Gastbeitrag
Mindestlohn: Symbolpolitik mit Nebenwirkungen

Der deutsche Arbeitsmarkt ist im Vergleich zu vielen der europäischen Nachbarn in recht guter Verfassung. Von 2005 bis 2014 sank die Zahl der Arbeitslosen von fünf auf drei Millionen. Die Zahl der Erwerbstätigen stieg von knapp 39 auf knapp 42 Millionen. Dennoch sorgen sich viele Bürgerinnen und Bürger um prekäre Beschäftigungsbedingungen. Die Bundesregierung will zum 1. Januar 2015 für das gesamte Bundesgebiet einen Mindestlohn von 8,50 Euro brutto je Stunde einführen. Mit diesem Vorhaben wagt sie ein großes arbeitsmarkt- und sozialpolitisches Experiment. Die Risiken sind dabei hoch, denn es besteht die Gefahr, dass langfristig Arbeitsplätze verloren gehen. Zudem verschlechtern sich die Einstellungschancen für Jüngere, Ältere und Geringqualifizierte. Damit würden mehr Verteilungsgerechtigkeit und eine Entlastung der öffentlichen Haushalte nicht erreicht. Im Gegenteil: Gerade Arbeitslosigkeit ist das größte Armutsrisiko.

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Junge Ordnungsökonomik
Minijob-Debatte in Deutschland: Wenn der Blick über den Tellerrand fehlt

“Der Weitblick mancher Leute besteht darin, die nächsten Probleme zu übersehen” (Wolfgang Eschker)

Die Agenda 2010 feiert ihren zehnten Geburtstag und mit ihm die Einführung der Mini- und Midijobs in Deutschland. Ihre verniedlichende Namensgebung kann längst nicht mehr die politische Brisanz verschleiern. Nach und nach melden sich die parteipolitischen Sprecher zu Wort und legen den Kurs für den Bundestagswahlkampf fest. Während die SPD und die Grünen eine weitreichende Eindämmung der Mini- und Midijobs fordern, sind die CDU und die FDP bemüht, Schröders Erbe zu verteidigen. Die parteipolitische Landschaft wird regelrecht auf den Kopf gestellt. Gegner machen die Mini- und Midijobs verantwortlich für die steigende Teilzeitbeschäftigung von Frauen. Befürworter hingegen sehen durch eine Abschaffung die „Interessen der Mitte“ und den sozialen Aufstieg gefährdet. Welche Zielvorstellung einst hinter der Minijob-Reform stand, geht jedoch in der Debatte zunehmend verloren.

Junge Ordnungsökonomik
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