Ungleichheit heute (4)
Geringe Stundenlöhne, kurze Arbeitszeiten
Treiben Frauen die Ungleichheit?

“Are Europeans lazy or Americans crazy?” (Stephen Nickell)

Die Ungleichheit der Einkommen gilt als neue Plage der reichen Welt. Kein Wunder, dass überall das politische Geschäft mit der „Gerechtigkeit“ blüht. Bei Wahlen überbieten sich die Parteien, den Wählern mehr „soziale Gerechtigkeit“ zu versprechen. Das wird auch bei der Bundestagswahl im Herbst nicht anders sein. Eine wichtige Rolle spielen die Löhne. Der naive Glaube ist weit verbreitet, höhere gesetzliche Mindestlöhne könnten helfen, die wachsende Ungleichheit der Einkommen aufzuhalten. Tatsächlich ist die Verteilung der Löhne aber nur einer von mehreren Treibern materieller Ungleichheit. Verteilungspolitisch wichtiger ist, wie sich die Arbeitseinkommen auf die Lohnklassen verteilen. Damit bestimmen die Verteilungen der Stundenlöhne und Arbeitszeiten über die Ungleichheit der Arbeitseinkommen. Arbeiten „Niedriglöhner“ länger als „Hochlöhner“, verteilen sich die Arbeitseinkommen gleicher als die Löhne. Gehen geringe Stundenlöhne und kurze Arbeitszeiten allerdings Hand in Hand, ist die Ungleichheit der Arbeitseinkommen größer. Das ist in den meisten OECD-Ländern der Fall.

Ungleichheit heute (4)
Geringe Stundenlöhne, kurze Arbeitszeiten
Treiben Frauen die Ungleichheit?
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