Digitalisierung und Ökonomie
Hat sich alles verändert?*

Digitalisierung als Herausforderung, gerne als Zukunftsvision oder gar als Schicksal, ist momentan Kernthema bei politischen Debatten und –und hat es bei der Bundestagswahl bis auf die Wahlplakate geschafft. Dabei wird häufig über die epische Wucht, mit der alle Bereiche des Wirtschaftens erfasst werden, philosophiert und die Notwendigkeit zum Handeln dargestellt.[1] Meist wird als Fazit das Fördern eines Breitbandausbaus (insb. Glasfaserzugang), Programmieren in der Schule oder Eingriffe gegen große US Konzerne, oder die Beibehaltung von Netzneutralität als Wirtschafts- wenn nicht gleich sogar als Demokratieförderung dargestellt. Es fällt auf, dass die Debatte von einer gewissen Aufgeregtheit geprägt ist: Handeln sollte schnell erfolgen, auf tiefgreifende Analysen muss wegen der drängenden Zeit entweder verzichtet werden oder alte Gesetze gelten nicht mehr.

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Der Fall Google
Nicht so einfach wie es aussieht

Am 27.07.2017 hat die EU Kommission bekanntgegeben, der Firma Alphabet für ihren Dienst Google ein Bußgeld in Höhe von 2,42 Mrd € aufzuerlegen (EU Kommission 2017a). Im Speziellen ging es um die Behandlung von sogenannten Preissuchmaschinen (z.B. Geizhals) in dem Rating der allgemeinen Internetsuchmaschine Google. Dabei wurde Google vorgeworfen, eigene Preissuchmaschinen gegenüber der Konkurrenz zu bevorzugen. Ein mögliches Vergehen, wenn Google eine marktbeherrschende Stellung innehält.

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BlogDialog
„Der Mensch muss auch im Zeitalter der Industrie 4.0 im Mittelpunkt stehen“
Der Unternehmer Manfred Wittenstein im Gespräch

Herr Dr. Wittenstein, wie würden Sie die vierte industrielle Revolution in Worte packen?

Manfred Wittenstein: Die Definition von Industrie 4.0 ist sehr lebendig, da sie sich im Laufe der Zeit verändert. Dabei wird häufig vieles in einen Topf geworfen: Digitalisierung, Internet der Dinge, Virtualität. Da muss man aufpassen. Industrie 4.0 bedient sich zwar der Digitalisierung und der Vernetzung als Werkzeuge, ist aber im Kern auf industrielle Wertschöpfung ausgerichtet. Letztlich geht es darum, reale und virtuelle Welt innerhalb, aber auch zwischen Firmen und Kunden miteinander zu verschmelzen – und zwar entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Somit verändern sich Geschäftsmodelle.

BlogDialog
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Synergetische Prozessabläufe für den Mittelstand

Laut Institut für Mittelstandsforschung in Bonn gehört die Mehrzahl aller deutschen Unternehmen zum Mittelstand. Sie beschäftigen 16 Millionen Menschen und erzeugen 55% unserer Nettowertschöpfung. Das ist aber keine Position zum Ausruhen. Es sind vielmehr laufend weitere Anstrengungen nötig, um sich im Rahmen der Herausforderungen gegen die anderen Mittelständler durchzusetzen und gleichzeitig keine Positionen an die großen Unternehmen abzugeben. Ohne weitere Bemühungen in Bezug auf die Digitalisierung wird das nicht gehen. Prägnanter formuliert müssen gewaltige Anstrengungen unternommen werden bezüglich der Verbesserung der digitalen Zusammenarbeit zwischen eben diesen Mittelständlern und mit den anderen, größeren Unternehmen. Der Mittelstand trägt dabei das höhere Erfolgsrisiko im Vergleich zu den Großen. Die können zumindest teilweise ihre Rahmenbedingungen, Prozeduren und Standards durchsetzen – der einzelne Mittelständler kann das nicht. Im Gegenteil, er muß sich pro Euro Umsatz mit vergleichsweise mehr Kunden, Lieferanten, Versicherungen und Behörden arrangieren. Jeder, dem unsere wirtschaftliche Zukunft wichtig ist, muss sich daher um die durchgängige Digitalisierung der mittelständischen Infrastruktur bemühen! Denn in der multilateralen, oszillierenden Abstimmung aller Beteiligten des Liefernetzwerks liegt die Chance für einen störungsarmen, zeitlich koordinierten Produktionsablauf.

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