitz von Banken des Euro-Währungsgebiets befanden. Nach Angaben der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) vom Freitag halten die deutschen Banken 8,8 Mrd. Euro an griechischen Staatsanleihen. Da die griechischen Staatsanleihen je nach Restlaufzeit am Markt mit Abschlägen von 10-50 Prozent gehandelt werden, wären die Kosten einer Rückkaufaktion sehr viel geringer als die 24 Mrd. Euro, die Deutschland zu dem griechischen Rettungspaket beisteuert.

Was würde aus den zusätzlichen subventionierten Krediten, die Griechenland von den Euro-Staaten erhalten würde? Würden sie vereinbarungsgemäß verzinst und zurückgezahlt? Und hätten die Euro-Staaten nicht wiederum Fehlverhalten belohnt und gegen das Bailout-Verbot verstoßen? Wenn die Banken Schutz vor einem griechischen Haircut suchen, weshalb verkaufen sie nicht von sich aus alle ihre griechischen Anleihen am Markt? Weil sie damit die Kurse noch stärker drücken würden? Oder wollen sie weiter als verletzlich erscheinen, damit die Politiker beunruhigt sind und auf Kosten der Steuerzahler Hilfe gewähren?

In dieser Situation bleibt der Politik nichts anderes übrig, als den Banken den sowieso unvermeidlichen Haircut zuzumuten, gleichzeitig aber noch einmal zu bekräftigen, dass sie keine systemrelevante Bank in den Konkurs entlassen wird. Dann kann sich die Lehman-Panik nicht wiederholen. Von Rückkäufen ist abzuraten.