Kumulative Angebotsschocks bremsen Konjunktur und treiben Kosten

Durch die notwendigen Impffortschritte ist das Konsumklima dabei, sich mehr und mehr zu normalisieren. Damit bekommen auch die während der Pandemie stark gebeutelten Dienstleistungsfirmen Rückenwind, um wieder in die Spur zu kommen. Der Weg zur Normalisierung ist in der deutschen Industrie jedoch nicht frei von Stolpersteinen (Grömling et al., 2021). Seit Herbst letzten Jahres tritt die Industrieproduktion bereits auf der Stelle und dies bremst über die vielfältigen Verbundeffekte die gesamtwirtschaftliche Erholung nach dem Corona-Schock empfindlich ab. Vor allem die Automobilindustrie durchlebte im ersten Halbjahr 2021 einen weiteren enormen Produktionsrückgang. Dabei ist die Nachfrage da. Für die gesamte Industrie zeigt sich sogar eine relativ komfortable Nachfragesituation – erkennbar an den stetig wachsenden Auftragsbeständen und am mittlerweile wieder hohen Welthandelsniveau. Die wachsende Divergenz zwischen Nachfrage und Produktion signalisiert ausgeprägte Angebotsrestriktionen – aus vielschichtigen Gründen. Diese kumulativen Angebotsbelastungen schlagen sich auch in der Preisentwicklung – vor allem bei Import- und Erzeugerpreisen – nieder. Für die mittelfristige Entwicklung in Deutschland wird es – neben der Beherrschung der Pandemie durch Impffortschritte – entscheidend sein, die Angebotsverspannungen zu lösen. Dies gilt nicht nur in nationaler Perspektive, sondern auch im internationalen Rahmen. Denn der globale Investitionszyklus wird wegen der Produktionsprobleme in den Investitionsgütersektoren ausgebremst.

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