Ein giftiger europäischer Cocktail
EU-Kommission plant zentralistische Arbeitslosenversicherung

Die vier Präsidenten der wichtigsten europäischen Institutionen haben Ende des letzten Jahres fiskalpolitisch die Katze aus dem Sack gelassen. Manuel Barroso (EU-Kommission), Herman Van Rompuy (EU-Rat), Mario Draghi (EZB) und Jeroen Dijsselbloem (Euro-Gruppe) schlagen vor, dass die Eurozone eher über kurz als lang einen eigenen Haushalt erhalten sollte. Nur so lasse sich die nach wie vor am Rande des Abgrunds taumelnde Europäische Währungsunion überhaupt noch retten. Wirtschaftlich stärkere Länder müssten schwächeren Mitgliedern finanziell unter die Arme greifen. Das gelte nicht nur temporär bei asymmetrischen Schocks. Es sei auch dauerhaft bei asymmetrischen Trends notwendig. Laslo Andor, der sozialistische EU-Sozialkommissar, lässt mit diesen Plänen für eine europäische Arbeitslosenversicherung nicht locker. Allerdings ist ein ständiger Finanzausgleich in Europa gegenwärtig politisch undenkbar. Das könnten selbst die camouflierenden deutschen Rettungspolitiker dem Wähler nicht vermitteln. Ein temporärer finanzieller Ausgleich bei asymmetrischen Schocks scheint der einfachere Weg. Mit einer europäischen Arbeitslosenversicherung würde die Politik die neue Welt der schiefen Ebene der Transferökonomie der EWU endgültig salonfähig machen.

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Gespenstische (Jugend)Arbeitslosigkeit in Europa
Helfen Ablöse und Wanderjahre?

“It is an illusion to believe that the youth unemployment problem in Europe can be solved by spending a couple of billion euros. There is no alternative to fundamental structural reforms, particularly in the crisis countries.” (Klaus F. Zimmermann)

Ein Gespenst geht um in Europa, das Gespenst der Arbeitslosigkeit. Es spukt seit langem in Nord und Süd, besonders heftig aber in den Krisenländern. Die Arbeitslosigkeit erreicht immer neue Höchststände. Besonders hart trifft es junge Arbeitnehmer. Die Gefahr einer Generation ohne Zukunft wächst. Das wäre ökonomisch und politisch fatal. Europa würde weiter diskreditiert. Diese Misere ruft die Retter auf den Plan. Nachdem die Politik das Problem jahrzehntelang vor sich her geschoben hat, muss es nun, wie bei den Rettungsaktionen des Euro, schnell gehen. Die Politik will helfen, wieder einmal mit Geld, das sie nicht hat. Mit 24 Mrd. Euro in den nächsten vier Jahren soll die Jugend Europas gerettet werden.

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