Soziale Marktwirtschaft – Ein Auslaufmodell?
Interventionsspiralen, Kipppunkte, ökonomisches Gesetz

Wie das deutsche Wirtschaftsmodell in 50 Jahren aussehen wird, steht in den Sternen. Die Glaskugel ist trübe (Greg Mankiw). Vieles spricht dafür, dass es eine Variante der Sozialen Marktwirtschaft sein wird. Der Zielkonflikt zwischen Allokation und Verteilung wird bleiben. Soziales und Marktliches agieren auch künftig nicht harmonisch. Die Politik wird es nicht schaffen, das Spannungsverhältnis aufzulösen. Allerdings werden einige Länder geschickter handeln als andere. Gegenwärtig sieht es nicht so aus, als würde Deutschland dazu gehören.

Ordnungspolitischer Unfug (15)
Staatseingriffe und Interventionsspiralen
Märkte sind unvollkommen. Nutzen wir sie!

Ökonomische Märkte sind nicht vollkommen, staatliche Eingriffe aber auch nicht. Operiert die Politik am offenen Herzen der Marktwirtschaft, dem Preismechanismus, besteht die Gefahr, dass der Patient kollabiert. Staatsversagen dominiert Marktversagen. Die Politik „löst“ oft Probleme, die sie selbst verursacht hat. Interventionsspiralen sind gute Indikatoren. Die sinnvolle Alternative, allokative Ineffizienzen in den Griff zu bekommen, sind private Märkte: „Markets fail. Use markets“. Und: Anreizkompatible individuelle finanzielle Transfers an Bedürftige müssen die Marktergebnisse sozial abfedern. Das ist der Leitgedanke der Sozialen Marktwirtschaft. Er ist weiter richtig.

Der amerikanische Don Quijote
Zölle, Ölflecken, Interventionsspiralen

Die Handelspolitik der USA ist (wieder) protektionistisch. Donald Trump will der Mittelschicht mit Zöllen aus der Malaise der De-Industrialisierung helfen. Der Schuldige sei das Ausland. Es beute die USA aus. Eine Zollpolitik kann den Niedergang der Industrie aber nicht aufhalten. Es ist ein Kampf gegen Windmühlenflügel. Zölle setzen eine Interventionsspirale in Gang. Der Marktmechanismus bleibt auf der Strecke. Am Ende verlieren alle, die Mittelschicht, die USA und das Ausland.