Die Durchlässigkeit des Schweizer Bildungssystems richtig messen

Fällt der Apfel weit vom Stamm? Wer die Chancengerechtigkeit und die soziale Selektion im Bildungssystem verstehen will, sollte erstens mehrere Generationen betrachten und zweitens akademische Abschlüsse puncto Einkommensmobilität nicht überbewerten.

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Von gesellschaftlichen Auf- und Absteigern

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine jugendliche Person ein Universitätsstudium absolviert? Ist diese Wahrscheinlichkeit höher für den Sohn eines Professors als für den Sohn eines Metzgers? Und wie wahrscheinlich ist es, dass die Tochter einer Millionärin ebenfalls das obere Ende der Einkommensverteilung erklimmt? Solche Fragen zielen auf die intergenerationelle soziale Mobilität. Diese drückt aus, ob und inwiefern der soziale Status der Kinder von jenem ihrer Eltern abhängt. Mit ihr lässt sich also prüfen, ob und inwiefern die Redewendung „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“ ihre Berechtigung hat.

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Ungleichheit heute (11)
Der amerikanische Traum
Bremst Ungleichheit die soziale Mobilität?

„Es ist die grundlegende Illusion des Sozialismus zu glauben, dass sich Armut durch Umverteilung des vorhandenen Wohlstandes beseitigen lasse.“ (Friedrich August von Hayek)

Die Empirie in den reichen Ländern ist eindeutig: In den zwei Jahrzehnten um die Jahrtausendwende wechselten weltweit die distributiven Gezeiten. Der Wandel begann Mitte der 80er Jahre in den USA, andere reiche Länder folgten meist eine Dekade später. Heute sind die Markteinkommen in der OECD fast überall ungleicher verteilt als in der „guten“ alten Zeit. Das gilt für Löhne, Arbeits– und Haushalteinkommen. Technologie, Globalisierung, Präferenzen und Institutionen sind wichtige Treiber. Für eine Mehrheit der Wähler ist materiell ungleich auch „sozial ungerecht“. Eine sehr ungleiche Verteilung kann die Akzeptanz der marktwirtschaftlichen Ordnung gefährden. Diese Gefahr ist geringer, wenn für die breite Masse der Bevölkerung eine realistische Chance besteht, sozial aufzusteigen. Die spannenden Fragen sind: Behindert Einkommensungleichheit die soziale Mobilität? Wenn ja: Was ist zu tun, um die „Chancengleichheit“ zu erhöhen?

Ungleichheit heute (11)
Der amerikanische Traum
Bremst Ungleichheit die soziale Mobilität?
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Ungleichheit heute (5)
Die Mittelschicht schrumpft – Wo liegt der Handlungsbedarf?

In den letzten Jahren hat die verteilungspolitische Debatte in Deutschland an Fahrt gewonnen. Sie vollzieht sich zumeist antizyklisch zur konjunkturellen Entwicklung. Da die deutsche Wirtschaft trotz des scharfen Einbruchs 2009 relativ unbeschadet durch die Krise gekommen ist und in den letzten drei Jahren beachtliche Wachstumsraten zu verzeichnen waren, verwundert dies zunächst nicht. Doch auch die strukturellen Veränderungen des letzten Jahrzehnts im Sozialen und auf dem Arbeitsmarkt haben in den Augen mancher die Balance zwischen Effizienz und Gerechtigkeit gestört.

Gerade in Deutschland spielt dabei die Lage der Mittelschicht eine wesentliche Rolle. Als Ludwig Erhard in der noch jungen Bundesrepublik „Wohlstand für alle“ zum Paradigma der Wirtschafts- und Sozialpolitik ausrief, schuf er zugleich den Mythos der breiten Mittelschicht, die maßvoll und möglichst im Gleichschritt von der wirtschaftlichen Entwicklung profitieren sollte. Die Mittelschicht ist seither die Arena zentraler gesellschaftlicher Prozesse. Wahlen werden in der Mitte gewonnen. Die Mittelschicht trägt mit ihren Steuern die Finanzierung des Staates. Die Mittelschicht ist die Basis des deutschen Wirtschaftsmodells.

Ungleichheit heute (5)
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