Gerontokratien und explosive Jugendbäuche
Vom Umgang mit nachwachsenden Generationen

Als die Ökonomen-Ikone Paul Samuelson 1958 in einem seiner berühmten Aufsätze die Grundlage der Theorie überlappender Generationen legte, da prägte er den Begriff des biologischen Zinses. Damit bezeichnete Samuelson den Effekt, dass die erzielbaren Renteneinkommen in Prozent des allgemeinen Lohnniveaus höher sein können als die früher einmal eingezahlten Beiträge, ohne dass nachfolgende Generationen hierfür höhere Beitragssätze zahlen müssten. Diese auf den ersten Blick an Zauberei erinnernde wundersame Geldvermehrung funktioniert unter genau einer Voraussetzung: Die nachwachsende Generation muss größer sein als ihre Vorgängergeneration. Das Wachstum der Bevölkerung „verzinst“ sich demnach in Form von Rentenzuwächsen, für die offenbar niemand die Rechnung bezahlen muss. Die vermeintliche Magie dieser wundersamen Geldvermehrung löst sich indes in Luft auf, wenn man bedenkt, dass eine wachsende Bevölkerung mit der Erziehung vieler Kinder verbunden ist, und dass dies bei aller Freude an der Sache immer auch mit Entbehrungen und Aufwand verbunden ist.

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Familien- und Sozialpolitik: Konzeptionslosigkeit als Prinzip?

Der Initiative der damaligen Familienministerin von der Leyen folgend, beschloss das Bundeskabinett am 5. September 2007 die Förderung des Ausbaus der Kinderkrippen für ein- bis dreijährige Kinder auf 750.000 Betreuungsplätze bis 2013 und die Einführung eines Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz ab dem zweiten Lebensjahr. Da dieser Ansatz vor allem vom Koalitionspartner CSU als ein Eingriff in die privatautonome Entscheidung junger Eltern gewertet wurde, war er nur in Kombination mit dem Versprechen zu haben, ab 2013 solchen Familien ein pauschales Betreuungsgeld zu überweisen, die sich ausdrücklich für die häusliche Betreuung ihrer unter drei jährigen Kinder entscheiden. Diese letztere Maßnahme ist nun – wo ihre Implementierung akut wird – allenthalben in der Kritik.

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