Kurz kommentiert
Wolfgang Schäuble tritt eine Lawine los
“Moderne” Völkerwanderung als Angebotsschock

„Die Presse wäre viel weniger unausstehlich, wenn sie sich nicht so grauslich wichtig nähme.“ (Kurt Tucholsky)

Es ist in Zeiten massenhafter Wanderungsbewegungen politisch riskant, in allzu plastischen Bildern zu argumentieren. Die „moderne“ Völkerwanderung mit einer Lawine zu vergleichen, kann heftige Reaktionen auslösen. Der Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat es dennoch getan. Und er hat süffisant darauf hingewiesen, dass auch unvorsichtige Skifahrer(innen) die Lawine auslösen können. Die Kritik der Gutmenschen aus Medien und Politik ließ nicht lange auf sich warten. Es gehe nicht an, polterten sie auf allen Kanälen, den (politisch ebenfalls unkorrekten) Flüchtlingsstrom mit einer Lawine zu vergleichen. Lawinen seien Naturkatastrophen, denen Menschen hilflos ausgeliefert seien. Flüchtlinge seien dagegen Menschen, denen man helfen müsse.

Kurz kommentiert
Wolfgang Schäuble tritt eine Lawine los
“Moderne” Völkerwanderung als Angebotsschock
weiterlesen

Rot-Schwarz und der Markt

Noch immer geht ein Gespenst um in Europa, das Gespenst der Arbeitslosigkeit. Vor allem in den vier größten kontinentaleuropäischen Ländern Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien treibt es sein Unwesen. Diese Länder bleiben unter ihren wirtschaftlichen Möglichkeiten, die ihnen europa- und weltweit offenere Güter- und Kapitalmärkte bieten. Verkrustete Arbeitsmärkte sind ihre Achillesferse. Kein Wunder, dass der strukturelle Wandel viel zu viel Arbeitslosigkeit produziert. In diesem Teil Europas wächst der Wohlstand seit längerem nur noch im Schneckentempo.

Kleinere europäische Länder aber auch Großbritannien zeigen, es geht auch anders. Sie sind auf dem besten Weg, dem Spuk ein Ende zu bereiten. Flexible Arbeitsmärkte tragen zum Erfolg bei: Der schnellere strukturelle Wandel wird in mehr Wohlstand umgesetzt. Schmerzfrei ist er dennoch nicht. Der industrielle Sektor gerät ins Abseits, Unternehmen gehen Pleite, Berufe verschwinden. Aber: Der Dienstleistungssektor blüht auf, junge Unternehmen erobern Märkte, neue Berufe entstehen. Funktionierende Arbeitsmärkte vermitteln Arbeitslose auf neue Arbeitsplätze. “Rot-Schwarz und der Markt” weiterlesen