Die schwelende Krise der Europäischen Währungsunion
Organisierte Verantwortungslosigkeit destabilisiert den Euro

„Der Weg zur Hölle ist mit guten Absichten gepflastert.“ (Bernhard von Clairvaux)

Die Krise der Europäischen Währungsunion ist auch eine Krise der Kompetenzverteilung. Das wird an der Dreifach-Krise des Euro – Banken-, Staatsschulden- und Zahlungsbilanzkrise – offenkundig. Viel zu viele haben die Hände in den Taschen anderer, multiples „moral hazard“ blüht,[1] Kompetenzen werden verwischt. Trotz Fiskalpakt und Bail Out-Verbot sind die Mitglieder in einer Haftungsgemeinschaft gefangen. Wenn aber alle für alles verantwortlich sind, ist niemand für irgendetwas verantwortlich. „Weiche“ Budgetrestriktionen der wirtschaftlichen und politischen Akteure sind das Ergebnis. Die Anreize für Wähler, Politiker, Banken und Tarifpartner sind groß, wirtschaftlich über die Stränge zu schlagen. Wähler und Politiker der Mitglieder der EWU sind ständig in Versuchung, auf Kosten der Anderen zu leben. Banken haben starke Anreize, die Gewinne zu privatisieren und die Staaten für Verluste in Geiselhaft zu nehmen. Die Tarifpartner sind nicht davor gefeit, beschäftigungspolitische Lasten auf Dritte abzuwälzen.

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